Ernest Cline: Ready Player Two

Originaltitel: Ready Player Two
Aus dem amerikanischen Englisch von Sara Riffel, Alexandra Jordan und Alexander Weber
©2020  by Dark All Day, Inc.
Deutsche Erstausgabe
Für die deutschsprachige Ausgabe:
©2021 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.
ISBN 978-3-59670654–9
ca. 463 Seiten

COVER:

Eine unerwartete Quest.
Zwei Welten stehen auf dem Spiel.
ARE YOU READY?

Einige Tage nachdem er das Easter Egg von James Halliday gefunden und den Wettbewerb um die OASIS für sich entschieden hat, macht Wade Watts eine Entdeckung, die alles verändern könnte.
In einem seiner Tresorräume hat Halliday eine Technologie für ihn versteckt, die die OASIS noch wundervoller und suchterzeugender macht, als es sich Wade je hätte träumen lassen.
Doch gleichzeitig wird er vor ein Rätsel gestellt und muss ein weiteres Abenteuer bestehen. Es gilt ein letztes Easter Egg zu finden, das Halliday in der Oasis versteckt hat.
Und diesmal hat Wade einen Konkurrenten, der über Leichen geht. Er merkt bald, dass nicht nur sein eigenes Leben auf dem Spiel steht, sondern das von Millionen anderer Menschen, und vielleicht sogar das Schicksal der gesamten Welt.

REZENSION:

READY PLAYER ONE zeigte sich als unglaublich innovatives Werk mit einer grandiosen Grundidee, die sich als Zukunftsroman verkleidet, jedoch perfekt bereits in die heutige Zeit einfügt. Darüber hinaus konnte es generationenübergreifend begeistern, da neben der rasanten Geschichten eine unglaubliche Vielzahl an Reminiszenzen in längst vergangene Gaming-Zeiten vollzogen worden ist. Ich kann mich noch sehr gut an das regelmäßig aufkommende Schmunzeln erinnern – ausgelöst durch im Buch befindliche Gamingerlebnisse bei Spielen meiner Kindheit, die ich bis zu diesem Buch als bereits vergessen erachtete. READY PLAYER ONE hat dies alles und noch viel mehr hervorgehoben und sorgte durchgehend für Begeisterung. Gekrönt mit einem – zugegebenermaßen auf die jüngere Klientel zugeschnitten – rasant erzählten Film, der dem Buch von Ernest Cline in nichts nachstand.
READY PLAYER TWO versucht nun diesen Erfolg aufrecht zu halten. Nun haben Folgebände mehrere Möglichkeiten, um die bereits überzeugte Fangemeinschaft abermals für sich zu gewinnen: Zum Einen eine geschickte neue Idee in der gleichen Welt mit den gleichen Protagonisten unter Berücksichtigung, dass der im ersten Band aufgekommene Überraschungseffekt verloschen ist. Zum Anderen ein simples Aufwärmen, um exakt in die gleiche Kerbe zu stoßen. Nun, der zweite Weg ist der einfachere – leider wurde dieser von Ernest Cline gegangen.
Somit befinden wir uns abermals in einer Quest, die lediglich durch einen limitierenden Zeitfaktor eingegrenzt wird. Der Zeitfaktor soll den Thrill erhöhen – er sorgt aber auch dafür, dass man als Figur weniger nachdenken muss und als Leser recht früh vorhersagen kann, wie die Story wohl ausgehen wird. Wenn man bedenkt, dass im ersten Buch die Quest extrem lange andauerte und mit vielen Nachforschungen gespickt war, versucht Cline dies nun in gerade mal 12 Stunden.
Die Quest ist nahezu gleich gestrickt, wie in READY PLAYER ONE – somit hofft man auf ähnlich aufkommende Gedanken an die eigene Vergangenheit. Ernest Cline scheint jedoch eine weit jüngere Klientel hofieren zu wollen, denn bis auf ganz wenige Ausnahmen kannte ich in READY PLAYER TWO gar nichts mehr und somit verlor ich ansteigend mit der Seitenzahl den Bezug zu diesem Buch. Schade, da hier erheblich mehr möglich gewesen wäre.
Alles in allem schwebt READY PLAYER ONE in meinen Augen als Einzelband weiterhin ganz weit oben – READY PLAYER TWO ist nichts weiter als der Versuch, die selbe Geschichte mit einer Prise Geschwindigkeitserhöhung erneut zu erzählen.
hysterika.de / JMSeibold / 08.08.2021

Ernest Cline: Armada – Nur du kannst die Erde retten

Originaltitel: Armada
© 2015 by Dark All Day, Inc.
Für die deutschsprachige Ausgabe:
© 2017 S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt
ISBN 978-3-10-490195-4
ca. 320 Seiten (eBook)

