Robert McCammon: Swans Song 1 – Nach dem Ende der Welt

swans_song_1Originaltitel: Swan Song
© 1987 by Robert McCammon
1. Auflage Mai 2015
© dieser Ausgabe 2015 by Festa Verlag, Leipzig
ca. 450 Seiten
eISBN 978-3-86552-354-9

COVER:

Swans Song – Buch 1: Nach dem Ende der Welt

Der legendäre Endzeit-Thriller. Düster, brutal und mit epischer Wucht erzählt.

In diesem Endzeit-Thriller beschreibt der Bestsellerautor die Welt nach der atomaren Apokalypse. Die menschliche Zivilisation bricht zusammen und die wenigen Überlebenden werden in eine vorindustrielle Welt katapultiert, in der sie zu hungrigen Bestien mutieren.
Der nukleare Winter senkt sich wie ein Leichentuch über die verkohlte Erde.
Durch dieses verstrahlte Land wandert Swan – das neunjährige Mädchen spürt, dass etwas Übernatürliches am Werk ist: das personifizierte Böse, das die Menschheit endgültig vernichten will. Swan erlebt die ultimative Entscheidungsschlacht zwischen Gut und Böse.

REZENSION:

Ich war sehr zwiespältig, als ich immer mal wieder beim Stöbern nach einem neuen Lesegenuß über die beiden Bücher mit dem Titel Swans Song gestoßen bin. Dies lag vor allem an dem Umstand, dass einige Rezensenten hier einen Vergleich zogen, der in meinen Augen nur schwer einzuhalten sein könnte: Sie verglichen Swans Song mit The Stand von Stephen King.
Nun gut, von der Gesamtseitenzahl her würde es passen – aber The Stand ist ein absolutes Epos, wie soll da Swans Song mithalten können, ohne dabei ein Plagiat zu entwickeln?
Tja, Robert McCammon hat es wirklich geschafft. Der erste Band von Swans Song legt sofort mit der ultimativen Vernichtung los – die Amerikaner und die Sowjetunion (woran man sehr deutlich die Entstehungszeit des Romans erkennt) lassen ihr gesamtes Atomraketenpotenzial auf den jeweiligen Gegner los. Wer wirklich begonnen hat, lässt sich nicht mehr herausbekommen – ist aber auch nebensächlich, denn nun befinden wir uns in der postatomaren Welt der Vereinigten Staaten und begleiten diverse Protagonisten auf ihrem Weg durch diese düstere und brutale Welt. Es entwickelt sich so nach und nach die Erkenntnis, in welche Lager – Gut oder Böse – sich die jeweiligen Personen aufspalten.
Sicher ist mit dem ersten Band lediglich die Hälfte erzählt – aber ich kann mir schon jetzt nicht mehr vorstellen, dass der Autor nach der Hälfte nur noch Mist erzählen wird. Immerhin ist bei Swans Song 1 wirklich jedes einzelne Kapitel eine Dosis einer süchtig machenden Droge, denn man kann sich dem absolut nicht mehr entziehen und ist gezwungen, weiter der Geschichte zu folgen.
Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich jemals ein Buch gelesen habe, in dem wirklich jedes einzelne Kapitel spannungsgeladen die Story antreibt – hier ist es definitiv so.
Ich bin schon sehr gespannt, wie dies alles weitergeht und sich dem Ende hin entwickelt – gleichzeitig habe ich Angst, dass die Story zu schnell zu Ende ist, denn sie ist ein absoluter Glücksgriff vor des Lesers Augen.
Jürgen Seibold/13.08.2015
Swans Song: Nach dem Ende der Welt: Endzeit-Thriller – BUCH KAUFEN BEI AMAZON

Stephen King: IT

KING_ITAudible-Hörbuch
© 1987 Stephen King (P) 2010 Penguin
Penguin Audio, Sprache Englisch, Ungekürzt
44 Stunden, 47 Minuten
Erzähler: Steven Weber

COVER:

They were just kids when they stumbled upon the horror of their hometown. Now, as adults, none of them can withstand the force that has drawn them all back to Derry, Maine, to face the nightmare without end, and the evil without a name.

