Renate Kampmann: Fremder Schmerz

c by Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2008
ca. 494 Seiten / 19,90 €

COVER:

Dr. Frank Gotthardt und seine Frau Claudia sind in den Flammen ihrer brennenden Berliner Villa ums Leben gekommen. Die Polizei verfügt über keinerlei Hinweise auf ein Verbrechen und glaubt an Selbstmord. Leonie Simon, Rechtsmedizinerin an der Charité in Berlin, hat allerdings eine schreckliche Vermutung. Zwei Jahre zuvor, im Januar 2005, war sie zusammen mit dem Ehepaar Gotthardt in Khao Lak, um nach der Tsunamikatastrophe bei der Identifizierung der Opfer zu helfen. Die Bilder verfolgen sie noch immer, vor allem aber die schockierende Entdeckung, dass nicht hinter jeder vermeintlichen Hilfe Mitgefühl und soziales Engagement steckt. Als Leonie erfährt, dass ein Zahnarzt, der etliche deutsche Opfer identifiziert hatte, gefoltert und ermordet wurde, nimmt sie auf eigene Faust Ermittlungen auf. Doch dann geschehen weitere Morde, und Leonie muss in eine ganz andere Richtung denken. Drei Jahre nach dem Tsunami ist die Welle des Todes in Deutschland gelandet.

REZENSION:

Mit “fremder Schmerz” legt Renate Kampmann einen weiteren Leonie Simon-Roman vor und beweist, dass es noch genug im Leben der Rechtsmedizinerin zu erzählen gibt.
Abermals führt uns Renate Kampmann sehr detailverliebt in die forensische Welt und öffnet mehrere Handlungsstränge, die Richtung Ende des Buches geschickt zusammen gewoben werden. Leider verlässt sich Renate Kampmann auf ihre Figur und verliert dadurch die Aufrechterhaltung der zu erwartenden Spannungsspitzen, was einen Krimileser zumeist ein wenig enttäuscht. Sicherlich sind Krimis nicht mit Thriller gleichzusetzen – nichts desto trotz sollte eine Grundspannung mitschwingen, damit der Leser aktiv dabei bleiben kann.
Renate Kampmann zeigt aber ihre Stärken in der Darstellung der Hauptfigur und ihrem Umfeld. Lediglich in Richtung Ende des Buches wird die Autorin ein wenig hektisch und man hat das Gefühl, sie musste bei einer bestimmten Seitenzahl zum Ende kommen.
Jürgen Seibold/01.11.2008

Terry Jones: Douglas Adams’ Raumschiff Titanic

Verlag: Goldmann; 7,95 €
Deutschsprachige Taschenbuchausgabe © 2009
Originalausgabe: „Douglas Adams’ Starship Titanic“; © 1997

COVER:

Vorwitzige Anhalter von der Erde auf einem Raumschiff auf Abwegen:
ein ausgelassenes Weltraumabenteuer!
Das gigantische Raumschiff Titanic ist orientierungslos im All unterwegs. Als es ausgerechnet über der Erde einen Kurzaufenthalt einlegt, besteigen prompt ein paar vorwitzige Erdlinge das Schiff, und ehe sie sich’s versehen, sind sie mit der Titanic auf Reisen. Zusammen mit anderen blinden Passagieren sowie einem geistig verwirrten Papagei und fehlprogrammierten Robotern beginnt die Reisegesellschaft einen verzweifelten Kampf gegen die computergesteuerte Bürokratie an Bord und versucht gleichzeitig, den Auslösemechanismus einer tickenden Zeitbombe aufzuhalten …
Von Monty Pythons Terry Jones und „Per Anhalter durch die Galaxis“ – Douglas Adams

REZENSION:

Was soll man zu so einem Buch sagen? Wenn sich „Monty Python“-Terry Jones und „Per Anhalter durch die Galaxis“-Douglas Adams zusammentun, dann erhält man eine Synergie sonder Gleichen: Ein wahres Feuerwerk aus skurrilen Situationen, urkomischen Dialogen und ein aberwitziges Abenteuer.
Es ist zum Schreien komisch, wenn ein Tourist mit einer sturen Stehlampe darüber diskutiert, welche Konsequenzen es für den intergalaktischen Tourismus hat, wenn man nicht zum Kapitän vorgelassen wird; wenn das größte Genie aller Zeiten von der irdischen Polizei für verrückt erklärt wird; wenn sich ein verklemmter Außerirdischer verliebt; wenn yassakkanische Söldner ein Raumschiff entern und sofort alle Schäden reparieren …
Wer „Monty Python“ und „Per Anhalter durch die Galaxis“ kennt, wird „Raumschiff Titanic“ lieben.
Diana Becker / 15.04.2010

Catherine Jinks: Teuflisches Genie

Originaltitel: Evil Genius
Übersetzung: Jakob Schmidt und Bernhard Kempen
Deutsche Erstausgabe Mai 2008
c 2005 by Catherine Jinks
c 2008 für die deutschsprachige Ausgabe by Knaur Taschenbuch
ca. 556 Seiten / € 12,95

COVER:

Regel Nummer 1: Lass dich nicht erwischen.
Regel Nummer 2: Streite alles ab.
Regel Nummer 3: Traue niemandem.

