Brandon Sanderson: Schatten über Elantel – Ein Nebelgeborenen-Roman

Originaltitel: Shadows Of Self. A Mistborn Novel
Aus dem Amerikanischen von Karen Gerwig
© 2015 by Dragonsteel Entertainment, LLC
Deutschsprachige Ausgabe: © Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2017
ISBN 978-3-492-70435-9
ca. 517 Seiten

COVER:

In der Stadt Elantel ziehen nach der Magie nun auch Industrie und Technik ein, und mit dem Erstarken von Religion und Politik immer mehr gesellschaftlicher Zündstoff: Bei einem Treffen der bekanntesten Kriminellen Elantels richtet ein Killer ein Blutbad an. Wax und Wayne sollten sich freuen, dass ihnen jemand die Arbeit abgenommen hat.
Doch dies ist erst der Anfang. Denn finstere Kräfte machen sich die zunehmende Feindschaft zwischen den gesellschaftlichen Schichten zunutze. Es liegt an den Gesetzeshütern Wax, Wayne und Marasi, eine dunkle Verschwörung aufzudecken, die Elantel in den Abgrund zu reißen droht. Und für Wax wird der Fall zu einem ganz persönlichen Rachefeldzug …
Mit seinem Epos “Schatten über Elantel” begeistert Brandon Sanderson erneut mit der hochexplosiven Mischung aus High Fantasy, Western und feinem Humor, die seine Fans lieben.

REZENSION:

Seit langer Zeit befindet sich der Fantasyzyklus “Das Rad der Zeit” von Robert Jordan bereits auf meiner persönlichen Wunschliste. Gleichzeitig habe ich immer ein wenig Angst, diesen groß angelegten Zyklus zu beginnen, da er ja so gut sein könnte, dass mit nichts anderes übrig bleiben würde, als alle Bände zu lesen.
Doch was hat “Das Rad der Zeit” in dieser Rezension verloren? Nun, ganz einfach: Als Robert Jordan leider von uns gegangen ist, übernahm ein Autor namens Brandon Sanderson die eigentlich undankbare Aufgabe, Jordans Zyklus zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.
Meine Recherchen ergaben dabei, dass Sanderson dabei wohl einen ausgezeichneten Job erledigt hatte. Immer noch ein wenig in Richtung “Das Rad der Zeit” schauend, dachte ich mir also, ich versuche es mit Sandersons neuestem Werk. Wenn mir sein Stil nicht gefällt, brauche ich mir auch keine weiteren Gedanken mehr über das Werk von Jordan machen.
Dummerweise habe ich bei diesem Werk versäumt, eine kleine Recherche vor zu nehmen. Es handelt sich nämlich nicht um einen alleinstehenden Band und auch nicht um einen ersten Band einer neuen Fantasyreihe. Nein, Sanderson hat schon öfter Nebelgeborenen-Romane geschrieben.
Nichts desto trotz traute ich mich an “Schatten über Elantel”.
Erfreulicherweise schaffte es Sanderson dabei, auch mich als Einsteiger sehr gut zu überzeugen.
Zum Einen halte ich seine Welt für außerordentlich interessant. Es handelt sich nämlich um eine Mischung aus Fantasy, Western und dem Beginn der Industrialisierung. Somit gibt es erste Autos, die sich neben Pferdefuhrwerken auf den Straßen tummeln. Gäbe es die magischen Elemente nicht, könnte man fast meinen, man wäre im Europa zu Beginn des Industriezeitalters.
Zum Anderen ist seine Schreibstil absolut eingängig und schwenkt zwischen dem notwendigen Ernst, den detaillierten Beschreibungen und einer gehörigen Portion Humor. Damit konnte er auch bei einem Neuleser wie mich, das Interesse ausreichend hoch halten, dass ich dem Werk bis zum Ende folgen musste. Wäre dem nicht so gewesen, hätte die Gefahr bestanden, dass ich “Schatten über Elantel” frustriert zur Seite gelegt hätte. Es dauert nämlich einige Zeit, bis ich das Prinzip der Allomantischen und Ferrochemischen Kräfte verstanden habe. Davon abgesehen stellten sich mir einige Fragen, die sich sicherlich durch das Lesen vorangegangener Bücher überhaupt nicht gestellt hätten.
Aber wie gesagt, ich konnte relativ problemlos darüber hinwegsehen und hatte trotz der ein oder anderen Wissenslücke richtig viel Spaß mit diesem Werk.
Schon wieder ein Autorenname, den ich mir merken muss – darüber hinaus weiß ich nun immer noch nicht, ob ich mich an den gesamten Zyklus von “Das Rad der Zeit” wagen soll.
Jürgen Seibold/05.05.2017
Schatten über Elantel: Ein Nebelgeborenen-Roman (Die Nebelgeborenen, Band 5) – KAUFEN BEI AMAZON

Lucas Grimm: Nach dem Schmerz

© Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2017
ISBN 978-3-492-05778-3
ca. 316 Seiten

COVER:

David Berkoff, Ex-Kriegsreporter, Ex-Familienvater, Ex-Starjournalist, versucht seit Jahren, ein gefährliches Komplott aufzudecken. 1989 verschwanden 381 CD-Rom aus der Berliner Stasi-Zentrale. Darauf die berüchtigten Rosenholz-Dateien mit den Namen westdeutscher Politiker, Journalisten und Unternehmer, die für die Stasi spioniert haben. Der finanzielle Wert? Das hängt davon ab, was ein Betroffener bereit ist zu bezahlen. Das Ziel? Erpressung. Der Täter? Vermutlich Walter Gold, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium der DDR.
Aber der ist doch tot – denkt Berkoff. Bis Gold nach 27 Jahren wieder auftaucht. Jetzt sieht Berkoff die Chance seines Lebens gekommen und wird in einen Strudel hineingezogen, der ihn fast das Leben kostet. Denn nicht nur eine alte Stasi-Connection, sondern auch der BND ist hinter den Dateien her. Und da ist auch noch Hannah, Walter Golds Tochter, die mehr weiß, als ihr bewusst ist.

REZENSION:

Lucas Grimm ist das Pseudonym eines Drehbuchautors und “Nach dem Schmerz” ist dessen Thriller-Debüt.
In diesem Werk kommen zwei sehr unterschiedliche Protagonisten zusammen: Zum einen der doch mittlerweile recht abgehalfterte Journalist Berkoff und zum anderen Hannah Gold, eine gefeierte Cellistin und gleichzeitig Tochter Walter Golds, der ehemalige und für tot erklärte Staatssekretär der früheren DDR.
“Nach dem Schmerz” beginnt bereits im Prolog sehr rasant – bereits im ersten Satz befinden wir uns mitten in einer Folterszene. Dabei lernen wir auch kurz die junge Hannah Gold kennen, um dann ab dem ersten Kapitel einen Zeitsprung in unsere heutige Gegenwart vor zu nehmen.
Lucas Grimms Debüt ist außerordentlich gut recherchiert und sehr eingängig erzählt. Natürlich handelt es sich um einen Thriller, der den üblichen Wegen des Genres folgt und dabei keinen Ausbruch in seitliche Pfade versucht. Nichts desto trotz macht “Nach dem Schmerz” ziemlich viel Spaß beim Lesen. Grimm hat dabei nicht nur auf sehr glaubwürdige und teils reale Begebenheiten der früheren DDR geachtet, sondern – insbesondere – die Cellistin inklusive ihrer Musik und ihrer Auftritte zu einem wahren Leben innerhalb zweier Buchdeckel verholfen. Als Leser kann man fast nicht mehr anders, als klassische Musik erklingen zu lassen – insbesondere Bach wäre der Tipp zu diesem Buch – und damit klanglich untermalt über die Seiten dieses rasanten Thrillers zu hetzen.
Man kann nicht sagen, dass “Nach dem Schmerz” ein absolutes Thrillerhighlight ist. Nein, aber es ist ein sehr unterhaltsames und recht spannend erzähltes Debüt, dessen Inhalt besonders bei Personen, die noch die Zeit vor und nach 1989 kennen gelernt haben, seine Wirkung entfaltet. Nebenbei fügt Grimm seine musikalischen Elemente aus der Klassik wie einen roten und dabei detailliert ausgebreiteten Faden durch seine komplette Geschichte. Hierdurch erhielt dieser klassisch erzählte Thriller eine kleine Besonderheit, die wahrlich Freude bereitet und für unterhaltsame Stunden sorgt. Dadurch kann man getrost ab und an das ein oder andere Auge mal zudrücken und der Entwicklung sowie der Auflösung dieses spannenden Katz- und Mausspiels folgen.
Kurzum: Ein recht interessanter und guter Thriller für einige spannende Lesestunden. Gleichzeitig ein sehr gutes Debüt – mal sehen, ob der Autor weiterhin von sich hören lässt.
Jürgen Seibold/30.04.2017
Nach dem Schmerz: Thriller (David Berkoff, Band 1) – KAUFEN BEI AMAZON

Patrick S. Tomlinson: The Ark – Die letzte Reise der Menschheit

Originaltitel: The Ark
Aus dem Englischen von Markus Mäurer
Deutsche Erstausgabe April 2017
© 2016 Patrick S. Tomlinson
© 2017 Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-52048-2
ca. 416 Seiten

COVER:

Seit 100 Jahren ist das gewaltige Generationenraumschiff “The Ark” mit den letzten 50.000 Menschen unterwegs ins Sonnensystem Tau Ceti. Das Leben an Bord ist streng reglementiert, jeder Bewohner über ein Implantat jederzeit zu orten. Dennoch verschwindet der brillante junge Wissenschaftler Edmond Laraby spurlos – und wird kurz darauf tot an der Außenhülle des Schiffs gefunden. “Selbstmord” heißt es von offizieller Stelle, doch Detective Bryan Benson entdeckt mehr und mehr Ungereimtheiten: Was hat es mit den Aufnahmen von Tau Ceti auf sich, die Laraby ausgewertet hat? Und wie hängt eine geheime Organisation, deren Mitglieder sich der Überwachung entzogen haben, in der Sache mit drin?

REZENSION:

Die grundsätzliche Idee – die Menschheit befindet sich auf dem Weg in ein anderes Sonnensystem – gibt es ja bereits in einer nicht mehr zu zählenden Vielfalt im Genre der Science Fiction-Bücher. Interessanterweise können viele Autoren dem immer wieder etwas neues abgewinnen und somit auch den Leser einige Stunden in ferne Welten entführen.
Bei Tomlinsons THE ARK erhoffte ich erneut genau dieses Gefühl – der Plot scheint ja ausreichend interessant zu sein.
Wie sich dabei herausstellte, handelt es sich bei THE ARK eigentlich um einen recht normalen Krimi, der einfach nur in die Weiten des Weltraums verlagert worden ist. Nun bin ich nicht gerade dafür bekannt, Krimis recht gerne zu mögen – durch die interessante Umgebung war ich dennoch ausreichend motiviert, dieser Story bis zum Ende zu folgen.
Tomlinson schreibt dabei sehr flüssig und eingängig. Sein Detective bleibt dennoch etwas oberflächlich und manchesmal macht es sich der Autor doch recht einfach in der Lösungsfindung. Eine Wissensvermittlung z.B. per “Das hab ich mal in einer Doku gesehen” ist doch etwas dünn in seiner Ausarbeitung – oder soll ich öfter Dokus anschauen, um auch ein guter Detective zu werden?
Nun ja, die Geschichte treibt dennoch einigermaßen unterhaltend voran und ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass hiermit einige Krimifans auch ihren ersten Schritt in die Welt der Science Fiction machen könnten. THE ARK bietet aber auch nicht wirklich mehr – ein klassischer Krimi mit einem kuriosen Todesfall in einer interessanten Weltraumumgebung und dem stringenten Weg zur Auflösung.
Nicht schlecht, aber auch kein Werk der besonderen Art.
Jürgen Seibold/30.04.2017
The Ark – Die letzte Reise der Menschheit: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

Robert Corvus: Feuer der Leere

© Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2017
ISBN 978-3-492-70439-7
ca. 495 Seiten

COVER:

Der Weltraum der Zukunft kennt keine Gnade. Die letzten Menschen ziehen in Großraumschiffen durch die Galaxis, ihr Leben geprägt vom ständigen Kampf um Ressourcen mit anderen Spezies. Ihre größten Feinde, die Giats, jagen sie erbarmungslos.
Rila und Starn sind Geschwister, aber außer ihrem Wunsch, das Überleben ihrer Spezies zu sichern, verbindet sie wenig. Während sich Rila als Kampfpilotin einen Namen macht, hat sich Starn von seiner Militärkarriere abgewandt. Als Xenofarmer versorgt er die Flotte mit Nahrungsmitteln. Dazu müssen die Menschen auf Cochada zwischenlanden, einem Planeten, der überraschende Ähnlichkeit zur Erde aufweist. Doch was bedeutet dieser Kontakt für die Bewohner des Planeten – ihren Untergang oder eine Blüte ihrer Zivilisation? Und noch während die Menschen um ihre Existenz kämpfen, ereignet sich auf der SQUID, dem einzigen außerirdischen Raumschiff der menschlichen Flotte, Unglaubliches. Denn die SQUID ist eine riesige Lebensform und Ugrôn, ein Besatzungsmitglied und Jünger des Void, lauscht auf den Gesang des Schiffes in seinem Fleisch. Er betritt einen Pfad, den niemals zuvor ein Mensch bestritten hat.