REZENSION:

ES von Stephen King ist meiner Meinung nach eines der Bücher, welches erhaben über vielen anderen steht. Die Geschichte besitzt dermaßen viele Geschichten in sich, die über das Leben der Beteiligten erzählen, wie es so gut wie nirgendwo erneut geschehen ist.
ES war auch der Grund für mich, Stephen King als “Schwätzer” zu betiteln, denn er erzählt und erzählt und erzählt – trotzdem verliert man niemals das Gefühl, dass diese Erzählungen und Hintergründe zu viel des Guten wären.
Ich selbst weiß gar nicht mehr, wie oft ich ES schon gelesen habe – nun widmete ich mich dem englischsprachigen Hörbuch, um meine Fremdsprachenkenntnisse aufrecht zu erhalten.
Der Erzähler – Steven Weber – konnte mich dabei unverzüglich überzeugen, denn er lässt die Geschichte vor einem mit allen Facetten aufstehen und man bekommt mehr und mehr das Gefühl, einem Film zu lauschen. Steven Weber schwenkt geschickt mit seiner Stimme, um den jeweiligen Figuren eine eigene Stimme zu verleihen und darüber hinaus hat er auch keine Probleme, das Stottern Bills glaubwürdig rüberzubringen.
Wie gesagt, die Geschichte ist weiterhin unerreicht – der Sprecher in diesem Fall kann dem nur noch eines draufsetzen: Er ist verständlich und lebendig genug, um den Hörer durch die ellenlange Story zu geleiten.
Perfekter Genuss!
Und abermals habe ich das Gefühl, das Buch doch noch mal in die Hand zu nehmen, um erneut nach Derry zu reisen.
Jürgen Seibold/03.08.2015
It – KAUFEN BEI AMAZON

Fred Ink: Fünf Tode

ink_fünftode© 2014 Fred Ink
ISBN 978-1495375606
ca. 208 Seiten

COVER:

Seit er ein kleiner Junge war, sieht Tim die Zarge: unheimliche, rauchartige Wesen, die niemand sonst wahrzunehmen scheint. Sie haben es auf seine Schwester abgesehen, und sie tauchen immer dort auf, wo Menschen ums Leben kommen.
Was haben sie vor? Und wo kommen sie her?
Tim muss sterben, um Antworten zu finden. Gezeichnet kehrt er zurück, nur um festzustellen, dass er etwas von der anderen Seite mitgebracht hat. Etwas Böses.
Der wahre Horror hat gerade erst begonnen.

REZENSION:

Tim sieht rauchartige Wesen. Kein anderer scheint diese zu sehen. Somit ist es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis Tim sich selbst einweisen lässt.
Tim war aber auch schon auf der anderen Seite – zumindest wurde er vom Tod zurückgeholt. Kann das der Grund sein? Ist er verrückt? Oder steckt doch mehr dahinter, als es Anfangs zu sein scheint.
Fred Ink landete mit seinen weiteren Werken auf meiner virtuellen Leseliste, da er mich mit seinem Roman Crossover bereits uneingeschränkt unterhalten konnte.
Stellt sich natürlich nun die Frage, ob er dies auch mit einer doch etwas verrückt klingenden Geschichte weiterhin kann.
Es stellte sich dabei aber erfreulicherweise recht schnell heraus, das dem Autor abermals ein Pageturner gelungen ist.
Die Geschichte ist wahrlich nichts für den Durchschnittsleser – hat man aber Freude an spannenden Twists und einer vordergründig krude klingenden Story, dann ist man bei diesem Autor wohl an der richtigen Stelle.
Sein Schreibstil ist absolut eingängig und somit sorgt Fred Ink dafür, dass der Leser den Buchstaben treu bleibt und versessen auf die weiteren Begebenheiten hin zu liest.
Fünf Tode – der Titel ist Programm – ist spannend erzählt, teils ein wenig plakativ (zumindest in Bezug auf Sekten), aber dennoch nur ganz selten vorhersehbar. Fred Ink baut genügend Wendungen ein, um für ausreichend Abwechslung zu sorgen. Gleichzeitig bleibt er sich treu und lässt auch kein Blatt vor dem Mund, wenn es etwas härter zur Sache geht. Dies allein sorgt meinerseits schon für ausreichend Freude und erneut bleibt mir nichts übrig, als auch vorliegendes Werk des Autors empfehlen zu können.
So wie es scheint, bleibt mir nichts anderes übrig, als auch die noch übrigen Romane dieses ideenreichen Autors auf den Stapel zu legen.
Jürgen Seibold/28.07.2015
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S. Jonathan Davis: 900 Meilen

