Originaltitel: Wieza Jaskólki
Aus dem Polnischen von Erik Simon
Deutsche Erstausgabe 2010
(c) 1997 Andrzej Sapkowski
(c) 2010 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutsche Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-24786-3
ca. 544 Seiten / € 14,90

COVER:

Geralt, der Hexer, und seine Gefährten sind bei der Suche nach Ciri, der verschwundenen Prinzessin von Cintra, bisher erfolglos geblieben. Jetzt will die rivische Königin sie als Partisanenkämpfer in dem blutigen Krieg gegen Nilfgaard verpflichten. Doch sie setzen sich heimlich ab, um ihrer unterbrochene Reise zu den Druiden wieder aufzunehmen. Bei einem Überfall gerät Geralts Wolfsmedaillon, das Insignium seines Hexertums, in fremde Hände…
Ciri, die so hartnäckig Gesuchte, ist von dem gelehrten Einsiedler Vysogota aufgenommen worden. Ihr ganzes Sinnen und Trachten richtet sich jetzt auf den legendären Schwalbenturm, denn dies muss der Ort sein, von dem in der alten Prophezeiung die rede ist. Allerdings ist der Schwalbenturm nur noch eine Ruine …

Der vierte Roman der Hexer-Saga

Originaltitel: Chrzest ognia
Aus dem Polnischen von Erik Simon
Deutsche Erstausgabe November 2009
(c) 1996 Andrzej Sapkowski
(c) 2009 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutsche Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 428 Seiten / € 14,90

COVER:

In Nilfgaard wird die Verlobung des Kaisers mit Cirilla, der Thronerbin von Cintra, proklamiert. Aber handelt es sich wirklich um die echte Cirilla? Geralt, noch kaum von seinen schweren Verletzungen genesen, macht sich auf den Weg nach Nilfgaard, begleitet von Rittersporn und der Bogenschützin Milva sowie dem geheimnisvollen Regis, der über seltsame Kräfte verfügt. Noch ist unklar, ob Regis eine Hilfe oder eine Gefahr darstellt. Doch auch eine gerade erst gegründete Geheimloge von Zauberinnen will Cirilla um jeden Preis finden und zur Königin machen, um so die Macht der Zauberer zu sichern …

Der dritte Roman der Hexer-Saga

COVER:

Die Geschichte einer gleich dreifachen Reise: einer wirklichen nach Griechenland, einer phantastischen auf eine magische Insel und einer gedanklichen in die Philosophie. Jede für sich wäre abenteuerlich genug – zu einer raffinierten Romanhandlung verwoben, werden sie zu einem Leseerlebnis der besonderen Art.

REZENSION:

Verwundert nahm ich das Buch, welches über Partiencekarten, Purpurlimonade und Goldfische handelte zur Hand. Und erstaunt legte ich es so schnell nicht mehr aus den Fingern…
Die Reise eines Jungen und seines Vaters nach Griechenland, um dort die Mutter, die sich im Land der Philosophen selbst finden wollte, zu suchen, zog mich in ihren Bann.
Sie führt den Leser nicht nur von Norwegen durch Europa zu den Tempeln Athens, sondern auch auf eine geheimnisvolle Expedition eines Schiffbrüchigen, der auf einer geheimnisvollen Insel strandete, auf der es eben diese Dinge gab, die mich im ersten Moment des Lesens so verwunderten.
Dem Protagonisten dieses Buchs ergeht es ähnlich – denn auch er kann fortan nicht von dem erstaunlichen Buch lassen, welches ihm ein Bäcker in einem Schweizer Dorf zuspielte.
Wie einfach hatte ich es hingegen, es auf meinem Nachttisch liegen zu haben und nur danach greifen zu müssen? Das machte es zwar sicherlich leichter zum Schmökern, aber nicht beim Erfassen…
Können Partiencekarten der Phantasie entsteigen und lebendig werden?
Können sie das wiederum nur bleiben, während sie ein Getränk zu sich nehmen, welches ihren Verstand so lähmt, dass sie nicht begreifen, wer und schon gar nicht das sie überhaupt sind?
Und was hat das mit in Regenbogenfarben schillernden Goldfischen zu tun?
Nur der Joker kennt die Antworten!
Und mir stellt sich erst gar nicht die Frage, ob ich den Vater und seinen Sohn erneut im roten Fiat durch die Erzählung begleiten würde, um zu erfahren, ob die beiden es schaffen, die Mutter zu einer Rückkehr zu bewegen, das Kartengeheimnis zu ergründen und letztlich den Weg durch Piks, Kreuze, Karos und Herzen zu suchen, der die philosophischen Fragen aufwirft, wer wir sind und woher wir kommen…
Würde ich das Buch nun nicht schon kennen, wäre mein nächster Weg der zu einer Handlung, um es zu erwerben!
Erschienen sind die 352 Seiten  des Kartengeheimnisses im Hanser Verlag in Halbleinen gebunden unter der ISBN 3-446-17710-8.
(Ich bin mir aber sicher, dass es das Werk des Autors von „Sofies Welt“ auch als Taschenbuch geben wird…)
Miriam Stephanie Reese
(Januar 2011)

Originaltitel: Autre Monde: Malronce
Aus dem Französischen von Maximilian Stadler und Nadine Püschel
Deutsche Erstausgabe August 2010
c 2009 by Editions Albin Michel, S.A. – Paris
c 2010 der deutschsprachigen Ausgabe by PAN Verlag.
ca. 390 Seiten

COVER:

Matt, Ambre und Tobias – die Gemeinschaft der Drei – haben auf einer Insel Zuflucht gefunden, wo sie von einer Gruppe Kinder aufgenommen wurden, die sich selbst “Pans” nennen. Doch nun nähert sich aus dem Norden ein bedrohliches Schattenwesen, das in Matts Träume und Gedanken eindringen kann, während aus dem Süden eine ganz andere gefahr droht: Die schreckliche Königin Malronce schickt ihre Soldaten aus, um gnadenlos Jagd auf die Pans zu machen – und Matt in ihre Gewalt zu bringen.

