Originaltitel: Nightshade
Übersetzung: Usch Pilz
c der deutschsprachigen Ausgabe 2001 by Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co.KG, München

COVER:

Das Buch
Mit dem Einzug von Großmutter Emily verwandelt sich das Haus der Familie Hapgoods in einen unheimlichen Ort. Emily glaubt, Kontakt mit ihrer geliebten Tochter Cynthia zu haben, die schon früh und auf mysteriöse Weise ums Leben kam. In Cynthias früherem Zimmer geschieht Unerklärliches, und den jungen Matt quälen grausame Albträume, in denen Cynthia ihn heimsucht. Da geschieht eine Katastrophe: Matts Stiefvater Bill wird erschossen aufgefunden, und alles deutet darauf hin, dass Matt der Täter war. Nachdem auch noch zwei Schulfreundinnen von Matt auf unerklärliche Weise verschwinden, faßt dieser todesmutig den Entschluß, dem Spuk ein Ende zu bereiten …

Der Autor
John Saul wurde 1942 in Pasadena, Kalifornien, geboren. Er studierte Theaterwissenschaften und Anthropologie, ehe er Krimis zu schreiben begann. Doch erst als er das Genre wechselte, hatte er Erfolg: 1977 erschein sein erster Horrorroman Wehe, wenn sie wiederkehren (Heyne: 01/6740), der sofort zum Bestseller wurde. John Saul lebt in Bellevue, Washington.

REZENSION:

Mit “Jäger des Grauens” legt John Saul stilsicher einen Horrorroman vor, in dem alle Elemente des Psychohorrors enthalten sind. Das Buch enthält sehr viele Spannungselemente, die dafür sorgen, daß der Leser seine Finger nicht mehr von diesem Buch lassen kann. Er spielt hierbei, wie so viele in seinem Genre, mit der ganz normalen Familie, die vom Grauen überrannt wird und dabei alte “Leichen im Keller” offenbaren müssen.
Es sind relativ viele Elemente des jedermann bekannten Buches oder Films “Psycho” enthalten, ohne aber eine Kopie dessen zu sein. Vielmehr schafft Saul damit ein paar falsche Fährten zu legen, die sich erst ziemlich spät darlegen und wohl den ein oder anderen Leser überraschen werden.
“Jäger des Grauens” ist somit ein klassischer, echter Horrorroman, der schlaflose Nächte bereiten kann und in keiner Sammlung fehlen sollte. Allzu zarte Gemüter sollten jedoch die Finger davon lassen.
JS/01.08.04

Originaltitel: Servant of the Bones
Hoffmann und Campe, Hamburg 1999
vorliegendes Exemplar:
Weltbild Verlag, Augsburg 2000

COVER:

Im sagenumwobenen Babylon der vorchristlichen Zeit pflegten die Herrscher einen grausamen religiösen Kult. Sie wählten Jünglinge aus, ließen sie mit flüssigem Gold überziehen und verwendeten ihre leblosen Goldkörper als Statuen für den Götzendienst. Doch beim Jüngling Asrael läuft alles anders. Er wird durch ein magisches Ritual unsterblich. Als “Hüter der Gebeine” lässt er sich fortan wie ein Flaschengeist zum Leben erwecken und dient seinen Besitzern mit magischen Kräften. So wird er durch die Jahrhunderte der Geschichte weitergereicht von finsteren Herrschern, geheimnisvollen Magiern und eifernden Propheten. Er ist ein Engel der Verdammten, ein Dämon, der zum Bösen bestimmt ist, doch das Gute ersehnt. Schließlich kommt er zu uns in die Gegenwart. Im New York des Jahres 1999 wird er Zeuge eines grausamen Mordes an einem jungen Mädchen. Er findet sich unversehens im Mittelpunkt einer gigantischen Weltverschwörung. Der Multimilliardär Gregory Belkin agiert skrupellos als Oberhaupt einer gefährlichen Sekte und ruft sich zum Messias der modernen Welt aus. Asrael durchschaut alles. Seine Mission: Er muss unsere Welt retten.

Anne Rice gilt als Meisterin der fantastischen Literatur. Mit ihren Romanen Interview mit einem Vampir und Memnoch der Teufel hat die Erfolgsautorin der weltweiten Fantasy- Fangemeinde einen gruseligen Lesegenuss bereitet. Anne Rice wurde 1941 in New Orleans/USA geboren, beendete 1971 ihr Studium und veröffentlichte 1976 ihren ersten Vampir-Roman. Sie lebt heute mit ihrem Mann und ihrem Sohn in New Orleans.

REZENSION:

Anne Rice zeigt mit diesem Buch zweierlei:
Erstens, daß ihr nichts neues mehr einfällt (wieder einmal kommt einer, der schon ewig lebt und erzählt einem Sterblichen seine Lebensgeschichte) und zweitens, daß sie trotzdem eine sehr gute Autorin ist.
Sie schafft es mit dieser Geschichte zu überzeugen. Mir persönlich würde es jedoch besser gefallen, wenn sie länger in der Vergangenheit verweilen würde – die Erlebnisse in vergangenen Jahrhunderten sind einfach viel interessanter zu lesen, als wieder einmal eine Verschwörung in unserer doch so netten Gegenwart.
Davon abgesehen schafft sie es wieder, eine sehr interessante Person zu erfinden, die so dargestellt wird, das man als Leser schnell sein Herz dafür herschenkt und das Buch wieder einmal zu verschlingen geneigt ist – jedoch fehlt ihr in diesem Buch der flüssige Lesespass, der ihre Lestat-Bücher ausmacht.
Kurz gesagt: Anne Rice schreibt immer noch  gut und recht unterhaltsam, sollte sich jedoch vielleicht langsam mal andere Romananfänge einfallen lassen – der “Ich-erzähl-dir-was-Grundsatz” in ihren Büchern wiederholt sich doch schon mehr als oft.
JS/28.09.03

