Jun 162013
 

Originalausgabe Mai 2012
(c) 2012 Knaur Taschenbuch
ISBN 978-3-426-50990-6
ca. 414 Seiten / € 9,99

COVER:

1489 im Florenz der Medici. Seit Wochen bangt der angesehene Freskenmaler Pater Angelico um eine Lieferung Lapislazuli, die er zur Herstellung der kostbaren Farbe Ultramarin benötigt. Doch dann findet Angelico seinen säumigen Lieferanten erhängt auf. Selbstmord? Das kann und darf nicht sein, auch wenn es die gefürchtete Geheimpolizei gerne so hätte …
Mit Scharfsinn und florentinischem Witz beginnt der streitbare Dominikanermönch zu ermitteln – und schwebt kurz darauf in Todesgefahr.

Der Auftakt zu einer Reihe mitreißender Kriminalromane aus dem Florenz der Renaissance.

REZENSION:

Manchmal scheint es einfach simpel zu sein: Die Farben von Florenz bieten durchgängige und spannende Unterhaltung für alle Krimifans, die in vergangene Zeiten eintauchen möchten. Darüber hinaus schafft es Rainer M. Schröder spielend, nicht nur einen gelungenen Kriminalroman unter Verwendung vergangener Zeiten zu kreieren, sondern gleichzeitig einen Protagonisten vor des Lesers Augen dar zu legen, der durchweg sympathisch wirkt und mit Sicherheit so ziemlich jedem Leser innerhalb kürzester Zeit ans Herz wächst. Pater Angelico ist beileibe kein bornierter, vom tiefgehenden Glaubensgrundsatz fixierter Bruder, der sich benebeld von altertümlichen Grundsätzen einem Fall hinnimmt – nein, er ist ein gläubiger, aber doch durch und durch offener Pater, der es mit manch vorherrschender Meinung nicht unbedingt allzu ernst nimmt und somit in manch dezentes “Töpfchen” hineintappt, um dabei den vorliegenden Fall zu lösen.
Somit ein wahrlich gelungener Trip in vergangene Zeiten mit einem durchweg sympathischen Held, dessen Untertitel “Pater Angelicos erster Fall” erfreulicherweise auf mehr hoffen lässt.
Sonja Seibold / 16.06.2013

Die Farben von Florenz: Pater Angelicos erster Fall (Knaur TB) KAUFEN BEI AMAZON

Jun 102013
 

Brown-InfernoOriginaltitel: Inferno
Vollständige e-Book-Ausgabe des in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG erschienenen Werkes.
Originalausgabe: © 2013 by Dan Brown
Deutschsprachige Ausgabe: © 2013 by Bastei Lübbe GmbH & Co. KG, Köln
ISBN 978-3-8387-3026-4
Kindle-Edition: 19,99 €

REZENSION:

Abermals legt Dan Brown ein Werk um seinen sympathisch wirkenden Symbolforscher Robert Langdon vor und lässt uns in eine Gedankenwelt eintauchen, die bereits des öfteren in hochspannenden Werken verwendet worden ist: Dantes Göttliche Komödie.
Dieses Werk ist der Schlüssel auf der Suche nach dem Widersacher Langdons, der sehr interessant wirkende aber gleichzeitig dramatische Ziele verfolgt.
In INFERNO spielt Dan Brown neben Dantes Werk mit dem Umstand, dass unsere Welt sich relativ schnell dem eigenen Abgrund nähert: Die steigende Weltbevölkerung gepaart mit sinkenden Ressourcen.
Die dabei entstehenden und von Dan Brown geschickt dargelegten Thematiken lassen den Leser auch am Rande dieses Buches darüber nachdenken – davon abgesehen schafft er es aber nicht nur lehrreich zu sein, sondern auch einen einigermaßen spannenden Thriller vorzulegen, der mit Sicherheit wieder zu einem Blockbuster wird.
Nichts desto trotz ist Langdons vierter “Fall” von der Machart her ein wenig zwiespältig zu betrachten: Zum Einen fehlt ihm ein klein wenig mehr Spannung und zum Anderen wirkt es bisweilen so, als ob Dan Brown einen Romanbaukasten besitzt, dessen Inhalt ihm zu seinen Romanen behilft – wodurch diese sich aber mehr und mehr ähnlich werden.
INFERNO ist interessant und eingängig geschrieben – das Thema lässt nichts zu wünschen übrig und die lehrreiche Beschreibung aller Örtlichkeiten lässt absolut nichts missen. Hier ist Dan Brown ein wahrer Meister und man kann seiner detaillierten Beschreibung nur nickend zustimmen, wenn man selbst schon einmal den ein oder anderen Ort im “realen Leben” gesehen hat.
Dadurch macht auch vorliegender Roman abermals recht viel Spaß – Dan Brown muss aber so langsam aufpassen, die Erlebnisse Robert Langdons etwas mehr zu variieren, damit der Baukastengedanke wieder mehr in den Hintergrund treten kann.
Alles in allem abermals ein unterhaltsamer Roman mit dezenten Spannungselementen, die jedoch für den Mainstream sicherlich zumeist ausreichend sind.
Jürgen Seibold/10.06.2013

 

Inferno: Thriller – Kindle-Edition KAUFEN BEI AMAZON

Mai 052013
 

King_ReiseSplitter Verlag
© Splitter Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld 2012
© 2010, 2011 by Stephen King
© der deutschsprachigen Ausgabe 2012 by Panini Verlags GmbH, Stuttgart
ISBN 978-3-86869-526-7
ca. 176 Seiten / € 29,80

COVER:

“Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste… und der Revolvermann folgte ihm.!”

Dreißig Jahre lang hat Stephen King an der siebenbändigen Roman-Saga um den Dunklen Turm gearbeitet, die nach eigener Aussage sein Opus magnum darstellt. Nach der Vollendung verkündete er, nun alles geschrieben zu haben, was es für ihn zu erzählen gibt.

Aber die Figuren aus der von ihm geschaffenen phantastisch-apokalyptischen Mittwelt geben keine Ruhe. Die Geschichte um den Revolvermann Roland Deschain wird weitererzählt. In einer groß angelegten Graphic Novel wird der Weg des zunächst jungen Mannes nachgezeichnet, welche Freuden er erlebt hat, welche Abenteuer bestanden, welche Verluste erlitten, bis er zu dem unerbittlichen Rächer wurde, der alles der Suche nach dem Dunklen Turm unterordnet.

