Markus Heitz: Des Teufels Gebetbuch

Originalausgabe März 2017
© 2017 Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-65419-4
ca. 670 Seiten

COVER:

In einem edlen Kasino in Baden-Baden arbeitet der Ex-Spieler Tadeus Boch als Sicherheitskraft, um sich gegen seine große Sucht abzuhärten: Karten. Doch seine Willensstärke und Entschlossenheit werden auf eine harte Probe gestellt, als er eines Abends unerwartet in den Besitz einer jahrhundertealten Karte gerät: einer wunderschön gestalteten Pik-Neun.
Schon bald sind ihm unbekannte Angreifer auf den Fersen. Tadeus muss herausfinden, was es mit der Pik-Neun auf sich hat, um besser auf weitere Attacken vorbereitet zu sein. Bei seinen Recherchen trifft er auf Hyun Poe, deren Verlobter bei einer Partie des in Vergessenheit geratenen Kartenspiels Supérieur umkam. Hängen die Vorkommnisse zusammen? Dann ist plötzlich von dem “wahren Gebetbuch des Teufels” die Rede. Schnell wird Tadeus klar, dass er Hyuns Hilfe und ihre außergewöhnlichen spirituellen Eigenschaften braucht, um das Rätsel um die Pik-Neun lüften zu können.

REZENSION:

“Des Teufels Gebetbuch” ist vom Grundsatz her ein reiner Thrillerroman, in dem jemand bedroht und verfolgt wird. Dieser gleichzeitig versucht, mehr über die Hintergründe heraus zu bekommen und dadurch nur noch mehr ins Visier seiner Gegner gerät.
Nun, “Des Teufels Gebetbuch” ist aber von Markus Heitz, der doch hauptsächlich mit mystischen und fantastischen Romanen seinen Weg gefunden hat. Hat er nun einen reinen Thriller vorgelegt?
Mitnichten! “Des Teufels Gebetbuch” geht hier einen Schritt weiter und es werden vom Autor sehr viele mystische und übersinnliche Elemente rund um historische Kartenspiele eingefügt, um dabei das Thrillergenre zu durchbrechen und somit einen Crossover-Roman mit historischen Kapiteln ebenso zu verwenden als auch besagte Mystikelemente der fantastischen Art.
Die Geschichte ist recht rasant dargestellt und selbst ohne die geschickt eingefügten historischen Kapitel, die den Ursprung dieses Kartenspiels erklären, würde der Roman funktionieren. Die historischen Elemente könnten fast einen eigenen Roman darstellen – geben hier jedoch dem Plot erheblich mehr Tiefe. Es war mir als Leser dabei immer wieder eine Freude, von der Gegenwart für einige Seiten in die Vergangenheit eintauchen zu können.
Das Hinzufügen von dezenter Hexerei als auch den gefährlichen Eigenschaften der Karten führte bei mir zu noch mehr Freude. Ich persönlich liebe es, wenn Gegenwartsthemen in die Fantastik abdriften, dabei aber dennoch kurioserweise sehr plausibel bleiben.
Man erkennt dem Roman auch die erbrachten Recherchetätigkeiten an, die dafür sorgen, dass der gesamte Plot über und um die Karten mehr Dichte erhält. Sehr gut fand ich dabei die Idee des Autors, weitere Hintergründe in den Anhang zu packen, um die Geschichte nicht zu sehr mit weiteren Details voll zu stopfen. Die in der Story direkt eingewobenen Hintergründe und Erklärungen sind passend und durchaus ausreichend, um den Plot in seiner rasanten Fahrt nicht zu blockieren. Gleichzeitig bekommt man bei Interesse mehr Informationen, wenn man sich noch dem Anhang widmet.
Erschreckend ist dabei, mit welchen spielerischen Abartigkeiten sich reiche Menschen eventuell die Zeit vertreiben – für mich klingt das Kartenspiel Supérieur sehr nach russischem Roulett und somit lass ich da mal sicherheitshalber die Finger weg…
“Des Teufels Gebetbuch” ist jedenfalls ein echter Markus Heitz, der den Leser auf interessante und eingängige unterhalten kann und dabei auch vor keinen genreübergreifenden Einflechtungen Halt macht.
Ich persönlich hätte gerne noch einen Touch mehr Spannung und Boshaftigkeit erwartet. Das ist aber schon Jammern auf hohem Niveau.
Jürgen Seibold/18.03.2017
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Markus Kastenholz: Rotjäckchen und der perverse Wolf

© 2016 Eldur Verlag, Aachen
ISBN 978-3-937419-22-0
ca. 192 Seiten

COVER:

Sechs Geschichten, von denen die titelgebende den größten Raum einnimmt.

Aber handelt es sich dabei nun um Fantasy, Horror, eine blutig-eklige Märchenparodie oder vielleicht irgendwie alles zusammen …? Wir können es auch nicht sagen, und das gilt für die meisten der anderen Geschichten ebenfalls.

Aufgrund der düsteren Stimmungslage und der vielen Hektoliter Kunstblut, die eine Verfilmung erfordern würde, haben wir diese Sammlung letztlich unter Horror eingeordnet, wohlwissend, dass sie eigentlich in keine Schublade passt. Außer in die eine große Hauptschublade unseres Verlags:

Bloß nicht langweilen.

REZENSION:

Die Geschichten von Markus Kastenholz verfolgen mich schon viele Jahre. Wenn ich mich nicht täusche, waren Kastenholz’ Werke mit die ersten auf dieser Homepage. Zumindest die ersten eines aufstrebenden Autors, die ich erhalten hatte.
Interessanterweise konnte er mich mit jedem seiner Bücher außerordentlich gut unterhalten. Mir fällt heute noch ein sehr lokal angehauchtes Werk namens “Breisgauer Geschichten” ein, bei dem zwar das Cover so gar nicht nach interessantem Inhalt aussah, jedoch der Inhalt genau das Gegenteil darstellen sollte.
Darüber hinaus gab es immer wieder einige Kurzgeschichten des Autors in verschiedensten Büchern, die immer für sehr gute Leser-Unterhaltung sorgten.
Nun also ein weiterer Band – diesmal veröffentlicht beim Eldur-Verlag, der ebenfalls schon seit Jahren von mir besprochen und somit gelesen wird. Auch hier gab es noch nie etwas Negatives zu verzeichnen.
Nun also ein Buch mit dem doch recht irritierenden Titel.
Wie sich aber herausstellen sollte, macht die Titelgeschichte einfach nur Spaß – man könnte zwar locker sagen, es ist einfach eine Neuinterpretation des netten Märchens; dies würde dem aber nicht gerecht werden. Ist die Idee doch außerordentlich interessant und irgendwie auch witzig in ihrer Ausführung.
Schon einmal ein sehr gelungener Start in diesen Kurzgeschichtenband.
Es gibt dann noch fünf weitere Geschichten, die durchweg die Qualität dieses Autors aufzeigen. Ein durchweg gelungener und ideenreicher Kurzgeschichtenband, der wirklich zu hundert Prozent überzeugt und für gelungene Unterhaltung sorgt. Ich kann somit dieses Werk wirklich nur empfehlen und ich bin jetzt schon gespannt, welche Werke Kastenholz noch so auf das Papier bringen wird.
Ach ja: Die letzte Geschichte “Der letzte Gast” kommt mir irgendwie sehr sehr bekannt vor. Ich werde bei dieser das Gefühl nicht los, sie bereits irgendwann schon einmal gelesen zu haben.
Sollte das wirklich der Fall sein, ist es aber auch egal, denn ich halte diese Story für einen absoluten Höhepunkt und mochte sie sicher bereits beim ersten Mal. Allein für die gelungene Idee ziehe ich bereits meinen Hut. Einwandfrei umgesetzt.
Schlussendlich ist dieser Kurzgeschichtenband simple gesagt einfach nur zu empfehlen.
Jürgen Seibold/18.02.2017
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Wolfgang Hohlbein: Der Hexer 08 – Engel des Bösen

