A. K. Benedict: Die Seelen von London

Originaltitel: Jonathan Dark or the Evidence of Ghosts
Aus dem Englischen von Alice Jakubeit
Deutsche Erstausgabe Juni 2017
©2016 by A.K. Benedict
©2017 der deutschsprachigen Ausgabe Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-52055-0
ca. 396 Seiten

COVER:

Die blinde Maria ist Schatzsucherin, sie durchkämmt den Schlamm des Londoner Themseufers nach verborgenen Kostbarkeiten. Eines Tages macht sie einen unheimlichen Fund, garniert mit einer Zeile in Braille-Schrift: “Willst du mich heiraten, Maria?”
Detective Inspector Jonathan Dark ist höchst beunruhigt – er sucht unter Hochdruck nach einem Stalker, der sein letztes Opfer mit ähnlichen Botschaften beglückte, bevor er die junge Frau tötete.
Die Suche nach dem Psychopathen scheint aussichtslos – da wächst dem Kommissar Hilfe aus unerwarteter Quelle zu: Das Bestattungsinstitut in Jonathan Darks Nachbarschaft ist ein Ort, an dem sich Seltsames abspielt. Bestatter Frank scheint mit seinen verstorbenen Kunden in bestem Einvernehmen, hilft ihnen, sich in ihrer neuen Welt zurechtzufinden und auf die Lebenden einzuwirken.
Und auf einmal taucht das junge Mordopfer auf – voll schwarzer Rachegedanken …

REZENSION:

“Die Seelen von London” strotzt förmlich voll interessanter Protagonisten. Man fühlt sich relativ schnell angetan von der wunderschönen Idee, einen beinahe normalen Stalker-Krimi mit den in unserer Welt befindlichen Geistern zu verknüpfen.
Die junge Maria wirkt unglaublich dominant trotz ihrer Behinderung. Der Ermittler wartet mit einer Vielzahl persönlicher Probleme auf und steht sich damit ab und an selbst im Weg. Der Bestatter wirkt außerordentlich wissensreich und hilfsbereit. Selbst der Stalker bekommt von der Autorin seine Rolle glaubwürdig übergestülpt und von der hilfsbereiten Taxifahrerin aus der Geisterwelt möchte ich gar nicht reden – eine unwahrscheinlich sympathische Figur.
Nichts desto trotz hatte ich Anfangs ein wenig Probleme, die unterschiedlichen Ebenen greifen zu können. Im Nachgang betrachtet scheint dies vor allem den Absatzwechseln geschuldet, die innerhalb eines Kapitels in der Handlung beziehungsweise Erzählebene springen und man selbst sich gedanklich noch im Absatz davor befand. Vielleicht hätte man hier ein klein wenig mehr machen sollen, als lediglich eine doppelte Zeilenschaltung.
Sobald man jedoch die Vorgehensweise der Autorin in sich aufgesogen hat, eröffnet sich ein guter Krimi mit einer erfrischenden Idee.
Die Verknüpfung von mystischen Elementen mit der realen Welt halte ich sehr oft für eine wunderbare Art, genreübergreifend eine Erzählung zu offenbaren. Sicher, in diesem Werk war dann doch das Ende hierdurch recht vorhersagbar, nichts desto trotz hat mir wirklich jede teilnehmende Person in ihrer Rolle sehr gut gefallen.
Ab und an bekommt man das Gefühl, dass ein wenig mehr detaillierte Zeichnung manch einer Person etwas besser getan hätte – gleichzeitig könnte ich mir aber vorstellen, dass die Autorin hier noch weitere Bücher folgen lassen wird und dadurch hoffentlich mehr personenbezogene Details vom Stapel lässt.
Alles in allem ein recht erfrischender und ausreichend gut gelungener, Grenzen überschreitender Krimi mit interessanten Ideen. Teilweise noch ein wenig holprig in seiner Ausführung, aber dennoch ein Garant, um damit einige unterhaltsame Lesestunden zu haben.
Jürgen Seibold/17.06.2017
Die Seelen von London: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

Patrick S. Tomlinson: The Ark – Die letzte Reise der Menschheit

Originaltitel: The Ark
Aus dem Englischen von Markus Mäurer
Deutsche Erstausgabe April 2017
© 2016 Patrick S. Tomlinson
© 2017 Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-52048-2
ca. 416 Seiten

COVER:

Seit 100 Jahren ist das gewaltige Generationenraumschiff “The Ark” mit den letzten 50.000 Menschen unterwegs ins Sonnensystem Tau Ceti. Das Leben an Bord ist streng reglementiert, jeder Bewohner über ein Implantat jederzeit zu orten. Dennoch verschwindet der brillante junge Wissenschaftler Edmond Laraby spurlos – und wird kurz darauf tot an der Außenhülle des Schiffs gefunden. “Selbstmord” heißt es von offizieller Stelle, doch Detective Bryan Benson entdeckt mehr und mehr Ungereimtheiten: Was hat es mit den Aufnahmen von Tau Ceti auf sich, die Laraby ausgewertet hat? Und wie hängt eine geheime Organisation, deren Mitglieder sich der Überwachung entzogen haben, in der Sache mit drin?

REZENSION:

Die grundsätzliche Idee – die Menschheit befindet sich auf dem Weg in ein anderes Sonnensystem – gibt es ja bereits in einer nicht mehr zu zählenden Vielfalt im Genre der Science Fiction-Bücher. Interessanterweise können viele Autoren dem immer wieder etwas neues abgewinnen und somit auch den Leser einige Stunden in ferne Welten entführen.
Bei Tomlinsons THE ARK erhoffte ich erneut genau dieses Gefühl – der Plot scheint ja ausreichend interessant zu sein.
Wie sich dabei herausstellte, handelt es sich bei THE ARK eigentlich um einen recht normalen Krimi, der einfach nur in die Weiten des Weltraums verlagert worden ist. Nun bin ich nicht gerade dafür bekannt, Krimis recht gerne zu mögen – durch die interessante Umgebung war ich dennoch ausreichend motiviert, dieser Story bis zum Ende zu folgen.
Tomlinson schreibt dabei sehr flüssig und eingängig. Sein Detective bleibt dennoch etwas oberflächlich und manchesmal macht es sich der Autor doch recht einfach in der Lösungsfindung. Eine Wissensvermittlung z.B. per “Das hab ich mal in einer Doku gesehen” ist doch etwas dünn in seiner Ausarbeitung – oder soll ich öfter Dokus anschauen, um auch ein guter Detective zu werden?
Nun ja, die Geschichte treibt dennoch einigermaßen unterhaltend voran und ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass hiermit einige Krimifans auch ihren ersten Schritt in die Welt der Science Fiction machen könnten. THE ARK bietet aber auch nicht wirklich mehr – ein klassischer Krimi mit einem kuriosen Todesfall in einer interessanten Weltraumumgebung und dem stringenten Weg zur Auflösung.
Nicht schlecht, aber auch kein Werk der besonderen Art.
Jürgen Seibold/30.04.2017
The Ark – Die letzte Reise der Menschheit: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

