Andreas Brandhorst: Das Erwachen

©Piper Verlag GmbH, München 2017
ISBN 978-3-492-06080-6
ca. 736 Seiten

COVER:

Kenia. Ein unscheinbarer Computer wird von einem Virus befallen. Ein kleines Programm, das sich rasend schnell im Internet ausbreitet und unzählige Rechner auf der ganzen Welt miteinander vernetzt. Überall kommt es zu Störfällen, die Stromversorgung bricht zusammen. Alles, was am Internet hängt, gerät außer Kontrolle. Die Regierungen beschuldigen sich gegenseitig, die Staaten geraten an den Rand eines globalen Krieges. Der Hacker Alex Krohn und seine Verbündete Giselle suchen nach einem Weg, das Virus aufzuhalten. Doch dabei entdecken sie etwas viel Größeres: Der Moment, vor dem die Wissenschaftler immer gewarnt haben, ist gekommen – die erste Maschinenintelligenz ist erwacht …

REZENSION:

Es gibt eine ganze Reihe an Büchern und Filmen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, auf Basis der aktuellen Forschungen den mahnenden Finger zu heben. Teilweise gut verkleidet als dystopische Werke, teilweise sehr detailverliebt und erklärend. Viele davon konnten mich zwar sehr gut unterhalten, dennoch konnten sie die auftretende Gefahr nicht ausreichend genug widerspiegeln, um den mahnenden Finger im Gedächtnis des Lesers bzw. Betrachters bei zu behalten.
Nun nimmt sich Andreas Brandhorst dem Thema der Maschinenintelligenz an. Bisher eher bekannt als herausragender Science-Fiction-Autor schweift er mit seinem neuesten Werk namens “Das Erwachen” in das Genre des Thrillers ab.
Brandhorst ist mir dabei bekannt als ein Autor, der sich die Arbeit nicht allzu einfach macht. Dementsprechend gut sind sämtliche seiner Werke recherchiert und ich fragte mich oft, warum er sich für seine Zukunftsszenarien soviel Mühe macht – könnte er doch einfach alles erfinden, wie er es denn möchte. Wohl deshalb sind seine SF-Romane jedoch so angesehen, wirkt doch seine Technik und insbesondere die von ihm jeweils verbreiteten philosophischen Gedanken sehr dicht gewebt und klar herausgestellt.
Nun also ein Roman, der in etwa in unserer Zeit spielt und dabei die technische Abhängigkeit innerhalb eines Thrillers zum Thema hat.
Mal davon abgesehen, dass die reinen Thriller-Elemente dem Genre entsprechen und dadurch ab und an vorhersehbar sind, wirkt “Das Erwachen” insbesondere durch die detaillierte Ausführung Brandhorsts in Bezug auf die Entstehung der Maschinenintelligenz und ganz besonders unserer Abhängigkeit zur heutigen Technik.
Man könnte sich eigentlich ruhig zurücklehnen und sich keine Gedanken darüber machen, wenn plötzlich in der Vielzahl an vernetzten Rechnern ein Virus dafür sorgt, dass sich eine Maschinenintelligenz bildet. Wenn man jedoch ein klein wenig mehr darüber nachdenkt – wozu dieses Buch hervorragend hilft – erkennt man sehr deutlich, dass sich erheblich mehr dahinter verbirgt als lediglich ein eventuell nicht mehr vorhandenes Internet. Sind doch mittlerweile fast alle von uns genutzten Geräte, Verkehrsnetze, Kraftwerke und vieles mehr miteinander verbunden – welche Macht würde dadurch entstehen, wenn diese plötzlich jemand autark steuern könnte? Noch schlimmer: Was wäre, wenn es sich dabei um eine lernende Maschine handelt, die nicht wirklich Rücksicht auf die auf diesem Planeten lebende, menschliche Spezies nehmen muss.
Brandhorst lässt einen dementsprechend mitfiebern und man hofft, das die Menschheit irgendwie noch die Kurve bekommen wird.
Brandhorst wäre natürlich nicht Brandhorst, wenn er nicht auch ein wenig philosophieren könnte und seine “Endlösung” sorgt definitiv für einige tiefgehende Gedanken nach Beenden des Buches. Wäre wahrlich schön, wenn es wirklich so funktionieren könnte – aber macht euch selbst ein Bild.
Alles in allem ein wirklich außerordentlich gut geschriebener Thriller, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Normalerweise würde ich Brandhorst bitten, weiter in seinem Genre zu schreiben – nun muss ich das revidieren und würde mich auch über weitere Bücher aus dem Thriller-Genre von ihm freuen. Bin mal gespannt, welche Ideen dieser Autor noch aufweisen kann.
Jürgen Seibold/02.10.2017
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Andreas Brandhorst: Das Arkonadia-Rätsel

