Simon Brett: Der Tote im Hotel

Originaltitel: The Hanging in the Hotel
Übersetzung: Renate Weitbrecht und Friedrich Pflüger
Deutsche Erstausgabe November 2007
c 2004 by Simon Brett
c 2007 für die deutschsprachige Ausgabe bei Knaur Taschenbuch
ca. 396 Seiten / 7,95 €

COVER:

Im Hopwicke Country Hotel feiert ein exklusiver Männerclub der britischen Oberschicht ein rauschendes Fest. Am Morgen danach wird der junge Anwalt Nigel Ackford erhängt in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Die Polizei geht von Selbstmord aus. Doch die Besitzerin des Hotels ist misstrauisch und fürchtet um ihr Geschäft. Sie bittet die exzentrischen Hobbydetektivinnen Jude und Carole, Nachforschungen anzustellen. Aber die Hotelgäste tischen den beiden immer neue Lügengeschichten auf…

REZENSION:

Mit “Der Tote im Hotel” legt Simon Brett eine übliche Kriminalgeschichte vor, die leider nicht aus der Masse hervorstechen kann. Simon Brett versucht sich zwar durch seine Hobbydetektive im Rentenalter an Miss Marple anzulehnen – kommt aber an den Witz der etwas zerstreut aber doch gewieft wirkenden Figur nicht ran. Durch den Einbau entsprechender und verwirrenden Lügengeschichten der einzelnen Verdächtigen führt er zwar den Leser etwas an der Nase herum, schafft es aber leider nicht, die notwendige Lebendigkeit und die erwartete Spannung ein zu bauen. Somit plätschert die vorliegende Geschichte in erster Linie vor sich hin und hat als einzigen positiven Punkt, dass der Mörder wirklich erst auf den letzten Seiten enthüllt wird.
Übrig bleibt ein mittelmäßiger Krimi, der sein Genre bedient aber nach Schließen des Buches sicherlich nicht bleibend in Erinnerung fortleben kann.
Jürgen Seibold/05.02.2008

Herbie Brennan: Das Elfenportal

Originaltitel: Faerie Wars
Übersetzung: Frank Böhmert
c 2003 Herbie Brennan
c 2003 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG

COVER:

Seit langer Zeit schon herrscht der Purpurkaiser über das Elfenreich. Doch den Elfen der Nacht ist jedes Mittel recht, seine Macht zu brechen: Sie schließen einen unheilvollen Pakt mit den Dämonen der Finsternis…
Auch Kronprinz Pyrgus Malvae, der Sohn des Purpurkaisers, ist nun in Gefahr. Von den dunklen Mächten verfolgt, muss er rasch und möglichst unauffindbar verschwinden. Seine Flucht soll ihn durch das geheime Elfenportal in die Gegenwelt führen. Doch durch einen Fehler im Portal landet er beim Übertritt auf Schmetterlingsgröße verkleinert im Garten des skurrilen alten Mr Fogarty, wo dessen junger Freund Henry dem Elfenprinz zum ersten Mal das Leben rettet. Hat Pyrgus in Henry einen Verbündeten gefunden?
Können Sie gemeinsam die Mächte des Bösen bekämpfen?

“Ein Spaß sondergleichen: voller Witz und Ironie, facettenreichen Figuren und einer spannenden Handlung. Man kann nur hoffen und wünschen, dass das Elfenportal eine große Leserschaft findet.”
Neues aus Anderwelt

“Einer der besten Fantasy-Schmöker seit langer, langer Zeit.”
Victoria Neumark in “TES”

“Eine verblüffende Mischung aus Fantasy und Abenteuer. Brennan ist ein wahrer Meister.”
Eoin Colfer, Autor von “Artemis Fowl”

Herbie Brennan schrieb seinen ersten Roman mit Mitte zwanzig. Seitdem hat er zahlreiche Bücher für Kinder und Erwachsene veröffentlicht, die in mehr als fünfzig Ländern und in einer Gesamtauflage von über 7,5 Millionen Exemplaren erschienen sind. Neben dem Schreiben entwickelt er Spiele und Computer-Software und arbeitet für das Radio. Er lebt in County Carlow, Irland. “Das Elfenportal” wurde ein großer internationaler Erfolg und erscheint in 20 Sprachen.

“Kurzweilige, gar nicht klischeehafte Fantasy mit unkonventionellen jungen Helden und originellen Bösewichten.”
Young Lisa

“Brennan ist ein großartiger Erzähler, der seinen raffinierten Plot von vorn bis hinten beherrscht und seine Leser mitzureißen versteht. Seine Figuren sind lebendig und absolut überzeugend.”
Lindsey Fraser in “The Guardian”

REZENSION:

Mit diesem Buch hat mich endlich mal wieder ein Buch erreicht, das von der ersten bis zur letzten Seite zu überzeugen weiß.
Herbie Brennan spielt mit vielen bekannten Mythen und verwebt diese zu einer spannenden Geschichte, die sich innerhalb unserer Gegenwart und dem Reich der Lichtelfen abspielt. Sämtliche Charaktere sind glaubhaft gezeichnet und wissen in ihren Handlungen zu überzeugen. Hierbei handelt es sich um Menschen, wie du und ich, sowie um Elfen des Lichts, Nachtelfen und Dämonen. Diese konventionslose und übergreifende Darstellung erlaubt der Geschichte einen fantasievollen Handlungsaufbau, der sich sehr flüssig und mit viel Spaß lesen lässt.
Der Autor schrieb mit “Das Elfenportal” eine spannende, ironisch gewürzte und extrem zu empfehlende Geschichte, die in ihrem Rahmen fast wie ein Märchen klingt und ohne Probleme auch der heutigen Harry-Potter-Klientel zum Lesen gegeben werden kann (Was nicht heißen soll, sie wäre nichts für Erwachsene!!).
“Das Elfenportal” ist endlich mal wieder ein schöner “richtiger” Fantasyroman, bei dem man nur hoffen kann, dass es sich um den Start einer hoffentlich sehr großen Reihe handelt.
Mr Brennan: Bitte schreiben Sie weiter und lassen Sie die beiden Hauptdarsteller Pyrgus und Henry noch mehr erleben!!
Jürgen Seibold/04.02.2004