900-Meilen-S.-Johnathan-Davis-3D-350Originaltitel: 900 Miles
Übersetzung: Katrin Fahnert
ISBN eBook: 978-3-943408-62-1
© 2014 Luzifer-Verlag
ca. 280 Seiten

COVER:

John ist ein Killer. Das war er nicht immer. Er war ein Geschäftsmann – 
vor der Apokalypse.
Als sich die Toten plötzlich erheben, ist er in New York gefangen und es beginnt ein grauenvoller 900-Meilen-Wettlauf gegen die Zeit, als John versucht, zu seiner Frau zu gelangen.
Schnell muss er feststellen, dass die Zombies das Geringste seiner Probleme sind. Hautnah erlebt er die Schrecken, die Menschen verbreiten, wenn es plötzlich keine Regeln mehr gibt; wenn abscheuliches Handeln keine Konsequenzen birgt und der Tod allgegenwärtig ist.
John verbündet sich mit Kyle, einem ehemaligen Armeepiloten. Gemeinsam fliehen sie aus New York. Auf ihrer Flucht treffen sie einen Mann, der behauptet, die Schlüssel zu einer Untergrundfestung namens Avalon zu besitzen …
Werden sich die beiden in Sicherheit bringen können?
 Werden Sie es zu Johns Frau schaffen, bevor es zu spät ist?
Machen Sie sich bereit, John und Kyle in diesem rasanten Zombie Buch zu begleiten.

REZENSION:

900 Meilen ist ein rasanter Zombie-Thriller. S. Jonathan Davis erzählt ihn in der Ich-Form seines Hauptprotagonisten John, der – noch eben in einem Meeting sitzend – urplötzlich von der Zombie-Invasion bedroht wird.
Aufgrund seiner Dienstreise befindet er sich 900 Meilen entfernt von seiner hochschwangeren Frau und somit versucht er alles erdenkliche, um nicht nur den Kontakt zu ihr herzustellen, sondern auch, zu ihr zurück zu kommen.
In etwa 280 Seiten erzählt Davis nahezu atemlos die Erlebnisse Johns auf seinem Weg zu seiner Frau. Dabei lässt er uns sehr schnell erkennen, dass abermals nicht nur die Zombies eine Gefahr darstellen, sondern – wie so oft – der Mensch selbst.
900 Meilen erzählt nicht nur rasant – es lässt sich auch ebenso rasant lesen, da man immer wieder weiter blättern muss, um heraus zu finden, wie es denn nun weitergeht.
900 Meilen erinnert dabei sehr stark an den aktuellen Serienblockbuster “The Walking Dead” und man könnte es beinahe als Abklatsch dessen interpretieren. Wenn man jedoch darüber hinwegsieht, merkt man sehr schnell, dass dieses Buch recht viel Spaß macht. Sicherlich ist einiges vorhersehbar – jedoch unter dem Aspekt der gnadenlosen Unterhaltung sorgt 900 Meilen für ganz nette Stunden.
Mich persönlich stört die gefühlte Beziehung zu “The Walking Dead” keinesfalls – befinde ich mich doch im Wartemodus zur nächsten Staffel. Hierbei hat dieses Buch recht gut geholfen, da es ein ähnliches Konzept bietet und in der Serienwelt ebenso gut funktionieren könnte.
Manche Kleinigkeit fand ich ein wenig zu rasant aufgetreten – sind doch in diesem Buch nur wenige Tage vergangen und trotzdem driftet das Menschsein bereits sehr stark auseinander. Ebenso schnell ist die Zivilisation zusammengebrochen und die Irrwüchse nehmen ihren Lauf.
Darüber hinwegsehend ist 900 Meilen jedenfalls gut erzählt und sorgt – wie bereits genannt – für ausreichende Unterhaltung des Lesers.
Jürgen Seibold/23.07.2015
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Jeff Strand: Benjamins Parasit

benjamins_parasite-219x350Originaltitel: Benjamin’s Parasite
Aus dem Amerikanischen von Verena Hacker
© 2009 by Jeff Strand
© für die deutschsprachige Ausgabe 2012 by Voodoo Press
eISBN 978-3-902802-52-1
www.voodoo-press.com

COVER:

Zu jedem Zeitpunkt beherbergt der menschliche Körper Millionen von Parasiten. Dies ist die Geschichte von nur einem von ihnen. Einem wirklich, wirklich widerlichen.
Benjamin Wilson hatte einen lausigen Monat, und das sogar noch vor seinen Magenschmerzen. Er wurde bald 40. Einer seiner Schüler war erschossen worden, während er mit einem Fleischerbeil Amok lief. Und kurz nach dessen Beerdigung fühlte sich Benjamin nicht so wohl …
Es verändert sich alles. Sein Körper wird auf eine unangenehme Weise beeinträchtigt. Sein Charakter entwickelt ein paar »Marotten«. Aber die größte Veränderung besteht darin, dass ein Haufen böser und/oder psychisch gestörter Leute versucht ihn umzubringen, um an den Parasiten zu gelangen. Seine einzige Hoffnung ist Julie, eine hinreißende Kopfgeldjägerin, die das Beste für ihn will – oder vielleicht auch nicht. Und die fähig genug ist, ihm irgendwie zu helfen – oder vielleicht auch nicht.

REZENSION:

Als ich über dieses Buch gestolpert bin, suchte ich nach einem Mix aus Horror vollgestopft mit eingewobenem Humor. Wie sich dabei herausstellen sollte, konnte Benjamins Parasit diesen Wunsch problemlos befriedigen.
Jeff Strand fängt unverzüglich mit einem Amoklauf eines Schülers an – bereits dieses erste Kapitel sorgte dafür, dass ich mich dem Werk in keinster Weise mehr entziehen konnte.
Somit war es bereits dort um mich geschehen und die fortlaufende Geschichte konnte dem nur noch rasant einen drauf setzen.
Benjamin – seines Zeichens Englischlehrer – wird von einem Parasiten geplagt, der es sich in seinem Körper gemütlich gemacht hat. Urplötzlich beginnt Benjamin nahezu pausenlos Schokoriegel in sich hinein zu stopfen, denkt nur noch an Sex und verspielt mal so nebenbei beinahe sein ganzes Geld in einem Casino. Als sich nun herausstellt, dass sich eben ein Wesen in seinem Körper eingenistet hat, legt er sich auf den OP-Tisch, um diesen los zu werden.
Kurz vor seiner Narkose wird er jedoch von der Kopfgeldjägerin Julie direkt vom OP-Saal heraus entführt.
Ab diesem Augenblick befinden wir uns mitten in einem unsagbar rasanten Road-Movie mit mehreren beteiligten Gruppen, die die Jagd nach dem Parasiten und somit nach Benjamin aufgenommen haben.
Wer nun irgendwelche besonderen, tiefgründige Erwartungen hegt, sollte die Finger von diesem Buch lassen: Dieses Werk dient einfach nur der Unterhaltung des Lesers – und genau dies schafft es mit einer Mischung aus Horrorelementen, Road-Movie, Thriller und Witz nahezu virtuos. Benjamins Parasit nistet sich ungebremst beim Leser ein und man merkt urplötzlich, dass man schon wieder länger als geplant gelesen hat.
Dieses Buch dient der Unterhaltung und was soll ich sagen: Es macht einfach verdammt viel Spaß!
Jürgen Seibold/18.07.2015
Benjamins Parasit: Witziger Horror KINDLE-EDITION KAUFEN BEI AMAZON

Sönke Hansen: Overkill – Asylum

Overkill Web© 2015 Luzifer-Verlag
ISBN 978-3-95835-050-2

COVER:

Ein mutierter Tollwutvirus stürzt die Menschheit in einen Krieg gegen sich selbst. Als die Lage immer aussichtsloser wird, verschanzt sich Krankenpfleger Max zusammen mit Patienten auf einer psychiatrischen Station.
Doch der Feind ist bereits mitten unter ihnen …

REZENSION:

Mit Overkill – Asylum legt Sönke Hansen einen Zombie-Roman vor und erneut stellt man sch die Frage, warum dieses Genre zur Zeit so populär ist. Aber wollen wir hier mal nicht philosophisch werden, sondern einfach akzeptieren, dass dieses Genre nach ihrer Entstehung vor mehreren Jahrzehnten aktuell eine Wiedergeburt zu Tage legt, wie es sie nur selten gibt.
Sönke Hansen nahm sich nun also auch dieses Genre vor und erzählt hauptsächlich in einem relativ geschlossenen Setting und somit befinden wir uns überwiegend innerhalb der Mauern einer Psychiatrie, in der die Gefahr der Zombies nicht die alleinige Problematik darstellt – sind hier doch nicht nur “normale” Pfleger unterwegs sondern auch der ein oder andere Kunde dieses Etablissements.
Die Geschichte spielt – was sehr selten vorkommt – in diesem Falle in unserem eigenen Land und somit nähert sich die Gefahr einer Zombieinvasion unseren Gefilden.
Ich persönlich halte diesen Umstand bereits für recht interessant, da üblicherweise Zombiegeschichten immer sehr sehr weit weg stattzufinden scheinen.
Sönke Hansen erfindet das Genre sicherlich nicht neu, schafft es aber problemlos den Leser zu unterhalten und erzählt seine Geschichte ausreichend detailliert, um mich als Leser umfänglich zu überzeugen und von Seite zu Seite rasen zu lassen.
Teilweise wird er ein wenig splatterhaft, was ich aber bei so einem Setting auch ehrlicherweise erwarte und somit konnte er auch hierbei ausreichend den Horrorbedarf des geneigten Genrelesers befriedigen.
Hansen baut seine Protagonisten überzeugend ein und sein Schreibstil ist absolut flüssig und eingängig in seiner Erzählweise.
Somit keine Neuerfindung des Genres (braucht man auch nicht unbedingt…), aber ein durchweg gelungener und recht glaubwürdig erzählter Zombiethriller mit einem interessanten Setting. Kurzum ein sehr zu empfehlender, unterhaltsamer, spannender und teils splatteriger Zombieroman für die kurzweilige Unterhaltung seines Lesers.
Jürgen Seibold/09.07.2015
Overkill – Asylum: Zombie-Thriller (Spannung, Apokalypse, Endzeit, Dystopie) KAUFEN BEI AMAZON

Kealan Patrick Burke: KIN

Burke_kinOriginaltitel: KIN
Aus dem Amerikanischen von Julia Hecht
© 2012 by Kealan Patrick Burke
© 2015 für die deutschsprachige Ausgabe by Voodoo Press
ISBN 978-3-902802-72-9
eISBN 978-3-902802-90-3

COVER:

An einem glühend heißen Sommertag in Elkwood, Alabama taumelt Claire Lambert nackt, verletzt und halb blind von einem Ort des Grauens davon. Sie ist die einzige Überlebende eines Alptraums, der ihre Freunde das Leben gekostet hat. Und obwohl sie für Rettung betet, kommen die Killer – eine Familie kannibalischer Geistesgestörter – immer näher.

Ein Soldat, der an posttraumatischer Belastungsstörung leidet, kehrt aus dem Irak zurück und erfährt, dass sein Bruder zu den Opfern in Elkwood zählt.

Im eingeschneiten Detroit bekommt eine Kellnerin, die in einer von Missbrauch geprägten Beziehung gefangen ist, unerwarteten Besuch, der zu Blutvergießen führt und sie in eine Vergangenheit zurückversetzt, vor der sie jahrelang zu fliehen versucht hat.

Claire, die alleinige Überlebende des Elkwood-Massakers, wird von ihren toten Freunden heimgesucht und träumt von Rache … ein Traum, der von Trauer und Wut real wird, der gute Menschen in kaltblütige Mörder verwandelt und Fremde gezwungenermaßen zu Verbündeten werden lässt.

Es ist Zeit, nach Elkwood zurückzukehren.

Im Stil von Horrorklassikern wie The Texas Chainsaw Massacre und Deliverance, fängt Kin am Schluss an und untersucht die möglichen Folgen der Überlebenden eines solchen Traumas bei ihrer Rückkehr in die Realität – die Schuld, die Trauer, die Gier nach Rache – und schickt sie auf eine unvorstellbare Reise … zurück ins Herz der Finsternis.

