Originaltitel: Mortimer’s Deep
Übersetzung: Rainer Schmidt
Genehmigte Lizenzausgabe für Weltbild Verlag GmbH, Augsburg
Copyright 1992 der Originalausgabe by Simon Taylor
Copyright 1994 für die deutsche Ausgabe by Schneekluth Verlag GmbH, München

COVER:

Herbst 1178: Duscath, ein schottischer Bauernjunge und Schildknappe des Landesherrn Sir William Mortimer, flieht vor dessen Nachstellungen zu den Augustinermönchen auf die Klosterinsel Inchcolm und wird als Novize aufgenommen.

Sommer 1224: Simon de Quincy, der skandalumwitterte Prior des Klosters, ist bei einem Brand umgekommen. Der junge Mönch Martin begibt sich auf die Insel, um die mysteriösen Vorgänge auf Inchcolm zu untersuchen. Duscath, alias Bruder Michael, erzählt ihm die Geschichte seines Lebens, das mit dem Simons schicksalhaft verbunden war – so eng wie Licht und Schatten.

Vor den Augen des Lesers entfaltet sich ein bewegtes Fresko der politischen, religiösen und geistigen Konflikte im hohen Mittelalter: das klösterliche Leben mit seinen strengen Regeln und Intrigen, die Machtkämpfe zwischen König und römischer Kurie, Klerus und Adel, zwischen englischem und schottischem Königshof. Die geistige Befindlichkeit jener Zeit kristallisiert sich in den beiden Antipoden Michael und Simon.

Jener ist ein naiver, integrer Klosterbruder, der aufrichtig um seinen Glauben und einen moralischen Lebenswandel ringt, dieser ein zynischer “Macchiavelli”, der kühl kalkulierend und manipulierend seine Karriere verfolgt und auch vor Mord nicht zurückschreckt – er ist zugleich der Repräsentant des modernen, kritisch-rationalen Denkens, das ihn den einfacher strukturierten, religiös verwurzelten Menschen seiner Umgebung überlegen macht. Aus seiner Perspektive wird die Geschichte im letzten Teil des Buches in geraffter Form erzählt: Bruder Martin findet das Manuskript Simons, das die Bekenntnisse Duscaths ergänzt und neu beleuchtet.

Simon Taylor, 1950 geboren, lebt in Edinburgh. Er studierte Germanistik und Romanistik, gab “The Anglo-Saxon Chronicle” heraus und die größte schottische Chronik des Mittelalters, das “Scotichronicon” von Walter Bower.

REZENSION:

In diesem Roman erzählt ein Mönch seine Lebensgeschichte in allen Details. Dieser spannende Ausflug zeigt alle Facetten des mittelalterlichen Klosterlebens mit seinen Intrigen, Sünden und was sonst noch dazugehört. Dieses Buch ist sehr homoerotisch aufgebaut, da die Akteure relativ oft die Sünde kennenlernen. Die Liebe untereinander ist ein grosses Thema – verzweigt aber gleichzeitig in die Probleme, die ein Mönch in dieser Zeit mit seinen Neigungen zu meistern hatte. Immerhin konnte man bei Verfehlungen dieser Art mit der Exkommunikation rechnen.
Simon Taylor schafft mit diesem Roman ein kurzweiliges, relativ spannendes Sittengemälde, das einem viel Wissen nahe bringt und trotzdem sehr gut und einfach zu lesen ist.
Jürgen Seibold/21.01.2003

Originalausgabe September 2007
c 2007 by Knaur Taschenbuch
ca. 477 Seiten / 8,95 €

COVER:

Jerusalem im 13. Jahrhundert: Als der Stauferkaiser Friedrich II. vom Sultan eine junge Frau als “Gastgeschenk” angeboten bekommt, ist es um ihn geschehen. Die unbekannte Schöne ist die piemontesische Gräfin Bianca, die nach einer dramatischen Flucht zur Gefangenen im Harem des Sultans wird. Auch sie ist vom ersten Augenblick an fasziniert von dem charismatischen Herrscher. Beide spüren, dass sie füreinander bestimmt sind – doch immer wieder siegt die Staatsräson über die Gefühle. Lange müssen die Liebenden warten, bis sich ihr Schicksal endlich erfüllt…

REZENSION:

Susanne Stein legt mit “Die Mätresse des Kaisers” einen farbenprächtigen, historischen Roman vor, der nicht nur von seiner Liebesgeschichte lebt sondern auch sehr detailliert auf die Geschehnisse und das damalige Umfeld eingeht.
Ihr Schreibstil bleibt durchweg flüssig und sorgt somit für eine sehr gute Leser-Unterhaltung. Die Geschichte ist bewegend und kurzweilig – dies insbesondere für weibliche Leser, die sich in der damaligen intriganten Welt wohl fühlen und mit einer toughen Hauptfigur mitleiden möchten.
Somit ein gelungener Unterhaltungsroman der vielen problemlos die Zeit vertreiben kann.
Jürgen Seibold/01.11.2008

c 2004 Droemer Verlag

COVER:

Der Alchemist Lapidius, der erst seit kurzem in dem Städtchen Kirchrode im Harz lebt, wird um medizinische Hilfe in einem schwierigen Fall gebeten. Das junge Kräuterweib Freyja Säckler, das der Hexerei angeklagt wird, ist zusammengebrochen.
Lapidius ahnt, dass es nicht die Folter ist, die der Frau so zugesetzt hat, sondern dass sie infiziert ist mit der Syphilis, die in jenen Tagen ganz Europa überzieht.
Lapidius beschließt, um das Leben der jungen Frau zu kämpfen, denn er ist davon überzeugt, dass sie zu Unrecht angeklagt ist. Und er weiß auch, wie er sie von ihrer schweren Krankheit heilen kann: durch eine Kur in seiner Hitzkammer. Man gewährt ihm zwanzig Tage, doch die Zeit wird knapp, als Frauenleichen gefunden werden, in die Freyjas Iniialen eingeritzt sind. Die Einwohner von Kirchrode fordern Freyjas Kopf…

Ein spannender Kriminalroman von einem Meister der historischen Fabulierkunst.

Wolf Serno hat lange als Werbetexter und 20 Jahre lang als Creative Director in großen Agenturen gearbeitet. Doch seine Leidenschaft ist die Geschichte, die er in seinen Romanen meisterhaft verarbeitet. Wolf Serno lebt mit seiner Frau und seinen zwei Hunden in Hamburg.
“Der Wanderchirurg”, sein erster Roman, war ein Bestseller, ebenso wie “Der Chirurg von Campodios”. Im Knaur Taschenbuch erschien im November sein historischer Kriminalroman “Tod im Apothekenhaus”.

REZENSION:

Wolf Serno legt mit “Die Hitzkammer” einen stilsicheren und historisch glaubwürdigen Kriminalroman vor, der sehr flüssig zu lesen und spannend dargestellt ist.
Es handelt sich hierbei um insgesamt 21 Tage im Leben des Alchemisten Lapidius im kleinen Städtchen Kirchrode des Jahres 1547. Lapidius wird als Vertretung des erkrankten Medicus in die örtliche Folterkammer gerufen, um die dort zusammengebrochene, der Hexerei beschuldigte, Freyja Säckler zu behandeln.
Hierbei merkt Lapidius, das Freyja an der Franzosenkrankheit (Syphilis) leidet und beschließt sie bei sich zu Hause zu behandeln.
Während der 20-tägigen Behandlungsdauer in der Hitzkammer versucht der Alchemist alles, um die Schuldvorwürfe gegen seine Patientin zu entkräften. Dies erweist sich jedoch sonderlich schwer, da Frauenleichen mit den Initialen der vermeintlichen Hexe auftauchen und die Bürger der Stadt ihre Verbennung fordern.
Wolf Serno lässt seinen Protagonisten innerhalb dieser 20-tägigen Behandlung hinter unverrückbaren Beweisen herjagen und erschafft einen immens spannenden Plot, der jeglichen Leser fesselt und dem Ende mit seiner Auflösung entgegenfiebern lässt.
Durch diese Aufteilung in 20 Tage hat man als Leser, wie auch Lapidius, da Gefühl, das die Zeit extrem schnell verrinnt.
Allein dadurch kann Wolf Serno schon fesseln. Er belässt es jedoch nicht dabei, sondern baut jeden einzelnen Behandlungstag neben der spannenden Beweissuche noch mit viel historischer und medizinischer Fachkenntnis der damaligen Zeit aus.
Somit entsteht ein historischer, leicht medizinisch angehauchter, Kriminalroman, der durch die rasante Entwicklung und seinem dramatischen Ende vollständig zu überzeugen weiß und bestimmt ein weiterer Meilenstein des Autors wird.
Jürgen Seibold/28.02.04