Herbie Brennan: Der Purpurkaiser

Originaltitel: The Purple Emperor
Übersetzung: Frank Böhmert
c 2004 Herbie Brennan
Deutsche Erstausgabe Mai 2005 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München
359 Seiten

COVER:

Henry hat den Hilferuf vernommen. Doch als er das Portal zum Elfenreich durchquert, ist auf der anderen Seite nichts mehr so, wie es war. Lord Hairstreak hat den ermordeten Purpurkaiser mit den Mitteln der Schwarzen Magie wieder zum Leben erweckt. Er will mit dessen Hilfe das Elfenreich kontrollieren. Doch der Purpurkaiser ist nicht mehr der Vater, den Kronprinz Pyrgus Malvae und seine Schwester Holly Blue geliebt haben. Sein Körper und sein Geist gehorchen nun blind Lord Hairstreak. Und damit die Mitglieder des Kaiserlichen Haushalts nicht Hairstreaks Pläne durchkreuzen, verbannt er Pyrgus und seine Schwester in das ferne, dunkle Haleklind. Beim Kampf um die Rettung des Elfenreiches sind sie auf jede Hilfe angewiesen. Henry setzt alles daran, seine Freunde in dieser unwirtlich gewordenen Welt zu finden. Ein langes, gefahrvolles Abenteuer voller Dramatik, Zauber, Gewalt und Wunder beginnt…

“Wenn du hieraus keine Serie machst, werde ich dich verklagen!” Das verkündete Eoin Colfer, Autor von “Artemis Fowl”, bei Erscheinen von Herbie Brennans internationalem Bestseller “Das Elfenportal”. Colfer kann auf eine Klage verzichten, denn Brennan legt mit “Der Purpurkaiser” nun die rasante Fortsetzung des ersten Bandes vor. Und – so viel sei verraten: Er schreibt weiter!

“Ein fantastisches Buch für eingefleischte Fantasy-Liebhaber auf der Suche nach einem neuen Thrill. Es lebt von Spannung und HUmor, Magie und Fantasie und bedient sich wohltuend der Sprache des 21. Jahrhunderts.”
Books for Keeps (Five Star Review)

Herbie Brennan schrieb seinen ersten Roman mit Mitte zwanzig. Seitdem hat er zahlreiche Bücher für Kinder und Erwachsene veröffentlicht, die in mehr als fünfzig Ländern und in einer Gesamtauflage von über 8 Millionen Exemplaren erschienen sind. Neben dem Schreiben entwickelt er Spiele und Computer-Software und arbeitet für das Radio. Er lebt in County Carlow, Irland. “Das Elfenportal” wurde ein großer internationaler Erfolg und ist in über 20 Sprachen erschienen.

REZENSION:

Nach dem genialen Eröffnungsband “Das Elfenportal” war ich sichtlich erfreut als mir unsere nette Post ein kleines Päckchen mit der Fortsetzung “Der Purpurkaiser” überreichte.
“Der Purpurkaiser” setzt beinahe nahtlos am Ende des ersten Bandes an und spinnt die Geschichte um Henry, Mr. Fogarty, Lord Hairstreak, Kronprinz Pyrgus Malvae und dessen Schwester Holly Blue weiter.
Diesmal geht es um nichts geringeres als die Rettung des Elfenreiches vor den üblen Machenschaften des Lord Hairstreaks und der junge Henry tut alles daran, seinen Freunden im Elfenreich behilflich zu sein.
Herbie Brennan hat erneut eine spannende, ironische, witzig erzählte und sehr modern geschriebene Fantasy-Geschichte vorgelegt, die beinahe in nichts dem ersten Band nachsteht.
Lediglich der Überraschungseffekt und das Kennenlernen des parallel existierenden Elfenreiches fehlt natürlich. Diesen Umstand weiß Herbie Brennan aber sehr geschickt zu nutzen: Er lässt einfach die im ersten Band notwendigen Erklärungen weg und konzentriert sich diesmal auf die Handlung. Dadurch konnte er im selben Seitenumfang viel mehr Geschehnisse einpacken und lässt den Leser in einer erfrischenden und interessanten Art und Weise an den weiteren Entwicklungen im Elfenreich teilhaben.
“Der Purpurkaiser” ist dadurch ein wenig spannender geworden und es scheint daß hier so langsam ein sehr hochkarätiges neues Fantasy-Epos entsteht.
Alles in allem einfach nur (wie “Das Elfenportal”) uneingeschränkt zu empfehlen.
Jürgen Seibold/26.07.05

Herbie Brennan: Der Elfenpakt

Originaltitel: Ruler of the Realm
Übersetzung: Salah Naoura
Deutsche Erstausgabe Oktober 2006
c 2006 Herbie Brennan
c 2006 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München
ca. 377 Seiten / 14,– €

COVER:

Seit Holly Blue Kaiserin des Elfenreiches ist, lastet eine gewaltige Verantwortung auf ihr. Die Elfen der Nacht verhalten sich verdächtig still, und auch von den Dämonen der Finsternis gab es seit langem schon kein Lebenszeichen. Da die neue Kaiserin nichts dem Zufall überlassen will – schon gar nicht das Schicksal ihres Reiches -, sucht sie heimlich den Gewürzmeister auf, ein Orakel…
Gemeinsam mit ihren Generälen berät sie danach über einen Präventivschlag gegen die Nachtelfen. Ihr Onkel, Lord Hairstreak, lässt ihr indessen eine Nachricht zukommen: Die Nachtelfen wollen zum ersten Mal in der Geschichte des Elfenreiches mit den Elfen des Lichts verhandeln. Heimlich beschließt Holly Blue, Hairstreak aufzusuchen – nicht ohne zuvor den Countdown des Reiches auszulösen:
Sollte ihr etwas zustoßen, wird nach Ablauf der Frist von drei Tagen der Krieg gegen die Nächtlinge beginnen – und niemand außer der Kaiserin vermag den Countdown zu stoppen…

Herbie Brennan schrieb seinen ersten Roman mit Mitte zwanzig. Seitdem hat er zahlreiche Bücher für Kinder und Erwachsene veröffentlicht, die in mehr als fünfzig Ländern und in einer Gesamtauflage von über 8 Millionen Exemplaren erschienen sind. Neben dem Schreiben entwickelt er Spiele und COmputer-Software und arbeitet für das Radio. Er lebt in County Carlow, Irland.
“Das Elfenportal” (2003) und “Der Purpurkaiser” (2004) sind große internationale Erfolge und in über 20 Sprachen erschienen. “Der Elfenpakt” ist Herbie Brennans dritter Teil der Abenteuer im Elfenreich.