REZENSION:

Jeder Fan des Horrorgenres kennt sie zu Genüge: Die Filme und Geschichten, in denen sich irgendwelche, zumeist jungen Leute auf einen Trip in irgendein Hinterland begeben, dort auf Psychopathen treffen und mehr oder weniger brutal gefoltert und getötet werden.
KIN ist prinzipiell nichts anderes und dementsprechend voreingenommen widmete ich mich diesem Werk – wie soll auch jemand dieser gefühlt tausendmal durchgekauten Thematik noch etwas abgewinnen können?
Nun, Kealan Patrick Burke schafft es interessanterweise und er dreht gleich zu Beginn den Spieß einfach um und stellt uns Claire Lambert vor, die diesem Massaker als einzige entkommen ist.
Burke öffnet tiefschichtig sein brutales Fass und bringt uns nicht nur die Psychopathen näher, sondern sorgt auch dafür, dem Leser klar zu machen, warum manches Mal Hilfe aus der näheren Umgebung nicht unbedingt funktionieren muss. Das Ganze garniert mit dem Racheelement und schon kann man sich dieser  recht brutalen Geschichte nicht mehr entziehen.
Absolut jeder einzelne Charakter – egal ob gut oder böse – findet seine Daseinsberechtigung in diesem Roman und ist ausreichend tiefgehend gezeichnet, dass man sich dem gesamten Werk nicht mehr entziehen kann.
Eine eigentlich recht kranke Geschichte, die sicher nichts für den zarten Belletristik-Leser ist – jedoch ein absoluter Blockbuster für den Fan des Horrors. Manche werden sich sicherlich fragen, warum zum Teufel ma sich solche Stories antut – mir bleibt hierbei nur eines: Es macht verdammt viel Spaß und man kann sich dem einfach nicht mehr entziehen – nur die letzte Zeile sorgt für ein Aufwachen des Lesers und man giert förmlich nach weiteren Erzählungen mit dieser Intensität.
Jürgen Seibold/09.07.2015
KIN: Horror-Roman KAUFEN BEI AMAZON

Stephen King: The Dark Tower IV – Wizard And Glass

king_wizard© 1997 by Stephen King
ISBN 978 1 444 72347 2
ca. 846 Seiten

COVER:

Set in a world of extraordinary circumstances, filled with stunning visual imagery and unforgettable characters, The Dark Tower series is Stephen King’s most visionary piece of storytelling that may well be his crowning achievement.

The Dark Tower beckons Roland, the Last Gunslinger, and the four companions he has gathered along the road. In a terrifying journey where hidden dangers lie at every junction – a malevolent runaway train, Roland’s staunch enemy and the temptation of the wizard’s diabolic glass ball – they narrowly escape one world and slip into the next.

It is here that Roland tells them a long-ago tale of love and adventure involving a beautiful woman named Susan Delgado.

With driving narrative force and exciting plot twists, Wizard and Glass will leave readers clamouring for the next chapter.

AND THE TOWER IS CLOSER …

REZENSION:

Der Dunkle Turm verfolgt mich nun schon beinahe mein gesamtes Leseleben und immer wieder lasse ich mich auf ihn ein. Im vorliegenden Fall – und durch nun endlich vorherrschende, dementsprechende Sprachkenntnisse – widmete ich mich nach und nach den englischen Originalausgaben.
Hier nun also der vierte Band.
Dieser hat mich früher, als ich ihn zum ersten Mal gelesen hatte, ein wenig enttäuscht. Dies liegt insbesondere daran, dass ich Roland schlichtweg auf seinem Weg zum Turm begleiten wollte und nicht bereit war, mir seine Jugendgeschichte einzuverleiben. Nach und nach erkannte ich aber, dass diese Erlebnisse des jungen Roland essentiell für die gesamte Geschichte ist, wodurch es mir immer leichter fiel, auch in diese Begebenheiten einzutauchen.
Vielleicht lag es anfangs einfach daran, dass ich händeringend auf den jeweils weiteren Band des Turm-Zyklus’ wartete und somit enttäuscht war, dass sich das ka-tet in diesem vierten Band nicht wirklich dem Turm nähern.
Man befindet sich während der Reise zum Dunklen Turm in einer besonderen Welt vollgepackt mit unterschiedlichsten Begebenheiten – die Geschichte Rolands Jugend wiederum ist bis auf wenige Anleihen aus unserer Welt beinahe eine reinrassige Westerngeschichte – garniert mit einer Liebesgeschichte.
Nichts desto trotz lernt man hierbei Roland sehr intensiv kennen und man erkennt, warum er so ist wie er ist und warum er sich auf seiner Reise befindet.
Sicher, Stephen King ist nicht unbedingt der große Erzähler von Liebesgeschichten – er hat aber einigermaßen die Kurve bekommen und man würde sich sehnlichst wünschen, dass Roland und Susan für ewig zusammenkommen. Nun, in diesem Falle wäre Stephen King nicht Stephen King und darüber hinaus würde sich Roland auch nicht auf dem Weg zum Turm befinden.
Wizard And Glass ist somit ein wahrhaft gut erzählter Plot, um dem Leser Roland näher zu bringen. Mittlerweile kann ich darin auch recht gut abtauchen, bin aber gleichzeitig sehr froh, endlich die Companions wieder auf ihrerReise zu begleiten.
Jürgen Seibold/09.07.2015

