Originaltitel: The Tommyknockers
Aus dem Amerikanischen von Jaochim Körber
(c) 1987 by Stephen King, Tabitha King
vorliegendes Buch: Lizenzausgabe mit Genehmigung der Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, München für die Bertelsmann Club GmbH, Gütersloh.
Deutsche Ausgabe: (c) 1988 by Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg
ca. 685 Seiten

COVER:

Was sind Tommyknockers?
Klopfgeister? Oder, um einem Hinweis des Autors zu folgen, Geister, die in verlassenen Bergwerksstollen oder Höhlen umgehen – an Orten also, die tief in der Erde liegen, tief in Waldboden und Felsgrund? Auf den Ort ihres gespenstischen Wirkens kommt es offenbar an. Und es gibt einen solchen Ort: in der Nähe der idyllischen Kleinstadt Haven im US-Bundesstaat Maine, in einem seit jeher verrufenen Wald. Dort liegt in der Tat etwas in der Erde; nur wußte bisher niemand davon.
Niemand wußte davon, bis Bobbi Anderson, Autorin beliebter Western-Romane, bei einem Waldspaziergang stolpert – über ein metallisches Ding, das aus dem Boden ragt und von dem offenbar irgendwas ausgeht: in seiner Nähe liegen tote Vögel herum, und Bobbis alter Hund Peter, seit langem halbblind, lässt Zeichen der Besserung erkennen. Bobbie beschließt, das Ding auszugraben; doch es ist größer, als es auf den ersten Blick zu vermuten war: ein Monstrum, das, so scheint es, tief hinabreicht in Waldboden und felsgrund.
Schon seit Urzeiten muss es sich dort befunden haben, längst bevor es die Kleinstadt Haven gab; und seit ihrer Gründung hat es über die Geschicke Havens und seiner Bevölkerung eine geheimnisvolle Macht ausgeübt. Schon immer hat es in Haven seltsame Vorkommnisse gegeben – und seltsame Todesfälle.
Jetzt, da das Monstrum nach und nach ans Licht kommt, gibt es sie erst recht. Die schläfrige Kleinstadt wird zum verwunschenen Ort – einem Ort, den niemand betreten, den aber auch niemand verlassen kann. Schrecken bricht über Haven herein – Schrecken, wie nur Stephen King ihn schildern kann, in wirksamem Kontrast zum Hintergrund harmlosen Kleinstadtlebens ganz gewöhnlicher Menschen. King siedelt das Grauenhafte da an, wo es die meisten Chance hat, zum Albtraum zu werden: im Alltag. Mit Recht: denn gerade im Alltag, im banalen Raum zwischen gestern und morgen, lauern die bösen Träume – und die Tommyknockers.

REZENSION:

Stephen King ist Zeit meines Lebens der einzige Autor, dessen Bücher ich mehrmals zur Hand nehme – was natürlich recht viel Zeit kostet, da er nicht gerade wenig in seinem bisherigen Schaffenszyklus auf die Welt losließ.
Vor kurzem zog sich mein Blick – locker mal zwanzig Jahre nach dem ersten Genuss – erneut auf Das Monstrum und meine Gedanken entschieden sich für eine erneute Reise nach Haven.
Über die Qualität der Geschichte möchte ich nicht große Worte verlieren – eher über mein Empfinden nach einem vergangenen Zeitraum von über 20 Jahren: Hierzu sei gesagt, die Handlung überzeugt noch immer – sehr deutlich stellte ich nun fest, dass Stephen King prinzipiell ein absoluter Schwätzer ist. Dies klingt negativ, ist aber im Gegenteil ein absolut als Positiv zu betrachtender Punkt: Ich kennen keinen weiteren Autoren, der einfach nur so vor sich hin erzählt – man hat oft genug das gefühl, er labert und labert und labert und vergisst dabei seine Handlungsfäden; dem ist natürlich nicht so – kurz bevor man das Gefühl bekommt, er verliert sich in sich selbst, düst er in eine Abzweigung, die uns wieder zurück zum eigentlichen Thema bringt.
Das eigentlcihe Thema ist ebenfalls eine Besonderheit: Ich kann mich noch sehr gut an die ausklingende zeit der 80er erinnern – und wenn etwas als “ausgelutscht” vorherrschte, dann waren es Aliens mit irgendwelchen UFOs. Nur einen Stephen King scheinen landläufige Meinungen keinen Deut zu interessieren – nein, er legt einen dementsprechenden Roman mit schlappen 700 Seiten vor. Davon abgesehen, überzeugt er damit sogar.
Somit konnte ich als Kenner jeden King-Buches erneut in eines seiner Werke eintauchen und dabei abermals feststellen, dass mich seine Geschichten weiterhin fesseln und ich zusätzlich scheinbar ein absoluter Fan seines Gelabers bin (kein anderer kann zig Seiten über eine Lesung und der folgenden “Party” mit einem Alkoholiker schreiben ohen zu langweilen).
Für mich immer noch einer der allerbesten Autoren – mit sämtlichen Höhen und Tiefen.
Jürgen Seibold/07.05.2011
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(c) Schauermärchen Verlag Reese e.K.
Originalausgabe, Berlin 2011
(c) der einzelnen Beiträge bei den Autoren
ISBN 978-3-943002-00-3
ca. 112 Seiten / € 8,90

COVER:

Gothic Novels, Schauergeschichten, Geisterbeschwörung – die Anthologie der parapsychologischen Erscheinungen.
Teils ernst gemeint, teils mit einem schelmischen Augenzwinkern geschrieben beinhaltet dieses Buch ein talismanisches Ritual – wer weiß, zum Schutz des Lesers? -, ein Gedicht und Kurzgeschichten renommierter Autoren, die mit diesem Themengebiet entweder Neuland betraten oder in dem Genre seit jeher tief verwurzelt sind.
“Zwischenwelten-Kabinett” nimmt keinesfalls seinen Gang durch spinnenwebverhangene Korridore, sondern soll ein Abbild dessen bieten, was zwischen Schwarz und Weiß liegt – die Welt der Schatten.
Man begibt sich also auf einen Spaziergang durch ein Kabinett der Zwischenwelten – herzlich willkommen!

