Originaltitel: The Cleaner
Aus dem Englischen von Martin Ruf
© 2006 by Paul Cleave
© 2007 by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-43247-5
413 Seiten / € 8,95

Cover:

Tagsüber putzt Joe in der Polizeistation, zweimal täglich füttert er seine Fische, einmal die Woche besucht er seine Mutter. Gelegentlich würzt er ihren Kaffee mit Rattengift. Die Berichte über den Schlächter von Christchurch, der sieben Frauen ermordet haben soll, lassen ihn kalt. Denn er weiß, dass es nur sechs waren. Er ist der Einzige, der das wissen kann. Jemand anderes hat den siebten Mord begangen. Jetzt wird er ihn finden, ihn bestrafen und ihm die anderen sechs Morde anhängen.

Rezension:

„Mein Name ist Joe. Ich bin ein netter Kerl. Aber manchmal bringe ich Frauen um.“

Dieser Satz prangt in großen Lettern auf dem Cover. Und er passt. Joe ist wirklich ein netter Kerl und eigentlich ein ganz normaler Mensch, mit Arbeitskollegen die nerven, einer Mutter die ein bisschen verrückt ist, Haustieren um die man sich zu kümmern hat… gut man muss sagen dass seine Sorgen und Ängste ein bisschen anders sind als die anderer Menschen. Nichtsdestotrotz ist Joe ein recht sympathischer Kerl, für den man auch durchaus so etwas wie Mitleid empfinden kann.

Trotzdem bringt er manchmal Frauen um. Obwohl er nach eigener Aussage eine einigermaßen glückliche Kindheit hatte und eigentlich niemals ein typischer Psychopath sein kann, allenfalls einen kleinen Knacks hat.

Tja, so spielt das Leben…

Als ich anfing das Buch zu lesen habe ich mir kurzzeitig überlegt ob es mir nicht doch zu unheimlich ist…also Buch weglegen und tagsüber, wenn es hell ist, weiterlesen ;-)

Und dann nicht mehr aus der Hand legen ;-)

Quintessenz: ein geniales Buch, das erstaunlicherweise aus der Sicht des Mörders geschrieben ist, aber mit einer Herzlichkeit und einem Humor, dass das Lesen wirklich Spaß macht.

Absolut empfehlenswert für jeden, der keinen „Mainstream-Humor“ hat und der einfach mal „was anderes“ lesen will. Grandios!
Birgit Grunwald für Hysterika, 10.01.2012

 
Der siebte Tod KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: Nightfall
Aus dem australischen Englisch von Birgit Reß-Bohusch
Deutsche Erstausgabe Januar 2012
(c) 2011 Will Elliott
(c) der deutschsprachigen Ausgabe: 2012 Piper Verlag GmbH, München
ISBN 978-3-492-26848-6
ca. 297 Seiten / € 12,99

COVER:

Für alle “Inception”-Fans ist dieser Roman das perfekte Kinoerlebnis im Kopf: Die Welt “Nightfall” ist ein Ort außerhalb von Raum und Zeit, an dem Geschöpfe ihr Unwesen treiben, die den schlimmsten Albträumen entsprungen zu sein scheinen. Als Aden hier erwacht, hat er nicht nur sein Gedächtnis verloren, sondern sein ganzes bisheriges Leben. Er ist in Nightfall gestrandet, einem Reich, das ihm fremd und doch unheimlich vertraut erscheint. Aden erfährt, dass er mit dieser Welt enger verbunden ist, als er ahnte – und dass Nightfall dem Untergang geweiht ist. Aden muss das Unmögliche versuchen: den Prozess umkehren und Nightfall retten …

REZENSION:

Will Elliott konnte mich mit seinem Debüt “Hölle” durch seine irrsinnige Geschichte bereits durchweg überzeugen. Aus diesem Grund war ich auch überaus erfreut, als sein neues Werk “Intrusion” auf den Markt kam. Den Genuss des Buches konnte ich beinahe nicht erwarten und somit widmete ich mich auch innerhalb kürzester Zeit dem als “Thriller für alle Inception-Fans” betitelten Werk.
Elliott begann auch wahrlich virtuos: Erneut lässt er einen Protagonisten etwas gänzlich wirres erleben. Wachte dieser doch nach einem Selbstmordversuch in einer neuen und aberwitzigen Welt auf. Hier lässt Will Elliott auch seine geniale Fantasie freien Lauf und er schafft es problemlos, verschiedene Genre auf einander prallen zu lassen. Immerhin findet sich sein Darsteller in einer Fantasywelt wieder und hat dort mit unterschiedlichsten Begebenheiten zu kämpfen.
So weit so gut, dies klingt alles absolut Blockbuster-fähig, wäre der Autor nicht irgendwie seinen eigenen Ideen davon gelaufen. Man hat mehr und mehr das Gefühl, dass die Story sich ins Unendliche verläuft und der Autor nur noch mit Mühe seinen Weg zum Ende führt.
Das Ende besitzt leider auch alleinstehend die ansonsten sehr geringe Dualität zu dem genannten Kinothriller – hinzu kommt, dass man bereits lange vorher mit einem Ende dieser Art rechnet. Somit kann durch diese Vorhersagbarkeit auch kein großer Aha-Effekt mehr aufkommen.
Ich bin mir nun nicht sicher, ob dies der Übersetzung geschuldet ist, oder ob der Autor einfach mit seiner eigenen Idee überfordert war.
Durch “Hölle” erwartete ich erheblich mehr, sticht Elliott doch dadurch bereits als gänzlich neu gearteter Autor  aus der Masse heraus – mit “Intension” hat er leider sehr viel von diesem zarten Pflänzchen eines gelungenen Rufes wieder in die Weiten der Vergessenheit gelegt.
Schade – mit ein wenig mehr Esprit wäre das sicherlich ein sehr gelungener Roman geworden.
Jürgen Seibold/07.01.2012

