Enrique Cortés: Der 26. Stock

Originaltitel: La Torre
Aus dem Spanischen von Luis Ruby
Deutsche Erstausgabe April 2010
c 2007 Enrique Cortéz
c 2010 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutsche Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 608 Seiten / € 14,90

COVER:

In einer kalten Februarnacht füllt sich der Himmel über Madrid mit Rauch: Die Zentrale eines internationalen Großkonzerns brennt lichterloh. Die Feuerwehr kann nichts gegen das Flammeninferno ausrichten, der Wolkenkratzer wird komplett evakuiert. Trotzdem entdecken Schaulustige im 26. Stock menschliche Schatten – aber in den Tagen darauf wird keine Leiche gefunden und auch niemand vermisst.

Isabel Alvarado ist Personalverantwortliche in der Abteilung Human Resources der Holding. Wochen vor der unheilvollen Brandnacht wird die 30-Jährige durch seltsame Vorkommnisse plötzlich hellhörig: Ihr Vorgesetzter verschwindet spurlos; ein neues Zutrittskontrollsystem wird über Nacht installiert; ihr geistig behinderter Bruder Teo, der in dem Büroturm als Reinigungskraft arbeitet, erlebt im Lift einen haarsträubenden Albtraum; Kollegen werden befördert, um dann ebenfalls spurlos zu verschwinden; und dann taucht auch noch ein seltsames Video auf…

Rezension:

“Der 26. Stock” ist in meinen Augen ein eher zwiespältiges Werk eines sicherlich aufstrebenden Autors. Das Problem liegt hierbei insbesondere in der falschen Erwartungshaltung des Lesers durch einen sehr reißerischen Klappentext, wodurch die dadurch entstandenen Bedürfnisse in keinster Weise befriedigt werden und somit das Buch schlechter dar stehen lassen, als es ihm ohne diese gerecht wird.
Die Geschichte ist eher als etwas kruder Krimi zu sehen, der am Meisten durch seine – vielen persönlich ähnlich bekannten – Geschehnisse im Büroalltag lebt. Diese spitzen sich zwar etwas zu – teilweise leider auch recht unglaubwürdig – wodurch ein relativ gut zu lesender Roman entstanden ist, der mit einem furiosen Ende versucht, dem Klappentext gerecht zu werden. Leider ist das Buch auch recht langatmig und wird dadurch dem implizierten Genre des Psychothrillers nicht durchgehend gerecht.
Enrique Cortes jedenfalls hat eine eingängige Art des Schreibens und somit entsteht die Hoffnung, das dies hier sein Lehrstück war und er uns noch beweist, zu was er wirklich fähig ist.
Jürgen Seibold / 24.08.2010

Julia Conrad: Der Aufstand der Drachen

Originalausgabe Juli 2007
c 2007 Piper Verlag GmbH, München
ca. 505 Seiten / € 8,95

COVER:

Als eines Tages die Blutstropfen eines ermordeten Kaisers durch die Felsen von Urchulaks Gefängnis sickern, erwacht der einst wegen Verrats aus dem Himmel verbannte Drache aus seiner Erstarrung. Von Vergeltungsgedanken erfüllt, plant er, seine alten Feinde für ihre Taten büßen zu lassen. Satt gefressen an den Seelen der Menschen, mutiert er schon bald zu einem mächtigen Koloss, der unbesiegbar scheint und alles verschlingt, was sich ihm in den Weg stellt. Doch auch die Hohen des Himmels sind nicht untätig und schicken sieben Auserwählte in den Kampf, darunter die Drachenjungfrau Miranda, um die Welt von der Bestie zu befreien…

REZENSION:

Barbara Büchner, wie Julia Conrad wirklich heißt, hat mit dem 2. Band der Drachentrilogie ein wunderbares Werk geschaffen, was sich wirklich toll liest.

Gleich zu Beginn fiel mir auf, dass ich mit dem 3. Band zuerst angefangen hatte, was aber weiter überhaupt nicht störte, weil man sich in die einzelnen Bände wunderbar neu einlesen kann. Die einzelnen Teile starten jeweils mit neuen Personen, dafür aber mit viel “bekannter” Welt.

Da ich nun also “Das Imperium der Drachen” zuvor gelesen habe, fällt mir erfreulicherweise auf, dass “Der Aufstand der Drachen” spannender geschrieben ist und vorallem die Handlung nicht von Worten erschlagen wird. In diesem 2. Band hat es Frau Conrad nicht nötig, sämtliche Grashalme Chatundras in Form und Farbe zu umschreiben, und man findet so genug Raum, um die eigene Fantasie spielen zu lassen.

Noch bevor man anfängt zu lesen, lohnt es sich, einen Blick auf die tolle Landkarte zu werfen, die die Bücher alle enthalten. Zwar noch klein und nur grob gezeichnet, dennoch lässt sie viel Spielraum für evtl. hoffentlich irgendwann noch folgende Erweiterungen dieser Karte.

Mein Rollenspielerherz schlägt natürlich in den höchsten Tönen, sobald ich so etwas sehe.
So klangvolle Namen wie “Gynnevise”, “Wyvern”, Tochtersohn” tragen den Leser durch das Buch. Leider findet man auch Namen wie “Miranda”, die doch eher an amerikanische Daily Soaps erinnern darin.

Insgesamt wird dem Leser auffallen, dass die Autorin hier noch nicht so extrem viele Handlungspersonen und Namen verwendet, wie sie das im 3. Teil ausleben wird.