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Jake Bible: Z-Burbia

Bible_ZBurbiaOriginaltitel: Z Burbia
Übersetzung: Katrin Fahnert
Deutsche Erstausgabe
© 2014 Luzifer-Verlag Steffen Janssen, Bochum
ISBN 978-3-95835-021-2

COVER:

Whispering Pines ist ein kleiner, ruhiger, abgeschiedener amerikanischer Vorort am Rande von Asheville, NC, in den unberührten Blue Ridge Mountains. Und das ist gut so, denn die Zombie-Apokalypse hat im Westen von North Carolina Einzug gehalten und stellt das beschauliche Vorstadtleben ernsthaft auf die Probe!
Umgeben von einem Meer Untoter haben die Bewohner von Whispering Pines ihr ländliches Leben von Straßenfesten auf Plünderungsfeldzüge umgestellt. Reinigung und Pflege der Vorgärten wurden gegen taktische Kriegsführung in der näheren Umgebung getauscht. Statt das Viertel zu verschönern, errichtete man eine Festung.
Aber selbst in ruhigen Zeiten hat das Leben in einem Vorort seine Höhen und Tiefen: Neugierige Nachbarn, die strenge Hauseigentümervereinigung (HOA) und eine Hausverwaltung, die daran glaubt, dass die Worte ›strenge Auslegung‹ heilige Worte sind, wenn man sie auf die HOA-Verträge anwendet.
Jetzt, während der Zombie-Apokalypse, werden selbst solche harmlosen alltäglichen Reibereien schnell zu dramatischen Kämpfen um die persönliche Identität, die Sicherheit der Familie und das nackte Überleben.
Willkommen in der Welt von Z-Burbia!

REZENSION:

Wir befinden uns in einer Welt der Zombie-Apokalypse und wenden uns nach Whispering Pine, einem kleinen Rückzugsort, in dem eine Gruppe Überlebender versucht, die Alltäglichkeit des Kleinstadtlebens aufrecht zu erhalten. Das dies im Angesicht von Zombies und machthungrigen Menschen nicht gerade einfach ist, erklärt sich von selbst.
Aus dieser beschaulichen Welt vertrieben, versuchen einige – unter Zuhilfenahme weiterer Überlebender – diese Beschaulichkeit zurück zu erobern.
Z-Burbia lässt sich in diesem Überlebenskampf auch wenig Zeit, um sogleich den Leser mit den Gefahren zu konfrontieren. Die Erzählweise des Autors ist dabei locker und eingängig – leider verzichtet er stark auf beschreibende Elemente, was mir persönlich ein wenig negativ vorkam. Was andere Autoren zuviel “schwätzen”, “schwätzt” Jake Bible zu wenig und somit befinde man sich in einem Werk, das zu einem hohen Maße aus Dialogen besteht. Hier hätte Jake Bible sicher noch ein wenig mehr an Spannung generieren können. Hinzu kommt, dass die Dialoge recht “schnoddrig” sind, was zum Einen authentisch ist, da man im Angesicht der Apokalypse (nach einer gewissen Zeit) eine gewisse Resignation mitbringen muss, um sich dem stellen zu können – andererseits entsteht dadurch ebenfalls keine spannungsgeladene Dramatik, da man das Gefühl nicht loswerden kann, dass die das schon packen.
Der heimliche Star des Buches ist jedenfalls nicht der Hauptdarsteller, sondern Elsbeth, eine Kannibalin, die durch bestimmte Umstände zu dieser Gruppe stößt und dabei mit Fähigkeiten ums Eck kommt, die so manchen Kerl vor Neid erblassen lässt.
Wäre Elsbeth nicht, würde dieses Buch durchweg stark nach “The Walking Dead” klingen – die Anleihe scheint doch sehr stark durch. Elsbeth sorgte jedenfalls dafür, dass ich bei der Stange bleiben konnte und dem Buch weiterhin folgen wollte.
Schlussendlich ist Z-Burbia ein etwas leicht vorhersehbarer, post-apokalyptischer Roman – vollgestopft mit Zombies – der immer wieder an “The Walking Dead” erinnert, dabei jedoch leider nicht in die Tiefe geht. Hier könnte sicher noch deutlich stärker an zwischenmenschlichen Thematiken und insbesondere an der Spannungsschraube gearbeitet werden – da hätte dieses Werk noch viel Potenzial.
Nebenbei erwähnt: Das Cover passt wie die Faust aufs Auge zu Elsbeth und man kann sie sich genau so vorstellen. Allein für Elsbeth – dem heimlichen Star in diesem Buch – lohnt es sich dann doch noch.
Jürgen Seibold/19.04.2015
Z Burbia: Zombie-Thriller: Endzeit-Bestseller (Apokalypse, Dystopie) KAUFEN BEI AMAZON