Ca. 650 Seiten / 9,95 €
Originalausgabe November 2009
c 2009 by Knaur Taschenbuch

COVER:

England, anno 1588. Vitus, der von Elisabeth I. zum Earl of Worthing ernannt wurde, ereilt der Ruf, die englische Flotte im Kampf gegen die spanische Armada zu unterstützen.
Er gerät in einen fast aussichtslosen Konflikt, denn Nina, seine geliebte Frau, will ihn nicht ziehen lassen, und sein bester Freund, der Magister Garcia, schlägt sich auf die Seite des Feindes. Doch die größte Gefahr geht von Isabella aus, einer bildschönen, verruchten Spanierin …

c 2004 Knaur Verlag

COVER:

Auf Drängen ihrer Familie und nicht aus Liebe hat Anne Katharina Vogelmann den Haller Salzsieder und Ratsherrn Michel Seyboth geheiratet.
Als die Unruhen der Bauernkriege und ihre zu allem entschlossenen Anhänger nach Schwäbisch-Hall vordringen, befindet sich unter ihnen auch Rugger, Katharinas große Jugendliebe. Plötlich steht sie ihm wieder gegenüber, jenem Mann, der ihr den ersten Kuss raubte, – und kann sich der wieder aufflammenden Leidenschaft nicht entziehen. Michel, ein strenger Befürworter der alten Gesellschaftsordnung, beäugt Rugger äußerst misstrauisch, und bald gerät Anne Katharina zwischen die Fronten der verfeindeten Parteien. Sie muss sich entscheiden – nicht nur, auf welcher Seite sie steht, sondern auch zwischen ihrem Ehemann und ihrer Jugendliebe.
Ulrike Schweikerts neuer historischer Roman schildert auf ungemein packende Weise ein Stück deutscher Geschichte und erzählt gleichzeitig vom Schicksal einer Frau, die das Leben vor eine fast unmenschliche Entscheidung stellt.

Ulrike Schweikert, 1966 in Schwäbisch-Hall geboren, gab nach sechs Jahren ihren Job als Wertpapierhändlerin auf und studierte zunächst Geologie, später Journalismus. Nebenher begann sie über die Geschichte ihrer Heimatstadt zu recherchieren. So entstand ihr Roman Die Tochter des Salzsieders, der genau wie Die Hexe und die Heilige und Die Herrin der Burg ein großer Erfolg wurde.

REZENSION:

Die Geschichte der Salzsiedersgattin Anne Katharina legt nicht nur ihre unglückliche Ehe mit Michel Seyboth und ihre verbotene Liebe zu dem Landsknecht Rugger Beltz dar, sondern beleuchtet sehr detailliert, spannend und intensiv die Unruhe im Land, die Bauernkriege und deren Folgen zu Beginn des 16.Jahrhunderts.
Ulrike Schweikert zeigt in diesem Roman sehr deutlich, daß historische Ereignisse auch spannend und interessant sein können, wenn diese in beinahe unmittelbarer Nähe geschahen.
Man braucht also nicht immer Kreuzzüge, Helden, namhafte Kriege,… – ein historisches Ereignis in der Schwäbischen- und Fränkischen Alb genügt völlig.
Man ist bei solchen Romanen immer wieder erstaunt, wie leichtgläubig, festgefahren, hartnäckig, traditionsverliebt und borniert die Menschen damals waren. Sobald sich jemand darüber hinwegzusetzen versucht – egal, ob es sich um die Bauern oder um Anne Katharina handelt – können die dagegen angehenden sich fast immer nur mit Gewalt von dieser vermeintlichen Bedrohung befreien.
Ob sich da bis heute viel geändert hat??
Endlich mal wieder ein historisches Buch zum Verschlingen und somit für mich Tipp des Monats.
Den einzigen Vorwurf, den ich machen kann, betrifft die Beschreibung auf dem Cover dem Buches:
Es ist wieder einmal so, daß ich als potenzieller Käufer dieses Buch niemals zur Kasse getragen hätte, da ich bei einer solchen Darstellung an eine romantischen Geschichte denken und niemals mit einem so guten historischen Roman rechnen würde.
Bitte versucht bei eurer Beschreibung auch männliche Leser zu erreichen!!!!
Jürgen Seibold / 30.12.2004

Originaltitel: Lux perpetua
Aus dem Polnischen von Barbara Samborska
Deutsche Erstausgabe Dezember 2007
c 2006 Andrzej Sapkowski
c 2007 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 715 Seiten / 16,– €

COVER:

”Wir erklären Reinmar von Bielau für mit dem ewigen Anathema belegt. Wir zählen ihn zu den dreifach Verdammten, ohne jegliche Hoffnung auf Vergebung. Möge sein Licht auf immer erloschen sein.”