Es lohnt sich auf jeden Fall zu lesen, wie die 7 Auserwählten sich durch allerhand brenzlige und spannende Situationen kämpfen, um den auf Rache sinnenden, grauen Drachen Urchulak und seine Anhänger  davon abzuhalten, die Welt zu vernichten und zu knechten.

Dieser 2. Band ist sehr spannend und fantasievoll geschrieben und besonders zu empfehlen, wenn man Drachen mag. Hier verdient das Buch wirklich den Namen “Der Aufstand der DRACHEN”.

Wenngleich mir die Autorin doch insgesamt lieber als Barbara Büchner durch ihre historischen Werke (zb.: “Die Frau des Ketzers”, “Der Pestarzt”) oder ihre spannenden Romane (zb.: “Das Hotel Agarthi”) in ihren Bann zieht.
Ina Orlamünder

Julia Conrad: Die Drachen

c Piper Verlag GmbH, München 2005

COVER:

Einst bändigten die Drachen die Urkräfte des Kosmos und lebten in ihrem blühenden Reich Chatundra einträchtig mit der Natur und ihren Geschöpfen. Während die stolzen Himmelsflügler auf Erden die Menschen schützten und sie mit der Kraft und Schönheit ihres Geistes inspirierten, wachte am Himmel das Dreigestirn der Drachengöttinnen über seine Schöpfung. Dann aber erhob sich Phuram der Gleißende, überwältigte das Dreigestirn und eroberte in einem Sonnensturm dessen Platz am Firmament.
So beginnt die Herrschaft des Sonnengottes, der fortan alles vernichtet, was nicht vor ihm im Staube kriecht. Wiesen und Wälder verbrennen, und die Menschen beugen sich der Allmacht eines gierigen Gottes. Viele Sonnenumläufe später zeichnet sich am Himmel eine schicksalhafte Konstellation ab: Das hell funkelnde Drachenauge und der schweflige Leichenstern stehen auf gleicher Höhe. Zur selben Zeit machen sich neun Auserwählte auf den Weg in die tote Stadt Luinflas, wo die Schöpferdrachin, von Phurams Schwert in drei Teile zerhauen, in den Tiefen des Berges Erebos ruht. Denn die Prophezeiung besagt, dass allein die Menschen die Kraft haben, Phurams Tat zu rächen und die Welt vor dem letzten, furchtbaren Krieg zu retten…

Julia Conrad, geboren 1950 in Wien, war Ghostwriterin, bevor sie unter eigenem Namen preisgekrönte Jugendbücher, Krimis und Fantasy-Romane schrieb. Sie tritt gern bis zur Anonymität hinter ihrem Werk zurück und hält ihre Bücher für wichtiger als ihre Person. Sie liebt starke Hunde, schöne Katzen und zahme Ratten. Die menschenscheue Einzelgängerin lebt im Herzen von Wien.

REZENSION:

Eine Welt voller Drachen die einträchtig mit den Menschen zusammen leben. Eine Welt voller Mystik und Magie. Eine Welt, deren Eintracht durch Phuram, den Sonnengott, zerstört wird. Ein Gott, der jeden vernichtet der sich gegen ihn stellt.
Übrig bleibt lediglich eine Prophezeiung, welche von auserwählten Menschen spricht, deren Aufgabe es sein wird Phuram zu bekämpfen und die drei Drachengöttinnen zurück an das Firmament zu holen…
Julia Conrad (=Barbara Büchner?) erschuf mit ihrem 509 Seiten umfassenden Werk “Die Drachen” einen exquisiten Fantasyroman in der diese weit verbreiteten Fabelwesen zur Hauptrolle werden.
Während des Prologs füllt sich des Lesers Gehirn ein wenig mit ausufernder Verwirrung, da Julia Conrad sehr tief in die Mythenkiste greift und den Leser zuerst in diese religiösen Tiefen zu leiten versucht.
Nach dem man jedoch während des Lesens die teilnehmenden Fabelwesen und Personen sowie deren Religion in sich aufnimmt, eröffnet sich ein phantasievoller, interessanter und umfangreich aufgebauter Plot der den Leser immer mehr in seinen Sog eintrudeln lässt.
Julia Conrad erreicht hierbei eine erzählerische Dichte, wie sie bisher eigentlich nur den Größen des Genres vorbehalten war.
Somit ein sehr zu empfehlendes Werk einer Autorin, die man nicht aus dem Auge verlieren sollte.
Jürgen Seibold/24.06.05

Julia Conrad: Das Imperium der Drachen

Originalausgabe Juni 2008
c 2008 Piper Verlag GmbH, München
ca. 506 Seiten / € 9,95

COVER:

Unheil braut sich über dem Imperium der Drachen zusammen. Angestiftet von einem Abtrünnigen, dem Leichenstern Gurundir, vereinen sich die bösen Mächte auf Chatundra zum Kampf gegen den doppelten Thron. Kaiserin Karenna und die Großdrachin Kylaila wählen den letzten Ausweg: Drei Menschen müssen zu einer waghalsigen Mission aufbrechen, um den Untergang abzuwenden. Doch die Zeit drängt, denn bald erreicht Gurundir den Zenit des Himmels und damit schier unbesiegbare Macht …

REZENSION:

Frau Conrad hat zweifelsohne eine Fantasie, die ihresgleichen sucht. Dies fällt dem Leser schon auf der ersten Buchseite auf, denn die Namen, die Handlungsorte und auch die Umschreibung derer, sind vollkommen anders, was sie von den typischen “Herr der Ringe”- Nachmachern gewaltig unterscheidet. Jedoch die Erwähnung Mittelerdes auf dem Buchrücken ist für mich nicht schlüssig, da es zwar Drachen gab, aber Chatundra doch eine vollkommen andere Welt ist.

