COVER:

Dieser Band versammelt Märchen, die von den vier bekanntesten mittelalterlichen Ketzerströmungen geprägt sind: die Katharer Südfrankreichs, die Templer, die in ganz Europa verbreitet waren und die Bogomilen des Balkans.
Ein Nachwort erläutert Bedeutung und Herkunft der Ketzerbewegungen und ihre Einflüsse auf Märchen.

REZENSION:

Märchen von Ketzern sind nicht etwa welche für Ungläubige – in ihnen geht es genauso um Gott und Teufel, wie in anderen auch.
Aber vor allem spiegeln sie die Werte in Symbolsprache wieder, erzählen verschlüsselt von historischen Gegebenheiten, wodurch sie heute noch als wichtige Zeugnisse untergegangener Kulturen und Zeiten gelten.
Die Unterdrückung von Minderheiten und Randgruppen erlangt ihren Höhepunkt in deren Verfolgung.
Offenkundig zählt im Mittelalter die Ketzerbewegung dazu.
Um ihre Lehren dennoch zu verbreiten und trotzdem im geheimen zu agieren, bedienten sie sich der Form des Märchens.
Doch sie erzählten nicht etwa welche – keine erfundenen Geschichten – sondern verpackten uralte Motive in neue Zauberwelten, die ihre Ideale, aber auch Kritik transportierten.
Das Wort „Ketzer“ leitet sich von Katharer ab, wodurch diese quasi als Prototyp der Bewegung erachtet werden.
Aber auch die Bogomilen, Templer und Katharer wurden in dieser Sammlung nicht außer acht gelassen.
Ich hätte mir gewünscht meinen Wissensdurst mehr über die Hintergründe der sogenannten Ketzer als nur in einer kurzen Kapiteleinleitung und dem Nachwort zu stillen.
Dennoch konnte ich mich nicht satt an den Märchen lesen.

Dieses Buch machte mich neugierig mehr über die Herkunft und Bedeutung der einzelnen Ströme „Ungläubiger“ zu erfahren, entschädigte aber durch das eigentliche Thema die – Märchen von Ketzern.

Erschienen ist das Buch bereits erstmals 1986 im Fischer Taschenbuch Verlag unter der ISBN 3-596-10657-5. Wer es im Handel oder Antiquariat entdeckt sollte sich das Schmökern darin nicht entgehen lassen…

Einzig zum Vorlesen für jüngere Kinder eignet es sich nicht unbedingt. Aber es (ent- oder ver-)führt Erwachsene zu verwunschenen Jungfrauen, kühnen Prinzen, Fabeltieren und in vergangene Tage, die wir allzu gern als mystisch betrachten…
Miriam Stephanie Reese
(September 2011)

 

Originalausgabe 2012
(c) 2012 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. Kg, München
ISBN 978-3-423-21340-0
ca. 320 Seiten / € 9,95

COVER:

Pascha, der vorlaute Geist aus “Kühlfach 4″ bekommt wieder Arbeit. Bei einem schweren Autounfall werden vier Kinder verletzt, und die Fahrerin – eine türkischstämmige Lehrerin – ist verschwunden. Im Krankenhaus werden die Kids vorübergehend in ein künstliches Koma versetzt, was bedeutet, dass ihre Seelen derweil fröhlich auf Erkundungstour gehen und Pascha in der Zwischenwelt Gesellschaft leisten. Der hat alle Hände voll zu tun, den Flohzirkus um sich zu bändigen. Gleichzeitig will er mit seinen unternehmungslustigen Nachwuchsassistenten der vermissten Lehrerin auf die Spur kommen. Doch die Ermittlungen zwischen Schule und Nachtclub geraten schnell ins Stocken, und einmal mehr muss Pascha seine kriminalistischen wie auch pädagogischen Talente unter Beweis stellen. Von Rechtsmediziner-Freund Martin ist diesmal wenig Hilfe zu erwarten. Der ist aufgeregter denn je, weil er Vater wird.

REZENSION:

Mit „Kühlfach – betreten verboten! Legt Jutta Profijt bereits den vierten Roman um den Kleinkriminellen Pascha vor, der es sich zur Lebensaufgabe machte, bei der Aufklärung von Kriminalfällen zu fällen.
Nun, das wäre alles nichts besonderes – aber einiges stimmt doch nicht so ganz:
Allein das Wort „Lebensaufgabe“ stimmt schon nicht – handelt es sich bei Pascha doch um einen „Ermittler“ der besonderen Art: Er ist nämlich tot!
Aus ihm unerfindlichen Gründen fand er jedoch während seines Ablebens das berühmte weiße Licht nicht und so ist er nun so ziemlich allein auf weiter Flur und macht es sich als Geist gemütlich.
Sein einziger Kontrapart in der Welt der Lebenden ist der Gerichtsmediziner Martin, der als einziger Pascha hören kann. Diese beiden Personen könnten unterschiedlicher nicht sein und so treffen der schnorrige, kein Blatt vor den Mund nehmende Kleinkriminelle auf den anständigen Mediziner.
Dies allein sorgt schon für verschiedenste Unstimmigkeiten, die von Jutta Profijt auf witzige Weise dargestellt werden.
Die Kriminalfälle sind durchweg sehr gut aufgebaut und können leicht Vorbild für manch anderes Buch sein. Hinzu kommt der durchgehende Witz und der Umstand, dass hier auch noch ein Geist die größte Rolle spielt.
Um keine Langeweile aufkommen zu lassen wird Pascha in jedem Band mit diversen Problemfällen belästigt. Im vorliegenden Buch sind es nun vier Kinder, deren Körper im künstlichen Koma liegen. Nun kann sich Pascha um diese vier Bälger kümmern, muss einen Mordfall lösen und gleichzeitig darauf achten, dass die Kids rechtzeitig bei ihren Körpern sind, um das Aufwecken nicht zu verpassen, da sie sonst auf ewig bei ihm bleiben müssten.
Alles in allem ein absolut witziger Roman mit einem frechen Helden und einer Sprache, die absolut kein Blatt vor den Mund nimmt – dies alles unter Verwendung eines hohen Niveaus, da Jutta Profijt trotz Verwendung manch unkorrekter Wörter niemals unter die Gürtellinie der Geschichte kommt.
Absolut empfehlenswerte Reihe!!
Jürgen Seibold/20.01.2012

