Eschbach, Andreas: Perry Rhodan – Das grösste Abenteuer

Erschienen bei FISCHER TOR Frankfurt a.M., März 2019
©2019 S. Fischer Verlag GmbH
ISBN 978-3-596-70145-2
ca. 846 Seiten

COVER:

Cape Kennedy, 1971: Nach dem katastrophalen Scheitern der Apollo-Missionen unternehmen die Amerikaner einen letzten verzweifelten Versuch, das Rennen zum Mond zu gewinnen. Der Name des Raumschiffs: STARDUST. Der Name des Kommandanten: PERRY RHODAN.

Mit diesem bahnbrechenden Ereignis startete die Science-Fiction-Serie Perry Rhodan. Und wurde zur erfolgreichsten Fortsetzungsgeschichte der Welt.

Doch erst jetzt erfahren wir, wie alles wirklich begann: Perry Rhodans Jugend, seine politischen Eskapaden, seine Abenteuer als Testpilot und die geheime Geschichte der bemannten Weltraumfahrt.

Andreas Eschbach erzählt, wie Perry Rhodan zu der legendären Gestalt wurde, die die Menschheit zu den Sternen führt.

REZENSION:

Ich bin mir ziemlich sicher, dass jedem der Name Perry Rhodan ein Begriff ist. Sicherlich gibt es da eine Vielzahl an Menschen, die noch absolut nichts über diese sagenhafte Gestalt gelesen haben – dennoch wird einem dieser Name bewusst, wenn man nur ein klein wenig mit offenen Augen durch die Welt geht. Handelt es sich doch um nichts Geringeres als die größte Science-Fiction-Geschichte aller Zeiten.
Auch ich blickte bereits als Jugendlicher voller Ehrfurcht in Regale meiner eher SF-affinen Freunde, standen dort doch die berühmten Silberbände mit den 3D-Coverbildern. Wäre ich damals nicht in die Horror- und Fantasyecke abgedriftet, hätte ich sicher ebenfalls mit diesen Bänden begonnen. Nichts desto trotz ließ mich der Gedanke an Rhodan nicht wirklich los. Mit den Jahren öffnete sich mein Lesespektrum und manch Science-Fiction-Werk fand seinen Weg vor meine Augen. Eines Tages gönnte ich mir dann tatsächlich die ersten Silberbände – in ihrer Originalversion!
Absolut warm bin ich dabei leider nicht damit geworden – nichts desto trotz konnte ich verstehen, warum diese Reihe so berühmt geworden ist. Findet man den Zugang zu ihr ist es sich nicht leicht, sich dem wieder entziehen zu können.
Gut, durch diese kurze Erklärung kicke ich mich ja bereits als tiefgründigen Tester des Buches von Andreas Eschbach heraus – anders gesagt: Ist es mir möglich, als oberflächlicher Kenner des Rhodan-Imperiums Gefallen an der Vorgeschichte zu finden? Ein Versuch war es wert und da Eschbach wahrlich kein unbekannter Name ist, war ich auch sichtlich interessiert, wie der Autor es schaffen wird, diese Vielzahl an bereits bekannten Fäden zum ersten zarten Knäuel zu verdichten und dabei den Weg nach allem bereits beschriebenen offen zu halten.
Nun, Andreas Eschbach schafft sogar zweierlei:  Er lässt Rhodan auf die Welt kommen und zeigt uns dessen Weg vom Schüler zum Testpiloten zum uns bekannten Weltraumfahrer.
Darüber hinaus verwendet der Autor den Rhodan-Stil und bedient dadurch geschickt seine Klientel. Gleichzeitig können Neulinge auch problemlos mit diesem Werk anfangen, da es sehr geschickt in den Kosmos der längsten und erfolgreichsten Fortsetzungsgeschichte einführt. Findet man Zugang zu diesem Werk, findet man auch problemlos Zugang zu den teils spannenderen Werken der Serie.
Alles in allem eine geschickte Möglichkeit, dem Leben Rhodans noch etwas hinzuzufügen und diesem somit etwas mehr Tiefe zu geben.
Ich selbst wurde erneut ganz gut unterhalten – finde aber auch weiterhin keinen tiefergehenden Zugang zu dieser Serie. Ehrlich gesagt bin ich auch ganz froh darüber, da ich nicht wirklich wissen möchte, wie ich das bereits geschriebene aufholen sollte.
Jeder andere Neuling sollte es mal versuchen – Kenner Perry Rhodans kommen daran eigentlich nicht wirklich vorbei.
Jürgen Seibold/12.10.2019

Andreas Eschbach: Eine Billion Dollar

billion© 2003 Bastei Lübbe
ca. 896 Seiten

COVER:

John Salvatore Fontanelli ist ein armer Schlucker, bis er eine unglaubliche Erbschaft macht: ein Vermögen, das ein entfernter Vorfahr im 16. Jahrhundert hinterlassen hat und das durch Zins und Zinseszins in fast 500 Jahren auf über eine Billion Dollar angewachsen ist. Der Erbe dieses Vermögens, so heißt es im Testament, werde einst der Menschheit die verlorene Zukunft wiedergeben. John tritt das Erbe an. Er legt sich Leibwächter zu, verhandelt mit Ministern und Kardinälen. Die schönsten Frauen liegen ihm zu Füßen. Aber kann er noch jemandem trauen? Und dann erhält er einen Anruf von einem geheimnisvollen Fremden, der zu wissen behauptet, was es mit dem Erbe auf sich hat …

REZENSION:

Vor langer langer Zeit widmete ich mich dem Jesus-Video von Andreas Eschbach. Irgendwie habe ich den Autor danach aber aus den Augen verloren oder einfach nur am Rande beachtet.
Vor kurzem entscheid ich mich dann dem Genuss von “Eine Billion Dollar” als Hörbuch und war sichtlich überrascht.
Zum Einen ist der Erzähler absolut passend und leitet eingängig durch die nicht gerade als kurz zu bezeichnende Geschichte – zum Anderen ist die Geschichte wirklich klasse:
John Fontanelli erbt von heute auf morgen den sagenhaften Betrag von einer Billion Dollar – einfach nur, weil jemand vor 500 Jahren Geld hinterlegte und in seinem Testament als letzten Willen wünschte, dass zu einem bestimmten Datum im Jahre 1996 der jüngste noch lebende Fontanelli die dann durch Zinseszins erreichte Summe erben sollte.
500 Jahre sind eine lange Zeit und nachdem sich auch noch zuverlässige Verwalter dem Vermächtnis
angenommen, wuchs dieses auf die immense Summe an.
Während dem anhören oder lesen kommt man genauso wie John Fontanelli ins Grübeln, Planen, Schwärmen, Geldausgeben – bis man dann doch irgendwann merkt, wie verdammt viel das ist. Ein schönes Beispiel ist der Kauf eines Ferraris, der auch im Buch auftaucht: Auf den Kommentar Fontanellis hin, was sie denn machen würden, wenn er sein ganzes Geld einfach für Ferraris ausgibt, bekam der die lapidare Antwort, dass es soviele Ferraris auf diesem Planeten überhaupt nicht gibt.
So nach und nach dämmert einem, welche Macht man somit plötzlich in Händen hält.
Ein Roman wäre natürlich nichts besonders, wenn sich dadurch nicht noch weitere Begebenheiten aufbauen würden. Somit kommt plötzlich der Unbekannte ums Eck und hilft John Fontanelli beim Aufbau eines weltumspannenden Unternehmens, mit dem Ziel der Menschheit die verlorenen Zukunft zurück zu geben. Doch recht schnell stellt man sich die Frage, ob da nicht noch mehr dahinter steckt.
Andreas Eschbach baut seine Geschichte recht harmlos auf, schwelgt lange in wirtschaftlichen Themen, schafft es dabei aber trotzdem diese so geschickt zu erzählen, dass er einen eventuell wirtschaftlich unbedarften Leser nicht verliert sondern ihm höchstens auf geschickte Weise etwas beibringt.
Alles ist in meinen Ohren durchweg plausibel und absolut eingängig erzählt. Sicher dachte ich mir manches mal schon, wie es weitergeht – aber nicht so nachhaltig, das irgendetwas schon großartig vorhersehbar wäre. Bis zum Schluss dachte ich mir, dass noch eine Frage offen ist (ich musste nämlich immer daran denken und habe geistig schon eine Frage an den Autor formuliert) – diese wurde aber am Ende beantwortet und ist auch der schlußendliche Schlüssel.
Ich wundere mich wirklich, warum ich so oft an diesem Buch vorbeigegangen bin – gut, dass ich nun denn Inhalt kenne. Ein absolut gelungener Wirtschaftsthriller, der nebenbei dafür sorgt, dass sein Leser zum Träumen beginnt und geistig sein virtuelles Geld in die Welt trägt.
Jürgen Seibold/12.11.2015

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Andreas Eschbach: Der Mann aus der Zukunft

eschbach_mann© 2014 Lübbe Audio
ca. 21 Minuten

COVER:

Silvester 1994. Peter Brück verbringt die Silvesternacht deprimiert und einsam in seiner kleinen Wohnung und träumt davon, endlich ein erfolgreicher Schriftsteller zu werden. Ihn quält der Gedanke, sich wieder an den Schreibtisch zu setzen, um etwas zu schreiben, was wieder niemand lesen und niemand drucken will. Als er überraschend Besuch von einem Fremden bekommt, scheint sich das Blatt zu wenden…

REZENSION:

Andreas Eschbach war mir bisher lediglich als Autor des gelungenen Werkes mit dem Titel “Das Jesus Video” ein Begriff. Nun bin ich durch ein kleines Silvestergeschenk der Hörbuchplattform Audible auf diese Kurzgeschichte gestoßen. Die geringe Länge von lediglich 21 Minuten sorgte dafür, dass ich diese Geschichte mal einfach so nebenbei bei einem kleinen Mittagsspaziergang genießen konnte.
Der Erzähler Rolf Berg liest in einer gut betonten Intensität vor, die zeigt, dass er wohl nicht einfach nur seinen Job erledigt und etwas lieblos runterliest, sondern sich wohl mit der Thematik und den Schwingungen der Geschichte intensiv zu befassen scheint.
Die Geschichte selbst ist natürlich nicht viel mehr als ein kleines Häppchen – zeigt aber doch, dass Andreas Eschbach auch in dieser kurzen Form sehr gut zu unterhalten weiß. Seine Geschichte ist eine schöne Silvesterstory mit einem deprimierten Schriftsteller, der bisher noch nicht wirklich erfolgreichen Output produzieren konnte. Nahezu beim Aufgeben seiner schriftstellerischen Tätigkeiten bekommt er ganz überraschend Besuch eines Fremden mit einer Flasche Sekt. Sehr schnell stellt sich dabei heraus, dass es sich dabei nicht nur um den Antrittsbesuch eines freundlichen Nachbarn handelt und schon befinden wir uns in einem leider viel zu kurzen Dialog über die Zukunft der Menschheit.
Ein sehr schönes kleines Hörhäppchen für Zwischendurch.
Jürgen Seibold/05.01.2015
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