Intrusion KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: Robocalype
Aus dem Amerikanischen von Markus Bennemann
(c) 2011 by Daniel H. Wilson
(c) 2011 der deutschsprachigen Ausgabe bei Droemer Verlag.
ISBN 978-3-426-22600-1
ca. 462 Seiten / € 16,99

COVER:

Mobiltelefone, Verkehrsampeln, Navigationssysteme – was geschieht, wenn sich diese stummen Diener mit tödlicher Präzision gegen uns wenden?

Der Wissenschaftler professor Wasserman experimentiert mit einer überlegenen künstlichen Intelligenz – bis zu dem Tag, an dem sie sich nicht mehr löschen lassen will: ARCHOS entkommt aus dem Labor und übernimmt die Kontrolle über sämtliche Maschinen auf der Welt.
Zunächst gibt es nur wenige Anzeichen dafür, in welcher Gefahr die ahnungslose Menschheit schwebt, doch schon nach kurzer Zeit regieren Chaos und Vernichtung. Und doch gibt es Hoffnung, denn selbst der überlegenste Computer kann nicht berechnen, zu was Menschen fähig sind, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stehen: Sie formen neue Allianzen. Sie wachsen über ihre Grenzen hinaus. Sie formieren sich zum Gegenschlag. Zu ihnen gehören ein Hacker aus London, eine mutige Mutter aus Amerika, ein Soldat in Afghanistan und ein alter Japaner, dessen stille Trauer um seine Frau ungeahnte Folgen hat …

REZENSION:

Bücher, in denen künstliche Intelligenz die Macht zu ergreifen sucht, gibt es sicherlich mittlerweile wie Sand am Meer – zeigt dieses Thema doch die Ur-Angst des Menschen, der schon des öfteren gezeigt hat, das seine Rasse der Ursprung für manches Übel ist. Da liegt es nur nahe, dass diese Angst auch auf die Erschaffungen des technischen Zeitalters übergreift und manch Autor dies thematisiert.
Als mich Robocalypse erreichte, dachte ich sogleich an ein sehr spannendes Werk aus den 90ern, das bei uns leider eher nicht beachtet worden ist: Die Deus Maschine des französischen Autors Pierre Ouellette, in dem unter anderem bereits ein Rechner das Zepter übernehmen wollte.
Glücklicherweise ist Daniel H. Wilsons Buch kein Abklatsch – weder des oben genannten Buches, noch eines anderen. Wilson geht in seiner Erzählung gänzlich anders vor. Zum Einen spielt er zeitlich in einer nicht näher datierten Zukunft, womit er sich die Freiheit nehmen kann, technologisch auf einem höheren Niveau zu arbeiten – zum Anderen erzählt er in Rückblenden, was der Geschichte nur noch mehr Dramatik verleiht.
Seine Erzählung beginnt am Ende des Widerstandes der Menschen gegen die Maschinen: Der Soldat Cormack Wallace, ebenfalls Widerstandskämpfer, findet eine Datenbox mit den Aufzeichnungen, die zur gesamten Sicht des Widerstandes. Durch diese Vorgehensweise kennt man zwar bereits das Ergebnis des Widerstandes – jedoch kann der Autor dadurch mit Leichtigkeit unterschiedlichste Erzählstränge ausbreiten und muss sich nicht auf einzelne Protagonisten fixieren. Diese Vorgehensweise führt jedoch auch zu einer sehr “kalten” Art des Erzählend – was jedoch den Inhalt der Story nur noch verstärkt – wer ist kälter, als eine rücksichtslose Maschine auf der Jagd nach der endgültigen Herrschaft?
Interessanterweise lässt der Autor aber auch der Maschine einige Türen offen und man ist versucht, sie das ein oder andere Mal zu verstehen: Ist doch ihr Ursprung von Menschenhand erschafft und ihr Ziel doch auch prinzipiell von einer positiven Grundsubstanz geleitet – möchte sie doch einfach nur die Welt von den zerstörerischen Menschen retten und der Natur die Erde zurückgeben.
Dieser latente, ökologische Touch sorgt zwar ein wenig für Verständnis, doch was ist mit den Vernichtungswellen, die die Maschine dafür übernimmt? Hat der Mensch trotz seiner Eigenheiten nicht doch das Recht, die Erde ebenfalls zu bewohnen? Kann man ihm wirklich nicht anders helfen als mit der völligen Zerstörung?
Nun, ich möchte hier nicht philosophisch werden – nichts desto trotz handelt es sich in Wilsons Roman um einen ironischen Seitenhieb auf die Menschen, deren Kreativität zur eigenen Vernichtung führte.
Dieser bedrückende Umstand dreht sich natürlich im Laufe des Buches. Man möchte den Widerstand begleiten und es ist erstaunlich unter wie viel verschiedenen Facetten und unter Zuhilfenahme unterschiedlichster Personen der Autor diesen formiert. Alles führt zum Endkampf in der Kälte des Eises und man erkennt sehr schön das technische Wissen des Autors und seine eigene Affinität zur Robotik.
Alles in allem ein Thriller, der sehr kalt erzählt ist und nur vereinzelt den Fokus auf sympathische Personen wirft. Trotzdem – oder gerade deswegen – ein sehr spannend erzählter Plot, der uns abermals die Gefahren vor Augen legt.
Jürgen Seibold/06.12.2011