Zur Handlung ist nur soviel zu sagen, als dass sich 3 Auserwählte (Menschen mit Helfer- Tieren und Ausrüstung) durch so allerhand unspannend gemachte Quests kämpfen müssen, durch die sie mithilfe der Gunst von mächtigen Unterstützern natürlich mehr oder weniger leicht getragen werden. Die beiden ersten Auserwählten können sofort gefunden werden, aber der Dritte braucht etwas mehr Aufwand. Als auch der 3. gefunden wurde, fängt die Autorin an, ein unterschwelliges Dreierverhältnis mit einzubasteln, was aber nie so ganz zum Vorschein kommt und nachweisbar wird. Zugegeben, teilweise kommen mir die Handlungen ein wenig als “Seitenfüller” vor, aber das liegt im Ermessen jedes Einzelnen.

Leider wird es vielen “Fantasy- Neulingen” schwer fallen befürchte ich, da die Vielzahl der Worte, die Dinge umschreibt fast übermächtig ist. Julia Conrad benötigt zuviele Worte um die Situation, die Umgebung und auch die Personen zu umschreiben, sodass es mir persönlich die Stimmung genommen hat. Nein, nicht nur die Stimmung, vielmehr auch die Spannung, welche ich leider im gesamten Werk nicht wiedergefunden habe.

Alles war selbst für den unerfahrenen Leser (man kann problemlos ohne Kenntnisse der anderen Teile einsteigen) sehr vorhersehbar und leider, wirklich LEIDER treten die Drachen irgendwann so merklich in den Hintergrund der Handlung, dass das Buch den Namen “Das Imperium der DRACHEN” irgendwie fast nicht mehr verdient. Zum Beispiel werden die Drachen irgendwann zu Drachendienern, die alles mögliche an Essen (und es wurde alles einzeln aufgezählt, siehe S. 117) auf Silberplatten servieren.

Wenn man die sprachliche Genialität der Autorin ausser Acht lässt, ist es ein wirklich “flaches” Buch mit einer Handlung, die interessant hätte sein können, wenn man sie nicht nahezu vollkommen in “Worten” erstickt hätte. Aber der doch eher epische Schreibstil macht Vieles kaputt und nimmt dem Leser jegliche Möglichkeit die eigene Fantasie während des Lesens mitspielen zu lassen.

Müsste ich Sternchen verteilen würde ich 2 von 5 geben, max. noch einen dazu für die wunderbare Art ihrer Umschreibungen, die allein mich dazu bewogen haben, das Buch nicht gleich wieder zu zuklappen, sondern mich weiter durch zustöbern, trotz schwindender Spannung und Konzentration.

Allerdings ist der Leser, der sich für magische, geheimnisvolle und fantasievolle Welten und wesen interessiert sehr gut beraten mit diesem Werk.

Ich würde mir Julia Conrad als Autorin eines Lexikons für Fantasywesen und Fantasywelten wünschen, denn das kann sie perfekt!
Ina Orlamünder

Lincoln Child: Eden Inc.

Originaltitel: Death Match
Übersetzung: Ronald M. Hahn
c 2004 by Lincoln Child
c 2005 der deutschsprachigen Ausgabe bei Droemer Verlag.

COVER:

“Liza ist ein Hybridrechner. So einen gibt es auf der Welt nicht noch mal.”
“WIeso nicht?”, fragte Lash.
“Weil er der einzige Großrechner ist, der um den Kern einer künstlichen Intelligenz herum gebaut wurde.”
“Und wie ist Silver dazu gekommen, ihn zu bauen?”
Tora trank einen Schluck Tee.”Darüber gibt es nur Gerüchte.”

Der brillante Informatikspezialist Richard Silver erschafft einen lernfähigen Computer, der zum Erfolgsgarant der Partnervermittlungsagentur Eden Inc. wird: Liza. Nur dieser Superrechner ist in der Lage, aus den komplexen Profilen von Millionen einsamer Menschen die beiden auszuwählen, die optimal zueinander passen und für ein glückliches Leben prädestiniert sind. Sechs solche perfekte Paare sind das Aushängeschild der Agentur – doch dann begeht das erste gemeinsamen Selbstmord. Der ehemalige FBI-Psychologe Dr. Christopher Lash soll herausfinden, wie es dazu kommen konnte. Seine Untersuchungen ergeben zunächst nichts Ungewöhnliches. Doch dann stirbt das zweite Trampaar. Lash muss sich in die Höhle des Löwen begeben, um das Geheimnis zu lösen – in die Welt von Eden Inc., High-Tech, totaler Überwachung – und Liza…

Lincoln Child arbeitete als Lektor für einen großen amerikanischen Verlag und machte sich als Herausgeber von Anthologien einen Namen, bis er 1995 zusammen mit Douglas Preston seinen ersten Wissenschaftsthriller schrieb. Relic – Museum der Angst wurde ein internationaler Bestseller, dem bisher sieben weitere folgten, darunter Ice Ship – Tödliche Fracht und Formula – Tunnel des Grauens. 2002 erschien Lincoln Childs erster Soloroman Das Patent, der als Knaur Taschenbuch vorliegt.
Lincoln Child lebt mit seiner Familie in Morristown, New Jersey. Er arbeitet derzeit sowohl an eigenen Projekten als auch am nächsten Roman mit seinem Freund Douglas Preston.