Stephen King hat sich mit den Meistern der Comic-Zunft zusammengetan, um ein grafisches Werk zu schaffen, das einzigartig ist. Mit den fünf Graphic Novels Der Dunkle Turm, Der lange Heimweg, Verrat, Der Untergang Gileads und Die Schlacht am Jericho Hill begann eine mehrbändige Serie, von der hiermit der sechste Band vorliegt: Die Reise beginnt.

“Lange Tage und angenehme Nächte …”

REZENSION:

Nach Schließen des fünften Bandes war mir nichts weiter möglich, als sogleich den sechsten Band voll Ehrfurcht zu öffnen. Abermals bin ich schlicht begeistert von diesen hochwertigen Sonderbänden, die durch und durch qualitativ wirken und jeweils am Ende auf den Schaffungsprozess eingehen. Somit befindet sich in diesen Graphic Novels nicht nur eine neue Facette der Geschichte um Roland, den Revolvermann, sondern auch zahlreiche Informationen über Personen, Hintergründe und Entstehungsgeschichten.
Davon abgesehen lässt die eigentliche Geschichte nichts zu wünschen übrig – sicher, die ein oder andere Umsetzung hätte man sich als Turm-Leser eventuell anders gewünscht, aber nichts desto trotz sind die Geschichten durchdacht und führen einen immer tiefer in den Sog des Dunklen Turms. Ich persönlich hoffe lediglich, dass diese Graphic Novells noch lange weitergeführt werden und uns somit irgendwann zu besagtem Turm führen – ich werde jedenfalls versuchen, daran teilzuhaben.
So, nun ab zum Regal und Band Nummer 7 geholt.
Jürgen Seibold/05.05.2013

 

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Mai 012013
 

Burkhardt_Seelentausch© 2013 Verlag Jürgen Wagner
Südwestbuch / SWB-Verlag, Stuttgart
ISBN 978-3-942661-55-3
ca. 292 Seiten / € 12,50

COVER:

Als Peter plötzlich von grauenvollen Visionen heimgesucht wird, kommt seine Freundin Maren einem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur, das die beiden weit in die mörderische Vergangenheit des Großvaters, in geheimnisvolle finnische Wälder und auf den unheimlichen Grund ihrer Seele führt.

REZENSION:

Die Coverbeschreibung wird dem vorliegenden Buch wahrlich in keinster Weise gerecht. Hierdurch ist man ein wenig abgelenkt – liest man jedoch das Buch, ist man urplötzlich überrascht, einen Weg zu beschreiten, der von Belletristik über Thriller bis hin zu Horrorelementen führt.
In SEELENTAUSCH erleben wir die Geschichte Peters, der plötzlich von Visionen heimgesucht wird und dabei geistig in den Körper seines Großvaters schlüpft, um gewisse Erlebnisse im Kriegsgeschehen des zweiten Weltkrieges nahezu real wirkend mit zu erleben.
Nach und nach stellt sich heraus, dass hierbei ein wenig mehr dahinter steckt und die gesamte Familie Peters voll dunkler Geheimnisse steckt.
Durch seine Visionen geplagt öffnet sich für Peter eine Tür, die ihn zur Erkenntnis führt, dass sein Großvater gemeinsam mit seinem Freund während des Krieges einen Pakt mit einem Wesen eingegangen sind – dieser Pakt sollte zu einem Seelentausch führen und somit die beiden Kriegskameraden unsterblich machen.
Diese leicht “Mephistopheles-angehauchte” Geschichte ist durchweg eingängig und glaubwürdig erzählt. Absolut gelungen finde ich den Übergang von den momentanen Erlebnissen Peters in die damaligen Geschehnisse in seines Großvaters Körper – diesen Übergang kreierte der Autor jeweils innerhalb eines Kapitels, womit man durch dieses sanfte und dennoch plötzliche Hineintauchen in eine andere Zeit die Visionen ungebremst miterlebt. Diese Vorgehensweise lässt den Leser tief eintauchen in die Gefühlswelt Peters und man kann sich der gesamten Geschichte nicht mehr entziehen. Sicher, einige Elemente sind ein klein wenig vorhersehbar – aber dieser Gedanke taucht viel zu dezent auf, um dem Buch als Negativpunkt anlasten zu können. Martin S. Burkhardt kommt mit einer absolut gelungenen Idee auf den Markt und sorgt für eine wohlige Spannung, die sich langsam aber beständig steigert und trotz der dann folgenden Horrorelemente nicht einmal ein klein wenig an Glaubwürdigkeit verliert.
In meinen Augen ein absolut stimmiger Thriller-Horror-Roman, der nicht allzu blutig herüberkommt aber den Leser durchweg zu unterhalten weiß. Durch das langsame Integrieren des Horrors könnte SEELENTAUSCH auch ein perfektes Lesefutter für Neulinge dieses Genres sein.
Jürgen Seibold/01.05.2013

 

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Apr 032013
 

King_JerichoSplitter Verlag
© Splitter Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld 2011
© 2009, 2010 by Stephen King
© der deutschsprachigen Ausgabe 2011 by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-86869-012-5
ca. 224 Seiten / € 39,80

COVER:

“Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste… und der Revolvermann folgte ihm.!”

Dreißig Jahre lang hat Stephen King an der siebenbändigen Roman-Saga um den Dunklen Turm gearbeitet, die nach eigener Aussage sein Opus magnum darstellt. Nach der Vollendung verkündete er, nun alles geschrieben zu haben, was es für ihn zu erzählen gibt.

Aber die Figuren aus der von ihm geschaffenen phantastisch-apokalyptischen Mittwelt geben keine Ruhe. Die Geschichte um den Revolvermann Roland Deschain wird weitererzählt. In einer groß angelegten Graphic Novel wird der Weg des zunächst jungen Mannes nachgezeichnet, welche Freuden er erlebt hat, welche Abenteuer bestanden, welche Verluste erlitten, bis er zu dem unerbittlichen Rächer wurde, der alles der Suche nach dem Dunklen Turm unterordnet.