Genehmigte Sonderausgabe für Sammler-Editionen in der Verlagsgruppe Weltbild GmbH, Augsburg
© 2003 Wolfgang Hohlbein

COVER:

Bei einer Seance kommt Robert Craven auf die Spur eines fremden Geistes, der sich im Körper von Cindy, die eigentlich schon vor langer Zeit verstarb, eingenistet hat. Shadow, der Geist der sich ihres Körpers bedient, sammelt Millionen von Ratten als graue Armee um sich. Als Howard und Robert die Pläne des geistes gefährden, wirft Shadow ihnen ihr Heer entgegen. Nur knapp können sie entkommen, doch auf dem nahe gelegenen Friedhof von St. Aimes erwartet sie Shub-Niggurath, einer der GROSSEN ALTEN …

REZENSION:

Wie in der davor geschriebenen Rezension bereits erwähnt, sorgte auch dieses Buch für einen kurzen Zeitvertreib auf der eigentlichen Suche nach einer neuen Lektüre. Es ist erstaunlich, wohin manchesmal das eigenen Gehirn abdriftet und sich somit extrem schwer tut, sich für eine Wunschlektüre zu entscheiden. Eventuell war es aber auch einfach der Wunsch der eigenen Gedanken, sich mal wieder den gesammelten Werken des Hexers zu widmen – befinden sich doch noch alle weiteren Bände ungelesen im Regal. Nun, mit Band 8 konnte ich mich dem Ende einen Schritt nähern, nichts desto trotz wird nun jedoch erneut eine Pause eingelegt. Ich bin gespannt, ob es wieder einige Jahre dauern wird, bis ich dann den neunten Band zur Hand nehme.
Es stellt sich jedoch die Frage, woran dies wohl liegen mag. Handelt es sich doch um eine doch recht gelungene Heftromanreihe längst vergangener Zeiten. Eventuell ist dies aber auch der Grund dafür: Man braucht Muse, um eben in diese Zeiten wieder eintauchen zu können und sich somit gedanklich wieder in die eigene Jugendzeit zu versetzen. Als aktuelle Lektüre muss man sich nämlich dies immer vor Augen halten, da die Reihe sonst einfach nicht mehr funktioniert. Dies mag aber sicher am fortgeschrittenen Alter und/oder Anspruchsdenken liegen – kann sein, dass die Hexer-Reihe Neueinsteiger noch durchweg überzeugen kann.
Im vorliegenden Band jedenfalls befinden sich die Hefte mit den Titeln “Wenn der Stahlwolf erwacht”, “Engel des Bösen” und “Im Land der GROSSEN ALTEN” und weiterhin besteht der eigentliche Reiz darin, dass die Hexer-Hefte ein Sammelsurium eingewebter Gruselthemen der Weltliteratur (insbesondere natürlich Lovecraft) darstellen und diese geschickt integrieren. Dadurch findet man auch immer wieder Anknüpfungspunkte, die Literaturkenner dieses Genres zum Schmunzeln bringen. Dem gegenüber steht natürlich die unvermeidliche Vorhersagbarkeit und Vorgehensweise des jeweiligen Heftes. Dies kann man dem Werk aber nicht vorwerfen, da dies nun einmal zum Konzept einer Groschenromanreihe gehört.
Kurzum gesagt: Es war mal wieder ganz nett und erfrischend, in diese beiden (Band 7 und 8) Bände einzutauchen – der nächste Band muss aber noch ein wenig seiner Entdeckung harren, da nun mal wieder etwas anspruchsvolleres gewünscht wird.
Eines jedoch ist trotzdem sicher: Eines Tages tauche ich erneut ein.
Jürgen Seibold/13.02.2016

Wolfgang Hohlbein: Der Hexer 07 – Im Bann des Puppenmachers

Genehmigte Sonderausgabe für Sammler-Editionen in der Verlagsgruppe Weltbild GmbH, Augsburg
© 2003 Wolfgang Hohlbein

COVER:

Die Tempelritter um Ger Looskamp in Amsterdam bemächtigen sich Robert Cravens, um mit ihm ein außer Kontrolle geratenes Tor der GROSSEN ALTEN zu vernichten. Nur der Sohn des Magiers, Roderick Andara hat die Macht dazu. Glaubt Robert, als Looskamp ihn aus seinem Gefängnis holen lässt.
Doch schon die Fahrt auf den Grachten zum Labyrinth verläuft nicht ohne Überraschungen. Plötzlich haben es die Templer und Robert mit einer Übermacht von tobenden Wikingern zu tun. Als sie sich schließlich doch dem Herz des Labyrinths nähern, lässt Looskamp Robert nicht dagegen kämpfen. Was hat Looskamp wirklich vor?

REZENSION:

Normalerweise entscheide ich mich bereits im Endspurt eines Buches darüber, welches Buch als nächstes dran kommen soll. Ab und an bin ich mir aber nicht sicher und dann entsteht ein sehr unglückliches Vakuum und ich rase wie ein gejagtes Kaninchen durchs Haus und blättere durch eine Vielzahl unterschiedlichster Werke. Alles, um eine Entscheidung zu treffen.
Ich fühle mich dabei wohl wie eine Frau vor einem vollen Kleiderschrank mit dem Ausspruch “Ich habe nichts an zu ziehen!!”.
Nun, in diesem Fall wendete ich mich dann den seit zig Jahren bei mir befindlichen Hexer-Bänden zu, die irgendwie immer noch ihrer Entdeckung harren.
Stellt sich natürlich die Frage, ob so etwas im gehobenen Alter und mit geändertem Anspruch noch funktionieren kann. Handelt es sich doch eher um Nostalgie einer Groschenromanreihe, die ihren Zweck virtuos in einer längst vergangen Zeit erfüllten, jedoch sicher nur noch schwer den Sprung in die heutige Zeit schaffen können – oder?
Nun, im vorliegenden Band befinden sich – wie in fast jedem – drei Hefte der damaligen Reihe. Hierin enthalten die Hefte “Das Haus unter dem Meer”, “Im Bann des Puppenmachers” und “Das Mädchen aus dem Zwischenreich”.
Beim Lesen dieses Bandes muss man sich natürlich immer vor Augen halten, dass hier eine Heftromanreihe abgelichtet ist. Aus diesem Grund darf man sicher nicht über die immer wieder vorherrschende und somit gleiche Vorgehensweise in der Dramatik aufregen. Dies war und ist sicher auch heute noch einfach Konzept einer Serie. Deswegen drücke ich hier einfach mal ein Auge zu.
Der Inhalt ist immer noch ausreichend interessant, da man als Kenner der Gruselliteratur immer noch sehr viele Referenzen erkennen kann. Dieses Konzept fand ich auch wirklich klasse bei dieser damaligen Heftreihe.
Ganz funktionieren scheint die Reihe aber leider doch nicht mehr – nichts desto trotz konnte ich damit mal wieder in längst vergangene Zeiten eintauchen. Einen Tiefgang darf man aber definitiv nicht erwarten. Leider nicht mehr ganz zeitgemäß, aber zu seiner Zeit immer noch als Klassiker zu betrachten und somit ganz interessant als kurzes Häppchen zum gedankenlosen Zeitvertreib.
Ich denke, man kann sich das ein oder andere Mal diesem Thema widmen – insbesondere, wenn man mal wieder nicht wirklich weiß, was man lesen soll.
Zur Sicherheit widmete ich mich auch noch dem nächsten Band….
Jürgen Seibold/12.02.2017

Joe R. Lansdale: Drive-In (Die Trilogie)

Lansdale_DriveinOriginaltitel: The Complete Drive-In
© 2009 by Joe R. Lansdale
© 2015 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-67672-5

COVER:

Stellt euch ein Autokino vor, das groß genug ist, viertausend Autos zu fassen. Dann habt ihr eine Idee vom Orbit, dem größten Drive-in von Texas. Jeden Freitag gibt es dort die All-Night-Horror-Show. Genau hier sind wir jetzt, alles ist perfekt. Aber plötzlich taucht aus dem Nichts dieser blutrote Komet auf. Schlagartig ist das Orbit von der Außenwelt isoliert, eingeschlossen von einer tödlichen Leere. Es gibt kein Entrinnen. Die Nahrungsmittel werden knapp. Erste Fälle von Totschlag und Kannibalismus treten auf. Doch das Schlimmste steht uns erst bevor …

REZENSION:

Der Name Joe R. Lansdale verfolgte mich schon sehr lange, da ich irgendwie jedesmal, wenn ich auf der Jagd nach neuem Lesestoff war, auch über das ein oder andere Lansdale-Buch stolperte. Jahrelang ließ ich diesen Autor aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen trotzdem links liegen. Woran das gelegen haben mochte, entzieht sich leider meiner Kenntniss.
Irgendwann las ich aber die Coverbeschreibung von Drive-In und war von dieser Idee – Menschen werden in einem Autokino von der Außenwelt isoliert – sehr angetan, wenn nicht gar absolut angefixt.
Natürlich griff ich dann sogleich zur kompletten Trilogie, in der Hoffnung, hier einen absoluten Blockbuster vor mir zu haben.
Diese Hoffnung sollte sich auch beim Genuss des ersten darin enthaltenen Buches aufrecht erhalten bleiben und ich befand mich urplötzlich mitten drin im abgeschnittenen Autokino und folgte den Geschehnissen nahezu ungebremst.
Lansdale lässt dabei nichts aus und legt einen sehr trashigen und unverblümten Roman vor, der für eine sehr gute und interessante Unterhaltung problemlos sorgen konnte.
Gegen Ende des ersten Bandes steigt der Trashfaktor – bleibt aber noch in einem annehmbaren und sogar witzig anmutenden Rahmen.
Jedoch hätte ich wohl danach aufhören sollen, denn die beiden Folgebände hinterließen einen sehr widersprüchlichen Geschmack. Die Protagonisten verlassen das Autokino und finden sich einer gänzlich neuen und abstrakten Welt wieder. Dies wäre noch nicht das Problem, da mir so etwas grundsätzlicher weise sehr gut gefällt. Irgendwie kam ich aber nach dem fulminanten Start nicht mehr richtig in die Geschichte herein, konnte aber gleichzeitig das Buch nicht einfach schließen und als abgebrochen betrachten.
Somit fristete es sein Dasein als Lückenfüller: Ich begann mit anderen Büchern und widmete mich immer mal wieder – so als Zwischendurchhäppchen – einigen Kapitel dieses Werkes.
Allein dabei wurde mir schon klar, dass ich mir nicht ganz sicher bin, ob es mir nun gefällt oder eben nicht. Einerseits musste ich mich zum Weiterlesen zwingen, andererseits wollte ich auch wissen, wie es denn nun weitergeht.
Dies zog sich durch das gesamte zweite Buch und wurde anfangs beim Start des Finalstückes nur latent besser. Nichts desto trotz konnte mich Buch 3 wieder etwas näher an die Geschichte heranführen und ich erkannte, dass ich mich nun plötzlich wieder öfters diesem Werk widmete.
Das dritte Buch wirkt dabei sogleich noch trashiger und lässt Horrorelemente mehr und mehr ins Hintertreffen geraten. Störte jedoch nicht, denn die abgedrehte Story mit vielen Anteilen im Bauch eines Fisches(!) hatte irgendwie ihren Reiz.
Ich hoffte sehr auf ein starkes Ende, damit meine sehr lange Mühe mit diesem Band nicht umsonst gewesen sein sollte.
Erfreulicherweise sorgt Lansdale für einen sehr nachdenklichen und philosophischen Schluss, wodurch er mich wieder überzeugen konnte.
Nichts desto trotz handelt es sich bei dieser Trilogie um ein Werk, zu dem ich mich einfach zu oft zwingen musste. Dementsprechend schwer fällt es mir, ein durchweg positives Statement abzugeben, viel zu Durchwachsen ist meine Meinung über dieses Werk. Das schwenkt wirklich über die gesamte Range von Genial bis absoluter Quatsch.
Vielleicht hätte ich auch einfach erst mit anderen Werken dieses Autors anfangen sollen…
Jürgen Seibold/26.08.2016

Drive-In: Die Trilogie erstmals in einem Band – KAUFEN BEI AMAZON

Peter Lancester: Die eiserne Hand (Die Chroniken der Anderwelten 4)

Lancester_Hand© 1988: Peter Lancester
© 2016 der deutschsprachigen Ausgabe: Eldur Verlag
ISBN 3-937419-09-X
ca. 500 Seiten

COVER:

Der vorliegende Band führt die Handlungsstränge der vorangegangenen zusammen.

Eva studiert Kunst in Köln, verarbeitet ihre Erlebnisse in einem Comic und hält sich mit Schwertübungen fit. Als sie einen unkonventionellen Engländer kennenlernt und sich Hals über Kopf verliebt, scheint sie für einen kurzen Moment ihren Platz in der Welt gefunden zu haben.