1429. Der Medicus Reinmar von Bielau, genannt Reynevan, wird von seinem Erzfeind, dem Bischof von Breslau, öffentlich wegen “Verbrechen und Zauberei” verdammt. Doch verliert Reynevan nicht den Mut – er sucht weiter nach seiner Nicoletta, die entführt worden ist. Seine Suche führt ihn nach Schlesien, Böhmen und auch in die deutschen Gebiete, durch die sich ein blutiger Krieg wälzt. Auf den katholischen Kreuzzug reagieren Hussiten mit vernichtenden Kriegszügen, furchtbare Grausamkeiten sind an der Tagesordung. Auch Reynevan, der auf ihrer Seite kämpft, bleibt nicht schuldlos. Und angesichts der Gräueltaten um ihn herum verliert er allmählich seinen naiven Idealismus und den Glauben an die “einzig wahre Sache”. Ist es nicht vielmehr so, dass allein das persönliche Glück zählt?
Wieder begeistert Andrzej Sapkowski mit einer mitreißend spannenden historischen Handlung, skurrilen Figuren, wildem Schlachtengetümmel und seinem ganz speziellen ironischen Stil – beste Unterhaltung!

Originaltitel: Bozy bojownicy
Aus dem Polnischen von Barbara Samborska.
Deutsche Erstausgabe November 2006
c 2006 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 735 Seiten / € 17,50

COVER:

Prag, 1427. Der junge Medicus Reynevan wird überwacht. Seine Verfolger sind schlau und gefährlich. Als der Papst zum Kreuzzug gegen die böhmischen Ketzer aufruft, nutzt der Medicus die Auseinandersetzungen, um sich davonzumachen. Ehe er sich’s versieht, ist er in geheimer Mission für die Hussiten unterwegs nach Schlesien. Und er sucht Nicoletta, die Schöne.

Erstausgabe 2005
c 2005 Zauberfeder Verlag, Buchmann & Schmal GbR, Braunschweig
ca. 400 Seiten / € 14,90

COVER:

Im Jahre des Herrn 1293. Magister Wasmod von dem Knesebeck reist durch ein Italien, das in banger Erwartung dem Kaiser der Endzeit entgegensieht. Auf seiner Mission, die ihn über Sirmione und Mantua auch in Dantes Florenz führt, häufen sich beunruhigende Vorkommnisse. Unter mysteriösen Umständen trifft ein junger Besucher aus Deutschland ein. Ein finsterer Fluch, den der Magister gebannt glaubte, ist zu neuem Leben erwacht. Doch auf wen beziehen sich die Prophezeiungen? Und auf welcher Seite steht die undurchschaubare Botin Oda? Bald geraten nicht nur Wasmods geheime Pläne, sondern auch sein Leben in tödliche Gefahr.

REZENSION:

Fangen wir doch mal einfach bei Äußerlichen an:
Der Weg nach Altamura wurde scheinbar mit viel Liebe und dem damit verbundenen Aufwand auf den Markt gebracht. Zeigt sich doch eine sehr hochwertige Klappenbroschur und teilweise abgesetzte Schrift. Weiterhin lässt sich die hintere Klappe zu einer Karte des nördlichen Italiens aufklappen.
Am Ende des Buches befindet sich außerdem ein hilfreiches und interessantes Glossar mit Personen und Figuren, Orte und Sachbegriffe. Dies lässt sich während der Lektüre des Romans verwenden oder aber als schöner und lehrreicher Ausklang des davor gelesenen Romans.
Nach dem man sich nun ein Bild des Romans machen konnte, wenden wir uns dem Inneren zu – dem eigentlichen Sinn und Zweck eines Buches: Der Geschichte!
“Der Weg nach Altamura” ist ein sehr anspruchsvoller Roman, der langsam seine Handlungsstränge vor dem Leser aufbaut und immer weiter zu verflechten weiß.
Die Geschichte beginnt sehr realistisch und historisch auf Fakten basierend, wird aber durch mehr und mehr mystische Details verstärkt und gewinnt dadurch erheblich an Tiefe ohne jemals unglaubwürdig zu werden.
Des weiteren zeigt Stephan M. Rother sehr viel Liebe zum Detail. Dieses und der sehr hohe mittelalterliche Kenntnisstand des Autors fügt sich zwar durch den auch an die damalige Zeit angelehnten Schreibstil sehr schön in die Geschichte ein – führt aber durch das strikte Einhalten des hohen Niveaus und der Detailversessenheit so manches Mal zu Ermüdungserscheinungen beim Leser. Ich denke, dies trifft insbesondere die klassischen “Kurz-vorm-schlafen-Leser”.
Bleibt man jedoch konzentriert und lässt man sich von diesem Buch an der Hand nehmen, taucht man spielerisch hinab in vergangene Zeiten, die sich ohne wenn und aber vor einem auszubreiten wissen und den Leser gekonnt nach Altamura führen.
Somit ein Mittelalterroman, der sich in seiner Qualität von anderen Werken abhebt. Außerdem ein Autor, der in diesem Thema sehr stark zu sein scheint und dem ich noch viel Erfolg prophezeien kann – Sollte er auch noch die charakterliche Zeichnung und damit die Beziehung seiner Protagonisten zu seinen Lesern verstärken, wird er sich bald auf den Thron der MA-Autoren setzen können.
Jürgen Seibold/01.11.2006

Ca. 686 Seiten / 8,95 €
Originalausgabe April 2010
c 2010 by Knaur Taschenbuch

COVER:

Deutschland im Dreißigjährigen Krieg: Die kluge Söldnertochter Magdalena arbeitet als Wundärztin im kaiserlichen Tross. Bald entbrennt sie in großer Liebe zu dem Kaufmannssohn Eric, der seit dem Tod seiner Eltern allein lebt. Doch es ist eine verbotene Liebe, denn die Väter der beiden standen sich einst in Feindschaft gegenüber. Nach einer Schlacht verschwindet Eric spurlos – und Magdalena muss eine folgenschwere Entscheidung treffen …

Eugen Diederichs Verlag 1999

COVER:

Die Bewohner Tikals sind wie gelähmt durch eine Weissagung, die für das Ende des Zeitalters (771-790 n. Chr.) eine zerstörerische Katastrophe ankündigt. Ihr mächtiger Herrscher zelebriert Beschwörungsrituale, während sich das gemeine Volk in Buße die Körper schwärzt und um Erlösung betet. Nur einer erhebt sich: Balam Xoc, der “Lebende Ahn” aus dem Clan der Jaguarpranken, den die Stimmen seiner Vorfahren zum Widerstand drängen. Er zweifelt die Gültigkeit der Prophezeiung und die Autorität des Herrschers an und fordert dessen Macht heraus. So wird er zum Ketzer und zum Heiligen, zum Jaguar, der für seine Leute tanzt.
“Tikal” ist die packende Geschichte von Balam Xocs Rebellion und derer, die – freiwillig oder nicht – daran beteiligt sind: der königliche Verwalter Pacal, der zwischen der Loyalität zu seiner Familie und seinen Pflichten gegenüber dem Herrscher hin- und hergerissen ist; Akbal, der Maler, der die Träume seiner Mitmenschen auf dem Schlangenstein porträtiert; Kanan Naab, die die Ehe zunächst meidet, um im Ritual des Blutopfers ihre eigene Wahrheit zu suchen; der Kriegshäuptling Kinich Kamoo, der sich, um seine Freiheit zu finden, im Dschungel dem Tod stellen muß…
Doch “Tikal” ist auch die Geschichte der klassischen Zivilisation der Maya, die mehr als fünfhundert Jahre lang in den tropischen Regenwäldern Mittelamerikas blühte und dann abrupt verschwand, Ruinen gigantischer Städte hinterlassend, die von der Komplexität und Größe dieser versunkenen Kultur zegen.