REZENSION:

FEUER DER LEERE von Robert Corvus startet bereits am Anfang mit einer detailliert beschriebenen Raumschlacht zwischen den Menschen und ihren Widersachern, den Giats. Bereits hier lernt man die erste Protagonistin kennen und man ist erfreut ob ihres Wagemuts.
Bereits hier erkennt man die Liebe des Autors zum Detail. Davon lässt er auch nicht los und lässt eine unwahrscheinlich interessante Welt vor des Lesers Augen entstehen. Man ist schier geplättet von dieser liebevoll und bis ins kleinste Detail gezeichnetem Umgebung in den tiefen Welten des Universums.
Sämtliche Raumschiffe und ganz besonders die SQUID – ein von den Menschen genutztes, außerirdisches und lebendes Raumschiff – zeugt von dem Ideenreichtum Robert Corvus.
Dies trifft auch auf seine wichtigsten Darsteller zu. Interessanterweise handelt es sich dabei hauptsächlich um drei Personen: Die wagemutige Rila, ihr Bruder Starn, der sich vom Militär abgewandt hatte und Ugrôn, ein Passagier auf der SQUID, der auf nahezu unbeschreibliche Weise eine ganz besondere Rolle in Verbindung mit dem Raumschiff eingeht.
Nebenbei handelt es sich bei dem aus mehreren Raumschiffen bestehenden Schwarm um die kläglichen Reste der gesamten Menschheit, die durch die Welten reisen, um ihr eigenes Überleben zu sichern.
Prinzipiell somit ein sehr interessanter Plot mit allen notwendigen Zutaten, die man dafür benötigt: Weltraumkämpfe, verschiedene Lebensformen, unterschiedlichste Welten, atemberaubende Raumschiffe und immer auf der Suche nach einer Möglichkeit, der eigenen Spezies eine Zukunft zu bieten.
Nun ist es aber leider so, dass Robert Corvus zwar diese genialen Zutaten entwickelte und sehr detailliert in diesem beinahe 500 Seiten langen Plot einbaut – dabei aber ein wenig zu sehr seine Personen auf der Strecke lässt. Die Geschichte wird somit zu einer Geschichte ohne wirklichem Antrieb durch seine Protagonisten und deren Erlebnissen. Sicher, es ist sehr interessant zu lesen, welchen Einfluss die SQUID auf Ugrôn nimmt – hier könnte man durch den dezenten Touch einer Religion auch den auf dem Buchrücken befindlichen Vergleich zu dem fulminanten Klassiker DER WÜSTENPLANET ziehen. Nichts desto trotz hatte DER WÜSTENPLANET trotz seines starken philosophischen Ansatzes erheblich mehr Drive in der eigentlichen Geschichte. FEUER DER LEERE würde man abbrechen, wäre da nicht die detailreiche Zeichnung der jeweiligen Umgebung. Irgendwie konnte mich diese immer wieder dazu antreiben, dieses Buch weiter zu lesen und gar zu beenden. Es blieb aber trotzdem ein leeres Gefühl, den irgendetwas fehlte einfach, um eine in sich treibende Story zu erkennen.
Man könnte fast sagen, eine Geschichte ohne wirkliche Geschichte, die aber interessanterweise wohl trotzdem bei manchem funktionieren könnte.
Ich persönlich bin immer noch ein wenig irritiert, denn zum einen ziehe ich vor diesem Autor wahrlich meinen Hut, denn der Schreibstil und das großartige Ausschweifen und die sehr detaillierte Zeichnung ist auf einem sehr hohen Niveau und lässt den Leser in die beschriebene Welt problemlos eintauchen – zum anderen fehlte mir einfach der wirkliche Plot, um dieses Werk in gebührender Erinnerung zu behalten.
Hier wäre somit etwas weniger Detail, dafür mehr Story sicher besser gewesen.
Jürgen Seibold/30.04.2017
Feuer der Leere: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

Jeff VanderMeer: Auslöschung – Southern-Reach-Trilogie

Originaltitel: Annihilation
Aus dem Englischen von Michael Kellner
Vollständige Taschenbuchausgabe März 2017
© 2014 VanderMeerCreative, Inc.
© 2014 der deutschen Taschenbuchausgabe: Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-51804-5
ca. 234 Seiten

COVER:

Geheimnisvolle Flora und Fauna, ebenso makellos wie verstörend, hat ein Gebiet an der amerikanischen Küste übernommen, und die entfesselte Natur dehnt sich unaufhaltsam immer weiter aus. Nur, was geschieht dort? Elf Expeditionen haben vergeblich versucht, Antworten zu finden. Ihre Teilnehmer kehrten entweder gar nicht zurück oder auf eine unheimliche Weise verändert. Jetzt entsendet das Southern Reach-Institut eine zwölfte Expedition – doch was hat sie der Faszination und dem Grauen von Area X entgegenzusetzen?

REZENSION:

Die Southern Reach-Trilogie von Jeff VanderMeer konnte sich eine Vielzahl namhafter Literaturpreise ergattern – darunter en Hugo, den Nebula, den BSFA und auch den World Fantasy Award. Somit bleibt einem prinzipiell ja schon fast nichts anderes mehr übrig, als auch in dieses Buch die eigene Nase zu stecken.
Auslöschung ist dabei der erste Band der Trilogie – wirkt mit seinen knapp über 200 Seiten aber nicht gerade ausschweifend.
Geschrieben ist dieser erste Band in der Ich-Form, die sowohl Vor- als auch Nachteile in sich hat. Mir persönlich wäre bei diesem ersten Band wohl die Sicht aus der dritten Person etwas lieber gewesen – gleichzeitig wird einem beim Lesen aber auch sehr schnell bewusst, dass der Autor diesen Stil mit Sicherheit absichtlich verwendet hatte, da eine Geschichte bestehend aus Tagebucheinträgen den Leser unter Umständen auf eine falsche Spur bringen kann – liest man doch ausschließlich aus der Sicht einer einzigen Protagonistin.
Wir begleiten in AUSLÖSCHUNG eine Anthropologin, eine Landvermesserin, eine Psychologin und die dieses Tagebuch schreibende Biologin auf ihrer Expedition in die Area X – ein Areal, dass von der Natur auf geheimnisvolle Art übernommen worden ist und sich immer weiter ausbreitet. Hierbei handelt es sich bereits um die zwölfte Expedition – alle bisherigen führten weder zu einem Ergebnis noch zu einem einigermaßen erfolgreichen Ende. Im Gegenteil: Entweder kamen die Teilnehmer nicht mehr zurück und blieben verschollen oder aber sie waren nicht mehr sie selbst und konnten sich auch an nichts relevantes mehr erinnern.
Sehr schnell bekommt man mit, dass hier einiges nicht so zu sein scheint, wie es sich zuerst darstellt. Dies betrifft auch die Teilnehmer dieser kleinen Expedition.
Nachdem AUSLÖSCHUNG anhand von Tagebucheinträgen seine Geschichte erzählt bleibt einem nur der Glaube an die hoffentlich vorhandene Ehrlichkeit der Biologin. Gleichzeitig werden dadurch aber auch eine Vielzahl an Fragen eröffnet, die sich leider – hier im ersten Band – nicht auflösen. Darüber hinaus würde man sich sehr über tiefergehende Details freuen, worauf die Tagebuchschreiberin aber verzichtet.
Der Vergleich zu dem Serienblockbuster LOST ist somit gegeben und ich kann nur hoffen, dass man nach  den beiden Folgebänden nicht weiterhin mit ungelösten Fragezeichen auf der Strecke bleibt.
Für mich persönlich war es etwas schwierig, in dieses Buch eintauchen zu können. Irgendwie konnte ich mich mit der Protagonistin nicht identifizieren – nichts desto trotz wollte ich der Geschichte weiter folgen, da man sich doch treiben lässt und dadurch das Interesse an Area X – wie die Pflanzen – zu wachsen beginnt.
Spannung lässt die Story dabei leider ein wenig missen – muss man aber wohl auch dem Stil zuschreiben, da selten jemand einen Tagebucheintrag im Stile eines spannungsgeladenen Romans schreibt.
Alles in allem hinterließ mich der erste Band recht zwiespältig zurück – nichts desto trotz bleibt der Drang nach den Folgebänden und ich hoffe sehr, dass diese dem ersten Band etwas draufsetzen können, da sonst die Geschichte meine Erwartungen nicht erfüllen kann. Meines Wissens ist im Folgeband die Ich-Form wohl kein Thema mehr und somit könnte ich mir gut vorstellen, dass der Autor dann etwas mehr ausholt. Nun, ich werde mich überraschen lassen…
Jürgen Seibold/30.04.2017

