Elmar Bereuter: Hexenhammer

c 2003 F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München
Ungekürzte Taschenbuchausgabe Piper Verlag GmbH, München April 2005

COVER:

Wer trägt die Schuld an den schlimmen Missernten, an den Lawinen, an der Kälte und der Hungersnot, unter denen die Menschen im Deutschland des 15. Jahrhunderts leiden? Heinrich Institoris, 1479 zum Inquisitor der Provinz Alemannia ernannt, weiß die Antwort: Es sind die Hexen, die sich mit dem Satan verbündet haben. 1486 verfasst er den erfolgreichen “Hexenhammer”, eine unheilvolle Anleitung zur Hexenjagd. Schon bald brennen in Deutschland, der Schweiz, in Österreich und Oberitalien die Scheiterhaufen, und immer mehr unschuldige Frauen fallen dem Hexenwahn zum Opfer. Erst als der junge Mönch Cornelius seine Jugendliebe Afra wieder trifft und diese als Hexe angeklagt wird, beginnen die Menschen gegen den fanatischen Inquisitor aufzubegehren…
Spannend und dramatisch schildert Elmar Bereuter die kaum bekannten Anfänge des Hexenglaubens. In diesem Roman werden, zumeist historisch belegt, die damaligen Menschen und ihre Ängste, ihr Glauben und Aberglauben, aber auch die Hoffnung auf ein neues Zeitalter lebendig.

Elmar Bereuter, geboren 1948 als ältestes von vier Kindern einer Bauernfamilie im Bregenzerwald, verbrachte seine Kindheit zwischen Dorfleben, Alpwirtschaft und Internat. Nach einer Karriere als PR-Manager betreibt er seit 1991 eine Werbeagentur und lebt mit seiner Familie in der Nähe des Bodensees. Nach seinem Bestseller “Die Schwabenkinder” erschien zuletzt sein Roman “Hexenhammer”.

REZENSION:

Elmar Bereuter begibt sich in seinem Roman “Hexenhammer” in das 15. Jahrhundert unseres Landes. Er erzählt die Entstehungsgeschichte des berühmt berüchtigten Werkes, dass für sehr viele Kirchenvertreter zum Leitfaden für die Entdeckung von Hexen geworden ist. Er zeichnet gekonnt das Leben des Frauenhassers und Inquisitors Heinrich Institoris nach. Ebenso dessen teilweise illegale Vorgehensweise um sein bereits in der damaligen Zeit umstrittenes Werk publik zu machen.
Nebenbei beleuchtet Elmar Bereuter in glaubhafter und beklemmender Darstellung einige “Befragungen” von Hexen, welche dann teils tödlich und teils durch geschickte Einflussnahme der Gegner Institoris’ mit dem Freispruch endeten.
Dem Leser offenbart Bereuter mit Leichtigkeit die damaligen Umstände sowie die Lebensart der Bürger und insbesondere die der Kirchenvertreter. Er nimmt den geschichtlich interessierten Leser bei der Hand und führt ihn in ein früheres dunkles Kapitel Deutschlands und lässt dieses absolut glaubhaft und nachvollziehbar auferstehen.
Ein Geschichtsunterricht, wie er nicht besser dargestellt werden kann.
Jürgen Seibold/11.05.05