©2017 Piper Verlag GmbH, München/Berlin
ISBN 978-3-492-70426-7
ca. 536 Seiten

COVER:

Omni ist ein mächtiger, uralter Bund, in dem sich die herrschenden Völker der Milchstraße zusammengeschlossen haben. Jasper und seine Tochter Jasmin gehören zu den wenigen Auserwählten, die in den Diensten Omnis stehen. Ihr Auftrag führt sie zu dem fernen Planeten Arkonadia. Seit Jahrtausenden stranden dort wieder und wieder Raumschiffe unter dem Einfluss einer unerklärlichen Raumzeit-Anomalie. Zudem bewirkt das geheimnisvolle Nerox, das alle 453 Jahre auftritt, technologischen Stillstand. Niemand kennt den Ursprung des Phänomens. Jasper und Jasmin setzen alles daran, das Rätsel von Arkonadia zu lösen.
Doch dabei stoßen sie auf eine Wahrheit, die das Schicksal aller Zivilisationen der Galaxis verändern wird…

REZENSION:

In den letzten Monaten hat es sich immer wieder ergeben, dass ich mich einem Werke des Science Fiction Autors namens Andreas Brandhorst widme. Dabei ergaben sich in meinen Augen jeweils zwei Punkte, die ein wenig konträr gegeneinander laufen: Seine Bücher haben mir von der Thematik jedesmal uneingeschränkt gefallen. Im Gegenzug hatte ich aber bei seinen Werken auch oft das Gefühl, dass Herr Brandhorst ein wenig zu detailverliebt ist und seine Zukunftsvisionen in aller Breite und Tiefe vor des Lesers Augen ausbreiten und erklären möchte. Das war mir dann doch ab und an ein wenig zu viel – hier wäre in meinen Augen oft etwas weniger etwas mehr gewesen.
Mir ist bewusst, dass es eine große SF-Fan-Gemeinde gibt, die in erster Linie auf die Visionen eines Autoren Wert legen. Für mich ist ein Roman in erster Linie ein Mittel zum Zweck: Er muss es schaffen, mir eine ausreichende Unterhaltung zu bieten. Je mehr ich eintauchen kann beziehungsweise gefesselt bin, desto mehr Wertigkeit bekommt die Geschichte aus meiner rein privaten Lesesicht.
Beim Vorgängerband zu “Das Arkonadia-Rätsel” namens “OMNI” konnte mich der Autor auf Basis seiner Idee und seinem philosophischen Ansatz durchweg überzeugen – nichts desto trotz war dort ebenso etwas viel Technik, die mir keine großartige Hilfe auf dem Weg zur Geschichte gab.
Nun also “Das Arkonadia-Rätsel”, welches unbedingt auf meinem Lesestapel landen musste, da ich unbedingt wissen wollte, wie es im “Omniversium” weitergehen wird.
Bei diesem Werk ist mir dann zum ersten Mal in meinem Leben etwas passiert, worüber ich normalerweise nur schmunzeln konnte: Ich war in das Buch vertieft und verpasste meine U-Bahn-Station. Das allein spricht schon für dieses Werk.
Im Arkonadia-Rätsel hatte ich uneingeschränkt das Gefühl, dass Andreas Brandhorst seinen Fokus auf die Geschichte legte. Sicherlich ist die Technik notwendig – hier scheint sie jedoch einfach vorhanden zu sein und es wird nicht zu viel davon integriert. Genau deshalb scheint diese Episode aus der Welt von Omni bei mir so gut zu funktionieren; mir ist es nämlich als Nicht-Techniker fast egal, wie z.B. ein iPhone funktioniert und gerade deswegen würde es mich auch in einem Roman, welcher in der heutigen Zeit spielt, sehr nerven, wenn mir die Technik ausschweifend dargelegt werden würde. Ich bin mir sicher, dass in 10.000 Jahren oder noch später jemand eher an der Technik eines alten iPhones im Museum interessiert wäre, als an der dann aktuell vorhandenen Technik.
Aber ich schweife ab: Bei “Das Arkonadia-Rätsel” ist dies ja nicht der Fall! Hier hat es der Autor geschafft, eine sehr rasante Geschichte zu entwickeln, die durch die nicht zu langen Kapitel und die jeweils auftretenden Wechsel der Protagonisten sehr schnell geschnitten wirkt, was lediglich dazu führte, dass man schlichtweg einfach weiter lesen musste.
Im Laufe des Bandes wurde ich weit in die Zukunft hineingezogen und ich bin wirklich durchweg von diesem Buch überzeugt.
Sicher, es wäre hilfreich und auch angeraten, sich vorher dem ersten Buch namens “OMNI” zu widmen – dadurch lernt man Brandhorsts Welten kennen und vielleicht ist das Buch auch der Grund, warum der Autor etwas weniger ins Detail gehen musste oder wollte.
“Das Arkonadia-Rätsel” ist jedenfalls ein absoluter Tipp aus der Welt der anspruchsvollen, philosophischen und angenehm unaufgeregt erzählten Science Fiction; gleichzeitig trotzdem spannend und in meinen Augen das beste Buch, welches ich bisher von Andreas Brandhorst gelesen habe – und das waren dann doch schon einige.
Absolut gelungen und ich würde mich freuen, wenn der Autor erneut seinen Weg in Richtung Omniversum sucht und findet.
Jürgen Seibold/28.05.2017