Und zur Warnung:
Der Ausgang ist zwar offen, doch nicht ausgeschildert …

INHALT:

Miriam Stephanie Reese – Talismanisches Ritual
Tolya Glaukos – Die weiße Witwe
Jerk Götterwind – Das Haus am Loch Fyne
Andreas B. Vornehm – Der obskure Fall Binockerl
Miriam Stephanie Reese – Gespenstergeschichte
Jürgen Seibold – Die Puppe
T.A. Wegberg – Das Jürgenson-Experiment
Abo Alsleben – Geisterstadt
Jana Heidler – Die Geisterhatz
Simon Rhys Beck – Das Ritual … höllisch schiefgelaufen
Justin C. Skylark – Der mysteriöse Nachbar
Claudia Feger – Tempus fugit
Justin C. Skylark – Dein Grab

 

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Originaltitel: Blood Angel
Übersetzung: Michael Windgassen
Deutsche Erstausgabe Juni 2005
c der deutschsprachigen Ausgabe 2005 by Knaur Taschenbuch

COVER:

WO WIRST DU SEIN, WENN DIE WELT IN FLAMMEN STEHT?

Die Bibel verschweigt ihre Existenz. Jahrhunderte lang war Asha, die Dämonin, in einem Verlies gefangen. Nun aber konnte sie sich befreien – und kennt nur ein Ziel: Sie will die Grenzen zwischen unserer Welt und der Hölle niederreißen. Nur eine junge Frau mit geheimnisvoller Herkunft und ein Junge können sich dem Bösen entgegenstellen – doch werden die beiden ihre Bestimmung erkennen, bevor die Apokalypse über die Menschheit hereinbricht?

REZENSION:

Justine Wilsons erster Roman “Blood Angel” handelt von der Dämonin Asha, die die Grenzen zwischen Himmel und Hölle niederreißen möchte, sowie von Ramsey und Jess, deren Bestimmung der Kampf gegen das Böse ist und dies aber erst erkennen müssen.
“Blood Angel” ist endlich mal wieder ein beinahe klassischer Mystery-Roman, der mit beinahe vergessenen Ängsten spielt.
Justine Wilson baut von Anfang an eine sehr starke, düstere Spannung auf und führt des Lesers Augen von Buchstabe zu Buchstabe. Dies verliert sich leider ein wenig im Laufe der Geschichte und führt zu einem relativ abrupten Ende. Dadurch offenbart sich dem Leser ein verdrehter Spannungsbogen, der ihn am Ende leicht unbefriedigt das Buch zuklappen lässt. Man meint beinahe, die Autorin wollte ihre ganzen Ideen gleich in ihr erstes Buch einpacken.
Die Handlungsstränge sind teilweise ein wenig verwirrend und zu stark verschachtelt und können den Leser trotz konzentrierter Aufmerksamkeit nicht ganz bei der Stange halten.
Dies klingt nun leider ein wenig negativer als es sein sollte, denn es ist trotzdem ein relativ gutes Buch übrig geblieben – hält aber sicherlich nicht den Vergleich mit dem gern herangezogenen Blockbuster Stephen King.
Für einen ersten Roman zeigt Justine Wilson aber schon erstaunliche Qualitäten und mit ein wenig dezenterer Herangehensweise könnte sie in der Zukunft sicherlich am Thron des King kratzen – Auch “Carrie” lag mal in der Mülltonne und ist mit Sicherheit nicht der beste Roman von Stephen King….
Als Fazit sei gesagt: “Blood Angel” ist eine Anfangs sehr und später noch recht spannende Geschichte die den meisten (konzentrierten) Mysteryfans gefallen wird. Des weiteren eine sehr interessante Idee mit einer apokalyptischen und düsteren Grundstimmung wie es schon länger nicht mehr zu lesen war. Ich werde die Autorin auf jeden Fall zur Sicherheit mal im Auge behalten…
Jürgen Seibold/26.07.05

Originaltitel: Vampire Zero
Aus dem Amerikanischen von Andreas Decker
Deutsche Erstausgabe September 2009
c 2008 David Wellington
c der deutschsprachigen Ausgabe: 2009 Piper Verlag GmbH, München
ca. 384 Seiten / € 8,95

COVER:

Das neue, düstere Action-Spektakel des amerikanischen Bestsellerautors David Wellington: Die Polizistin Laura Caxton ist wieder auf der Jagd. Ihr ehemaliger Mentor Jameson Arkeley hat sich in einen Vampir verwandelt und trachtet nun nach dem Leben seiner Familie. Er beginnt ein Katz- und Maus-Spiel mit Caxton, die mit allen Mitteln gegen das Unausweichliche ankämpft. Doch dann begeht sie einen folgenschweren Fehler und wird suspendiert. Arkeley verwandelt seine Tochter, und auch sein Sohn steht kurz davor, zu einem blutsaugenden Monster zu werden. In Centralia, einer verlassenen Bergbaustadt, unter deren Oberfläche ein vernichtendes Kohlenfeuer schwelt, kommt es zum Showdown zwischen Caxton und den Vampiren.