Originaltitel: The Vampire Armand
Hoffmann und Campe, Hamburg 2001
vorliegendes Exemplar: Weltbild GmbH

COVER:

Aus dem Umfeld des berühmt-berüchtigten Vampir Lestat stammt der schöne Jüngling Armand, der bei einem Zusammentreffen der Vampire seine abenteuerliche Lebensgeschichte erzählt: ein Leben zwischen guten und finsteren Mächten – voller Sinnlichkeit und Erotik -, das vom Venedig der Renaissance bis in die Gegenwart reciht.
In “Armand der Vampir” erzählt Anne Rice nicht nur schaurig-schöne Geschichten aus dem Reich der Untoten, sondern beschwört gleichzeitig die Atmosphäre vergangener Jahrhunderte herauf.

Hoffmann und Campe 2001
Vorliegendes Exemplar: Weltbild Verlag

COVER:

Anne Rice, eine der erfolgreichsten Autorinnen der Welt, kehrt wieder in die Welt der Untoten zurück, die unerlöst durch Zeit und Welt geistern. “Pandora” bildet den farbig – suggestiven Auftakt einer neuen Serie von Vampirromanen, durch die David Talbot, der Chronist der Vampire, führt. Pandora, die zweitausend Jahre alte Vampirin, erinnert sich an ihre Jugend im blühenden Rom der Antike und ihren Eintritt in das Schattenreich der Geister.

REZENSION:

Pandora ist eine zweitausend Jahre alte Vampirin, die von dem Chronisten der Vampire, David Talbot, gebeten wurde, ihre Geschichte niederzuschreiben. In diesem Buch legt nun Pandora ihr Leben als Römerin zur Zeit des Kaisers Tiberius dar. Sie erzählt von ihrer Flucht vor der Willkür des tyrannischen Tiberius und seinen Prätorianern von Rom nach Antiochia. Ihre Begegnung mit ihrer alten Jugendliebe Marius und ihren Weg in die Schattenwelt.
Anne Rice ist es wieder einmal gut gelungen, die Welt der Vampire in ihrer ganz eigenen Art darzustellen und den von ihr mit Lestat (Interview mit einem Vampir) eröffneten Vampirzyklus weiterzustricken.
Sie startet mit diesem Buch eine neue Reihe von Vampirromanen, deren Idee eigentlich sehr simpel ist, wodurch aber durch die Vielfalt an unterschiedlichen Personen und deren eigenen Lebensgeschichten viel Interesse an Nachfolgebänden mit anderen Hauptdarstellern hoffen lässt.
Pandora ist gleichzeitig ein Sittengemälde aus dem alten Rom, das leider viel umfangreicher hätte sein können. Ein richtiges Sittengemälde muss fesseln und sollte nicht zu kurz sein. Durch Anne Rice’s unterhaltsamen Schreibstil und der enthaltenen Spannungsbögen in der nur 300 Seiten umfassenden Geschichte kommt das alte Rom leider etwas zu kurz. Davon mal abgesehen ist die Geschichte interessant und unterhaltsam. Nichts für hochgestochene Literaten aber gut zur Unterhaltung zwischendurch.
Sowas braucht man ja auch manchmal.

dead soft verlag, ibbenbüren 1999
www.deadsoft.de

COVER:

Alexander de Dahomey ist eine der Lichtgestalten im Reich der Schatten, doch seine Liebe zu dem sterblichen Brian wird ihm fast zum Verhängnis – immer tiefer gerät er in ein Netz aus Schmerz und Leidenschaft …

Ungewöhnlich gut geschrieben, handwerklich einwandfrei, es gehört zu den ausgereiftesten Manuskripten, die wir bisher auf den Tisch bekommen haben.
(2 a, Akademie freier Autoren)

REZENSION:

Simon Rhys Beck eröffnet mit dem Roman „Ewiges Blut“ eine Trilogie um den Vampir Alexander de Dahomey. Dieser Debutroman (?) des mit Sicherheit vielen leider noch unbekannten Autors braucht sich hinter den erfolgreichen, aber auch klassischen Romanen dieses Genres nicht zu verstecken.
Es ist ein wenig vergleichbar mit der berühmten Reihe über den Vampir Lestat von Anne Rice. Wobei jedoch Simon Rhys Beck etwas weiter geht.
Wie bei Anne Rice geht es bei Simon Rhys Beck nicht nur um den schaurigen Faktor (ohne diesen jedoch zu vernachlässigen!), sondern auch sehr stark um Liebe und Leidenschaft zwischen den Protagonisten. Während bei Anne Rice die Liebe jedoch überwiegend platonisch bleibt, erschafft Simon R. Beck in seinem Buch auch die Probleme und Leidenschaften der körperlichen Liebe. Dies schafft er so gut, daß die überwiegend homoerotischen Liebschaften und Vorgänge sich ausgezeichnet und ehrlich in die Geschichte einfügen.
Die Geschichte ist wunderbar und technisch einwandfrei geschrieben und man merkt dadurch, wie viel erzählerisches Potenzial wir in unserem eigenen Land besitzen. Man sagt ja oft, das es in unserem Genre nur Wolfgang Hohlbein gibt – erstaunlich wie man sich täuschen kann…
JS/15.06.03

1. Auflage, 23. Juni 2009
(c) periplaneta.com, Edition Totengraeber
ca. 293 Seiten / € 13,99

COVER:

Edgar Tess ist Essenswagenfahrer in einer Schönheitsklinik und nur nebenberuflich Serienmörder. Und er ist Künstler, wie sein Vater, der leider schon tot ist. Tess ist zwar schizophren und hört Stimmen, ist aber sonst ein interessanter Typ, der Frauen fasziniert. Doch er beschränkt sich auf käuflichen Sex, so wie sein Vater, kurz bevor er sich die Rübe weggeschossen hat. Edgar Tess hat also leider ein Frauenproblem. Welcher Mann hat das nicht. Doch bei “Eddie” nimmt das fast schon krankhafte Züge an. Aber das ist bei dieser nörgelnden alten Mutter, die nur Leberwurstbrote ist und im Rollstuhl sitzt, völlig verständlich. “Eddie” hat also auch noch ein Mutterproblem. Welcher Mann hat das nicht. Doch es gibt da noch eine andere Frau. Diane ! Was die schöne Ärztin wohl über seine Vernissage denken wird? Edgar Tess plant nämlich eine Ausstellung, die ihm endlich Mutters Liebe und Anerkennung einbringen soll! Deshalb nimmt sein Interesse an Frauen auch immer mehr sachlich- pathologische Züge an …

REZENSION:

“Haben Sie schon mal jemandem den Kopf abgesägt?”
Es gibt Bücher, die mit Vorsicht zu genießen sind. Würde ich Dirk Radtkes Vernissage einem unbedarften Menschen zum Lesen geben, würde ich mit Sicherheit hören, dass dieses Buch schlichtweg „krank“ ist. Wahrscheinlich muss man sich als Leser dieses Werkes auch noch zum Vorwurf machen lassen, dass man selber „krank“ ist.
Ehrlich gesagt bin ich beim Genuss solcher Bücher gerne „krank“. Wenn ein Buch schon mit der Köpfung per Handsäge losgeht, braucht man eigentlich nichts weiter sagen. Das Buch führt auch in diesem trockenen, schwarzhumorigen und blutigen Weg weiter und lässt den Leser nicht mehr los. Man lernt einen absoluten, schizophrenen Hauptdarsteller kennen, mit dem man sich besser nicht identifizieren sollte. Nichts desto trotz macht es irgendwie Spaß – wahrscheinlich bin ich „krank“…
Dirk Radtke versäumt es nicht, auf die Hintergründe des Psychopaten einzugehen – dadurch erhält seine Geschichte auch eine gewisse Glaubwürdigkeit und man erkennt förmlich, wie geschickt sich manche Personen verstellen können und trotzdem der Inbegriff des Bösen sind.
In Vernissage wird das krankhafte Verhalten mit allem beschrieben, was die Handlungen auf zu weisen haben: Hier gibt es blanken, brutalen Sex, Morde mit unbegreiflichen Vorgehensweisen, die jedoch sehr farbig und detailliert beschrieben sind.
Vernissage ist sehr schwer einzuordnen: Die leichteste Einordnung wäre noch die Altersfreigabe – niemand unterhalb der Volljährigkeit sollte dieses Buch öffnen. Als weiteres handelt es sich um blanken Psychopatenhorror – und somit sollte kein einziger Leser ohne hohe Toleranzgrenze dieses Buch aufschlagen. Alle hartgesottenen werden in Vernissage eine sehr abwechslungsreiche, interessante, blutrünstige und spannende Geschichte entdecken, wie es sie schon lange nicht mehr gab. Absolut nicht für den Mainstream geeignet  - aber trotzdem aus Sicht meines „kranken“ Gehirns zu empfehlen.
Jürgen Seibold/06.10.2009

Hubert Selby: Der Dämon
Originaltitel: The Demon
Übersetzung: Kai Molvig
c 1976 by Hubert Selby, Jr.
C der deutschen Übersetzung: 1980 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg

Joyce Carol Oates: Zombie
Originaltitel: Zombie
Übersetzung: Renate Orth-Guttmann
c 1995 by the Ontario Review Inc.
C für die deutsche Ausgabe: 2000 by Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart München

c dieser Lizenzausgabe by area verlag gmbh, Erftstadt.

COVER:

Zombie
Kalt und gewissenlos richtet Quentin P. all sein Begehren auf die Erschaffung eines geistlosen, ihm völlig ergebenen Wesens. Seine entartete Gier nach jenem Zombie fordert Opfer für Opfer. Glaubwürdig und erschreckend zeichnet Nobelpreisträgerin Joyce Carol Oates das Psychogramm eines Serienkillers.

Der Dämon
Harry White, junger erfolgreicher Saubermann in New York, führt ein Doppelleben. Seine Leidenschaften sind die Frauen, die er aufspürt, verführt, von denen er sich abhängig macht. Ausweglos getrieben von seiner eigenen Besessenheit kann er sich vom Dämon seiner Begierden nicht lösen und stürzt in die unausweichliche Katastrophe.

Zwei Horror-Meisterwerke amerikanischer Literatur aus der Feder zweier großer Autoren der gegenwart erstmals zusammen in einem Band.