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Andreas Brandhorst: Kinder der Ewigkeit

Originalausgabe 04/2010
© 2010 by Andreas Brandhorst
© 2010 dieser Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-52610-5
ca. 687 Seiten

COVER:

Die ferne Zukunft: In der von den unsterblichen “Erlauchten” regierten interstellaren Gesellschaft kann sich nicht jeder den Aufstieg zum ewigen Leben durch Meriten verdienen. Wer in den “Gemischten Gebieten” geboren wird, ist von vornherein zur Sterblichkeit verdammt. Doch in der Schattenwelt sind etliche Profiteure und Quacksalber bereit, gegen entsprechende Entlohnung den angeblichen Makel aus der Genstruktur zu entfernen – allerdings nicht immer mit Erfolg.

Esebian hat den radikalen Weg zu den “Hohen Welten” gewählt und als Auftragskiller in unterschiedlichen Identitäten Meriten für den Aufstieg gesammelt. Dann entschließt er sich, das Töten zu beenden und als Wissenschaftler zu arbeiten. Als er jedoch erpresst wird, El’Kalentar, den Direktoriatsvorsitzenden der “Erlauchten” zu ermorden, hofft er, durch einen letzten Akt der Gewalt die Pforte zur Unsterblichkeit aufstoßen zu können.

Aber wer kann ein Interesse am Tod El’Kalentars haben? Ein Konkurrent, der El’Kalentars Position einnehmen will? Das Untergrund-Netzwerk Aurora, das gegen die Diskriminierung der “Gemischten Gebiete” kämpft? Oder gar die Magister, Maschinenwesen mit einer gigantischen Datenverarbeitungskapazität, die über die Einhaltung der Gesetze auf den “Hohen Welten” wachen? Trotz aller Bedenken führt Esebian den Auftrag aus. Doch der Lohn ist nicht Unsterblichkeit, ganz im Gegenteil …

REZENSION:

Wenn man der Coverbeschreibung von “Kinder der Ewigkeit” glauben möchte, dann könnte man davon ausgehen, es hier mit einem typischen Thriller in der fernen Zukunft zu tun zu haben. Genau das dachte ich ehrlicherweise ebenfalls – somit ganz einfach: Ein Auftragsmörder erledigt seinen Auftrag, welcher sicherlich nicht einfach ist und somit auch eine hohe Seitenzahl vonnöten ist.
Wie sich dabei jedoch herausstellen sollte, ist der Auftrag relativ schnell erledigt und man hat noch einige hunderte an Seiten vor sich. Somit sei schon einmal jeder vorgewarnt: Die Geschichte entfaltet sich dann erst und wird auch – bezogen auf die reine Handlung – immer interessanter.
Die Ideen in diesem Werk sind wirklich sagenhaft und man kommt nicht umhin, immer mal wieder über die Unsterblichkeit nachzudenken. Was wäre denn, wenn das wirklich möglich sein könnte?
Andreas Brandhorst ist bekannt für seine detaillierte Beschreibung der von ihm entwickelten Zukunftswelt. Dies kann zum Vorteil führen, aber auch nachteilig wirken. Ich bin in diesem Fall ein wenig zwiegespalten. Einerseits hat mich die Geschichte wirklich durchweg überzeugt und somit konnte ich dem Buch auch weiterhin die Stange halten. Andererseits fiel mir aber genau das auch manches mal ein wenig schwer, da es beizeiten etwas zu viel an Umgebungsdetails waren. Ob diese technischen Elemente nun möglich oder lediglich vom Autor erfunden worden sind, entzieht sich meiner Kenntnis – dennoch war es gefühlt recht oft ein wenig zu viel an Hintergrund- und Detailinformation. Interessanterweise wirkte dennoch der Plot ausreichend, um ihm bis zum Schluß die Chance zu geben. Eine Enttäuschung trat dabei glücklicherweise nicht auf und somit ist “Kinder der Ewigkeit” dennoch ein gelungener Science Fiction Roman, der überzeugen kann. Aus meiner Sicht hätte man aber locker ein drittel weglassen können.
Aber wie gesagt: Es handelt sich hier um einen sehr zwiespältigen Eindruck und somit gibt die Geschichte  ausreichend Material für einen Leser, der sehr detailliert in die Tiefen und Philosophien einer Geschichte eintauchen möchte. Ich bin jedenfalls froh, bis zum Ende durchgehalten zu haben, da der Plot durchweg außerordentlich interessant ist und trotz der Detailverliebtheit stringent nach vorne getrieben worden ist.
Jürgen Seibold/18.03.2017
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Hysterika im Gespräch mit Andreas Brandhorst

omni_brandhorstIm Rahmen der bereits hier genannten Blogtour zum neuen Science-Fiction-Roman von Andreas Brandhorst hatte ich die Gelegenheit einige Worte mit dem Autoren zu wechseln.
Dabei ist ein sehr interessantes Interview entstanden, dem Ihr hier oder über die üblichen Podcast-Kanäle folgen könnt:

Im Rahmen dieser Blogtour gibt es natürlich auch etwas zu gewinnen:
Unter allen, die mir die nachfolgende Frage beantworten und zusenden, verlosen wir ein Exemplar von OMNI.
Hierzu einfach die Antwort an podcast@hysterika.de senden.

Die Gewinnfrage:
“Mit was für einem Projekt schaffte es Andreas Brandhorst ins Profilager (somit der Beginn der hauptberuflichen Schriftstellertätigkeit)?”

Teilnahmebedingungen:
Du bist mindestens 18 Jahre alt oder hast das Einverständnis deiner Erziehungsberechtigten. Hinterlasse in Deiner Mail entweder gleich Deine Adresse oder eine Möglichkeit (E-Mail etc.), um Dich nach dem Gewinnspiel kontaktieren zu können. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Eine Teilnahme am Gewinnspiel ist nur innerhalb von Deutschland, Österreich und Schweiz möglich. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Wir übernehmen keine Haftung für den Verlust des Gewinns auf dem Postweg. Das Gewinnspiel endet am Freitag, den 11.November 2016 um 23:59.
Achtung: Jeder an dieser Tour teilnehmende Blog verlost ein Exemplar dieses Buches. Ihr könnt somit Eure Gewinnchance erhöhen, wenn Ihr auch dort reinschaut. Ein doppelter Gewinn ist jedoch nicht möglich!