Doch Obersdorf, der Mona immer noch gefangen hält, streckt seine Hände nun auch nach Eva aus. Die Konsequenzen sind verheerend. Und je näher der Alte seinem Ziel kommt, desto seltsamer werden sowohl er als auch die Welt in seiner Umgebung.

REZENSION:

Sichtlich erfreut war ich, als ich in den sozialen Medien erfuhr, dass Peter Lancester den vierten Band seiner auf 5 Bände ausgerichteten Reihe über die Anderwelten weiter fort zu führen gedachte und schlussendlich nun auch herausbrachte.
Gleichzeitig fragte ich mich jedoch auch, ob die Geschichte noch funktionieren kann und ob ich selbst überhaupt noch in der Lage sein werde, erneut eintauchen zu können. Ein Blick in meine früheren Rezensionen zeigte mir jedenfalls, dass ich die ersten drei Bände in den Jahren 2005 und 2006 rezensierte und ich deshalb leider schon davon ausging, dass diese Reihe wohl nie mehr zu ihrem Ende finden wird.
Dementsprechend zwiespältig waren auch meine Gedanken während der ersten Seiten im vorliegenden vierten Band mit dem Titel „Die eiserne Hand“.
Nur grob konnte ich mich an Lancesters Protagonisten erinnern – und hätte mich jemand nach etwas detaillierteren Inhaltsangaben gefragt, ich hätte wohl passen müssen.
Wie sich aber erfreulicherweise herausstellten sollte, scheint sich während dem Lesen ein Tor in meinen Gedankenwelten geöffnet zu haben, denn mehr und mehr weitete sich der eigene gedankliche Horizont und schon stellte sich plötzlich keine Frage mehr nach vermeintlich vergessenen Begebenheiten.
Wie mit Zauberhand öffneten sich scheinbar einige Schubladen in meinem Kopf und ich wusste auf einmal wieder, welche Rollen in etwa Mona, Eva, Otto, Lesly und Silvana gespielt hatten. Dementsprechend war es auf einen Schlag wieder möglich, in dieses Buch ein zu tauchen. Was ich auch sehr gerne erneut tat.

Peter Lancester geht – wie auch in den ersten drei Bänden – sehr rasant vor. Sein eingängiger und unverblümter Schreibstil scheint unverändert und konnte mich erneut problemlos überzeugen. Manch einem könnte die teils derbe anmutende Sprache aufstoßen – ich persönlich gehe jedoch nach dem Prinzip, dass dies am ehrlichsten klingt, wenn eben die „Kacke“ am dampfen ist.
Wenn ich mich recht erinnere, dann spielte der dritte Band überwiegend im sagenhaften Unterhessen, dementsprechend nachvollziehbar ist es in diesem Buch, dass uns Peter Lancester hier nur partiell dorthin führt. Hierdurch fehlt der eisernen Hand zwar der bekannte und außerordentlich interessante Part in der Anderwelt – gleichzeitig ist es aber nachvollziehbar und wenn ich mir so das Ende durch den Kopf gehen lasse, werden wir dort als Leser noch ausreichend genug im nächsten, finalen Band erleben.
Alles in allem ist es absolut erfreulich, dass sich der Autor diesem Werk wieder angenommen hat und es nicht unvollendet in Vergessenheit geraten ließ.
Zehn Jahre sind natürlich eine verdammt lange Zeit und es wird mit Sicherheit manch einem schwer fallen, wieder in diese interessante Geschichte abzutauchen. Nichts desto trotz lohnt es sich abermals und weiterhin, den Personen und ganz besonders dem sagenhaften Unterhessen weiterhin die Stange zu halten und treu zu bleiben. Wollen wir dabei einfach mal hoffen, dass wir bis zum nächsten Band nicht erneut eine ganze Dekade lang warten müssen.
Für Kenner der ersten Bände erneut und ohne Einschränkungen durchweg zu empfehlen – wer diese nicht kennt, wird es aber mit diesem Buch als Einsteiger sehr schwer haben, da der Autor nicht explizit auf frühere Begebenheiten eingeht. Dies ist zum einen positiv, da für den Kenner nur störend, zum anderen könnte er aber dadurch einige Leser eventuell vergraulen oder nicht bekommen.
Diesen sei aber einfach der simple Hinweis gegeben: Fangt mit Band 1 an und genießt die Geschehnisse in diesem Fantasy-Thriller – ihr müsst dann auch keine so lange Wartezeit einplanen.
Jürgen Seibold/08.8.2016
Die eiserne Hand: Die Chroniken der Anderwelten 4 KAUFEN BEI AMAZON

Thomas Thiemeyer: Babylon

thiemeyer_babylon©2016 Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-65363-0
ca. 524 Seiten

COVER:

Um nach aufreibenden Abenteuern zur Ruhe zu kommen, erholt sich Hannah Peters mit Mann und Tochter an einem idyllischen Ausgrabungsort auf dem Peloponnes. Doch als ihr schwerreicher Mäzen Stromberg mit einem neuen Auftrag eintrifft, ist es vorbei mit dem Frieden:
Inmitten der irakischen Wüste, jener Gegend, die niemals zur Ruhe zu kommen scheint, sind Forscher auf ein rätselhaftes Bauwerk gestoßen. Sein Zweck ist noch nicht ersichtlich – doch es entsendet bedrohliche elektromagnetische Wellen.
Was Hannahs Team entdeckt, übertrifft die kühnsten Erwartungen aller: eine pyramidenartige Konstruktion, die sich, anstatt in den Himmel, in immer engeren Spiralen hinunter in die Erde schraubt. Ein Höllenschlund, der fatal an Dantes Unterwelt erinnert. Und was immer in der tiefsten seiner Kammern erwacht ist – ein vorzeitlicher Mechanismus oder eine uralte rachsüchtige Gottheit -, es hat das Ende der Menschheit eingeläutet.
Für Hannah gibt es nur eine Möglichkeit, dem Wahnsinn Einhalt zu gebieten: Sie muss die Reise in die Tiefe antreten – und dabei ihre Familie mitnehmen.