Timo Leibig: Grenzgänger

©Timo Leibig
ISBN 978-3-9817076-6-3
ca. 280 Seiten

COVER:

Francis Maybach, Sohn wohlhabender Eltern, entgeht knapp einem Mordversuch. Daraufhin stellt man ihn unter Polizeischutz – dem er jedoch entflieht. Kommissar Walter Brandner und seine neue Kollegin Cahide Pfeiffer folgen seinen Spuren, die zunehmend blutiger werden. Ist Francis Maybach vielleicht gar kein Opfer, sondern Täter?
Viel Zeit bleibt den Kommissaren nicht, um Francis zu finden, denn auch andere sind hinter ihm her …

REZENSION:

Die Fälle um die beiden Ermittler Goldmann und Brandner sind meines Wissens die einzigen Fälle um ein Ermittlerteam, bei denen es mir gelungen ist, alle zu kennen.
Darüber hinaus scheint Timo Leibig auch der einzige Autor neben Stephen King zu sein, der bereits mehrere Bücher herausgebracht hat und ich ebenfalls alle bereits lesen durfte.
Das allein spricht ja schon mal für den Schriftsteller. Gleichzeitig hat man bei jedem Handgriff in Richtung eines weiteren Buches des Autors eine gewisse Erwartungshaltung, die nicht gerade auf einem geringen Niveau angesiedelt ist. Kurz gesagt: Es schwingt immer eine kleine Leserangst mit, ob auch ein weiteres Buch noch überzeugen kann.
Nun also GRENZGÄNGER, der bereits vierte Fall von Brandner und Goldmann…
Goldmann? Nun, hier wohl nur noch lapidar. Wie man aber als geneigter Leser der bisherigen Bücher weiß, hat sie sich ein wenig zurückziehen müssen. Somit hier nur eine Nebenrolle, die aber dennoch zu wichtigen Erkenntnissen führt.
Timo Leibig lässt aber nicht einfach den guten alten Brandner alleine weiter ermitteln, sondern gibt ihm zwei Kollegen an die Hand, die ebenfalls nicht ohne sind – und seine Ex-Kollegin wird sicherlich in Zukunft auch weiterhin eine Rolle zu spielen haben.
Ein klein wenig erinnert mich diese Vorgehensweise mittlerweile an die “Sonderdezernat Q”-Bücher von Jussi Adler-Olsen, der auch ein ganzes Team auf die Straße los lässt und dabei einem die Chefrolle zuspricht.
In GRENZGÄNGER erfährt man zum ersten Mal in dieser Reihe nicht bereits am Anfang, wer hier der Böse ist. Timo Leibig lässt uns nun etwas im Dunkeln tappen und baut einen klassischen Krimi mit ganz wenigen dezenten Thrillerelementen auf, führt diesen zielgerichtet zu seinem Ende und lässt dabei noch die ein oder andere Erkenntnis-Rakete los. Manchmal ist es doch anders, als man zuerst dachte.
Gleichzeitig ist der Plot aber nicht zu kompliziert konstruiert und lässt sich dementsprechend einfach konsumieren.
Mir persönlich hätte ein wenig mehr “Thriller” besser gefallen, da Timo Leibig nun mehr und mehr in die reine Krimiecke zu switchen scheint. Aber das ist natürlich Geschmackssache – manche mögen es einfach weniger blutig. Tja, damit meine ich nicht mich als Leser und ganz besonders die Darstellung von Psychopathen auf ihrem kranken Weg halte ich in typischen Thrillers für sehr interessant in der Betrachtung – dies fehlt hier leider, wird aber damit dem Krimi-Genre durchweg gerecht.
Kurzum: Erneut ein sehr guter Fall von einem ideenreichen und sehr gut und eingängig schreibenden Autor. Von mir gibt es trotzdem ein kleines “aber”, da ich es hiermit nicht vermissen möchte, den Autoren wieder etwas in die bösere Ecke zu schubsen – eben solche Fälle, denen sich die beiden Ermittler bereits in der Vergangenheit stellen mussten. – Timo Leibig, lass die Psychopathen wieder raus 🙂
Jürgen Seibold/18.03.2017
Grenzgänger: Thriller (Goldmann und Brandner, Band 4) – KAUFEN BEI AMAZON

 

P.S.: Wer wissen möchte, wie der Autor beim Sprechen klingt (er hat einen typischen Slang) und darüber hinaus, was er zu erzählen hat, kann auf dieser Webseite unter dem Reiter “Podcast” der Folge 80 folgen, in dem sich Timo Leibig meinen Fragen stellt.

Rita Falk: Weisswurstconnection

© 2016 dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-26127-2
ca. 303 Seiten

COVER:

… ‘zefix! Eine Wasserleiche im Heimatwinkel?

“Grundgütiger, der liegt aber schon ein ganzes Weilchen”, stellt der Doktor Brunnermeier gleich fest, wie er den Toten in der Badewanne des neuen Luxus-Hotels in Niederkaltenkirchen sieht. “Und wenn das hier ein Mord ist, Eberhofer, dann bröseln Sie grade den Tatort voll.”

Dabei sind Brösel nur der Anfang einer Reihe schwerwiegender Ermittlungspatzer in Eberhofers achtem Fall…

REZENSION:

Die Reihe um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer geht erfreulicherweise weiter. Nun liegt mit Weisswurstconnection bereits der achte Fall dieser sehr erfolgreichen und humorigen Krimis vor. Stellt sich natürlich die Frage, ob Rita Falk noch ausreichend Einfallsreichtum aufwarten kann, um sich nicht zu wiederholen und dem Lokalkolorit weiterhin etwas Neues hinzufügen zu können.
Ich war dabei recht zwiespältig, da der letzte Fall in meinen Augen schon ein wenig nachgelassen hatte. Dadurch überlegte ich einige Zeit, ob ich dem Franz noch eine Chance geben soll oder mich einfach anderen Werken widmen.
Nun, ich wagte es dennoch. Erfreulicherweise stellte sich dabei heraus, dass der achte Fall ausreichend ideenreich und witzig ist, um diese kleine Talfahrt vergessen zu machen.
Man entdeckt sich in diesem Werk endlich wieder schmunzelnd über die Seiten fegen und dementsprechend freut man sich, den Bürgern aus Niederkaltenkirchen wieder folgen zu können.
Natürlich handelt es sich hier keineswegs um hochtrabende Literatur – dies ist aber auch keineswegs der Gedanke hinter diesen Büchern. Einfach lockere Unterhaltung mit bayrischen Gepflogenheiten, die manchem kurios vorzukommen scheinen, für jeden Ansässigen aber fast normal wirken.
Kurzum bin ich der Meinung, dass Rita Falk mit Weisswurstconnection die kleine Schlenkerkurve bezwungen hat und ihrer Fangemeinde gerecht geworden ist.
Da kann man somit dieses Buch nur empfehlen und hoffen, dass die Autorin dem auch im sicherlich weitergehenden Leben Eberhofers noch gerecht werden kann.
Jürgen Seibold/18.03.2017
Weißwurstconnection: Ein Provinzkrimi (Franz Eberhofer) – KAUFEN BEI AMAZON

Stephen King: Mind Control

king_mindOriginaltitel: End Of Watch
© 2016 by Stephen King
© der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-27086-2

COVER:

In Zimmer 217 ist etwas aufgewacht. Etwas Böses. Brady Hartsfield, verantwortlich für das Mercedes-Killer-Massaker mit vielen Toten liegt seit fünf Jahren in einer Klinik für Neurotraumatologie im Wachkoma. Seinen Ärzten zufolge wird er sich nie erholen. Doch hinter all dem Sabbern und In-die-Gegend-Starren ist Brady bei Bewusstsein – und er besitzt tödliche neue Kräfte, mit denen er unvorstellbares Unheil anrichten kann, ohne sein Krankenzimmer je zu verlassen. Ex-Detective Bill Hodges, den wir aus Mr. Mercedes und Finderlohn kennen, kann die Selbstmordepidemie in der Stadt schließlich mit Brady in Verbindung bringen, aber da ist es schon zu spät.