HYS073 – Evolutionsgedanken

die neue Podcastfolge:

Blogtour zu OMNI von Andreas Brandhorst

Erneut nimmt Hysterika wieder an einer Blogtour teil.
Abermals handelt es sich dabei um ein außerordentlich interessantes Werk und ich bind ementsprechend froh, hier nicht nur teilnehmen zu dürfen, sondern dabei gar die Gelegenheit habe, ein Interview mit Andreas Brandhorst führen zu dürfen.

Auch diesmal gibt es mit freundlicher Unterstützung des Verlages etwas zu gewinnen. Näheres dazu hier im Laufe der Blogtour.

Der Ablauf:

02.11. Einstimmung auf das Buch bei Teilzeithelden.
03.11. Piranhapudel bringt uns Cassandra, dem intelligenten System des Schiffes, näher
04.11. Das Motiv der Apokalypse wird auf Schreibtrieb näher gebracht.
05.11. Literaturschock berichtet von der Lesung auf der Open Stage der Frankfurter Buchmesse
06.11. Hier bei Hysterika findet ihr dann einen Podcast, in dem es ein sehr interessantes, abwechslungsreiches und sympathisches Interview mit Andreas Brandhorst zu hören gibt.

blogtour-omni-brandhorst

Andreas Brandhorst: Omni

omni_brandhorst© Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2016
ISBN 978-3-492-70359-8
ca. 560 Seiten

COVER:

Aurelius, vor zehntausend Jahren auf der legendären Erde geboren, ist einer von nur sechs Menschen, die Zugang zu Omni haben, einem Zusammenschluss von Superzivilisationen, der die Macht über die Milchstraße innehat. Nun erhält Aurelius seinen letzten Auftrag: Er soll verhindern, dass ein rätselhaftes Artefakt an Bord des im Hyperraum gestrandeten Raumschiffs Kuritania in falsche Hände gerät. Eine einflussreiche Schattenorganisation ist dem Wrack bereits auf der Spur. Der Agent Forrester und seine Tochter Zinnober sollen den Fund bergen und Aurelius entführen – denn mit seiner Hilfe könnte das Artefakt wieder aktiviert werden. Doch die Mission gerät außer Kontrolle – und Aurelius, Forrester und Zinnober finden sich in einem undurchsichtigen Spiel wieder, das die Zukunft der ganzen Menschheit bedroht …

REZENSION:

Vor einiger Zeit begann in mir ein kleines Pflänzchen zu wachsen: Der zarte Wille, sich ein wenig verstärkt dem Science-Fiction-Genre zuzuwenden. Natürlich sollten die Bücher dann unbedingt entweder absolute Klassiker sein oder anspruchsvoll genug, um mich als Leser uneingeschränkt mitnehmen zu können.
Bei meiner Recherche stieß ich dabei auf eine Vielzahl namhafter Autoren – vor allem aus den Staaten und Großbritannien. Es tauchte aber auch jedesmal ein deutscher Name auf: Andreas Brandhorst.
Dies allein fand ich schon außerordentlich interessant, widmete mich aber dennoch erst einmal anderen Werken längst vergangener Zeiten.
Durch eine Blogtour gab es eines Tages für mich die Gelegenheit, „Das Schiff“ von eben diesem Herrn Brandhorst zu lesen und wie man der dazu gehörigen Rezension von mir entnehmen kann, konnte mich dieses Werk auch überzeugen.
Nach einem gefühlt sehr kurzem Abstand liegt nun mit „Omni“ ein neues Werk von Andreas Brandhorst vor, welchem ich mich selbstverständlich gerne widmen wollte.
Ehrlich gesagt hatte ich keine großen Erwartungen in Omni gelegt, da für mich „Das Schiff“ bereits einen Maßstab legte und ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass einem Autoren nach einer so kurzen Zeit wieder etwas Gleichwertiges gelingen sollte.
Erfreulicherweise stellte sich jedoch nach einigen Seiten bereits heraus, dass mit „Omni“ etwas entstanden ist, dass aufgrund seines Plots besser meinen Ansprüchen entspricht, als es „Das Schiff“ zu leisten imstande war. Dies ist natürlich reine Geschmackssache, dennoch halte ich die philosophischen Ansätze und des Autoren Leidenschaft an einem verlängerten Leben unter Anreicherung eines recht spannenden Plots für außerordentlich interessant und durchweg unterhaltend.
Andreas Brandhorst versucht in diesem Werk sehr detailliert in die Tiefe zu gehen und schafft es dennoch, seinen Leser dabei nicht zu verlieren, sondern im Gegenteil definitiv mit zu nehmen auf seine Reise durch das „Omniversum“.
Sicher, manchmal würde man sich die ein oder andere teilnehmende Person etwas stärker gezeichnet dargestellt wünschen – in diesem Falle könnte es aber auch sein, dass die Geschichte Brandhorsts in seiner Fülle dabei zu wuchtig werden würde.
Ich persönlich wurde jedoch beim Schließen des Buches rundum zufrieden zurück gelassen und kann aufgrund des ganz dezenten Cliffhangers nur auf weitere Geschichten innerhalb des „Omniversums“ hoffen. Trotz dieses kleinen Cliffhangers ist Omni ein rundum abgeschlossenes Buch, welches einfach Lust auf mehr macht.
Aus sicherer Quelle weiß ich auch, dass es noch die eine oder andere Reise in diese unendlichen Weiten geben wird.
In meinen Augen jedenfalls ein durchweg zu empfehlender Science-Fiction-Roman wobei ab jetzt natürlich der Anspruch gegenüber weiteren Werken von Andreas Brandhorst wächst.
Jürgen Seibold/30.10.2016
Omni: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