REZENSION:

Mal abgesehen davon, daß die Horrorreihe des area-verlages durch ihre einheitliche Darstellung bereits im Regal wirkt, konnte bisher auch jedes einzelne Buch durch seinen Inhalt überzeugen.
Aus diesem Grund freute ich mich natürlich sehr über eine weitere Möglichkeit sowohl mein Regal als auch meinen Kopf zu befriedigen.
In diesem nun vorliegenden Band befinden sich zwei Romane, wie sie eigentlich nicht unterschiedlicher sein könnten und doch irgendwie durch ihren in beiden vorhandenen “Psycho-Effekt” zusammen gehören.
Der Psycho-Reigen wird durch die nur ca. 230 Seiten umfassende Geschichte “Zombie” von Joyce Carol Oates eröffnet.
Hierin erschuf die Autorin mit Quentin P. einen Psychopathen, der es sich zur Aufgabe machte, einen Zombie zu erschaffen um diesen als willenloses Wesen vor allem für sexuelle Zwecke zu missbrauchen. Diese Gier fordert Opfer für Opfer und verwirrt anfangs ein wenig den Leser. Dies ergibt sich durch die recht ungewöhnliche Schreibweise der Autorin, da sie ihre Geschichte wie aus der Hand des Serienmörders erschaffen darlegt.
Hat man diese kurze Anfangsschwierigkeit jedoch überwunden wird diese Story umso bedrohlicher und bedrückender. Man hat dadurch das Gefühl in das kranke Hirn eines absolut entarteten, sexhungrigen, perversen Psychopathen einzudringen – tiefer und stärker als es eine Beschreibung in der dritten Person je gekonnt hätte.
Der zweite Roman dieses Bandes ist “Der Dämon” von Hubert Selby und stellt sich mehr als Psychogramm eines beinahe normalen ammer immer mehr abdriftenden Mannes dar, denn als ein Horrorroman. Legt man diesen Anspruch auf Horror jedoch auf die Seite kommt man zu einem absolut dichten und für jeden teils nachvollziehbaren Inhalt der seinesgleichen sucht.
Der Roman handelt von Harry White, der immer mehr von einer nur schwer zu befriedigenden Unruhe – dem Dämon in sich – getrieben wird und diese Unruhe mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln loswerden möchte. Anfangs findet er noch seine Befriedigung im Geschlechtsverkehr mit beinahe wahllos ausgesuchten Frauen. Seine eigene Besessenheit steigert sich jedoch immer mehr und so sucht er nach immer neuen noch stärkeren Möglichkeiten zur Befriedigung. Auf dieser als Doppelleben führenden Suche stürzt er sich von kleinen Diebstählen zu größeren Delikten, bis hin zum Unvermeidlichen: dem Mord eines Menschen – doch: Der Dämon in ihm verlangt immer mehr….
Dieser Roman strotz vor unwahrscheinlich vielen Gedanken des Harry White, die durch ihr grundsätzliches Vorhandensein in sicherlich jedem oder vielen von uns zu einer Glaubhaftigkeit und Bedrückung führen wie man sie sicherlich nicht oft beim Lesen eines Buches erfährt.
Fazit: Das Level dieser Reihe des area-verlages bleibt unverändert hoch!
Jürgen Seibold/21.06.2005

Deutsche Erstausgabe Oktober 2009
(c) 2008 David Murphy
Titel der amerikanischen Originalausgabe: Zombies for Zombies (Übersetzung: Irene Holicki)
(c) der deutschsprachigen Ausgabe: 2009 Piper Verlag GmbH, München
ca. 272 Seiten / € 7,95

COVER:

Nun wurden Sie also von einem Zombie gebissen – schöner Mist! Das Wichtigste zuerst: Verfallen Sie nicht in Panik. Klar, Ihr Leben wird sich grundlegend ändern. Aber die Zeiten, in denen ein Zombiebiss dass sichere Ende bedeutete, sind vorbei. Die Forschung hat immense Fortschritte gemacht. In diesem Buch erfahren Sie alles über das passende Outfit für Ihr neues Dasein, Ihr persönliches Fitnesstraining und die schmackhaftesten Gehirn-Kochrezepte. Lernen Sie Schlagfertigkeit, angemessenes Benehmen und den Umgang mit nervtötenden Vorurteilen. Erproben Sie Tanzschritte für motorisch Eingeschränkte und die besten Flirtmethoden. Schließlich wollen Sie das Beste drauf machen.
Glauben Sie mir: Zusammen kriegen wir das hin!

REZENSION:

Nun, was soll man zu solchen Büchern sagen?
Einige werden es simpelst als absoluten Blödsinn abtun – Sie haben recht!
Andere werden viele Hinweise für sich selbst finden – Sie haben recht!
Wieder einige werden viele Anspielungen auf das reale Leben erkennen – Sie haben recht!
Manch einer wird das Buch aufs Klo legen und damit seine Gäste verschrecken – Auch er hat recht!
Der eine weint bei der Lektüre, der andere bekommt sich vor lauter Lachen nicht mehr ein – Ebenfalls richtig!
Wer aber Lust auf Gehirn bekommt, sollte sich ernsthafte Gedanken machen – er hat zwar auch recht, aber ob das auch der Eigentümer des Gehirns ebenso empfindet?
Alles in allem ein Buch, das schwer zu beschreiben ist – es springt je nach Leser von einem Extrem ins andere. Von “wie kann man so etwas dämliches veröffentlichen” bis zu “was für ein geniales Buch – gut, dass jemand endlich sowas herausbringt”.
ich denke, das sollte jeder für sich selbst herausfinden.
Ich persönlich fand es irritierend, “saugenial”, dämlich und dann doch wieder unerreichbar – mal sehen, vielleicht lege ich es jetzt mal zur Abwechslung aufs Klo…
Jürgen Seibold / 24.08.2010

Originaltitel: The Blood of the Lamb
Übersetzung: Karin König
c 1992 by Thomas F. Monteleone
Deutsche Erstausgabe c 2005 by area verlag gmbh, Erftstadt

COVER:

Geheim agierende, skrupellose Kräfte im Vatikan führen einen vermessenen Plan durch: Sie klonen einen Menschen aus dem Blut Jesu, das dem berühmten Turiner Grabtuch anhaftet. Aber ist dieser Mann, der sich als Priester dem Guten verschrieben hat, wirklich der neue Messias? Eine dunkle Entwicklung nimmt ihren Lauf…

Ein atemberaubender Horror-Thriller vom Feinsten, ausgezeichnet mit dem Bram Stoker Award.

