Scott McLeary: In die Finsternis

Leary_Finsternis© 2015 Scott McLeary
epubli GmbH, Berlin
ISBN 978-3-7375-4238-8

COVER:

Als die Anomalie am Himmel erschien, ahnten die Gambrianer nicht, dass viele von ihnen dem Tod geweiht waren. Aus welcher Welt die Bestie stammte, vermochte niemand zu sagen, doch sobald sie ihren Fuß auf die Planetenoberfläche gesetzt hatte, begann das Sterben.
Die Streitkräfte Gambrias erlitten schwerste Verluste, und letztendlich mussten sie erkennen, dass sie niemals zuvor einem Feind wie diesem gegenübergestanden hatten. Erst als die gesamte gambrianische Zivilisation am Rande der Auslöschung stand, gelang es in einer verzweifelten Operation, die Bestie gefangen zu nehmen.

Jahrmillionen später – auf der Erde tobt der Erste Weltkrieg – wird eine französische Spezialeinheit in Marsch gesetzt, um das Geheimnis einer deutschen Ausgrabung zu ergründen.
Wonach haben die Deutschen gesucht, und warum sind sie so plötzlich verschwunden?
Nachdem die Spezialeinheit durch die Hölle der Schlacht von Verdun gegangen ist, erreicht sie schließlich die Grabungsstätte. Hier stößt sie auf einen Tunnel, der zu einem tief unter der Erde verborgenen Tor führt. Dutzende grausam verstümmelte Leichen liegen vor den weit geöffneten Torflügeln.
Die Deutschen haben etwas freigelassen. Etwas, das nie mehr das Licht der Sonne hätte sehen dürfen. Eine furchtbare Bestie, die von einer technologisch hochentwickelten Zivilisation nur unter großen Opfern gefangen genommen werden konnte.
Getrieben von einer unbändigen Gier nach Blut wütet diese Kreatur nun über das Angesicht der Erde und lässt nichts als Tod und Zerstörung hinter sich zurück.

Gambria war stark. Die Menschheit jedoch … ist schwach.
Aber sie steht nicht allein.

REZENSION:

Bei Scott McLeary handelt es sich um einen neuen Autoren, der mit diesem Titel seine ersten Fußstapfen hinterlassen möchte. Ich könnte jetzt gleich enden und schlicht sagen: Ja, er hinterlässt seine ersten Spuren und diese sind tief genug, um Bestand zu haben.
McLeary führt uns nach seiner Science-Fiction-Einleitung ungebremst zur Schlacht von Verdun und lässt diese deutlich vor des Lesers Augen erscheinen. In der sicheren Umgebung eines historischen Romanes fragt man sich recht schnell, was der Autor mit seiner Einleitung bezwecken wollte und ganz besonders: Wie bekommt er die Kurve vom realen Weltkrieg zu den bereits kurz angerissenen Aliens?
Interessanterweise schafft er das nahezu problemlos und es entsteht ein absolut gelungener Genre-Mix aus historischem Roman, Science-Fiction-Roman und last but not least einem Horror-Roman. Klingt irrsinnig, funktioniert aber und macht einfach nur Spaß.
Natürlich kann man jetzt darüber philosophieren, ob Leser mit einem Genre-Mix klarkommen. Andererseits stellt man sich die Frage, ob es somit auch ein Genremix wäre, wenn plötzlich Aliens auf unserem Himmelzelt erscheinen würden. Ich persönlich finde es immer wieder sehr interessant, wenn sich Autoren verschiedener Genre annehmen und aus diesen einen Crossover-Roman entstehen lassen. Manchmal geht sowas daneben – manchmal funktioniert es. Bei Scott McLeary jedenfalls hat es funktioniert.
Gleichzeitig sind seine Protagonisten detailliert erzählt und jeder bekommt einen glaubwürdigen und eigenen Charakter ohne Übertreibungen. Die realen Geschehnisse wirken gut recherchiert und sind glaubwürdig erzählt. Gut, die Deutschen waren wieder einmal ein wenig dämlich – aber anders gehört es uns ja irgendwie auch nicht; erinnerte ein klein wenig an die dümmlichen Nazis der Indiana-Jones-Reihe.
Schlussendlich hat es mir persönlich jedenfalls außerordentlich gut gefallen und ich hatte definitiv viel Spaß beim Lesen dieser Geschichte. Ich bin wirklich gespannt, mit welchen Ideen Scott McLeary noch so ums Eck kommen wird – bis dahin kann ich jedenfalls schon einmal dieses Buch ohne jeglichen Vorbehalt empfehlen. Für ein Debüt absolut gelungen.
Jürgen Seibold/17.07.16
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Arthur C. Clarke: Die letzte Generation