COVER:

Zack Lightman ist ein Träumer und Geek. Seine Freizeit verbringt er am liebsten vor dem Computer, und richtig gut ist er nur in ›Armada‹, einem Virtual-Reality-Shooter, in dem eine außerirdische Spezies versucht, die Erde zu erobern. Damit ähnelt sein Leben zahlreicher anderer Gamer. Bis eines Tages ein echtes Alien-Raumschiff über seiner Heimatstadt auftaucht – und aus dem Computerspiel bitterer Ernst wird. Denn als sich die ersten Wellen außerirdischer Raumschiffe ankündigen, sind es allein die Gamer, die ihnen im Drohnenkampf gewachsen sind. Die besten unter ihnen werden von der Earth Defense Alliance angeworben und ausgebildet. Von einer geheimen Operationsbasis auf dem Mond aus führen Zack und seine Freunde einen Krieg, in dem es um das Schicksal der Erde geht.

REZENSION:

Bereits mit „Ready Player One“ zeigte Ernest Cline virtuos seine Leidenschaft für die 80er Jahre und der Welt der Computerspiele. Nun liegt sein neuestes Werk vor und erneut handelt es sich dabei um eine Art Science Fiction Roman, der jedoch gefühlt in unserer Zeit spielt und dabei nebenbei noch mit einer Vielzahl an Reminiszenzen in besagte 80er Jahre aufwartet.
In „Armada“ stellt sich relativ schnell heraus, dass das Zocken am Computer oder jeder beliebigen Konsole doch mehr Sinn zu haben scheint, als man bisher dachte. Handelt es sich dabei doch tatsächlich um einen Test einer geheimen Regierungsorganisation, die auf Basis der Bestenlisten neue, vielversprechende Rekruten ausbildet.
Diese sollen dabei nichts Geringeres vollbringen, als unsere Welt vor eindringenden Aliens zu retten.
Erneut ist die Geschichte von Ernest Cline sehr speziell. Während meiner Meinung nach sein Erstling „Ready Player One“ am Besten bei Lesern seine volle Wirkung entfalten kann, die bewusst die 80er Jahre selbst erlebt hatten, so funktioniert das interessanterweise im vorliegenden Werk mit Sicherheit hauptsächlich und uneingeschränkt bei der computerspielaffinen Klientel. Somit beinahe ein Buch für Nerds, deren Lebensinhalt das Zocken ist.
Nun gut, jetzt möchte ich dem Buch nicht ungerecht werden. Auch ich hielt es für ausreichend interessant, um nicht abspringen zu möchten. Nichts desto trotz erzählt Cline viele Teile seine Geschichte wie einen Plot direkt dem Konsolenbildschirm entsprungen. Manchmal könnte man dabei vergessen, dass einige als Spiel verpackte Sequenzen doch Real sein sollen.
Nichts desto trotz macht das Buch Spaß und sorgt mit der witzigen Darbietung für eine gute Unterhaltung. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass dieses Werk ebenfalls eines Tages als Film auf den Kinoleinwänden erscheinen wird. Die Geschichte wirkt bereits innerhalb der beiden Buchdeckel wie eine filmische Darbietung und kommt darüber hinaus mit einem beinahe typischen filmreifen Ende, welches dafür sorgt, dass man sich ein klein wenig Gedanken über die Menschheit im Allgemeinen macht.
Kurzum eine doch interessante, eingängig erzählte und irgendwie recht witzig anmutende SF-Story mit angreifenden Drohnen und einer dezenten Moral inklusive Hintertür – ab und an mit einer etwas leicht hervorsehbaren Entwicklung. Ein schöner Zeitvertreib, dennoch nicht ganz am ideenreichen Niveau von „Ready Player One“.
Jürgen Seibold/09.08.2017
Armada: Nur du kannst die Erde retten – KAUFEN BEI AMAZON

Ernest Cline: Ready Player One

readyplayer1©2011 Crown (P)2012 Random House Audio
Spieldauer: ca. 16 Stunden
Erzähler: Martin Bross

COVER:

Im Jahr 2044 hat die reale Welt für Wade Watts nicht mehr viel zu bieten. Daher flieht er – wie die meisten Menschen – in das virtuelle Utopia von OASIS. Hier kann man leben, spielen und sich verlieben, ohne von der bedrückenden Realität abgelenkt zu werden. Da entdeckt Wade in einem Online-Game den ersten Hinweis auf das enorme Erbe des verstorbenen Schöpfers von OASIS, das er in seiner Cyber-Welt versteckt hat. Plötzlich ist Wade eine Berühmtheit, aber er gerät auch ins Visier eines Killerkommandos – in OASIS und in der Realität. Wade weiß, dass er diese mörderische Hetzjagd nur überleben kann, wenn er das Spiel bis zu seinem ungewissen Ende spielt!