Daniel Peters, 1948 in Milwaukee geboren, ist Absolvent der Yale University und lebt heute in Arizona. Er widmet sich mit großer Hingabe der Geschichte der präkolumbischen Kulturen Amerikas. Der vorliegende Roman ist der letzte Teil einer Trilogie, die sich mit den Azteken, den Inkas und den Mayas beschäftigt. 1995 erschien im Eugen Diederichs Verlag “Der Inka” und 1998 “Das Glück des Azteken”.

c 2007 Knaur Verlag
ca. 639 Seiten / 16,90 €

COVER:

Als Fygen in doe große Stadt Köln kommt, ist sie sofort fasziniert von den Stoffen, mit denen sie nun tagtäglich umgehen darf. Bald schon stellt sich heraus, dass in ihr eine begabte Seidenweberin steckt – was ihrer Tante und deren Tochter gar nicht behagt, die alles daransetzen, Fygen das Leben zur Hölle zu machen. Allen Widerständen zum Trotz wächst Fygen zu einer mutigen jungen Frau heran, die keine Auseinandersetzung scheut – nicht mal die mit Peter Lützenkirchen, dem wortgewandten Vorsitzenden des Seidamts. Ihm imponiert die selbstbewusste junge Seidenweberin. Keiner ahnt, dass ihre Herkunft von einem Geheimnis umgeben ist…

Sinnlich, atmosphärisch und voller Zeit- und Lokalkolorit.

Die Autorin:

Ursula Niehaus wurde 1965 geboren. Ihre Leidenschaft für Stoffe führte dazu, dass sie sich nach dem Studium mit einem Stoffgeschäft selbständig machte. Heute lebt sie mit ihrem Mann in einem kleinen historischen Winzerstädtchen am Rhein, doch in ihrem Herzen ist die gebürtige Kölnerin ihrer Heimatstadt treu geblieben. Mit ihrem ersten Roman hat sie sich einen seit Jugendzeiten gehegten Traum erfüllt.

REZENSION:

Ursula Niehaus führt uns in ihrem Buch “Die Seidenweberin” in ein erfreulicherweise mal nicht so düsteres Mittelalter, wie viele ihrer Kollegen des selben Genres. Sie lässt geschickt das Köln des 15. Jahrhunderts wieder auferstehen und zeigt dabei sehr viel Liebe zum Detail, was dem Genuss dieses Buches sehr gut tut. Sie bleibt in ihrer Erzählweise durchweg anschaulich und nimmt den Leser beinahe an der Hand, um ihn durch die kurzweiligen Seiten ihres hochwertigen Erstlingsromans zu führen. Man erkennt sehr deutlich ihre eigene Affinität zur Seidenweberei – ebenso, dass sie sich mit diesem Werk einen eigenen Jugendtraum erfüllen wollte.
Die Geschichte bringt – wie zumeist in diesem Genre – nicht allzu viel neues zu Tage, zeigt aber gleichzeitig, dass sich die Autorin nicht hinter den vermeintlichen Größen dieses Genres zu verstecken braucht. Dies insofern, da es sich hier ja um ein Debüt handelt und bereits mehr Potenzial erkennen lässt, als so manches fortgeschrittenere Werk der “Konkurrenz”. Die meisten historischen Romane leben manchmal weniger von der Geschichte selbst – die ja zumeist ähnlich und somit austauschbar ist – vielmehr kommt es sehr stark darauf an, wie vor den Augen des Lesers die damalige Zeit entsteht und für ein Eintauchen geöffnet wird. Diese Hürde hat Ursula Niehaus mit ihrer Seidenweberin überwunden und es lässt auf weitere Veröffentlichungen eines neuen Namens in der historischen Welt der Literatur hoffen.
Jürgen Seibold/19.05.08

c 2008 Knaur Verlag
ca. 570 Seiten

COVER:

Die junge Anna entspricht nicht gerade dem Schönheitsideal ihrer Zeit, aber mit Klugheit und Witz schlägt sie sich tapfer durchs Leben. Als sie das Opfer einer Intrige wird, wird sie aus ihrer geliebten Heimatstadt verjagt. Erst bei Oda, einem alten Kräuterweib, das mitten im Wald lebt, findet Anna Aufnahme und lernt bei ihr alles über die heilende Kraft der Natur. Nur Oda ist es auch zu verdanken, dass Anna schließlich nach Augsburg zurückkehren darf. Doch bald droht neues Unheil, denn durch einen unglücklichen Zufall kommt das Gerücht auf, Anna sei eine Hungerheilige. Mehrfach versucht Anna den Irrtum richtigzustellen, doch der Glaube ihrer Mitbürger, die ihre klugen Ratschläge und ihre Heilkunst zu schätzen wissen, ist stärker. Bald pilgern die Menschen von weit her zu ihr, von der sie sich Genesung und Trost erhoffen. Doch Anna weckt bei den Menschen auch noch andere Gefühle als Verehrung und Anbetung: Als sie den reichen Kaufmann Anton Welser kennenlernt, ist er nicht nur von Annas ungewöhnlicher Klugheit fasziniert – und das Verhängnis nimmt seinen Lauf…