Clarke_GenerationOriginaltitel: Childhood’s End
Übersetzung von Else von Hollander-Lossow
Neu durchgesehen und vollständig überarbeitet von Bernhard Kempen
© 1953, 1990 by Arthur C. Clarke
© 2002 des Vorworts by Peter F. Hamilton
© 2003 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
eISBN 978-3-641-10041-4

COVER:

Gigantische Raumschiffe erscheinen über den Städten der Erde. Die Außerirdischen, die “Overlords”, sind den Menschen technisch und moralisch weit überlegen, stehen jedoch ihrerseits im Dienst einer übergeordneten Macht. Sie haben den Auftrag, die Menschheit auf eine höhere Entwicklungsstufe zu führen. Als Erstes verbieten sie gewalttätige Auseinandersetzungen und erzwingen die Bildung einer Weltregierung. Die Overlords halten die Fäden in der Hand – doch sie weigern sich beharrlich, sich den Menschen zu zeigen. Viele Jahre später ist auf der Erde ein neues, utopisches Zeitalter angebrochen. Und es kommt der Tag, an dem sich die Overlords zu erkennen geben …

REZENSION:

Arthur C. Clarkes “Die letzte Generation” mauserte sich problemlos zu einem Klassiker der Science Fiction Literatur und es gibt so gut wie keine SF-Liste, die nicht auch diesen Titel mit aufführen würde.
Man erkennt auch in einer Vielzahl danach entstandener Werke und Filmen als auch Serien, dass eine nicht unerhebliche Zahl an kreativen Köpfen sich von diesem Werk beeinflussen ließen.
Arthur C. Clarkes Geschichte ist aus dem Jahre 1953 – zeigt aber sehr deutlich einen sehr philosophischen Wunsch des Autors nach einer besseren und friedvollen Weiterentwicklung der Menschheit. Über 60 Jahre später scheinen wir noch immer keinen Schritt näher gekommen zu sein. Im Gegenteil: Auf der einen Seite huldigen wir Menschen diversen technischen Errungenschaften und vergessen dabei den Blick auf das Wesentliche und auf der anderen Seite scheinen gewalttätige und herrschsüchtige Vorgänge keinen Millimeter näher an ein ruhiges und friedvolles Miteinander gerückt zu sein.
Man könnte in Clarkes Werk die Aliens auch als eine Gottheit betrachten, die uns den richtigen Weg weisen und dabei sehr sachte vorgehen. Stellt sich natürlich die Frage, warum wir Menschen nach einer höheren Macht streben, die uns den richtigen Weg weisen soll: Ist dieser doch vom Prinzip her absolut offensichtlich und könnte mit etwas weniger Machthaberei auch nach und nach erreicht werden.
“Die letzte Generation” lässt einen sehr viel über aktuelle Begebenheiten philosophieren und allein dadurch erkennt man bereits den Wert dieser Geschichte – hat sie doch immer noch kein Jota an Glaubwürdigkeit bzw. visionärer Überzeugungskraft verloren.
Eine Geschichte, deren Sog man sich schlichtweg nicht entziehen kann und die allein durch ihre erzählerische Stärke den Leser überzeugt. Sicher, es befinden sich Raumschiffe über den Städten und man denkt sogleich an Schlachten und Explosionen a’la “Independence Day” – “Die letzte Generation” stand dafür zwar sicherlich Pate, jedoch befinden wir uns in einer ruhigen aber tiefgehenden Erzählung.
Alles in allem ein echter Klassiker der SF-Literatur mit sehr vielen philosophischen Anregungen, die einen noch länger darüber Nachdenken lassen.
Jürgen Seibold/17.07.2016
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