Mit sieben Jahren lernt Cadel, wie man sich in Computernetzwerke hackt. Mit acht legt er schon ganze Städte lahm. Und mit vierzehn beginnt er, sich auf ein großes Ziel vorzubereiten: die Weltherrschaft! Da gibt es nur ein Problem: Cadel soll durch und durch böse sein – und ist eigentlich ein richtig netter Junge …

REZENSION:

Catherine Jinks Teuflisches Genie ist eine recht zwiespältige Kost, die zwischen leichter Unterhaltung und einem hohen Anspruch, sich mit der Story zu beschäftigen, hin- und herpendelt. Ihren Hauptdarsteller verkauft sie uns anfangs als einen richtig unsympathischen kleinen Jungen, dem man am liebsten selbst eine rüberziehen möchte, damit er wieder “normal” wird.
Im Laufe der Geschichte rutscht man jedoch mehr und mehr in eine andere Sichtweise und man wundert sich plötzlich, warum Cadel einen Platz im eigenen Herzen gefunden hat.
Catherine Jinks Roman ist erfreulicherweise mal ein durch und durch untypisches Buch mit einer absolut skurrilen Geschichte die sich völlig von genreähnlichen Werken anderer Autoren unterscheidet. Dies beginnt bei der geschickten Aufmachung des Covers – aber endet vielmehr bei einer sehr skurrilen aber genialen Geschichte, die sich erfrischend, spannend und abwechslungsreich vor dem Leser ausbreitet. Sicherlich besitzt die Geschichte auch einige Längen, doch sobald man sich mit dem Inhalt auch geistig beschäftigt und ihn zu akzeptieren beginnt, taucht man mehr und mehr in die verwobene Welt des jungen Cadel ein und man fühlt sich beinahe selbst als einen Teil der durch und durch sonderbaren Schule, die für die Entwicklung der “besonderen” Fähigkeiten ihrer Schüler Lösungen anbietet.
Durch die ironische und ab und zu in den Schwarzen Humor abdriftende Schreibweise der Autorin wird dieses Buch bestimmt jeden Leser, mit einem Hang zu origineller Literatur zu überzeugen wissen. Ich kann es jedenfalls uneingeschränkt empfehlen, da mir schon lange nicht mehr ein Buch soviel Spaß bereitet hat.
Jürgen Seibold, 14. August 2008

Catherine Jinks: Teuflisches Team

Originaltitel: Genius Squad
Aus dem Englischen von Bernhard Kempen und Jakob Schmidt
Deutsche Erstausgabe April 2009
c 2008 by Catherine Jinks
c 2009 für die deutschsprachige Ausgabe bei Knaur Taschenbuch
ca. 543 Seiten / € 12,95

COVER:

Er rieb sich die Hände, während sein Lächeln einen geradezu verführerischen Ausdruck annahm. “Du hast keine Ahnung, wozu wir imstande sind, Cadel.”

Als Sohn eines kriminellen Genies hat man es nicht leicht. Es ist auch kein Spaß, als Kronzeuge gegen ihn in ständiger Gefahr zu leben. Und darum nimmt Cadel gerne das Angebot an, sich einem ganz besonderen Team anzuschließen, das im Verborgenen gegen das Verbrecherimperium seines Vaters kämpft. Aber kann er seinen neuen Freunden trauen? Cadel beschließt, dass die Spielregeln neu geschrieben werden müssen. Und zwar von ihm!

REZENSION:

Catherine Jinks sympathischer Held Cadel hat ja bereits im ersten Band problemlos zu überzeugen gewusst. Nun legt die Autorin mit “Teuflisches Team” eine Fortsetzung vor, die durch die bereits qualitativ sehr hoch gelegte Latte einen schweren Stand haben wird.
Erfreulicherweise scheint dies der Autorin aber absolut keine schlaflosen Nächte zu bereiten – im Gegenteil, sie strickt ihre Geschichte durchweg glaubwürdig weiter und schafft es dabei auch meisterhaft und fehlerfrei, neue Personen mit ins Boot zu bringen, mit deren Auftreten man sich genauso schnell identifizieren kann, wie mit den untergetauchten Mitspielern des ersten Bandes.
Einige entstandene Fragen und Thematiken werden nicht beantwortet, aber dafür gibt es ja den abschließenden dritten Band der diesen Umstand noch beheben kann. Ich gehe aktuell davon aus, das man dessen Genuss nicht versäumen sollte.
Alles in allem eine sehr gelungene Geschichte um einen weiterhin absolut interessanten Held, der hin- und hergerissen durch eine für ihn zwar leicht durchschaubare aber auch manches Mal überfordernde Welt tappt und dabei genug erlebt, um noch weitere Bände dieser Art füllen zu können.
Jürgen Seibold/19.11.2010

Birgit Jaeckel: Die Druidin

c 2008 bei Knaur Verlag
ca. 560 Seiten

COVER:

Für ihren Vater empfindet Talia nur Hass – und trotzdem nimmt sie eine Anstellung bei ihm an. Schnell findet sie sich in dem geschäftigen Haushalt in Alte-Stadt zurecht und genießt es sogar, zu Carans mächtiger und wohlhabender Sippe zu zählen. Die junge Frau wird von allen geschätzt, auch von Caran, der ihr mit großer Freundlichkeit begegnet. Doch Talia meidet ihn, wo sie nur kann. Nur für den germanischen Söldner Atharic empfindet sie mehr, und lange ist er der Einzige, der um ihre besonderen Fähigkeiten weiß. Ohnedass sie es will, gerät sie in die Intrigen und Machtkämpfe der keltischen Fürsten. Als sie begreift, dass ihr Vater in seiner eigenen Sippe Feinde hat und in Lebensgefahr gerät, muss sich die jungen Druidin entscheiden: Will sieihre Rache – oder nutzt sie ihre Gabe, um ihn vor dem sicheren Tod zu retten?