REZENSION:

Eden Inc. ist ein unglaublich spannender Roman über eine sehr erfolgreiche Partnervermittlungsagentur. Durch den auf der Welt einmaligen Superrechner Liza ist es der Agentur möglich, die komplexesten Berechnungen zur Partnerfindung durchzuführen.
Eine Übereinstimmung ab 90% sorgt bereits für ein glückliches Leben – eine absolute Übereinstimmung von 100% ist nahezu unmöglich und bei Eden Inc. erst sechs mal vorgekommen.
Als das erste dieser perfekten Paare gemeinsam Selbstmord begeht, soll der ehemalige FBI-Psychologe Christopher Lash den Grund dafür herausfinden. Während seine Untersuchungen im Umfeld dieses Paares zu nichts Ungewöhnlichem führen stirbt das zweite Traumpaar. Dr. Christopher Lash begibt sich nun zur Klärung des Falles in das Innere von Eden Inc. …
Beim Genuss dieses Romans vergisst man sehr schnell die eigene Umwelt um förmlich in das Geschehen um Christopher Lash einzutauchen. Lincoln Child schreibt extrem spannend und versteht es, den Leser mit einer glaubhaften Darstellung der technischen Entwicklungen, sowie den Eigenheiten der Firma an das Buch zu fesseln. Es ist eine furchteinflössende Geschichte, die Big-Brother-Elemente geschickt mit der Allmacht von überlegener Rechenkraft verbindet.
Lediglich die Auflösung gab es schon mehrfach in ähnlichen Romanen gleichen Grundthemas – Nur: Lincoln Child schaffte es am spannendsten.
Jürgen Seibold/16.05.05

Maxime Chattam: Alterra – Die Gemeinschaft der Drei

Originaltitel: Autre Monde, L’Alliance des Trios
Aus dem Französischen von Maximilian Stadler und Nadine Püschel
c 2008 by Editions Albin Michel
c 2009 der deutschsprachigen Ausgabe by PAN Verlag.
ca. 390 Seiten / € 16,95

COVER:

Niemand sah ihn kommen, plötzlich war er über der Stadt: ein unheimlicher, eisig kalter Sturm. Als der 14-jährige Matt die blauen Blitze bemerkt, will er seine Eltern warnen – doch zu spät: Matt wird von einem Blitz getroffen und verliert das Bewusstsein. Als er wieder aufwacht, ist er allein. Seine Eltern sind verschwunden, ebenso die Nachbarn und die Menschen auf den Straßen … Was ist geschehen?
Zusammen mit seinem Freund Tobias macht sich Matt auf die Suche nach weiteren Überlebenden. New York wirkt menschenleer – doch sie sind keineswegs ganz allein: Seltsame Wesen mit gleißenden Augen jagen sie, und ihnen bleibt nur die Flucht aus der Stadt.
Die Welt, die Matt und Tobias nun betreten, ist gefährlich und wild geworden. Zuflucht finden sie schließlich auf einer abgelegenen Insel im Westen, bei einer Gruppe von Kindern, die sich “Die Pans” nennen. Und Ambre, ein ebenso schönes wie kluges Mädchen, wird den Jungen schnell zu einer unverzichtbaren Freundin.
Als “Die Gemeinschaft der Drei” wollen sie sich den Gefahren der neuen Welt stellen und die Pan-Gemeinschaft vor dem Untergang retten. Denn vom Norden aus nähert sich ein bedrohlicher Schatten, und die einzigen Erwachsenen, auf die die Kinder noch stoßen, sind zu Kinderjägern geworden …

REZENSION:

Maxime Chattam eröffnet mit „Alterra“ den neu gegründeten PAN-Verlag, der sich unter der Hoheit von Knaur wohl in erster Linie um die fantastischen Seiten der Literatur kümmern wird. Hierbei liegt der Fokus auf die jugendliche Klientel – dies jedoch in einer Wertigkeit, die sicherlich auch jeden erwachsenen Freund der fantastischen Leseecke uneingeschränkt überzeugen kann.
Chattam lässt in seinem Buch fast die ganze Welt draufgehen – durch einen Sturm mit dazugehörigen, zielgerichteten Blitzen werden fast alle Erwachsenen von der Erdoberfläche getilgt. Lediglich Kinder und Jugendliche bleiben von diesem ersten Schub verschont. Diese müssen sich nun den folgenden Gefahren stellen und nebenbei zeigen, dass sie für die weitere Zukunft unseres Planeten verantwortlich sind.
Das Buch strotzt förmlich vor Ideenreichtum und lässt sich durch die sehr eingängige und unterhaltsame Sprache wunderbar lesen. Die Kapitel sind – wie oft bei Jugendbüchern sehr häufig – relativ kurz gehalten, was unwahrscheinlich dazu verleitet, in jeder freien Minute erneut zu dem genialen Buch zu greifen. Die Geschichte ist durchsetzt mit fantastischen Elementen und kann uneingeschränkt überzeugen. Das unvermeidliche Ende des Buches klingt ein wenig nach einer möglichen Fortsetzung – und ehrlich gesagt: Ich hoffe darauf…
Anfangs macht der Autor darauf aufmerksam, dass es sich um ein Zauberbuch handelt, welches nur von Personen, die ihre Fantasie nicht verloren haben zu genießen ist – daran möchte ich mich anschließen und somit ist „Alterra“ ein vermeintliches Jugendbuch, das ohne jegliche Einschnitte ebenso für den fantasievollen Erwachsen zu empfehlen ist. Alle anderen Lebewesen, die ihre kindliche Fantasie verloren haben, sind in vielen Fällen eher zu bemitleiden und können solche interessanten Werke unter Umständen nicht vollumfänglich genießen.
Jürgen Seibold/18.01.10