REZENSION:

Ich denke, dieses Buch benötigt sicherlich keine Werbung, denn der Autorenname ist bereits Werbung genug.
Nachdem Stephen King seit nunmehr etwas über 30 Jahren mein absoluter Lieblingsautor ist, bin ich natürlich einerseits euphorisch und andererseits skeptisch, ob er mich erneut problemlos unterhalten kann.
Mit Mind Control liegt nun der letzte Band einer Krimitrilogie des immer noch „Meister des Horrors“ genannten Autors vor. Die Vorgänger mit den Titel Mr. Mercedes und Finderlohn sorgten dafür, dass einer wie ich, der nicht allzu viel von Krimis hält, den Weg in dieses Genre gefunden hat und dabei durch und durch überzeugt worden ist.
Mind Control ist nun der Abschluss, dessen Ende sogleich für Wehmut sorgt und sehr emotional die Trilogie beendet.
Stephen Kings Geschichte ist in diesem Fall ein kleines Anlehnen an den typischen King, denn es kommen – im Gegensatz zu den beiden ersten Bänden – parapsychologische Elemente hinzu. Dies schadet der Story nicht, könnte aber unter Umständen nicht jedermanns Sache sein. Ich glaube aber, dass King-Anhänger damit kein Problem haben.
Wir erleben sämtlich Höhen und Tiefen der Protagonisten und somit ist Mind Control ein gelungener Abschluss einer nicht zu verachtenden Trilogie. Ich persönlich halte Mind Control nicht mehr ganz so stark wie die beiden Bücher davor – nichts desto trotz ist es passend, überzeugend und konnte für einige spannende und unterhaltsame Stunden sorgen.
Alles in allem ein würdiger Abschluss einer, im Ganzen betrachtet, starken Krimitrilogie eines Autoren, der erneut seine Wandlungsfähigkeit bewiesen hat und von dem noch hoffentlich viele weitere Romane erscheinen werden.
Jürgen Seibold/27.09.2016
Mind Control: Roman (Bill-Hodges-Serie, Band 3) – KAUFEN BEI AMAZON

Agatha Christie: Und dann gab’s keines mehr

christie_keinesOriginaltitel: And Then There Were None
Aus dem Englischen von Sabine Deitmer
© 1939 by Agatha Christie
Für die deutschsprachige Ausgabe: © 2014 by Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg
ISBN 978-3-455-17024-5

COVER:

Zehn Männer und Frauen aus ganz unterschiedlichen Kreisen bekommen eine Einladung, die sie auf eine abgeschiedene Insel vor der Küste Devons lockt. Der Gastgeber, ein gewisser U. N. Owen, bleibt unsichtbar. Erst als die Gesellschaft beim Dinner zusammensitzt, ertönt seine Stimme aus einem alten Grammophon und verheißt Unheil. Ein Gast nach dem anderen kommt zu Tode, während die Verbleibenden verzweifelt versuchen, den Mörder zu enttarnen …

REZENSION:

Agatha Christie ist sicher immer noch eine unangefochtene Königin des Krimi-Genres und nachdem ich vor vielen Jahren diese berühmte Geschichte – basierend auf dem Zählreim “Zehn kleine Negerlein” – schon mehrmals als S/W-Film als sehr interessant empfunden hatte, entschloss ich mich eines Tages zum Lesen dieses Klassikers.
Prinzipiell ist die Geschichte recht einfach aufgebaut: Sie beinhaltet 10 Protagonisten, aus unterschiedlichen Kreisen zusammen gewürfelt und doch irgendwie mit losen Fäden verbunden. Diese werden mit verschiedenen Argumenten auf eine abgeschiedene Insel gelockt. Nach und nach reduziert sich die Zahl der Gäste und somit bleibt den jeweils verbliebenen nichts weiter übrig, als im Angesicht des eigenen Todes den Mörder zu finden.
Und dann gab’s keines mehr ist eine recht kurze Geschichte der Autorin, nichts desto trotz fiebert man mit und fragt sich, wer das nächste Opfer sein wird und wer von ihnen wohl der Mörder ist.
Für eine bereits im Jahre 1939 entstandene Geschichte funktioniert sie heute noch immer erstaunlich gut und es macht eine wahre Freude, die Gäste auf Nigger Island gedanklich zu begleiten.
Mit dem Blick der heutigen Zeit merkt man sehr deutlich den Einfluss der Autorin auf aktuellere Geschichten – bis hin in das Horrorgenre, in dem auch des öfteren diverse Gruppen nach und nach dezimiert werden.
Alles in allem kann man dieses Buch trotz seines hohen Alters uneingeschränkt empfehlen, da es durchweg immer noch funktioniert und einen wahren Klassiker des Genres darstellt.
Als einzigen Negativpunkt nahm ich das Vorwort des Verlages wahr, in dem sie darauf hinweisen, dass in diesem Werk – aus heutiger Sicht – diskriminierende Wörter (das N-Wort) vorkommen, der Verlag es aber zu Gunsten der Geschichte nicht ändern wollte.
Es ist erfreulich, dass der Verlag keine Änderungen an diesen Wörtern vorgenommen hat, würde doch dabei der ganze Plot darunter leiden. Gleichzeitig finde ich es aber erschreckend, dass man sich darüber zumindest Gedanken macht und wohl den Versuch startete, das Werk auf die heutige Correctness ab zu ändern. Diese Diskussion kann man in vielen Fällen diskutieren, hat man jedoch das Entstehungsdatum vor Augen, entspricht es einfach einer anderen Zeit und Gedankenwelt und unter diesen Umständen handelt es sich um ein Kulturgut, welches – wie bei allen anderen auch – nicht geändert werden sollte.
Wenn ein Autor Geschichten aus vergangenen Zeiten erzählt oder gar – wie Agatha Christie – in einer anderen Zeit ihre Geschichten schrieb, dann kann man eventuell kurz auf das Entstehungsdatum hinweisen oder auf den historischen Sprachgebrauch, man sollte aber tunlichst Änderungen vermeiden, da wir sonst in Zukunft nur noch politisch korrekte Geschichten zu lesen imstande sein werden und dabei mehr und mehr den normalen Werdegang der Sprache verlieren werden.
Kurzum: Lasst Literatur einfach so, wie es sich der Autor während seines Schreibprozesses dachte und achtet einfach auf den Inhalt und eventuell noch auf die Entstehungszeit dieser Story. Dann sollten auch keine Diskriminierungsgedanken auftreten. Ich würde mich jedenfalls diskriminiert fühlen, wenn ich nur noch “bereinigte” Geschichten lesen dürfte.
Jürgen Seibold/19.06.2016
Und dann gab’s keines mehr – KINDLE EDITION KAUFEN BEI AMAZON