Um seine Freunde nicht zu gefährden, beschließt Matt, die Insel zu verlassen und einen Weg zu finden, in der Wildnis zu überleben. Doch das lassen seine besten Freunde nicht zu: Sie werden mit ihm gehen, mit ihm kämpfen und allen Gefahren gemeinsam trotzen. Ihre Freundschaft, ihr Mut und ihr Zusammenhalt werden jedoch auf eine harte Probe gestellt.
Denn auf ihrer Flucht geraten sie in den schier undurchdringlichen Blinden Wald. Überdimensionale Tiere und riesige Pflanzen versetzen das Trio in Angst und Schrecken. Dann tauchen ameisenartige Wesen auf, die in einer Festung in den Wipflen der Bäume hausen und dort mit Luftschiffen navigieren. Wie es aus dem Nichts werden Matt, Ambre und Tobias plötzlich in die Höhe katapultiert: Sie sind Gefangene …

REZENSION:

Im Herbst 2009 war Maxime Chattams erster Band um die Gemeinschaft der Drei der Eröffnungsband eines neuen Verlagszweiges von Knaur: dem PAN-Verlag.
Dieser hat sich bereits durch weitere Veröffentlichungen einen guten Namen gemacht und scheint auch ohne jegliche Qualitätseinbüßung diesen Erfolg fort zu schreiben.
Die Gemeinschaft der Drei zeigten sich im ersten Band durch besonders dramatische Ereignisse konfrontiert – wurde ja nahezu fast jeder Erwachsene von der Erdoberfläche getilgt.
Diese Dramatik  – die insbesonders durch ihre theoretische Realität wirkt – kann im vorliegenden, zweiten Band nicht mehr zur Gänze erreicht werden. Nichts desto trotz strickt Chattam die Geschichte um die drei Freunde geschickt und einem Fantasyroman entsprechend weiter, ohne je deren Ursprung zu vergessen.
Die Gefahren nehmen erheblich  zu und ein Krieg zwischen den Erwachsenen Zyniks (der Name spricht Bände) und den jungen Pans zeichnet sich mehr und mehr ab. Dieser wird im dritten Band unvermeidlich sein – und nach dem Genuß dieses gelungenen Fantasybuchs, das sowohl für den jugendlichen als auch erwachsenen Genießer geeignet scheint, freue ich mich schon auf Band drei, der im Herbst diesen Jahres erscheinen soll.
Nur weiter so!
Jürgen Seibold/12.02.2011

Knaur Verlag
Taschenbuch, 8,95 €

Cover:

„Wenn du uns helfen willst, können wir vielleicht verhindern, dass in diesen Bergen ein weiterer Krieg ausbricht. Und wenn alles vorüber ist, kannst du eine Ballade draus machen.“
Zwischen den Herzogtümern Hammerfell und Storn tobt ein unerbittlicher Kampf. Nun scheint es, als habe Storn gewonnen. Rascard von Hammerfell stirbt bei der Verteidigung seiner Festung. Dennoch ist Storns Triumpf nicht vollständig, denn in letzter Sekunde gelingt es Rascards Frau, ihre Zwillingssöhne aus der brennenden Burg zu retten. Jahre später sollen Alastair und Conn Gelegenheit haben, ihren Vater zu rächen – doch dann verstricken sie sich in einen erbitterten Bruderzwist …

Rezension:

Marion Zimmer Bradley ist für zwei Dinge berühmt: Erstens ihr Talent, Epen in anderen Welten zu erschaffen, zweitens schreibt sie so viele Bücher über ihre erschaffenen Welten, dass es mit jedem Buch langatmiger wird. „Die Erben von Hammerfell“ gehören zum Darkover-Zyklus, und der Erzählweise nach zu urteilen, eine recht späte Erzählung.
Darkover ist eine Welt, fernab unserer Erde, auf die die Menschheit floh, als die Erde unbewohnbar wurde. Auf Darkover fanden die Menschen neuartige Tiere und Pflanzen und entdeckten die Magie. Über Generationen hinweg vergaßen sie die Erde und erschufen sich hier eine neue Zivilisation, in der Adlige über die Bauern herrschen und Magiebegabte lernen, mit ihren Fähigkeiten der Gesellschaft zu dienen.
Die Herzöge von Hammerfell und Storn führen seit vielen Generationen eine erbitterte Fehde, den Grund dafür haben sie inzwischen vergessen. Die Zwillinge Alastair und Conn werden nach einem Überfall von Storn getrennt, Alastair wächst bei seiner Mutter auf, die als Telepatin in der Hauptstadt arbeitet, Conn bleibt bei dem Berater seines Vaters in der Nähe der Burg. Beide wissen nichts von der Existenz des anderen, bis sie durch Zufall aufeinander treffen.
Marion Zimmer Bradley springt in der Geschichte immer wieder zwischen den beiden Brüdern hin und her, berichtet mal aus der einen, mal aus der anderen Perspektive. Die Erzählung bleibt oberflächlich, die Figuren recht farblos und durchschaubar. Die Nebenfiguren kennt man bereits aus anderen Büchern aus dem Darkover-Zyklus, die meisten Ereignisse sind vorhersehbar.
Auch wenn es zwischenzeitlich spannende Abschnitte gibt, und die Geschichte etwas an Schwung gewinnt, war ich im Großen und Ganzen recht enttäuscht. Das kann Marion Zimmer Bradley besser.
Diana Becker / 02.03.2010

c 2005 Wenz Verlag, Dreieich bei Frankfurt/M.
ca. 354 Seiten

COVER:

Die Doktorandin Sirina will sich am Gardasee erholen. Zufällig entdeckt die passionierte Höhlenforscherin einen Eingang und was sie in der Grotte di Catullo vorfindet, übersteigt jede Vorstellung. Die Ereignisse überstürzen sich – Erdbeben, Vulkanausbrüche, Wetterkatastrophen in rascher Folge zeigen, dass hier etwas aufgeweckt wurde, was lange geschlafen hatte.
Die Forscher Nigel und Aric kreuzen Sirinas Weg ebenso wie der Museumswärter Vittorio. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, den drohenden Weltuntergang zu verhindern, verfolgt von machtgierigen Agenten in einem gewaltigen Wettlauf gegen die Zeit.

“… packender Lesestoff für die Tage, an denen man ungestört abtuachen will. Bis zum Showdown aufreibend, und selbst danach ist Aufatmen keineswegs angesagt.” (www.buchrevue.de)

REZENSION:

In ihrem Werk “Die Chaosnadel” beschreibt die Autorin Silke Wojtowitz eine sehr fantastische Idee: Die Welt wird durch große Kristallnadeln in ihrem Gleichgewicht gehalten und sollte eine dieser Nadeln aus dem Gleichgewicht kommen, hat dies schreckliche Naturereignisse zur Folge, wie z.B. Erdbeben, Vulkanausbrüche und Wetterkatastrophen aller Art.
Nachdem eine Nadel bereits zeitweise aus dem Gleichgewicht gebracht wurde, machen sich die Hauptprotagonisten in diesem Roman auf den Weg, die Welt zu retten und spielen gleichzeitig ein Katz-und-Maus-Spiel mit machthungrigen Agenten.
Durch diese Mischung zwischen Fantasyroman und Thriller ist Silke Wojtowitz ein sehr gutes, glaubhaftes und interessantes Werk gelungen, dem man nicht nur das Vorhandensein dieser Nadeln abnehmen würde, sondern sogar den Leser zum Nachdenken zwingt.
Als ich dieses Buch zu Lesen begann, war ich während der Lektüre des ersten Kapitels noch ein wenig enttäuscht, da mir hier die entstehende Freundschaft zwischen Sirina und dem Museumswärter doch entschieden zu einfach und zu schnell entstanden ist. Ich rechnete danach nur noch mit einem einfach gestrickten Roman, der vielleicht noch leidlich als kleines Unterhaltungswerk dienen kann.
Glücklicherweise habe ich mich dabei mehr als getäuscht: Silke Wojtowitz hat nach Ende dieses Kapitels erfreulicherweise die Spur gefunden und ein, ab da, absolut glaubwürdiges, abenteuerliches und spannendes Werk vorgelegt.  Somit ein sehr interessanter Fantasy-Thriller-Lesestoff, der zum Umblättern zwingt und für einige schöne Stunden des Lesers sorgen kann.
Sehr zu empfehlen und hoffentlich nicht das letzte Werk der Autorin.
Jürgen Seibold/15.08.06

Originaltitel: To Green Angel Tower (Der Engelsturm umfasst die zweite Hälfte der amerikanischen Originalausgabe)
Übersetzung: V.C. Harksen
c 1993 Tad Williams
deutsche Ausgabe: c 1994 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.

COVER:

Simon, der mit Prinzessin Miriamel, seiner großen Liebe, heimlich den Stein des Abschieds verlassen hat, will für Prinz Josua die beiden letzten Großen Schwerter gewinnen, Hellnagel, das in König Johans Grab liegen soll, und Leid, das an Elias’ Gürtel hängt. Miriamel sucht das Gespräch mit ihrem Vater. Sie glaubt jetzt zu wissen, daß ihn nur blinde Liebe zu seiner verstorbenen Gemahlin, ihrer Mutter, zum Pakt mit dem Sturmkönig getrieben hat, und will versuchen, ihn auf den Boden der Vernunft zurückzuführen.
Aber als die beiden den Hochhorst erreichen, ist das Grab leer. Wieder gerät Simon in das entsetzliche Labyrinth, das tief in der Erde unter dem Engelsturm liegt. Dort tauchen auch der verschollene Mönch Cadrach und die Unterirdischen wieder auf. Vor den Toren der Feste erscheint endlich Josuas Heer. Zusammen mit Binabik dringt auch Miriamel in die grausigen Gänge ein. Oben im Turm kommt es zur Konfrontation zwischen Elias, Pryrates dem Priester, Simon und Miriamel.
Es erweist sich, daß weder Elias noch König Johan noch Josua noch der alte Ritter Camaris das sind, was sie zu sein scheinen, und selbst hinter Simon steckt ein Geheimnis, von dem er nichts wusste. Auch die Rolle der drei Großen Schwerter, die nun endlich zusammenkommen, wie es der wahnsinnige Priester Nisses vor 500 Jahren geweissagt hat, ist eine ganz andere, als vermutet.