HYS056 – veganischer Wintermarkt mit MHD

die neue Podcast-Folge:

HYS053 – Im Gespräch mit Carsten Polzin

Die Blogtour zu Andreas Brandhorsts neuem Roman DAS SCHIFF findet so langsam zu ihrem Ende.
Nach den sehr interessanten Beiträgen auf teilzeithelden.de, seitenwinde.wordpress.com, piranhapudel.de, literaturschock.de nachfolgend nun der letzte Beitrag von Hysterika.de:

Dieser Podcast kann nicht nur über die Homepage angehört, sondern auch über iTunes abonniert werden.
Hier noch ein direkter Link zum mp3.

In diesem Podcast findet ihr auch den letzten Hinweis zu dem Gewinnspiel.
Zu gewinnen gibt es:
1. bis 3. Preis: je eine Science-Fiction-Tasse & ein Exemplar von “Das Schiff”
4 & 5. Preis: je ein Exemplar von “Das Schiff”

Ihr müsst dazu lediglich jede Frage beantworten, die ihr bei jedem Beitrag im Rahmen dieser Blogtour findet. Ihr erhaltet dadurch einen Satz, den ihr einfach bis spätestens Dienstag, den 13.10.2015 an info@literaturschock.de sendet. Die Verlosung findet am Mittwoch (14.10.2015) abends statt.
Kleiner Tipp: Der Hinweissatz findet sich auch in einer ähnlichen Variante an anderer Stelle in einem früheren Beitrag der Blogtour.

Hier nun die heutige und letzte Frage:
Von welchem Autor ist Carsten Polzin „Fan“?
1. Dean Koontz (Science-Fiction-Welt)
2. Lee Child (Science-Fiction-Kulisse)
3. J.R.R. Tolkien (Weltraumoper)

Viel Spaß beim Anhören!

Blogtour zu “DAS SCHIFF” von Andreas Brandhorst

 

BrandhorstBannerBlogtour

 

Vom 05. bis 09. Oktober gibt es eine schöne Blogtour zum neuen Science-Fiction-Roman “Das Schiff” von Andreas Brandhorst:

Los ging es mit einer sehr interessanten Rezension, am 06.10. erblickte dann SiFi-Träumst du noch, oder fliegst du schon? das Licht der unendlichen Weiten des Internets. Am 07.10. neu hinzugekommen ist ein wunderschöner Bericht über Künstliche Intelligenz und Intelligente Maschinen. Seit dem frühen Morgen des 08.10. findet ihr im Web ein Interview mit dem Autoren, bevor am 09.10. hier bei Hysterika die Runde mit einem Podcast zu ihrem Ende findet.