Ina-Marie Cassens: Die Heilerin von Salerno

Originalausgabe Februar 2007
c 2007 by Knaur Taschenbuch
ca. 573 Seiten / €8,95

COVER:

Salerno im 11. Jahrhundert: Hier hat sich die junge Trota dank ihrer medizinischen Erfahrungen, die sie im Harem von Messina gesammelt hat, einen Namen als Ärztin erworben. Doch ihr Ruhm bleibt nicht unangefochten: Man neidet ihr ihre Stellung, die für eine Frau ihrer Zeit ungewöhnlich ist, und wirft ihr sogar schwarze Magie vor. Zudem leidet ihr geliebter Sohn unter einer schweren Krankheit, die nur durch eine geheimnisvolle Medizin gelindert werden kann. Diese aber kann ihr nur einer beschaffen: der muslimische Gelehrte und Kräuterhändler Halifa, den sie einst in Messina kennen und lieben lernte…

REZENSION:

Ina-Marie Cassens erzählt in “Die Heilerin von Salerno” über die erste Frauenärztin im 11. Jahrhundert. Allein die Zeit spricht schon dafür, dass die junge Trota mit den unterschiedlichsten Problemen zu kämpfen hat.
Ina-Marie Cassens beschreibt dies in ihrem Roman absolut detailverliebt, sehr gut recherchiert und historisch fundiert. Sie versäumt es dabei auch glücklicherweise nicht, die damals verwendeten Heilverfahren sehr lebendig darzulegen und man kann dadurch sehr gut an den früheren Methoden – neben dem Lerneffekt – teilhaben.
Ihre Schreibweise ist sehr glaubwürdig in der Darstellung der Zeit und trotzdem unterhaltsam und eingängig. Leider trägt sie im folgenden Lauf der Geschichte dramaturgisch etwas zu dick auf und dadurch wird die grundsätzlich sehr interessante Geschichte in der Handlung etwas unglaubwürdiger und langatmiger.
Diese teilweise etwas unrealistischen Szenen hätte die Autorin einfach weglassen oder in einer anderen Art erzählen sollen – dann könnte man dieses Buch ohne weiteres in einem Atemzug mit den Größen der historischen Romane nennen.
Nachdem dies jedoch nicht der Fall ist, bleibt trotzdem ein sehr lebendiger Roman, der bildhaft und detailliert über die Orte und die damalige Zeit berichtet und nebenbei einen extrem starken Einblick in die Medizin des 11. Jahrhunderts gibt.
Jürgen Seibold/02.06.2007

Michael Byrnes: Die Messias-Linie

Originaltitel: The Sacred Blood
Aus dem Amerikanischen von Christine Gaspard
Deutsche Erstausgabe September 2009
c 2009 by Michael Byrnes
c 2009 für die deutschsprachige Ausgabe bei Knaur Taschenbuch
ca. 396 Seiten / € 8,95

COVER:

Pater Patrick Donovan ist auf der Flucht: Er hat das Ossuarium Christi an einem geheimen Ort verborgen und muss nun um sein Leben fürchten. Aaron Cohen, ein religiöser Fanatiker, der seine Stammlinie auf Moses und den Messias zurückführt, schreckt vor nichts zurück, um die Gebeine Jesu in seinen Besitz zu bringen. Mit alttestamentarischer Härte verfolgt er sein Ziel. Denn es geht um die Reinheit des Blutes und um die Macht über die Menschheit…

REZENSION:

Michael Byrnes konnte durch sein Werk „Relictum“ die Dan Brown und Scott McBain verwöhnten Lesern problemlos überzeugen. Nun schiebt er mit „Die Messias-Linie“ ein Werk nach, dass den Versuch startet, den begonnenen Plot weiter zu stricken. Die in „Relictum“ versteckten Knochen Jesu spielen diesmal jedoch eher eine untergeordnete Rolle – Michael Byrnes geht hier noch etwas mehr in die Vergangenheit um sagenumwobene Schätze ins Spiel zu bringen. In „Die Messias-Linie“ lässt er sogleich die – sicherlich jedem geläufige – Bundeslade teilnehmen. Erfreulicherweise legt er jedoch seinen „Verschwörungsfokus“ nicht auf die in vielen Romanen „gebeutelten“ Katholiken des Vatikans – er steuert seinen Fokus vielmehr auf die Problematiken zwischen Israel und Palästina, die durch eine Konfrontation auf dem heiligen Tempelberg schwer berührt werden. Nichts desto trotz ist das Buch teilweise recht mystisch angehaucht und man fühlt sich beim Öffnen der Lade beinahe zur selben Situation versetzt, mit der bereits Indiana Jones konfrontiert war.
Seine Erzählweise bleibt weiterhin sehr eingängig und spannungsgeladen. Diese zeigen sich ebenso wie die geschichtlichen Hintergründe sehr detailliert und fundiert dar gelegt. Somit konnte Michael Byrnes auch mit diesem Werk überzeugen – es ist zwar nicht ganz so überraschend und spannend wie „Relictum“, lässt aber trotzdem für alle Freunde des mystischen Verschwörungsthrillers nichts zu wünschen übrig.
Ich persönlich hoffe sehr auf ein weiteres Werk und der vorliegende Plot lässt dies auch bereits ein wenig vermuten.
Jürgen Seibold / 18.01.2010

Michael Byrnes: Relictum

Originaltitel: The Sacred Bones
Übersetzung: Dois Styron
Deutsche Erstausgabe Mai 2007
c 2007 by Michael Byrnes
c 2007 für die deutschsprachige Ausgabe bei Knaur Taschenbuch.
ca. 460 Seiten / 8,95 €