“Der literarisch qualitätsvollste Fantasy-Roman sein Jahren”
Brigitte

“Farbenprächtig und phantasievoll.”
BuchJournal

Tad Williams, 1957 in San José geboren, arbeitete nach dem Besuch der University of California in Berkeley als Journalist, Schriftsteller, Musiker, Illustrator und regelmäßiger Gastgeber einer Radio-Talkshow. Er ist Autor der Bestseller Traumjäger und Goldpfote, Der Drachenbeinthron, Der Abschiedsstein und Die Nornenkönigin.

REZENSION:

In diesem, letzten, Band spitzt sich der gesamte Zyklus in einer Art und Weise zu, das dem Leser die Luft zum Atmen wegbleibt. Dieser Band kettet den Leser an sich und man ist wie bei einer Droge gezwungen, noch mehr in sich aufzunehmen.
Fast unglaublich, wie ein Autor einen so umfangreichen Zyklus so überzeugend und abwechslungsreich zu erzählen weiß, ohne sich in insgesamt viertausend Seiten zu wiederholen oder zu langweilen.
Gäbe es den Herrn der Ringe nicht – Osten Ard wäre die Bibel der Fantasy!!

Dieser vierte Band hat nur einen Nachteil: Es ist der letzte!!
Jürgen Seibold

Originaltitel: To Green Angel Tower
Übersetzung: V.C. Harksen
c 1993 Tad Williams
deutsche Ausgabe: c 1994 S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.

COVER:

Die Suche nach dem letzten der drei Großen Schwerter beginnt. Uralte Schriften vermuten es im Grab des toten Königs Johan in den dunklen Katakomben unter dem Hochhorst…
Auf dem Abschiedsstein, dem uralten Schicksalsberg der Elben, sammeln sich die Streiter gegen den Sturmkönig. Prinz Josua Ohnehand ist ihr Anführer. Mit von der Partie sind der kleine, weise Troll Binabik mit seiner Wölfin Qantaqa, der kluge Graf Eolair, der Rimmersmann Sludig und sogar der Elfenprinz Jiriki mit seiner zauberschönen Schwester Aditu – und natürlich Simon, Ex-Küchenjunge, Elbenfreund und Mondkalb. Zuletzt trifft auch Prinzessin Miriamel ein. Sie alle haben unendliche Gefahren und Abenteuer bestanden, um diesen Zufluchtsort zu erreichen. Viele Male sind sie nur um Haaresbreite dem Tod entgangen.
Nun studieren sie mit verstärktem Eifer die Schriften des alten Magiers Morgenes. Immer deutlicher zeigt sich, daß der Schlüssel zu allen Geheimnissen im fernen Erkynland liegen muss, im Grab des toten Königs Johan und in den Katakomben unter dem Hochhorst. Heimlich entschließt sich Miriamel zu einem Alleingang. Simon, der sie liebt, folgt ihr. Nachts verlassen sie den Abschiedsstein, um das letzte der drei Großen Schwerter zu suchen.

“Endlich wieder ein erstklassiger Fantasy-Roman!”
Brigitte

“Farbenprächtig und phantasievoll.”
BuchJournal

“Ein Seitenfresser”
Rhein-Zeitung

Tad Williams, 1957 in San José geboren, arbeitete nach dem Besuch der University of California in Berkeley als Journalist, Schriftsteller, Musiker, Illustrator und regelmäßiger Gastgeber einer Radio-Talkshow. Er ist Autor der Bestseller Traumjäger und Goldpfote, Der Drachenbeinthron und Der Abschiedsstein.

REZENSION:

Im dritten Band beginnt die Suche nach dem letzten der drei Schwerter. Es sammeln sich die Streiter gegen den Sturmkönig. Mit von der Partie (neben Prinz Josua Ohnehand, der Troll Binabik, der Graf Eolair, der Rimmersmann Sludig, der Elfenprinz Jiriki und Prinzessin Miriamel) naürlich Simon, der sich mittlerweile vom tölpelhaften Küchenjungen zum ebenbürtigen Streiter gegen den Sturmkönig entwickelt hat.
Mittlerweile befindet man sich auf dem Weg zu Seite 3.000 und man befürchtet, daß dem Autor langsam die Ideen ausgehen müssten. Dem ist jedoch in keiner Weise so – Mir ist bisher noch keine Geschichte untergekommen, die trotz der Länge und Fülle noch immer zu überzeugen weiß und keinerlei Durststrecken beinhaltet. Ich muss nun abermals bei diesem dritten Band meinen Hut vor Tad Williams ziehen und kann schon gar nicht mehr das Öffnen des vierten Bandes erwarten…
Jürgen Seibold

Originaltitel: Stone of Farewell
Übersetzung: V.C. Harksen
c 1990 Tad Williams
deutsche Ausgabe: c 1993 S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.