Es gibt dabei auch ein schönes Gewinnspiel, bei dem es folgende Gewinne zu ergattern gibt:
1. bis 3. Preis: je eine Science-Fiction-Tasse & ein Exemplar von “Das Schiff”
4 & 5. Preis: je ein Exemplar von “Das Schiff”
Ihr müsst dazu lediglich die einzelnen Beiträge besuchen, dort werden dann die weiteren Informationen bekanntgegeben.
Verlosung findet dann über Literaturschock.de am 10.10. statt.

Andreas Brandhorst: Das Schiff

brandhort_Schiff© Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2015
ISBN 978-3-492-97104-1

COVER:

Seit tausend Jahren schicken die intelligenten Maschinen der Erde lichtschnelle Sonden zu den Sternen. Sie sind auf der Suche nach den Hinterlassenschaften der Muriah, der einzigen bekannten und längst untergangenen Hochkultur in der Milchstraße. Bei der Suche helfen die Mindtalker, die letzten sterblichen Menschen auf der Erde – nur sie können ihre Gedanken über lichtjahrweite Entfernungen schicken und die Sonden lenken. Doch sie finden nicht nur das technologische Vermächtnis der Muriah, sondern auch einen alten Feind, der seit einer Million Jahren schlief und jetzt wieder erwacht.

REZENSION:

Wir befinden uns etwa 6.000 Jahre in der Zukunft auf unserer Erde, die nur noch von etwa 4 Millionen Menschen besiedelt ist. Diese sind dafür unsterblich und verlassen sich auf die intelligenten Maschinen des Clusters. Bei einigen Menschen gelingt jedoch die Umwandlung in einen ewig Lebenden nicht und diese werden vom Cluster zu Mindtalkern gewandelt. Diese Mindtalker können vom Cluster zu jedem beliebigen Planeten des Weltraums transferiert werden und unterstützen die Maschinen bei der Suche nach den Muriah.
Im Buch treffen wir hauptsächlich auf den Mindtalker Adam, der im Laufe der Geschichte auf die Unsterbliche Evelyn trifft und dabei durch ihre eigene Skepsis den Maschinen gegenüber mehr und mehr selbst verwirrt wird. Kann es sein, das die Herrschaft der Maschinen bereits einen Status erreicht hat, der nicht mehr wirklich den Menschenzielen entspricht?
Andreas Brandhorst nimmt uns in “Das Schiff” auf eine sehr philosophische Reise mit und verzichtet dabei auf Weltraumschlachten und auf nahezu jegliche, actionlastige Kampfhandlung.
Er lässt uns vielmehr sehr tief in die Welt seiner Protagonisten eintauchen und führt uns Leser zielgerichtet an seine visionären Gedanken und Ideen heran.
Anfangs fiel es mir ein wenig schwer, das Buch sogleich zu mögen, denn Brandhorst bewirft seinen Leser mit einer unerschöpflichen Vielzahl an technischen Begriffen, die mich persönlich immer wieder ein wenig ins Stocken brachten. Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, ob diese erfundene Detailverliebtheit unbedingt sein muss oder doch dem Lesefluss und der außerordentlich gut konstruierten Geschichte ein wenig schadet. Nun, ich folgte der Story trotzdem und ich bin erstaunt, mit welcher Leidenschaft Brandhorst seine eigene Zukunftswelt darstellen kann, ohne Rücksicht auf momentan vorhandene Techniken zu nehmen: Alles ist scheinbar komplett von ihm erfunden und doch plausibel dargelegt.
Die Geschichte selbst ist sehr tiefgehend und die dahinter befindliche Philosophie regt nicht nur zum Nachdenken an, sondern klingt auch durchweg plausibel und man kann nur noch hoffen, dass wir uns nicht bereits auf dem Weg dorthin befinden.
Alles in allem ein sehr technikverliebter aber dennoch perfekt konstruierter Science-Fiction-Roman mit einer klaren Botschaft an uns Menschen, was den Leser ein wenig nachdenklich zurücklässt.
Jürgen Seibold/05.10.2015
Das Schiff: Roman KAUFEN BEI AMAZON