REZENSION:

Der Titel macht erst einmal skeptisch: „Die Druidin“ suggeriert das historische Vorhandensein weiblichen Druidentums, das leider wissenschaftlich bislang nicht belegt werden konnte und lässt schnell an einfach gestrickte Esoterik-Lektüre denken. Doch dann wandert der Blick weiter zum Klappentext, und der verrät, dass die Autorin Birgit Jaeckel Ur- und Frühgeschichte studiert hat und somit eigentlich wissen müsste, über was sie schreibt. Ich habe das Buch also trotz meiner Vorbehalte zur Hand genommen und bin nicht enttäuscht worden – im Gegenteil.
Die Leser werden mitgenommen auf eine Reise nach Süddeutschland in die Zeit vor der Christianisierung: Die verschiedenen germanischen Stämme pflegen untereinander und mit den Römern und Griechen die vielfältigsten Handelsbeziehungen. Ganze Völkerwanderungen sind nicht selten. Über Krieg und Frieden entscheidet nicht nur die Politik, sondern auch die Druiden und Seher, die aus den Zeichen der Natur die Zukunft deuten. In diese Zeit wird Talia, eine junge Waise, hineingeboren. Sie verfügt über die ungewöhnliche Gabe, „Seelen sehen“ zu können und vermag so, Menschen zu heilen oder zu töten. Bald schon wird ihre Gabe als Gefahr für die führenden Druiden des Stammes erkannt, und Talia muss fliehen. Der Zufall führt sie an den Hof ihres Vaters Caran, einer der mächtigsten Stammesfürsten seiner Zeit. Obwohl die verstoßene Tochter nichts als Hass und Verachtung für ihren Vater empfindet, nimmt sie eine Anstellung bei ihm an. Talia verschweigt ihm jedoch, dass sie seine Tochter ist. Schon bald wird sie in das Intrigenspiel am Hofe hineingezogen und sie übernimmt schnell eine wichtigere Rolle in der Politik, als ihr lieb ist….

Zu Beginn des seitenstarken Textes dauert es ein wenig, bis Fahrt in die Geschichte kommt. Dann jedoch lässt einen das farbenprächtige Spiel der Protagonisten nicht mehr los. Vieles ist nicht so, wie es zunächst scheint, und mit Talia verfolgt man die Pfade einer eigenwilligen, nicht immer rational handelnden Frau, die ihren eigenen Weg geht. Auch die anderen Charaktere haben diese Bezeichnung wirklich verdient, sie besitzen alle Stärken und Schwächen und ein eigenes Profil – einer der Pluspunkte, der die Geschichte so mitreissend macht.

Der Aspekt des „Seelen Sehens“ ist zwar eindeutig der Fantasy entlehnt, jedoch stört die genrefremde Nutzung in diesem Fall nicht, denn sie wird wohldosiert eingesetzt und trägt dazu bei, das Buch spannend und lesbar zu halten.

Dieses Buch ist ein unbedingtes Muss für alle, die sich für die Frühgeschichte interessieren. Anhand zahlreicher Details und dank der großen Erzählfreude der Autorin taucht man richtig ein in die fremde Welt vor der Christianisierung, die immer noch ein zu wenig beachtetes Zeitfenster bei den historischen Romanen darstellt. Dabei werden keine Plattitüden und Klischees bemüht, sondern ein fundierter und abwechslungsreicher Einblick in jene uns heute so fremd erscheinende Welt geboten. Dazu vermag Jaeckel, eine spannende und überraschende Geschichte zu erzählen, die an keiner Stelle langweilt. Ein starkes Debüt von einer jungen Autorin!
Wenn das ganze Buch dann ausgelesen ist, hat man auch eine Erklärung für den Titel: Vermutlich brauchte der Verlag ein griffiges Schlagwort, um dieses Kaleidoskop von Eindrücken unter einen Hut zu bringen. Mit dem Inhalt hat der Titel jedenfalls nur am Rande etwas zu tun – und das ist gut so.
Katja Angenent für Hysterika.de/26.08.2009

Christian Jacq: Im Bann des Pharaos

Scherzverlag 2002

COVER:

Ein junger, mittelloser Tiermaler und ein milliardenschwerer englischer Lord – was können diese zwei Menschen gemeinsam haben?

Lord Carnarvon und Howard Carter sind beide große Liebhaber der alten ägyptischen Kultur, Schon früh hat Carter seinen Beruf gewechselt und als Archäologe unzählige alte Gräber entdeckt. Doch sein großer Traum blieb bisher unerfüllt: Das Grab des legendären Tutenchamun zu finden.
Auf dem Grab des Pharaos scheint jedoch ein Fluch zu liegen …

REZENSION:

Wenn sich jemand für Geschichte interessiert, insbesondere für die sagenhafte Entdeckung des unglaublichen Schatzes Tutenchamuns, und Probleme mit den trockenen Fachbüchern hat, der ist mit diesem Buch gut beraten.
„Im Bann des Pharaos“ ist ein Roman der gleichzeitig perfekt als Fachbuch fungieren kann. Man kann mit diesem Buch in die Geschichte Lord Carnavons und Howard Carters einsteigen und erfährt so nebenbei alle Schwierigkeiten, Probleme und Wirren der Zeit in der diese beiden Akteure lebten.
Es ist unwahrscheinlich interessant, welche Steine dem Archäologen in den Weg gelegt wurden und wie er trotz des berühmtesten Schatzes nicht als professioneller Archäologe anerkannt wird, da er sich die Forschung autodidaktisch beigebracht hat.
Man merkt, wie borniert die Menschen sein können – keiner seiner „Fachkollegen“ hat gemerkt, das Carter eigentlich die Archäologie erst in die richtige Richtung gebracht hat. Vor ihm handelte es sich nur um ein Ausplündern von Gräbern und nicht um wissenschaftliche Feinarbeit.
Man merkt, wie korrupt Menschen (insbesondere Politiker) sein können und man merkt jedoch auch, wie es jemand mit einem starken persönlichen Einsatz und Kampf trotzdem schafft.
Ich ziehe meinen Hut vor Howard Carter!!!
Das Buch ist sachlich geschrieben und natürlich nicht mit einem reinen Fiction-Buch zu vergleichen. Es baut aber trotzdem eine gewisse Spannung auf: Man will förmlich an der Entdeckung des Grabes dabeisein.
Christian Jacq schafft es hiermit locker, einen Geschichtsunterricht abzuhalten, bei dem die Kids nicht in der hinteren Bank einpennen – hier bleibt man am Ball!
Wer sich nur ein bißchen für die Entdeckung des Grabes interessiert, kann an diesem Buch nicht vorbeigehen.
JS/10.06.03

Christian Jacq: Stein des Lichts 2: Die weise Frau

Originaltitel: La Pierre de Lumière. La Femme Sage
Übersetzung: Gaby Wurster
c XO Editions, 2000
vorl. Exemplar: Lizenzausgabe der RM Buch und Medien Vertrieb GmbH

COVER:

Der Tod des großen Ramses stürzt Theben, besonders aber die “Stätte der Wahrheit”, in tiefe Unsicherheit. Im Dorf der Handwerker herrscht große Sorge. Wie wird sich Ramses’ Sohn und Nachfolger Merenptah, der immer im Schatten seines übermächtigen Vaters stand, zur Bruderschaft und ihren Traditionen stellen? Nefer der Schweigsame ist inzwischen neuer Vorsteher des Dorfes, und seine Frau Ubechet wurde durch den Kuss der Königskobra zur Obersten der Hathorpriesterinnen und Mutter der Bruderschaft erwählt. Paneb der Feurige ist endlich als Zeichner aufgenommen und erweist sich als listenreicher Beschützer des Dorfes. Die Hoffnungen des machtgierigen Mehi und seiner skrupellosen Frau Serketa sowie ihres Kumpanen Dakter erfüllen sich nicht. Der neue Pharao stärkt die Stellung der Bruderschaft. Doch Mehi, dessen verräterisches Doppelspiel um die Macht in Ägypten niemand durchschaut, giert nach dem Geheimnis der Pharaonen und erhält schon bald eine Chance: Der Herrscher erkrankt schwer. Wieder wird es erbitterte Kämpfe um die Nachfolge geben…

Christian Jacq, 1847 bei Paris geboren, promovierte in Ägyptologie an der Sorbonne. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit veröffentlichte er höchst erfolgreich belletristische Werke. Weltberühmt wurde er mit seinem Romanzyklus Ramses.
Der Romanzyklus Stein des Lichts ist auf vier Bände angelegt.

REZENSION:

Entgegen dem ersten Teil, den ich nicht sehr ägyptisch und fesselnd fand, bekam Christian Jacq hier nun die Kurve.
Vielleicht muss man den ersten Band auch als langsamen Beginn der Geschichte erfahren und wird dann mit dem zweiten immer mehr in den altägyptischen Strudel hineingerissen.
Langsam entwickeln sich die Intrigen und das Buch wird von mal zu mal interessanter und auch spannender.
Man merkt es auch an der Lesegeschwindigkeit: Band zwei kann man schon fast nicht mehr loslassen.
Jürgen Seibold/17.02.2003

Christian Jacq: Stein des Lichts 4: Die Stätte der Wahrheit

Originaltitel: La Pierre de Lumière. La Place de Vérité
Übersetzung: Gaby Wurster
c XO Éditions, 2000
deutsche Ausgabe: 2001 by Bertelsmann Verlag, München

COVER:

Der große Pharao Ramses ist seit Jahren tot, doch noch immer tobt der Kampf um seine Nachfolge. Das gewaltige Reich droht zu zerfallen. Set Maat (“Stätte der Wahrheit”), das abgeschirmte Dorf von auserwählten Handwerkern und Künstlern, die die Pharaonengräber von Theben ausgestalten und hüten, ist nach dem gewaltsamen Tod von Nefer dem Schweigsamen schutzlos allen Anfeindungen ausgesetzt. Haben der machtgierige General Mehi und seine intrigante Frau Serketa ihr Ziel endlich erreicht? Doch die Hüter des sagenumwobenen Stein des Lichts wissen um ihre geheime Kraft und wählen Paneb den Feurigen zu ihrem neuen Führer. Der frühere Hitzkopf zeigt sich seiner neuen Aufgabe großartig gewachsen. Selbst der Verlust seines nichtsnutzigen Sohnes Aperti kann ihn nicht zerbrechen. Währenddessen müssen Taousert, Ägyptens heimliche Regentin, und ihr Wesir Bai all ihre Klugheit einsetzen, um das Reich des großen Ramses zu erhalten. Geschickt bindet Taousert den streitbaren General Seth-Nakht in die Regierung ein. Und selbst als der kränkelnde Pharao Siptah stirbt, hat die weitsichtige Taousert noch einen Trumpf in der Hand. General Mehi muss zusehen, wie seine intriganten Pläne zunichte werden. Und im Dorf der Handwerker kann der Aufbruch in eine neue Zeit endlich gewagt werden.