Rita Falk: Leberkäsjunkie

Falk_Leberkaes©2016 dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-26085-5
ca. 316 Seiten

COVER:

Schwere Zeiten für den Eberhofer. Franz’ Cholesterinwerte sind so hoch wie seine Laune im Keller. Dr. Brunnermeier rät: dringend auf Entzug! Das bedeutet: keine Warmen vom Simmerl, statt Schlemmerorgien bei der Oma nur noch Kaninchenfutter auf dem Teller. Nein, danke. Dazu macht die Susi ihm Stress mit dem Sprössling.
Knallhart durchorganisierte Besuchszeiten, in denen der Franz den kleinen Paul sehen darf, da kennt die Susi kein Pardon. Dabei hat der Franz sich nicht nur kopfüber in seinen Sohn verknallt, sondern auch einmal mehr in die Susi…

Und ausgerechnet jetzt steht er vor dem schwierigsten Fall seiner Ermittlerkarriere: Eine Tote im Fremdenzimmer von der Mooshammer Liesl, mit Brandpaste beschmiert und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Wer ist diese Unbekannte? Und warum wollte sie jemand auf so grausame Weise aus dem Weg schaffen? Als ausgerechnet der Buengo vom FC Rot-Weiß Niederkaltenkirchen unter Mordverdacht gerät, nimmt der Eberhofer die Ermittlungen auf. Natürlich nicht ohne seinen Birkenberger …

REZENSION:

Nach dem in meinen Augen etwas enttäuschenden sechsten Fall unseres beliebten Ermittlers aus Niederkaltenkirchen liegt nun mit Leberkäsjunkie der siebte vor. Wie der Titel schon sagt, steht hier Franz mit seiner Leberkässucht im Vordergrund, wird er doch vom Arzt und demzufolge hartnäckig auch von der Oma auf Diät gesetzt, da seine Cholesterinwerte ins uferlose gestiegen sind.
Franz vesucht natürlich alles, um seiner Sucht weiterhin frönen zu können – während die Oma dafür sorgt, dass dies nur begrenzt funktioniert. Rita Falk stürzt sich im ersten Drittel dieses Buches fast ausschließlich auf den Gesundheitszustand und dem Privatleben ihres Protagonisten. Ab und an wird das beinahe zu viel – jedoch lebt gleichzeitig die gesamte Reihe am Meisten durch die privaten Erlebnisse des Franz. Die Fälle sind das polizeiliche Beibrot, denn die Mundwinkel des Lesern zogen sich am häufigsten innerhalb des Hofes der Familie Eberhofer nach oben. Nichts desto trotz gibt es natürlich auch im siebten Band einen Mordfall und dieser findet erfreulicherweise in Niederkaltenkirchen statt. Der nach München versetzte Franz macht sich als Kenner der Niederkaltenkirchener Umstände an die Ermittlung und lässt natürlich den Birkenberger nicht aussen vor.
Im Gegensatz zum sechsten Fall scheint Rita Falk hiermit die Kurve bekommen zu haben, denn Leberkäsjunkie wirkt erheblich frischer, lebendiger und interessanter als der Vorgängerband. Der Mordfall ist nicht ohne und spätestens nachdem sich der Papa in eine Mordverdächtige verschaut, spitz sich die Lage mehr und mehr zu. Die Auflösung ist gut durchdacht, nicht gerade vorhersehbar und plausibel vermittelt. Das Schmunzeln konnte wieder öfter stattfinden und somit fühlt man sich als Leser wieder wohl in Niederkaltenkirchen. Wenn wir von einer Berg- und Talfahrt sprechen wollen, scheinen wir uns wohl wieder auf dem Wege nach oben zu befinden und ich kann mich uneingeschränkt auf den sicherlich noch kommenden nächsten Fall aus Niederkaltenkirchen freuen – immerhin wird dort ein Hotel gebaut…
Jürgen Seibold/20.02.2016
Leberkäsjunkie: Ein Provinzkrimi (dtv premium) KAUFEN BEI AMAZON

Rita Falk: Zwetschgendatschikomplott

Falk_Zwetschgen©2015 Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-26044-2
ca. 272 Seiten

COVER:

Zuerst war da dieser Damenfinger im Schnabel einer Krähe. Zu dem Finger gehörte dann die Dirndl-Leiche im Schlachthof-Container. Jetzt zwei junge tote Dirndlträgerinnen im Neubaugebiet Freiham. Ein Mordsstress ist das in der Löwengrube. Und das ist noch nicht alles. Nur noch mal so zur Erinnerung: Da haben wir also Burschenabschied gefeiert in Niederkaltenkirchen mit dem Simmerl und dem Flötzinger und dem Wolfi. Und irgendwie hab ich mich sogar ein bisserl gefreut auf die Hochzeit mit der Susi. Jetzt ist es natürlich verdammt schade, dass ich die dann ausgerechnet verschlafen habe. Weil ich saudummerweise nach einem Spaziergang in den frühen Morgenstunden auf so einem blöden Hochsitz eingeschlafen und viel zu spät aufgewacht bin. Die Susi war zuerst stocksauer und dann auch ziemlich schnell auf und davon mit diesem Lamborghini-Deppen. Himmelherrgottnochmal, wie soll man sich denn da auf diese Wiesnmorde konzentrieren, wenn’s privat gerade Kuhfladen schneit?
Drei Wiesnmorde in München, ein Bürgeraufstand in Niederkaltenkirchen – und dann diese verfluchte Sache mit der Susi. Als wär das nicht genug, straft die Oma ihren Franz mit Nichtachtung. Kein leichter Fall diesmal für den Eberhofer Franz. Gut, dass zumindest der Birkenberger Rudi zu ihm hält.