COVER:

Über dem einst so schönen Land Osten Ard liegt düster drohend der Schatten des untoten Elbenprinzen Ineluki, der als Sturmkönig die Herrschaft der Elben in Osten Ard erneuern und, um altes Unrecht zu rächen, die Menschheit ausrotten will. Seine Verbündete ist die Nornenkönigin Utuk’ku, die ihre Jahrtausende hinter einer Silbermaske verbirgt. Auf dem Hochhorst, einst stolzem Mittelpunkt eines blühenden Reiches, herrschen Inelukis Kreaturen: der finstere Hochkönig Elias und sein unheimlicher Ratgeber, der scharlachrote Priester Pryrates, beide kaum noch menschlich. Durch hinterhältigen Mord und offenen Krieg haben sie den größten Teil des Landes in ihre Gewalt gebracht, unterstützt von Inelukis Kriegern, den bleichen Nornen, und einem grausamen Winter, der alle anderen Jahreszeiten verdrängt hat; Inelukis Zauberkraft hat ihn hervorgebracht.
Aber noch regt sich Widerstand in Osten Ard. Prinz Josua Ohnehand, der jüngere Bruder des Hochkönigs, hat die Zerstörung seiner Festung Naglimund überlebt und ein Häuflein Getreuer um sich geschart. Zu seinen Helfern zählt auch Simon Schneelocke, ein junger Mann von geheimnisvoller Herkunft, einst Küchenjunge auf dem Hochhorst, jetzt ein Verbannter. Er hat für Josua das Zauberschwert Dorn vom Drachenberg geholt. Auf dem gefahrvollen Rückweg nach Süden befreit er auf dem Berg Mintahoq seine Freunde Binabik und Sludig aus der Gefangenschaft der Trolle, entgeht mit knapper Not dem Mordanschlag der dämonischen Skodi und wird schließlich von Jiriki, dem Elbenprinzen, gerettet. In der verborgenen Stadt der Sithi verwirrt Jirikis Schwester Aditu seine Sinne. Aber noch hat Simon Miriamel nicht vergessen, Elias’ einzige Tochter, die als Novize verkleidet durchs Land irrt. Ihr Begleiter ist der undurchsichtige Mönch Cadrach, der nicht verhindern kann, daß die junge Prinzessin ihre Unschuld an den aalglatten Schönling Graf Aspitis verliert. An Josuas Seite wiederum kämpft die schöne, wilde Vara, ein Kind der Steppe, das für den einhändigen Prinzen Leben und Ehre aufs Spiel setzt.
Sie alle führt der Weg in die uralte Feste der Sithi auf dem Abschiedsstein, einem steilen Felsberg mitten im Grasland. Von dort aus beginnt der letzte Kampf um Osten Ard.

Tad Williams, 1957 in San José geboren, arbeitete nach dem Besuch der University of California in Berkeley als Journalist, Schriftsteller, Musiker, Illustrator und regelmäßiger Gastgeber einer Radio-Talkshow. Er ist Autor des Bestsellers “Traumjäger und Goldpfote”.

REZENSION:

Die zweiten knappen tausend Seiten des Osten Ard-Zyklusses gehen erheblich leichter von der Hand – dies liegt sicherlich daran, das man sich schon mit der Welt und dem jungen Simon Mondkalb (der mittlerweile zu Simon Schneelocke geworden ist) auseinandergesetzt hat und man von der Dichte, Spannung und dem Ideenreichtum des Autors schier gefesselt ist.
In diesem Zyklus gibt es so ziemlich alles, was einen guten Fantasyroman ausmacht – ohne jedoch nur zu kopieren. Im Gegenteil, Tad Williams erschafft eine eigene Welt voller Mythen, Völker, jedoch auch bekannter Figuren, wie Trolle oder Elben.
Mit dieser Fortsetzung fängt Williams schon an, am Thron des Fantasykönigs Tolkien zu kratzen….
Jürgen Seibold

Originaltitel: The Dragonbone Chair
Übersetzung: V.C. Harksen
c 1988 Tad Williams
Deutsche Ausgabe: c 1991 S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.

COVER:

Dies ist die Geschichte von Simon Mondkalb und Ineluki Sturmkönig und von ihrer tödlichen Feindschaft im Lande Osten Ard.
Auf der uralten Feste Hochhorst wächst der rotschöpfige, wenig anstellige, aber ungemein wißbegierige Küchenjunge Simon auf. Von dem skurrilen, greisen Doktor Morgenes als Lehrling angenommen, lernt er Lesen, Schreiben und die Geschichte seines Landes.
Einst herrschten in Osten Ard die Sithi, ein Elbenvolk, bis aus dem hohen Norden die Menschen kamen und sie mit kaltem Eisen vertrieben. Nur mit Hilfe schwärzester Magie vermochte Ineluki, der Sohn des Elbenkönigs, einige wenige seines Volkes zu retten. Er selber gilt als tot.
Simon wird in die letzten Jahre der Regierung des siebten Königs seit jener großen Schlacht hineingeboren. Es ist der schon zu Lebzeiten sagenumwobene Johan Presbyter, der den Feuerdrachen Shurakai erschlug. Aus dessen Knochen ließ sich der König einen Thron aus Drachenbein bauen. Als Johan mit über hundert Jahren stirbt, hinterlässt er zwei Söhne; Elias, der ältere, wird neuer Hochkönig von Osten Ard. Er gerät immer mehr unter den Einfluß seines Ratgebers Pryrates, eines machtgierigen und skrupellosen Zauberpriesters. Aus Mißtrauen gegenüber seinem Bruder Josua schließt Elias zur Sicherheit seiner Herrschaft einen Bund mit den Nornen. Von diesen bleichen, schwarzverhüllten Wesen erhält der junge König das Schwert “Leid”, eines der drei magischen Schwerter von Osten Ard.
Ohne Elias’ Wissen hat Pryrates als Gegenleistung Josuas Leben versprochen. Der Prinz wird von ihm in einem der unterirdischen Verliese des Hochhorstes gefangengehalten. Durch Zufall entdeckt ihn dort der stets neugierige Simon und befreit ihn mit Morgenes’ Hilfe. Als Pryrates davon erfährt, muß auch Simon fliehen: In letzter Sekunde kann der Doktor ihn in einen Geheimgang schicken, dann setzt er sich und das Haus in Brand.
Der Fünfzehnjährige weiß, daß er jetzt auf sich allein gestellt ist, denn Pryrates fordert seinen Kopf. Von nun an kämpft Simon um sein Leben – und um Osten Ard.