Christian Jacq, studierter Ägyptologe, gelang mit seinem Ramses-Zyklus ein sensationeller Erfolg. Der anerkannte Wissenschaftler fesselte weltweit mehr als 11 Millionen Menschen mit seiner speziellen Mischung aus historischen Fakten und Fantasie. Das jetzt komplett vorliegende Epos um den Stein des Lichts braucht den Vergleich mit dem Ramses-Bestseller nicht zu scheuen.

REZENSION:

Der vierte Band der Baumeister-Saga an der Stätte des Lichts ist zugleich der spannendste. Dies liegt aber wohl vor allem daran, das hier nun alle Intrigen und Feindseligkeiten zu einem Ende kommen.
Der Untergang Mehis, der seit Band eins sehr gut zu intrigieren wusste, ging mir in diesem Band fast zu simpel von Statten.
Der vierte Band ist aber trotzdem unerlässlich, interessant und mit dem leichten Spannungstouch a’la Christian Jacq geschrieben.
Manchmal bin ich etwas enttäuscht, da er als Ägyptologe ein wenig die Hintergründe vermissen lässt. Eigentlich könnte er etwas mehr aus dem Nähkästchen plaudern.
Jacq könnte auch ein wenig spannender schreiben, was jetzt aber bei dieser Geschichte auch wie dargestellt ganz okay ist.
Sehr gut finde ich, dass die Geschichte direkt strotzt vor den alten Mythen und vieles durch die Mythen gelöst wird. Dies scheint in der heutigen Zeit fast unglaublich – und man kann manche Vorgehensweise auch nicht glauben – ist aber trotzdem eine gute Lösung in diesen Romanen.
Dies gibt den Büchern auch gleichzeitig einen sehr mysthischen Touch, der einfach Spaß macht.
Man liest ja auch Fantasy, wo manches nicht mit rechten Dingen zu geht – warum also nicht auch im Alten Ägypten?
Jürgen Seibold / 26.02.03

Ralf Isau: Der Mann, der nichts vergessen konnte

Ungekürzte Taschenbuchausgabe März 2010
c 2008 Piper Verlag GmbH, München

COVER:

Tim Labin ist nicht nur der neue Schachweltmeister, sondern in jeder Hinsicht ein Mensch mit außergewöhnlichen Begabungen. Sein perfektes Gedächtnis erlaubt es ihm, sich binnen kürzester Zeit ganze Bücher einzuprägen, Sprachen zu erlernen und Codes zu entschlüsseln. Doch es gibt eine einzige Lücke in Tims Gedächtnis: Zwanzig Jahre zuvor wurden seine Eltern auf mysteriöse Weise ermordet. Was genau geschah, hat Tim bis heute nicht herausfinden können. Erst als er auf die Computerspezialistin JJ trifft, wird Tim von seiner Vergangenheit eingeholt. Denn offenbar sind mächtige Feinde einem Geheimnis auf der Spur, das die Weltordnung erschüttern könnte. Und der Schlüssel dazu befindet sich an einem Ort, der rätselhafter, faszinierender und gefährlicher ist als jeder andere Platz auf der Welt – in Tims Erinnerung …

REZENSION:

Ralf Isau hat mir mit “Messias” kongenial bewiesen, zu was er als Autor fähig ist – hatte schon lange nicht mehr so viel spannende Unterhaltung wie im genannten Werk. Umso erfreuter war ich, als sich ein Buch mit einem sehr interessanten Titel auf dem Weg zu mir machte. Wie sich herausstellen sollte, sollte es mich auch nicht enttäuschen.
Der Mann, der nichts vergessen konnte kommt zwar meiner Meinung nach nicht ganz an Messias heran, ist aber dennoch ein sehr spannender und durchweg virtuos umgesetzter Thriller. Bereits die Idee ist lesenswert – trifft man hier doch auf einen Menschen mit dem absoluten Gehirn (Segen und Fluch zugleich), der sich plötzlich mit Terroristen konfrontiert sieht, die etwas an “Stirb Langsam 4.0” erinnern. Des weiteren eröffnet aber Ralf Isau auch noch die Jagd nach der echten Unabhängigkeitserklärung und schon befindet man sich in einem Geheimdienstthriller, der spannend und rasant über die Seiten fliegt. Sicherlich ist die Geschichte teilweise etwas vorhersehbar und auch aus der Hauptidee (dem Gehirn des Hauptdarstellers) hätte man noch erheblich mehr machen können – nichts desto trotz bleibt ein Pageturner, der einfach Spaß macht und zeigt, dass wir in unserem Land auch Autoren mit guten Ideen und einer geeigneten Umsetzungskraft vorrätig haben.
Jürgen Seibold/05.04.2010

Ralf Isau: Messias

c Piper Verlag GmbH, München 2009
ca. 428 Seiten / € 19,95

COVER:

Ein Blitz erhellt die Duiske Abbey. Plötzlich fehlt die Jesusfigur am Kruzifix. Auf dem Boden vor dem Altar liegt ein nackter Mann mit blutenden Wundmalen. Er spricht nur hebräisch und nennt sich Jeschua.
Das “Wunder von Graiguenamanagh” versetzt das irische Städtchen in helle Aufregung. Abertausende pilgern zum Ort der vermeintlichen Wiederkunft Christi. Dann finden auch noch zwei stadtbekannte Kriminelle auf bizarre Weise den Tod. Hat das Jüngste Gericht begonnen? Die Kirche gerät unter Zugzwang, denn der vom Kreuz Gestiegene verkündet unangenehme Wahrheiten. Und die Menschen hören ihm zu! Ein vatikanischer Sonderermittler wird entsandt. In seiner alten Heimat stößt Hester McAteer auf Misstrauen, Angst, Intrigen. Und er begegnet seiner großen Liebe, die er einst für die Kirche verlassen hat. Als sich die mysteriösen Vorfälle häufen, gerät das fest gefügte Weltbild des erklärten Skeptikers ins Wanken. Was, wenn Jeschua gar kein Betrüger ist …?

REZENSION:

Ralf Isau legt mit seinem neuesten Werk “MESSIAS” einen sehr mystischen Thriller vor, in dem er virtuos und geschickt mit Thriller- als auch Mystikelementen spielt. “MESSIAS” gefällt ab der ersten Seite und führt den Leser sehr rasant durch eine Geschichte, deren Hauptthema – Die Wiederkunft Christi – zwar nicht neu, aber voller Ideen strotzt. Er schafft es dabei, einen Kirchenkrimi entstehen zu lassen, dessen Ende ein klein wenig vorhersehbar ist – jedoch durch die Einflechtung von “realen” Wundern absolut zu überzeugen weiß.
Seine Protagonisten sind sehr detailliert gezeichnet und werden vom Leser vorbehaltlos als glaubwürdig eingestuft. Insbesondere der einhundertdreijährige Seamus wächst dem Leser in seiner gänzlichen Art und Weise an das Herz.
Die Geschichte ist teilweise ironisch aufgebaut – was der Glaubwürdigkeit nur gut tut. Ralf Isau führt seine Leser sehr lange und sehr geschickt an der Nase herum und man ist jedes mal von seiner eigenen Meinung überzeugt, um jedoch nach einigen weiteren Seiten erkennen zu müssen, das man sich durch und durch geirrt hatte.
Die Auflösung ist etwas rasant durchgeführt worden, nichts desto trotz hat man keineswegs das Gefühl, das der Autor nicht mehr ganz genau wusste, wie er zum Ende kommen soll.
“MESSIAS” ist sicherlich ein Thriller im Fahrwasser eines Dan Brown – jedoch schafft es Ralf Isau durch Einbindung von mystischen Elementen, einen etwas weiteren Leserkreis anzusprechen und ich persönlich möchte keine Seite dieser Jagd missen.
Ein sehr spannender, interessanter und wundersamer Thriller, der sich als Pageturner entfaltet und jeden Leser dieser Genre mit Leichtigkeit überzeugen kann.
Jürgen Seibold / 04.10.09

Stephen Horn: Im Namen der Macht

Originaltitel: Law Of Gravity
Übersetzung: Hans M. Herzog
c 2002 Stephen Horn
c 2004 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München.

COVER:

Philipp Barkley, ehemaliger Top-Jurist mit Aussicht auf eine brillante politische Karriere, steckt seit dem Tod seiner Tochter und der Trennung von seiner Frau mitten in einer tiefen Lebenskrise. Nach sechsmonatiger Krankschreibung holt ihn das Justizministerium wegen eines äußerst brisanten Vorfalls an seinen Arbeitsplatz zurück: Martin Green, leitender Referent im Geheimdienst-Ausschuß, ist spurlos verschwunden. Das Heikle daran: Greens Chef, Senator Warren Young, will bei den kommenden Wahlen als Präsidentschaftskandidat seiner Partei die Macht im Weißen Haus sichern, und sollte Green, der Zugang zu streng geheimen Unterlagen der CIA und des FBI hatte, womöglich in Spionageaktivitäten verwickelt sein, wäre nicht nur die nationale Sicherheit, sondern auch die Karriere des Senators in Gefahr. Barkley wird beauftragt, die Ermittlungen zu leiten, und zunächst erhärtet sich der Spionageverdacht. Schon bald jedoch findet Barkley heraus, daß Greens Verschwinden ganz andere Gründe hat: Als strenggläubiger Jude beschäftigte sich Green intensiv mit dem Holocaust und saß neben Senator Young in jenem Bankenausschuß, der die Rolle der Schweizer Banken während der NS-Zeit untersuchte. Die Spuren Greens weisen schließlich zurück in die 50er Jahre und zu einer ungarischen Jüdin, die damals Zugang zu den Schweizer Konten ihrer Eltern forderte. Senator Warren Young und sein einflußreicher Vater Ed scheinen in diesen Fall verwickelt zu sein und etwas vertuschen zu wollen, was fatale Folgen hätte.

Stephen Horn, geboren in der Bronx (New York), studierte Ingenieurwissenschaften, war Staatsanwalt für Zivilrecht am Justice Department und hat inzwischen seine eigene Anwaltskanzlei. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Washington D.C.
“Im Namen der Macht” ist sein zweiter Roman nach “Bis zum Beweis der Unschuld” (dtv 20617).

