Martin S. Burkhardt: ausradiert

burkhardt_ausradiert© 2016 Luzifer-Verlag
ISBN 978-3-95835-110-3
ca. 316 Seiten

COVER:

Wie fühlt sich jemand, der auf einen Schlag für die gesamte Welt unbekannt geworden ist, an den sich weder die eigene Freundin noch die Kollegen erinnern?
Genau das passiert Moritz.
Als er kurz darauf von nebulösen Erscheinungen angegriffen und beinahe getötet wird, ist das erst der Anfang eines schrecklichen Albraumes…

REZENSION:

Beim Lesen der Coverbeschreibung dachte ich als Erstes an die üblichen Geschichten, in denen jemandem seine eigene Identität geklaut wird und er daraufhin allumfassende Probleme in seinem Leben bekommt. Sind wir doch angewiesen auf digitale Informationen, sei es die EC-Karte, staatliche Identitäten, etc.
Martin S. Burkhardt geht aber doch gänzlich anders vor: Moritz wird einfach nicht mehr erkannt! Ganz egal, ob es sich um seine Arbeitskollegen handelt oder gar um seine Freundin.
Dieser Umstand belebt das Buch ungemein, denn es fesselt einen als Leser förmlich, mit welchen Problemen Moritz hierbei zu kämpfen hat.
Ab und an unterlaufen dem Autor dabei aber ganz kleine Fehler, bzw. hätte ich eine andere Erwartung gehabt. Als Beispiel sei hier das Problem genannt, als Moritz’ Schlüssel nicht mehr in sein eigenen Wohnungsschloss passt. Der Anruf beim Vermieter führte zu keinerlei Problemen – ich rechnete damit, dass Moritz auch dort nicht mehr als Mieter bekannt ist und deswegen das Schloss nicht zu öffnen ist.
Dies ist aber wohl der Geschichte geschuldet oder einfach nur ein kleiner Lapsus. Nichts desto trotz ist “ausradiert” ein geschickt geschriebener Thriller mit einem schlussendlichen Drift in Richtung Fantasy. Mit sowas kann man mich problemlos überzeugen, da ich Genreüberschreitungen einfach liebe.
Martin S. Burkhardt schreibt sehr eingängig und überzeugend. Die Spannung wird geschickt aufrechterhalten und man könnte noch ewige Seiten lang über die resultierenden Probleme Moritz bei der Suche nach Verständnis und Verstehen folgen.
Ab und an ist die Story ein wenig konstruiert und manchmal hatte ich mit meiner gedanklichen Vorhersage auch recht, dies wirkt sich aber nicht wirklich störend aus und somit ist Burkhardt erneut ein ziemlich guter Thriller mit fantastischen Elementen gelungen.
Ich bin jetzt schon gespannt, welche weiteren Buchideen noch von diesem Autoren zu erwarten sind.
Jürgen Seibold/15.03.2016
Ausradiert: Roman KAUFEN BEI AMAZON

Martin S. Burkhardt: Auf Leben und Tod

Burkhardt_LebenTod©2015 Luzifer-Verlag
ISBN 978-3-95835-114-1
ca. 283 Seiten

COVER:

Henry, ein gewalttätiger, kaputter Mann, besitzt geeignete Räume. Er fängt Frauen und Männer ein und zwingt sie in seinen unterirdischen Katakomben zum Sex.
Eine neue Generation wächst heran, die das Tageslicht niemals gesehen hat. Bereits von klein auf müssen die Kinder lernen, sich zu behaupten. Henry ist ein Fan von brutalen Ultimate-Kämpfen und möchte diese Kämpfe zum Mittelpunkt seines unterirdischen Reiches machen.
Aus den Kindern werden im Laufe der Jahre Jugendliche. »Einfache« Kämpfe reichen Henry nicht mehr aus. Von nun an geht es auf Leben und Tod.

REZENSION:

Henry gründete seine eigene Welt. Hier kann er König seiner Untertanen sein. Hier zählen nur seine Gesetze und jeder hat sich ihm unter zu werfen. Henrys Herrschaft fusst auf brutalen Kämpfen zwischen seinen Untertanen, die auf Leben und Tod durchgeführt werden. Die jeweilige Gewinnerin darf dafür in seine Gemächer. Henrys Welt lässt sich somit kurz mit den Worten Gewalt, Sex, Abhängigkeit beschreiben.
Doch warum ist Henry König seines eigenen Volkes? Warum ist Henry zu dem geworden, was er hier in der heutigen Zeit darstellt?
Diese Fragen werden von Martin S. Burkhardt in seinem Buch “Auf Leben und Tod” ganz geschickt dargestellt und beantwortet. Burkhardt verwendet dabei mehrere Zeitstränge und somit lernen wir nicht nur Henry als König seines unterirdischen Reiches kennen, sondern erfahren auch sehr viel über seine Kindheit, die beinahe ausschließlich von harter Arbeit auf dem elterlichen Hof geprägt war. Hinzu kam der Umstand, dass er es seinem Vater niemals recht machen konnte, dies mit Gewalt vermittelt worden ist. Die leibliche Mutter stellte sich auch nicht gerade als helfender Anker heraus – stand sie ihrem Mann doch in nichts nach; weniger mit Schlägen, dafür mit sexuellem Missbrauch.
Eine Kindheit, bei der sich dem Leser immer wieder die Nackenhaare sträuben. Dennoch wird einem bewusst, dass Henry es nur so kennt und er somit in eine ähnlich gelagerte Gesinnung wandern wird.
Jedesmal, wenn er wenige Minuten für sich hatte, flüchtete er sich in ein Buch über einen König und baute sich gedanklich auf dessen Basis sein eigenes Königreich auf. Dies Drang verstärkte sich und schon fand er sich mit seinem Freund beim Entführen von jungen Damen, die sie in ihrem Versteck missbrauchten und gleichzeitig Basis für das neue Königreich werden sollten.
Martin S. Burkhardts Geschichte ist brutal, abgefahren aber dennoch nachvollziehbar und entwickelt einen Sog als auch eine Dramatik, deren man sich nicht mehr entziehen kann.
Ein Buch zum Verschlingen. Sehr gerne hätte ich mich länger in der Kindheit Henrys aufgehalten. Der Aufbau der Zeitstränge ist aber ein geschicktes Mittel zur Vermittlung der Zusammenhänge. Sicherlich gab es den ein oder anderen Punkt, bei dem sich vor meinem geistigen Auge Fragezeichen entwickelten – diese blieben aber blass genug, um sie auszublenden. Damit konnte ich einfach dieser spannenden Geschichte weiter folgen. Zum Schluss hin wurde es mir fast ein wenig zu rasant in der Auflösung für die Untertanen. Hier hätte man fast noch einen zweiten band nachlegen können.
Alles in allem erneut ein sehr interessanter Plot Burkhardts. Gelungene Unterhaltung – jedoch nichts für zartbesaitete Seelen, denn der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund. Zum Glück bin ich bei Büchern nicht zartbesaitet und kann somit solchen guten Büchern problemlos folgen.
Jürgen Seibold/20.02.2016
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Martin S. Burkhardt: ruhiggestellt

burkhardt_ruhig© 2014 at Bookshouse Ltd.
ca. 317 Seiten

COVER:

Ein gemütliches Wochenendfrühstück mit seiner Familie wird zum Beginn eines Albtraums. Lenny Eggert kommt ein unheilvoller Verdacht, als das Wasser einfach nicht kochen will. Ist eine Substanzabsichtlich ins Leitungswasser gegeben worden, um den bevorstehenden G-8-Gipfel zu sabotieren? Hinter Lennys Wohnsiedlung liegt das Schlosshotel, in dem das Treffen stattfindet.
Es kommt weitaus schlimmer als befürchtet. Nachdem Versuchstiere zunächst nur apathisch in ihren Käfigen lagen, haben sie sich tags darauf gegenseitig zerfleischt. Übrig geblieben sind nur die Stärksten. Wie viele Menschen haben bereits das Wasser getrunken? Eine Katastrophe steht bevor. Lenny hat nur noch einen Gedanken: Er muss seine Familie schützen und die Menschen warnen – doch er gerät in ein Netz aus Vertuschung und Desinteresse – und plötzlich befindet er sich auf der Flucht vor Auftragskillern.

REZENSION:

“ruhiggestellt” ist bereits das dritte Buch von Martin S. Burkhardt, welches seinen Weg in meine Hände gefunden hat. Die noch sehr positiven Erinnerungen an die beiden bereits gelesenen Bücher “Parkdeck B” und “Seelentausch” ließen mich nicht lange zögern, auch “ruhiggestellt” sogleich auf gelungene Unterhaltung hoffend zu öffnen.
Wie sich bereits nach wenigen Seiten herausstellen sollte, schaffte es der Autor auch diesmal nicht, mich nicht zu überzeugen – entsteht doch vor des Lesers Augen ein durchweg spannender Thriller mit einer interessanten Sabotageidee. Ich kann mich noch wage an ein früheres Werk eines Autors erinnern, in dem auch durch Substanzen im Wasser Auswirkungen auf Personen vorgenommen wurden – in “ruhiggestellt” ist dies aber keineswegs als Vorlage genommen worden, da die Geschichte viel zu stark von sich selbst lebt.
Sehr positiv ist auch der Umstand, dass sich ein Autor nun einfach mal traut, seine Geschichte in unseren Gefilden zu lokalisieren – dieser Umstand erhöht sogar die Brisanz, da man nicht aus der Ferne betrachtet, sondern sich sehr gut die Klüngelei eines örtlichen Bürgermeisters und die Unverfrorenheit eines Innenministers vorstellen kann.
“ruhiggestellt” überrascht mit einigen interessanten Gedankengängen und Drifts, die das vom Leser angedachte Ziel korrigieren und in andere Bahnen lenken.
Martin S. Burkhardt hat somit erneut ein absolut eingängiges und interessantes Werk vorgelegt, dessen Sprache und Vorgehensweise durchweg stimmig ist und mich als Leser einfach nur noch überzeugen konnte. Im Genre der Thriller wirkt es beinahe als “klassisch”, aber genau das sorgt für spannende Thrillerunterhaltung eines Autoren, der erfreulicherweise wohl nicht nur einmal zu überzeugen weiß.
Jürgen Seibold/09.11.2014
Ruhiggestellt – KAUFEN BEI AMAZON

Martin S. Burkhardt: Parkdeck B

ParkdeckB© 2014 Martin S. Burkhardt
ISBN 978-1496022585
ca. 219 Seiten

COVER:

Lars Kleidenau geht es doppelt schlecht: Seine Nahrungsmittelallergie löst immer schwerwiegendere Schockzustände aus, und seine Firma steht am Abgrund. Sein langjähriger Freund Carl beschließt, Lars zu helfen und in ein Geheimnis einzuweihen. So erfährt Lars von einer Parallelwelt, die unserer Welt abgesehen von zwei Ausnahmen exakt gleicht: Man ist unserer Zeit um mehrere Stunden voraus, und die Charaktereigenschaften der Personen sind gegensätzlich. Anfangs sind die Besuche in dieser anderen Realität harmlos, doch nach und nach gerät Lars in Verstrickungen, erfährt erschreckende Details über seine Frau und bringt sich und andere Menschen in Lebensgefahr.

REZENSION:

Wenn man sich vorstellen würde, man könnte in die Zukunft sehen, ist man sogleich bei fern entfernten Begebenheiten, die man beeinflussen möchte oder anderweitige Auswirkungen in sich haben.
Martin S. Burkhardt bietet uns in seinem Buch PARKDECK B eine Parallelwelt, in der man lediglich zwei Stunden in der Zukunft auftaucht.
Klingt nicht gerade sehr dramatisch – ist man aber Inhaber einer Firma, die sich mit kurzfristigen Börsendeals beschäftigt, helfen auch zwei Stunden bereits ungemein. Aus diesem Grund zeigt Carl seinem Freund Lars auch den Übertrittspunkt im Hause Lars’, anhand dessen er in diese dezente Zukunftswelt einsteigen kann.
Lars nutzt diese Gelegenheit auch gezielt, um in sein Haus – zwei Stunden später – ein zu steigen, die Börsenkurse im Internet zu prüfen und dadurch seine Firma wieder in Richtung schwarze Zahlen zu bringen.
Der Umstand, dass die Charaktereigenschaften der in dieser Parallelwelt lebenden Personen entgegengesetzt zu unserer Welt sind, macht prinzipiell nichts aus, da Lars durch diese kurzen Trips keinerlei Berührung zu anderen Personen haben sollte.
Martin S. Burkhardt könnte nun durch diesen Umstand sich über hunderte von Seiten darüber auslassen, wie Lars seine Firma rettet und was ein kurzer Blick in die nahe Zukunft so bringen könnte.
Dies lässt der Autor jedoch nicht zu – er streift diese Firmenrettung eher nebensächlich und lenkt seinen Roman in eine andere Richtung.
Ab diesem Augenblick erkennen wir, dass Lars’ Nahrungsmittelallergie durch seine Ehefrau ausgenutzt wird und er im Gegenzug feststellt, dass die Charaktereigenschaften seiner theoretischen Ehefrau in der Parallelwelt eher seinem Ideal entsprechen, denn seine “richtige” Frau.
Ich würde nun sehr gerne ein klein wenig weiter erzählen, befürchte aber, ab diesem Augenblick mit dem allumfassenden “Spoilern” zu beginnen – möchte aber noch anbringen, dass sich nun der Roman in Richtung eines Thrillers unter Verwendung zweier Parallelwelten bewegt.
Sicherlich geht man als Leser davon aus, dass Lars’ Plan nicht positiv ausgehen kann – nichts desto trotz befindet man sich nun in einem Sog, der durchweg zu überzeugen weiß und geschickt aufgebaut ist.
Ursprünglich dachte ich, es handelt sich bei Parkdeck B um einen Krimi und war dementsprechend voreingenommen – erfreulicherweise musste ich feststellen, dass es sich bei Parkdeck B um einen ausgemachten Thriller mit Integration einer dezenten Zeitreise handelt; was diesem Roman durchweg nur gut tut.
Die Idee hätte prinzipiell Potenzial für einen Roman, der erheblich länger als diese etwa 220 Seiten ist – in diesem Fall passt es aber im Großen und Ganzen ganz gut, da Martin S. Burkhardt den Leser bei der Hand nimmt und nahezu problemlos zu unterhalten weiß. Man ist zwar trotzdem ein klein wenig enttäuscht, wenn man bei der letzten Seite ankommt – aber: ein positiveres Zeichen kann man als Leser ja eigentlich nicht abgeben.
Kurzum: Ein sehr interessanter Thriller auf Basis einer ebenso interessanten und unterhaltsamen Idee – sehr empfehlenswert.
Parkdeck B – KAUFEN BEI AMAZON