Tad Williams, 1957 in San José geboren, arbeitet nach dem Besuch der University of California in Berkeley als Journalist, Schriftsteller, Musiker, Illustrator und regelmäßiger Gastgeber einer Radio-Talkshow. Er ist Autor des Bestsellers “Traumjäger und Goldpfote”.

REZENSION:

„Geheimnis und Abenteuer in einer Welt voller Zauber und Magie“ – dieser auf dem Buchrücken stehende Satz schreckte mich ein bisschen ab, da er doch ein wenig kitschig klingt.
Ich wagte mich trotzdem in dieses nahezu tausendseitige Buch und wurde glücklicherweise nicht enttäuscht.
Tad Williams beginnt in diesem Band einen insgesamt etwas viertausendseitigen Zyklus über Simon Mondkalb und seinem Weg zur Rettung von Osten Ard.
„Der Drachenbeinthron“ beginnt recht zaghaft und man hat leichte Probleme in diesen sehr dicht gewebten Stoff einzutauchen. Man lernt jedoch recht schnell diesen jungen, anfangs noch recht tölpelhaften Simon zu lieben und Williams schafft es spielerisch das man sich als Leser, nach dem vollständigen hineintauchen in diese fremde Welt, mit Simon Mondkalb identifiziert und ihn auf seinem weiteren Weg durch Osten Ard begleitet. Simon erlebt in diesem Band die unwahrscheinlichsten Abenteuer in einer Welt, die sich in ihrer Dichte nicht vor den anderen Größen der Fantasy wie zum Beispiel Tolkiens Mittelerde zu verstecken braucht.
Nach dem vollständigen Eintauchen in diese Geschichte, was anfangs ein wenig dauert, schmelzen die tausend Seiten einfach dahin und es gibt sicherlich niemanden, der danach nicht automatisch den zweiten Band zur Hand nimmt, um Simon auf seiner beschwerlichen Reise weiter zu begleiten….
Jürgen Seibold

Originaltitel: Tailchaser’s Song
Übersetzung: Hans J. Schütz
Genehmigte Lizenzausgabe für Weltbild Verlag GmbH, Augsburg 1995
Copyright 1985 der Originalausgabe by Tad Williams erschienen bei DAW Books, New York
Copyright 1987 der deutsche Ausgabe by S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.

COVER:

Ein herrlicher Katzenroman. Eine abenteuerliche Tiergeschichte. Eine wundersame Katzen-Kosmologie. Eine magische Fabel. Eine einzigartige Liebeserklärung an alle samtpfotigen, schnurrenden Vierbeiner. Die schönste Tierphantasie seit “Watership Down”!

Originaltitel: Tooth and Claw
Übersetzung: Andreas Decker
Deutsche Erstausgabe / November 2005 / c 2003 Jo Walton
c der deutschsprachigen Ausgabe: 2005 Piper Verlag GmbH, München
ca. 375 Seiten

COVER:

In einem viktorianischen Zeitalter voller religiöser Ränkespiele und dunkler Intrigen: Als der Drache Bon Agornin stirbt, versammelt sich die Familie um das Sterbebett. In seinem Testament hat Agornin das Vermögen seinen Nachkommen zu gleichen Teilen hinterlassen, was bedeutet, daß jedem der Kinder ein gleichgroßer Teil seiner Leiche zusteht. Doch auch de machthungrige Daverak ist zugegen, als Agornin stirbt. Er schert sich nicht um das Testament und beißt den größten Teil der Leiche für sich ab. Denn das gegenseitige Fressen verschafft Größe und Macht in der Gesellschaft. Da wagt Agornins Sohn Avan das Undenkbare: Er zerrt den mächtigen Daverak vor Gericht und stürzt sich und seine Familie in größte Not. Denn seine Schwester gerät in die Klauen des skrupellosen Drachen… Ein einzigartiger, warmherziger und humorvoller Roman über die ganz unbekannte Seite der legendärsten Geschöpfe der Fantasy.

Jo Walton, geboren 1964 in Wales, gewann 2002 den John W. Campbell Award als beste neue Autorin. Ihr Roman “Der Clan der Klauen” wird von Kritikern und Lesern als originellstes Fantasy-Werk der letzten Jahre gefeiert und wurde 2004 mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet, einem der wichtigsten Preise des Genres. Jo Walton lebt heute in Montreal.