„Monteleone hat eine dunkle Vorstellungskraft, führt eine verruchte Feder und besitzt die seltene Fähigkeit, etwas schockierend Böses in Worte umzusetzen.“
Dean R. Koontz

„Monteleone hat eine fesselnde Geschichte über das im Namen des Guten geschehene Böse geschrieben.“
Publishers Weekly

REZENSION:

Das mir die schön aufgemachte Horror-Reihe des area-Verlages unwahrscheinlich gut gefällt, habe ich ja bereits mehrfach an anderer Stelle beschrieben.
Bisher handelte es sich hierbei überwiegend um eine Neuveröffentlichung alter Klassiker der Horrorliteratur.
Mit Thomas F. Monteleone’s “Das Blut des Lammes” zeigt der area-verlag aber auch ein geschicktes Händchen für deutsche Erstausgaben und es ist mir auch rätselhaft, warum sich bisher niemand die Mühe machte, dieses 1992 im Original veröffentlichte und 1993 mit dem Bram-Stoker-Award ausgezeichnete Werk zu veröffentlichen.
Die Idee mit dem Klonen des Herrn ist ja grundsätzlich nicht neu und erhält in der heutigen Zeit immer mehr Brisanz und dadurch schriftstellerische Nachahmer. Monteleone schafft es jedoch ganz geschickt als Vorreiter dem Leser einen Klon aus dem Turiner Grabtuch darzulegen, der – als gelernter katholischer Priester – sich absolut glaubwürdig verhält und versucht, seine neuentdeckten Fähigkeiten für das Gute in der Welt einzusetzen. Die Spannung in dem knapp 800 seitigen Werk bleibt gleichmäßig auf einem sehr hohen Niveau und es ist bedrückend zu erfahren, wer die Erschaffung dieses Klons zu verantworten hat. Im weiteren Verlauf der Geschichte legt Monteleone auf unnachahmliche Art und Weise dar, wie sein Hauptprotagonist Pater Peter mit seinen Fähigkeiten und der schwer bezähmbaren Macht immer mehr in die bösen – somit satanischen – Gefilde abdriftet.
Durch die anspruchsvolle, interessante und spannende Erzählweise des Autors bleibt ein Roman, der jeden Leser genreübergreifend zu überzeugen weiß und dem Leser einige schlaflose Nächte bereiten wird.
Dies während dem Lesen, da er zum Umblättern gezwungen wird und nach der Lektüre, da vieles in dieser Erzählung bereits ohne große Probleme machbar wäre.
Wer nun – genauso wie ich – die letzten veröffentlichten Erkenntnisse des Grabtuches kennt und somit weiß, das dieses noch nicht so alt ist: Selbst dafür hat Monteleone eine glaubhafte und geschickte Antwort parat.
Jürgen Seibold / 29.05.05

Originaltitel: Domofon
Deutsch von Jan und Katarzyna Opielka
Deutsche Erstausgabe Januar 2008
c 2005 Wydawnictwo W.A.B., Warschau
c 2008 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. Kg, München
ca. 380 Seiten / 14,00 €

COVER:

Agnieszka und Robert sind frisch verheiratet und ziehen nach Warschau, in einen Wohnblock im Stadtviertel Brodno. Sie haben das Haus kaum betreten, da finden sie im Aufzug die Leiche eines jungen Mannes mit abgetrenntem Kopf. Kein guter Anfang für das langersehnte Stadt- und Eheleben. Und es kommt noch schlimmer: Robert wird von wahnhaften Afällen gebeutelt, Agnieszka hat schreckliche Alpträume – womit sie nicht allein ist. Der große Wohnblock steht halb leer, doch so gut wie alle der übrig gebliebenen Bewohner werden von Alpträumen geplagt, so furchtbar, dass sie um keinen Preis jemals das Ende des Traums erleben wollen. Und eines Tages schließt sich das Haus. Keiner der Bewohner kann es mehr verlassen, Telefone und Computer funktionieren nicht…

REZENSION:

Miloszewskis DOMOFON beginnt mit einem Zitat aus Stephen Kings Blockbuster “Shining”. Dadurch ist die Richtung der Geschichte bereits vorgegeben: Ein Haus und seine Geister dreht durch….
Ganz so einfach macht es uns Zygmunt Miloszewski jedoch nicht: Er zitiert zwar ein sehr hochwertiges und gutes Buch – versucht aber glücklicherweise nicht, diese intensive Geschichte zu kopieren. Dadurch kann er glaubhaft bleiben und sich in seinem eigenen Buch austoben.
Nichts desto trotz ist die Verwandtschaft zu Kings Shining nicht zu verleugnen – immerhin handelt es sich ebenfalls um eine Geschichte in einem Haus, dass nicht nur die Einwohner mehr und mehr um den Verstand bringt.
Miloszewskis Haus ist ein Hochhaus mitten in Warschau, welches plötzlich beginnt, seine Mieter einzusperren und mit sämtlichen Horrorzutaten zu bedrängen. Dadurch ist eine gut gezeichnete, blutige Horrorgeschichte entstanden, auf die ich schon länger gewartet habe. Immerhin gab es schon lange keinen echten “klassischen” Horrorroman mehr. Wer somit nichts gegen die üblichen – beinahe Klischeehaften -  Zutaten hat und sich einfach mal wieder schön gruseln möchte, der ist bei Domofon an der absolut richtigen Adresse.
Ebenso wie im zitierten “Shining” schafft es Zygmunt Miloszewski geschickt, den Leser zu fesseln und durch die ins unermessliche steigende Spannung an die Blätter des Buches zu fesseln. Sehr interessant legt er auch die unterschiedlichsten Charaktere eines Mietshauses vor, die Anfangs insbesondere durch ihre vermeintliche Anonymität glänzen, was sehr an die Gegebenheiten der realen Welt erinnert: Wieviele Hochhäuser gibt es, deren Mieter nicht einmal den eigenen Nachbarn kennen?
Wer also mal wieder eine echte und schonungslose, klassische Horrorgeschichte lesen möchte – und nicht auf die üblichen Orte in den USA festgelegt ist – dem sei dieses Buch ans Herz gelegt – es wird den Leser sicherlich nicht enttäuschen.
Eine kleine Anmerkung hätte ich jedoch noch:
Ich liebe solche Romane – sofern sie gut geschrieben sind und zu fesseln wissen. Dies kann der vorliegende Roman auch perfekt einhalten. Leider hat das Buch eine sehr untypische Aufmachung und ich wäre beim Stöbern in einem Buchladen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an diesem Werk vorbeigegangen. Es müsste wirklich etwas geschickter verpackt werden – auch wenn manche (wie ich ebenso) der Meinung sind, dass allein der Inhalt zählt – aber man will so ein Buch ja auch verkaufen und dafür sollte es den Genreleser auch anhand des Covers und der Coverbeschreibung zu überzeugen wissen.
In diesem Sinne: Lest dieses Buch!
Jürgen Seibold/05.02.2008

Blitz-Verlag GmbH, Windeck – 2003
Reihe: Magic Collection (Band 21)
 

COVER:

Das Buch zum Film!

Terror in Mexico City. Der Monsterkiller Don José de Alvarez und die Starreporterin Bella Bonita kämpfen gemeinsam gegen ein unbezwingbares Wesen: El Bicho.
Don José killt die Bestie und befreit die Stadt. Doch mit dem triumphalen Sieg beschwört de Alvarez einen vergessenen Fluch herauf, der seit Generationen auf seiner großkotzigen Familie lastet. Im Dorf seiner Kindheit treffen die frisch Vermählten Don José und Bella Bonita auf den Ameisenpriester Loco Satano.
Satano braucht Bella, um den Fluch zu erfüllen und seine grenzenlose Machtgier zu stillen.
Ein neuer Kampf entbrennt – heißer, heftiger und bitterer als je zuvor.

Schräger Latino-Horror-Erotik-Trash vom Feinsten!
Unzensiert – Ungeschnitten – Extra Scharf!

Viel Pathos, Kitsch, Witz, Charme und jede Menge Irrsinn!
(Der Spiegel)

Rezension:

Man merkt diesem Buch den Bezug zu einem B-Film sehr stark an. Es ist im wahrsten Sinne auch B-Literatur. Aber bitte versteht mich jetzt nicht falsch: Ich finde B-Filme meistens ziemlich stark (man denke nur an die alten Klassiker!!) – genauso geht es mir mit diesem Buch.
Los geht’s mit dem Kampf gegen El Bicho – was eigentlich schon als gute Kurzgeschichte gefallen könnte.
Es geht jedoch ziemlich spannend weiter: Die beiden Protagonisten Jóse und Bella wollen sich nach der Rettung Mexikos eigentlich zur Ruhe setzen, werden jedoch von Jóses Vergangenheit eingeholt und finden sich am Schluss abermals beim Kampf gegen ein Monster.
Die Darstellung dieser Geschichte ist sehr lebendig, trashig, abgedreht, verrückt und voller Energie.
Sie entwickelt sich sehr gut und macht irrsinnig viel Spaß beim Lesen, da Marc Meyer in einer sehr lockeren und eingängigen Art und Weise schreibt, die zum Umblättern zwingt und keinerlei Langeweile aufkommen lässt.
JS/03.11.03

Originaltitel: To Speak Of Angels
Aus dem Englischen von Michael Benthack
Deutsche Erstausgabe November 2007
c 2007 für die deutschsprachige Ausgabe by Knaur Taschenbuch
ca. 685 Seiten / 8,95 €

COVER:

Papst Johannes XXV. bricht urplötzlich in seiner Bibliothek zusammen und fällt ins Koma. Dr. Emiliani, der ärztliche Berater des Heiligen Vaters, erhält einen mysteriösen Hinweis auf ein gefährliches Gift, das nach wenigen Tagen nicht mehr nachzuweisen ist. Könnte der Papst das Opfer eines Anschlags sein?
Emiliani sucht Hilfe bei Kardinal Benelli, einem alten Freund des Papstes, der seit Jahren zurückgezogen in einem Kloster außerhalb von Rom lebt. Gemeinsam setzen sie alles daran, eine Verschwörung aufzudecken, die die heilige römische Kirche bedroht. Benelli fürchtet, dass ein weiterer Silberling des Judas in die Welt zurückgekehrt ist und eine tödliche Spur hinterlässt…

Originaltitel: Gil’s All Fright Diner; Tor Books, New York 2005
Übersetzung: Karen Gerwig
Deutsche Erstausgabe Mai 2006
c der deutschsprachigen Ausgabe: 2006 Piper Verlag GmbH, München
ca. 345 Seiten / €9,95

COVER:

Willkommen in “Gil’s All Fright Diner”, einem schäbigen Imbiss irgendwo in der Wüste. Hierher verschlägt es die texanischen Kumpels Earl und Duke in ihrem uralten Pickup. Eigentlich wollen sie nur einen Happen essen. Doch Loretta, die schwergewichtige Restaurant-Besitzerin, bietet hundert Dollar, wenn sie sich ihres Zombie-Problems annehmen. Und weil Earl ein Werwolf, Duke ein Vampir und beide knapp bei Kasse sind, schlagen sie ein. Doch die Zombie-Kühe und singenden Yucca-Palmen, mit denen sie es zu tun bekommen, sind nur die Spitze des Eisbergs. Denn auch ein Vampir kann sich unsterblich verlieben. Und ein monströser Kult setzt offenbar alles daran, ein altes Unheil unter dem Gebäude zum Leben zu erwecken…
Newcomer A. Lee Martinez legt mit seinem Überraschungserfolg ein rasantes und amüsantes Debüt vor, wie es Fantasy und Horror bisher nicht gesehen haben.