REZENSION:

Als treuer Leser der sehr witzigen und eingängig erzählten Erlebnisse des Franz Eberhofer aus dem kleinen und beschaulichen Dörfchen Niederkaltenkirchen in Niederbayern, freute ich mich natürlich schon sehr auf eine Fortsetzung der berühmt gewordenen Reihe von Rita Falk.
Nun lag also der sechste Fall vor mir und ich freute mich unbandig auf den Franz, die Oma, den Papa, die Sushi und den ganzen anderen Bürgern dieses Dorfes.
Zwetschgendatschikomplott geht auch gleich interessant los, denn dem Birkenberger Rudi wird von einer Krähe ein Finger auf seinen Balkon gebracht – und so ein Finger macht sich ja nicht einfach mal von alleine auf den Weg in die weite Welt; da muss es doch auch nicht unerhebliches Anhängsel geben, welches eventuelle sogar noch vom Leben verlassen worden ist. Quasi eine Leiche.
Der Franz und der Rudi machen sich auch sogleich auf die Jagd und schon befinden wir uns erneut auf dr Jagd nach dem Mörder. Rita Falk bleibt sich auch diesmal treu und somit gibt es ausreichend Stops in Niederkaltenkirchen, die den Franz herausfordern und auch wieder einmal bayrisch nachvollziehbar sind, sowie zum Schmunzeln einladen.
Nichts desto trotz konnte mich Zwetschgendatschikomplott nicht in diesem Maße überzeugen, wie seine Vorgängerbände. Die gesamte Geschichte bleibt leider ohne nennenswerte Höhen und Tiefen – somit “plätschert” sie einfach nur so dahin. Vielleicht ist Franz hierin zuviel in München, da die bisherigen Geschichten ihren Fokus doch hauptsächlich in Niederkaltenkirchen hatten. Ganz greifen lässt sich das Gefühl jedenfalls nicht, denn die Ideen scheinen noch vorhanden zu sein. Es wirkte aber alles recht schnell gestrickt, ein wenig blass erzählt und somit stieg keine umfängliche Lesefreude auf. Nichts desto trotz ist natürlich auch dieser Band eine leichte Nebenbei-Unterhaltungslektüre, die man als Freund dieser Reihe natürlich nicht missen möchte – wird aber Zeit, dass der Franz wieder seinen Wirkungskreis aufs Land legt.
Jürgen Seibold/20.02.2016
Zwetschgendatschikomplott: Ein Provinzkrimi (dtv premium) KAUFEN BEI AMAZON

Myriane Angelowski: Finkenmoor

finkenmoor© 2012 Hermann-Josef Emons Verlag
eISBN 978-3-86358-135-0
ca. 256 Seiten

COVER:

Zwei Kinder verschwinden an einem düsteren Novembertag am Cuxhavener Finkenmoor spurlos. Als das ganze Ausmaß des Verbrechens ans Tageslicht kommt und der Täter endlich gefasst wird, sind die betroffenen Familien fassungslos über das milde Urteil. Nach Jahren voller Verzweiflung nimmt allmählich ein neuer Gedanke von den Hinterbliebenen Besitz: Rache. Als der Mann das Gefängnis verlässt, hat er nicht die geringste Ahnung, was ihn erwartet. Aber auch die Angehörigen wissen nicht, worauf sie sich einlassen. Denn die Jäger werden zu Gejagten, und ein erbitterter Kampf um Leben und Tod beginnt …

REZENSION:

Finkenmoor klingt in erster Linie wie ein Krimi. Erfreulicherweise handelt es sich dabei jedoch nicht um einen Krimi der üblichen Machart, denn es geht hierin hauptsächlich um das Rachemotiv, welches man traurigerweise auch sehr gut nachvollziehen kann.
Es verschwinden zwei Kinder am Cuxhavener Finkenmoor und lediglich eins kommt dabei mit dem Leben davon. Man bekommt sofort mit, wer der Täter ist und darüber hinaus wird uns als Leser dieser auch haarklein nahegebracht.
Immer mehr erkennt man dabei seine irritierende Gedankenwelt und sein Unverständnis der Tat gegenüber.
Natürlich kann man die Tat nicht mehr ungeschehen machen – aber wer denkt nicht vielleicht doch an Rache, wenn das eigene Kind von solch einer Schandtat betroffen ist?
Dieser Gedanke wird von der Autorin mehr und mehr in den Kopf des Lesers gepflanzt und man beginnt den Täter zu hassen und die Planungen der Familien zu verstehen.
Myriane Angelowski zeichnet ihre Geschichte sehr detailliert aus. Dies trifft nicht nur auf die Personen hinzu, sondern auch durchweg auf die Örtlichkeit im Umfeld Cuxhavens.
Die Geschichte wühlt auf und wirkt sehr emotional. Lediglich das Ende ging mir fast ein wenig zu schnell. Im Nachgang stellte ich mir dabei aber die Frage, ob noch etwas mehr Boshaftigkeit dem Täter gegenüber gut getan hätte – dabei erkennt man schnell, dass man sich vom Rachevirus infizieren hat lassen.
Eine richtig schöne und gelungen gezeichnete Krimiperle ohne Verwendung üblicher Krimiklischees. Sehr gute und zum Nachdenken anregende Unterhaltung.
Jürgen Seibold/12.11.2015
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Stephen King: Finderlohn

King_FinderlohnOriginaltitel: Finders Keepers
Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt
© 2015 by Stephen King
© der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-641-16402-7

COVER:

John Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ermordet den Autor aus Wut über dessen »Verrat«. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Bellamy vergräbt vorerst alles – und wandert dummerweise für ein völlig anderes Verbrechen in den Knast. Jahre später stößt der Junge Peter Saubers auf den »Schatz«. Nach seiner Haftentlassung kommt Bellamy dem ahnungslosen Peter auf die Spur und macht Jagd auf ihn. Kann Bill Hodges, den wir als Detective a. D. aus Mr. Mercedes kennen, den Wahnsinnigen stoppen?

REZENSION:

Stehen King zählt noch immer als King des Horror. Wer sich aber mit seinem bisherigen Werk befasst, wird schnell feststellen, dass diese Eingruppierung schon lange obsolet ist, denn er hat wahrlich bereits jegliches Genre beackert. Er schrieb Horror, Fantasy, Science Fiction und noch vieles mehr. Nun liegt mit Finderlohn sein zweiter Roman einer Krimitrilogie vor und somit kann man Stephen King nur noch als eigenes Genre betrachten und jeder Handel müsste für ihn ein seprates Genre bzw. Regal aufbauen.
Nach Mr. Mercedes ist Finderlohn der zweite Roman um den pensionierten Ermittler Bill Hodges. Im Gegensatz zum ersten Band kommt nun jedoch Bill Hodges sehr spät in der Geschichte vor. Hierdurch wirkt es nicht so Krimihaft wie Mr. Mercedes, was jedoch diesem Band sichtlich gut tut.
Wie bereits des öfteren in der schriftstellerischen Vergangenheit des Autors treffen wir hier auf einen fanatischen Fan. Dieser bricht bei einem Autor ein und ermordet diesen. Dies alles nur, um diesem seine Vielzahl an Notizbüchern zu entwenden, in denen sich auch ein weiterer Entwurf eines Romans befindet, der die vom Mörder bis ins kleinste Detail geliebte Geschichte weiter erzählt.
Der Mörder kommt aus anderen Gründen in das Gefängnis und wartet sehnsüchtig auf seine Entlassung, um sich den von ihm vergrabenen Notizen endlich widmen zu können.
Als weiteren Protagonisten baut King, ebenfalls wie in früheren Werken, einen Jungen ein, der den vergrabenen Koffer findet und mit dem darin befindlichen Geld seinen Eltern auf interessante Weise beim täglichen Überlebenskampf hilft.
Die Notizbüchern sind dabei erst einmal nebensächlich, rücken jedoch im Laufe der Geschichte immer stärker in den Fokus der Geschichte und es beginnt ein Katz- und Mausspiel, dessen spannende Elemente rasant in den Vordergrund drängen.
Bill Hodges selbst kommt – wie gesagt – sehr spät mit in das Spiel und wird lediglich unterstützend tätig. Die Hauptrolle trägt der junge Peter Saubers und somit ist der Abstand zwischen Krimi und Thriller nur marginal zu erkennen.
Dieser Umstand hilft dem Buch ungemein, da er übliche Krimiwege zu verlassen versucht, ohne dabei gänzlich darauf zu verzichten.
Stephen King beweist mit Finderlohn, dass er auch diesem Genre gewachsen ist und wohl einfach über das schreiben kann, was ihm gerade im Kopf herumschwirrt.
Mr. Mercedes war etwas spannender, befriedigte dabei aber beinahe allen Krimiklischees – Finderlohn geht einen Schritt zurück, bedient sich nur noch einigen Krimivorgaben und wirkt dadurch beinahe stärker, obwohl die Spannungselemente im ersten Buch etwas härter angezogen waren.
Finderlohn wirkt dabei auch als alleinstehendes Buch – durch die vielen Verknüpfungen zu Mr. Mercedes ist es aber sinnvoll, die Lesereihenfolge einzuhalten.
Finderlohn ist ein grandios geschriebenes Buch. Es fesselt nicht nur, sondern lässt auch ausreichend Tiefgang zu, um den Leser zugleich zu berühren und zu fesseln.
Fest eingewoben lässt sich King über die Macht von Literatur aus, wodurch man als Leser nur noch mehr in die gesamte Erzählung einzutauchen gewillt ist.
Krimis sind immer noch nicht gerade meine Leidenschaft – hier verschwimmen jedoch die Genregrenzen und es zeigt sich einfach ein absolut hochwertiger, interessant und ausreichend spannend erzählter Plot über Wahnsinn, Abhängigkeit und jugendlichem Leichtsinn. Freue mich schon darauf, zu erfahren, wohin King im dritten Band der Reihe driftet.
Jürgen Seibold/27.10.2015
Finderlohn: Roman KAUFEN BEI AMAZON

Manfred Koch: Totgelacht

Koch_totgelacht© 2015 by Styria Krimi in der Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG
ISBN 978-3-222-13506-4
ca. 186 Seiten

COVER:

KrimiKillerKrimis sind Krimis, die Krimis killen.
Kriminell schräge Geschichten für hartnäckige Krimifans, Krimi-Overkill-Geschädigte und Immer-schon-Krimi-Verächter.
Ein mordsmäßiges Lesevergnügen, böser, satirscher, schwärzer, witziger, frecher und intelligenter, als es die Kriminalpolizei erlaubt.

REZENSION:

Mit “Totgelacht” legt Manfred Koch einen Kurzgeschichtenband mit 20 Geschichten vor, wie ich sie bisher wahrlich noch nie gelesen habe.
Bereits die jeweiligen Titel und insbesondere die Untertitel jeder Geschichte sorgen für ein dezentes Schmunzeln, fügt Manfred Koch doch hier ganz witzig in die jeweilige Story ein. Einige Beispiele seien hier sogleich genannt:
“Zu späte Reue – Ein Imageselfiemordpostingkürzestkrimi”, “Mordssauerei – Ein Letztekrimispurenentferungskurzkrimi”, “Eine halbe Million und keine Polizei – Ein Entführungshappyenddummgelaufenkurzkrimi”, usw.
Manfred Kochs Geschichten sind dabei durchweg vollgespickt mit einem gelungenen Wortwitz, Sarkasmus, Ironie und einer Vielzahl an Leichen.
Jede Geschichte steht für sich selbst und sorgt für ein durchdringendes Grinsen auf des Lesers Gesicht.
Durchweg sehr kurzweilig und oft recht schräg erzählt. Manchesmal erkennt man deutlich einen dezenten österreichischen Schmäh, was die Geschichten nur noch lebendiger gestaltet.
Wenn man sich auf die Geschichten einlässt, erwartet einen nicht nur gelungene Unterhaltung, sondern auch ausreichend Wahrheit und Tiefgründigkeit, um im Anschluss an eine Geschichte noch einige Minuten darüber nach zu denken – relativ schnell beginnt man aber sogleich mit der nächsten, um dort ebenfalls wieder mit einer irrsinnigen, witzigen, schwarzhumorigen und trotzdem beinahe realistisch anmutenden Geschichte konfrontiert zu werden.
Ein wirklich gelungener Kurzgeschichtenband, der zwar theoretisch Krimis beinhaltet, aber eben auch für den Krimi-Verächter eine absolute Notwendigkeit darstellt.
Jürgen Seibold/17.07.2015
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Timo Leibig: Mädchendurst

maedchendurst_timoleibig© Timo Leibig 2015
www.timoleibig.de

COVER:

Kurz vor den Sommerferien verschwindet eine Schulklasse bei einem Ausflug: acht Mädchen samt ihrer Klassenlehrerin.
Der Fall landet beim Ermittlerduo Leonore Goldmann und Walter Brandner. Walter meint, einen Zusammenhang mit einem früheren Fall zu erkennen: Vor vielen Jahren verschwanden nacheinander sechs Mädchen in einem ähnlichen Alter, immer während der Sommerferien. Sie alle tauchten nie wieder auf.
Haben die beiden es mit demselben Täter zu tun? Was hat er vor? Und warum erhalten die Eltern keine Lösegeldforderung?
Leonore und Walter bleiben nur Vermutungen, Ängste und eine grausige Gewissheit: Bei Kindesentführungen sterben die meisten Kinder innerhalb der ersten vierundzwanzig
Stunden …

REZENSION:

Wäre ich nicht bereits in den Genuss der ersten beiden Bücher Timo Leibigs gekommen, ich hätte wohl die Finger von Mädchendurst gelassen.
Dies liegt aber lediglich daran, dass mir dieses Buch als Krimi vermittelt worden ist – und jeder, der meine Präferenzen kennt, weiß, dass ich nicht unbedingt der große Krimifan bin. Bin ich in diesem Genre doch schon viel zu oft enttäuscht worden.
Nun ergab der Dialog mit dem Autor, dass es doch eher ein Thriller ist und somit wagte ich mich der Widmung dieses Buches.
In Mädchendurst wird beinahe nebenbei eine kleine Schulklasse von acht Mädchen an ihrem Wandertag entführt.
Wie die Ermittler wissen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Kinder das Zeitliche segnen werden.
Das Ermittlerduo – bestehend aus Leonore Goldmann und Walter Brandner – begibt sich sofort auf die Jagd nach dem Entführer.
Timo Leibig spielt jedoch nicht in erster Linie mit den dann üblicherweise kommenden Krimi-Elementen sondern führt uns Leser mehr und mehr in Richtung des Entführers. Hierdurch dreht sich der erste Krimifall der beiden Ermittler somit ganz stark in Richtung des Thrillergenres, welches üblicherweise erheblich spannender erzählt ist, als es Krimis von der Stange aufweisen.
Dementsprechend konnte mich Mädchendurst auch durchweg überzeugen, denn man erkennt nach und nach die krankhafte Intention des Entführers ebenso, wie das noch krankhaftere Vorhaben mit seinen Opfern. Gleichzeitig baut Leibig umfänglich das Psychogramm des Kindesentführers auf und man stellt fest, wie es so weit kommen konnte – wirkt er doch eigentlich recht sympathisch.
Im Gegensatz zu meiner ersten Information durch den Autor musste ich mit Freuden feststellen, dass er auf dem Cover nicht das Wort “Krimi” aufführt, sondern Mädchendurst nun als Thriller deklariert – absolut richtig, denn genau dieses Genre wird hierbei bedient und Leibig schafft es abermals außerordentlich gut seinen Leser auf eingängige, flüssig zu lesende und sehr spannende Weise zu unterhalten.
Wenn ich mich recht erinnere, nannte ich sein erstes Werk noch einen absoluten Geheimtipp – ich denke so langsam sollte er aus diesen geheimen Gefilden herauskommen, denn alle bisherigen drei Thriller Timo Leibigs sind durchweg zu empfehlen.
Bin schon ganz auf die nächsten Fälle der beiden – mit eigenen Problemen behafteten – Ermittler gespannt.
Jürgen Seibold/09.07.2015
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Jussi Adler-Olsen: Verheissung

Olsen_VerheissungOriginaltitel: Den graenselose
Aus dem Dänischen von Hannes Thiess
Deutsche Erstausgabe 2015
© 2014 Jussi Adler-Olsen
© 2015 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-28048-8
ca. 596 Seiten

COVER:

Carl Morck hat gerade seine Beine auf dem Schreibtisch im Keller des Polizeipräsidiums zum Nickerchen platziert, da klingelt das Telefon. Christian Habersaat, ein Kollege von der dänischen Insel Bornholm, bittet ihn dringend um Unterstützung. Carl ist nicht allzu erfreut darüber, dass ihm ein uralter Fall aufs Auge gedrückt werden soll. Doch nur wenige Stunden später kommt Habersaat auf schockierende Weise ums Leben – und kurz darauf dessen Sohn.

Unter größtem Druck stürzt sich das Sonderdezernat Q in den siebzehn Jahre alten Fall um den tragischen Unfalltod einer fröhlichen jungen Frau auf Bornholm, die kopfüber in einem Baum hängend gefunden wurde.
Habersaat, der sie damals fand, glaubte nicht an fahrlässige Tötung mit Fahrerflucht – doch seine Ermittlungen waren siebzehn Jahre lang ergebnislos geblieben.

Das Sonderdezernat Q steht vor einem seiner rätselhaftesten Fälle, der die Zusammenarbeit auf eine harte Probe stellt. Denn es werden immer mehr dunkle Geheimnisse – auch aus dem Leben der Ermittler – an die Oberfläche gespült. Die Spuren führen bald nach Öland, zu einem obskuren “Zentrum zur Transzendentalen Vereinigung von Mensch und Natur”. Während Carl, Assad und Rose immer tiefer in die Abgründe neoreligiöser Heilsversprecher und die Geheimnisse eines mysteriösen Sonnenkults eintauchen, hat ein höchst intelligenter Manipulator Wege gefunden, mit den bizarrsten Mitteln alles aus dem Weg zu räumen, was ihm in die Quere kommt…

Rezension:

Bei “Verheissung” handelt es sich nun bereits um den sechsten Fall des Sonderdezernats Q, welches für die Aufklärung längst abgelegter, ungeklärter Fälle zuständig ist.
Das Dezernat als auch das Team um Carl Morck hat sich eher unfreiwillig gebildet – im Laufe der Zeit fanden diese unterschiedlichen Persönlichkeiten jedoch mehr und mehr zusammen. Jussi Adler-Olsen verwendet dabei einen sehr schönen Witz, der sich insbesondere in den Persönlichkeiten und deren Dialogen widerspiegelt. Aus diesem Grund – und den doch recht spannenden Fällen der ersten 5 Bände – entwickelte sich diese Reihe zu einer der wenigen Kriminalreihen, die auch mich überzeugen konnten. Der Hang zum Thriller ist durch die aufkommende Spannung vorhanden und somit waren alle bisherigen Fälle ein Garant, mir einige schöne Lesestunden zu unterbreiten.
Nun liegt also der sechste Fall vor und bereits beim Öffnen des Buches stellt sich mir die Frage, ob der Autor dieses Niveau weiterhin aufrechterhalten kann.
Relativ rasant geht es auch gleich los: Das Team wird kontaktiert von einem Kollegen und um Mithilfe bei der Auflösung eines sehr alten Falles gebeten. Wer das Dezernat kennt, weiß sofort, dass Carls Initiative bei Fremdbestimmung nicht gerade hoch oben angesiedelt ist – nun ist es aber so, dass sich dieser Kollege bei seiner eigenen Verabschiedungsveranstaltung vor all seinen Kollegen das Leben nimmt. Plakativer kann man beinahe nicht vorgehen.
Somit nimmt sich das Sonderdezernat Q doch des Falles an und versuchen das herauszufinden, woran ihr Kollege jahrelang scheitern musste.
Der Dialogwitz – insbesondere zwischen Assad und Carl – ist weiterhin vorhanden, was zur sofortigen Überzeugung meinerseits führte. Nach und nach stellt sich aber beim Lesen heraus, dass VERHEISSUNG ein sehr guter und eingängig geschriebener Krimi mit Thrillerelementen ist – leider nicht mehr ganz an die Vorgängerbände herankommt. Diese waren durchweg dramatischer und fanden ihren Höhepunkt im fünften Fall, der den Leser in die Tiefen der mafiösen Szene brachte, die Kinder zum Diebstahl und Betteln nötigen.
VERHEISSUNG ist ein gut geschriebenes Werk und erneut konnte mich der dezent eingestreute Witz überzeugen – nichts desto trotz entstand kein neuer Höhepunkt. Mag sein, dass dies lediglich dem beschriebenen Fall zu schulden ist – jedoch war dieser in meinen Augen zu leicht vorhersagbar, was mir bei den 5 anderen Fällen etwas schwieriger fiel.
Schlussendlich ist auch VERHEISSUNG ein relativ gutes Werk um ein sehr interessantes Team. Trotzdem wirkt es im Vergleich betrachtet etwas blass und ich hoffe, dass Adler-Olsen eine gelungene Idee aus dem Ärmel schütteln kann, um die weiteren Fälle des Dezernats mit neuem Leben zu erwecken.
Jürgen Seibold/19.04.2015

VERHEISSUNG Der Grenzenlose: Der sechste Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q Thriller KAUFEN BEI AMAZON

Jim Butcher: Die dunklen Fälle des Harry Dresden 2 – Wolfsjagd

butcher_dresden2© Jim Butcher 2000
© 2006 der deutschsprachigen Übersetzung bei Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. GmbH & Co. KG, München
© 2012 der vorliegenden Ausgabe Feder & Schwert GmbH
ISBN 978-3-86762-112-0
ca. 368 Seiten

COVER:

Chicago wird von einer Mordserie in Angst und Schrecken versetzt – alle vier Wochen, wenn der Vollmond fahl am Himmel steht, sterben in der Stadt unzählige Menschen. Fallen sie einem Psychopathen zum Opfer? Einer Gang? Oder etwas ganz anderem?
Harry Dresden, Privatermittler mit besonderen Fähigkeiten und Polizeiinformant wider Willen, wird schneller, als ihm lieb ist, in diesen Fall verwickelt. Immer wieder kreuzen dabei Menschen seinen Weg, die ein dunkles Geheimnis haben: Im Schutz der Dunkelheit verwandeln sie sich – und jagen.