REZENSION:

Jo Walton’s Roman “Der Clan der Klauen” wartet mit einer grundsätzlich sehr guten Idee auf: Seine Hauptdarsteller sind durchweg Drachen.
Durch solche Werke kann man als Leser meistens in komplett fremde Arten, Lebewesen und Lebeweisen eintauchen und den eigenen Alltag für einige Stunden als vergessen betrachten.
Jo Walton schafft dies leider nicht, da er vielmehr einen viktorianischen Roman kreiert hat, der uns zwar geschickt das Leben der damaligen Zeit vor die Augen führt und dabei auch zu überzeugen wüsste – leider wirkt dies alles nicht durch die ledigliche Änderung der Protagonisten von Menschen in Drachen. Dieses Buch würde seine Überzeugungskraft und eventuell auch seine Botschaft mit den integrierten Intrigen, Heiratsplänen, etc. viel stärker durch eine “normale” Ablichtung im viktorianischen Zeitalter unter Zuhilfenahme von Menschen darlegen können.
Fantasy- und Drachenliebhaber werden aber leider bei der Lektüre dieses Buches enttäuscht sein, da diese sicherlich erheblich mehr erwarten als ein simples Austauschen einer Art in eine andere.
Jürgen Seibold/06.01.2007

Klett Cotta
Die Originalausgabe erschien 1954 und 1955 unter dem Titel “The Lord of the Rings”
c 1966 by George Allen & Unwin Ltd., London
Aus dem Englischen übersetzt von Margaret Carroux
c J.G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, Stuttgart 1991 (Vierte Auflage 1994)
Vorliegendes Bild: Zur Zeit erhältliche Variante der Carroux-Übersetzung.

COVER:

”Shakespeare schuf Charaktere und Entwicklungen, Tolkien dagegen Welten und Mythen.”
W.H. Auden

Das legendäre Rote Buch der Westmark ist längst verschollen, und nur Teile davon existieren in verschiedenen späteren Abschriften. Eigentlich war es Bilbos Tagebuch, das er nach Bruchtal mitnahm und das später Frodo zusammen mit eigenen Notizen ins Auenland zurückbrachte. Diese Fragmente und Anhänge, vor allem die Hobbits betreffend, und dazu einzelne Lieder und Gedichte, die häufig an den Rand der Manuskriptseiten gekritzelt waren, sind die wichtigsten Quellen für die Geschichte des Ringkriegs.
Tolkien spielt mit diesen fiktiven Quellenverweisen, gibt vor, sein epischer Roman einer Abenteuerreise vierer Hobbits ins Land des Bösen sei ein historischer Bericht. So wird Mittelerde ein reales Land. Seine Grenzen sind im Norden die Eisenberge, das Graue Gebirge und die Eisbucht von Frochel; dahinter liegt nur noch die nördliche Wüste. Ganz im Süden ist Haradwaith, das Land eines dunklen und wilden Volkes; im Westen ist das Meer, und weit über das Meer ist das unsterbliche Land von Westernis, woher die altvorderen Völker kamen und wohin sie alle zurückkehren werden. Im Osten liegt Mordor, und das war immer ein böses und verlorenes Land.
Die Tolkien-Rezeption heute und vor fast 25 Jahren, als der Herr der Ringe zum erstenmal in deutscher Übersetzung erschien, hat sich gewandelt. War der Roman anfangs Aussteigerlektüre einer studentenbewegten Zeit, ist er heute die Grundlage für eine neue Art der Kreativität: In den Landschaften, den Wäldern, Burgen und Dörfern von Mittelerde tummeln sich neuerdings junge Leute, die in die Rolle Frodos oder Sams oder Merrys schlüpfen und eigene Abenteuer bestehen. Dieses Phänomen des Rollenspiels hat Anke Doberauer, Absolventin der Meisterklasse für Bildende Kunst in Braunschweig, fasziniert. Sie hatte die Idee, sich von Mitgliedern verschiedener Fantasy-Clubs Szenen aus dem Ringkrieg vorspielen zu lassen, photographierte diese und malte sie dann. Das Pathos der Gesten und die schrille Kostümierung zeigen den Einfluß herkömmlicher “Fantasy”-Illustrationen. Beides hat die Künstlerin in ihrer malerischen Umsetzung vollends auf die Spitze getrieben. So findet Trivialisierung von Tolkiens grandiosem Werk durch lapidare Rollenspiel-Anleitungen, durch Verkitschungen und Verengungen ein ironisches Echo in den hochkünstlerischen Figurentafeln.

Rezension:

Über dieses Buch wollte ich eigentlich absolut gar nichts schreiben, da mittlerweile mit Sicherheit schon mehr als genug darüber geschrieben wurde.
Nachdem ich aber nach mittlerweile zehn Jahren (und im Zuge des sehr erfolgreichen Films) dieses Buch zum zweiten Mal “erforscht” habe, werde ich nun doch noch meinen (kurzen) Beitrag dazu abliefern.
Der Herr der Ringe ist schon immer der Übervater aller Fantasygeschichten. Was beim Hobbit noch leicht beginnt, findet in diesem Epos eine ungeheure Dichte und Vielfalt, die seinesgleichen sucht.
Die zur Zeit von allen gesehene Verfilmung wird dem Buch nur teilweise gerecht – was aber daran liegt, das so ein Werk schlichtweg in seiner gesamten Komplexität nicht zu verfilmen ist. (Der Film ist trotzdem genial).
Das Buch ist ja in der letzten Zeit sehr oft verkauft worden – was mit Sicherheit am Film liegt – jedoch bin ich der Meinung, daß Leute die ungern lesen damit sicherlich überfordert sind. Viele werden ein schlichtes Fantasywerk erwarten und werden dann von diesem epochalem Werk erschlagen. Nichts desto trotz handelt es sich bei diesem Buch noch immer um die Bibel der Fantasy und wird mit großer Warscheinlichkeit auch so bald nicht mehr erreicht werden.
Mehr sei dazu nicht gesagt.
Jürgen Seibold/02.05.04