A.Lee Martinez lebt in Terell, Texas. “Diner des Grauens” ist sein erster Roman”

REZENSION:

Was soll man über so ein Buch sagen?
Ein Buch, in dem so ziemlich alle Horror- / Gruselklischees vorkommen, abgehakt oder sogar verworfen werden?`Ein Buch, in dem die beiden Hauptdarsteller ein Vampir und ein Werwolf sind? Ein Buch, in dem selbst Kühe zu Zombies werden? Ein Buch, in dem sich ein Vampir in einen Friedhofsgeist verliebt?
Man könnte so noch endlos weitermachen – A. Lee Martinez hat in diesem Buch wirklich alles eingebaut, was ihm zwischen die Finger kam.
Übrig beibt ein brutales, lustiges, extrem blutiges Buch, das einem die Mundwinkel nach oben zieht und man definitiv nicht weiß, ob man die Augen vor der Brutalität oder dem schwarzen Humor verschließen soll oder ob man sich einfach die Tränen vor lauter Lachen abwischen soll.
Ich persönlich kann dieses Buch nur jedem empfehlen: Einzige Voraussetzung: man sollte sich ein klein wenig im Genre zu hause fühlen um die beschriebenen Klischees zu kennen (Knoblauch, Pfahl im Herzen, “wie wird man Werwolf?”, ….) – als Ergebnis liest man eine Geschichte, wie es sie vorher wohl noch nie gab und schwer zu erreichen sein wird.
A. Lee Martinez reiht sich mit seinem furiosem Debüt in die Riege grosser Kultautoren, wie z.B. Douglas Adams oder Terry Pratchett ein – endlich aber auch für den Horrorfreak!
Für mich ein absoluter Monatstipp!
Jürgen Seibold/20.05.2006

Übersetzung: Florian F. Marzin
Copyright für die deutschsprachige Ausgabe by area verlag gmbh; Erftsstadt
ca. 800 Seiten

COVER:

Makabres, Unheimliches, Fantastisches: Howard Phillip Lovecrafts (1890-1937) Ruhm als Meister des kosmischen Grauens entspringt der Fähigkeit, in seinen Erzählungen nicht nur Momentaufnahmen, sondern ganze Panoramen des Grauens zu entwerfen. Lovecraft ist der Erfinder eines beklemmenden Horros, der – ganz in der Tradition Edgar Allan Poes – dann am effektivsten ist, wenn er dem Kopf des Lesers entspringt.
“Vom Jenseits” umfasst zweiunddreißig Erzählungen des Kultautors, u.a. berühmte Werke wie “Cthulhus Ruf”, “In der Gruft” oder “Die Katzen von Ulthar”.
Neu übersetzt und erstmals zusammen in einem Band gehören sie zu den modernen Klassikern der Horrorliteratur.

“… ein Chronist des Grauens, ein Chronist der Unterwelt.”
Giorgio Manganelli

REZENSION:

Was soll man über einen Autor sagen, der Bahnbrechendes geleistet hat?
Was soll man über einen Verlag sagen, der erneut sehr geschickt und kenntnisreich seine Reihe erweitert hat?

Fangen wir doch mal beim Autor an:
Howard Phillips Lovecraft müsste grundsätzlich jedem Leser der Horror-, Grusel- aber auch Literaturecke sehr bekannt sein.
Neben seinen genialen Geschichten war er sicherlich Wegbereiter für unzählige zukünftige Autoren – man denke nur an die Hexer-Reihe von Wolfgang Hohlbein, in der Lovecraft neben den Geistern die er rief auch noch eine persönliche Rolle bekam.
Neben ihm gab es nicht allzu viele weitere Autoren, die unserem Genre die Türen öffneten und zeigten, dass sich noch erheblich mehr hinter diesen verbirgt.
Ich möchte jetzt aber keinen Aufsatz über das Leben und die Fähigkeiten eines H.P. Lovecraft schreiben – da gibt es sicherlich schon genug und weit bessere, als es mir vielleicht möglich ist.
Auf einen Nenner gebracht: Lovecraft ist für mich ein absoluter Klassiker, Wegbereiter und geistiger Vater vieler zukünftiger Leseabende. Somit kann ich vor ihm nur meinen Hut ziehen.

