Stephen King: Wolves of the Calla

©2003 by Stephen King
This paperback edition published in 2012 by Hodder & Stoughton
ISBN 978-1-444-72348-9
ca. 771 Seiten

COVER:

Determined to reach the Dark Tower, gunslinger Roland and his companions emerge from the forests in the Mid-World on a path that leads to a tranquil valley community of farmers and ranchers in the borderlands.

Beyond the town, the rocky ground rises towards the dark source of affliction. Danger is imminent – the Wolves of the Calla are gathering once again, their unspeakable depredation poised to threaten the soul of the community. Roland and his companions must venture all as they face an unknown adversary. And the future of the Mid-World once again faces crimson chaos.

Wolves of the Calla is the magnificent fifth novel in Stephen King’s epic Dark Tower series that continues to captivate processions of readers.

AND THE TOWER IS CLOSER …

REZENSION:

Wenn man bei einem Epos von einem Lebenswerk sprechen kann, dann ist es sicherlich die Reise Rolands in Richtung des Dunklen Turms. Diese Werke begleiten nicht nur den Autor bereits seit mehreren Jahrzehnten, sondern auch Leser wie mich, die ebenfalls 30 Jahre benötigten, um Roland bis zum Ende seiner Reise begleiten zu dürfen.
Der Dunkle Turm ist dabei jedoch auch ein Gesamtkunstwerk, welches eine Vielzahl von Werken Kings miteinander verknüpft und durch den Mut, auch verschiedene Genre miteinander zu verweben, etwas ganz Besonderes in der Welt der Literatur darstellt.
Der Dunkle Turm ist Western, Horror, Fantasy, Thriller, Liebe, Science Fiction, Dystopie und noch vieles mehr in einem. Gleichzeitig uneingeschränkt philosophisch und zum Nachdenken anregend.
In „Wolves of the Calla“ treffen wir nicht nur auf den Priester aus Salems Lot sondern begeben uns auch des Öfteren nach New York, um die Fäden in Richtung Turm auf den richtigen Weg zu bringen. Schlussendlich wird gemeinsam mit den Dorfbewohnern der Calla gegen die regelmäßig kommenden Wölfe gekämpft, um diesen endgültig klar zu machen, dass die Bürger es nicht mehr länger akzeptieren, dass in gewissen Abständen Kinder als Opfer abgeholt werden.
Die Story ist unglaublich dicht und grandios erzählt. Selbst durch die bei mir etwas angespannte Konzentration beim Lesen in der Originalsprache konnte mich nicht davon abbringen, förmlich an die Seiten geheftet zu sein. Wolves oft he Calla ist definitiv einer der stärkeren Bände der Werke um den Dunklen Turm. Die Figuren werden einem immer vertrauter und der Turm rückt ungebremst näher, auch wenn in diesem Werk weder der Mann in Schwarz noch der Turm selbst eine Rolle gespielt hat. Das ka-tet ist hierin selbst für die weitere Entwicklung verantwortlich und stellt sich diesem Anspruch auch ohne besondere Einwände. Dabei werden sie ihrem Ruf gerecht und zeigen die Stärke einer zusammengewachsenen Gemeinschaft.
Kennt man Stephen King, weiß man jedoch auch, dass solche Verflechtungen – wie im realen Leben – auch erneut brüchig werden können und somit immer zu pflegen sind.
Wer sich dem Dunklen Turm stellt kommt natürlich auch nicht an diesem Werk vorbei. Während der vierte Band viel aus dem Leben Rolands erzählte, begleiten wir hier wieder das Team auf ihrem Weg in Richtung Zentrum der Balken. Der Weg ist das Ziel und hier leuchtet der fünfte Band förmlich, da er durchgehend Lesefreude bereitet und man spätestens jetzt die Gefährten in das Herz geschlossen hat. Trotz ihrer persönlichen Unterschiede agieren sie hier als geschlossene Einheit und bauen dabei das Selbstvertrauen der Farmer auf, um sich gemeinsam mit ihnen deren Feinden zu stellen.
Sollte jemand neu einsteigen wollen: Vor Lesen dieses fünften Bandes hilft es übrigens ungemein, wenn man Salem’s Lot („Brennen muss Salem“) bereits kennt, da hier in diesem fünften Band Pater Callahan eine nennenswerte Rolle spielt und man seine Verweise in Richtung Barlow und dem kleinen Städtchen Salem nur durch Kenntnis des genannten Buches verstehen wird.
Hysterika.de/JMSeibold/17.01.2021