Ursula Niehaus verwandelt in diesem Roman die in der Geschichtsschreibung umstrittene Figur der Anna Laminit in eine faszinierende Frauengestalt.
Ursula Niehaus wurde 1965 geboren. Ihre Leidenschaft für Stoffe führte dazu, dass sie sich nach dem Studium mit einem Stoffgeschäft selbständig machte. Heute lebt sie mit ihrem Mann in einem kleinen historischen Winzerstädtchen am Rhein.
Das Heiligenspiel ist nach Die Seidenweberin ihr zweiter Roman.

REZENSION:

Ursula Niehaus legt nach ihrem fulminanten Debut “Die Seidenweberin” mit “Das Heiligenspiel” erneut einen umfangreichen historischen Roman vor, der sich diesmal um die in der Geschichtsschreibung recht umstrittene Figur der Anna Laminit handelt.
Man erkennt abermals sehr deutlich die Affinität der Autorin zum ausgehenden Mittelalter. Dies zeigt sich insbesondere durch die sehr detailreiche Darstellung der damaligen Zeit und brilliert durch einen Faktenreichtum, den man in vielen historischen Romanen vergeblich suchen muss. Man merkt einfach, dass ein Roman nicht nur durch die Nennung seiner Zeit zu Leben erwacht, sondern dies viel stärker von statten geht, wenn sich der Autor – wie in diesem Frau Ursula Niehaus – mit den Begebenheiten und Darstellungen der betreffenden Epoche befasst und diese auch detailverliebt vor des Lesers Augen darlegt.
Man erkennt förmlich den Aufwand der Autorin während des Recherche-Prozesses zu diesem Werk – dementsprechend gut ist auch das Leben in dieser interessanten Epoche dargestellt.
Im Gegensatz zu ihrem Erstlingswerk kommt man aber nicht sanft gleitend in die Geschichte hinein, da man trotz der lebendigen Darstellung und Erzählweise nicht so schnell Zugang zu ihrer Hauptdarstellerin findet. Dies sorgte leider dafür, dass meiner Meinung nach “Die Seidenweberin” weiterhin unangefochten auf dem ersten Platz der Autorin stehen bleibt – “Das Heiligenspiel” aber nicht allzu weit davon entfernt ist und zeigt, dass nicht nur die Quantität der deutschen Autoren im historischen Genre steigt, sondern auch die Qualität, was die Auswahl des Lesers  nicht gerade einfacher macht.
Kurz gesagt: Ein sehr interessanter, stimmiger, fundierter und lebendiger Schmöker für jeden Fan dieses Genres.
Jürgen Seibold / 05.09.2009

Originaltitel: “Dream Stone” – Bantam Books, New York
Wilhelm Goldmann Verlag, München 2000
vorliegendes Exemplar: RM Buch und Medien vertrieb GmbH – Buch Nr. 004672

COVER:

Wales, gegen Ende des zwölften Jahrhunderts. Ceridwen, Tochter eines keltischen Königs und im Besitz magischer Kräfte, und ihr geliebter Dain haben die Burg von Carn Merioneth verlassen. Nun übernimmt Rhuddlan, der König der Elfen, zusammen mit Mychael ab Arawas, dem Zwillingsbruder von Ceridwen, die Rolle des Drachenhüters. Doch die Befreiung der Drachen – die Hüter der Zeit und Garanten des Lichts sind – hat nicht den erhofften Frieden von Carn Merioneth gebracht. Rhuddlan, dessen Elfensinne schärfer sind als die der Menschen, ahnt Unheil. Auch Mychaels Unruhe wächst, nicht nur wegen seiner unerwünschten Liebe zu Llynya. Bald schon ist Merioneth bedrohter denn je, denn Caerlon, der dunkle Magier, will sich Zugang zu den Zeittoren verschaffen, um durch eine Reise in die Vergangenheit zu gelangen – dorthin, wo er die Macht an sich reißen kann. Doch allein kann er den Kampf gegen das Elfenvolk nicht aufnehmen. Also ruft er die Mächte des Bösen zusammen: Kreaturen, die in der Höhlenwelt unter der Erde leben. Sie alle versammeln sich, um Carn Merioneth für immer zu zerstören. Eine gewaltige Schlacht beginnt, und ihr Ausgang wird über die Zukunft von Carn Merioneth entscheiden – und über den Fortbestand der Welt …