 
Auslöschung #1 Southern-Reach-Trilogie: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

BiomAlpha 2 – Der Aufbruch

Autoren und ©:
Uwe Post, Frank Lauenroth, Niklas Peinecke, Frederic Brake, Merlin Thomas, Uwe Hermann und Christian Weis

BoD – Books on Demand, Norderstedt
ISBN 978-3-7431-7866-34
ca. 350 Seiten / 9,99€

COVER:

Biom Alpha, der biologisch geprägte Alienschwarm, hat vielerorts Chaos gestiftet. In Afrika wurde von den Außerirdischen sogar eine Regierung gestürzt. Ein Spezialkommando der US-Marines erhält den Befehl, eines der auf der Erde gelandeten Raumschiffe unter seine Kontrolle zu bringen.

Die menschlichen Besucher des Schwarms müssen schmerzlich feststellen, dass ihre Mission nicht so friedlich und freundschaftlich verläuft wie erhofft. Nach dem Tod des Delegationsleiters soll April Reignar dessen Posten übernehmen, doch irgendjemand scheint gegen die Menschen zu intrigieren.
Gleichzeitig gerät Marten Karnau auf eine Art mit den Aliens in Berührung, die ihn nachhaltig verändern wird.

Dieser Band enthält die Episoden 4 – 6 der Serie.

REZENSION:

Als ich mich vor etwa einem halben Jahr dem ersten Band von BiomAlpha widmete, war ich sichtlich überrascht, welcher Ideenreichtum dieses Werk inne hat. Gleichzeitig hielt ich es für außerordentlich spannend, wie eine Geschichte trotz der Bearbeitung durch mehrere Autoren nahezu nahtlos zusammenfindet.
Dementsprechend freute ich mich auf die Fortsetzung und konnte es fast nicht erwarten, endlich BiomAlpha 2 in Händen zu halten.
Von Seite zu Seite hatte ich jedoch hierbei das Gefühl, einfach nicht mehr so richtig in die Story rein zu kommen. Erfreulicherweise hielt mich der Gedanke an den ersten Band als auch die immer noch herrschende Vielfalt an interessanten Ideen und Plots ein wenig bei der Stange. Ein Abbruch kam somit nicht in Frage.
Im Gegensatz zum ersten Band hatte ich bei “Der Aufbruch” das Gefühl, dass hier die einzelnen Kapitel bzw. Geschehnisse nicht mehr wie aus einem einzigen Guss wirken. Ich habe keinerlei Information, wie die Autoren vorgegangen sind, jedoch wechselte hier ab und an die Erzählweise und unter Umständen könnte das der Grund sein, warum ich trotz vieler mir gefallender Kapitel keinen astreinen Faden gefunden habe und dadurch nicht richtig in das Buch eintauchen konnte.
Bei manchen Themen wünschte ich mir etwas mehr Informationen, bei anderen ging die Geschichte zu sehr ins Detail – ein Autorenthema??
Dabei hätte mich im Besonderen sehr die weitere Vorgehensweise des sehr religiösen und autarken US-Präsidenten interessiert. Ich denke, hier lässt sich sicher noch vieles erzählen.
Manches wirkte etwas verfahren – gleichzeitig konnte mich die Protagonistin April Reignar immer wieder erneut bei der Hand nehmen und mich mit ihren Auftritten durch das Buch führen.
BiomAlpha ist aber dennoch ein sehr interessanter Plot, der von den üblichen Klischees abweicht und Science Fiction erfrischend anders erzählt. Ich würde mich sehr freuen, wenn man bei dieser interessanten Story wieder ein wenig mehr zusammenfindet und dem ganzen Plot mit dem nächsten Band eine Krone aufsetzt. Wünschen würde ich es jedem beteiligten Autor, da es an deren Qualität nach meinem bisherigen Kenntnisstand nicht viel auszusetzen gibt.
Jürgen Seibold/23.04.2017
Biom Alpha: Der Aufbruch – KAUFEN BEI AMAZON

HYS082 – Michael Peinkofer im Gespräch

Im Rahmen der Veröffentlichung von Michael Peinkofers neuestem Fantasyepos “TOTE HELDEN”, durfte ich freundlicherweise wieder an einer sehr interessanten Blogtour teilnehmen.
Hierbei lohnt es sich auch wirklich, alle vorangegangen Artikel in aller Ruhe durch zu gehen.
Als (leider) Abschluß hatte ich die Gelegenheit, gemeinsam mit Michael Peinkofer ein Gespräch zu führen.
Ich stellte mir früher bei Schriftstellern immer den bornierten und knochigen, alten Mann vor, der einsam in seinem Kämmerchen sitzt und seine Geschichten zu Papier bringt. Dabei aber am liebsten keinerlei Kontakt zur Außenwelt bekommt – falls doch: Eher schwierig im Gespräch.
Wie ich jedoch nicht nur in den bereits vergangenen Autoreninterviews, sondern auch im aktuellen Interview mit Michael Peinkofer feststellen durfte, passt diese irrige Meinung meinerseits jedenfalls keineswegs auf die Autoren des Science-Fiction-, Thriller-, Horror- und Fantasygenres. Denn alle waren bisher ausgesprochen sympathisch und man fühlte sich bei jedem Interview sogleich wohl – ich denke, auf beiden Seiten des Gesprächs.
Michael Peinkofer reiht sich hierbei gekonnt ein und nun könnt ihr einem doch hoffentlich interessanten und trotzdem lockeren Gespräch folgen:

Auch diesmal mit einem Gewinnspiel:

Im Rahmen dieser Tour verlose ich ein Taschenbuch von Tote Helden.
Ich stelle diesmal jedoch keine Frage. Somit benötigt Ihr zur Teilnahme lediglich einen Mailaccount 🙂
Kurz gesagt:

Du schickst mir eine Mail an podcast@hysterika.de mit dem Betreff “TOTE HELDEN” und Deiner Adresse. Schon bist Du im Lostopf.
Deine Adresse wird sofort nach diesem Gewinnspiel wieder vernichtet und findet keine weitere Verwendung – Hysterika ist ja keine kommerzielle Seite.

Teilnahmebedingungen

Teilnahme ab 18 Jahren, Versand nur nach Deutschland. Mehrfache Teilnahme auf einem Blog geht nicht. Ein doppelter Gewinn (also hier und auf einem weitern Blog, der bei der Tour mitmacht) ist ausgeschlossen.
Auch der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung ist nicht möglich.

Ab dem 07.04. erfolgt die Auslosung der Gewinner/innen, die per Mail benachrichtigt und auf den teilnehmenden Blogs bekannt gegeben werden.