Kühlfach Betreten Verboten KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: Rivers Of London
Deutsch von Karlheinz Dürr
Deutsche Erstausgabe 2012
(c) 2011 Ben Aaronovitch
(c) 2012 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-21341-7
ca. 478 Seiten / € 9,95

COVER:

Peter Grant ist Police Constable in London mit einer ausgeprägten Begabung fürs Magische. Was seinen Vorgesetzten nicht entgeht. Auftritt Thomas Nightingale, Polizeiinspektor und außerdem der letzte Zauberer Englands: Er wird Peter in den Grundlagen der Magie ausbilden. Ein grausiger Mord in Covent Garden führt den frischgebackenen Zauberlehrling Peter auf die Spur eines Schauspielers, der vor 200 Jahren an dieser Stelle den Tod fand. Und er stellt fest, dass es mehr Dinge in London gibt, als seine Polizeischulweisheit sich träumen ließ. Wer hätte zum Beispiel geahnt, dass der Themsegott und die Themsegöttin einander Spinnefeind sind, was gravierende Auswirkungen auf alle Flüsse Londons hat? Peter soll vermitteln – keine leichte Aufgabe, wenn man sowieso anfällig für Magie ist und insbesondere eine der Flusstöchter unwiderstehliche Reize besitzt …

 

Die Flüsse von London KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: The Abused Werwolf Rescue Group
Aus dem Englischen von Cornelia Stoll
Deutsche Erstausgabe 2012
(c) 2009 Catherine Jinks
(c) 2012 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-24885-3
ca. 398 Seiten / € 14,90

COVER:

Tobias Richard Vandevelde ist ein normaler Jugendlicher, vielleicht nicht ganz normal: er hat besonders schnelle Reflexe, einen hervorragenden Geruchssinn und schnell wachsende Haare. Alles nicht weiter beunruhigend. Beunruhigend ist allerdings, dass er eines Tages im Krankenhaus aufwacht und Tobys entsetzte Mutter ihm erzählt, er sei splitterfasernackt in einem Dingo-Gehege im Nationalpark gefunden worden. Seltsam. Seltsam ist auch der jungen Mann, der Toby besucht und ihm klarzumachen versucht, dass er eine Selbsthilfegruppe aufsuchen muss, damit sein “Leiden” nicht zur Gefahr für ihn und andere wird.
So einen Quatsch hat Toby ja noch nie gehört. Als er die Gruppe doch, natürlich nur aus reiner Neugier, besucht, packt ihn der Schrecken vor diesen bleichen, irgendwie nicht so richtig Lebendigen, die angeblich nur helfen wollen (ja klar, sich selbst – indem sie ihren Gast zum Abendessen aussaugen).
Doch Toby wird von ganz üblen Burschen ins Outback verschleppt und in einen Käfig gesperrt. Er muss sich schließlich eingestehen: Alle glauben, er sei ein Werwolf, und nun will man mit ihm auch noch Geld verdienen. Sein Mitgefangener, Sergio, musste schon Kämpfe auf Leben und Tod führen. Den beiden gelingt die Flucht. Aber wohin im Outback? Da kann man sich ja nicht mal hinter einem Busch verstecken! Gott sei Dank hat die Selbsthilfegruppe Wind von der Sache bekommen und macht sich auf den Weg …

 

Mit Zähnen und Klauen KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: After the Music
Aus dem Englischen von Ursula Gnade
Deutsche Erstausgabe
Taschenbuch, Klappenbroschur, 288 Seiten
ISBN: 978-3-453-52790-4
€ 5,99

COVER:

Als Jessie in das Haus des Rockstars Dillon Wentworth kommt, ist sie sofort von dem charismatischen Musiker fasziniert. Zwischen den beiden entspinnt sich eine leidenschaftliche Affäre. Doch in dem düsteren gemäuer scheint es zu spuken, und auch Dillon wird von den Geistern seiner Vergangenheit gejagt …

REZENSION:

Durchschimmernde Haut – transparent wie das, was von seiner alten Persönlichkeit übrig blieb.
Dunkle, lockige Haare – so wirr und finster wie seine Seele.
Ein Rockstar.
Aus diesem Stoff sind Romane, die mystisch daherkommen sollen, aber eher als Krimi eingehen – bis zur Wendung…