Die Autorin
Glenna McReynolds wurde bereits mehrfach als Autorin ausgezeichnet. Nach mehreren erfolgreichen Veröffentlichungen in den USA eroberte “Kelch und Schwert”, ihr erster historischer Roman, sofort die Bestsellerlisten. Glenna McReynolds lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in den westlichen Rocky Mountains.

Originaltitel: Prince Of Time
Bantam Books, New York
Wilhelm Goldmann Verlag, München 2001
vorliegendes Exemplar: RM Buch und Medien Vertrieb GmbH – Buch Nr. 004671

COVER:

Mit ihm hatte sie zuallerletzt gerechnet – und sie wartete nun schon ihr ganzes Leben auf ihn. Dabei stand doch geschrieben, ein Prinz würde kommen, ein Weiser, ein Krieger, ein Heiliger. Und nun dies: ein Dieb, ein ganz gewöhnlicher Dieb mit einer Vorliebe für Gold und Wein. Die Priesterin Avallyn ist entsetzt. Wie konnte sich die alte Schrift nur so irren? Dennoch ist Morgan ab Kynan der Einzige, der sie in die Vergangenheit führen kann, zurück in die Zeit, in der alles begann, zurück in das Wales des 12.Jahrhunderts. Ungeachtet der tödlichen Gefahren brechen Morgan und Avallyn zu der Reise auf, denn nur Avallyn hat das geheime Wissen, einen großen Magier zu retten, dessen Tod die Verwüstung und Vernichtung der ganzen Erde mit sich bringen würde …

Die Autorin
Glenna McReynolds wurde bereits mehrfach als Autorin ausgezeichnet. Ihre Bücher eroberten in den USA sofort die Bestsellerlisten. Glenna McReynolds lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in den westlichen Rocky Mountains.

Originaltitel: The Chalice and the Blade – Bantam Books, New York
Blanvalet Verlag, München 1998
Vorliegendes Exemplar: RM Buch und Medien Vertrieb GmbH

COVER:

Man schreibt das Jahr 1190. Tief in den Wäldern von Wales entkommt die junge, schöne Ceridwen, Tochter eines keltischen Königs und einer Druidenprinzessin, in letzter Minute ihrer Eskorte, die sie strengstens bewacht nach Balor Keep begleitet. Aus politischem Kalkül soll sie dort mit Caradoc vermählt werden – jenem Ritter, der einst ihre Familie tötete und der seither das Königreich von Carn Merioneth knechtet. Auf ihrer Flucht wird Ceridwen von dem geheimnisvollen Magier Dain Lavrans gefangengenommen. Er allein weiß um Ceridwens magische Kräfte, von denen sie selbst nichts ahnt, und daß sie den Schlüssel zu einem uralten Rätsel in sich trägt: dem Tor zu Zeit und Raum. Obwohl Dain ein Freund von Cardoc ist, weigert er sich, Ceridwen an den machthungrigen Ritter auszuliefern – denn Ceridwen und Dain haben sich unsterblich ineinander verliebt. Als die sagenumwobene Nacht von Beltaine anbricht, in der sich der Weissagung nach die Grenzen zwischen Zeit und Raum aufheben, finden die beiden Liebenden zusammen – nur um grausam wieder getrennt zu werden. Und es kommt zu dem alles entscheidenden, erbitterten letzten Kampf in den tiefen Höhlen von Carn Merioneth …

Autorin
Glenna McReynolds wurde bereits mehrfach als Autorin ausgezeichnet. Nach erfolgreichen Taschenbuchveröffentlichungen in den USA wurde “Kelch und Schwert”, ihr erster historischer Roman, als Hardcover veröffentlicht und eroberte sofort die Bestsellerlisten. Glenna McReynolds lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in den westlichen Rocky Mountains.

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