COVER:

Eine mit modernstem Hightech-Gerät ausgerüstete Söldnertruppe stürmt den Felsendom in Jerusalem und raubt aus einer verborgenen Grabkammer eine antike Reliquie: ein Ossarium, das die Gebeine eines unbekannten Toten enthält. Auftraggeber ist der römische Kardinal Santelli, dem ein geheimnisumwittertes Manuskript aus dem 1. Jahrhundert in die Hände gespielt wurde. Dort finden sich Hinweise darauf, dass diese Grabkiste die sterblichen Überreste Jesu Christi enthalten könnte. Und Santelli will mit allen Mitteln verhindern, dass die heilige Lehre von der Auferstehung Christi widerlegt wird…

REZENSION:

Mysteryromane schießen seit dem unglaublichen Erfolg von Dan Brown wie Pilze aus dem Boden. Wie bei vielen anderen wird auch bei Michael Byrnes RELICTUM auf diesen Zusammenhang hingewiesen.
Meistens werden die dann erzählten Geschichten dieser Verbindung in keinster Weise gerecht und man hat das Gefühl, das einfach die Marketingabteilung des Verlages damit lediglich die Verkaufszahlen erhöhen möchte – ohne Rücksicht auf die Qualität der Story zwischen den Buchdeckeln.
Es gibt jedoch auch Autoren, die es absolut nicht nötig haben, so eine Hilfe zu erhalten. Michael Byrnes gehört definitiv zu dieser Sorte.
Sein RELICTUM ist vielmehr eine gelungene und hochinteressante Variante dieses Genres. Er verknüpft spielerisch mysteriöse Elemente, kirchliche Hintergründe, Verschwörungen, Ängste, Nachforschungen mit politischen Gegebenheiten und baut damit eines hochgradigen Blockbuster auf, der zum Umblättern zwingt und den Leser durch seinen geschickten Spannungsaufbau die Umgebung vergessen lässt.
Die Geschichte ist durchweg glaubhaft erzählt und bezieht auch viele reale Elemente mit ein. Sämtliche Figuren zeigen sich sehr detailliert und glaubhaft gezeichnet und sorgen für unterschiedlichste Empfindungen.
RELICTUM ist damit uneingeschränkt jedem Buchstabenverschlinger empfohlen und ein absoluter “pageturner”.
Wahrlich ein Autor, der sich nicht mehr im Fahrwasser eines Dan Brown oder Scott McBain befindet – Michael Byrnes hat schon zum Überholen angesetzt.
Jürgen Seibold/22.07.2007

Jim Butcher: Sturmnacht – Die dunklen Fälle des Harry Dresden

Originaltitel: Storm Front
Übersetzung: Jürgen Langowski
Deutsche Erstausgabe Juni 2006
c 2006 für die deutschsprachige Ausgabe by Knaur Taschenbuch.
ca. 334 Seiten / € 7,95

COVER:

”Mein Name ist Dresden, Harry Dresden. Wenn Sie nachts Angst bekommen, dann schalten Sie das Licht ein. Wenn Ihnen nichts und niemand helfen kann, dann rufen Sie mich an.”

Immer häufiger wird die Polizei von Chicago mit bizarren Morden konfrontiert. Wenn man mit modernsten Ermittlungsmethoden nicht weiterkommt, gibt es nur einen, der helfen kann: Harry Dresden. Er verfügt über einen ausgezeichneten Spürsinn – und besondere Fähigkeiten. Doch wer in der Lage ist, die Dunkelheit hinter unserer normalen Realität zu sehen, lebt gefährlich…

REZENSION:

Sie lieben Krimis?
Sie sind es aber leid, daß meistens die Krimiromane nach dem selben Schema ablaufen?
Sie lieben Mystery?
Sie lieben Fantasy?
Sie glauben, dass es erheblich mehr zwischen Himmel und Erde geben muss, als es zu sein scheint?
Sie halten Dämonen, Zaubersprüche, Zaubertränke und Magier für eine interessante Alternative?
Dann lesen Sie dieses Buch!
Jim Butcher erzählt in “Sturmnacht” über den ersten dunklen Fall des Magiers Harry Dresden.
Er lässt einen Krimifall entstehen, der für die “normale” Polizei allein durch die Ausführung bereits zu hoch ist. Hier kommt nun sein Protagonist in Gestalt eines abgehalfterten Magiers, der Probleme mit dem Begleichen seiner Miete hat, ins Spiel kommen, um der örtlichen Polizei auf der Suche nach dem Mörder behilflich zu sein.
Ab diesem Zeitpunkt entsteht ein rasanter Plot, der mit so ziemlich allen magischen Zutaten, die man sich so vorstellen kann, durchwebt ist und den Leser atemlos mit rasen lässt. Sozusagen eine Art “Harry Potter” für Erwachsene – jedoch viel rasanter, spannender, brutaler, witziger und fesselnder.
Man kann dem Knaur Verlag nur dafür dankbar sein, dass sie diesen Autor entdeckten und in unserem bescheidenen Land auf den Markt bringen.
Ich kann jedem nur raten: Gönnen Sie sich den ersten Fall von Harry Dresden und sie werden sicherlich dem Zweiten entgegenfiebern.
Jürgen Seibold/18.03.2007

Jim Butcher: Grabesruhe – Die dunklen Fälle des Harry Dresden

Originaltitel: Grave Peril
Übersetzung: Jürgen Langowski
Deutsche Erstausgabe September 2007
c 2001 by Jim Butcher
c 2007 für die deutschsprachige Ausgabe bei Knaur Taschenbuch
ca. 490 Seiten / € 8,95