Originaltitel: The Silmarillion
Übersetzung: Wolfgang Krege
c by J.G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, gegr. 1659, Stuttgart 1978

COVER:

Das Silmarillion erzählt von den Ereignissen des Ersten Zeitalters – jener fernen Epoche von Mittelerde, auf welche die Helden des Herrn der Ringe immer wieder in Ehrfurcht zurückblicken. (Und manche von ihnen, wie Elrond und Galadriel, aber auch Sauron, haben sie miterlebt.) Es ist die Zeit der Elben, der Langlebigen.

In dieser Welt, wo noch nicht alle Wege krumm sind, entwickelt sich auch die Erzählung in mächtigeren Bahnen, als wir es seither kennen. Melkor, der Meister des Verrats, raubt die Silmaril, in denen das Licht verschlossen liegt, das älter ist als Sonne und Mond; und Feanor und seine Söhne, um sie zurückzugewinnen, sagen ihm einen hoffnungslosen Krieg ohne Ende an. Ein Erdteil von Geschichten kommt in Bewegung, Geschichten, die in den Liedern der Elben besungen und hier im Silmarillion erzählt werden.

Originaltitel: Nobody’s Son, Ace Books / Berkley Publ. Group, New York 1995
Übersetzung: Hannes Riffel
c der deutschsprachigen Ausgabe: 2000 Argument Verlag, Hamburg
ungekürzte Taschenbuchausgabe Piper Verlag GmbH, München
Februar 2005

COVER:

Zu diesem Buch:
Seit vielen Jahrhunderten belegt die sagenumwobene Rote Festung inmitten des Gespensterwaldes das Land mit einem Bann. Eine fürstliche Belohnung winkt dem Helden, der den Wald durchquert und den grausamen Bann bricht. Beherzt macht sich der junge Tagelöhner Mark auf den Weg, und mit Mut und Verstand gelingt ihm, woran unzählige Männer vor ihm gescheitert sind. Der König beschenkt ihn mit Ländereien und gibt ihm seine Tochter zur Frau. Doch die schöne Prinzessin hat ihre eigenen Vorstellungen vom Leben, und Marks Heldentat ruft zudem uralte Geister auf den Plan, die plündern durch das Land streifen. Diesmal lassen sich seine Widersacher nicht so leicht besiegen…

Sean Stewart, 1965 in Texas geboren, gilt als eine der originellsten Stimmen des Magischen Realismus – als angloamerikanisches Pendant zu Gabriel García Márquez. Seine Romane wurden mehrfach mit begehrten Genre-Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Arthur Ellis Award, dem Sunburst Award und dem World Fantasy Award. Sean Stewart lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Davis, Kalifornien. Zuletzt erschien von ihm auf deutsch “Hexensturm”.

REZENSION:

“Der Schwarze Dolch” von Sean Stewart handelt von dem jungen Tagelöhner Mark, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Land von dem Bann der Roten Festung inmitten des Gespensterwaldes zu befreien. An dieser Aufgabe scheiterten vor ihm bereits viele berühmte und namhafte Ritter und Edelleute. Er macht sich trotzdem auf den Weg und schafft, was den anderen verwehrt blieb.
Als Dank für diese Befreiung erhielt er einen freien Wunsch seines Königs und wünscht sich dabei frecherweise die Hand der jüngsten Tochter des Königs. Nachdem natürlich nur ein Edelmann eine Königstochter ehelichen darf, erhält er somit ganz nebenbei einen Titel und großzügige Ländereien am Rand des Gespensterwaldes.
Nun entpuppt sich jedoch seine Heldentat als Fluch, da damit uralte Geister geweckt wurden und dem Land neue Gefahren aufdrängen. Nicht nur, daß er als vermeintlicher Held von den Bürgern und vom königlichen Hof zur erneuten Rettung aufgefordert wird, hat er auch noch erhebliche Probleme mit seiner Frau, der Prinzessin. Denn wie sich zeigt, besitzt sie einen sehr starken, eigenen Kopf und möchte vieles anders erleben als er es sich vorgestellt hat…
Sean Stewart schuf hiermit einen Fantasy-Roman, der die Rahmenhandlung eines Märchens hat und dieses mit unglaublich viel Witz und Ironie erzählt.
Von Seite zu Seite steigert sich der Spaß an der Darstellung der Eigenheiten von Edelleuten und der allgemeinen höfischen Gesellschaft mit ihren Intrigen und Verrücktheiten. Ebenso erfreulich ist das Zusammenprallen Marks mit der Prinzessin, welche sich fast immer und mit einer typisch weiblichen Leichtigkeit durchzusetzen weiß.
Hinzu kommen die offenbarten Gedanken Marks, der sich selbst weder als Held betrachtet, noch glaubt, jemals das Leben am Hofe zu verstehen und zu durchschauen.
Somit entstand ein schöner, märchenhaft anmutender Roman, der zu überzeugen weiß und ganz nebenbei zeigt, das man als “kleines Licht” viel menschlicher ist und sein kann, als die hochnäsigen “Oberen” der Gesellschaft.
JS/04.03.05

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