Kommen wir nun zum Verlag: Ich habe bereits mehrfach den Area-Verlag über seine schön aufgemachte und inhaltlich überzeugende Horrorreihe gelobt. Mit “Vom Jenseits” konnten sie mich erneut überzeugen. Vor Genuß dieses Buches ging ich davon aus, alles von H.P. Lovecraft zu kennen (mein Bücherregal zeigte mir auch sehr viele Lovecraft-Bände) – nun ist mir durch diesen vorliegenden Band aufgefallen, dass dem wohl nicht so ist.
Der area-Verlag konnte nämlich durch seine Auswahl das ein oder andere Sahnehäubchen drauflegen und nun weiß ich auch, dass Lovecraft sogar im Science-Fiction-Genre aktiv war und dies mit gruseligen Elementen in einer nur ihm vorbehaltenen, virtuosen Art und Weise darlegt (“In den Mauern von Eryx”). Diese Geschichte allein lohnt schon den Kauf dieses Buches. Doch das ist natürlich nur ein Beispiel: Neben altbekannten “Blockbustern” wie z.B. “Pickmans Modell”, “Die Katzen von Ulthar”, “Cthulhus Ruf”, “Die Ratten im Gemäuer” finden sich auch seltener veröffentlichte Werke in diesem Band (sehr schön auch die Geschichte in Zusammenarbeit mit dem berühmten Harry Houdini – “Gefangen bei den Pharaonen”) und man kann getrost jede Seite dieses zu Lebzeiten verkannten Genies genießen.
Sollte also in keinem Genre- und Literaturregal fehlen.
Jürgen Seibold/24.01.2006

Matthew Gregory Lewis: Der Mönch
Originaltitel: The Monk
Anonyme Übersetzung aus dem Jahr 1799

E.T.A. Hoffmann: Die Elixiere des Teufels

C by Area Verlag GmbH, Erftstadt

COVER:

Die zwei virtuosesten Romane der Weltliteratur um menschliche Triebe und den Bund mit dem Teufel sind auf besondere Weise miteinander verknüpft:
Matthew Gregory Lewis’ Roman “Der Mönch” wird in E.T.A. Hoffmanns Werk “Die Elixiere des Teufels” von der weiblichen Hauptfigur Aurelia gelesen. Lewis’ Roman gilt als richtungsweisend für die Gothic Novel. In “Die Elixiere des Teufels” zieht Hoffmann alle Register mit psychologischer Meisterschaft: von der Wiederkehr der Toten über das Auftauchen eines Doppelgängers bis hin zum Geschlechterfluch. Nicht umsonst gelten Lewis und Hoffmann als unerreichte Altmeister der Gruselliteratur.

REZENSION:

Der Mönch

Lewis‘ Buch „Der Mönch“ ist ein sehr alter Klassiker des Schauerromans. Die vorliegende Übersetzung von 1799 sorgt für den ursprünglichen Schreibstil dieser Zeit. Das ist auch die einzige Schwierigkeit dieser Gothic-Novel – die Art der Sprache hat sich doch mittlerweile erheblich gewandelt. Dies soll jedoch den Reiz des Buches nicht schmälern, da Lewis hiermit einen gruseligen Schauerroman geschrieben hat, der nichts zu wünschen übrig lässt. Er schafft es vielmehr, sämtliche verschiedenen Arten in einem Roman zu verknüpfen. Es erscheinen Geister (meines Wissens handelt es sich bei der „weißen Frau“ um eine wirkliche vorhandene Sage), Gestorbene helfen aus dem Jenseits und der Teufel mit seinen Dämonen spielt ebenfalls eine Rolle. Dies alles ergibt sich in erster Linie durch die noch heute oft vorhandene Problematik der sexuellen Enthaltsamkeit innerhalb von Klostermauern und deren negativen Auswüchse, wenn jemand aus diesen Lustzwängen unerlaubter Weise heraus brechen möchte und sich die Befriedigung zur Not mit Gewalt einfordern will.
Somit bietet dieser Roman sämtliche Facetten eines klassischen Gruselstoffes und dürfte in keiner echten Sammlung der Gänsehaut liebenden Leser fehlen.

Die Elixiere des Teufels

Mit diesem Werk hatte ich so meine Probleme. Ich ging ursprünglich durch meine bisherigen Informationen davon aus, daß es sich bei den Elixieren des Teufels um einen Klassiker des Schauerromans handelt. Demzufolge war ich anfangs sehr euphorisch, da ich „alte“ Gruselromane unwahrscheinlich gern habe – bei denen gibt es fast immer (siehe „Der Mönch“) einen schönen, dezenten Schauer mit Gänsehauteffekt.
E.T.A. Hoffmann’s „Die Elixiere des Teufels“ haben mich jedoch in diesem Bereich sehr enttäuscht. Sicherlich handelt es sich um einen Klassiker der Weltliteratur mit einer recht interessanten Geschichte über einen Mönch, seinen Sünden, der Buße und dem Weg zurück ins Kloster und ich möchte dies auch nicht absprechen, trotzdem kann es als Gruselroman nicht überzeugen. Die Geschichte geht, sprachlich einwandfrei, nur so dahin und schließt sich auch erst am Ende des Buches. Dies ist grundsätzlich nicht negativ, in diesem Buch muss man sich jedoch durch den ganzen Mittelteil schleppen, wenn nicht sogar quälen. Durch die „antiquierte“ Sprache ist man sowieso sehr auf die Geschichte konzentriert – es kam aber trotzdem leider kein bißchen des oben angesprochenen gruseligen Effektes vor und somit war es für mich mit meiner Erwartungshaltung und dem was man darüber immer so liest nicht das geeignete Buch in diesem Bereich.
Positiv war die Verknüpfung mit einem gänzlichen fremden Werk – nämlich dem oben beschriebenem Werk „Der Mönch“ und dadurch war die Zusammenstellung des Verlages auch sinnig und sehr überzeugend.
Das Buch in dieser Verlagsausgabe überzeugt trotzdem, da die Aufmachung sehr schön ist und der doch recht günstige Preis alleine schon für „Der Mönch“ gerechtfertigt ist.
Wer sich dann noch mit einem echten Klassiker der Literatur auseinandersetzen will, kann ja nach gruseligem Lesen des Mönches bei den Elixieren des Teufels weitermachen.
Jürgen Seibold/05.07.04

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