Benson, Amber & Golden, Christopher: Sieben Pfeifer

Originaltitel: The Seven Whistlers
Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt
Deutsche Erstausgabe
©2018 Buchheim Verlag, Olaf Buchheim, Grimma
www.buchheim-verlag.de
ISBN 978-3-946330-05-9
ca. 168 Seiten

COVER:

In alten Legenden heißt es, man höre in stürmischen Nächten manchmal ein seltsames Pfeifen, gefolgt vom Erscheinen riesiger schwarzer Hunde. Aber dies sind keine gewöhnlichen Kreaturen, sondern dämonische Wesen, entfesselt von der wilden Jagd auf verlorene Seelen. Nur selten sieht man mehr als einen von ihnen zur selben Zeit, doch wenn alle sieben gemeinsam erscheinen sollten, sei das Ende der Welt gekommen.

In der malerischen Stadt Kingsbury mitten in Vermont betrauert Rose Kerrigan den Tod ihres Großvaters, eines liebenswürdigen, aber seltsamen alten Mannes. Schon bald wird sie von der Legende der Sieben Pfeifer erfahren, denn die gespenstischen Hunde sind nach Kingsbury gekommen und jagen eine Seele, die man vor ihnen verborgen hat. Zuerst ist es nur einer, doch es werden mehr, je länger sie nicht finden, wonach sie suchen.

Und wenn alle sieben Dämonen zusammenkommen …

REZENSION:

Kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres widmete ich mich einem Buch namens DER FÄHRMANN von Christopher Golden. Der Name des Autors war mir bis dato interessanterweise absolut kein Begriff – sein Fährmann konnte mich aber zu einhundert Prozent überzeugen und ich nahm mir vor, mir diesen Namen für eventuelle, zukünftige Veröffentlichungen auf dem deutschen Markt zu merken.
Kurz vor der Leipziger Buchmesse erhielt ich dann als Vorbereitung zu einer geplanten Moderation eine frisch veröffentlichte Novelle mit dem Titel „Sieben Pfeifer“.
Diese gerade einmal etwas über 160 Seiten kurze Novelle wurde von Christopher Golden in Zusammenarbeit mit Amber Benson entwickelt.
Ebenso wie im Fährmann, nimmt sich das Autorengespann hier eine alte Legende vor und erweckt diese zum Leben. Die Legende um die Sieben Pfeifer ist nach meiner Information britischen Ursprungs und man sollte geflissentlich darauf hoffen, dass die Pfeifer, welche verborgene Seelen holen müssen, nicht in ihrer Gesamtheit von sieben Pfeifern zu sehen sind. Denn dann ist unsere Welt dem Untergang geweiht.
Die Geschichte ist rundum eingängig von den beiden Autoren geschrieben. Trotz der geringen Seitenzahl schaffen sie es, den agierenden Personen ausreichend Detailtiefe zu verpassen und somit in keiner Weise oberflächlich zu wirken.
Der Vorteil der geringen Seitenzahl zeigt sich natürlich in der Notwendigkeit, dass die Geschichte sehr rasant fortschreiten muss, da sich das Ende des Werkes recht schnell nähert. Aber auch dies scheint für die beiden Autoren absolut kein Hindernis zu sein und dementsprechend zielstrebig gehen sie vor und bauen ihren Plot unglaublich geschickt und dennoch sehr ausführlich und tiefgehend auf.
SIEBEN PFEIFER ist ein durchweg gelungener Mystik-Horror-Roman mit einer absolut interessanten Idee unter Verwendung einer Legende, bei der ich froh bin, das es sich dabei nicht um eine aus meiner Region handelt – beinhaltet doch jede Legende irgendwo einen wahren Kern.
Ebenso wie auch DER FÄHRMANN ein absolut zu empfehlendes Werk, dem ich mich noch stundenlang hätte widmen können, wäre da nicht die etwas begrenzte Seitenzahl, welche aber der Geschichte definitiv nicht schadet.
Des weiteren muss man sich hier auf dem deutschen Markt wohl den Namen Golden hinter die Ohren schreiben und hoffen, dass sich die Verlage weiterhin diesem US-amerikanischen Horrorautoren annehmen werden. Momentan sieht es ja ganz danach aus…
Jürgen Seibold/25.03.2018

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