Robocalypse: Roman KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: The Hollow City
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski
Deutsche Erstausgabe Oktober 2011
(c) 2011 Dan Wells
(c) der deutschsprachigen Ausgabe: 2011 Piper Verlag GmbH, München
ISBN 978-3-492-26858-5
ca. 448 Seiten / € 12,99

COVER:

»Mein Name ist Michael, und ich habe Visionen. Von gesichtslosen Monstern, die mich verfolgen. Doch die Visionen sind mein geringstes Problem: Denn einige der Monster sind real. Und ich weiß nicht, welche … «

Mit »Ich bin kein Serienkiller« gelang dem jungen US-Autor Dan Wells ein Überraschungserfolg, der die Grenzen zwischen Thriller und Fantasy sprengte. Nun erzählt Dan Wells eine ganz neue Geschichte: Michael erwacht in einem Krankenhaus. Was ist in den letzten zwei Wochen geschehen? Er erinnert sich nicht. Er weiß nur, dass mit ihm etwas ganz und gar nicht stimmt. Denn er sieht Monster. Er hört fremde Stimmen in seinem Kopf. Die Ärzte behaupten, er habe Wahnvorstellungen. Doch Michael weiß es besser. Die Monster sind real. Sie verfolgen einen dunklen Plan. Und wenn er den Kampf gegen sie aufnimmt – wer wird zuerst sterben?

REZENSION:

Dan Wells entwickelte sich mit seinen Büchern um John Wayne Cleaver zu einem Garant, der mühelos Genregrenzen übertritt und verwischen lässt.
Nun legt er mit “Du stirbst zuerst” einen neuen Thriller vor, der so gar nichts mit seinen früheren Werken aus thematischer Sicht zu tun hat.
In “Du stirbst zuerst” lässt Wells den Leser teilhaben an einer Person, die von Wahnvorstellungen (oder ist es gar die Wirklichkeit?) getrieben auf der Suche nach Erkenntnissen ist, um nicht als Serienkiller gebrandmarkt zu werden – ist er doch sicher, die Morde des Wellnesskillers nicht verübt zu haben.
Abermals treten wir als Leser in einen absolut spannenden Plot ein, in dem uns der Autor über die Schulter des Protagonisten schauen lässt. Man ist schier gefesselt, ob der geistigen Vorstellungen Michaels und dessen Suche nach Wahrheit. Nebenbei werden die typischen oberflächlichen Vorgehensweisen der am lebenden Objekt forschenden Ärzte an die Wand gestellt – sind sie doch viel zu schnell mit Psychopharmaka auf der “heilenden Spur” ohne dem Patienten eine echte Chance der Entfaltung zu bieten. Viel zu oft geht es um das reine “Stillstellen” des Patienten – klingen seine Erzählungen doch lediglich phantastisch und können nicht real sein.
Doch sind diese auf der richtigen Spur? Ist nicht vielmehr der Patient der einzige, der die Wahrheit kennt? Und schon bewegen wir uns in einem Strudel voll Wahrnehmungen, Wahnvorstellungen, Gedanken und der Sorge, doch der Serienkiller zu sein.
Man kann sich dem nicht entziehen, da man vom Autor an die Hand genommen wird und man durch die Irrungen und Wirrungen eines vermeintlich kranken Gehirns die weitere Geschichte nicht vorhersehen kann.
Zum Ende hin zeigt Wells erneut, dass er keinen Deut auf Genreabgrenzungen gibt und führt ein Ende ins Feld, das sicherlich nicht jedem Leser einen befriedigenden Abschluss gibt. Nichts desto trotz hat er erneut einen spannenden Plot geschrieben, der zwar nicht ganz seinen früheren Plots entspricht aber dennoch problemlos überzeugen kann.
Nur weiter so…
Jürgen Seibold/06.12.2011

Du stirbst zuerst: Thriller KAUFEN BEI AMAZON

Originalausgabe November 2011
(c) 2011 Knaur Taschenbuch
ISBN 978-3-426-50899-2
ca. 380 Seiten / € 9,99

COVER:

Eine erfolgreiche Anwältin, die einen Rüstungskonzern aus den negativen Schlagzeilen holen soll, eine traumatisierte Soldatin, die aus Afghanistan zurückkehrt und die Mörder ihrer toten Kameraden sucht, und ein tougher Agent, der einen illegalen Waffenhandel aufdecken soll, treffen in Hamburg aufeinander. Eine explosive Begegnung, die eine Spur der Verwüstung durch Deutschland zieht.