Stephen King hat sich mit den Meistern der Comic-Zunft zusammengetan, um ein grafisches Werk zu schaffen, das einzigartig ist. Mit den vier Graphic Novels Der Dunkle Turm, Der lange Heimweg, Verrat und Der Untergang Gileads begann eine mehrbändige Serie, von der hiermit der fünfte Band vorliegt: Die Schlacht am Jericho Hill

“Lange Tage und angenehme Nächte …”

REZENSION:

Die sehr hochwertig dargebotene Graphic Novel geht in die nächste Runde. Abermals ist jede Zeichnung für sich in der Lage als Kunstwerk zu funktionieren und man erkennt auf jeder Seite die Hingabe der beteiligten Personen – gleich, ob es sich um Zeichner oder Textlieferanten handelt. Ursprünglich war ich ein wenig besorgt, da hier eine Geschichte erfunden wird, die nur durch dezente Fetzen in des Schöpfers Epos auftauchen. Die ganze Sorge war jedoch absolut unbegründet, da die graphische Umsetzung und die Ideenvielfalt dem Epos um den Dunklen Turm lediglich eine weitere Facette hinzufügen, ohne diesem in kleinster Weise zu schaden.
Alles in allem ist auch Band 5 dieser vom Splitter Verlag liebevoll umgesetzten Sonderausgabe eine Perle in sich und somit bleibt einem nur noch der Griff zu Buch Nummer 6 und der Wunsch an lange Tage und angenehme Nächte…
Jürgen Seibold/03.04.2013

Stephen King – Der Dunkle Turm 05. Die Schlacht am Jericho Hill KAUFEN BEI AMAZON

Mrz 292013
 

Olsen_WDDeutsche Erstausgabe 2013
© 2009 Jussi Adler-Olsen/J.P./Politikens Forlagshus A/S, Kopenhagen
Originaltitel: Washington dekretet
© 2013 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-28005-1
ca. 650 Seiten

COVER:

Als die Frau des amerikanischen Präsidenten Bruce Jansen und ihr ungeborenes Kind bei einem Anschlag kaltblütig ermordet werden, gerät der neu gewählte US-Präsident völlig aus dem Gleichgewicht. Er trifft zunehmend irrationale politische Entscheidungen, die schwerwiegende Folgen nach sich ziehen – sowohl für ihn als auch für die gesamte Bevölkerung der USA. Konkret geht es um ein Law-and-order-Programm, später als das “Washington-Dekret” bezeichnet, das das Land binnen kürzester Zeit in einen gefährlichen Ausnahmezustand bringt: Unruhen im Inneren verstören die Bevölkerung, die diplomatischen Verbindungen ins Ausland frieren ein. Ziel des Präsidenten ist es vorgeblich, Amerika zu einem friedlicheren Land zu machen – praktisch aber bedeutet das Washington-Dekret die Außerkraftsetzung der Verfassung, den Entzug zahlreicher Bürgerrechte, die Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit.

Doggie Rogers, Mitarbeiterin im Stab des Präsidenten, steht nach dem Attentat unter Schock – nicht zuletzt, weil ihr eigener Vater des Mordes angeklagt und zum Tode verurteilt wird. Auf der Suche nach der Wahrheit wird Doggie zur meistgesuchten Frau der USA.
Mit Hilfe von Freunden versucht sie, ein perfides Komplott aufzudecken. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Kann Doggie ihren Vater vor der Hinrichtung und das ganze Land vor einem Bürgerkrieg bewahren?

REZENSION:

Jussi Adler-Olsen ist in erster Linie bekannt als Erfinder des Sonderdezernats Q, in dem sich ein sehr interessanten Polizeiteam um die Lösung von bereits abgelegten Fällen kümmert. Diese nun bereits mehrere Bände umfassende Reihe ist durchweg empfehlenswert und lässt einen nicht mehr los.
Das ein oder andere Mal verspürt Jussi Adler-Olsen jedoch auch manchmal die Notwendigkeit, Bücher zu einem gänzlich anderen Thema zu veröffentlichen. Er bleibt dabei dem Genre Thriller überwiegend treu und konnte dort etwa bei DAS ALPHABETHAUS in durchweg gelungener Manier beweisen, das er auch brillante Romane außerhalb der Q-Welt erschaffen kann.
Nun gibt es mit “Das Washington Dekret” einen erneuten Thriller des Autors, der als eigener Roman erzählt worden ist und somit nichts mit anderen seiner Werke gemein hat. Anfangs ist man dabei immer ein klein wenig enttäuscht, aber – wie bereits bei ALPHABETHAUS gezeigt – man weiß ja, dass Adler-Olsens Thriller eine überwiegend gelungene Unterhaltung darstellen.
Bei DAS WASHINGTON DEKRET befinden wir uns nun in den Vereinigten Staaten und begleiten dabei einen neuen Präsidenten, der durch Schicksalsschläge seine politischen Entscheidungen beeinflussen lässt und sich somit auf dem Weg befindet, aus den USA einen totalitären Staat zu machen.
Ein Großteil der durch Jussi Adler-Olsen dargelegten Möglichkeiten sind unerfreulicherweise seit den Anschlägen des 11. September 2001 durch Gesetze abgesichert und somit möglich. Dadurch bekommt die von Adler-Olsen erzählte Geschichte genug Tiefgang um problemlos als spannender Thriller zu funktionieren. Die Geschichte sorgt auch abermals für eine problemlose Unterhaltung des Lesers – leider ist sie in klein wenig zu stark vorhersehbar und somit verliert sie dadurch etwas.
Nichts desto trotz schafft es Olsen innerhalb der zweiten Hälfte des Buches den Leser ein wenig mehr an der Hand zu nehmen und zu überzeugen – und ab diesem Augenblick zieht er auch die Daumenschrauben stärker an und somit kommt doch noch genug Spannung auf, um den Leser mit ans Ende des Buches nicht zu verlieren.
Wäre das Werk etwas weniger vorhersehbar, wäre es erneut ein absoluter Tipp meinerseits. Wer ein gutes und nicht zu schwer erzähltes, spannendes Buch lesen möchte, ist jedenfalls gut bedient – ich persönlich halte aber sein “Das Alphabethaus” für spannender und seine Bücher um das Sonderdezernat Q für erhabenere Werke aus seiner Feder.
Jürgen Seibold/29.03.2013

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Mrz 082013
 

king_towerII© 1987 by Stephen King
ISBN 978-0-340-83224-0
New English Library Edition 1997
This Edition 2003
ca. 460 Seiten

COVER:

On his journey across the Mid-World to reach the Dark Tower, errant knight Roland of Gilead, the Last Gunslinger, encounters three doors – each leading to New York. Here he joins forces with the defiant Eddie Dean and courageous, volatile Odetta Holmes. And must confront deadly serial killer Jack Mort.