Martin S. Burkhardt: Seelentausch

Burkhardt_Seelentausch© 2013 Verlag Jürgen Wagner
Südwestbuch / SWB-Verlag, Stuttgart
ISBN 978-3-942661-55-3
ca. 292 Seiten / € 12,50

COVER:

Als Peter plötzlich von grauenvollen Visionen heimgesucht wird, kommt seine Freundin Maren einem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur, das die beiden weit in die mörderische Vergangenheit des Großvaters, in geheimnisvolle finnische Wälder und auf den unheimlichen Grund ihrer Seele führt.

REZENSION:

Die Coverbeschreibung wird dem vorliegenden Buch wahrlich in keinster Weise gerecht. Hierdurch ist man ein wenig abgelenkt – liest man jedoch das Buch, ist man urplötzlich überrascht, einen Weg zu beschreiten, der von Belletristik über Thriller bis hin zu Horrorelementen führt.
In SEELENTAUSCH erleben wir die Geschichte Peters, der plötzlich von Visionen heimgesucht wird und dabei geistig in den Körper seines Großvaters schlüpft, um gewisse Erlebnisse im Kriegsgeschehen des zweiten Weltkrieges nahezu real wirkend mit zu erleben.
Nach und nach stellt sich heraus, dass hierbei ein wenig mehr dahinter steckt und die gesamte Familie Peters voll dunkler Geheimnisse steckt.
Durch seine Visionen geplagt öffnet sich für Peter eine Tür, die ihn zur Erkenntnis führt, dass sein Großvater gemeinsam mit seinem Freund während des Krieges einen Pakt mit einem Wesen eingegangen sind – dieser Pakt sollte zu einem Seelentausch führen und somit die beiden Kriegskameraden unsterblich machen.
Diese leicht “Mephistopheles-angehauchte” Geschichte ist durchweg eingängig und glaubwürdig erzählt. Absolut gelungen finde ich den Übergang von den momentanen Erlebnissen Peters in die damaligen Geschehnisse in seines Großvaters Körper – diesen Übergang kreierte der Autor jeweils innerhalb eines Kapitels, womit man durch dieses sanfte und dennoch plötzliche Hineintauchen in eine andere Zeit die Visionen ungebremst miterlebt. Diese Vorgehensweise lässt den Leser tief eintauchen in die Gefühlswelt Peters und man kann sich der gesamten Geschichte nicht mehr entziehen. Sicher, einige Elemente sind ein klein wenig vorhersehbar – aber dieser Gedanke taucht viel zu dezent auf, um dem Buch als Negativpunkt anlasten zu können. Martin S. Burkhardt kommt mit einer absolut gelungenen Idee auf den Markt und sorgt für eine wohlige Spannung, die sich langsam aber beständig steigert und trotz der dann folgenden Horrorelemente nicht einmal ein klein wenig an Glaubwürdigkeit verliert.
In meinen Augen ein absolut stimmiger Thriller-Horror-Roman, der nicht allzu blutig herüberkommt aber den Leser durchweg zu unterhalten weiß. Durch das langsame Integrieren des Horrors könnte SEELENTAUSCH auch ein perfektes Lesefutter für Neulinge dieses Genres sein.
Jürgen Seibold/01.05.2013

 

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