 

Die Marionette KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: Learning to Swim
Deutsch von Susanne Goga-Klinkenberg
Deutsche Erstausgabe 2011
(c) 2011 Sara J. Henry
(c) 2011 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-24888-4
ca. 335 Seiten / € 14,90

COVER:

Mit einem lebensgefährlichen Sprung von einer Fähre rettet die Journalistin Troy einem kleinen Jungen das Leben. Offenbar wird er von niemandem vermisst. Was ist geschehen? Nach und nach gewinnt sie das Vertrauen des kleinen Paul, und er erzählt ihr eine furchtbare Geschichte: Er wurde gemeinsam mit seiner Mutter entführt und monatelang in einem kahlen Zimmer gefangengehalten. Wer steckt hinter der Entführung? Etwa der Vater? Troy beschließt, den Kleinen auf keinen Fall den Behörden oder dem Vater zu übergeben, solange sie nicht sicher ist, dass dieser nichts mit dem Verbrechen zu tun hat.
Ein Entschluss, der dramatische und hochgefärhliche Folgen haben wird …

Ein Herzschlag bis zum Tod: Thriller KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: Shadowman
Aus dem Englischen von Axel Merz
Deutsche Erstausgabe:2006
©  2006 by Cody McFadyen
© 2006 by Bastei Lübbe GmbH & Co.KG
ISBN978-3-404-15853-9
476 Seiten / € 8,99

COVER:

Nach dem Mord an einer Freundin folgt FBI-Agentin Smoky Barrett der Fährte des Killers. Doch die Spuren, die der eiskalten Serienmörder hinterlässt, sind so blutig, dass ihr ganzes Können gefragt ist. Die Zeit arbeitet gegen sie und mit jedem neuen Verbrechen gelant Smoky zu einer erschreckenden Erkenntnis: Der Mörder möchte sich einen  Traum erfüllen – einen Traum, der für viele zum Albtraum werden könnte….

REZENSION:

Die Blutlinie ist das zweite Buch, das ich von Cody McFadyen gelesen habe und ich bin nach wie vor begeistert… gut, man muss zugeben dass es die Bücher in sich haben…. ebenso dieses hier….
Hier jagt die Protagonistin, deren Privatleben immer in die Fälle verwickelt ist, einen Serienmörder der es auf junge Frauen abgesehen hat, die, wie man so schön sagt, „Homepages für Erwachsene“ betreiben. Er geht sogar so weit, dass er sowohl Smoky als auch jeden aus ihrem Team persönlich und direkt anspricht und herausfordert. Was natürlich kein FBI-Agent einfach so auf sich sitzen lassen kann.
Blutspritzend, unheimlich, grausam und fesselnd kann man McFadyens Schreibstil wohl am Besten beschreiben. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich zuweilen gefragt habe, wie ein weitgehend normaler Mensch solche Bücher schreiben kann.. aber das steht auf einem anderen Blatt Papier.
Die New York Times titelt: „ Wenn Ihnen dieses Buch keine Angst macht, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen!“ Spätestens dann wenn man sich abends Gedanken macht, was man, beim nach Hause kommen, in seiner eigenen Wohnung wohl auffinden wird, dann sollte man entweder das Buch weglegen oder sein bildliches Vorstellungsvermögen ausschalten. Bei mir war leider beides nicht möglich…
Und so habe ich mich weiter gegruselt und teilweise sogar davon geträumt! Aber das macht es zum Teil natürlich auch aus….
Birgit Grunwald für Hysterika, 11.09.2011

 

Die Blutlinie: Thriller KAUFEN BEI AMAZON

Birgit Grunwald für Hysterika, 11.09.2011

Originaltitel: De geur van regen
Aus dem Niederländischen von Christiane Burkhardt
Deutsche Erstausgabe 2011
(c) 2009 Lieneke Dijkzeul
(c) 2011 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-24855-6
ca. 334 Seiten / € 14,90

COVER:

Es ist das schaurige Ende eines schwülheißen Sommertages: Eine junge Polizistin wird an ihrer Wohnungstür überfallen und brutal niedergestochen. Die Stichwunden auf ihrem Bauch ergeben die römische Ziffer I. Sie überlebt mit knapper Not. Ein paar Tage später findet man eine tote Studentin in einem Keller, ermordet. Ihr wurde eine römische II in die Haut geritzt. Die Frauen scheinen wenig gemeinsam zu haben – doch beide sind rothaarig, und das zweite Opfer wurde skalpiert …
Inspecteur Paul Vegter ist persönlich von diesem Fall betroffen, denn bei dem ersten Opfer handelt es sich um seine Kollegin Renée, für die er mehr empfindet, als er sich selbst eingestehen mag. Bald ahnt er, dass ihm nicht viel Zeit bleiben wird, bis der Mörder wieder zuschlägt …
Vor dem Regen kommt der Tod: Thriller KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: Flaskepost fra P
Aus dem Dänischen von Hannes Thiess
Deutsche Erstausgabe 2011
(c) 2009 Jussi Adler-Olsen/J.P./Politikens Forlagshus A/S, Kopenhagen
(c) 2011 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-24852-5
ca. 590 Seiten / € 14,90

COVER:

“Jehova würdigte die Jungen keines Blickes, denn sie hatten von dem verbotenen Blut getrunken. Der Mann hatte sie dazu gezwungen. Jetzt waren sie auf ewig verdammt. Und die Scham brannte in ihnen noch stärker als der Durst.”

Die verwitterte Flaschenpost hatte Ewigkeiten dort gestanden, in einem leeren Büro der Polizeiwache von Wick, am äußersten Ende von Schottland. Niemand hatte sie beachtet, der Hilfeschrei in ihrem Inneren war unerhört verhallt. Jahre später gelangt das verblasste Schriftstück aus der Flasche auf Umwegen ins Sonderdezernat Q in Kopenhagen. Die Materialanalyse zeigt, dass die Botschaft mit menschlichem Blut geschrieben wurde. Die Entzifferung der Buchstaben führt Carl Morck und seinen Assistenten Assas auf die Spur eines entsetzlichen Verbrechens – und in Bereiche der Gesellschaft, die ihnen beiden einigermaßen fremd erscheinen … Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass es sich bei der Botschaft in der Flaschenpost um das womöglich letzte Lebenszeichen zweier Jungen handelt, die irgendwann in den neunziger Jahren entführt wurden. Doch wer sind die Jungen? Warum haben ihre Eltern nie eine Vermisstenanzeige aufgegeben? Sind diese Kinder die einzigen Opfer? Oder hat der Täter mehrmals zugeschlagen? Und: mordet er womöglich immer noch?

REZENSION:

Wie bereits vor einiger Zeit an dieser Stelle beschrieben, zog ich meinen Hut vor dem ersten Band “Erbarmen”, war ein klein wenig enttäuscht vom Nachfolger “Schändung” – nun, der dritte Band um das Sonderdezernat Q, welches sich um die ungelösten Fälle zu kümmern hat.
Nun kam mit ERLÖSUNG der dritte Band auf den Markt und ich war sichtlich gespannt, mit welchen glorreichen Ideen Jussi Adler-Olsen noch aufwarten kann.
ERLÖSUNG beginnt mit einer Flaschenpost, die mal ganz locker einige Jahre in Vergessenheit gerät – irgendwie hat Carl Morck vom Dezernat Q aber auch nicht gerade eine recht hoch angesiedelte Lust, sich darum zu kümmern. Durch seine resolute Kollegin, deren Schwester hier eine ganz besondere Rolle übernehmen wird, legt sich der Fokus trotz der vorherrschenden Unlust auf diesen Fall, dessen Spielwiese sich innerhalb verschlossener Gemeinschaften religiöser Sekten befindet.
Der beschriebene Psychopath ist erschreckend normal und realistisch dargestellt – diesen lernt man auch sehr früh kennen und fürchten. Dem weiteren Werdegang des Romans schadet dies jedoch in keinster Weise – vielmehr lernt man dadurch das Psychogramm dieses Menschen sehr detailreich und tiefgründig kennen und man begleitet das Dream-Team aus dem Keller der Dienststelle auf der Jagd nach Hinweisen bis hin zur Lösung des Falles.
Erneut schafft es Jussi Adler-Olsen kongenial, seinen hochspannenden Thriller mit einem trockenen Humor zu würzen, der als das Salz in der Suppe zu betrachten ist und diesem Roman durchweg gut zu tun scheint. In meinen Augen ist dies auch das absolute Erfolgsgeheimnis der Reihe, da dadurch zum Einen die drei wichtigen Hauptdarsteller eine Tiefe und Glaubwürdigkeit erhalten, wie man sie sonst nur sucht und man zum Anderen das erfreuliche Gefühl hat, dass hier jemand nicht bierernst erzählen möchte, sondern Spaß am Schreiben hat.
Jussi Adler-Olsen konnte mich somit erneut durch eine frische, ideenreiche Geschichte ohne jegliche Einfallslosigkeit überzeugen.
Und war ich beim ersten Buch bereits begeistert, hat er mit diesem Buch bisher seine absolute Meisterarbeit geschrieben. Absolut und ohne jegliche Einschränkungen für jeden zu empfehlen!
Jürgen Seibold/03.09.11

Erlösung: Der dritte Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q Thriller KAUFEN BEI AMAZON