As the titanic forces gather, a savage struggle between underworld evil and otherworldly enemies threatens to bring an end to Roland’s quest for the Dark Tower …

Masterfully weaving dark fantasy and gritty realism. THE DRAWING OF THE THREE propels reades towards the next chapter.

And the Tower is closer…

REZENSION:

Nachdem sich Stephen King im ersten Band um den Revolvermann Roland noch sehr dezent verhält und den Leser lediglich ein klein wenig auf die Spur bringt, lässt er diesen nun im zweiten Band nicht mehr los und eröffnet voller Wucht den nächsten Schritt in Richtung Turm.
Ehrlich gesagt bin ich ein absoluter Freund des ersten Bandes, da dieser zwar recht kurz ist, jedoch den Leser direkt in die Welt Rolands katapultiert. Man spürt förmlich den Sand des Strandes, auf dem Roland tagelang wandelt und ganz nebenbei fühlt man die Gefahr kommen.
Allein das Palaver mit dem Mann in Schwarz ist bereits einen Genuss wert – aber hier soll es ja nicht um den ersten Band gehen.
In The Drawing Of The Three begegnet man Roland mit einem zeitlichen Versatz von einigen wenigen Stunden nach den Geschehnissen im ersten Band und somit ist man bereits erneut direkt im Geschehen.
In Band zwei macht sich der nun immer kränker wirkende Roland auf den Weg uns stösst dabei auf freistehende Türen, die in – für ihn – eine andere Welt führen. Roland findet sich dabei jedesmal im Körper eines Menschen einer anderen Zeit in einer für ihn absolut unglaublichen Umgebung: Zuerst in einem Flugzeug und danach jeweils in der nicht gerade klein zu nennenden Stadt New York. Dieser Trip führt ihn zu seinen zukünftigen Weggefährten und allein das Kennenlernen eines Eddie Dean ist eine Geschichte in sich, die einen ohne große Spannungselemente – mal vom dezenten Drogenkrieg abgesehen – an die Seiten fesselt.
Eddie Dean wird sicherlich jedem Leser an das Herz wachsen – genauso wie Wegbegleiter Nummer 2, Detta und Odetta Holmes. Mehr sei hier nicht gesagt, da ich mich sonst nicht mehr vor irgendwelchen Spoilern mehr zurückhalten kann.
The Drawing Of The Three ist jedenfalls ganz weit oben angesiedelt in der Reihe der absolut atemberaubenden Geschichte um den Dunklen Turm und kann somit nur empfohlen werden – was im übrigen für die gesamte Welt des Turms gültig ist und bleibt. In meinen Augen eine der besten epischen Geschichten aller Zeiten, die sich durch das Kennen des gesamten King-Kosmos sogar noch erheblich intensiver vor des Lesers Augen erschliesst.
Jürgen Seibold/08.03.2013

 

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Mrz 022013
 

Minier_SchmetterOriginaltitel: Glacé
Aus dem Französischen von Thorsten Schmidt
© der Originalausgabe 2011 by XO Editions
© der dt. Ausgabe 2012 by Droemer Verlag
ca. 733 Seiten
€ 9,99

COVER:

Ein abgeschiedenes Dorf in den französischen Pyrenäen, eingeschlossen von Schnee und Eis.
Eine geschlossene Anstalt, ein Wasserkraftwerk in 2000 Metern Höhe und ein hochintelligenter Psychopath mit einem teuflischen Plan. Ein verstörender Alptraum wird Realität…

REZENSION:

Ich muss zugeben, ich habe das Buch tatsächlich nur wegen der Namensgleichheit zu meinen Lieblingskünstler in die Hand genommen. Wenn mir der Titel nicht ins Auge gefallen wäre, hätte ich es wahrscheinlich nicht eines Blickes gewürdigt – und einiges verpasst.
Also erst mal: vielen Dank für den, für mich persönlich, sehr gut gewählten Titel ;-)
Wir haben hier eine zweiteilige Geschichte vorliegen.
Im einen Teil tritt die junge Psychologin Diane Berg im Institut Wargnier ihre Dienst an. Dieses Institut ist das einzige seiner Art und die Insassen desselben sind die gefährlichsten und hinterhältigsten Psychopathen der Welt. Diese werden im Institut in drei Gruppen eingeteilt. Wobei in die schlimmsten Gruppe der hochintelligente Julian Hirtmann eingeteilt wurde.
Das Institut wiederum gilt als das sicherste und technisch ausgefeilteste Insitut überhaupt und der einzige Weg für die Insassen ist hinein. Ein „heraus“ gibt es hier nicht.
Der zweite Teil der Geschichte handelt von Kommissar Servaz, der anfangs wegen eines sehr skurrilen Mordes in das gleiche Tal gerufen wird in dem das oben genannte Insitut liegt. Er hat es allerdings nur sehr kurz mit nur einem Mord zu tun. Dubioserweise ist an sämtlichen Tatorten die DNA Julian Hirtmanns zu finden, der vermeintliche Insasse des Instituts…

Bernard Minier gelingt es hier sehr viele Charaktere miteinander zu verbinden ohne das Gefühl zu geben einer Person weniger Zeit zu widmen oder weniger beschrieben zu lassen. Das vielzitierte „spannend bis zur letzten Seite“ ist hier definitiv nicht übertrieben. Auch wenn diese Buch unter Psychothriller gehandelt wird würde ich persönlich eher einen sehr spannenden Krimi daraus machen. Lesenswert und wärmstens zu empfehlen ist es dennoch. Vor allem mit einer Tasse Tee auf der Couch wenn es draussen schneit und dämmert ;-)
Für mich eines der besten Bücher das ich dieses Jahr gelesen habe!
Birgit Grunwald, 09.12.2012