Dillon Wentworth, Sänger und begnadeter Musiker, zieht sich bei einem Feuer in seinem Anwesen schwerste Verbrennungen zu als er in das Haus läuft, um seine Zwillinge zu retten, die bereits in Sicherheit gebracht waren.
Fortan steht im Raum und der Presse, der Musiker selbst habe seinen Wohnsitz angezündet – aus Überforderung und Rache an seiner psychisch kranken Frau, die er durch seinen Beruf, das Touren mit der Band, im Stich gelassen hat und die Trost in einer satanischen Sekte, deren Anführer und dem zelebrieren von schwarzen Messen suchte und fand.
Dillon duldete das unter seinem Dach, bis Jessica, die Tochter seines „Mädchens für alles“, den Jüngern zum Opfer fiel.
In einer Nacht loderte der Brand, der nicht nur Dillons Besitz, sondern auch sein Aussehen und seine Fähigkeit zu komponieren und zu spielen zerstörte, und bei dem seine Frau ums Leben kam.
Es wurde gegen ihn wegen Mordes ermittelt – ein Freispruch übertönte dennoch nie die Verdächtigungen…
Gekränkt, verletzt und zerbrochen zog sich Dillon zurück, ließ sein Anwesen wieder neu auf der einsamen Insel errichten.
Wie eine undurchdringliche Festung erschien es – und auch er ließ sich von nichts und niemandem mehr einnehmen, sondern zog sich gänzlich zurück, brach zu Jessica, die fortan die Zwillinge aufzog, den Kontakt ab und auch mit seinen Kindern…
Erst als Jessicas Mutter bei einem zweifelhaften Unfall stirbt und den Zwillingen anonyme Drohungen zugehen, beschließt sie, dass dieser Zustand nicht haltbar ist.
Wer könnte seine Kinder besser schützen als deren Eltern?
Kurz vor Weihnachten trifft sie auf dem abgeschiedenen Anwesen mit ihnen.
Überraschung und Entsetzen überschlagen sich, obskure Dinge gehen vor – wer oder was treibt sein Unwesen?
Sind es die Geister der Vergangenheit oder Gespenster, die hier erwachen?

Was als übersinnliche Geschichte begonnen wurde, entwickelt sich rasch zu einer des kriminalistischen Genres, die gegen Ende wieder ihren okkulten Touch gewinnt, aber dadurch auch an Glaubwürdigkeit verliert…

Miriam Stephanie Reese
(September 2011)

Mondspiel: Novelle: Magische Novelle KAUFEN BEI AMAZON

1. Auflage
Deutsche Erstveröffentlichung Juli 2010
(c) by Autor, Herausgeber & Arcanum Fantasy Verlag, Dortmund
ISBN 978-3-939139-60-7
ca. 57 Seiten / € 4,95

COVER:

Ragnarök ist geschlagen, die Menschen irren ziellos umher. Niemad weiß wohin, niemand weiß, was nun geschehen wird. Die Götter schweigen, seltsame Gestalten und Wesen ziehen über die Reste von Midgard.

Leif Erlingson ist einer der Umherziehenden, sein Weg führt ihn durch eine unwirtliche Welt, einzig begleitet von wenigen Getreuen. Verbannt …

Lokis Fluch von Thomas Vaucher ist der erste Band der Staffel “Aegirs Flotte” aus der Reihe “Drei Welten – Ein Feind”.

Tauchen Sie ein in einen spannenden Beginn einer neuen Ära, in eine phantastische Fortschreibung der germanischen Legenden!

Lokis Fluch: Aegirs Flotte I KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel : Flicker
aus dem Englischen von: Friedrich Mader
Deutsche Erstausgabe September 2005
(c) 1991,2005 by Theodore Roszak
(c) für die deutsche Ausgabe und die Übersetzung  by Wilhelm Heyne Verlag, München in der Verlagsgruppe Random House GmbH
854 Seiten +20 Seiten Anhang, 14 €

Cover:

Ein junger Filmstudent auf den Spuren eines vergessenen Kultregisseurs.
Rätselhafte Symbole und versteckte Hinweise in alten Stummfilmen.
Ein mysteriöser Orden, der seine Novizen in der Kunst des Filmhandwerks unterweist.
Ein Geheimnis, das den Lauf der Welt für immer verändern wird.

Rezension:

„Je stärker das Böse, desto stärker der Film“

Dieser Ausspruch von Alfred Hitchcock ist sozusagen Widmung wie auch Motto dieses Buches, das allein durch seine schiere Seitenzahl beeindruckt. Aber davon sollte man sich keineswegs abhalten lassen.
Theodore Roszak erzählt hier die Lebensgeschichte, um nicht zu sagen Lebensbeichte von Dr. Jonathan Gates, seines Zeichens Filmwissenschaftler, der hier seine ureigenen Erfahrungen in Sachen Film, Kino und Erotik teilt.
Mit seiner ersten Freundin, mit der er nicht nur die ersten sexuellen Schritte macht, sondern die auch einen enorm wichtigen Teil in seinem gesamten Leben spielt, sieht er den ersten Max Castle Film im Kino. Max Castle oder Max von Kastell wanderte in den 20er/30er Jahren nach Hollywood aus und musste sich dort mit wenig Budget aber unglaublich viel Improvisationstalent seine Filme zusammenschustern.
Diese Filme sind meist ziemlich einfältige Horrorschocker oder Vampirfilme, die zwar einerseits grausam sind, aber anderseits eine solche Anziehungskraft auf unseren Protagonisten haben. Also fängt er, Jahrzehnte nachdem Castle offiziell verstorben war, an, seine Filme zu erforschen.
Und dabei stößt Jonathan nicht nur auf sehr viele technische Eigenheiten sondern auch auf eine religiöse Sekte, die „Sturmwaisen“, der Castle angehört hat, und die ihren Schülern nur oberflächlich betrachtet beibringt, wie man Filme macht. Während Jonathan hier immer tiefer gräbt, macht er unfassbare Entdeckungen, die sich zu einer Weltverschwörung zusammenfügen und nicht nur Jonathan selbst in Gefahr bringen…
Man fragt sich spätestens nach der ersten Begegnung, wer eigentlich Max von Kastell ist. Diese Frage hab ich mir natürlich auch gestellt und musste leider feststellen, dass Max von Kastell ein fiktiver Regisseur ist, dessen Lebensgeschichte und dessen Filme hier aber mit einer Präzision und Wirklichkeit beschrieben wird, dass es sehr schade ist, diese Filme nicht sehen zu können.

Ich muss ehrlich gestehen, dass es mir nicht leicht fällt, dieses Buch in Worte zu fassen. Selbst Lesen ist hier ein absolutes Muss!!!
Was übrig bleibt von diesem Buch ist Faszination, eine gute Portion Beklommenheit und Kopfschütteln aber allem voran absolute Bewunderung für den Autor, der hier einen Schmöker ohne Längen, mit viel Humor, Realismus und einer unglaublichen Spannung geschaffen hat.
Nicht nur für Filmfans eine ernstgemeinte und ans Herz gelegte Empfehlung!
Birgit Grunwald für Hysterika, 13.07.2011

Schattenlichter: Roman: Flicker KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: Strange Angels
Aus dem Englischen von Sabine Schilasky
Deutsche Erstausgabe April 2011
(c) 2009 by Lili St. Crow
(c) 2011 der deutschsprachigen Ausgabe bei PAN-Verlag. Ein Unternehmen der Droemerschen Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-426-28345-5
ca. 380 Seiten / € 16,99 (HC)

COVER:

Ich starrte auf sein Kruzifix. Hatte der Typ einen Schimmer, was das bedeutete? Oder wie es ihm an bestimmten Orten einen Haufen Schwierigkeiten einhandeln konnte? Wahrscheinlich nicht. Niemand in der normalen Welt weiß so etwas.

Nur mit knapper Not entgeht Dru einem Anschlag auf ihr Leben. Ihre überstürzte Flucht führt sie zu Graves, einem schüchternen Jungen aus ihrer Schule, der ihr ein Versteck anbietet. Doch auch hier ist sie nicht lange sicher. Gemeinsam mit Graves und dem betörend schönen Christophe, der ein dunkles Geheimnis hütet, muss Dru von nun an alles daransetzen, zu überleben – und herausfinden, wer sie wirklich ist. Besser gesagt: was sie wirklich ist …
Strange Angels: Verflucht: Roman KAUFEN BEI AMAZON

(c) Mystery Verlag GmbH, Aschaffenburg, 2001
ISBN 3-9807792-0-3
ca. 380 Seiten

COVER:

Schottland, Anno 1768 …
Den jungen Daniel Kenneth hält nichts mehr auf der Burg seines ermordeten Vaters. Denn sein Stiefvater, Donald Cameron, macht ihm gemeinsam mit seinen Söhnen George und Ken das Leben zur Hölle.
Nach einer folgenschweren Auseinandersetzung flieht er überstürzt aus seinem Heim. Kurze Zeit später findet er Arbeit und Unterkunft in Dave Conellys Wanderzirkus. Fortan reist er mit der bunt zusammengewürfelten Schaustellertruppe umher.
Doch nach einiger Zeit plagen ihn seltsame Träume, in denen ein mysteriöser Fremder seine Hilfe erbittet. Der Mann wird von Conelly in einem der Zirkuswagen gefangen gehalten.
Zufällig entdeckt Daniel, im Wald versteckt, genau diesen Wagen aus seinen Träumen. Nunmehr von der Realität seiner Träume überzeugt, befreit er schließlich den Fremden. Dieser nimmt seinen mutigen Befreier mit ins Haus, eine alte Mühle.
Dort gibt sich Nicolas Krolov dem entsetzten Daniel als Vampir zu erkennen.
Der Vampir ist jedoch nicht so furchterregend, wie Daniel das zuerst befürchtet hat. Und er möchte seinen Retter als Freund gewinnen.
Nach kurzem Bedenken willigt Daniel ein und begleitet Nicolas fortan. Zwischen den beiden ungleichen Männern entwickelt sind eine tiefe Freundschaft.
Dann entschließt sich Daniel, auf Burg Kenmore zurückzukehren, um sein Erbe einzufordern. Ein gefährliches Unterfangen, denn sein Stiefvater ist nicht bereit, auf den Besitz zu verzichten.
Mit allen Mitteln versucht er, Daniel das Erbe streitig zu machen. Er schreckt auch vor Mord nicht zurück.
Nur noch Nicolas kann Daniel vor dem sicheren Tod bewahren.