REZENSION:

Herbie Brennan setzt mit Der Elfenpakt nach seinen beiden Werken Das Elfenportal und Der Purpurkaiser seine spannende und kurzweilige Geschichte um die Elfenreichkaiserin Holly Blue und dem Menschenjungen Henry in gewohnt gekonnter Manier fort.
Im Gegensatz zum ersten Band, der noch von der Überraschung des Aufeinandertreffens zweier unterschiedlicher Welten leben konnte, verlässt Brennan mehr und mehr die Episoden in der uns bekannten „richtigen“ Welt und breitet seine Geschichte verstärkt in der weiterhin sehr interessanten Welt der Elfen aus.
Dadurch verliert sein Roman leider etwas von dem sehr interessanten und kurzweiligen Witz des dabei auftretenden Kulturschocks. Nichts desto trotz führt er anhand von typischen Fantasy-Elementen seine Geschichte um das Elfenreich weiter und verliert dabei in keinster Weise seinen vorhanden Witz sowie die notwendigen Spannungselemente, um Leser bei der Stange zu halten.
Somit ist Der Elfenpakt eine sehr gelungene Fortsetzung einer kurzweiligen Fantasyreihe, der zwar als Roman beinahe auch alleine auftreten könnte – aber trotzdem auf weitere Bände um das sagenumwobene Reich der Elfen hoffen lässt.
Meiner Meinung nach auch eine Reihe, die ebenfalls sehr gut für die etwas jüngere Klientel geeignet ist. (Gibt es noch lesende Jugendliche…??)
Jürgen Seibold / 27.12.2008

William Peter Blatty / David Seltzer / Ira Levin: Der Exorzist / Das Omen / Rosemaries Baby

William Peter Blatty, Der Exorzist
Originaltitel: The Exorcist
Übersetzung: Joachim Honnef
Lizensausgabe mit Genehmigung der Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co.KG, Bergisch Gladbach für Area Verlag GmbH, Erftstadt

David Seltzer, Das Omen
Originaltitel: The Omen
Übersetzung: Ernst Heyda
Lizensausgabe der Area Verlag GmbH, Erftstadt

Ira Levin, Rosemaries Baby
Originaltitel: Rosemary’s Baby
Übersetzung: Herta Ballig
Lizensausgabe der Area Verlag GmbH, Erftstadt
c der dt. Übersetzung: Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg

COVER:

Dieser Sammelband vereint mit “Das Omen”, “Der Exorzist” und “Rosemaries Baby” erstmals die Kultklassiker des Horrorgenres.

David Seltzers “Das Omen” schildert die Wiedergeburt des Antichristen in der Person eines kleinen Jungen. Damien Thorn, der Sohn des Teufels, hat sein Werk begonnen, und die dunkle Prophezeiung vom Ende der Menschheit beginnt sich zu erfüllen …

In William Peter Blattys “Der Exorzist” ist das junge Mädchen Regan besessen von einem unerklärlichen Dämon. Rätselhafte Dinge passieren, Gegenstände verschwinden, und ein mysteriöser Mord geschieht, und nur einer kann helfen: der Exorzist …

Ira Levins “Rosemaries Baby” erzählt die Geschichte von Rosemarie und Guy Woodhouse, die kurz nach dem Einzug in ihre Traumwohnung in einem alten New Yorker Mietshaus feststellen, daß Rosemarie ein Baby erwartet. Zunächst können sie ihr Glück kaum fassen, bis sich herausstellt, daß der Teufel seine Hand im Spiel gehabt hat …

REZENSION:

Der Area-Verlag legt mit diesem Buch eine schön aufgemachte Möglichkeit vor, in der sich einige der Klassiker der Horrorliteratur befinden. Alle drei beinhalteten Romane sind unwahrscheinlich spannend und für jeden Liebhaber eine Pflichtlektüre.
Die Geschichten sind jedem bestimmt zumindest aus den Filmen bekannt, erreichen aber als Roman eine viel stärkere Dichte und einen Spannungsbogen, der bei allen drei Romanen zum Umblättern zwingt. Es ist somit eine sehr günstige Möglichkeit zur Erweiterung des Horror-Buchregals und wird auch keinen Leser dieses Genres enttäuschen.
Der Exorzist und Das Omen waren für mich die Inbegriffe des Horrorfilms und sind als Buch dementsprechend spannend und weitaus besser erzählt als die Filme. Das gleiche trifft auch für Rosemaries Baby zu, das ja auch sehr stark an der literarischen Vorlage orientiert verfilmt wurde.
Erstaunlich ist, daß diese Bücher noch immer einen Gänsehauteffekt beim Leser hervorrufen, obwohl ja mittlerweile die zeitlichen Rahmen- und Erzählbedingungen sich erheblich gewandelt haben.
Es kann also nicht schaden, sich mit den Originalen in eine ruhige Ecke zu setzen und den Schauer über den Rücken kriechen zu lassen. Sie werden manchmal sehr über das normalerweise vorgeschriebene „Happy-End“ überrascht sein.
Aber Vorsicht: In diesem Buch steckt im Wahrsten Sinne des Wortes der TEUFEL….
Jürgen Seibold/14.01.04

Alisha Bionda & Jörg Kleudgen: Der Schattenkelch ( Wolfgang Hohlbeins Schattenchronik 5)

c 2006 by Blitz-Verlag GmbH
ca. 220 Seiten / € 9,95

COVER:

London, 2006
Nach Antediluvians Ende kehren Dilara und Calvin in das Haus in der Park Lane zurück, während die Vampire Londons um die Vorherrschaft kämpfen. In einer Fernsehsendung wird eine Frau erwähnt, die der scheinbar im Feuer vergangenen Mondgöttin Coyolxa verblüffend ähnlich sieht. Ihr Ziel ist es den Schattenkelch, der ewiges Leben verheißt, zu finden. Dies will Dilara mit Calvins Hilfe verhindern. Ihre abenteuerliche Suche – die durch das Lichtwesen Methalumina erschwert wird – endet in dem alten französischen Zigeunerwallfahrtsort Les Saintes Maries-de-la-Mer. Wird es Dilara und Calvin gelingen den geheimnisvollen Kelch zu finden?