 

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Mrz 022013
 

WEGBERG_KLasseISBN 978-3-499-21624-4
€ 8,99

COVER:

Siebzehn Leben hat Dominik bei einem Amoklauf in der Schule ausgelöscht – und am Ende auch sein eigenes verloren. Schuldgefühle, Trauer, Medienrummel und die Trennung seiner Eltern bringen Dominiks Bruder Jamie an seine Grenzen.
In Berlin muss er wieder bei Null anfangen und versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen. Nicht ganz einfach, wenn die eigene Familie in Trümmern liegt und man ständig Angst haben muss, als Bruder eines Massenmörders erkannt zu werden. Doch dann lernt er Kenji kennen, der Musikmachen genauso liebt wie Jamie und sogar eine eigene Band hat…

REZENSION:

Ist es ein Außenseiter zu sein, die Abgegrenztheit, die einen zu einem Amoklauf treibt? Die Aggression, die sich aus der Verzweiflung entwickelt nie irgendwo anzukommen oder angenommen zu werden? Oder letztlich der Hass Ziele verpeilt zu haben? Ziele im Leben, die man dadurch erreichen möchte, indem man Menschen zu Zielen macht und ihre Leben damit auslöscht.

Letztlich erreicht man dadurch meistens den eigenen Tod, ob Selbstmord oder von einem Sondereinsatzkommando niedergestreckt.

Und trotzdem bleibt ein Stück Unvergänglichkeit – denn keiner wird die Opfer so schnell vergessen und jeder der Angehörigen wird sich an den Täter erinnern, der ein zusätzliches Grab in den Medienberichten finden wird, sobald diese nicht mehr die Presse und das Fernsehen überfluten. Und wer kann schon von sich behaupten, sein Name sei archiviert?

Wie aber fühlt man sich als Bruder eines solchen Amokläufers? Wie ergeht es einem, wenn plötzlich alle über einen herfallen, als hätte man selbst die Waffe abgedrückt, mit der Freunde, Klassenkameraden, Schüler anderer Stufen und Lehrer verletzt oder getötet wurden?

Wie soll man es ertragen, wenn die eigenen Eltern sich ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt trennen?

Und wie soll man darauf reagieren, wenn die eigene Welt plötzlich zusammenbricht? Ein neues Leben aufbauen, während der Bruder das alte und zig andere beendet hat?

Aber wie?

Genau das muss Jamie im Roman „Klassenziel“ von T. A. Wegberg herausfinden.

Eine Suche nach Antworten auf nicht mehr zu beantwortende Fragen …

Dieser Thematik widmet sich das im Rowohlt Verlag erschienene Taschenbuch mit beeindruckender Sensibilität.
Dieses Buch kommt ohne ausschweifende Grausamkeit klar, ohne dabei die Brutalität zu verschleiern.

Erschienen ist es unter der ISBN 978-3-499-21624-4 für € 8.99 und wirklich lesenswert …

Miriam Stephanie Reese

Dezember 2012 

 

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Mrz 022013
 

King_UntergangSplitter Verlag
© Splitter Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld 2011
© 2009, 2010 by Stephen King
© der deutschsprachigen Ausgabe 2011 by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-86869-015-6
ca. 240 Seiten / € 39,80

COVER:

“Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste… und der Revolvermann folgte ihm.!”

Dreißig Jahre lang hat Stephen King an der siebenbändigen Roman-Saga um den Dunklen Turm gearbeitet, die nach eigener Aussage sein Opus magnum darstellt. Nach der Vollendung verkündete er, nun alles geschrieben zu haben, was es für ihn zu erzählen gibt.

Aber die Figuren aus der von ihm geschaffenen phantastisch-apokalyptischen Mittwelt geben keine Ruhe. Die Geschichte um den Revolvermann Roland Deschain wird weitererzählt. In einer groß angelegten Graphic Novel wird der Weg des zunächst jungen Mannes nachgezeichnet, welche Freuden er erlebt hat, welche Abenteuer bestanden, welche Verluste erlitten, bis er zu dem unerbittlichen Rächer wurde, der alles der Suche nach dem Dunklen Turm unterordnet.

Stephen King hat sich mit den Meistern der Comic-Zunft zusammengetan, um ein grafisches Werk zu schaffen, das einzigartig ist. Mit den drei Graphic Novels Der Dunkle Turm, Der lange Heimweg und Verrat begann eine mehrbändige Serie, von der hiermit der vierte Band vorliegt: Der Untergang Gileads

“Lange Tage und angenehme Nächte …”

REZENSION:

Ebenso wie bereits die Vorgängerbände der Graphic Novels um den Revolvermann Roland Deschain, ist auch der vierte Band durch und durch – sowohl durch die Zeichnungen als auch der hochwertigen Ausgabe des Splitter Verlags – ohne jegliche Beanstandung. Hier stimmt neben der extra kreierten und durch den Meister freigegebenen Geschichte und dem grafischen Inhalt absolut alles und dadurch liegen einem hier Werke vor, welche man immer wieder aus dem Regal zieht, um einfach darin zu schmökern.
Inhaltlich erweitert sich durch diese Serie so ganz nebenbei der Kosmos um Roland Deschain und somit legt sich sein Weg vom jungen Revolvermann-Anwärter zum verbitterten Erwachsenen der sich auf die Suche nach besagtem Turm machen wird, vor des Lesers Augen dar und man ist jedes mal geneigt, sogleich die Romane von Stephen King aus dem Regal zu holen, um erneut in die Tiefen Mittwelts abzutauchen.
Einfach eine leidenschaftlich dargebotene, produzierte und gelungene Erzählung, die einen immer tiefer in den Sog der Geschichte im Dunstkreis des Dunklen Turmes führt.
Jürgen Seibold/02.03.2013

 

Der Dunkle Turm, Band 4: Der Untergang Gileads KAUFEN BEI AMAZON

Mrz 022013
 

King_VerratSplitter Verlag
© Splitter Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld 2010
© 2009 by Stephen King
© der deutschsprachigen Ausgabe 2010 by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-86869-014-9
ca. 240 Seiten / € 39,80

COVER:

“Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste… und der Revolvermann folgte ihm.!”