“Unvergeßliche Figuren, ein äußerst spannender Plot, ein überraschendes Ende – was braucht man noch mehr für einen Bestseller?”
Booklist Reviews (drei Sterne)

“Unwiderstehlich – ein ebenso eleganter Polit-Roman wie erstklassiger Thriller.”
Washington Post

REZENSION:

Grundsätzlich war ich noch nie ein großer Freund von Politromanen. Meine bisherige Erfahrung hat mir gezeigt, das bei den meisten politisch motivierten Autoren der Stoff sehr trocken ist und bei den in diesem Genre vielen verfilmten Geschichten der Film ausreichend wäre und das Buch nicht recht viel mehr hergibt.
Stephen Horn’s IM NAMEN DER MACHT hat mich nun vom Gegenteil überzeugt und gezeigt, daß es auch ganz anders geht.
Die Verwicklungen in diesem Roman klangen bereits auf der Coverbeschreibung ziemlich komplex und ich rechnete mit dem Schlimmsten. Diese Komplexität steigert sich im Roman sogar noch, schadet jedoch dem Buch in keiner Weise. Der Autor versteht es vielmehr meisterlich, diesen Handlungsrahmen sehr verständlich und extrem spannend zu erzählen. Die Spannung steigt hierbei von Seite zu Seite und lässt den Leser rasant auf ein überraschendes Ende zugleiten.
Sämtliche Figuren sind sehr glaubhaft dargestellt und lassen hoffen, daß es auch im wirklichen Leben den ein oder anderen Menschen gibt, der sich über Regeln und politisches Geklüngel hinwegzusetzen weiß, um der Wahrheit gerecht zu werden.
Dieser Roman schafft es somit auch den “klassischen” Thrillerleser zu überzeugen und Stephen Horn kann sich ohne Probleme in die Riege der bisherigen Größen des Politthrillers einreihen. Diese müssen sich mittlerweile jedoch sehr warm anziehen, um sich dieser starken Konkurrenz zu erwehren.
Jürgen Seibold/14.02.04

Wolfgang und Heike Hohlbein: Das Buch

Wilhelm Heyne Verlag
c deutsche Ausgabe 2009

COVER:

Ein Kampf auf Leben und Tod

Seit Jahrhunderten wachen die geheimnisvollen Hüterinnen über das Archiv, in dem das Leben der Menschen aufgezeichnet wird. Doch jetzt kommt es zur Katastrophe, da Unbekannte in das Bücherlabyrinth eindringen und die Vergangenheit und damit die Gegenwart umschreiben. Leonie, die junge Erbin einer Buchhandlung, erkennt, dass auch sie der uralten Gemeinschaft der Hüterinnen angehört und dazu ausersehen ist, die Wirklichkeit zu retten. Doch kann sie diesen fast aussichtlosen Kampf gewinnen?

„850 Seiten Hochspannung.“ Buch Journal

REZENSION:

Leonies erfährt nach dem tragischen Tod ihrer Großmutter, dass die Buchhandlung nur die Tarnung für ein großes Geheimnis darstellt: Im Keller des Antiquariats befindet sich der Eingang zu einem riesigen Archiv, in dem jede Minute von jedem vernunftbegabten Wesen in jeder Welt von seltsamen Kreaturen aufgezeichnet wird. Leonies Vater entwendet das Familienbuch und beginnt, die Familiengeschichte umzuschreiben. Das lässt sich der Archivar nicht gefallen und setzt alles daran, das Buch zurück zu bekommen. Es entbrennt ein verzweifelter Kampf um die Realität der gesamten Welt.
Es ist – leider – typisch für Wolfgang Hohlbein: die Idee ist klasse, der Anfang ist sucht-gefährdend, leider gleitet es ab etwa 2/3 ab und wird selbst für eine mystische Welt, in der die Realität auf dem Kopf steht, überdimensional und immer weiter unrealistisch.
Es gibt immer wieder unerwartete Wendungen, scheinbare – aber durchaus gewollte – Widersprüche und skurrile Situationen. Scheinbare Freunde entpuppen sich als Feinde, undurchsichtige Personen werden – meist unfreiwillig – zu Helfern. Eine Frage bleibt mir ein besonderes Rätsel: Warum kann Leonies Vater in das Archiv eindringen und die Familienchronik umschreiben, wenn doch die „Gabe“ und der Schlüssel zum Archiv ausschließlich nur von der Mutter auf die Tochter vererbt wird?
Nach der Beschreibung auf dem Cover hatte ich mir unter der Geschichte sehr viel mehr versprochen und wurde ein wenig enttäuscht. „Das Buch“ ist dennoch spannend erzählt, und man fiebert bis zur letzten Seite mit Leonie mit, weil man bis zum Schluss nicht weiß, was Realität ist bzw. wer wirklich auf ihrer Seite steht, und wer nicht.
Diana Becker für Hysterika.de / August 2009

Wolfgang Hohlbein: Der Hexer 05 – Der Seelenfresser

c 2003 by Wolfgang Hohlbein
Genehmigte Sonderausgabe für Sammler-Editionen in der Verlagsgruppe Weltbild GmbH, Augsburg
ca. 270 Seiten

COVER:

Eine Nachricht seines Freundes Howard führt Robert nach Arkham, wo er an der Miscatonic-Universität seine Hexer-Kräfte schulen soll. Aber Robert hat mächtige Feinde: Necron, ein uralter finsterer Magier, schickt Shannon, einen seiner berüchtigten Drachenkrieger, aus, um Robert zu töten. Doch Shannon freundet sich mit Robert an, ohne zu wissen, dass es sich um den Mann handelt, den er töten soll. Robert hingegen ahnt nicht, dass er längst zu einem Spielball ihm unbekannter Mächte geworden ist und sein neuer Freund ausgeschickt wurde, ihn zu ermorden. Im Strudel dämonischer Einflüsse beginnt ein tödliches Katz- und Maus-Spiel.