REZENSION:

Dieser Rezension sei vorausgeschickt dass ich die vorherigen Bände der Serie nicht gelesen habe und so die Erwartungshaltung von Fans der Serie sicherlich eine andere ist, als die mit der ich an dieses Buch herangegangen bin.
Was man dem Verlag und der Serie lassen muss, die Cover sind wirklich sehr schön gestaltet und passend zur Geschichte, an der hapert es aber leider ein wenig.
Der Gedanke dem Vampirgenre eine “Frischzellenkur” zu verpassen ist allgemein ja immer ein guter Gedanke, Poppy Z. Brite (inzwischen ja auch schon eher ein “Klassiker”) oder Laurell K. Hamilton haben bewiesen dass man nicht nur unterhaltsame sondern auch moderne “Spitzzahn”- Geschichten schreiben kann, die sich nicht in den angestaubten Klischees eines Bram Stoker oder der zu ausufernden Detailfülle einer Anne Rice verlieren.
In diesem Buch hier ist von dem einen zu viel, von dem anderen zu wenig.
Der Einstieg selber in die Geschichte um Hauptheldin Dilara fällt nicht schwer (auch dank einer kurzen Zusammenfassung am Anfang), sich an den Schreibstil zu gewöhnen schon. Der schwankt von betont locker bis zu extrem steif, oftmals sogar in einem Satz, so dass man sich fragt: weiß da grad die eine Hand nicht was die andere geschrieben hat? Eher träge und spannungsarm fließt die Geschichte voran, auch der Wechsel zwischen den Zeiten (1914 & 2006) bringt nicht viel Auflockerung. Neue Ideen sucht man hier vergeblich, alles schon einmal gelesen. Das wäre ja gar nicht mal so schlimm – gut kopiert ist manches Mal unterhaltsamer als das Original – wenn die Autoren nicht der Meinung wären jedes – aber auch wirklich jedes – Vampir- und Horrorklischee mitnehmen zu müssen. Angefangen von den stereotypen Charakteren (als Beispiel sei nur die Vorstellung der Gäste der Seance – Szene genannt…), über teils wirklich nur noch lächerliche Namen ( der Vampirclan “Cemeteries”) bis hin zu dem Versuch das Niveau zu heben indem man ab und an geografische und aktuelle Bezüge hineinstreut. Leider wirken die so blutleer wie die Opfer der Haupthelden, mal schnell bei Wikipedia gekuckt und das war’s. 
Sehr schade… aber nun ja vielleicht wird der 6. Band ja besser?
Marie-Luise Führ für Hysterika/05.03.2008

Alisha Bionda & Jörg Kleudgen: Blutopfer (Wolfgang Hohlbeins Schattenchronik 4)

c 2005 by BLITZ-Verlag GmbH
ca. 250 Seiten

COVER:

Aztlan, 1891
Dilara gerät bei einer Forschungsreise nach Aztlan, der Urheimat der Azteken, in den dort entbrannten Blumenkrieg und begegnet in einem Knochentempel der mächtigen, verführerischen Mondgöttin Coyolxa, die sich von der Qual und dem Schmerz ihrer Opfer ernährt. Dilara fühlt sich mit ihr sonderbar “vertraut”.

London, 2005
Eine im British Museum ausgestellte aztekische Mumie weckt Erinnerungen in Dilara, die darauf hindeuten, daß ihre Herkunft mit den Göttern der Azteken verbunden ist. Kurz zuvor sind die Vampirin und Calvin in den Besitz der Schattenchronik gelangt. Dilaras altes “Ich” läßt sie immer blutrünstiger werden und stärkt ihr Mißtrauen. So fragt sie sich, wer Calvin wirklich ist, welchem Orden er angehört, und welche Ziele Guardian verfolgt.
Bevor Dilara eine Antwort auf ihre Fragen erhält, nehmen die Geschehnisse eine überraschende Wende.

REZENSION:

Im Wechselspiel der unterschiedlichen Zeiten wird im vierten Band der Schattenchronik das Leben und die Erlebnisse der Vampirin Dilara weiter vorangetrieben.
Im letzten Band wurde – wie von mir bereits beschrieben – die Latte durch den Autor Marc-Alastor E.E. sehr hoch gelegt und auch der Serie sehr viel vorher nicht vorhandenes Leben eingehaucht.
Der nun vorliegende Band “Blutopfer” entstand aus der gemeinsamen Feder von Alisha Bionda und Jörg Kleudgen. Dieses Autoren-”Paar” scheint sich im wahrsten Sinne des Wortes gesucht und gefunden zu haben: Viel zu gut scheinen sie sich in der weiteren Erzählung dieser Geschichte zu ergänzen und man spürt förmlich den Herzschlag Dilaras weiter durch die Zeit vor zu dringen.
Erneut ist man als Leser an das Leben und Wirken Dilaras gebunden und es entwickelt sich mehr und mehr eine umfassende Chronik, wie es schon länger nicht mehr zu sehen/lesen war.
Sicherlich hat Marc-Alastor E.E. die Latte etwas höher als die beiden vorliegenden Autoren gelegt – nichts desto trotz fehlt an diesem Anspruch nicht viel und ich denke, Alisha Bionda und Jörg Kleudgen werden der Weitererzählung dieser Chronik mehr als gerecht und können es mit Sicherheit auch in den von ihnen bereits geschriebenen oder noch zu schreibenden Folgebändern schaffen, die Atmosphäre dieser Serie weiter pulsieren zu lassen und somit den Leser an den weiteren Geschehnissen nicht nur teilhaben, sondern auch mit erleben zu lassen.
Jürgen Seibold/02.06.2007