REZENSION:

David Wellington setzt mit seinem neuesten Werk „Vampirfeuer“ seine bereits sehr überzeugende Vampir-Action-Thriller-Reihe um Laura Caxton fort. Erneut lässt er sie auf die Jagd gehen – diesmal nach ihrem ehemaligen Mentor, der am Ende des letzten Buches zur Rettung seiner Kollegin den Weg in den Vampirismus gegangen ist.
Erfreulicherweise bleiben seine Vampire in der heutigen Zeit böse – er lässt sich nicht auf die romantischen, liebessuchenden Blutsauger ein, wie sie gerade anscheinend sehr „in“ zu sein scheinen. Es ist auch nicht wirklich glaubwürdig, wenn ein Vampir tagsüber in die High-School geht, wie ich es vor kurzem mit Entsetzen in einer Fernsehzeitung erkennen musste.
Wellingtons Vampire sind abgrundtief böse – trotzdem aber ohne die typischen Mythen, die man im Hinterkopf seit Entstehen von Graf Dracula hat. Nein, seine Vampire sind Blutsauger, die in uns nichts weiter als Futter sehen – typische Raubtiere eben.
Dadurch ist seine Geschichte erneut sehr blutig, rasant und lässt einem keine Zeit zum Durchatmen. Eine Art „Stirb langsam“ mit Vampiren. Das Ende spricht ganz für eine erneute Fortsetzung und ich freue mich auch schon sehr darauf.
Somit ein rasanter Actionthriller mit etwas anders gearteten Bösewichtern und trotzdem sehr überzeugend.
Empfehlenswert!
Jürgen Seibold/22.01.2010

Originaltitel: Thirteen Bullets
Übersetzung: Andreas Decker
Deutsche Erstausgabe November 2007
c 2006 David Wellington
c der deutschsprachigen Ausgabe: 2007 Piper Verlag GmbH, München
ca. 380 Seiten / 8,95 €

COVER:

Die junge Polizistin Laura Claxton ermittelt in Pennsylvania an der Seite des mürrischen US-Marshalls Arkeley. Der ist einer der letzten Experten, die sich auf die Jagd nach Vampiren spezialisiert haben – die Blutsauger gelten als nahezu ausgerottet. Doch dann geraten die Cops in einen Hinterhalt. Ein übermächtiger Vampir fällt im Blutrausch über Lauras Team her. Laura kommt mit dem Leben davon, doch nun beginnt ein Alptraum, der geradewegs der Hölle entsprungen ist. Die Vampire sind zurück, und sie verfolgen einen finsteren Plan, der die Welt für immer verändern wird. Ein gnadenloser Krieg gegen die Menschen beginnt. Und Laura muss erkennen, dass inmitten des apokalyptischen Kampfes jeder seine eigenen Ziele verfolgt…

REZENSION:

David Wellington legt mit “Der letzte Vampir” einen untypischen Vampirroman vor. Er scherrt sich in seinem Buch keinen Deut um die üblicherweise vorhandenen Mythen, die ja doch zumeist sehr romantisch sind. Im Gegenteil, er stempelt diese einfach achselzuckend als für den Film oder die Dramaturgie in Büchern entstandene Erfindungen ab – und man glaubt es kaum: Es schadet seiner Geschichte keineswegs.
David Wellington hatte mit diesem Buch auch sicherlich nicht vor, dieses sehr alte und würdevolle Genre neu zu beleben – die Konkurrenz ist und (insbesondere) war doch sehr groß und übermächtig. Er nimmt einfach Vampire als übelste und übermächtige Bosheiten in unsere heutige Zeit und lässt diese von “normalen” Polizisten jagen. Entstanden ist dabei ein rasanter Action-Thriller, der kurzweilig und spannend zur Unterhaltung des Genrelesers beiträgt.
Seine Jagd lässt einem keine Sekunde Zeit zum Luft holen und führt in echter Actionfilm-Manier von einem Höhepunkt zum Nächsten. Bevor dies für den Leser etwas zu schnell wird, schafft er es jedoch regelmäßig einen ruhenden Punkt einzufügen um dadurch wieder für eine kleine Verschnaufpause zu sorgen – diese lässt sich jedoch nur kurz blicken, um dann mit dem gesamten, blutrünstigen Thrill weiter fort zu fahren.
Somit ein sehr unterhaltsamer Actionthriller für begeisterte Genreleser, der dem Thema Vampire zwar nichts neues hinzufügt, aber trotzdem nichts am nötigen Horror und (viel!) Blut missen lässt.
Jürgen Seibold/11.11.2007

c 2005: Eldur Verlag, Aachen
ca. 196 Seiten

COVER:

Zum Buch:
Tödliche Spielchen beim Biedermann; ein Mann, der seine Leidenschaft für das Morden entdeckt; Apokalypse in New York City…
Dies und noch mehr erwartet Sie in diesem Büchlein.

Band 2 von Jacks Gutenachtgeschichten enthält die Stories unbekannter und unrühmlicher Schicksale von Menschen, die glauben, selbst über ihre Zukunft zu bestimmen – bis sie eines Besseren belehrt werden.

Wie schon in Band 1 verleiht die ideenreiche, blumige Sprache des Autors den reichlich dunklen Erzählungen eine menschliche, manchmal beinahe heitere Note. Doch am Ende dominieren immer Schmerz, Versagen und Tod. Ganz wie im wirklichen Leben.

Zum Autor:
Torsten Sträter lebt in Waltrop bei Dortmund.
Neben seinem Beruf als Speditionsbüttel betätigt er sich noch als unbarmherziger Stalker und Altenpfleger, dies allerdings meist zeitgleich.
Sträter besitzt ein Meerschweinchen namens “Dr. Fu Man Chu”, mit dem er sehr oft redet, denn er ahnt, dass alle Lebewesen eine Seele haben.
Da das Tier seit Dezember 2003 tot ist, hält er seine Schreibtischschublade akribisch unter Verschluss, bleibt aber am Ball, denn Sträter weiß auch: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit.