REZENSION:

In den Fällen des Harry Dresden begleiten wir einen Ermittler der ganz besonderen Art, den er ist seines Zeichens Magier und wird dabei in ganz besondere Fälle verwickelt. Irgendwie hat man dabei immer das schleichende Gefühl, dass der Ermittler eher keine große Lust zu seiner Ermittlertätigkeit hat und vielmehr dadurch getrieben wird, dass er immer zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein scheint. Nachdem es auch noch eine Polizistin gibt, die um seine Fähigkeiten mehr oder weniger Kenntnis hat, wird er zum unfreiwilligen Informanten der Staatsgewalt und somit auch noch gezielt in diverseste Problemfälle hineingeschubst.
Im vorliegenden, zweiten Band der umfangreichen Harry Dresden Reihe haben wir es mit Mordfällen zu tun, die augenscheinlich von Tieren vollzogen worden sind.
Innerhalb kürzester Zeit befindet sich Dresden auf der Jagd nach Werwölfen, die in Chicago ihr Unwesen treiben.
Jim Butcher erzählt seinen mit vielen mystischen und magischen Elementen angehauchten Roman mit viel Witz. Darüber hinaus findet man als Leser durch die durchgängig verwendete Ich-Form sehr schnell in den Hauptdarsteller hinein und man folgt ihm auf seinen teilweise recht witzigen und magievollen Pfaden. Die Geschichte wäre prinzipiell nichts weiter als ein Krimi der etwas düsteren Art – durch die Hinzufügung von Magie und den Werwölfen schlägt Jim Butcher eine Brücke zwischen verschiedenen Genre, wodurch Krimifans genauso bedient werden, wie auch reine Freunde der fantastischen Spielart der Literatur.
Für Horror- und Gruselfans fehlt ein wenig die Spannung – ich kann mir aber vorstellen, dass die Intention des Autors aber eher in die klassische Krimiecke geht und er dieser einen ganz gelungenen Stempel aufdrückt. Bei Harry Dresden hat man irgendwie immer das Gefühl, dass er eine Mischung aus John McClane und Columbo darstellen soll.
Alles in allem eine wahrlich unterhaltsame Reihe für den Krimifan, der kein Problem mit Hinzufügung von Witz und Magie hat.
Jürgen Seibold/01-03-2015
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Werner Stanzl: Hinrichtung

Stanzl_Hinrichtung© 2015 by Styria Krimi in der Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG
ISBN 978-3-222-13499-9

COVER:

Er tötet mit archaischen Mitteln. Er schickt verschlüsselte Botschaften. Er folgt seiner Überzeugung. Und er hat ein Ziel …
Beim Sonnenaufgang über Cormons läuten die Glocken eines Morgens Sturm und die Stadt wird Zeuge einer Steinigung per Fernbedienung. Willkommenes Futter für die Medien, die rasch auf islamische Dschihadisten schließen. Zumal in der Folge noch mehr achtbare Katholiken sterben müssen. Dass zudem ein Papstbesuch bevorsteht und Ferrogasto das Land lahmlegt, erschwert die Ermittlungen für Bruno Vossi und sein Team. Schon bald sieht sich der Commissario in einem undurchsichtigen Netz aus INteressen und Interventionen verstrickt.

REZENSION:

Was den Inhalt von Büchern betrifft, sind reine Krimis nicht unbedingt meine Leidenschaft. Viel zu oft ist die Vorgehensweise recht austauschbar, da man regelmäßig einen Kriminalbeamten bei der Jagd nach einem Mörder folgt und nur noch durch dessen Vorgehensweise Unterschiede in den üblichen Büchern aufzufinden ist. Nur wenige Kriminalromane konnten mich in der Vergangenheit deshalb überzeugen – dies liegt aber nicht an deren Qualität, sondern lediglich an meinem Geschmack, da dieser eher in spannungsgeladenen Genreabgrenzungen zu Hause ist. Nichts desto trotz habe ich mich erneut einem Krimi zugewendet, da mich die Beschreibung durch die Hinzufügung von kirchlichen Elementen positiv ansprechen konnte.
Werner Stanzl selbst war mir dabei absolut gar kein Begriff. Zusätzlich handelt es sich um einen österreichischen Verlag – kann es sein, dass unser Nachbarland auch ein Wörtchen in diesem Genre mitsprechen möchte? Scheint wohl so zu sein, denn was Werner Stanzl in seinem Buch mit dem griffigen Titel „Hinrichtung“ vorlegt, lässt nahezu nichts zu wünschen übrig.
Prinzipiell zwar nur ein Krimi der klassischen Art, jedoch in der Erzählweise durchweg überzeugend und somit blieb mir absolut nichts weiter übrig als von Seite zu Seite zu hetzen.
Richtig spannend ist das Buch dabei eher nicht – interessanterweise stört dieser Umstand aber keineswegs und somit begleitet man den Commissario Vossi in beschaulichen italienischen Dörfern und Kleinstädten auf der Jagd nach einem Mörder, der wohl mit islamischem Hintergrund zu Werke geht.
Werner Stanzl schnappt sich eine Unmenge an verschiedenen Fäden und mir schwirrte schier der Kopf nach der Frage, wie er das alles am Ende wieder zu einem Gesamtwerk fügen würde. Erfreulicherweise behält er aber alle Fäden in der Hand und schafft die Verknüpfung dieser zum Ende hin problemlos und überzeugend. Das Ende kommt ein wenig zügig ums Eck – wirkt aber in seiner Bedauerlichkeit gegenüber dem Ermittler glaubwürdig und könnte wohl exakt so in der realen Welt geschehen.
Die Schreibweise Stanzls ist niveauvoll, detailliert und doch sehr eingängig sowie glaubwürdig. Der Ermittler stellt die richtigen Fragen und siegt gewissermaßen mit seiner Bauernschläue.
„Hinrichtung“ ist somit ein Krimi, der dem Genre zwar nicht unbedingt was Neues aufzwingen kann, jedoch dem Leser sehr interessante und durchweg unterhaltsame Stunden beschert. In meinen Augen in diesem Genre ein absolut zu empfehlendes Werk eines Autors, der bereits hiermit zeigt, dass er wohl sein Handwerk zu verstehen weiß. Eine klare Empfehlung für Freunde des gepflegten Kriminalfalls.
Jürgen Seibold/11.02.2015

Hinrichtung: Krimi KAUFEN BEI AMAZON