Alisha Bionda: Kuss der Verdammnis (Wolfgang Hohlbeins Schattenchronik 2)

c 2005 by BLITZ-Verlag GmbH
ca. 246 Seiten

COVER:

1601: Dilara, der Hexerei beschuldigt, soll im Londoner Hyde Park an den Tyburn Gallows hingerichtet werden. Auf der Schwelle zum Tod wird sie durch Antediluvian, den Ur-Nosferatu, der sie für seine Zwecke nutzen will, durch den Kuß der Verdammnis zur Unsterblichen.

2005: Dilara hadert mit ihrem Dasein als Vampirin. Sie verspürt Mißtrauen Antediluvian gegenüber und vermutet, daß er sich ihrer entledigen will, seitdem sie ein Gespräch des Rates der Nosferati, der sich in den Katakomben unter dem Glockenturm des Big Bens versammelt, belauscht hat.
Dilara trifft auf den jungen Calvin, den sie zu einem ihresgleichen macht und auf den geheimnisvollen Roderick Herrington. Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu diesen unterschiedlichen Männern, wächst Dilaras Ambivalenz immer mehr. Und die Frage nach dem Sinn ihres unvergänglichen Lebens…

REZENSION:

Die neue Serie “Wolfgang Hohlbeins Schattenchronik” startete ja bereits sehr erfolgreich als Kurzgeschichtensammlung, enthielt jedoch mit der darin enthaltenen Kurzgeschichte “Schattenchronik – der ewig dunkle Traum” von Wolfgang Hohlbein lediglich einen Vorgeschmack auf die vorgesehene weitere Entwicklung um die Vampirin Dilara.
Der Inhalt von “Der ewig dunkle Traum” war bereits sehr gut ausgewählt, spannend erzählt und konnte absolut überzeugen.
Mit “Kuss der Verdammnis”, dem zweiten Band dieser Serie, legt die Autorin Alisha Bionda jedoch noch einen drauf.
Nach Wolfgang Hohlbeins Aperitif wird hiermit der nächste, umfangreichere Gang eingeläutet. Dieser liegt erfreulicherweise in Romanlänge vor, wodurch sich das Leben Dilaras erheblich tiefgehender und facettenreicher vor dem Leser ausbreitet.
Die Geschichte handelt von Dilara, die 1601, der Hexerei beschuldigt, im Londoner Hyde Park gehängt wird und auf der Schwelle zum Tode von dem Ur-Nosferatu Antediluvian durch den Kuss der Verdammnis in die Unsterblichkeit geführt wurde.
Der überwiegende Erzählrahmen in Alisha Biondas Werk spielt jedoch in unserer Zeit, dem Jahre 2005. Wie so oft in Büchern dieser Art bzw. dieses Themas hadert auch Dilara mit ihrem Schicksal und verspürt auch immer mehr Mißtrauen gegenüber ihrem Schöpfer Antediluvian. Neben ihrer Liebe zu dem jungen Calvin versucht sie auch die Hintergründe zur alten, sagenumwobenen Schattenchronik – in der sich ein Bildnis von ihr befindet – zu ergründen.
“Kuss der Verdammnis” ist relativ ruhig und ohne extreme Spannungsspitzen aufgebaut. Dies schadet dem Buch aber in keiner Weise da Alisha Bionda eine – in alter Tradition – gleichmäßige mysteriöse und dunkle Stimmung aufbaut, die sich durch das ganze Buch zieht.
Ganz nebenbei öffnet Alisha Bionda geschickt mehrere Truhen voller Fragen, die in diesem Buch leider teilweise nicht beantwortet werden und somit den Leser zwar teils unbefriedigt aber auch nach dem nächsten Buch lechzend zurücklässt. Nun, das ist nun mal Sinn und Zweck einer Serie und ich gehe davon aus, dass sich irgendwann innerhalb der nächsten Bände diese Truhen auch wieder schließen lassen.
Durch die mittlerweile fast vorherrschenden Mainstream-Vampire (z.B. Lestat) ist mit diesem Buch (und vielleicht der ganzen Serie??) endlich mal wieder ein Schritt in die richtige Richtung unternommen worden.
Ich kann somit nur eine Empfehlung aussprechen.
Jürgen Seibold/01.08.05

Ines Binnemann & Oliver Baglieri: Der Gayal

u-books-Verlag, Augsburg

COVER:

Ein Vampir auf der Flucht vor seinem Verfolger – doch über beiden liegt ein dunkles Geheimnis. Eine alte Legende zieht sie in ihren Bann, und sie geraten in einen Strudel verhängnisvoller Ereignisse.

In der besten Tradition gothischer Schauerromane gelingt es den Autoren, die Leser mit einer ungewöhnlichen Verfolgungsjagd zu fesseln, deren überraschende Wendungen die Spannung fast ins Unerträgliche steigern.
Gerald Axelrod

REZENSION:

Nach dem sehr guten Buch „Ewiges Blut“ von Simon Rhys Beck, fand ein weiterer Vampirroman den Weg über meine Schwelle.
Wieder einmal bin ich über die Schaffenskraft der leider unbekannten Autoren im deutschen Untergrund der schreibenden Zunft erstaunt.
Der Gayal erzählt die Geschichte eines Vampirs und seines Jägers. Wie so oft, schenkt man auch bei diesem Roman dem Vampir sein Herz – obwohl diese doch eigentlich blutdurstig durch die Welt streifen.
Es ist in diesem Buch erstaunlich interessant zu verfolgen, wie sich der Jäger und der Gejagte voller Hass verfolgen und trotzdem eine Verbindung teilen, die sich erst spät auflöst und dem Leser eine glaubwürdige, interessante Wendung der Geschichte bietet.
Der Gayal ist eine klassische Schauergeschichte, die spannend erzählt wurde und mir erneut zeigt, welches Potenzial im „Underground“ steckt und warum ich mir soviel Mühe mit meiner Website mache.
Nur weiter so!!
Jürgen Seibold/13.07.03