REZENSION:

Zuerst einmal ein Statement meinerseits:
1. Ich bin nicht verwandt oder verschwägert mit dem Eigentümer des Eldur-Verlages!
2. Ich bin nicht verwandt oder verschwägert mit einem der Autoren des Eldur-Verlages!
3. Ich kenne nicht einmal jemanden davon persönlich!
4. Ich wurde auch nicht bestochen!
Warum ich das erzähle?
Nun, wieder einmal bleibt mir nichts anderes übrig als ein Buch dieses feinen Verlages ohne jegliche Vorbehalte zu empfehlen:
Anfang des Jahres hatte ich die Ehre, in den Genuss von Torsten Sträters “Hämoglobin – Jacks Gutenachtgeschichten 1” zu kommen. Dieser Band hat mich bereits absolut überzeugt und ich spürte die erzählerische Kraft eines neuen Stars auf dem Sektor der Horror-Kurzgeschichten. – Nun ja, vielleicht hat er damit auch sein Pulver verschossen!
Aber: Torsten Sträter scheint es einfach zu können!
Band 2 von Jacks Gutenachtgeschichten (wer ist eigentlich Jack?) zeigt erneut die erzählerische Stärke des Autors. Er schafft es scheinbar spielerisch innerhalb von wenigen Seiten den Leser zu fesseln und zu überzeugen. Die Geschichten lassen dabei den Leser in Szenarien eintauchen, die teils abgrundtief böse und voller Horror, teils dezent gruselig sind. Er vergisst dabei jedoch nie seine geschickt eingebauten ironischen Elemente, die mit Sicherheit mit am großen Erfolg des ersten Bandes beteiligt waren.
Das Niveau der einzelnen Stories bleibt weiterhin sehr weit oben – dies gilt auch für die sehr subtil erzählte Gastgeschichte von Henning Mühlinghaus.
Jacks Gutenachtgeschichten 2 brauchen sich somit nicht hinter Band 1 zu verstecken und werden diesen wohl vom ersten Platz der Hitlisten verdrängen. Torsten Sträter wird das nicht stören, da diese beiden Bände dann für längere Zeit die ersten beiden Plätze belegen – ich wüsste nämlich nicht, welcher Autor zur Zeit in der Lage wäre Sträter vom Thron zu stürzen…
Jürgen Seibold/30.06.2005

vollständige Taschenbuchausgabe 2005
c 2003-2005: Torsten Sträter
c 2005 der deutschsprachigen Ausgabe: Eldur Verlag, Aachen
ca. 195 Seiten

COVER:

Kampfstoffe, die Menschen in Zombies verwandeln, blutgierige Zwerge aus einer namenlosen Dimension, teuflische Handys und eine Kellertür ins osmanische Reich sind nur eine kleine Auswahl der Kuriositäten, die sich im Abschlussband von Jacks Gutenachtgeschichten versammelt haben.

Es sind zugleich auch Geschichten von Wegen und Verkehrmitteln; Leuten, die alles hinter sich lassen oder neu anfangen wollen.

Obgleich wesentlich fantasylastiger als seine Vorgänger, ist auch in diesem Buch vorwiegend das östliche Ruhrgebiet Hauptschauplatz allen Übels. Und dass diese kleine Welt letzten Endes ein Dorf ist, zeigt die letzte Geschichte, die diesem Band den Namen gab: Hit the Road, Jack.

Zum Autor:
Torsten Sträter lebt bei Dortmund und sieht niemals fern.
Einer der Gründe sind die permanenten Wiederholungen von Serien, in denen Männer mit Gummi-Clown-Masken ganze Straßenzüge einäschern, ein anderer sein Waran Enrico, eine bullige Panzerechse mit derartig versifften Zähnen, dass ein Biss aufgrund des bakterienstarrenden Speichels tödlich sein kann. Er hat ihn für 44 Euro bei EBAY ersteigert, und seitdem blockiert er die Dreier-Couch im Wohnzimmer und zerrupft tote Fasane.

Torsten Sträter unterteilt die Menschheit in zwei Gruppen: Jene, die “Downtown Train” nur von Tom Waits mögen, und jene, die diese abartige Rod-Stuart-Version bevorzugen.

REZENSION:

12 neue Kurzgeschichten und ein Comic legen sich vor dem Leser nieder und warten darauf von ihm verschlungen zu werden, um sich dann Wort für Wort in die Nervenbahnen und Gehirnwindungen des hilflosen Lesers einzunisten und diesen in eine unvermeidliche Abhängigkeit zu führen.
Damit wäre eigentlich schon alles über den dritten “Jacks Gutenachtgeschichten”-Band des zur Zeit wohl besten Horror-Kurzgeschichten-Autors der Gegenwart gesagt. Kein anderer schafft es innerhalb weniger Seiten den Leser am Nacken zu packen und in einen Abgrund zu stürzen, hinter dem man als Horrorleser normalerweise nur herläuft.
Wieder einmal erzählt er die unterschiedlichsten Geschichten voller Ironie und in einer haarsträubenden und gleichzeitig unvorhersehbaren Art und Weise, um dem Leser teilweise einen Spiegel vorzuhalten, teilweise einfach nur um zu unterhalten, aber auf jeden Fall immer mit einer brutalen Intensität die einen manchmal überrascht, manchmal schmunzelnd, manchmal böse grinsend, manchmal fingernägelkauend zurücklässt.
In meinen Augen ist Torsten Sträter auf jeden Fall immer noch der zur Zeit ungekrönte König dieses Genres – und wird es mit Sicherheit noch einige Zeit bleiben…
Somit wieder einmal ein wohlverdienter Tipp des Monats (so oft hat es noch keiner geschafft)
Und das, obwohl es das schlechteste Buch dieser Reihe ist. – Warum? – Weil es das letzte ist!! (HILFE!!!)
Wie kann das sein? Könnt Ihr nichts dagegen machen? Sperrt ihn ein…, Foltert ihn…, lasst ihn schreiben…
Wisst Ihr eigentlich wie schwer ein Entzug sein kann? Sicherlich reiben sich die Psychotherapeuten schon die Hände: “Wieder einer mit dem Sträter-Syndrom.”
Jürgen Seibold/01.05.2006

vollständige Taschenbuchausgabe 2005
c 2003-2005: Torsten Sträter
c 2005 der deutschsprachigen Ausgabe: Eldur Verlag, Aachen
ca. 187 Seiten

COVER:

Zu Autor und Buch:
Torsten Sträter lebt in Waltrop bei Dortmund und frühstückt vorzugsweise Substanzen, die ohne größeren Aufwand mit Nutella zu bestreichen sind. Sträter hat bereits vor Jahren erkannt, dass die größte Erfindung der Neuzeit weder Atombombe noch Glühbirne, sondern der patentierte Tischgrill eines amerikanischen Boxers in Rente ist. Das anfallende Fett verlässt erst das Gargut, dann den Grill, was das unbewusste Verzehren des Fettes ziemlich erschwert. Dies ist derartig revolutionär, dass Torsten Sträter seine Macht als Autor zur Erklärung des technischen Konzepts dieses Tischgrills verwenden möchte, statt weitere, öde Personalien in diese Vita zu stopfen:
Man stellt ihn schräg.
Das bedeutet, bricht man dieses Konzept aufs Leben herunter:
Je schräger man steht, desto mehr Fett kriegt man weg.
Darum geht’s in diesem Buch. Guter Übergang.