Gerne könnt Ihr auch noch bei den anderen Teilnehmern vorbeischauen:

Jussi Adler-Olsen: Selfies

Originaltitel: Selfies
Aus dem Dänischen von Hannes Thiess
© 2017 Jussi Adler-Olsen
© 2017 der deutschsprachigen Ausgabe: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-28107-2
ca. 576 Seiten

COVER:

In einem Park in Kopenhagen wird eine alte Frau ermordet aufgefunden. Fast zeitgleich begibt sich ein durchgedrehter Autofahrer auf die tödliche Jagd nach jungen Frauen. Irgendwo da draußen, so hat es den Anschein, werden weitere perfide Morde geplant. Steht all dies womöglich im Zusammenhang mit einem lange zurückliegenden und noch immer unaufgeklärten Verbrechen?

Das Management des Polizeipräsidiums in Kopenhagen ist höchst unzufrieden mit der Aufklärungsrate des Sonderdezernats Q. Ausgerechnet Rose soll nun das Ruder herumreißen – doch Rose ist in ihrem aktuellen Zustand weit davon entfernt, diesen Erwartungen gerecht zu werden. Die Wurzeln ihrer desaströsen Verfassung liegen in einem dunklen Kapitel ihrer Vergangenheit: “Zu dem tiefsten inneren Raum in ihrem Dunkel bekamen sie keinen Zutritt, dieser Raum gehöre ihr. Ihr allein.”

Carl, Assad und Gordon stehen vor ihrer bislang größten Herausforderung und dass Rose ihren eigenen Kampf kämpft, ist für alle schwer erträglich. Doch Scheitern ist keine Option. Es muss ihnen einfach gelingen, diese schrecklichen Verbrechen in Kopenhagen zu stoppen.

REZENSION:

Mit “Selfies” befinden wir uns nun bereits beim siebten Fall des Kopenhagener Sonderdezernats Q, welches sich an die Fahne geschrieben hat, alte, ungelöste und längst zu den Akten gelegte Fälle erneut aufzurollen.
Bereits mit dem ersten Fall dieses Dezernats konnte Jussi Adler-Olsen für eine spannende und außerordentlich interessante Unterhaltung sorgen. Seine Fälle hatten fast immer eine Verbindung in die aktuelle Zeit und seine Erzählweise sorgte dafür, dass die Beschreibung “Thriller” auf dem Cover definitiv gepasst hatte.
Dies zog sich auch die weiteren Fälle auf diesem hohen Niveau durch – lediglich beim sechsten Fall konnte er mich nicht mehr umfänglich überzeugen. Hierin wurde das Thrillerelement ein wenig zu sehr auf die Seite geschoben und man folgte einem noch interessanten aber nicht außergewöhnlichen Krimi.
Dementsprechend gespannt war ich auf den nun vorliegenden, siebten Fall.
Darüber hinaus halte ich alle Mitglieder des Sonderdezernats für durchgängig und tiefgründig gezeichnete Protagonisten, deren Verhalten und Innenleben bereits für einen hohen Unterhaltungs- und Interessenswert sorgt.
Würde ich jetzt “Selfies” als mein erstes Adler-Olsen-Buch bewerten, würde es aber nicht wirklich sehr positiv abschließen. Erneut scheint der Autor die Spannungsschraube zu lockern – gleichzeitig wirkt der damalige Fall eher banal im Vergleich zu seinen früheren Fällen.
Interessant bleibt aber die Motivation der Sozialamtsmitarbeiterin, über die ich hier nichts näheres sagen möchte, da die Gefahr des Spoilerns zu groß wäre.
Betrachtet man “Selfies” als ein weiteres Buch in einer groß angelegten Reihe, wird einem klar, dass der überwiegend depressive Inhalt – bezogen auf die psychische Krankheit von Rose – erzählt werden musste. Immerhin hatte man sich als Leser ja schon mehrere Bände lang gefragt, was denn nun mit ihr los ist und warum sie in verschiedene Rollen schlüpft.
Dies alles löst sich in “Selfies” auf. Dadurch ist der aktuelle Roman aber auch überwiegend depressiv in seiner Darstellung. Durch die dabei fast nebensächliche Fall-Verkettung war ich anfangs fast dazu genötigt, das Buch unabgeschlossen zu beenden. Gleichzeitig freue ich mich ja immer auf ausreichend Spannungselemente, die hierin eher nicht vorkommen.
Nichts desto trotz besteht für einen langjährigen Sonderdezernat-Leser ausreichend Interesse für das Seelenleben der guten Rose – und exakt aus diesem Grund lieb mir auch nichts weiter übrig, als diesem Werk bis zum auflösenden Ende zu folgen.
Jussi Adler-Olsen ist dabei weiterhin ein sehr eingängiger Schreiber. Kennt man jedoch die vorherigen Bände nicht, könnte man mit diesem Buch schlicht überfordert sein.
Weiterhin hoffe ich, dass dem Autoren wieder ein sehr spannender und berührender Fall aus den Tiefen der abgeschlossenen, jedoch nicht gelösten Fälle einfällt und dabei beim nächsten Mal wieder zur alten Thrillerstärke der ersten Bände zurückfindet. Mir ist dabei aber auch bewusst, dass so langsam auch der Hintergrund von Assad beleuchtet werden müsste – denn in dessen Vergangenheit scheint sich wohl auch so einiges zu verstecken.
Alles in allem war auch “Selfies” sehr interessant und in seiner detaillierten Betrachtung von Rose’s Problemen auch nötig. Trotzdem bleibt es ein wenig hinter den Bänden 1 bis 5.
Jürgen Seibold/02.04.2017
Selfies: Der siebte Fall für das Sonderdezernat Q in Kopenhagen Thriller (Carl Mørck) – KAUFEN BEI AMAZON

HYS081 – Einfach Bücher

Die neue Podcastfolge:

Ivo Pala: Schwarzer Sturm

Originalausgabe März 2017
© 2017 Knaur Verlag
© 2017 Ivo Pala
ISBN 978-3-426-51916-5
ca. 395 Seiten

COVER:

Eine Welt ohne Gnade, ein Krieg ohne Sieger – das düstere Fantasy.Epos um den Kampf gegen die ewige Nacht

Die ewige Dunkelheit seit dem Weltendonner hält die sterbende Welt in ihren unbarmherzigen Klauen. Das Klima wird immer mörderischer. Hoffnung verspricht einzig der neu entdeckte, geheimnisvolle Kontinent Kutera. Doch Rielle, die Königin der sterbenden Hochkultur Twyddyn, hegt finstere Pläne für Kutera, und nur der Krieger Raymo und die Sklavin Lizia könnten sie noch aufhalten. Währenddessen führt eine geheimnisvolle Mission den Mönch Ash und seine Gefährten auf eine Reise um die halbe Welt – hin zu dem Ort, an dem sich Ashs dunkles Schicksal erfüllt.

Der actiongeladene zweite Band der Dark World Saga!