Blutsfreunde KAUFEN BEI AMAZON

(c) Schauermärchen Verlag Reese e.K.
Originalausgabe, Berlin 2011
(c) der einzelnen Beiträge bei den Autoren
ISBN 978-3-943002-00-3
ca. 112 Seiten / € 8,90

COVER:

Gothic Novels, Schauergeschichten, Geisterbeschwörung – die Anthologie der parapsychologischen Erscheinungen.
Teils ernst gemeint, teils mit einem schelmischen Augenzwinkern geschrieben beinhaltet dieses Buch ein talismanisches Ritual – wer weiß, zum Schutz des Lesers? -, ein Gedicht und Kurzgeschichten renommierter Autoren, die mit diesem Themengebiet entweder Neuland betraten oder in dem Genre seit jeher tief verwurzelt sind.
“Zwischenwelten-Kabinett” nimmt keinesfalls seinen Gang durch spinnenwebverhangene Korridore, sondern soll ein Abbild dessen bieten, was zwischen Schwarz und Weiß liegt – die Welt der Schatten.
Man begibt sich also auf einen Spaziergang durch ein Kabinett der Zwischenwelten – herzlich willkommen!

Und zur Warnung:
Der Ausgang ist zwar offen, doch nicht ausgeschildert …

INHALT:

Miriam Stephanie Reese – Talismanisches Ritual
Tolya Glaukos – Die weiße Witwe
Jerk Götterwind – Das Haus am Loch Fyne
Andreas B. Vornehm – Der obskure Fall Binockerl
Miriam Stephanie Reese – Gespenstergeschichte
Jürgen Seibold – Die Puppe
T.A. Wegberg – Das Jürgenson-Experiment
Abo Alsleben – Geisterstadt
Jana Heidler – Die Geisterhatz
Simon Rhys Beck – Das Ritual … höllisch schiefgelaufen
Justin C. Skylark – Der mysteriöse Nachbar
Claudia Feger – Tempus fugit
Justin C. Skylark – Dein Grab

 

Zwischenwelten Kabinett – Kult & okkult KAUFEN BEI AMAZON

Jaron Verlag
ca. 192 Seiten / 10,–€
ISBN 978-3897731417

COVER:

nach außen moderne Weltmetropole, ist Berlin doch auch eine Stadt voller dunkler Geheimnisse. Von Hexen und Henkern, stöhnenden Mönchen und spukenden Frauengestalten erzählt diese Berlin-Geschichte der anderen Art.
Jan Eik führt durch die ebenso aufregende wie verschlungene Historie der Stadt und lässt Orte aus längst vergangenen Zeiten aus der Vergessenheit emporsteigen, an denen sich Schauriges zugetragen hat. Dabei werden noch die grausamsten Begebenheiten, gewürzt durch den Humor des bekannten Berliner Krimi-Autors, zum überaus unterhaltsamen Vergnügen. So wird das Buch zur anregenden Tour durch die Vergangenheit Berlins.

REZENSION:

Jeder wird sich wohl halbwegs in den Straßen seiner Stadt auskennen – aber wer kennt die Geschichte dieses Ortes?
Erstaunt musste ich feststellen, dass Touristen und Zugezogene meistens mehr Ahnung von den Geschehnissen haben, die sich zugetragen hatten, als Einheimische selbst. Das wollte ich so als gebürtige Berlinerin, deren Familie väterlicherseits schon immer in der Stadt lebte, nicht auf mir sitzen lassen! Immerhin grenzt die Erforschung vergangener Ereignisse auch ein wenig der Ahnenforschung.  (Mich interessierte zum Beispiel, über was meine Ururgroßeltern, meine Urgroßeltern und meine Großeltern damals in der Zeitung gelesen haben könnte.)
Was führte dazu, dass Berlin dort erbaut wurde, wo es heute steht? Woher kam die ursprüngliche Bevölkerung die sich ansiedelte? Letztlich gäbe das doch auch die Antwort, woher meine Vorfahren, ich und die Generationen nach mir kämen…
Aber was ich viel Spannender fand, und wonach ich suchte, dass waren die dunklen Geheimnisse der Stadt –  übrigens ein vortrefflicher Untertitel dieses Buches…
Vor dem Lesen der „Schaurigen Geschichten aus Berlin“, stand allerdings eine düsterromantische Nachtwächter- Stadtführung – auf den Spuren von Sagen, Legenden, der weißen Frau, die damals im ehemaligen Schloß und heute auf dem Platz, wo es einst stand und wieder errichtet werden soll, umgehen soll und der Leiche, die im Mittelalter vor Gericht gestellt wurde.
Berlin hat so viel mehr zu bieten als die Mauer und deren Fall in jüngerer Vergangenheit! Die alten und uralten Mythen über Kraftfelder, Spukorte, Richtstätten und deren Gespenster – ob sie nun leibhaftig oder nur aus den Weitererzählungen existierten – das war es, was mich reizte – alte Kirchen, Friedhöfe, Katakomben, das Hörensagen über die Kürfürsten, deren Ritter, Alchimisten bis hin zum Umtreiben der Hexen.
Auch wenn Berlin im zweiten Weltkrieg fast zerstört wurde und die DDR Regierung nichts für Denkmalschutz übrig zu haben schien, sondern Teile der Stadtmauer und historischer Häuser abriß, um sie für Straßen und Plattenbauten weichen zu lassen – so gibt es das stellenweise doch noch, die mittelalterliche Stadt in der Weltmetropole!
Man muss sie suchen – und ich wollte sie finden!
Die Tour war ein Schritt, der mir den Weg zu diesem Buch ebnete…
Nachdem ich mir die Füße wund gelaufen hatte, legte mir mein bester Freund dieses Machwerk in die Hände.
Und damit schickte er mich nochmals auf eine literarische Zeitreise durch meine Heimatstadt – begonnen im Mittelalter, über die Zeit der Kaiser, die Jahrhundertwende, die goldenen Zwanziger, das traurige Kapitel der NS, zu den Begebenheiten politischer Morde der Nachkriegszeit bis hin zu den Verbrechen in den 1990er Jahren.
Ein ganz klarer Wandel zeichnet sich ab – Gruselgeschichten ändern sich zu Kriminalfällen. Liegt es daran, dass den Leuten einst ein anderer Aberglauben beiwohnte, der inzwischen einer sachlichen Argumentation wich? Oder wohin verschwanden sie, die Gespenster und Geister? Geblieben ist ihnen ein Wort, dass sie verbindet – all diese Menschen wurden Opfer; ob der Geschichte oder der Stadt lasse ich offen…
Es lohnt sich in jedem Fall dieses nachzulesen – ich empfehle Besuchern, wie den Alteingesessenen jedenfalls sich einen Stadtplan und die „Schaurigen Geschichten aus Berlin“ zu nehmen und sich auf die Spuren zu begeben, die die Zeit hinterließ!
Und wer nicht die Möglichkeit hat Berlins Straßen selbst unsicher zu machen, der braucht auch nicht verunsichert zu sein, ob dieses Buch trotzdem was für ihn wäre. Man muss nicht zwingend ortskundig sein, um sich in den Zeilen zurechtzufinden!

Erschienen ist das Buch mit der ISBN 978-3-89773-141-7 für € 10,- im Jaron
Verlag.
Miriam Stephanie Reese
(März 2011)

 

Schaurige Geschichten aus Berlin: Die dunklen Geheimnisse der Stadt kaufen bei AMAZON

Originaltitel: Dead in the Family
Deutsch von Britta Mümmler
Deutsche Erstausgabe 2011
(c) 2010 Charlaine Harris, Inc.
(c) 2011 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-21283-0
ca. 378 Seiten / €8,95

COVER:

Sookie Stackhouse, die gedankenlesende Kellnerin, musste einiges wegstecken in der letzten Zeit – die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen übernatürlichen Wesen, in die sie verwickelt war, sind nicht leicht zu verkraften. Immerhin ist ihre Beziehung zu dem Vampir Eric in eine neue Phase getreten. Doch dann tauchen zwei Vampire aus Erics wechselvoller Vergangenheit auf. Sie sind ein gefährliches Paar. Und sie haben ihre eigenen Pläne, was Sookies Zukunft betrifft …
Es sieht ganz so aus, als würde Sookies sehnsüchtiger Wunsch nach ein bisschen Ruhe und Frieden noch lange nicht erfüllt werden.

Originaltitel: Le Rasoir d’Ockham
Aus dem Französischen von Marie-Sophie Kasten
Deutsche Erstausgabe Februar 2011
(c) 2008 by Flammarion
(c) 2011 für die deutschsprachige Ausgabe bei Knaur Taschenbuch.
ca. 542 Seiten / € 9,99

Cover:

Eine rätselhafte Verschwörung, eine Geheimloge aus dem Mittelalter und die lebensgefährliche Jagd nach einem mysteriösen Manuskript…

Ari Mackenzie ist Spezialist für Sekten und Verschwörungen bei der Pariser Polizei. Als er seinen Freund Paul aufsucht, findet er dessen grausam zugerichtete Leiche vor: Der Schädel wurde durchbohrt, das Hirn verflüssigt. Doch dies ist nur der Auftakt zu einer Serie von bizarren Morden. Offenbar stehen sie alle mit einer jahrhundertealten Geheimloge und einem verloren gegangenen Pergament in Zusammenhang.
In diesem Manuskript fehlen sechs Seiten – genauso viele, wie die Loge Mitglieder hat …

REZENSION:

Henri Loevenbruck legt mit „Das verschollene Pergament“ nach seinen beiden Thrillern „Das Jesusfragment“ und „Das Kopernikus-Syndrom“ erneut ein genretreues Werk vor, dass sich um verschollene Geheimnisse und deren Auswirkungen in die heutige Zeit dreht.
Abermals handelt es sich um einen Mysterythriller im Fahrwasser eines Scott McBain oder Dan Brown. Im Gegensatz zu seinem Erstlingswerk „Das Jesusfragment“ lässt Loevenbruck anfangs das Aufkommen von Spannung missen – schafft es aber im Zuge der weiteren Entwicklung den Leser durch detailgetreue und glaubwürdige Beschreibungen einer Jagd nach verschollenen Pergamenten und besonders der Jagd nach einem Mörder bei der Hand zu nehmen und mit einer dezent steigenden Spannung bei Laune zu halten.
Die Geschichte entwickelt sich mehr und mehr zu Gunsten des Autors – schafft nicht ganz das Niveau des „Jesusfragments“ zu halten, zeigt aber weiterhin dass Loevenbruck noch voller Ideen innerhalb des Mysterygenres steckt und diese auch geschickt verwebt auszubreiten weiß.
Übrig bleibt ein dann doch recht spannender Thriller mit einem glaubhaften aber doch beinahe enttäuschenden Ende. Die Protagonisten sind lebendig und voller Detail gezeichnet und lassen selbst die Hintergründe bei den Übeltätern nicht missen.
Durch das Thema, welches man nur mit viel historischem Background kennen kann, ist man nicht so sehr damit verbunden, wie bei allgemein bekannten Verschwörungen – nichts desto trotz bleibt im Großen und Ganzen ein sehr empfehlenswerter und gut gezeichneter Thriller, dessen sympathischer Held fast nach einer Fortsetzung ruft.
Davon abgesehen sollte man weitere Veröffentlichungen Henri Loevenbrucks im Auge behalten.
Jürgen Seibold/14.03.2011

Ca. 285 Seiten / 9,95 €
Originalausgabe Dezember 2009
c 2009 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München

COVER:

Der kleinkriminelle Autoknacker Pascha wurde ermordet. Jetzt geistert seine Seele durch das Rechtsmedizinische Institut von Köln. Der Einzige, zu dem Pascha Kontakt aufnehmen kann, ist der bieder-brave Rechtsmediziner Dr. Martin Gänsewein. Und selbst das gestaltet sich schwierig, denn Martin liegt nach dem letzten gemeinsamen Abenteuer schwer verletzt im Krankenhaus. Pascha langweilt sich, bis er unerwartete Gesellschaft bekommt: Auch Ordensschwester Marlene hat nach ihrem dramatischen Ableben bei einem Brand in ihrem Kloster noch nicht den Weg in den Himmel gefunden. Die resolute Nonne ist für Pascha zwar nicht gerade „eine echte Tussi“, aber dass bei dem Klosterbrand etwas faul ist, wittert seine Spürnase sofort. Gemeinsam mit dem noch rekonvaleszenten Martin und dessen Nun-endlich-Freundin Birgit will das ungleiche Geisterduo die Wahrheit ans Licht bringen. Dabei geraten sie schnell in eine brenzlige Situation …
Die witzig-freche Fortsetzung einer ganz ungewöhnlichen Freundschaft.

REZENSION:

Wie manch einer meiner fleißigen Leser den bisherigen Rezensionen zur Reihe über den nicht tot zu kriegenden Pascha entnehmen konnte, bin ich eher zufällig Fan dieser Reihe geworden. Lag doch ganz unbedarft der dritte Band mit dem Titel „Kühlfach zu vermieten“ auf meiner Couch in einem kleinen Bücherstapel. Meine Wenigkeit sitzt gelangweilt vor dem Fernseher und glotzt so vor sich hin. Während der dritten Werbung (und wenn ich etwas hasse, dann ist es Werbung!) schweifte mein Blick durchs Wohnzimmer und blieb auf besagtem Buchstapel hängen. Sofort meldete sich das schlechte Gewissen, da ja zu jedem Buch eine Rezi geschrieben werden sollte und dazu der Inhalt seinen Weg in meine Gehirnwindungen finden muss – dieser Vorgang wird landläufig oft als „Lesen“ bezeichnet.
Nun gut, die Werbung säuselt vor sich hin und ich griff mir das dünnste Buch besagten Stapels. Ab diesem Augenblick war es um mich geschehen – ich hatte einen neuen Freund, dieser ist bereits gestorben, treibt aber als Geist weiterhin sein Unwesen und sorgt nebenbei dafür, dass das geordnete Leben eines Pathologen ins Chaos verläuft.
Sehr oft enttäuschen mich Bücher von weiblichen Schriftstellern. Dies hat sicherlich nichts mit der Qualität der geschriebenen Geschichten zu tun – es ist vielmehr der Umstand, dass ein hoher Prozentsatz weiblicher Autoren unbedingt irgendeine Liebesgeschichte mit einbauen muss. Und sobald der Romantikfaktor zum Tropfen anfängt, hört es beim spannungsverwöhnten Leser einfach auf. Warum nur muss sich immer irgendjemand verlieben?
Nun aber zurück zu Pascha: Jutta Profijt schlägt hiermit eine Bresche für die weiblichen Autoren: Sie lässt es einfach mit einer Liebesgeschichte sein und konzentriert sich in witzigster Art und Weise auf den Geist und seinen einzigen, ihn hörenden Kumpel.
Nach Genuß des dritten Bandes folgte bei mir natürlich unverzüglich der erste namens „Kühlfach 4“ und nun als momentaner Abschluss „Im Kühlfach nebenan“, der zur der bestehenden Problematik zwischen Martin Gänsewein und Pascha noch eine kleine Komponente hinzufügt: Pascha bekommt eine Tussi an die Seite gestellt. Endlich ein weiterer Geist, mit dem Konversation möglich ist – die anderen machen sich ja immer gleich auf den Weg in den Tunnel voller Licht und sind dann nicht mehr auffindbar.
Pascha, unverblümt daherredender Ex-Autoknacker, kann sich jedoch nur kurz freuen: Handelt es sich doch bei dieser Tussi um eine gestandene Nonne – womit seine unverblümte Art einen groben Riegel vorgeschoben bekommt.
Erneut entsteht ein Kriminalfall, in dem die Nonne gemeinsam mit Pascha und seiner Schnittstelle in die reale Welt namens Martin um Aufklärung bemüht sind. Abermals lebt die Geschichte von Jutta Profijt weniger vom Kriminalfall – hier erfindet sie das Genre sicherlich nicht neu. Ihre Geschichten leben vielmehr von exakt den darin auftretenden Protagonisten und insbesondere, weil einer von ihnen (in diesem Fall sogar zwei) ein Geist ist, der mit seiner unverblümten Art auf einen absolut anständigen, ordentlichen und niemanden jemals etwas antuendem Menschen stößt und ausschließlich mit diesem kommunizieren kann.
Dies lässt die komplette Reihe als absoluten Höhepunkt entstehen und man kann nur hoffen, dass es noch viele witzige Erlebnisse Paschas zu lesen geben wird. Hauptsache sein Witz bleibt so bestehen und die Autorin bleibt sich ebenfalls treu und verlässt die Pfade ihrer genialen Redewendungen und Vergleiche niemals – der Leser wird es ihr danken!
Jürgen Seibold/12.03.2011