REZENSION:

Torsten Sträter: Bekannt als der neue Blockbuster der Horror-Kurzgeschichten.
Nun kommt ein Buch namens “Brainspam” und sieht (bis auf den Untertitel) auch noch beinah wie ein weiteres Werk im Horrorkosmos aus.
Doch weit gefehlt:
Torsten Sträter saß in seinem Keller und dachte über sein Leben nach. Nachdem ihm (wie man in einer früheren Rezension nachlesen kann…) als Unterhaltung nur was zum Schreiben zur Hand lag, versuchte er in seinem Wahn diese erlebten Sachen niederzuschreiben.
Was nun vorliegt ist das Ergebnis dieser wohl realen Wahnvorstellungen:
Torsten Sträter erzählt einfach aus seinem Leben!
Jedoch keineswegs so hochgestochen wie King in seinem Buch “Vom Leben und vom Schreiben”, sondern voller Biss, Ironie, Sympathie und Humor. Befindet man sich nur annähernd in der selben Generation wie Sträter (was sicherlich bei den meisten Lesern der Fall ist), kann man meiner Meinung nach sehr viele Erlebnisse sehr gut nachvollziehen.
Nun ist also ein weiteres Werk des Horrorautors entstanden – und entgegen seinen anderen Büchern zeigt sich hier der absolute Horror, dem man sich definitiv nicht entziehen kann – denn er ist schlicht und einfach nackte Realität!!
Man denke nur an einen Freefall-Tower: “Unterwegs stirbt man, wird aber durch ein monströses Bremsmanöver reanimiert”.
Genauso geht man in jungen Jahren durchs Leben: Sträter hatt’s auf Papier gebracht…
Jürgen Seibold/15.08.06

c 2004 der deutschsprachigen Ausgabe: Eldur Verlag, Aachen

COVER:

Zum Buch:
Ein Mann, der von sprechenden Raubtieren verfolgt wird. Ein Kaugummiautomat, der Körperteile ausspuckt. Eine WG, in der die Lust auf Fleisch regiert…
Dies und noch mehr erwartet Sie in diesem Büchlein.

Band 1 von Jacks Gutenachtgeschichten enthält Horror, der von klassischem Grusel bis zum verstörenden Totalverlust der Realitätswahrnehmung reicht. Durch die meisten der Geschichten zieht sich ein roter Faden der Melancholie und der vergeblichen Suche nach menschlicher Wärme, an deren Ende Nichts ist außer Schmerzen und dem Gestank der Verwesung.

Die Szenarien werden erzählt in einer bildgewaltigen, metaphernreichen Sprache. Stets mit einem Schuss Ironie versetzt, doch das Lachen bleibt schnell im Hals stecken.

Zum Autor:
Torsten Sträter wurde in Dortmund geboren; seine Hebamme wurde irgendwann in den Siebzigern tot in einem Kornfeld gefunden.
Sein beruflicher Werdegang verlief nicht ganz nach Plan:
Er lernte Herrenschneider, trieb sich längere Zeit in New York herum und verfasste unter Pseudonym Bedienungsanleitungen für Kaffeemaschinen.
Shoppingkanäle lehnten ihn als zu “dämonisch”, Fetisch-Läden als zu “verkäufermäßig” ab.
Vor einigen Jahren kam es zu einem erbitterten Wortgefecht mit einem koksenden Teilzeitkasper, dem der Zauberladen gehörte, in dem Sträter gelegentlich arbeitete. Ihm wurde zwar eine ziemliche Wortgewalt attestiert, aber den Job verlor er trotzdem.

Seitdem schreibt Torsten Sträter, und seitdem hasst er Clowns.

Sträter hat einen Sohn und beherrscht einige verdammt gute Taschenspielertricks.

REZENSION:

Grundsätzlich versuche ich ja sämtliche erhaltenen Bücher nach ihrer Reihenfolge des Eingangs zu lesen.
Diese Reihenfolge kann nur durch wenige Umstände gebrochen werden. Zum Ersten, wenn mir mehrere Bücher eines Verlages vorliegen und ich dadurch andere zu lange auf eine Rezension warten lassen müsste und zum Zweiten, wenn ein Buch in meinen Händen auf das sofortige Öffnen und Lesen besteht: “Lies mich – aber sofort!!”
Torsten Sträters “Hämoglobin” gehört zur zweiten Kategorie.
Ich erhielt von einem mir bis dato absolut unbekannten Verlag eine Sendung, in der sich dieses Buch befand.
Die mörderische Playmobil-Figur auf dem Cover grinste mich höhnisch, wenn nicht sogar drohend an und zwang mich zum Aufschlagen des Buches und dem nachfolgenden Genuß unbeschreiblich fesselnder Horrorgeschichten, wie sie schon lange nicht mehr erhältlich waren.
In “Hämoglobin” befinden sich 10 (und ein kurzes “Zuckerl”) Horrorgeschichten die seinensgleichen suchen und viele Kurzgeschichten namhafter Autoren dieses Genres weit in den Schatten stellen.
Alle Geschichten ereilen den Leser in einer ihm bekannten Zeit und legen deutlich dar, daß der Horror blutrünstig und mit einer gehörigen Portion Ironie an jeder Ecke der heutigen Zeit lauern kann. Dies ist natürlich für den Leser umso gefährlicher, da man sich nicht einfach zurücklehnen und sich sagen kann: Naja, war ja eine blutrünstige Zeit – kann mir ja heut nicht mehr passieren… – Nein, in Hämoglobin ist man weder im Altenheim noch an einer Tankstelle, die man nur für seinen Gutenachtdrink aufsucht, davor gefeit.
Dies alles von einem Verlag, der bis heute nur vier Bücher körperlich auf die Welt los lies, sich selbst (sehr positiv!!) nicht allzu ernst nimmt (man nehme nur die running gags auf der unvermeidlichen Copyright-Seite) und den großen Verlag deutlich vor Augen führt, daß man sich vor ihm in Acht nehmen sollte.
Jeder einigermaßen ambitionierte Horrorleser sollte sich Jacks Gutenachtgeschichten 1 nicht entgehen lassen und sollten die beiden Folgebände nur annähernd so gut wie dieser Eröffnungsband sein, habe ich schon jetzt die Befürchtung (vielmehr: ANGST!), daß sich das Gefühl der knöchrigen Hand hinter meinem Rücken bewahrheitet und sie sich irgendwann vom Trugschluß zur zupackenden Hand wandelt….
Jürgen Seibold/23.01.05