Thráinn Bertelsson: Walküren

Originaltitel: Valkyrjur
Aus dem Isländischen von Tina Flecken
Deutsche Erstausgabe Februar 2008
c 2008 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 365 Seiten / 9,95 €

COVER:

Den Spuren nach zu urteilen, hätte es gar nicht eindeutiger sein können. Selbstmord. Die Frau hatte einen Staubsaugerschlauch auf den Auspuff gesteckt und das andere Ende durch das Fenster in den Wagen geführt. Doch schon bald finden Víkingur und Gudrún von der Kripo in Reykjavík erste Hinweise, dass die Frauenpolitikerin Freyja Hilmarsdóttir ermordet worden ist. Irgendjemand schien ein enormes Interesse daran zu haben, die Veröffentlichung ihres jüngsten Buches zu verhindern. Denn nach ihrem gewaltsamen Tod ist das Manuskript spurlos verschwunden – und taucht schon bald unter ominösen Umständen wieder auf…
Es ist eine ganz eigene Welt, in die uns die Ermittlungen der Kripo Reykjavík führen. Eine Welt, in der es fast mehr Gletscher, Vulkane und Wasserfälle als Einwohner gibt, in der ein Mörder an Außerirdische glaubt, mit einem Hauptkommissar, der eigentlich Theologe ist, und einer Polizeichefin, der schon mal die Faust ausrutscht. Das ist Island: ein Land, wo jeder jeden kennt und nichts schwerer ist, als ein Geheimnis für sich zu behalten.

REZENSION:

Die Frauenrechtlerin und Skandalautorin Freya Hilmarsdottir hat viele gegen sich aufgebracht, gehörnte Ehemänner, hochkarätige Politiker, Polizisten, … Die Liste der Tatverdächtigen ist lang, viele haben viel zu verbergen und noch mehr zu verlieren, wenn ihr geplantes Buch veröffentlicht wird. Vikingur und Gudrun haben viel zu tun.
Thrainn Bertelsson entführt den Leser in eine andere Welt, in der die Leute an Außerirdische und Elfen glauben, in der jeder mit jedem verwandt ist oder zumindest kennt, in der man sich mit Vornamen und „du“ anspricht, und in der Wahnsinn zum alltäglichen Leben gehört.
Es gibt neben der Haupterzählung noch zahlreiche Nebenschauplätze: Gudruns Ehekrise, Vikingurs Depressionen, ein Mann behauptet, seine Frau sei von Außerirdischen entführt, ein hochrangiger Politiker wird auf das Abstellgleis verfrachtet, die Gründung einer „Sicherheitsabteilung“ oder besser als Geheimdienst bezeichnet.
Den Schluss fand ich recht enttäuschend. Es ist zwar sehr überraschend, wer letztendlich der Täter ist, aber das Motiv bleibt unklar. Dennoch ist „Walküren“ sehr spannend erzählt und macht Appetit auf mehr.
Diana Becker / 02.03.2010

Katryn Berlinger: Das Schokoladenmädchen

c 2004 bei Knaur Taschenbuch

COVER:

Ende des 19.Jahrhunderts in Riga: Die junge Madelaine, eine begabte Konditorin, ist ehrgeizig und gierig auf das Leben. Ein Zuckerbäcker, der überzeugt von ihrem Talent ist, setzt sie als Leiterin seiner florierenden Confiserie ein. Madelaine erweist sich schon bald als seines Vetrauens würdig und erobert mit ihren süßen Kreationen die Stadt im Sturm – und so manches Männerherz.
Ihr eigenes Herz aber gehört einem ungarischen Adligen, und der soll eine andere heiraten…

Ein Roman, bei dessen Lektüre die Lust auf eine Praline (oder mehr) unwiderstehlich wird!

REZENSION:

In “Das Schokoladenmädchen” erzählt Katryn Berlinger von der jungen Madelaine, die mit ihren Eltern nach Südamerika auswandert, um der Armut zu entfliehen. Durch einen Schicksalsschlag wird der Traum vom Glück jedoch zerschlagen und sie tritt die Heimreise zurück nach Europa an. Nach dem Untergang des Schiffes zählt sie zu den wenigen Überlebenden, ebenso wie der Schweizer Zuckerbäcker Martieli, der ihr eine Lehrstelle in seiner Hamburger Konditorei anbietet. Somit kann sie einem Leben im Gängeviertel entgehen. Durch ihren weiteren Werdegang schafft sie es immer mehr in die gesellschaftliche Oberschicht voller Liebe, Intrigen und den in ihrer Zeit mehr und mehr hervortretenden Ausschreitungen der Sozialisten.
Leider werden diese sehr interessanten sozialen Missstände, sowie die Sozialistenaufstände nur am Rande und nicht sehr befriedigend beleuchtet. Somit entwickelt sich dieser Roman zu einer üblichen romantischen Geschichte mit leicht historischem Hintergrund. Dadurch kann “Das Schokoladenmädchen” sicherlich als unterhaltsamer Roman der leichten Art für die Dame am Strand aushelfen, wird jedoch den Möglichkeiten eines guten historischen Romans nicht gerecht.
Durch ein stärkeres Ausleuchten des ausgehenden 19. Jahrhunderts hätte man sicherlich mehr aus diesem Standardroman machen können.
Jürgen Seibold/20.08.04

Peter Berling: Franziskus oder Das zweite Memorandum

Bastei Lübbe 1999 (4.Auflage)

COVER:

Giovanni Bernardone wurde 1181 als Sohn einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie in Assisi geboren. Nach einer schweren Krankheit, die ihn an den Rand des Todes brachte, wandte er sich vom weltlichen Leben ab, pflegte die Aussätzigen seiner Vaterstadt und führte ein Bettlerleben. Als Franziskus von Assisi und Ordensgründer wurde er 1228, zwei Jahre nach seinem Tod, heiliggesprochen.