Originalausgabe April 2009
c 2009 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 255 Seiten / € 9,95

COVER:

Dr. Martin Gänsewein trägt Dufflecoat, fährt Ente, sammelt alte Stadtpläne und geht als Rechtsmediziner dem täglichen Geschäft mit dem Tod äußerst gewissenhaft nach. Über das Seelenleben der Verstorbenen macht er sich keine Gedanken, bis ihm eines Tages die Seele von Autoschieber Pascha ein Gespräch aufdrängt. Pascha ist soeben gestorben – und ist stinksauer darüber. Sein angeblicher Unfalltod war in Wirklichkeit nämlich Mord. Da Martin der Einzige ist, mit dem er Kontakt aufnehmen kann, soll der ihm jetzt helfen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. So nistet sich die nervtötende Seele bei dem Rechtsmediziner ein, und das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Martins Leben gerät in den nächsten Tagen nicht nur völlig aus den Fugen, sondern auch in große Gefahr. Und jetzt ist es an Pascha, sich schnellstens etwas einfallen zu lassen, um seinen neuen Freund zu retten …

REZENSION:

Kühlfach 4 ist ein recht kurzweiliger Kriminalroman, der prinzipiell dem Genre des Krimis nichts neues abgewinnen könnte, wäre da nicht eine klitzekleine Kleinigkeit mit eingewoben: Hier besteht das Ermittlerduo aus dem hochanständigen und netten Pathologen Martin Gänsewein und dem in diesem Band gerade verstorbenen Autodieb Sascha – gerne auch Pascha genannt.
Dieser ist das hundertprozentige Gegenteil zu Martin: Nicht nur Geist, der lediglich mit Martin Kontakt aufnehmen kann, sondern auch noch in seiner blumigen Art eher der ungehörigen Spezies des Menschen zuzurechnen. Dies allein führt schon zu vielen kuriosen Begebenheiten.
Nun kommt noch hinzu, dass Pascha ermordet worden ist – der pathologische Befund jedoch von einem Unfall spricht. Gut, dass hier der Tote höchstselbst das Zepter übernimmt und seinen Pathologen davon zu überzeugen weiß.
Wie bereits vor einiger Zeit mitgeteilt, hatte ich als ersten Band das aktuelle, dritte Buch dieser Serie gelesen (Im Kühlfach nebenan) – und habe mich beinahe totgelacht. Im vorliegenden – wirklich ersten – Buch erkennt man durch diesen Umstand sehr deutlich, dass Jutta Profijt noch stark an der Entstehung dieses Dreamteams gearbeitet hat und hierdurch etwas zu stark zwischen diesen beiden Personen hin- und herspringt. Nichts desto trotz ist Kühlfach 4 absolut kurzweilig und Pascha noch richtig bissig. Dies hat er leider ein klein wenig im dritten Band verloren. Dafür ist die Art des Schreibens im dritten Band hochwertiger, womit die Entwicklung der Autorin sehr schön zu beobachten ist.
Kühlfach 4 lebt in erster Linie durch den Kulturschock, den Pascha als auch Martin mitmachen müssen in ihrer Erkenntnis, dass es wohl etwas mehr zwischen Himmel und Hölle zu geben scheint.
Somit ein absolut genialer und kurzweiliger Krimi, der durch einen Toten Leben gewinnt und nebenbei durch einen dezenten schwarzen Humor absolut witzig ist – dies könnte meiner Meinung nach noch etwas mehr gesteigert werden.
Ich persönlich freue mich schon auf den zweiten Band und hoffe, dass die Autorin noch viele gute Ideen folgen lassen kann.
Jürgen Seibold/20.02.2011

© 2011 Suffusion theme by Sayontan Sinha

Bad Behavior has blocked 170 access attempts in the last 7 days.