Originalausgabe Januar 2011
(c) 2011 Sven Koch
(c) 2011 Knaur Taschenbuch
ISBN 978-3-426-50662-2
ca. 463 Seiten / € 8,99

COVER:

“DER DRACHE IST ERWACHT!”
Diese anonyme Botschaft versetzt Polizeireporter Marlon Kraft in höchste Alarmbereitschaft.
Der “Purpurdrache”, der vor drei Jahren für ein schreckliches Geiseldrama verantwortlich war, hat das Leben des Journalisten immer noch fest im Griff. Als mehrere Frauen aus Krafts Umfeld bestialisch ermordet werden, übernehmen Kommissar Scheffler und Polizeipsychologin Alexandra von Stietencron die Ermittlungen – und stoßen auf ungeheuerliche Verwicklungen im Zeichen des Drachen. Sind die Morde das Werk eines Wahnsinnigen? Das eines eiskalten Killers? Oder könnte es sein, dass Marlon Kraft selbst zum unberechenbaren Psychopathen mutiert?

REZENSION:

“Wer ist Sven Koch?”
Diese Frage stellte sich mir nach Erhalt dieses Buches. Erneut scheint es sich um ein Debut zu handeln – und da ich jedesmal erfreut bin, wenn ein großer Verlag sich nicht nur in fernen Ländern bei bereits erfolgreichen Autoren bedient, sondern auch heimischen Schreiberlingen eine Chance zur Veröffentlichung gibt. Immerhin besteht hier ein erheblich größeres Risiko als bei etablierten Blockbustern anderer Länder.
Nun, widmen wir uns diesem als Thriller deklarierten Buch und somit einem neuen Autor:
Ab der ersten Seite bin ich gefesselt – natürlich arbeitet Sven Koch mit sehr vielen Klischees im Thrillergenre; nur, man kann diese auch durchweg als Verneigungen darstellen und ich denke, genau so war es gedacht. Dadurch entstehen viele Verknüpfungen bei “etablierten” Thrillerlesern zu anderen Werken der Szene. Dies erniedrigt aber den Purpurdrachen keineswegs! Vielmehr erkennt man hier sehr schön, dass ein Autor auch mit “alten” Mitteln überzeugen kann und dies auch bereits sehr hochwertig zu vollziehen weiß.
Der Purpurdrache ist durchweg spannend erzählt – ein sehr gelungener Unterhaltungsroman und ebenfalls für ein Debut absolut glaubwürdig, flüssig und eingängig erzählt. Sicherlich gibt es noch seitens des Autors genügend Potenzial für weitere Bücher. Man erkennt aber bereits jetzt sehr deutlich, dass hier jemand auf dem besten Wege ist.
Somit bleibt nur die Beantwortung der Eingangsfrage:
Sven Koch ist ein Autor, dessen Namen man sich merken sollte…
Jürgen Seibold/03.09.2011

Purpurdrache: Thriller KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: Pyörre
Aus dem Finnischen von Stefan Moster
Deutsche Erstausgabe Februar 2010
c 2008 Ilkka Remes
c 2010 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutsche Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 458 Seiten / € 14,90

COVER:

Der junge Roni Airas ist ein hoffnungsvolles Rennfahrertalent, sein Sprung in die Formel 1 greifbar nahe. Da wird seine Ex-Freundin tot im Wald aufgefunden. Roni hatte Streit mit ihr, er hatte sie sogar gewürgt, aber doch nicht ermordet! Ronis Vater Tero will die Karriere des Sohnes retten und täuscht die Polizei. Doch Julias Onkel Toomas erpresst die beiden. Sie sollen Geheimdokumente über den Untergang der Estonia aus einem Schweizer Schließfach beschaffen. Was wurde damals von den Behörden vertuscht? Und warum musste Julia sterben? Als Roni und sein Vater dem Geheimnis auf die Spur kommen, geraten sie in tödliche Gefahr.

REZENSION:

Ilkka Remes scheint sich immer mehr zu einem Phänomen zu entwickeln. Mit “Tödlicher Sog” wird er seinem Ruf als Spannungsgarant abermals gerecht und zeigt auch, dass er nicht nur Geschichten erzählen kann, sondern diese auch regelmäßig mit wahren Begebenheiten virtuos zu verknüpfen weiß. Dabei geht er sehr ins Detail und man erkennt, dass hier ein Autor seine Rechercheaufgaben ernst genommen hat.
In “Tödlicher Sog” verknüpft Remes eine Vielzahl an Erzählsträngen, die alle gemeinsam auf die Hauptakteure zulaufen und deren Leben immer schwieriger gestalten. Anfangs hielt ich das für überzogen und ich konnte mir nicht vorstellen, wie Remes damit noch glaubhaft die Kurve bekommen möchte. Immerhin handelt es sich hierbei um ein Handlungsnetz, dessen einzelne Fäden alleine für ganze Romane tauglich wären.
Erfreulicherweise hat er es geschafft und somit entstand ein absolut genialer Thriller, dessen Seiten man nur noch verschlingen kann. In meinen Augen gab es nicht einen einzigen Augenblick, der mich enttäuschen konnte und somit liegt mit diesem Buch ein wahrlich spannender und hochwertiger Thriller aus der Schmiede Remes vor. Kann nur empfohlen werden!
Jürgen Seibold/03.09.11