Dreißig Jahre lang hat Stephen King an der siebenbändigen Roman-Saga um den Dunklen Turm gearbeitet, die nach eigener Aussage sein Opus magnum darstellt. Nach der Vollendung verkündete er, nun alles geschrieben zu haben, was es für ihn zu erzählen gibt.

Aber die Figuren aus der von ihm geschaffenen phantastisch-apokalyptischen Mittwelt geben keine Ruhe. Die Geschichte um den Revolvermann Roland Deschain wird weitererzählt. In einer groß angelegten Graphic Novel wird der Weg des zunächst jungen Mannes nachgezeichnet, welche Freuden er erlebt hat, welche Abenteuer bestanden, welche Verluste erlitten, bis er zu dem unerbittlichen Rächer wurde, der alles der Suche nach dem Dunklen Turm unterordnet.

Stephen King hat sich mit den Meistern der Comic-Zunft zusammengetan, um ein grafisches Werk zu schaffen, das einzigartig ist. Die Graphic Novels Der Dunkle Turm – Der Revolvermann und Der lange Heimweg bilden den Auftakt zu einer mehrbändigen Serie, von der hiermit der dritte Band vorliegt: Verrat

“Lange Tage und angenehme Nächte …”

REZENSION:

Die Graphic Novels um den Revolvermann Roland Deschain sind durchweg auf einem sehr hohen Niveau und jedes einzelne Bild könnte separat in einen Rahmen gesteckt und an die Wand gehängt werden – dermaßen viel Leidenschaft ist in die Produktion dieser Zeichnungen gelegt worden, dass man wirklich dies an jedem einzelnen Strich erkennen kann.
Der Splitter Verlag setzt dabei noch einen drauf und veröffentlicht jeweils einen Sonderband in dem sich jeweils mehrere Kapitel der Graphic Novelle befinden und im Anhang noch eine ganze Menge zusätzliches Material bzw. zusätzliche, tiefergehende Geschichten, Erklärungen rund um die Welt Rolands und dem Dunklen Turm.
Auch Band drei lässt abermals absolut nichts zu wünschen übrig und durch diese Erzählungen findet der Mythos um den Dunklen Turm eine glaubwürdige Erweiterung um die frühen Tage Rolands. Sollte kein Turm-Liebhaber darüber hinwegsehen!
Jürgen Seibold/02.03.2013

Der Dunkle Turm, Band 3: Verrat KAUFEN BEI AMAZON

Feb 152013
 

King_CptTrippsPanini Comics
Marvel Deutschland
www.paninicomics.de
www.marvel.com

ISBN 978-3-86607-848-2

€ 24,95

COVER:

Das Meisterwerk von Stephen King ”The Stand – Das letzte Gefecht” ist eine klassische Geschichte von Gut gegen Böse. Verlust misst sich mit Erlösung und Verzweiflung ringt mit Hoffnung. Sie ist eine apokalyptische Vision des Kampfes der Menschheit gegen eine weltweit tödliche Epidemie. Als Captain Trips sich seinen Weg durch das Land bahnt, ist es Zeit, Stellung zu beziehen.

Der mehrfach ausgezeichnete Roberto Aguirre-Sacasa (HBOs Big Love) und die Zeichner Mike Perkins (Captain America) und Laura Martin (Astonishing X-Men) vereinen ihre Kräfte, um einem der großartigsten Romane der Moderne als Graphic Novel Leben einzuhauchen.

REZENSION:

The Stand ist definitiv eines der Bücher von Stephen King, das man jedes mal nennt, wenn jemand nach den Lieblingsbüchern bei diesem Autor fragt. Nun gibt es dieses Werk zusätzlich noch als Graphic Novel, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, möglichst werkgetreu die gleiche Geschichte zu erzählen.
Nachdem hier keinerlei eigene Interpretation stattfindet, ist man als Leser des Buches natürlich sofort in dieser Geschichte drin und man erwartet keinerlei Überraschungen. Irgendwie wird man aber doch überrascht, denn die Zeichner haben es geschafft, dieser Geschichte eine weitere Nuance zu bringen, deren bildgewaltige Intensität abermals die Dramatik dieses gelungenen Werkes näher bringt. Somit ist durch diesen ersten Band einer umfangreichen Comicreihe bereits das nötige getan: Zum Einen freut man sich als Leser bereits auf den Genuss des Folgebandes und zum Anderen ist man abermals gedanklich bei dem Roman des Horrormeisters und der Drang zu einer erneuten Lesung des Buches wird immer stärker.
Kurz gesagt: Ein absolut gelungener Comicband für etwas ältere Freunde dieser Umsetzung. Durch und durch gelungen.
Jürgen Seibold/15.02.2013

 

The Stand – Das Letzte Gefecht, Band 1: Captain Trips KAUFEN BEI AMAZON

Feb 062013
 

Aus dem Englischen von Andreas Schiffmann
© 2011 by Voodoo Press
ISBN 978-3-902802-30-0
ca. 280 Seiten / € 13,95

COVER:

Eine hartnäckige Grippe geht um – eine Epidemie sogar, wie manch einer behauptet. Auf Plakaten sagen sie dir, du sollst beim Niesen die Hand vor den Mund halten und Taschentücher nur einmal benutzen. Zu dumm, dass sich diese Grippe nicht von solchen Maßnahmen aufhalten lässt. Hast du sie dir erst eingefangen, klopfen schwer bewaffnete Polizisten an die Tür und sperren dich zu Hause ein, wo du alleine sterben musst – und das wirst du innerhalb weniger Tage. Wenn es dann mit dir zu Ende gegangen ist, dauert es keine zwei Stunden, und du schlägst die Augen wieder auf …

GRIPPE ist eine temporeiche und erschreckend realistische Zombie-Horror-Story.