REZENSION:

Wir befinden uns im Jahr 2044 und die reale Welt liegt im Großen und Ganzen brach. Diesmal jedoch nicht aufgrund einer Apokalypse sondern eher geprägt durch Armut und dem Fliehen in eine digitale Welt, denn viele Jahre zuvor entwickelte sich eine Cyber-Welt namens OASIS, die zum Lebensinhalt für die meisten Menschen geworden ist. Dies spitzt sich zu, als der Entwickler von OASIS – James Halliday – stirbt und online sein Vermächtnis verkündet: Er ruft ein Spiel aus innerhalb der OASIS, dessen Gewinner das gesamte Vermögen Hallidays bekommen wird. Die Jagd nach diesem Easteregg steigt ins Unermessliche und die gesamte Welt versucht diesen Schatz zu entdecken.
Bereits im ersten Kapitel erfahren wir, wer Sieger dieses Rennens sein wird – die Geschichte erzählt ab diesem Augenblick den Weg dorthin.
Selbstverständlich gibt es auch eine Hetzjagd einer sehr mächtigen Organisation innerhalb dieser Spielewelt, die auch vor Anschlägen keine Rücksicht nimmt.
Wade Watts, ein 18-jähriger Junge, spielt die Hauptrolle in diesem Debütroman von Ernest Cline und zusammen mit ihm befinden wir uns hauptsächlich in dieser digitalen Welt auf der Suche nach dem sagenhaften Gewinn.
Ready Player One ist dabei sprachlich sehr einfach erzählt und besteht fast nur aus Reminiszenzen der 80er Jahre. Dieser Umstand macht diese doch recht simpel gestrickte Geschichte sehr interessant, sofern man ein Kind der 80er ist und man mit dieser Vielfalt an Informationen der damaligen Zeit etwas anfangen kann. Ist man selbst ein mit dem C64 aufgewachsenes Kind und schwelgt man noch an Erinnerungen zu Filmen wie Wargames, Die Ritter der Kokosnuss und weiteren gesehenen, gehörten und gelesenen Erlebnissen dieser Zeit, so bleibt einem beim Genuss dieses Buches nichts anderes übrig, als immer mal wieder vor sich hinzuschmunzeln und die Gedanken in die damalige, selbst erlebte, Zeit schweifen zu lassen. Ready Player One lebt hauptsächlich von diesem Umstand. Somit wird es dem Roman sehr schwer fallen, jemandem zu gefallen, der diese Zeit nur vom hören-sagen kennt.
Ready Player One erzählt die Geschichte eines Jägers und lässt auch seine erste Verliebtheit ein wenig aufflammen. Die Jagd nach dem Easteregg zieht sich über einen sehr langen Zeitraum, um dann plötzlich durch das erste Erscheinen Wade Watts auf dem Siegerboard an Geschwindigkeit zuzunehmen. Die Ereignisse spitzen sich zu und man taucht immer mehr in diese rein digitale Welt hinein. Ready Player One ist dabei durchweg ein reiner Unterhaltungsroman, der nur am Rande eine kleine Kritik aufkommen lässt.
Durch die sehr eingängige und relativ einfach gehaltene Erzählweise des Autors lässt sich das Buch sehr gut lesen und man erhält einige Stunden reiner Unterhaltung. Wie gesagt: Der Inhalt ist durchweg 80er Jahre lastig und dies könnte auch der einzige Grund sein, ob jemandem das Werk gefällt oder eben nicht. Jedem 80er-Jahre-Nerd sei es jedenfalls sehr empfohlen, da man sich bestimmt selbst mit dem ein oder anderen genannten Spiel die Nächte um die Ohren gehaut hat und die Jagd nach dem Easteregg dadurch sehr oft direkt vor den Augen des Lesers erscheint.
Mir hat das Buch jedenfalls außerordentlich gut gefallen – es stellt sich aber gleichzeitig die Frage, ob der Autor auch mit weiteren Werken den Leser so geschickt an der Hand nehmen kann.
Noch ein kleiner Hinweis: Ich genoß dieses Werk als Hörbuch und man kann diesem sehr gut folgen, was wohl durch die sprachliche Einfachheit und auch ganz besonders dem sehr gut klingenden Erzähler geschuldet ist.
Jürgen Seibold/16.10.2015
Ready Player One: Roman BUCH KAUFEN BEI AMAZON
Ready Player One HÖRBUCH KAUFEN BEI AMAZON