Tödlicher Sog: Thriller KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: Kortsluiting
Aus dem Flämischen von Stefanie Schäfer
Deutsche Erstausgabe August 2011
(c) 2002 by Uitgeverij Manteau / Standaard Uitgeverij nv en Luc Deflo
(c) 2011 für die deutschsprachige Ausgabe bei Knaur Taschenbuch
ISBN 978-3-426-50235-8
ca. 304 Seiten / € 8,99

COVER:

Im belgischen Mechelen häufen sich grausame Todesfälle. Eine Schwangere begeht Selbstmord. Ein Psychopath tötet junge Frauen und entführt einen Säugling. Kommissar Dirk Deleu ahnt, dass der Tod der Schwangeren mit den Taten des Killers zusammenhängen muss. Wird er den Mörder finden, bevor dem Baby etwas passiert?
Todeswahn: Thriller KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: The Rapture
Deutsch von Barbara Ostrop
Deutsche Erstausgabe 2011
(c) 2010 Elliott Hall
(c) 2011 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-24856-3
ca. 464 Seiten / € 14,90

COVER:

WAS GESCHAH MIT ISAAC TAYLOR?

Isaac taylor ist nicht verschwunden. Denn nach offiziellen Angaben hat er nie existiert. Doch das kann der Privatermittler Felix Strange nicht glauben – schließlich ist Isaac ein früherer Army-Kumpel gewesen, der Felix einst in Teheran das Leben gerettet hat, in einem der schlimmsten Abschnitte des Irankrieges. Was ist mit ihm geschehen? Sehr bald findet Felix heraus, dass Isaac nicht der Einzige ist. Im ganzen Land verschwinden Menschen – alte, junge, gute, böse – buchstäblich spurlos …

Düster und bildgewaltig: der zweite Band der Noir-Serie um den Privatermittler Felix Strange, der in einem von christlichen Fundamentalisten beherrschten Amerika agiert.

Böses mit Bösem: Thriller KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: Fasandraeberne
Aus dem Dänischen von Hannes Thiess
Deutsche Erstausgabe 2010
(c) 2008 Jussi Adler-Olsen/J.P./Politikens Forlagshus A/S, Kopenhagen
(c) 2010 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-24787-0
ca. 460 Seiten / € 14,90

COVER:

Ein Leichenfund in einem Sommerhaus in Rorvig. Ein Geschwisterpaar ist brutal ermordet worden. Der Verdacht fällt auf eine Gruppe junger Schüler eines exklusiven Privatinternats, die für ihre Gewaltorgien bekannt sind. Erst Jahre nach dem Mord ist einer von ihnen geständig. – Zwanzig Jahre später.
Als Carl Morck vom Sonderdezernat Q für unaufgeklärte Fälle in Kopenhagen aus dem Urlaub zurückkommt, hält ihm sein Assistent Hafez el-Assad die alte Rorvig-Akte unter die Nase. Niemand weiß, warum sie wieder aufgetaucht ist. Der Fall war schließlich geklärt. Dennoch scheint jemand daran interessiert zu sein, die Geschichte noch einmal aufzurollen. Als den Ermittlern von oberster Stelle weitere Nachforschungen strikt verboten werden, ist ihnen sofort klar, dass hier etwas zum Himmel stinkt.
Die Spuren führen hinauf bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft, in die Welt der Aktienhändler, Reeder und Schönheitsschirurgen – und sie führen ganz weit nach unten, zu Kimmie, einer Obdachlosen: äußerlich hart wie Granit, doch mit einer blutenden Seele. Diese Frau scheint etwas zu wissen, das drei höchst einflussreichen Männern zum Verhängnis werden könnte. Die Treibjagd ist eröffnet …

REZENSION:

Bereits nach dem fulminanten Roman ERBARMEN war ich sehr darauf gespannt, wie Jussi Adler-Olsen mit seinem Erschaffung, dem Sonderdezernat Q, weiter Fälle darlegen möchte, die für den geneigten Leser mindestens genauso interessant zu sein scheinen.
Im ersten Fall konnte er sehr geschickt einen Bogen über mehrere Jahre spannen und trotzdem einen sehr gelungenen Lösungserfolg für Carl Morck vorweisen. So etwas funktioniert natürlich nicht ein zweites Mal und somit muss sich der Autor natürlich – das liegt in der Natur der Sache – etwas gänzlich anderes einfallen lassen. Zu einem sehr großen Teil ist ihm das in SCHÄNDUNG auch gelungen.
Diesmal wird ihm ein abgeschlossener Fall heimlich auf den Tisch gelegt – und Morck wäre nicht Morck, wenn allein dies nicht schon seine Neugierde wecken würde. In diesem fall sind seine Gegner weitaus stärker und selbst in eigenen Reihen zeigen sich Gegenspieler als auch Zweifler: Sollte sich doch das Sonderdezernat um ungelöste Fälle kümmern – im vorliegenden Fall ist der Täter ordnungsgemäß verurteilt…
Carl Morck nimmt sich dem jedoch unbeirrt an und forscht nach den Hintergründen – natürlich in treuer Zusammenarbeit mit seinem Assistenten Assad, dem der Autor schon fast ein eigenes Buch widmen müsste.
Um die etwas wirre Abteilung im Keller des Polizeidepartments noch zu verstärken legt der Autor einen weiteren sehr gut ausgebauten Protagonisten an die Seite Morcks: Rose – eine resolute Dame, die es mit dem knorrigen Morck mit links aufnehmen kann und dementsprechend schmunzelnd kann man den Internas dieser kleinen Abteilung folgen.
Allein dies ist schon eine absolute Empfehlung wert – der Fall toppt dies noch. Erneut ist dem Autor ein sehr interessanter Plot – von dem ich hier nichts verraten möchte – eingefallen und es scheint, als ob Adler-Olsen spätestens ab jetzt zur Creme-de-la-creme des Krimis gehört.
Die Spannungsschraube war in ERBARMEN etwas fester gezogen – nichts desto trotz macht auch SCHÄNDUNG durchweg einen grundsoligen und spannenden Eindruck. Das besondere dabei ist der Umstand, dass Jussi Adler-Olsen auf gelungene Weise einen dezenten Bogen zwischen Krimi und Thriller spannt und dadurch die Klientel um einen nicht unwesentlichen Faktor erhöht wird.
Somit erneut ein absolut gelungener Roman und ich bin wahrlich gespannt, wie der bereits auf dem Mark vorliegende dritte Band namens ERLÖSUNG hier noch eine eigene Schippe mit auflegen kann.
Sehr gut!
Jürgen Seibold/07.08.2011

Schändung: Thriller KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: The Intruders
Aus dem Englischen von Reiner Pfleiderer
Deutsche Erstausgabe Juli 2011
(c) 2007 by Michael Marshall Smith
(c) 2011 für die deutschsprachige Ausgabe bei Knaur Taschenbuch.
ISBN 978-3-426-50117-7
ca. 506 Seiten / € 9,99

COVER:

Jack Whalen hat seinen Job als Polizist in Seattle hingeschmissen und versucht einen Neuanfang. Als ihn ein alter Freund um Hilfe bei einem mysteriösen Mordfall bittet und gleichzeitig seine Frau Amy mehrere Tage verschwindet, beginnt sein Leben aus dem Ruder zu laufen. Jack ist verunsichert. Manchmal überkommt ihn das unerklärliche Gefühl, nicht immer er selbst zu sein. Und warum benimmt sich Amy nach ihrer Rückkehr so eigenartig? Als Jack beginnt, Nachforschungen anzustellen, stößt er auf ein Geheimnis, das schwärzer ist als jeder Alptraum …

Rezension:

Die Coverbeschreibung des vorliegenden Buches von Michael Marshall klingt mit Sicherheit für jeden Thrillerfan mehr als interessant. Somit bleibt einem fast nichts anderes übrig als sich dem unverzüglichen Genuss hin zu geben.
Michael Marshall beginnt auch erneut ähnlich seinen früheren Büchern und legt vor des Lesers Augen unterschiedlichste Erzählstränge, deren Ebenen erst spät zueinander finden. Prinzipiell ist dieses Vorgehen auch als eine sehr interessante Alternative zu üblichen Vorgehensweisen zu sehen. Bei “Die Eindringlinge” konnte Michael Marshall aber leider nicht zu hundertprozent damit überzeugen. Die Erzählstränge um Jack Whalen bleiben durchweg spannend erzählt, die anderen Personen kommen erst langsam in das Herz des Lesers. Das Hauptproblem ist hierbei weniger eine Änderung des Autors im Aufbau seines Spannungsbogens – vielmehr sind die Sprünge zu schnell und dabei gleichzeitig unscheinbar vollzogen und man muss schon sehr konzentriert am Ball bleiben um innerhalb des ersten Satzes eines Personenwechsels diesen als solchen zu erkennen. Dadurch verliert man als Leser ein wenig die Übersicht und man ist mehr verwirrt als gefesselt.
Sicherlich wird Michael Marshall seinem Kenntnisstand gerecht und er verdichtet im Laufe der Geschichte seinen Thrill – es besteht aber bereits in der ersten Hälfte des Buches, dass einige Leser unbefriedigt abspringen und enttäuscht zurückbleiben müssen.
Somit ein Thriller, der nur schwer als “Nebenbei-Unterhaltungsroman” zu betrachten ist und bei dem dadurch eine reine Empfehlung eher nicht möglich ist. Hier ist der Scheideweg zu gering und somit kann es bei Genuss dieses Buches nur positive oder negative Erlebnisse geben. Ein “naja – ganz gut” wird im als Mittellösung nicht gerecht.
Jürgen Seibold/07.08.2011

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