Dem Autor ist im Wechselspiel zwischen dem Heiligen und seinem Bischof Guido II. von Assisi (1204-1228) eine lebendige Darstellung des Hohen Mittelalters gelungen, dessen Bogen sich von den Ketzerbewegungen bis zu den Kreuzzügen, von praller Lebenslust zu inbrünstigem Glauben und fanatischer Askese spannt.

REZENSION:

Dieses Buch von Peter Berling hinterlässt unterschiedliche Empfindungen. Einerseits ist es unwahrscheinlich interessant – andererseits aber durch die Briefform sehr schwer zu lesen. Wer sich für das Leben des Franziskus interessiert, kommt trotzdem an diesem Buch nicht vorbei. Man sei jedoch gewarnt, da es teilweise wie ein Geschichtsbuch anmutet, d.h. es ist leidlich spannend, manchmal langweilig und trotzdem zeitweise sehr interessant. Sollte man jedoch einen klassichen Roman erwarten, wird man von diesem Werk sicherlich enttäuscht – stellt sich auch die Frage, ob eine “klassische” Romanform nicht geeigneter gewesen wäre als diese “hinterlegten” Dokumente der Protagonisten. Die Randbemerkungen lenken stark vom eigentlichen Text ab, sind aber teilweise doch recht interessant. Über die Abkürzungen am Seitenrand muss man hinwegsehen, da man sonst die “Übersetzung” im Anhang sucht und somit vom Text noch mehr abgelenkt wird.
Positiv ist, daß Berling seinen Bogen immer weiter spannt – immerhin ist Franziskus ein frühes Werk und führt einen schon an die Personen der folgenden Gral-Bücher heran. (Die erheblich besser geschrieben sind)
Alles in allem ein zwiespältiges Werk, da interessant und doch schwer, bzw. von spannend bis langweilig reicht.
Jürgen Seibold/10.05.04

Elmar Bereuter: Hexenhammer

c 2003 F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München
Ungekürzte Taschenbuchausgabe Piper Verlag GmbH, München April 2005

COVER:

Wer trägt die Schuld an den schlimmen Missernten, an den Lawinen, an der Kälte und der Hungersnot, unter denen die Menschen im Deutschland des 15. Jahrhunderts leiden? Heinrich Institoris, 1479 zum Inquisitor der Provinz Alemannia ernannt, weiß die Antwort: Es sind die Hexen, die sich mit dem Satan verbündet haben. 1486 verfasst er den erfolgreichen “Hexenhammer”, eine unheilvolle Anleitung zur Hexenjagd. Schon bald brennen in Deutschland, der Schweiz, in Österreich und Oberitalien die Scheiterhaufen, und immer mehr unschuldige Frauen fallen dem Hexenwahn zum Opfer. Erst als der junge Mönch Cornelius seine Jugendliebe Afra wieder trifft und diese als Hexe angeklagt wird, beginnen die Menschen gegen den fanatischen Inquisitor aufzubegehren…
Spannend und dramatisch schildert Elmar Bereuter die kaum bekannten Anfänge des Hexenglaubens. In diesem Roman werden, zumeist historisch belegt, die damaligen Menschen und ihre Ängste, ihr Glauben und Aberglauben, aber auch die Hoffnung auf ein neues Zeitalter lebendig.

Elmar Bereuter, geboren 1948 als ältestes von vier Kindern einer Bauernfamilie im Bregenzerwald, verbrachte seine Kindheit zwischen Dorfleben, Alpwirtschaft und Internat. Nach einer Karriere als PR-Manager betreibt er seit 1991 eine Werbeagentur und lebt mit seiner Familie in der Nähe des Bodensees. Nach seinem Bestseller “Die Schwabenkinder” erschien zuletzt sein Roman “Hexenhammer”.

REZENSION:

Elmar Bereuter begibt sich in seinem Roman “Hexenhammer” in das 15. Jahrhundert unseres Landes. Er erzählt die Entstehungsgeschichte des berühmt berüchtigten Werkes, dass für sehr viele Kirchenvertreter zum Leitfaden für die Entdeckung von Hexen geworden ist. Er zeichnet gekonnt das Leben des Frauenhassers und Inquisitors Heinrich Institoris nach. Ebenso dessen teilweise illegale Vorgehensweise um sein bereits in der damaligen Zeit umstrittenes Werk publik zu machen.
Nebenbei beleuchtet Elmar Bereuter in glaubhafter und beklemmender Darstellung einige “Befragungen” von Hexen, welche dann teils tödlich und teils durch geschickte Einflussnahme der Gegner Institoris’ mit dem Freispruch endeten.
Dem Leser offenbart Bereuter mit Leichtigkeit die damaligen Umstände sowie die Lebensart der Bürger und insbesondere die der Kirchenvertreter. Er nimmt den geschichtlich interessierten Leser bei der Hand und führt ihn in ein früheres dunkles Kapitel Deutschlands und lässt dieses absolut glaubhaft und nachvollziehbar auferstehen.
Ein Geschichtsunterricht, wie er nicht besser dargestellt werden kann.
Jürgen Seibold/11.05.05

Peter Benchley: Beast – Schrecken der Tiefe

Verlag Ullstein GmbH, Berlin, Frankfurt/M. 1992
vorliegendes Exemplar: Lizenzausgabe für die Bertelsmann Club GmbH, Buch Nr. 06661 3

COVER:

Vor Bermuda kentert ein Segelboot. Das junge Paar auf dem Rettungsfloß wähnt sich bereits in Sicherheit. Die Wettervorhersage ist gut, und die Notsignale werden sicher irgendwo gehört. Doch dann macht sich Angst breit.
Nicht ohne Grund. Unter dem Rettungsboot rührt sich etwas. Etwas Unglaubliches, Urtümliches, Riesenhaftes…
Peter Benchley, Autor des Welterfolges “Der weiße Hai”, hat mit “Beast” sein bisher aufregendstes Hochsee-Abenteuer geschrieben. Held dieses faszinierenden Romans ist Whip Darling, der seinen Lebensunterhalt mehr schlecht als recht mit dem Fischen rund um Bermuda bestreitet. Eines Morgens entdeckt Whip Darling das leere Rettungsboot, das auf den Wellen dahintreibt. Es gibt keinerlei Anzeichen, daß ein Kampf stattgefunden hätte – bis auf ein paar seltsame Kratzspuren und einen eigenartigen, strengen Ammoniakgeruch.
Die unerklärlichen Ereignisse häufen sich. Stahltrossen eines Fangkäfigs scheinen glatt durchgebissen.
In Sichtweite des Ufers explodiert ein Boot aus offenbar unbegreiflichen Gründen. Eine Frau, die mit einem Teleskop Wale beobachtet, will ein Ungeheuer gesehen haben. Panik bricht aus. Hat die Zerstörung der Meere durch den Menschen eine sagenhafte Kreatur aus der Tiefe heraufgetrieben? Ein Ungeheuer von riesigen Ausmaßen und so unersättlich, daß es töten wird, bis es selbst getötet ist?
Sensationsgierige Geschäftemacher und Journalisten treibt es an den Ort des unheimlichen Geschehens. Das ruft die US-Navy auf den Plan. Sie sorgt sich um die Sicherheit ihrer Sonaranlagen, denn schließlich sind die Gewässer um Bermuda NATO-Gebiet…
Die Jagd auf das Ungeheuer beginnt.

Peter Benchley stammt aus einer angesehenen amerikanischen Literaten-Familie. Als Reporter der Washington Post machte er sich einen Namen und schrieb später Reden für US-Präsident Lyndon B. Johnson. Seine Forschungsarbeiten über Haie regten ihn schließlich an, den “Weißen Hai” zu schreiben. Benchley ist Autor weiterer Bucherfolge wie z.B. “Das Riff”, “Der Berg der Fische” und “Q-Clearance – Streng geheim”.

REZENSION:

Man nehme den früheren Erfolgsroman, wartet ein paar Jahre, vermischt dies alles nochmal und tauscht den Hai gegen ein anderes großes Untier aus – somit hat man eine vermeintlich “neue” Geschichte und man kann damit wieder Geld verdienen.
Ich habe mir das Buch vor einigen Jahren geleistet und ärgere mich immer noch darüber.
Die schreiberisch sehr gelungene Geschichte mit dem großen bösen Hai ist sehr gut und spannend erzählt.
Dadurch ist dieses Buch auch gut erzählt – wie gesagt: Ist aber nichts anderes als “Der weiße Hai” mit einem anderen Tier.
Jürgen Seibold/29.08.03

Peter Benchley: Der weiße Hai

Verlag Ullstein GmbH
vorliegendes Exemplar: Bertelsmann Reinhard Mohn OHG, Gütersloh
Buch Nr. 5457

COVER:

Mittelpunkt dieses packenden Romans ist ein riesiger weißer Hai, der lautlos und unerwartet an den Stränden von Long Island auftaucht und die Einwohner des kleinen Badeortes Amity in Furcht und Schrecken versetzt. Eine junge Frau, die nach einer heißen Partynacht Abkühlung im Meer sucht, ist sein erstes Opfer. Am nächsten Morgen werden Kopf und Brustkorb, von Seetang umschlungen, an den Strand gespült.
Polizeichef Martin Brody erkennt als einziger die Gefahr. Zwar sind Haie in dieser Gegend und um diese Jahreszeit ungewöhnlich, doch sein Entschluß steht fest: Um weiteres Unheil zu verhindern, müssen die Strände geschlossen werden. Aber Amity lebt von seinen Sommergästen, und eine schlechte Saison bedeutet Armut und Not für alle. Unter dem Druck der Geschäftsleute und des Bürgermeisters muß Brody nachgeben, und der Unglücksfall wird verschwiegen. Doch dieser Leichtsinn bleibt nicht ohne Folgen; ein sechsjähriger Junge und zwei Männer sind die nächsten Opfer des menschenfressenden Ungeheuers.
Eine Welle der Hysterie erfaßt Amity. Die Nachrichten, die sich mit Windeseile im ganzen Land verbreiten, wecken die Sensationslust und locken Neugierige herbei. Der Strand wird von Reportern und Schaulustigen belagert. Es gibt nur einen Ausweg – der Riesenhai muß gefangen werden. Die drei Männer, die sich in dieses Abenteuer stürzen, stehen aif verlorenem Posten. Es ist die Jagd nach einem Phantom – ein Kampf um Leben und Tod beginnt…
Der Roman erreicht einen Höhepunkt, der an Spannung und Dramatik seinesgleichen sucht.
Peter Benchley, 1940 als Sohn des Romanciers Nathaniel Benchley und Enkel des Humoristen Robert Benchley in New York geboren, ist mit seinem ersten Roman auf Anhieb der Sprung in die Reihe der Bestseller-Autoren gelungen. “Der weiße Hai” erschien zu gleicher Zeit außer in den USA und Japan in acht europäischen Ländern. Die Verfilmung des Buches, die in Amerika einen noch größeren Erfolg hatte als “Der Pate” und “Der Exorzist”, ist auch schon in Deutschland angelaufen.

REZENSION:

Wer kennt diese Geschichte nicht?
Aus diesem Grund wird das eine Kurzkritik:
Der Film von Stephen Spielberg ist genial und das dazugehörige Buch von Benchley ist ebenfalls genial. In diesem Buch zeigt Peter Benchley wozu er fähig ist. Die Geschichte ist unerträglich spannend und trotzdem mit viel hineingestreuten ironischen Stückchen geschrieben und kann gut als Beginn einer Ära verstanden werden. Ab da ging es mit vielen mehr schlecht als recht gemachten Büchern und Filmen weiter. Es schaffte nur keine an den Film, geschweige denn an das Buch.
Wer’s noch nicht kennt, sollte es lesen.
Jürgen Seibold/29.08.03