King, Stephen / Chizmar, Richard: Gwendys Wunschkasten

Originaltitel: Gwendy’s Button Box
Aus dem Englischen von Ulrich Blumenbach
©2017 by Stephen King und Richard Chizmar
© 2017 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-43925-2
ca. 127 Seiten

COVER:

Wiedersehen mit Castle Rock

Die kleine Stadt Castle Rock in Maine hat die seltsamsten Dinge erlebt. Warum sollte es der jungen Gwendy anders ergehen? Eines Tages schenkt ein schwarz gekleideter Unbekannter ihr einen Holzkasten mit lauter Schaltern und Hebeln. Wozu er dient? Gwendy probiert es aus, und ihr Leben verändert sich von Grund auf.

REZENSION:

Mit Gwendys Wunschkasten kommt eine in meinen Augen sehr kurze Geschichte von lediglich knappen 130 Seiten auf den Markt. Die Bindung als Hardcover wirkt handlich und macht sich gut im Stephen-King-Regal.
Bei dieser Seitenzahl kann natürlich der normalerweise ausschweifend erzählende Autor nicht ausholen, wie man es von ihm kennt und zu schätzen weiß.
Bereits nach einigen Seiten musste ich schmunzeln, da Gwendy von einem Fremden namens Richard Farris einen Kasten mit Tasten bekommt. Nun, wer King kennt, weiß, das er gerne mit seinen Figuren bücherübergreifend spielt und sogar in Initialen Bedeutungen verborgen sind. Nun, Richard Farris = R.F. = Randall Flagg. Somit scheint sich hinter diesem Kasten sicherlich mehr zu verbergen, als es oberflächlich den Anschein zu haben scheint.
Die Story selbst ist eine wunderschöne Parabel über das Erwachsenwerden (wohl eine Leidenschaft Kings), als auch über die auftretenden Probleme beim Übernehmen von großer Verantwortung.
Sicher, durch die begrenzte Seitenzahl kann hier nicht allzu sehr ausgeholt werden, dennoch war es wieder einmal ganz schön, nach Castle Rock zurück zu kommen.
Gwendys Wunschkasten ist jedenfalls ein gelungenes Häppchen, bevor man sich dem nächsten 1000-Seiten-Blocker Kings widmet. Das Ende ist diskussionswürdig, aber auch wieder typisch für einen King.
Gwendys Wunschkasten besitzt einen dezenten Grusel, regt zum Nachdenken an und sorgt für ein behagliches Wiedersehen mit der fiktiven Stadt. Ein, zwei Verweise auf andere Werke konnte der Autor trotz der kurzen Möglichkeit auch noch hinterlassen.
Ein nettes, kleines Büchlein mit einer Geschichte, die mich ausreichend überzeugen konnte. Es gibt schlechtere King-Kurzgeschichten, aber es gibt auch bessere. Nichts desto trotz konnte Gwendys Wunschkasten überzeugen und ich freue mich bereits auf den Genuss seines neuesten Romans.
Jürgen Seibold/17.12.2017

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