REZENSION:

Bereits seit dem ersten Roman Thomas Thiemeyers verfolge und lese ich alle Bücher von ihm. Dies liegt daran, dass er mich bis zu seinem Thriller namens “Devil’s River” durchweg sehr gut unterhalten und überzeugen konnte. Als Leser ist man aber scheinbar doch auf Dauer recht anspruchsvoll, denn nachdem mich “Devil’s River” leider nicht überzeugen konnte, verlor sich ein wenig die Hoffnung nach weiteren Werken Thiemeyers.
Nun erreichte mich BABYLON, welchem ich mich dadurch ein wenig skeptisch annäherte. Laut Coverbeschreibung handelt es sich dabei um ein weiteres Abenteuer von Hannah Peters und die Reihe um diese Archäologin konnte mich bisher immer sehr gut unterhalten – hatte sie doch immer einen kleinen Touch Indiana Jones an sich.
Wie sich beim Lesen erfreulicherweise herausstellte, konnte mich Thiemeyer nun wieder von sich bzw. seinem Werk überzeugen. In BABYLON verwebt der Autor die Mythen um das sagenumwobene Babel mit der Erzählung Dantes. Dies alles mit einer sehr aktuellen Brise an politischen Begebenheiten gewürzt entwickelt sich ein wirklich schöner und ausreichend spannender Abenteuerroman, dessen man sich über die doch erkleckliche Anzahl an Seiten nicht mehr entziehen kann.
Theimeyers Recherchen scheinen durchweg stimmig zu sein und sind somit plausibel dargelegt. Die Unruhen in der Wüste durch den IS als auch weiteren politischen Einflüssen geben dem Werk eine Aktualität, die dafür sorgt, dass man sich ungebremst im heutigen Irak wieder findet.
Hannah Peters selbst wirkt nicht mehr so taff wie in den vorherigen Bänden – dies ist aber dem Umstand geschuldet, dass sie sich nun auch noch um ihr Kind kümmern muss. Ich denke, keine Mutter kann ihre bisherige Rolle einfach mal so weiter spielen, somit ist auch dieser Umstand gut inszeniert.
Das Buch wird sicherlich nicht jedem gefallen, da Thiemeyer seinen Abenteuerroman auch mit mystischen wenn nicht gar fantastischen Elementen bereichert. Somit entsteht ein Genremix, wie es auch im bisher letzten Indiana Jones Film (Abenteuer meets Science Fiction) der Fall war. Mir persönlich macht so etwas überhaupt nichts aus – im Gegenteil, ich finde solche Vermischungen zumeist auch erheblich interessanter als reine Genreerzählungen.
Wer also kein Problem mit einer Archäologiegeschichte, angereichert mit fantastischen Elementen hat, der kann hier problemlos zuschlagen, sich einige Stunden zurück lehnen und einfach gut unterhalten lassen.
Mir hat BABYLON jedenfalls sehr gut gefallen und ich würde mich freuen, demnächst wieder etwas über Hannah Peters lesen zu können.
Jürgen Seibold/23.03.2016
Babylon: Thriller KAUFEN BEI AMAZON

Martin S. Burkhardt: ausradiert

burkhardt_ausradiert© 2016 Luzifer-Verlag
ISBN 978-3-95835-110-3
ca. 316 Seiten

COVER:

Wie fühlt sich jemand, der auf einen Schlag für die gesamte Welt unbekannt geworden ist, an den sich weder die eigene Freundin noch die Kollegen erinnern?
Genau das passiert Moritz.
Als er kurz darauf von nebulösen Erscheinungen angegriffen und beinahe getötet wird, ist das erst der Anfang eines schrecklichen Albraumes…

REZENSION:

Beim Lesen der Coverbeschreibung dachte ich als Erstes an die üblichen Geschichten, in denen jemandem seine eigene Identität geklaut wird und er daraufhin allumfassende Probleme in seinem Leben bekommt. Sind wir doch angewiesen auf digitale Informationen, sei es die EC-Karte, staatliche Identitäten, etc.
Martin S. Burkhardt geht aber doch gänzlich anders vor: Moritz wird einfach nicht mehr erkannt! Ganz egal, ob es sich um seine Arbeitskollegen handelt oder gar um seine Freundin.
Dieser Umstand belebt das Buch ungemein, denn es fesselt einen als Leser förmlich, mit welchen Problemen Moritz hierbei zu kämpfen hat.
Ab und an unterlaufen dem Autor dabei aber ganz kleine Fehler, bzw. hätte ich eine andere Erwartung gehabt. Als Beispiel sei hier das Problem genannt, als Moritz’ Schlüssel nicht mehr in sein eigenen Wohnungsschloss passt. Der Anruf beim Vermieter führte zu keinerlei Problemen – ich rechnete damit, dass Moritz auch dort nicht mehr als Mieter bekannt ist und deswegen das Schloss nicht zu öffnen ist.
Dies ist aber wohl der Geschichte geschuldet oder einfach nur ein kleiner Lapsus. Nichts desto trotz ist “ausradiert” ein geschickt geschriebener Thriller mit einem schlussendlichen Drift in Richtung Fantasy. Mit sowas kann man mich problemlos überzeugen, da ich Genreüberschreitungen einfach liebe.
Martin S. Burkhardt schreibt sehr eingängig und überzeugend. Die Spannung wird geschickt aufrechterhalten und man könnte noch ewige Seiten lang über die resultierenden Probleme Moritz bei der Suche nach Verständnis und Verstehen folgen.
Ab und an ist die Story ein wenig konstruiert und manchmal hatte ich mit meiner gedanklichen Vorhersage auch recht, dies wirkt sich aber nicht wirklich störend aus und somit ist Burkhardt erneut ein ziemlich guter Thriller mit fantastischen Elementen gelungen.
Ich bin jetzt schon gespannt, welche weiteren Buchideen noch von diesem Autoren zu erwarten sind.
Jürgen Seibold/15.03.2016
Ausradiert: Roman KAUFEN BEI AMAZON

Neil Gaiman: American Gods

gaiman_aGodsTitel der amerikanischen Originalausgabe: American Gods
Aus dem Englischen von Hannes Riffel
© 2001 by Neil Gaiman
© 2015 für die deutschsprachige Ausgabe by Bastei Lübbe AG, Köln
ISBN 978-3-7325-0744-3

COVER:

Als Shadow aus dem Gefängnis entlassen wird, ist nichts mehr wie zuvor. Seine Frau wurde getötet, und ein mysteriöser Fremder bietet ihm einen Job an. Er nennt sich Mr. Wednesday und weiß ungewöhnlich viel über Shadow. Er behauptet, ein Sturm ziehe auf, eine gewaltige Schlacht um die Seele Amerikas. Eine Schlacht, in der Shadow eine wichtige Rolle spielen wird …

Eines der meistbeachteten Bücher des letzten Jahrzehnts: eine kaleidoskopische Reise durch die Mythologie und durch ein Amerika, das zugleich unheimlich vertraut und völlig fremd wirkt. Erstmals ungekürzt auf Deutsch und komplett neu übersetzt.