REZENSION:

In dem 5. Band der neu herausgegebenen Hexer-Reihe des Weltbild-Verlages befinden sich die ersten als eigenständige Hexer-Romane veröffentlichten Geschichten. Wieder einmal wird man in eine längst vergangene Zeit der Romanhefte zurück katapultiert, das Alter verringert sich und man schmökert abermals in längst bekannten Geschichten.
Sicherlich glänzen die gesamten Hexer-Geschichten nicht gerade mit literarischen Besonderheiten – aber wer braucht das in diesem Fall schon?

Band 5 enthält die Hefte:

Der Hexer 1 – Das Erbe der Dämonen
Der Hexer 2 – Der Seelenfresser
Der Hexer 3 – Cthulhu lebt!

Jürgen Seibold/01.11.2006

Wolfgang Hohlbein: Der Hexer 06 – Die Chrono-Vampire

c 2003 by Wolfgang Hohlbein
Genehmigte Sonderausgabe für Sammler-Editionen in der Verlagsgruppe Weltbild GmbH, Augsburg
ca. 316 Seiten

COVER:

Als Robert Craven langsam aus der Bewußtlosigkeit erwacht, sieht er sich einem fremden Mann gegenüber, der sich als Inspektor Tornhill von der Mordkommission vorstellt!
Was war passiert?
Noch während Robert mit seiner Erinnerung ringt, finden sich Howard und Rowlf in einem Verließ in Necrons Drachenburg wieder. Sie wissen, aus dieser Burg entkommt keiner, doch da macht Necron ihnen einen verblüffenden Voorschlag. Und sie merken schnell, warum Necron mit ihnen zusammenarbeiten will: Cthulhu ist zurückgekehrt…

REZENSION:

Im 6. Band der neu veröffentlichten Hexer-Reihe befindet sich erstmalig eine Geschichte, die zum größten Teil nicht von Hohlbein geschrieben worden ist.
Kurioserweise ist dies die atmosphärisch dichteste und spannendste Geschichte in diesem Band.
Des weiteren bleibt weiterhin alles beim Alten: Man schmunzelt über das Vorwort, man taucht wieder in die Zeit der Groschenromane und man wird sich trotz des literarischen Anspruchs, den man sich mit dem Älter werden erarbeitet hat, weiterhin den nächsten Bänden dieses Sammelwerkes widmen.
Kult bleibt nun mal Kult!

Im vorliegenden Band befinden sich die Hefte:

Der Hexer 4 – Bote vom Ende der Nacht
Der Hexer 5 – Die Chrono-Vampire
Der Hexer 6 – Labyrinth der weinenden Schatten (Wolfgang Hohlbein zusammen mit Elmar Wohlrath)

Jürgen Seibold/01.11.2006

Wolfgang Hohlbein: Der Hexer 04 – Tage des Wahnsinns

c 2003 by Wolfgang Hohlbein
genehmigte Sonderausgabe für Sammler-Editionen in der Verlagsgruppe Weltbild GmbH, Augsburg

COVER:

Die Rückkehr der GROSSEN ALTEN, der finsteren Dämonengötter, konnte im letzten Moment verhindert werden, aber dreizehn der mächtigsten von ihnen gelang die Flucht aus ihren Kerkern jenseits der Wirklichkeit. Und sie schwören Robert Craven, dem Mann, der ihnen diese Niederlage zugefügt hat, grausame Rache.
Bei der Flucht aus Durness geraten Robert und seine Gefährten in eine schreckliche Falle. Auch ist es ihm bislang nicht gelungen, die Frau, die er liebt, vom Geist der Hexe Lyssa zu befreien, und für Robert beginnen Tage des Wahnsinns…

REZENSION:

In diesem vierten Band der Hexerreihe befinden sich die beiden Gespensterkrimi-Ausgaben “Der Baumdämon” und “Tage des Wahnsinns”. Nachdem dies die letzten in der Gespensterkrimi-Reihe erschienenen Hexer-Episoden sind, wurden im vorliegenden Band lediglich diese beiden Stories abgedruckt.
Nichtsdestotrotz zeigt sich erneut, warum Wolfgang Hohlbein mit dieser, mittlerweile doch recht alten, Serie das Prädikat “Kult” erlangt hat.
Es gibt sicherlich nichts vergleichbares, in dem man einfach in einer gruseligen Umgebung unter Erscheinen bekannter Phänomene aus den Erzählungen anderer Autoren schwelgen kann. Dies zeichnet uneingeschränkt diese Serie aus. Soviel ich weiß, werden diese positiven “Seitenhiebe” auch noch erheblich in den weiteren Bänden verstärkt.
Alles in allem ein weiterer genussvoller Band für den damals Gespensterkrimi-Schmökernden sowie allen anderen Hohlbein- und Genrefans.
Jürgen Seibold/24.01.2006