Stephen King: The Wind Through The Keyhole (The Dark Tower 4.5)

©2012 by Stephen King
ISBN 978-1-4516-5890-3
ca. 305 Seiten

COVER:

In The Wind Through the Keyhole, Stephen King returns to the rich landscape of Mid-World, the spectacular territory of the Dark Tower fantasy saga that stands as his most beguiling achievement.
Roland Deschain and his ka-tet – Jake, Susannah, Eddie, and Oy, the billy-bumbler – encounter a ferocious storm just after crossing the River Whye on their way to the Outer Baronies. As they shelter from the howling gale, Roland tells his friends not just one strange story but two … and in so doing, casts new light on his own troubled past.
In his early days as a gunslinger, in the guilt-ridden year following his mother’s death, Roland is sent by his father to investigate evidence of a murderous shape-shifter, a “skin-man” preying upon the population around Debaria. Roland takes charge of Bill Streeter, the brave but terrified boy who is the sole surviving witness to the beast’s most recent slaughter. Only a teenager himself, Roland calms the boy and prepares him for the following day’s trials by reciting a story from the Magic Tales of the Eld that his mother often read to him at bedtime. “A person’s never too old for stories,” Roland says to Bill. “Man and boy, girl and woman, never too old. We live for them.” And indeed, the tale that Roland unfolds, the legend of Tim Stoutheart, is a timeless treasure for all ages, a story that lives for us.
King began the Dark Tower series in 1974; it gained momentum in the 1980s; and he brought it to a thrilling conclusion when the last three novels were published in 2003 and 2004. The Wind Through the Keyhole is sure to fascinate avid fans of the Dark Tower epic. But this novel also stands on its own for all readers, an enchanting and haunting journey to Roland’s world and testimony to the power of Stephen King’s storytelling magic.

REZENSION:

Als Stephen King den Revolvermann Roland durch die Wüste gehen ließ, um dem Mann in Schwarz zu folgen, war ihm sicherlich die daraus resultierende Tragweite dieses dabei entstehenden Epos noch bei weitem nicht bewusst. Mir ging es ganz ähnlich, da ich jedem weiteren Band entgegenfieberte und beinahe enttäuscht war, als es zu einem Ende fand. Dieses wiederum hatte nicht jedem gefallen, war aber meiner Meinung nach sehr stimmig und King hatte darauf auch bereits mehrmals dezent in diese Richtung hingewiesen. Die dahinter liegende Grundphilosophie lässt sich auch problemlos in unsere Zeit und Welt übertragen – doch dies soll hier keine Abhandlung des Dunklen Turms werden, sondern ein kurzer Blick auf ein bereits auf dieser Seite rezensiertes Werk in einer anderen Version hinweisen.
Wer hier auf hysterika ein wenig schmökert, wird schnell erkennen, dass es ein kleine Rezension zur deutsche Ausgabe dieses Buches gibt – bereits dort ließ ich mich euphorisch über diesen nachträglich entstandenen und als Zwischenband fungierenden Plot aus. Vor einiger Zeit wagte ich mich an die Originalausgabe und Mittwelt hatte mich wieder, auch wenn diese Episode dem Weg zum Turm nichts mehr hinzufügen kann. Vielmehr handelt es sich um eine Art Zwischenpart, in dem das ka-tet gezwungenermaßen zur Ruhe kommt und Roland die Gelegenheit nutzt und ihnen eine weitere Geschichte aus seinem Leben offenbart. Dabei entsteht zusätzlich eine Geschichte in der Geschichte in der Geschichte. Komplett durchwoben und rundum interessant bis hin zu märchenhaft.
Wer mit dem Dunklen Turm abgeschlossen hat, kann von diesem Buch problemlos die Hände lassen – da aber manch einer doch gerne mehr über Roland erfahren möchte oder einfach mal wieder kurz den Flair dieser Welt einatmen möchte, dem sei dieses ebenfalls hochwertige und kraftvolle Werk zu Herzen gelegt, da es der Figur des Roland noch mehr Tiefe verleiht, als er sowieso bereits inne hat.
Da ich in meiner englischsprachigen „Neuentdeckung“ des Turms der Reihe nach vorgehe, nutzte ich diese kleine Zwischenepisode als Aufheller, bevor ich mich im Anschluss nun wieder auf den gefahrvollen Weg in Richtung Turm machen werde und mit Wolves Of The Calla beginne.
Hysterika.de/JMSeibold/29.11.2020