“Originell, fesselnd und unendlich einfallsreich.”
George R. R. Martin

REZENSION:

Nach drei Jahren wird Shadow aus der Haft entlassen. Sogleich macht er sich auf den Weg zu seiner Frau, muss jedoch noch während seiner Fahrt erfahren, dass diese bei einem Autounfall ums Leben kam.
Auf dem Weg zu Ihrer Beerdigung trifft er auf den mysteriösen Wednesday, der ihm ein lukratives Angebot macht.
Ab diesem Augenblick tappen wir gemeinsam mit Shadow zumeist im Dunkeln, da sich lange nicht herausstellt, was es mit Wednesday auf sich hat.
Sehr detailliert erzählt begleiten wir als Leser Shadow auf seiner Reise durch die Staaten und seinem Treffen auf die kuriosesten Gestalten.
Nach und nach stellt sich heraus, dass es in der Geschichte um den verlorenen Glauben der Menschen geht. Shadow lernt Götter kennen, die sich vom Glauben ernähren, somit oft nur noch ein Schatten ihres selbst sind. Wer kennt wirklich noch die alten Gottheiten längst vergangener Zeiten? Heißen unsere Gottheiten mittlerweile nicht eher Medien, Internet und Fortschritt? – Ja, und schon lernen wir die Widersacher der alten Götter kennen.
American Gods von Neil Gaiman ist dabei wahrlich keine leichte Lektüre. Sehr oft wollte ich sie auch einfach zuklappen und in die Ecke werfen. Interessanterweise entwickelt der Inhalt aber eine Eigendynamik, die mich als Leser immer wieder zurück gerufen hat. Wollte ich doch nun wissen, wie es weitergeht.
So wirklich spannendes kommt – bis auf wenige Ausnahmen – auch nicht vor in diesem nicht gerade dünnen Werk. Nichts desto trotz baut Neil Gaimon eine tiefgehende Geschichte auf, deren Entwicklung man einfach folgen muss.
Dieser innere Zwiespalt blieb auch bis zum Ende des Buches bestehen und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob es mir gefallen hat oder eben nicht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich bei diesem Werk die Geister scheiden werden: Man mag es oder es wirkt überhaupt nicht.
Die einzelnen Aspekte in diesem Buch sind aber schlußendlich doch interessant genug, um mit dem Genuß fort zu fahren. Dieser Genuß ist aber teilweise anstrengend, da man oft das Gefühl hat, etwas verpasst zu haben. Dies ist aber ebenso Programm des Autors und er schafft es , alles zum Ende hin aufzulösen beziehungsweise zu verknüpfen.
Alles in allem ein wahrlich zwiespältiges Werk, dessen Sog man sich irritierender Weise aber irgendwie nicht entziehen kann.
Jürgen Seibold/12.11.2015

American Gods: Roman KAUFEN BEI AMAZON

Richard Matheson: Hell House

Hellhouse©1999 Richard Matheson; (P)2008 Blackstone Audio, Inc.
Audible Hörbuch

COVER:

For over 20 years, Belasco House has stood empty. Regarded as the Mt. Everest of haunted houses, its shadowed walls have witnessed scenes of unimaginable horror and depravity. All previous attempts to probe its mysteries have ended in murder, suicide, or insanity.

But now, a new investigation has been launched, bringing four strangers to Belasco House in search of the ultimate secrets of life and death. A wealthy publisher, brooding over his impending death, has paid a physicist and two mediums to establish the facts of life after death once and for all. For one night, they will investigate the Belasco House and learn exactly why the townsfolk refer to it as the Hell House.

Hell House, which inspired the 1973 film The Legend of Hell House, is Matheson’s most frightening and shocking book, and an acknowledged classic of the genre.

REZENSION:

Nachdem ich immer mal wieder Hörbücher in der englischen Originalausgabe versuche, um meine eigenen Fremdsprachenkenntnisse am Leben zu erhalten, widmete ich mich diesmal Richard Mathesons Hell House.
Hell House ist natürlich ein absoluter Genreklassiker und Matheson war sichtlich ein Garant für dieses Genre und konnte eine Vielzahl an nennenswerten Werken für sich verbuchen.
Bei Hell House wiederum hatte ich noch den Film im Hinterkopf namens The Legend Of Hell House, welcher eine sehr stimmungsvolle und dezent gruselige Story erzählt. Im Film funktioniert auch noch ein klein wenig der übliche Horror innerhalb eines alten Hauses und ich bin mir ziemlich sicher, dass Hell House wegweisend für viele weitere Horrorhausgeschichten war und ist.
Das Buch jedenfalls hat mich dabei ein wenig verlassen, denn Matheson bleibt in seiner Geschichte hochgradig wissenschaftlich und lässt dabei den sanften Grusel ein wenig auf der Strecke.
Beim Sprachenlernen lernt man dabei zwar eine Vielzahl an parapsychologischen Begriffen kennen, aber das sanfte Entwickeln einer zarten Gänsehaut im Nacken bleibt leider auf der Strecke.
Die Geschichte hat natürlich schon einige Jahre auf dem Buckel – aber gerade bei alten Geschichten hielt ich es immer für durchaus interessant, den frühzeitigen Grusel zu erfahren.
Somit halte ich ausnahmsweise die Verfilmung fast für einen Touch besser – nehme aber dieses Werk trotzdem weiterhin als Klassiker des Genres zur Kenntnis und werde mich demnächst wohl I Am Legend von Matheson widmen.
Jürgen Seibold/15.10.2015
Hell House – HÖRBUCH KAUFEN BEI AMAZON

Fred Ink: Fünf Tode

ink_fünftode© 2014 Fred Ink
ISBN 978-1495375606
ca. 208 Seiten

COVER:

Seit er ein kleiner Junge war, sieht Tim die Zarge: unheimliche, rauchartige Wesen, die niemand sonst wahrzunehmen scheint. Sie haben es auf seine Schwester abgesehen, und sie tauchen immer dort auf, wo Menschen ums Leben kommen.
Was haben sie vor? Und wo kommen sie her?
Tim muss sterben, um Antworten zu finden. Gezeichnet kehrt er zurück, nur um festzustellen, dass er etwas von der anderen Seite mitgebracht hat. Etwas Böses.
Der wahre Horror hat gerade erst begonnen.

REZENSION:

Tim sieht rauchartige Wesen. Kein anderer scheint diese zu sehen. Somit ist es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis Tim sich selbst einweisen lässt.
Tim war aber auch schon auf der anderen Seite – zumindest wurde er vom Tod zurückgeholt. Kann das der Grund sein? Ist er verrückt? Oder steckt doch mehr dahinter, als es Anfangs zu sein scheint.
Fred Ink landete mit seinen weiteren Werken auf meiner virtuellen Leseliste, da er mich mit seinem Roman Crossover bereits uneingeschränkt unterhalten konnte.
Stellt sich natürlich nun die Frage, ob er dies auch mit einer doch etwas verrückt klingenden Geschichte weiterhin kann.
Es stellte sich dabei aber erfreulicherweise recht schnell heraus, das dem Autor abermals ein Pageturner gelungen ist.
Die Geschichte ist wahrlich nichts für den Durchschnittsleser – hat man aber Freude an spannenden Twists und einer vordergründig krude klingenden Story, dann ist man bei diesem Autor wohl an der richtigen Stelle.
Sein Schreibstil ist absolut eingängig und somit sorgt Fred Ink dafür, dass der Leser den Buchstaben treu bleibt und versessen auf die weiteren Begebenheiten hin zu liest.
Fünf Tode – der Titel ist Programm – ist spannend erzählt, teils ein wenig plakativ (zumindest in Bezug auf Sekten), aber dennoch nur ganz selten vorhersehbar. Fred Ink baut genügend Wendungen ein, um für ausreichend Abwechslung zu sorgen. Gleichzeitig bleibt er sich treu und lässt auch kein Blatt vor dem Mund, wenn es etwas härter zur Sache geht. Dies allein sorgt meinerseits schon für ausreichend Freude und erneut bleibt mir nichts übrig, als auch vorliegendes Werk des Autors empfehlen zu können.
So wie es scheint, bleibt mir nichts anderes übrig, als auch die noch übrigen Romane dieses ideenreichen Autors auf den Stapel zu legen.
Jürgen Seibold/28.07.2015
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Greg F. Gifune: House Of Rain