COVER:

Eigentlich hat Harry Dresden eine Pause verdient – immerhin musste er sich schon mit gigantischen Skorpionen, heimtückischen Vampiren und hungrigen Werwölfen anlegen. Aber das kommt davon, wenn man nicht nur als Privatdetektiv, sondern auch als einziger Magier der Stadt im Telefonbuch steht. Doch bevor Harry zur Ruhe kommen kann, taucht eine neue Bedrohung auf: Immer mehr Geister verlassen ihr Grab, um die Lebenden heimzusuchen. Und eins haben die Opfer gemeinsam: Sie kannten Harry…

REZENSION:

Es gibt gewisse Veröffentlichungen, die im Laufe der Jahre nicht durch ihre Qualität oder einem literarischem Anspruch geglänzt haben – trotzdem aber zu absolutem Kult geworden sind. Man nehme nur die Groschenromane eines John Sinclair oder die umfangreiche Hexer-Reihe, die einen Hohlbein erst zu dem gemacht hat, wofür er heute steht.
Viele fragen sich zu recht, warum solche – zumeist als trivial bezeichnete – Werke jedem bekannt sind und sogar als sehr wichtig eingestuft werden. Meiner Meinung nach aus lediglich einem Grund: Sie dienen der absoluten Unterhaltung und man kann auf leichte Weise abschalten, den Alltag vergessen und sich einfach von einer Geschichte in einem bestimmten Genre treiben lassen.
Genau in diesen Bereich fallen auch die Fälle des Harry Dresden mit denen uns der Autor Jim Butcher konfrontiert. Auch hier ist es unsinnig über Literatur oder Hintergründe zu sprechen. Genauso wenig wie über zu viel klischeebehafteter Inhalt oder der allgemeinen Frage: “Warum liest du sowas?”.
Vielmehr führt uns Jim Butcher ebenfalls in die Welt der schlichten Unterhaltung und sorgt damit für eine spannungsgeladene Auszeit in den Wirren und Ärgernissen des Lebens. Und dies macht er auch noch verdammt gut, in dem er einen beinahe verrückt zu nennenden Hauptdarsteller loslässt, dessen Charakterzüge so geschickt aufgebaut sind, dass sich ein Leser mit Leichtigkeit hineinversetzen kann. Jim Butcher spielt dabei mit allen bekannten Versatzstücken des Horros und scheut auch nicht davor, Werwölfe, Zombies und was es sonst noch so gibt, los zu lassen. Dadurch entsteht zwar nichts neues – macht einem als Kenner des Genres aber trotzdem sichtlich Spaß und sorgt mit spielerischer Leichtigkeit für die notwendige, oben genannte Auszeit.
Unterhaltungsliteratur soll unterhalten – und das schafft Jim Butcher einwandfrei, womit seine Reihe um Harry Dresden mit Sicherheit auch das Zeug zum zukünftigen Kultstatus hat.
Jürgen Seibold/19.05.08

Terry Brooks: Der Erbe von Shannara (Shannara Zyklus Band 3)

Originaltitel: The Sword of Shannara 3
1977, Random House, Inc.
Wilhelm Goldmann Verlag, München 1978 / 1992

COVER:
SHANNARA die Fantasy-Saga voll mystischer Wunder und heroischer Abenteuer.
Der Dämonen-Lord ruht nicht. Er weiß, daß das Schwert von Shannara in der Hand eines seiner Untertanen ist und die Südländer keine Möglichkeit haben, sich zu verteidigen. Also schickt er seine riesigen Armeen gen Süden, zuerst nach Kern, dann nach Tyrsis. Dort hält sich Prinz Palance auf, der von einem verräterischen Magier beeinflusst wird und deshalb unwissentlich dem Dämonen-Lord dient. Erst als die Getreuen Allanons den rechtmäßigen Thronerben Balinor auf den Thron setzen, beginnen die Südländer sich zu verteidigen.
Zur gleichen Zeit muß sich Shea, der ERBE VON SHANNARA der größten Gefahr von allen gegenüberstellen – dem Dämonen-Lord selbst …
SHANNARA – die internationalen Bestseller:
“… weit über der gewohnten Fantasy”
(New York Times Book Review)
“viele Nächte spannender Lektüre…”
(Chicago Daily News)

REZENSION:

Das dritte Buch des ersten, dreibändigen, Zyklus über das Schwert von Shannara bewegt sich mit einer riesigen Schlacht in der Gut gegen Böse kämpfen dem Ende der Geschichte zu. Wieder einmal baut Brooks die spannende Handlung weiter und schafft trotz einer gewissen Vorhersagbarkeit die Handlungsstränge sehr stimmig zu verknüpfen und mit einigen Wendungen zu überraschen. Gleichzeitig bietet dieses Buch, wie auch seine beiden Vorgänger, eine gewisse ironische Note, die beim Leser manchmal ein Schmunzeln hervorruft aber trotzdem nicht aufgesetzt zu sein scheint. An dem Problem, das man die Shannara-Reihe nicht aus der Hand legen kann, hat sich mit diesem Band nichts geändert.
Jürgen Seibold/16.11.03

Terry Brooks: Der Sohn von Shannara (Shannara Zyklus Band 2)

Originaltitel: The Sword of Shannara 2
1977, Random House, Inc.
Wilhelm Goldmann Verlag, München 1978 / 1993