Mary W. Shelley: Frankenstein
Titel der Originalausgabe: Frankenstein or The Modern Prometheus
Übersetzungaus dem Englischen von Friedrich Polakovics

Bram Stoker: Dracula
Titel der Originalausgabe: Dracula
Übersetzung aus dem Englischen von Stasi Kull

c der Übersetzungen:
Carl Hanser Verlag, München/Wien 1970 bzw. 1967
Lizenzausgabe für area verlag gmbh, Erftstadt

COVER:

Sie sind die berühmtesten Figuren des Horror-Genres, sie sind Ikonen des Unheimlichen und die Helden zahlloser Filme:
Frankenstein und Dracula

Mary W. Shelleys “Frankenstein” führt uns aufs Schaurigste vor Augen, wonach sich ein vom Menschen geschaffenes Monster vergebens sehnt: nach Menschlichkeit.

In “Dracula” hat Bram Stoker den Vampirmythos um den transsilvanischen Grafen im wahrsten Sinne unsterblich gemacht und einen der berühmtesten Romane der Weltliteratur geschaffen.

Jetzt in einem Band vereint:
Die größten Klassiker des Horrorromans.

REZENSION:

Der area verlag vereint mit seiner Horrorreihe wieder einmal zwei Klassiker der schaurigen Weltliteratur. Dies auch noch in einer sehr schönen Aufmachung und trotzdem einem mehr als erschwinglichen Preis. Ich denke, an dieser Reihe kann kein echter Fan der Horrorliteratur vorübergehen. Kurz gesagt: Inhaltsunabhängig einfach zu empfehlen!!

FRANKENSTEIN
So ziemlich jeder kennt die alten Filme in denen das „Monster“ in irgendeiner Art und Weise die Haupt- oder eine Nebenrolle spielt. Jeder kennt das mordende „Monster“ und spürte bereits das gruselige Kribbeln auf der Haut.
Mary Shelleys Roman jedoch wird viel zu wenig gelesen. Dies wird leider weder dem Buch noch dem Geschöpf Frankensteins gerecht. Ich habe mir auch mal den Spaß gemacht und mehrere Personen gefragt, was sie unter Frankenstein verstehen. Die Antworten waren mir schon im Voraus klar: Jeder assoziiert damit das Monster. Die wenigsten wissen, daß Frankenstein der Wissenschaftler ist, der das einsame, traurige Geschöpf erschaffen hatte.
In Shelleys Roman wird das deutlich und man leidet förmlich mit Frankensteins Geschöpf. Dieses ist allein durch seine Einzigartigkeit und dem Umstand, ganz anders auszusehen, von einer Traurigkeit und Einsamkeit erfüllt, daß jeden Leser zum Mitfühlen und Mitleiden bringt.
Das Geschöpf wünscht sich nichts sehnlicher als einen Partner, um in Ruhe zu leben und zu lieben. Dies wird ihm jedoch von dem durch Gewissensbisse geplagten „Schöpfer“ verweigert.
Grundsätzlich ist das Geschöpf gut in seinem Wesen und sucht die Nähe und Anerkennung durch seine „Mitmenschen“. Leider wird ihm das einzig durch seine Hässlichkeit nicht erfüllt und somit steigert sich die Sehnsucht nach Liebe immer mehr zum Hass gegenüber seinem Schöpfer.
Allein dadurch wird das traurige Wesen zum Monster – Es möchte anhand seiner Rache gegen Frankenstein zeigen, wie es ist, wenn man ganz alleine in der Welt steht.
Die meisten Filme haben sich natürlich nur auf diesen mordenden Umstand gestürzt und so den Ruf des Monsters erschaffen.
Shelleys Frankenstein zeigt jedoch viel mehr Facetten und lässt sich immer noch als Wink auf die Gesellschaft verstehen – immerhin gibt es mit Sicherheit noch genug Menschen auf diesem Planeten wie dem Geschöpf Frankensteins. Allein deshalb und der eingängigen, verständlichen Schreibweise Shelleys sollte dieses Buch anstelle eines Frankenstein-Films zur Hand genommen werden.
In der klassischen Gruselsammlung darf es auf jeden Fall nicht fehlen und ist jedem Leser genreunabhängig an das Herz gelegt.
Jürgen Seibold/23.08.04