House_of_Rain WebDeutsche Erstausgabe
Originaltitel: House of Rain
Übersetzung: Nicole Lischewski
© 2015 Luzifer-Verlag
ISBN E-Book: 978-3-95835-081-6
ca. 96 Seiten

COVER:

Gordon Cole ist ein müder, einsamer alter Mann. Der von seinen Vietnamerinnerungen verfolgte Kriegsveteran ist seit kurzem Witwer und schlägt sich in einer Nachbarschaft durch, in der das Leben immer gefährlicher wird. Während er den Tod seiner geliebten Frau Katy betrauert, droht er im Albtraum seiner schrecklichen Vergangenheit zu ertrinken. Und dann fängt das Flüstern in der Dunkelheit an. Gnadenlos jagen ihn erschütternde Visionen, der Klang von engelshaftem Singen hängt über jeder wachen Stunde, und alle Menschen seines Umfelds scheinen sich aus Gründen gegen ihn verschworen zu haben, die er noch nicht verstehen kann.
Als der Regen beginnt und die Stadt durchtränkt, begreift Gordon, dass er sich seiner Vergangenheit stellen und das dunkle Geheimnis lösen muss, das ihn seit fast fünfzig Jahren verfolgt.
Wer war die mysteriöse Frau, die er damals in einer Bar kennengelernt hat? Was ist in dem heruntergekommenen Motel passiert, in das sie gingen? War tatsächlich überhaupt etwas geschehen?
Während Gordon nach Antworten sucht, beobachtet ihn etwas aus dem immer stärker fallenden Regen und wartet, bietet ihm an, ihn von seinen Albträumen zu befreien. Aber die Schlüssel zu Himmel und Hölle kosten einen furchtbaren Preis.
Willkommen daheim, Gordon.
Willkommen im Haus des Regens.

REZENSION:

House Of Rain ist eine sehr tiefgründige und nachdenkliche Geschichte um den einsamen Gordon, der den Tod seiner geliebten Frau einfach nicht überwinden beziehungsweise gar akzeptieren kann.
Das Buch ist mit seinen knappen einhundert Seiten beinahe als lange Kurzgeschichte zu betrachten – nichts desto trotz schafft es der Autor, in diese leider zu wenigen Seiten eine sehr bedrückende Geschichte entstehen zu lassen, die sehr ernst und auch etwas deprimierend ist. Gifune ist dabei aber ein wahrer Meister des Wortes und somit fällt es einem sehr schwer, sich diesem Psychogramm zu entziehen.
Es entsteht definitiv kein Horror- oder gar Thrillerroman mit den üblichen Inkredienzen – vielmehr handelt es sich um hochwertige und tiefsinnige Literatur, die uns als Leser mitfühlend in die Gedankenwelt Gordons eintauchen lässt. Durchweg stellt man sich die Frage, was denn nun real geschieht oder lediglich dem Empfinden Gordons entsprungen ist.
Alles in allem eine recht kurze, aber dennoch sehr interessante sowie anspruchsvolle Geschichte, die den Leser in persönlichste Abgründe führt und daran teilhaben lässt.
Man muss nur aufpassen, sich nicht von der depressiven Stimmung einfangen zu lassen.
Jürgen Seibold/17.07.2015
House of Rain: Spannung, Thriller, Mystery KINDLE-EDITION KAUFEN BEI AMAZON

Dean Koontz: Schattennacht (Odd Thomas 3)

Koontz_SchattennachtOriginaltitel: Brother Odd
© 2006 by Dean Koontz
© 2008 der deutschen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ca. 401 Seiten
ISBN: 978-3-641-07850-8

COVER:

Eine windumtoste Abtei, verlassen in den Bergen der Sierra Nevada: Dies scheint Odd Thomas nach dem gewaltsamen Tod seiner Freundin der ideale Zufluchtsort zu sein. Hier will er Ruhe finden. Doch dann verschwindet ein Mönch spurlos. Und Bodachs tauchen auf, bösartige Schattenwesen und Vorboten blutiger Katastrophen.

REZENSION:

Dean Koontz ist prinzipiell ein absoluter Garant für gelungene Spannungsliteratur. Er konnte auch problemlos den Horrorsektor erweitern und wurde manches Mal mit Stephen King in einem Atemzug genannt.
Mit Odd Thomas schuf er eine eher sympathische Gestalt mit einer besonderen Fähigkeit: Odd sieht die Toten, die ihren Weg ins Jenseits noch nicht gefunden haben. Die Person Odd Thomas ist dabei nach dem Genuß des ersten Buches sicherlich ungebremst in manches Herz des Lesers eingezogen – ist er doch durchaus sympathisch, ein wenig schrullig und naiv zwar, aber dennoch einfach jemand, den man einfach gerne näher kennenlernen möchte.
Nun ist es jedoch so, dass Koontz nach dem fulminanten ersten Band scheinbar das Zepter der Qualität aus den Händen legte – war doch Band 2 bereits weit hinter der in Band 1 aufgebauten Erwartung. Ich kann mir dabei vorstellen, dass viele Leser einfach aufgrund der Person Odd Thomas ein Auge zudrückten und nicht nur darüber hinwegsahen, sondern sich der dritten Geschichte widmeten. Mir ging es genauso: Vielleicht hatte Koontz einfach ein kurzes Tief und er holt sich selbst mit dem dritten Band hier wieder heraus.
Odd Thomas wiederum befindet sich zur Selbstfindung in einem Kloster und es ist somit nur noch eine Frage der Zeit, bis er auf Begebenheiten trifft, die eine gewisse Gefahr heraufbeschwören.
Schattennacht ist dabei ein sehr zwiespältiges Werk: Man liebt irgendwie diesen sympathischen Protagonisten – andererseits bietet die Geschichte erneut nichts wirklich besonderes.
Sicher, Elvis ist auch wieder ab und an dabei – dies zeigt, dass auch der geplante Witz weiterhin ein wenig hochgehalten wird – jedoch fehlt der Geschichte nicht nur Spannung, sondern auch das überraschende Element.
Eigentlich schade, denn mit Odd Thomas hat Dean Koontz definitiv eine Figur geschaffen, mit der sich eine ganze Kompanie an Geschichten aufbauen lassen könnte. Darüber hinaus kann man sich sehr gut vorstellen, dass viele Leser zum wahren Odd Thomas Fan werden könnten.
In diesem Fall müssen aber auch die Inhalte passen – allein aus Sympathie kann man bestimmt nicht jeden bei der Stange halten. Ich werde nun jedenfalls erst einmal die Finger von weiteren Odd Thomas Werken des Autors lassen, da mich nun bereits zwei Bücher in Folge etwas zu stark enttäuschten.
Für Neueinsteiger sei jedenfalls Band 1 als Buch weiterhin zu empfehlen – ob man dann weiterlesen soll, bleibt jedem selbst überlassen. Mal sehen, ob ich noch einmal den Versuch starte und mich dem vierten Band widmen werde.
Jürgen Seibold/11.07.2015
Schattennacht: Roman (Odd Thomas 3) KAUFEN BEI AMAZON