REZENSION:

Nachdem mich schon der erste Band der Dark World Saga mit dem Titel “Schwarzer Horizont” sehr gut überzeugen konnte, freute ich mich schon sehr auf die nun vorliegende Fortsetzung.
Durch den zeitlichen Versatz und den dazwischen liegenden Büchern, die mir die Wartezeit verkürzten, benötigte ich ein wenig, um gedanklich wieder komplett in diese dunkle Welt eintauchen zu können. Zum Glück hatte sich das recht schnell erledigt und ich konnte den Protagonisten auf ihren unterschiedlich motivierten Wegen wieder folgen. Weiterhin bleibt sich Pala treu und erzählt einfach die Geschichte um seine drei wichtigsten Hauptdarsteller unbeirrt weiter. Dementsprechend rasant treibt die Geschichte auch vorwärts. Wie bereits beim ersten Buch erwähnt, bleiben die Personen ein klein wenig zu oberflächlich. Gleichzeitig erwähnte ich aber auch, dass dies in dieser Reihe nicht wirklich stört, denn ich denke, hier ist der rasante Schnitt und die dabei auftretende Action eher der Antrieb des Autors und somit der Geschichte.
Ivo Pala lässt in dieser Reihe viele Fantasy-Klischees aus dem Sack: Wir treffen auf sprechende Drachen, eine tyrannische Königin und deren Widersacher, sowie auf einen Krieger, der wohl einfach nur seine Sehnsucht nach einem fruchtbaren und schönen Alterssitz fröhnt.
Während der eine die Welt vor der Dunkelheit bewahren möchte, stoßen die anderen von einer kriegerischen Handlung zur nächsten. Action ist vorprogrammiert und ich will verdammt sein, wenn mir diese Darbietung einer Vielzahl an Klischees nicht einfach nur Spaß macht. Erneut konnte ich mich dem weiteren Geschehen nicht entziehen und musste ab und an aufpassen, bei der täglichen U-Bahnfahrt die für mich relevante Station nicht zu verpassen.
Man könnte dieser Reihe sicher einiges vorwerfen – lässt man sich aber darauf ein, erhält man eine rasante Fantasyfahrt, die genauso auch in einem Film funktionieren würde.
“Schwarzer Sturm” kommt zwar nicht ganz an den ersten Band heran, da hier die Dunkelheit keine wirklich große Rolle mehr spielt und auch der überzeugende Witz ein gutes Stück herunter gefahren wurde, nichts desto trotz hat mir der Band recht gut gefallen und ich freue mich schon sehr auf schlussendliche Auflösung der ganzen Begebenheiten im dritten Band, der hoffentlich bald das Licht der Welt erblicken wird.
Jürgen Seibold/26.03.2017
Schwarzer Sturm: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

Blogtour zu Michael Peinkofer: Tote Helden

Für die einen waren sie Helden. Für andere Legenden. Für wiederum andere waren sie nur dämliche Arschlöcher. Doch niemand ahnt, dass sie wieder zurück sind … Im Jahr 37 nach dem Fall des tyrannischen Kaiserreichs sind die Helden von einst vergessen. Der Abyss, ein tiefer Abgrund, durchzieht den Kontinent Astray seit jener letzten erbitterten Schlacht und hat die Völker gespalten. Könige, Herzöge und fanatische Sektierer ringen um die Macht. Nur der Sänger Rayan erhält die Erinnerung an die Legenden der Vergangenheit am Leben – denn seine Visionen sagen ihm, dass in den Tiefen des Abyss eine Bedrohung lauert. Und dass nur die alten Legenden ihr die Stirn bieten können …

 

Der Autor Michael Peinkofer

Michael Peinkofer, 1969 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaften und arbeitete als Redakteur bei der Filmzeitschrift »Moviestar«. Mit seiner Serie um die »Orks« avancierte er zu einem der erfolgreichsten Fantasyautoren Deutschlands. Seine Romane um »Die Zauberer« wurden ebenso zu Bestsellern wie seine neue Trilogie um »Die Könige«.

Webseite: http://www.michael-peinkofer.de/

Was gibt es zu gewinnnen?

Verlost werden in jedem Blog unter allen Kommentator/-innen je eine Ausgabe von “Tote Helden”. Ihr werdet direkt von den Bloggern benachrichtigt. Die Regeln zur Teilnahme findet ihr immer bei den einzelnen Artikeln. Doppelte Gewinne und der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

Ablauf der Blogtour

29.03. Eva-Maria schreibt über das Motiv des Fremden auf Schreibtrieb
30.03. Mareike erforscht auf Bücherkrähe die Hintergründe der Religion in Astray
31.03. Cindy widmet sich auf Piranhapudel den Themen Schicksal, Bestimmung, Zukunft & Vorhersehung
01.04. Vanessa von Biblometasia löchert Lektor Carsten Polzin in einem Interview
02.04. Susanne berichtet auf Literaturschock von der Lesung auf der Leipziger Buchmesse

03.04. Jürgen unterhält sich hier auf Hysterika in einem Podcast mit Michael Peinkofer.
Vielen Dank an Michael Peinkofer und den Piper-Verlag für die Unterstützung und natürlich auch ein herzliches Dankeschön an alle teilnehmenden Blogs.

Viel Spaß mit der Buchtournee!

George Orwell: 1984

Originaltitel: 1984
Übersetzt von Michael Walter
© 1949 by The Estate of Eric Blair
© für die deutsche Ausgabe: Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2004
ISBN 978-3-548-23410-6
ca. 384 Seiten

COVER:

Ozeanien, eine von drei Supermächten, die die Welt untereinander aufgeteilt haben, stützt sein System auf eine Ideologie, die auf der Veränderlichkeit der Vergangenheit beruht. Im Ministerium für Wahrheit, das für die Verfälschung der Geschichte nach Parteilinie zuständig ist, arbeitet der 39jährige Winston Smith. Eine Liebesaffäre mit Julia, Technikerin an einer Romanschreibmaschine und Aktivistin der Anti-Sex-Liga, wird für Winston zu einem Akt des Widerstands gegen das System. Trotz ständiger Überwachung durch die Gedankenpolizei können die beiden Liebenden sich heimlich in einem Zimmer in dem überwiegend “Proles” bewohnten Teil Londons treffen. Dort lernen sie auch den Widerstandskämpfer O’Brien kennen, der ihnen ein Buch von Emmanuel Goldstein gibt, dem Feind und Gegenstand des Volkshasses. Der Glaube, in ihrer Liebe innere Freiheit zu erlangen und durch die Lektüre des “geheimen Buches” das Wesen ihrer Gesellschaft verstanden zu haben, erweist sich als Trugschluß. Denn irgendwann gewinnt der “Große Bruder” auch Macht über Winston.