COVER:
SHANNARA
die Fantasy-Saga voll mystischer Wunder und heroischer Abenteuer.
Der junge Shea, dem es obliegt, das Schwert von Shannara an sich zu nehmen und damit seine Heimat zu retten, ist zusammen mit seinen Gefährten auf dem Weg zur Druidenburg Paranor, als er von seinen Mitreisenden getrennt wird. Die übrigen setzen, trotz schwerer Bedenken, die Reise fort, können aber das Schwert in der Burg nicht finden.
Denn es obliegt dem SOHN VON SHANNARA zusammen mit seinen neuen Gefährten Panamon und Keltset das Schwert zu entdecken und seinem Träger nachzueilen – denn jener hat den Auftrag, es zur Burg des Dämonen-Lords zu bringen…
SHANNARA
die internationalen Fantasy-Bestseller
“…weit über der gewohnten Fantasy”
(New York Times Book Review)
“viele Nächte spannender Lektüre…”
(Chicago Daily News)

REZENSION:

Das zweite Buch des ersten, dreibändigen, Zyklus über das Schwert von Shannara strotzt vor einer extrem spannenden Handlung. Man merkt, das Brooks sich mit diesem Band langsam dem Höhepunkt entgegenarbeitet und man hat sichtlich Probleme, das Buch aus der Hand zu legen – solang nicht die letzte Seite gelesen wäre.
Kurz gesagt, kann diese Reihe vorbehaltlos jedem Fantasy-Freak ans Herz gelegt werden – trotz, oder obwohl es teilweise ein wenig mit Klischees vollgestopft zu sein scheint, die der spannenden Geschichte jedoch keinen Abbruch entgegensetzen können.
Jürgen Seibold/16.11.03

Terry Brooks: Das Schwert von Shannara (Shannara Zyklus Band 1)

Originaltitel: The Sword of Shannara 1
1977, Random House, Inc.
Wilhelm Goldmann Verlag, München 1978 / 1993

COVER:

SHANNARA die Fantasy-Saga voll mystischer Wunder und heroischer Abenteuer.
Der junge Shea, letzter Sproß des sagenhaften Königs von Shannara, ist der einzige, der sich gegen die Gefahr aus dem Nordland stellen kann.
Denn der Lord der Zauberer droht in die friedlichen Länder der Menschen, Elfen und Zwerge einzufallen.
Doch um seine Aufgabe erfüllen zu können, braucht Shea das sagenhafte SCHWERT VON SHANNARA, das in der Druidenburg Paranor liegt.
So macht er sich zusammen mit seinem Stiefbruder Flick auf eine lange und äußerst gefährliche Reise…

SHANNARA – die internationalen Bestseller:
“… weit über der gewohnten Fantasy”
(New York Times Book Review)
“viele Nächte spannender Lektüre…”
(Chicago Daily News)

REZENSION:

Der erste Band der Shannara-Reihe von Terry Brooks zeigt von Anfang an, an welchem Vorbild er sich orientiert. Man merkt den großen Bezug zur Fantasy-Bibel “Der Herr der Ringe” auf der Stelle.
Bei Brooks fällt jedoch auf, wie weit oben und unerreichbar Tolkiens Meisterwerk ist.
Der Roman spielt mit allen Fantasy-Klischees, was jedoch nicht die Freude am Buch nimmt. Im Gegenteil: Sowas muss ja auch mal wieder sein.
Aus diesem Grund und durch den leichten, eingängigen, interessanten Schreibstil Brooks’ ist Das Schwert von Shannara trotzdem eine sehr gute Unterhaltung und lässt auf den zweiten Band hoffen…
Jürgen Seibold / 2003

Simon Brett: Der Tote im Hotel

Originaltitel: The Hanging in the Hotel
Übersetzung: Renate Weitbrecht und Friedrich Pflüger
Deutsche Erstausgabe November 2007
c 2004 by Simon Brett
c 2007 für die deutschsprachige Ausgabe bei Knaur Taschenbuch
ca. 396 Seiten / 7,95 €

COVER:

Im Hopwicke Country Hotel feiert ein exklusiver Männerclub der britischen Oberschicht ein rauschendes Fest. Am Morgen danach wird der junge Anwalt Nigel Ackford erhängt in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Die Polizei geht von Selbstmord aus. Doch die Besitzerin des Hotels ist misstrauisch und fürchtet um ihr Geschäft. Sie bittet die exzentrischen Hobbydetektivinnen Jude und Carole, Nachforschungen anzustellen. Aber die Hotelgäste tischen den beiden immer neue Lügengeschichten auf…

REZENSION:

Mit “Der Tote im Hotel” legt Simon Brett eine übliche Kriminalgeschichte vor, die leider nicht aus der Masse hervorstechen kann. Simon Brett versucht sich zwar durch seine Hobbydetektive im Rentenalter an Miss Marple anzulehnen – kommt aber an den Witz der etwas zerstreut aber doch gewieft wirkenden Figur nicht ran. Durch den Einbau entsprechender und verwirrenden Lügengeschichten der einzelnen Verdächtigen führt er zwar den Leser etwas an der Nase herum, schafft es aber leider nicht, die notwendige Lebendigkeit und die erwartete Spannung ein zu bauen. Somit plätschert die vorliegende Geschichte in erster Linie vor sich hin und hat als einzigen positiven Punkt, dass der Mörder wirklich erst auf den letzten Seiten enthüllt wird.
Übrig bleibt ein mittelmäßiger Krimi, der sein Genre bedient aber nach Schließen des Buches sicherlich nicht bleibend in Erinnerung fortleben kann.
Jürgen Seibold/05.02.2008