Thomas Thiemeyer: Devil`s River

thimeyer_Devil(c) 2015 Knaur Verlag, München
ISBN 978-3-426-51715-4
ca. 512 Seiten

COVER:

Es bedarf eines Ungeheuers, um ein Ungeheuer zu töten…
Kanada 1878. River, eine junge Frau vom Stamm der Ojibwe, muss miterleben, wie ihr Dorf von etwas heimgesucht wird, das kein Mensch sein kann. Die Hütten von einer gewaltigen Kraft zerstört, Männer und Frauen grausam ermordet, scheint eine uralte Legende zum Leben erwacht zu sein. River schwört Rache – und verbündet sich mit einem gesuchten Mörder.
England 2015. Durch den Tod ihrer Großmutter aufgerüttelt, begibt sich die Studentin Eve auf die Spur eines Familiengeheimnisses, das in der kanadischen Wildnis wurzelt …

REZENSION:

Thomas Thiemeyer ist ja spätestens seit seinen spannenden Abenteuerromane ein absoluter Garant für gute Unterhaltung. Dementsprechend euphorisch widmete ich mich seinem neuesten Werk mit dem spannend klingenden Titel DEVIL`S RIVER.
Seine Geschichte geht auch recht interessant los – insbesondere die unterschiedlichen und auch in unterschiedlichen Zeiten stattfindenden Erzählstränge sind genau das richtige für mich.
Man kommt dadurch auch ziemlich schnell in die Geschichte rein. Mehr und mehr hatte ich aber das Gefühl, dass Thiemeyer in diesem Fall mich als Zielgruppe wohl ausgeschlossen hat – ich erwartete mir einen spannungsgeladenen Roman voll mit mystischen Elementen. Leider kamen diese nicht in der ersten Hälfte des Buches und somit folgte ich einer angenehm erzählten Westerngeschichte, die durch die geschickte Erzählweise des Autors gut zu lesen ist, jedoch aus meiner Sicht keine besonderen Höhepunkte zu Stande bringt.
Ob sich das alles noch dreht, beziehungsweise spannender wird, entzieht sich meiner Kenntnis, da ich das Buch dann doch abgebrochen habe, da mir schlichtweg was fehlte.
Hierbei hatte Thiemeyer auch noch einen persönlichen Bonus, da er mich schon des öfteren sehr positiv unterhalten konnte und somit schloss ich dieses Werk nicht bereits nach einhundert Seiten, sondern gab ich noch weitere einhundert eine Chance.
Schade eigentlich, denn allein von der Beschreibung des Buches hielt ich die Idee per se schon einmal für Klasse – alles in allem scheint sich aber hinter DEVIL`S RIVER ein Western für eine Klientel zu befinden, die eher auf hohe Spannungslevel verzichten kann.
Nichts desto trotz werde ich Thomas Thiemeyer im Auge behalten und hoffe ernsthaft auf einen neuen und spannungsgeladenen, abenteuerlichen Forschungsroman.
Jürgen Seibold/22.06.2015
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Dean Koontz: Seelenlos (Odd Thomas 2)

koontz_seelenlos(c) 2011 Heyne Verlag
ca. 369 Seiten

Cover:

Odd Thomas muss ins Geisterreich. Eilig stopft er in seiner Wohnung in der Provinz von Kalifornien alles zusammen, was er für die Reise braucht. Dass der junge Grillkoch dabei von niemand Geringerem als Elvis Presley beobachtet wird, macht ihn nicht sonderlich nervös. Denn Elvis ist seit siebenundzwanzig Jahren tot, und in dieser Eigenschaft so einsam und zurückhaltend, „wie es nur die zögerlichen Toten sein können“. Dass Thomas mit Elvis kommunizieren (oder doch zumindest zu kommunizieren versuchen) kann, liegt an seinen paranormalen Fähigkeiten, die auch Grund seines Abenteuers sind. Denn der Geist des Vaters seines besten Freundes hat ihm durch einen Auftritt im Diesseits mitgeteilt, dass er brutal ermordet und sein kranker Sohn entführt worden ist. Thomas macht sich auf in ein gespenstisches Casino, zum Showdown mit der Entführerin. Als er erkennt, dass diese es eigentlich auf ihn selbst abgesehen hat, ist es fast schon zu spät…

Rezension:

Mit Odd Thomas hat der Erfolgsautor Dean Koontz einen sehr sympathischen – wenn auch etwas naiven – Hauptdarsteller kreiert, der als kleiner Grillkoch in einem beschaulichen Nest wohnt und überhaupt nicht auffallen würde, hätte er nicht eine ganz besondere Eigenschaft: Er kann Verstorbene, die ihren Weg noch nicht in das Jenseits gefunden haben, sehen und mit ihnen sogar in gewissem Maße agieren.
Nach dem absolut fulminanten ersten Band mit dem Titel „Die Anbetung“ war es nur noch eine Frage der Zeit, bis ich mich dem zweiten Band widmen musste.
„Seelenlos“ knüpft relativ eng an die Geschehnisse des ersten Bandes an und erneut erzählt Koontz lediglich von einem einzigen Tag im Leben Odds.
Leider wirkt „Seelenlos“ jedoch ein wenig unmotiviert und der gesamte Fall ist durchweg vorhersehbar. Es geht diesmal um die Rettung eines Freundes, dessen Versteck er durch seine weitere Fähigkeit (er lässt sich sozusagen beim Aufspüren erfolgreich von seinem eigenen Ich „lenken“) beinahe problemlos aufspürt. Er trifft dort auf eine wirre Psychopathin und versucht seinen Freund aus deren Fänge zu bekommen.
Wie gesagt, sehr schnell spinnt man als Leser die Geschichte selbst weiter und man trifft dabei auch auf keinerlei Überraschung. Odd Thomas ist aber weiterhin eine gelungene Figur und nachdem ich davon ausgehe, dass Koontz in den weiteren Büchern um Odd Thomas wohl wieder die Kurve bekommt, werde ich mal über den doch zu simpel gestrickten, zweiten Band hinwegsehen und mich auf den nächsten mit dem Titel „Schattennacht“ konzentrieren.
Nebenbei: Elvis ist natürlich auch im zweiten Band abermals dabei…
Jürgen Seibold/16.06.2015
Seelenlos: Odd Thomas 2 KAUFEN BEI AMAZON