Maxime Chattam: Alterra – Im Reich der Königin

Originaltitel: Autre Monde: Malronce
Aus dem Französischen von Maximilian Stadler und Nadine Püschel
Deutsche Erstausgabe August 2010
c 2009 by Editions Albin Michel, S.A. – Paris
c 2010 der deutschsprachigen Ausgabe by PAN Verlag.
ca. 390 Seiten

COVER:

Matt, Ambre und Tobias – die Gemeinschaft der Drei – haben auf einer Insel Zuflucht gefunden, wo sie von einer Gruppe Kinder aufgenommen wurden, die sich selbst “Pans” nennen. Doch nun nähert sich aus dem Norden ein bedrohliches Schattenwesen, das in Matts Träume und Gedanken eindringen kann, während aus dem Süden eine ganz andere gefahr droht: Die schreckliche Königin Malronce schickt ihre Soldaten aus, um gnadenlos Jagd auf die Pans zu machen – und Matt in ihre Gewalt zu bringen.

Um seine Freunde nicht zu gefährden, beschließt Matt, die Insel zu verlassen und einen Weg zu finden, in der Wildnis zu überleben. Doch das lassen seine besten Freunde nicht zu: Sie werden mit ihm gehen, mit ihm kämpfen und allen Gefahren gemeinsam trotzen. Ihre Freundschaft, ihr Mut und ihr Zusammenhalt werden jedoch auf eine harte Probe gestellt.
Denn auf ihrer Flucht geraten sie in den schier undurchdringlichen Blinden Wald. Überdimensionale Tiere und riesige Pflanzen versetzen das Trio in Angst und Schrecken. Dann tauchen ameisenartige Wesen auf, die in einer Festung in den Wipflen der Bäume hausen und dort mit Luftschiffen navigieren. Wie es aus dem Nichts werden Matt, Ambre und Tobias plötzlich in die Höhe katapultiert: Sie sind Gefangene …

REZENSION:

Im Herbst 2009 war Maxime Chattams erster Band um die Gemeinschaft der Drei der Eröffnungsband eines neuen Verlagszweiges von Knaur: dem PAN-Verlag.
Dieser hat sich bereits durch weitere Veröffentlichungen einen guten Namen gemacht und scheint auch ohne jegliche Qualitätseinbüßung diesen Erfolg fort zu schreiben.
Die Gemeinschaft der Drei zeigten sich im ersten Band durch besonders dramatische Ereignisse konfrontiert – wurde ja nahezu fast jeder Erwachsene von der Erdoberfläche getilgt.
Diese Dramatik  – die insbesonders durch ihre theoretische Realität wirkt – kann im vorliegenden, zweiten Band nicht mehr zur Gänze erreicht werden. Nichts desto trotz strickt Chattam die Geschichte um die drei Freunde geschickt und einem Fantasyroman entsprechend weiter, ohne je deren Ursprung zu vergessen.
Die Gefahren nehmen erheblich  zu und ein Krieg zwischen den Erwachsenen Zyniks (der Name spricht Bände) und den jungen Pans zeichnet sich mehr und mehr ab. Dieser wird im dritten Band unvermeidlich sein – und nach dem Genuß dieses gelungenen Fantasybuchs, das sowohl für den jugendlichen als auch erwachsenen Genießer geeignet scheint, freue ich mich schon auf Band drei, der im Herbst diesen Jahres erscheinen soll.
Nur weiter so!
Jürgen Seibold/12.02.2011

Maxime Chattam: Alterra – Die Gemeinschaft der Drei

Originaltitel: Autre Monde, L’Alliance des Trios
Aus dem Französischen von Maximilian Stadler und Nadine Püschel
c 2008 by Editions Albin Michel
c 2009 der deutschsprachigen Ausgabe by PAN Verlag.
ca. 390 Seiten / € 16,95

COVER:

Niemand sah ihn kommen, plötzlich war er über der Stadt: ein unheimlicher, eisig kalter Sturm. Als der 14-jährige Matt die blauen Blitze bemerkt, will er seine Eltern warnen – doch zu spät: Matt wird von einem Blitz getroffen und verliert das Bewusstsein. Als er wieder aufwacht, ist er allein. Seine Eltern sind verschwunden, ebenso die Nachbarn und die Menschen auf den Straßen … Was ist geschehen?
Zusammen mit seinem Freund Tobias macht sich Matt auf die Suche nach weiteren Überlebenden. New York wirkt menschenleer – doch sie sind keineswegs ganz allein: Seltsame Wesen mit gleißenden Augen jagen sie, und ihnen bleibt nur die Flucht aus der Stadt.
Die Welt, die Matt und Tobias nun betreten, ist gefährlich und wild geworden. Zuflucht finden sie schließlich auf einer abgelegenen Insel im Westen, bei einer Gruppe von Kindern, die sich “Die Pans” nennen. Und Ambre, ein ebenso schönes wie kluges Mädchen, wird den Jungen schnell zu einer unverzichtbaren Freundin.
Als “Die Gemeinschaft der Drei” wollen sie sich den Gefahren der neuen Welt stellen und die Pan-Gemeinschaft vor dem Untergang retten. Denn vom Norden aus nähert sich ein bedrohlicher Schatten, und die einzigen Erwachsenen, auf die die Kinder noch stoßen, sind zu Kinderjägern geworden …

REZENSION:

Maxime Chattam eröffnet mit „Alterra“ den neu gegründeten PAN-Verlag, der sich unter der Hoheit von Knaur wohl in erster Linie um die fantastischen Seiten der Literatur kümmern wird. Hierbei liegt der Fokus auf die jugendliche Klientel – dies jedoch in einer Wertigkeit, die sicherlich auch jeden erwachsenen Freund der fantastischen Leseecke uneingeschränkt überzeugen kann.
Chattam lässt in seinem Buch fast die ganze Welt draufgehen – durch einen Sturm mit dazugehörigen, zielgerichteten Blitzen werden fast alle Erwachsenen von der Erdoberfläche getilgt. Lediglich Kinder und Jugendliche bleiben von diesem ersten Schub verschont. Diese müssen sich nun den folgenden Gefahren stellen und nebenbei zeigen, dass sie für die weitere Zukunft unseres Planeten verantwortlich sind.
Das Buch strotzt förmlich vor Ideenreichtum und lässt sich durch die sehr eingängige und unterhaltsame Sprache wunderbar lesen. Die Kapitel sind – wie oft bei Jugendbüchern sehr häufig – relativ kurz gehalten, was unwahrscheinlich dazu verleitet, in jeder freien Minute erneut zu dem genialen Buch zu greifen. Die Geschichte ist durchsetzt mit fantastischen Elementen und kann uneingeschränkt überzeugen. Das unvermeidliche Ende des Buches klingt ein wenig nach einer möglichen Fortsetzung – und ehrlich gesagt: Ich hoffe darauf…
Anfangs macht der Autor darauf aufmerksam, dass es sich um ein Zauberbuch handelt, welches nur von Personen, die ihre Fantasie nicht verloren haben zu genießen ist – daran möchte ich mich anschließen und somit ist „Alterra“ ein vermeintliches Jugendbuch, das ohne jegliche Einschnitte ebenso für den fantasievollen Erwachsen zu empfehlen ist. Alle anderen Lebewesen, die ihre kindliche Fantasie verloren haben, sind in vielen Fällen eher zu bemitleiden und können solche interessanten Werke unter Umständen nicht vollumfänglich genießen.
Jürgen Seibold/18.01.10