REZENSION:

1984 von George Orwell steht gemeinsam mit “Schöne Neue Welt” von Huxley alleine auf einem ganz besonderen Regal. Beide Werke sind Alleinstellungsmerkmal einer jeweils visionären Geschichte, deren Inhalt noch immer eine unbeschreibliche Bedeutung für die heutige Zeit hat.
Obwohl beide Werke gänzlich unterschiedlich vorgehen, wird man ihren Inhalt nicht mehr vergessen und hoffentlich den ein oder anderen gedanklich auf den richtigen Weg bringen.
1984 beschreibt dabei ein totalitäres System, in dem der Bürger durch und durch von der herrschenden Partei gelenkt und geführt wird. Eigene Gedanken sind nicht erwünscht. Die Bürger werden überwacht und können sich dieser Überwachung auch keineswegs entziehen.
Die Partei steht dabei nicht nur für die Gegenwart oder die Zukunft – sie legt auch fest, wie die Vergangenheit ausgesehen hat.
Kleinste Verfehlungen werden geahndet und somit kann es urplötzlich sein, dass jemand einfach verschwindet. “Verschwinden” heisst in diesem System aber gleichzeitig eine absolute Ausrottung sämtlicher Informationen über diesen Bürger – so, als ob er niemals existiert hätte.
Winston Smith versucht sich dem zu entziehen und öffnet sich einem vermeintlichen Widerstand. Nach und nach stellt sich jedoch heraus, dass der “Große Bruder” weit mehr Macht hat, als er sich jemals vorstellen konnte.
1984 ist ein absolutes Pflichtbuch für nahezu jeden Menschen auf diesem Planeten. Orwell hat es zwar mit Sicherheit in Gedanken an die totalitären Systeme des Zweiten Weltkriegs geschrieben, erschuf dabei aber einen sehr visionären Roman mit einer Doppelzüngigkeit, die seinesgleichen sucht.
Sicher, manchesmal wirkt es ein wenig steif und aus seiner Zeit gefallen. Dies stört diesem hintersinnigen Werk aber nicht eine Sekunde.
1984 ist dabei nichts anderes als die Drehung der Jahreszahl, in der Orwell das Buch geschrieben hat (1948), somit ist der Titel nicht wirklich wichtig – im Gegenteil, es bekommt von Tag zu Tag mehr Brisanz, als man sich bereits im Jahre 1984 vorstellen konnte.
Einfach ein Klassiker, den man gelesen haben muss.
Jürgen Seibold/22.03.2017
1984 – KAUFEN BEI AMAZON

Anthologie: Blutgrütze 1

© 2016 EDITION NOCTURNO
© der einzelnen Geschichten beim jeweiligen Autor
ca. 175 Seiten / ISBN 9781533420565

COVER:

Die besten Hardboiled-Autorinnen und -Autoren
laden ein zum deftigen 7-Gänge-Menü:
Unappetitlich – widerlich – ekelhaft – einfach nur geil!
Zu Eurer Freude und Unterhaltung!

Torsten Scheib – NÄCHTLICHE BEGEGNUNGEN
Rosa Leber – DIE MUTTER ALLER ABSZESSE
Markus Kastenholz – MEA MAXIMA CULPA
Alisha Godoy – DIE BEDROHUNG
Andreas Ellefred – SCHLÜSSEL ZUR FREIHEIT
Jasmin Krieger – MACARONS SPEZIAL
John Aysa – DIE YONI DER ERDE

BLUTGRÜTZE ist eine neue Anthologie-Reihe, in der die Autoren und Autorinnen keinerlei Zwängen unterworfen sind. Kein Thema, kein Umfang. Sie dürfen „die Sau rauslassen“, wie es ihnen gefällt.
Und das haben sie …

BLUTGRÜTZE
ist absolut kranken, perversen und geilen Inhalts.
Teststudien haben belegt:
Das Lesen kurz vor dem Schlafengehen kann zu Alpträumen, Erbrechen
sowie Inkontinenz führen (hält meist nur wenige Tage an).
Von chronischer Impotenz wurde nicht berichtet, da es den Betroffenen scheinbar zu peinlich war, darüber zu sprechen.
Nicht, dass hinterher jemand behauptet, wir hätten Sie nicht gewarnt …

REZENSION:

BLUTGRÜTZE ist eine neue Kurzgeschichtenreihe mit dem Ansatz, dass es einfach keine besonderen Vorschriften und Themen gibt. Kurz: Der jeweilige Autor darf einfach mal ohne eine Schere im Kopf die Sau rauslassen.
Man könnte jetzt sagen, so etwas gibt es ja schon. Ja, wer kennt nicht die FLEISCH-Reihe, die ähnlich aufwartet. Hier ist es jedoch so, dass auch der Rahmen der Geschichte von einer üblichen Länge gesprengt werden darf. Trotzdem geben sich die beiden Anthologien natürlich die Hand – kommen irgendwie ja auch aus dem gleichen Umfeld.
In Blutgrütze befinden sich lediglich 7 Geschichten. Dieser sind dabei gar nicht einmal so blutig, wie man es sich eventuell vorstellt. Nichts desto trotz lassen sie auch ab und an den Ekelfaktor durchblitzen und nehmen davor auch keine Rücksicht. Gleiches gilt für sexuelle Absonderlichkeiten. Somit sollte man auch hier als Leser kein zartes Fell besitzen – man muss schon mit sowas klarkommen, damit man das Buch nicht plötzlich angewidert auf die Seite legt.
Bei den Geschichten selbst konnte mich nicht jede durchweg überzeugen. Dies ist natürlich in einem Kurzgeschichtenband sehr oft der Fall. Da es sich hier aber nur um 7 Geschichten handelt, finde ich somit leider keine hundertprozentige Überzeugung in mir auftauchen.
Beachtet man dabei jedoch den Umstand, dass es hier der erste Band einer sicherlich noch gut wachsenden Reihe ist, hat der Herausgeber sein Ziel erreicht.
Darüber hinaus halte ich es für außerordentlich interessant, abermals verschiedene Ideen und Schreibstile aufstrebender und schon etwas bekannteren Autoren kennen zu lernen.
Alles in allem ein gelungener Einstieg in eine neu geschaffene literarische Welt ohne jegliche Vorschriften. Allein dieses Konzept ist schon mutig genug und sollte weiter verfolgt werden.
Jürgen Seibold/19.03.2017
Blutgrütze: Unappetitliche Geschichten – KAUFEN BEI AMAZON

Timo Leibig: Grenzgänger

©Timo Leibig
ISBN 978-3-9817076-6-3
ca. 280 Seiten

COVER:

Francis Maybach, Sohn wohlhabender Eltern, entgeht knapp einem Mordversuch. Daraufhin stellt man ihn unter Polizeischutz – dem er jedoch entflieht. Kommissar Walter Brandner und seine neue Kollegin Cahide Pfeiffer folgen seinen Spuren, die zunehmend blutiger werden. Ist Francis Maybach vielleicht gar kein Opfer, sondern Täter?
Viel Zeit bleibt den Kommissaren nicht, um Francis zu finden, denn auch andere sind hinter ihm her …

REZENSION:

Die Fälle um die beiden Ermittler Goldmann und Brandner sind meines Wissens die einzigen Fälle um ein Ermittlerteam, bei denen es mir gelungen ist, alle zu kennen.
Darüber hinaus scheint Timo Leibig auch der einzige Autor neben Stephen King zu sein, der bereits mehrere Bücher herausgebracht hat und ich ebenfalls alle bereits lesen durfte.
Das allein spricht ja schon mal für den Schriftsteller. Gleichzeitig hat man bei jedem Handgriff in Richtung eines weiteren Buches des Autors eine gewisse Erwartungshaltung, die nicht gerade auf einem geringen Niveau angesiedelt ist. Kurz gesagt: Es schwingt immer eine kleine Leserangst mit, ob auch ein weiteres Buch noch überzeugen kann.
Nun also GRENZGÄNGER, der bereits vierte Fall von Brandner und Goldmann…
Goldmann? Nun, hier wohl nur noch lapidar. Wie man aber als geneigter Leser der bisherigen Bücher weiß, hat sie sich ein wenig zurückziehen müssen. Somit hier nur eine Nebenrolle, die aber dennoch zu wichtigen Erkenntnissen führt.
Timo Leibig lässt aber nicht einfach den guten alten Brandner alleine weiter ermitteln, sondern gibt ihm zwei Kollegen an die Hand, die ebenfalls nicht ohne sind – und seine Ex-Kollegin wird sicherlich in Zukunft auch weiterhin eine Rolle zu spielen haben.
Ein klein wenig erinnert mich diese Vorgehensweise mittlerweile an die “Sonderdezernat Q”-Bücher von Jussi Adler-Olsen, der auch ein ganzes Team auf die Straße los lässt und dabei einem die Chefrolle zuspricht.
In GRENZGÄNGER erfährt man zum ersten Mal in dieser Reihe nicht bereits am Anfang, wer hier der Böse ist. Timo Leibig lässt uns nun etwas im Dunkeln tappen und baut einen klassischen Krimi mit ganz wenigen dezenten Thrillerelementen auf, führt diesen zielgerichtet zu seinem Ende und lässt dabei noch die ein oder andere Erkenntnis-Rakete los. Manchmal ist es doch anders, als man zuerst dachte.
Gleichzeitig ist der Plot aber nicht zu kompliziert konstruiert und lässt sich dementsprechend einfach konsumieren.
Mir persönlich hätte ein wenig mehr “Thriller” besser gefallen, da Timo Leibig nun mehr und mehr in die reine Krimiecke zu switchen scheint. Aber das ist natürlich Geschmackssache – manche mögen es einfach weniger blutig. Tja, damit meine ich nicht mich als Leser und ganz besonders die Darstellung von Psychopathen auf ihrem kranken Weg halte ich in typischen Thrillers für sehr interessant in der Betrachtung – dies fehlt hier leider, wird aber damit dem Krimi-Genre durchweg gerecht.
Kurzum: Erneut ein sehr guter Fall von einem ideenreichen und sehr gut und eingängig schreibenden Autor. Von mir gibt es trotzdem ein kleines “aber”, da ich es hiermit nicht vermissen möchte, den Autoren wieder etwas in die bösere Ecke zu schubsen – eben solche Fälle, denen sich die beiden Ermittler bereits in der Vergangenheit stellen mussten. – Timo Leibig, lass die Psychopathen wieder raus 🙂
Jürgen Seibold/18.03.2017
Grenzgänger: Thriller (Goldmann und Brandner, Band 4) – KAUFEN BEI AMAZON

 

P.S.: Wer wissen möchte, wie der Autor beim Sprechen klingt (er hat einen typischen Slang) und darüber hinaus, was er zu erzählen hat, kann auf dieser Webseite unter dem Reiter “Podcast” der Folge 80 folgen, in dem sich Timo Leibig meinen Fragen stellt.

Aleš Pickar: Kalion – Die lautlose Woge

© 2017 Periplaneta Berlin – Edition Drachenfliege
www.periplaneta.com
ISBN 978-3-95996-032-8
ca. 259 Seiten

COVER:

Die Neun Götter haben Kalion längst verlassen – nur der Stille Mahner am Firmament zeugt noch davon, dass die Welt einmal eine glücklichere war, bevor der Hochmut der Menschen sie zerstörte.
Seit Generationen sind die Völker des rauen Kontinents Neroê zerstritten. Im Norden wütet eine rätselhafte Krankheit. Die verwöhnte Prinzessin Linederion aus dem Ostreich soll an einen fremden Hof verheiratet werden, der gefallene Feldherr Gellen ist auf der Flucht, weil er sein Geheimnis nicht preisgeben kann, die ehemalige Sklavin Nelei will Rache nehmen und die Schwägerin des Königs von Kendaré spinnt Intrigen, um ihren unbeliebten Sohn auf den Thron zu setzen.
Doch sie alle ahnen nichts von der dunklen Gefahr, die sich im Westen zusammenbraut …

Aleš Pickar erschafft mit KALION ein facettenreiches, geheimnisvolles und vor allem düsteres Epos.
Die lautlose Woge ist der Beginn einer Reise in eine rätselhafte und raue Welt und ein spannender Roman, der mit den Normen des High-Fantasy-Genres bricht.

REZENSION:

Als ich gefragt wurde, ob ich mich diesem Werk aus dem Genre Fantasy annehmen möchte, musste ich erst einige Tage darüber nachdenken. Das liegt jedoch nicht daran, dass sich Kalion bei einem etwas kleinen – aber feinen – Verlag versteckt, sondern eher daran, dass dieses Buch seine fantastische Welt innerhalb von lediglich etwas über 250 Seiten ausbreiten möchte.
Das klingt so gar nicht nach den Gepflogenheiten innerhalb dieses Genres – hier werden doch immer Bücher geschrieben, die man auch locker als Waffe verwenden könnte, so dick sind sie jedesmal.
Nun also KALION mit einer reduzierten Seitenzahl und einem Autorennamen, der mir noch nie untergekommen ist.
Dafür kann der Autor jedoch nichts und somit musste ich dem Buch doch eine Chance geben. Kann ja sein, dass sich da etwas neues auftut.
Und genau das ist auch der Fall gewesen. KALION  ist dabei eingängig erzählt und scheut sich auch nicht vor Brutalität und Blut. Die von Pickar erschaffene Welt wird anhand von kurzen “historischen” Erzählungen am Beginn einiger Kapitel etwas tiefer dargelegt. Die grundsätzliche Zeichnung ist dabei natürlich etwas begrenzt, stört aber in diesem Fall keineswegs.
Man ist sofort mittendrin und fragt sich, wo das alles hinführen wird. Bereits nach einigen Seiten weiß man, welche Personen man nicht mehr missen möchte und fiebert ihren weiteren Erlebnissen entgegen.
KALION funktioniert bereits problemlos als nahezu abgeschlossener Roman – erfreulicherweise handelt es sich dabei jedoch keineswegs um eine kleine und dünne Fantasy-Eintagsfliege, sondern um den Auftakt einer dreibändigen Reihe.
Sicher, es strotzt vor Intrigen und dem recht typischen Kampf zwischen Gut und Böse. Dabei handelt es sich aber über eine erfrischend anders wirkende Erzählweise, die interessant wirkt und somit überzeugt.
Man darf sich als Fan dieses Genres so einem Werk keineswegs entziehen und somit muss man auch ab und an den Fokus erweitern und den vermeintlichen “Kleinverlegern” eine Chance geben. Ich glaube, die geben sich auch sehr oft besondere Mühe, da der Ruf sonst schnell ruiniert wäre.
KALION jedenfalls ist eine sehr interessante Welt voll interessanter Begebenheiten und ich freue mich schon auf die Folgebände.
Jürgen Seibold/18.03.2017
Kalion. Die lautlose Woge (Edition Drachenfliege) – KAUFEN BEI AMAZON