DRACULA
Bram Stoker erschuf mit Dracula einen der wichtigsten Romane seines Genres. Mehr noch: Dracula ist ein Begriff über alle Grenzen hinweg und manch einer verliert sich in Träumen voller Hoffnung und Angst nach dem ewigen Leben.
Die Geschichte wird überwiegend im Tagebuchstil erzählt, was den Eindruck einer Authentizität vermittelt, die sich durch den “echten” Augenzeugen der erzählten Zeit, nämlich Bram Stoker selbst, noch mehr verstärkt.
Dracula ist ein so nachhaltiger und richtungsweisender Roman, der mit den bekannten Mythen genauso zu spielen weiß, wie mit den Empfindungen und Sitten seiner Zeit. Bram Stoker überwand sogar Grenzen und legte dem Leser einige erotische Komponenten dar, die für seine Zeit noch sehr untypisch waren.
Die Glaubwürdigkeit geht sogar so weit, daß noch heute der Glaube an Vampire weiterlebt und die Ängste der Menschen weiterhin geschürt werden.
Selbst wenn man das Vorhandensein von Vampiren verneint bleibt doch ein kleiner Nachgeschmack: Was wäre wenn…
Jürgen Seibold/12.09.04

Originaltitel: Nightshade
Übersetzung: Usch Pilz
c der deutschsprachigen Ausgabe 2001 by Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co.KG, München

COVER:

Das Buch
Mit dem Einzug von Großmutter Emily verwandelt sich das Haus der Familie Hapgoods in einen unheimlichen Ort. Emily glaubt, Kontakt mit ihrer geliebten Tochter Cynthia zu haben, die schon früh und auf mysteriöse Weise ums Leben kam. In Cynthias früherem Zimmer geschieht Unerklärliches, und den jungen Matt quälen grausame Albträume, in denen Cynthia ihn heimsucht. Da geschieht eine Katastrophe: Matts Stiefvater Bill wird erschossen aufgefunden, und alles deutet darauf hin, dass Matt der Täter war. Nachdem auch noch zwei Schulfreundinnen von Matt auf unerklärliche Weise verschwinden, faßt dieser todesmutig den Entschluß, dem Spuk ein Ende zu bereiten …

Der Autor
John Saul wurde 1942 in Pasadena, Kalifornien, geboren. Er studierte Theaterwissenschaften und Anthropologie, ehe er Krimis zu schreiben begann. Doch erst als er das Genre wechselte, hatte er Erfolg: 1977 erschein sein erster Horrorroman Wehe, wenn sie wiederkehren (Heyne: 01/6740), der sofort zum Bestseller wurde. John Saul lebt in Bellevue, Washington.

REZENSION:

Mit “Jäger des Grauens” legt John Saul stilsicher einen Horrorroman vor, in dem alle Elemente des Psychohorrors enthalten sind. Das Buch enthält sehr viele Spannungselemente, die dafür sorgen, daß der Leser seine Finger nicht mehr von diesem Buch lassen kann. Er spielt hierbei, wie so viele in seinem Genre, mit der ganz normalen Familie, die vom Grauen überrannt wird und dabei alte “Leichen im Keller” offenbaren müssen.
Es sind relativ viele Elemente des jedermann bekannten Buches oder Films “Psycho” enthalten, ohne aber eine Kopie dessen zu sein. Vielmehr schafft Saul damit ein paar falsche Fährten zu legen, die sich erst ziemlich spät darlegen und wohl den ein oder anderen Leser überraschen werden.
“Jäger des Grauens” ist somit ein klassischer, echter Horrorroman, der schlaflose Nächte bereiten kann und in keiner Sammlung fehlen sollte. Allzu zarte Gemüter sollten jedoch die Finger davon lassen.
JS/01.08.04

Originaltitel: Servant of the Bones
Hoffmann und Campe, Hamburg 1999
vorliegendes Exemplar:
Weltbild Verlag, Augsburg 2000

COVER:

Im sagenumwobenen Babylon der vorchristlichen Zeit pflegten die Herrscher einen grausamen religiösen Kult. Sie wählten Jünglinge aus, ließen sie mit flüssigem Gold überziehen und verwendeten ihre leblosen Goldkörper als Statuen für den Götzendienst. Doch beim Jüngling Asrael läuft alles anders. Er wird durch ein magisches Ritual unsterblich. Als “Hüter der Gebeine” lässt er sich fortan wie ein Flaschengeist zum Leben erwecken und dient seinen Besitzern mit magischen Kräften. So wird er durch die Jahrhunderte der Geschichte weitergereicht von finsteren Herrschern, geheimnisvollen Magiern und eifernden Propheten. Er ist ein Engel der Verdammten, ein Dämon, der zum Bösen bestimmt ist, doch das Gute ersehnt. Schließlich kommt er zu uns in die Gegenwart. Im New York des Jahres 1999 wird er Zeuge eines grausamen Mordes an einem jungen Mädchen. Er findet sich unversehens im Mittelpunkt einer gigantischen Weltverschwörung. Der Multimilliardär Gregory Belkin agiert skrupellos als Oberhaupt einer gefährlichen Sekte und ruft sich zum Messias der modernen Welt aus. Asrael durchschaut alles. Seine Mission: Er muss unsere Welt retten.

Anne Rice gilt als Meisterin der fantastischen Literatur. Mit ihren Romanen Interview mit einem Vampir und Memnoch der Teufel hat die Erfolgsautorin der weltweiten Fantasy- Fangemeinde einen gruseligen Lesegenuss bereitet. Anne Rice wurde 1941 in New Orleans/USA geboren, beendete 1971 ihr Studium und veröffentlichte 1976 ihren ersten Vampir-Roman. Sie lebt heute mit ihrem Mann und ihrem Sohn in New Orleans.