REZENSION:

Wayne Simmons zweiter Roman mit dem kurzen aber aussagekräftigen Titel „Grippe“ wendet sich einem Thema zu, welches voller Klischees aber auch interessanten Aspekten steckt: Zombies!
Diese treiben ihr Unwesen in diesem Buch innerhalb eines geschlossenen Areals, der irischen Insel. Dadurch kann sich Simmons auf lokale Begebnisse beschränken und führt dies auch geflissentlich aus.
Bereits vor dem vermeintlichen Lesegenuss stellt man sich die ein oder andere Frage, da bereits diese örtliche Einschränkung als auch das Thema an sich mit vielen hochwertigen – nennen wir es historischen – Gegnern kämpfen muss und sich dadurch einer starken Konkurrenz zu erwehren hat.
Allein die Insel schiebt einen gedanklich an den recht gut umgesetzten Film „28 Days later“, der mit ähnlichen Versatzstücken spielt und als Film natürlich visuell sehr stark beeindruckt. Hinzu kommen politische Statements, wie es bereits sehr früh in der Geschichte der Zombies George A. Romero mit seiner genialen Umsetzung bei „Night of the living dead“ dargestellt worden ist.
Hier gibt es sicherlich noch sehr viele weitere – insbesondere visuelle – Blockbuster, die es einem Roman dieser Art natürlich schwer machen, hierin Fuß zu fassen.
Nichts desto trotz oder gerade deswegen ging ich beim Öffnen des Buches davon aus, dass Wayne Simmons einfach seinen Leser unterhalten möchte – somit gebe ich ihm auch diese Chance.
„Grippe“ erfindet das Genre definitiv nicht neu – dies könnte man mit Leichtigkeit dem Autor vorwerfen, andererseits hatte ich aber exakt davor Angst und somit fand während des Lesens ein gewisser Prozess der Überzeugung statt, da Simmons den „Standardzombie“ einfach so belässt wie er bisher in seiner Historie aufgetreten ist: Dämlich, vor sich hin schlurfend, nach Fleisch suchend. Ebenso wie bei in-die-Schule-gehende-Vampire hätte ich ein riesen Problem mit romantischen Zombies.
Allein durch diesen Umstand merkt man sehr deutlich, dass Simmons einfach einen Horrorroman schreiben wollte, der dem Leser unterhaltend zur Seite steht. Dies ist ihm auch gelungen, wobei er problemlos noch ein wenig tiefer in die Horrorkiste hätte greifen können.
Kurzum handelt es sich bei „Grippe“ zwar nicht gerade um ein literarisches Meisterwerk aber dennoch um einen soliden, gut unterhaltenden Horrorroman, bei dem man ab und an das ein oder andere Auge zudrücken muss (manche Reaktionen der Protagonisten sind doch ein wenig zweifelhaft) – dessen Autor aber zeigt, dass er sich bereits auf einem sehr guten Weg befindet und somit seine weiteren Veröffentlichungen wohlwollend zur Kenntnis genommen werden sollten. Ich denke, hier besteht sicherlich noch einiges an Potenzial.
Sicher könnte Simmons noch ein wenig blutiger und spannender seine Geschichten erzählen – mir hat „Grippe“ aber dennoch sehr gut gefallen.
Jürgen Seibold/06.02.2013

 

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Jan 272013
 

Hanf_Nazareth© 2012 LUZIFER-Verlag Steffen Jansen, Bochum
ISBN 978-3-943408-10-2
ca. 246 Seiten / 12,95 €

COVER:

Der deutsche Medien-Mogul und Milliardär Nathan Brock, ein christlicher Radikal-Fundamentalist und Logen-Großmeister, fühlt sich von Gott dazu berufen, die Rückkehr des Heilands auf Erden vorzubereiten. Er lässt das angebliche Grabtuch Jesu Christi aus dem Dom von Turin entwenden, um die göttliche DNS zu isolieren und mit Hilfe der Gentechnik den Messias auferstehen zu lassen. Die weltweite Ankündigung ruft mächtige Gegner auf den Plan, die umgehend ihre Agenten auf die Spur Nathan Brocks ansetzen.

Als geistigen Wegbereiter und Heilsverkünder gewinnt Brock den bekannten amerikanischen Fernsehprediger Telly “The Truth” Suntide. Für den Reverend wird das Abenteuer zu einer wahrhaft spirituellen Odyssee, in deren Verlauf er zunächst vom gläubigen Paulus zurück zum Saulus verwandelt wird.

Auf der umgebauten Bohrinsel “Nazaret” hat der Milliardär heimlich die Voraussetzungen für sein Projekt geschaffen. Das gentechnische Experiment gelingt und eine Nonne des Engelswerk-Ordens wird durch “unbefleckte Empfängnis” zur neuen Mutter Gottes. Das missgestaltete, menschliche Wesen, welches schließlich im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten das Licht der Welt erblickt, besitzt unheimliche telepathische Kräfte und benutzt diese von Anfang an, um unter dem Deckmantel der Göttlichkeit seine eigenen, rätselhaften Interessen zu verfolgen …

REZENSION:

Allein die Coverbeschreibung sorgte bei mir bereits für recht zwiespältige Gedankenspiele. Ich kann mich wahrlich nicht mehr wirklich erinnern, in wie vielen Büchern dieses Thema bereits abgehandelt worden ist. Wer möchte nicht mit der auf dem Boden liegenden Idee spielen, Jesus von Nazareth in irgendeiner Art und Weise in unserer Zeit zum Leben zu erwecken? Manch Roman ist daran gescheitert, manch Roman konnte mich damit problemlos unterhalten.
Stellt sich nun die Frage, auf welcher Schiene sich hier “Das Nazaret-Projekt” von Heinrich Hanf einordnet.
Anfangs scheint dieses Werk nichts weiter als ein Abklatsch anderer Werke mit dieser Thematik zu sein – aber wie soll man sonst einigermaßen plausibel die Spur bekommen und Jesus nicht einfach so erscheinen zu lassen. Heinrich Hanf versucht es ebenfalls mit der eher technischen Erklärung und benutzt dabei das Turiner Grabtuch, welches in sich bereits für genug Spekulationen ausbreiten lässt.
Im Zuge der weiteren Entwicklungen denkt man an nichts weiter als an einen gut geschriebenen Thriller mit christlichem Einschlag – hierdurch ist man beinahe genötigt, sich auf dieses Buch als schlichten Unterhaltungsroman einzustellen. Kurz bevor dieser Gedanke jedoch zu viel Detailreichtum in den Tiefen des Lesers Gehirn entwickelt, lässt Heinrich Hanf so nach und nach die Katze aus dem Sack und driftet immer weiter in einen Glaubenskrieg, den er mit teils philosophischen Elementen auf fundierte Weise untermauert.
Nebenbei erwähnt werden einige Glaubenszentren ohne großen schriftstellerischen Aufhebens vom Erdboden verschluckt und das neugeborene Kind Jesu entwickelt sich zu etwas, womit man in diesem Zuge so gar nicht gerechnet hatte.
Durch diesen schriftstellerischen Drift des Autors konnte er mich genau rechtzeitig wieder einfangen und so hatte ich am Ende des Buches das Gefühl, dass noch ein wenig mehr philosophische Abhandlungen eventuell nicht geschadet hätten. Dies liegt aber weniger an der Philosophie sondern an der stimmigen Darstellung und den dazugehörigen Geschehnissen.
Ich bin mir nach Beenden des Buches in meiner etwas verwirrten Gedankenwelt noch nicht ganz sicher, ob Heinrich Hanf mir alle Fragen beantwortet hat aber möchte dadurch dieses doch sehr interessante Buch in keinster Weise schmälern. Mir hat es sehr gut gefallen und abermals gezeigt, dass auch hiesige Autoren voll Ideen stecken und diese auch noch auf gelungene Weise vor des Lesers Augen auszubreiten in der Lage sind.
Jürgen Seibold/27.01.2013

 

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Jan 142013
 

Originaltitel: Rivers Of London
Deutsch von Karlheinz Dürr
Deutsche Erstausgabe 2012
(c) 2011 Ben Aaronovitch
(c) 2012 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-21341-7
ca. 478 Seiten / € 9,95

COVER:

Peter Grant ist Police Constable in London mit einer ausgeprägten Begabung fürs Magische. Was seinen Vorgesetzten nicht entgeht. Auftritt Thomas Nightingale, Polizeiinspektor und außerdem der letzte Zauberer Englands: Er wird Peter in den Grundlagen der Magie ausbilden. Ein grausiger Mord in Covent Garden führt den frischgebackenen Zauberlehrling Peter auf die Spur eines Schauspielers, der vor 200 Jahren an dieser Stelle den Tod fand. Und er stellt fest, dass es mehr Dinge in London gibt, als seine Polizeischulweisheit sich träumen ließ. Wer hätte zum Beispiel geahnt, dass der Themsegott und die Themsegöttin einander Spinnefeind sind, was gravierende Auswirkungen auf alle Flüsse Londons hat? Peter soll vermitteln – keine leichte Aufgabe, wenn man sowieso anfällig für Magie ist und insbesondere eine der Flusstöchter unwiderstehliche Reize besitzt …

REZENSION:

In Ben Aaronovitch‘ „Die Flüsse von London“ beginnt die Serie um den frischgebackenen Police Constabler Peter Grant. Dieser hat seine Ausbildung erfolgreich durchlaufen und träumt nun von einem interessanten Job in einer spannenden Abteilung der Polizei Londons.
Nebenbei fürchtet er sich aber auch sehr davor, lediglich einen langweiligen Job in der Verwaltung ergattern zu können – dies ändert sich jedoch rasant, als er zu einem Tatort gerufen wird, an dem jemanden der Kopf abgeschlagen worden ist. An diesem Tatort spricht er sehr ausführlich mit einem Zeugen, der ziemlich viele Angaben zu diesem Verbrechen machen kann.
Wie sich dabei relativ schnell herausstellt, handelt es sich bei diesem Zeugen um einen Geist, der wohl nur von Peter Grant wahrgenommen werden kann.
Interessanterweise besitzt die Londoner Polizei aber noch einen ganz separaten Bereich, der von Polizeiinspektor Thomas Nightingale vertreten wird – seines Zeichens der letzte Zauberer Englands.
Bei diesem kommt Peter nun zur Lehre um die magischen Grundlagen zu lernen.
Durch diese Idee des Autoren ist man als Leser sehr schnell eingenommen – wird man doch hierbei in eine Vermischung von fantastischen Elementen und Kriminalfällen hineingeschoben. So ein Plot besitzt ungeahnte Möglichkeiten und dementsprechend gierig folgt man dem Inhalt dieses Buches.
Ben Aaronovitch steckt auch voller Ideen, verzettelt sich aber leider in der Ausarbeitung seines Grundgerüstes – insbesondere, da er verschiedene Geschichten ausbreitet (Kriminalfall und ein davon losgelöster zu erbringender Waffenstillstand zwischen den Flussgöttern, die übrigens viel zu nett sind, um für eigenständige Spannung zu sorgen), diese aber so gut wie gar nicht zusammenfügen kann. Dadurch löst er den Kriminalfall recht früh auf, kann aber die Spannung nicht erneut auf dieses Niveau heben. Davon abgesehen besitzt Aaronovitch einen recht guten Witz, der seinem Buch absolut zu Gute kommt und somit hält man doch eine ganz nette Unterhaltung in der Hand, die aber mit Sicherheit auch wieder recht schnell vergessen ist.
Dieser Umstand kommt leider ziemlich oft in einem ersten Band einer Reihe vor – was zumindest für den Nachfolgeband hoffen lässt.
Darüber hinaus muss man immer recht konzentriert bei der Sache bleiben, was prinzipiell nichts negatives ist, jedoch bei einem reinen Unterhaltungsbuch störend sein kann – besonders bei „Spät-Abends-kurz-vorm-Einschlafen-Bett-Lesern“. Dies ergibt sich durch die sehr stark verschachtelten Sätze in denen sich teilweise ganze Themen drehen. Sehr oft fragte ich mich plötzlich, wo ich nun gerade thematisch bin und stellte beim (sehr häufigen) Lesen vorangegangener Sätze fest, das in einem Nebensatz kurz auf eine Änderung eingegangen worden ist.
Ich weiß nun leider nicht, ob dies an der Übersetzung liegt oder bereits vom Autor so erzählt worden ist. Hier wäre weniger sicherlich mehr gewesen.
Jürgen Seibold/14.01.2013

 

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