REZENSION:

Anne Rice zeigt mit diesem Buch zweierlei:
Erstens, daß ihr nichts neues mehr einfällt (wieder einmal kommt einer, der schon ewig lebt und erzählt einem Sterblichen seine Lebensgeschichte) und zweitens, daß sie trotzdem eine sehr gute Autorin ist.
Sie schafft es mit dieser Geschichte zu überzeugen. Mir persönlich würde es jedoch besser gefallen, wenn sie länger in der Vergangenheit verweilen würde – die Erlebnisse in vergangenen Jahrhunderten sind einfach viel interessanter zu lesen, als wieder einmal eine Verschwörung in unserer doch so netten Gegenwart.
Davon abgesehen schafft sie es wieder, eine sehr interessante Person zu erfinden, die so dargestellt wird, das man als Leser schnell sein Herz dafür herschenkt und das Buch wieder einmal zu verschlingen geneigt ist – jedoch fehlt ihr in diesem Buch der flüssige Lesespass, der ihre Lestat-Bücher ausmacht.
Kurz gesagt: Anne Rice schreibt immer noch  gut und recht unterhaltsam, sollte sich jedoch vielleicht langsam mal andere Romananfänge einfallen lassen – der “Ich-erzähl-dir-was-Grundsatz” in ihren Büchern wiederholt sich doch schon mehr als oft.
JS/28.09.03

Originaltitel: The Vampire Armand
Hoffmann und Campe, Hamburg 2001
vorliegendes Exemplar: Weltbild GmbH

COVER:

Aus dem Umfeld des berühmt-berüchtigten Vampir Lestat stammt der schöne Jüngling Armand, der bei einem Zusammentreffen der Vampire seine abenteuerliche Lebensgeschichte erzählt: ein Leben zwischen guten und finsteren Mächten – voller Sinnlichkeit und Erotik -, das vom Venedig der Renaissance bis in die Gegenwart reciht.
In “Armand der Vampir” erzählt Anne Rice nicht nur schaurig-schöne Geschichten aus dem Reich der Untoten, sondern beschwört gleichzeitig die Atmosphäre vergangener Jahrhunderte herauf.

Hoffmann und Campe 2001
Vorliegendes Exemplar: Weltbild Verlag

COVER:

Anne Rice, eine der erfolgreichsten Autorinnen der Welt, kehrt wieder in die Welt der Untoten zurück, die unerlöst durch Zeit und Welt geistern. “Pandora” bildet den farbig – suggestiven Auftakt einer neuen Serie von Vampirromanen, durch die David Talbot, der Chronist der Vampire, führt. Pandora, die zweitausend Jahre alte Vampirin, erinnert sich an ihre Jugend im blühenden Rom der Antike und ihren Eintritt in das Schattenreich der Geister.

REZENSION:

Pandora ist eine zweitausend Jahre alte Vampirin, die von dem Chronisten der Vampire, David Talbot, gebeten wurde, ihre Geschichte niederzuschreiben. In diesem Buch legt nun Pandora ihr Leben als Römerin zur Zeit des Kaisers Tiberius dar. Sie erzählt von ihrer Flucht vor der Willkür des tyrannischen Tiberius und seinen Prätorianern von Rom nach Antiochia. Ihre Begegnung mit ihrer alten Jugendliebe Marius und ihren Weg in die Schattenwelt.
Anne Rice ist es wieder einmal gut gelungen, die Welt der Vampire in ihrer ganz eigenen Art darzustellen und den von ihr mit Lestat (Interview mit einem Vampir) eröffneten Vampirzyklus weiterzustricken.
Sie startet mit diesem Buch eine neue Reihe von Vampirromanen, deren Idee eigentlich sehr simpel ist, wodurch aber durch die Vielfalt an unterschiedlichen Personen und deren eigenen Lebensgeschichten viel Interesse an Nachfolgebänden mit anderen Hauptdarstellern hoffen lässt.
Pandora ist gleichzeitig ein Sittengemälde aus dem alten Rom, das leider viel umfangreicher hätte sein können. Ein richtiges Sittengemälde muss fesseln und sollte nicht zu kurz sein. Durch Anne Rice’s unterhaltsamen Schreibstil und der enthaltenen Spannungsbögen in der nur 300 Seiten umfassenden Geschichte kommt das alte Rom leider etwas zu kurz. Davon mal abgesehen ist die Geschichte interessant und unterhaltsam. Nichts für hochgestochene Literaten aber gut zur Unterhaltung zwischendurch.
Sowas braucht man ja auch manchmal.

dead soft verlag, ibbenbüren 1999
www.deadsoft.de

COVER:

Alexander de Dahomey ist eine der Lichtgestalten im Reich der Schatten, doch seine Liebe zu dem sterblichen Brian wird ihm fast zum Verhängnis – immer tiefer gerät er in ein Netz aus Schmerz und Leidenschaft …

Ungewöhnlich gut geschrieben, handwerklich einwandfrei, es gehört zu den ausgereiftesten Manuskripten, die wir bisher auf den Tisch bekommen haben.
(2 a, Akademie freier Autoren)

REZENSION:

Simon Rhys Beck eröffnet mit dem Roman „Ewiges Blut“ eine Trilogie um den Vampir Alexander de Dahomey. Dieser Debutroman (?) des mit Sicherheit vielen leider noch unbekannten Autors braucht sich hinter den erfolgreichen, aber auch klassischen Romanen dieses Genres nicht zu verstecken.
Es ist ein wenig vergleichbar mit der berühmten Reihe über den Vampir Lestat von Anne Rice. Wobei jedoch Simon Rhys Beck etwas weiter geht.
Wie bei Anne Rice geht es bei Simon Rhys Beck nicht nur um den schaurigen Faktor (ohne diesen jedoch zu vernachlässigen!), sondern auch sehr stark um Liebe und Leidenschaft zwischen den Protagonisten. Während bei Anne Rice die Liebe jedoch überwiegend platonisch bleibt, erschafft Simon R. Beck in seinem Buch auch die Probleme und Leidenschaften der körperlichen Liebe. Dies schafft er so gut, daß die überwiegend homoerotischen Liebschaften und Vorgänge sich ausgezeichnet und ehrlich in die Geschichte einfügen.
Die Geschichte ist wunderbar und technisch einwandfrei geschrieben und man merkt dadurch, wie viel erzählerisches Potenzial wir in unserem eigenen Land besitzen. Man sagt ja oft, das es in unserem Genre nur Wolfgang Hohlbein gibt – erstaunlich wie man sich täuschen kann…
JS/15.06.03

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