Dean Koontz: Die Anbetung – Odd Thomas 1

koontz_AnbetungOriginaltitel: Odd Thomas (1)
Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt
© 2003 Dean Koontz
© 2006 der deutschsprachigen Ausgabe: Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-43244-4

COVER:

Odd Thomas lebt bescheiden und zufrieden als Koch in einem kleinen amerikanischen Provinznest. Hochgeistiges ist ihm fremd, doch er hat eine besondere Gabe: Er sieht die Toten und kann mit ihnen kommunizieren. Und er sieht Bodachs, lebende Schatten, die sich von Leid und Verderben nähren. Als ein merkwürdiger Fremder, umflirrt von diesen Schatten, das Restaurant betritt, in dem Odd arbeitet, weiß er, dass Fürchterliches droht. Trotz der Warnungen seiner impulsiven Freundin Stormy wagt er es, dem Mann nachzuspüren und in sein Haus einzudringen. Was er in einem Geheimzimmer findet, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: einen Schrein, der all den Massenmördern dieser Welt gewidmet ist …

REZENSION:

Dean Koontz gehört zu den Autoren, deren Bücher ich vor vielen Jahren regelrecht verschlungen habe und im Anschluss an ein Beendetes sogleich das Nächste zu ergattern versuchte. Immer noch fallen mir aus dem Stegreif Titel wie zum Beispiel das endlos spannende und rasante INTENSITY, das nicht minder geniale DUNKLE FLÜSSE DES HERZENS als auch BRANDZEICHEN ein.
Leider hat es sich dann aber einige Jahre später ergeben, dass ich den Autor etwas aus den Augen verloren hatte.
Eines Tages dachte ich mir jedoch, ich könnte doch mal wieder etwas von Dean Koontz lesen und stöberte durch eine Vielzahl an Werken, die dieser Autoren in den von mir nicht beachteten Jahren veröffentlichte.
Eher zufällig schnappte ich mir den ersten Band um Odd Thomas, einem Grillkoch in einem kleinen Kaff irgendwo in den Staaten. Odd Thomas wiederum besitzt die Gabe die Geister längst Verstorbener zu sehen und unterstützt mit dieser Fähigkeit den örtlichen Sheriff bei der Aufklärung von Morden.
Sicherlich denkt man dabei sogleich an Geschichten wie etwa THE 6TH SENSE und dementsprechend interessiert war ich auch unverzüglich. Womit ich jedoch nicht rechnen konnte: Odd Thomas 1 macht irrsinnig viel Spaß beim Lesen. Odd selbst ist dabei ein wenig einfältig, wird aber vom Autor dermaßen liebevoll gezeichnet, dass einem nichts anderes übrig zu bleiben scheint, als diesen Typen ins Herz zu schließen. Hinzu kommt noch ein wunderbarer Witz und eine Ironie, die sich gewaschen hat.
Die von Koontz bekannten Horrorelemente blendet der Autor bis auf einen geringen Maß aus – interessanterweise hat mich dies aber in keinster Weise gestört und ich fegte förmlich von Seite zu Seite.
Immer tiefer führt uns der Autor in die Person Odd und dessen Leben ein und man erkennt deutlich, dass auch der Autor hier wohl sehr viel Spaß bei der Sache hatte und diese auch vermitteln wollte.
Der darin liegende Kriminalfall wird beinahe zur Nebensächlichkeit und baut sich dementsprechend langsam auf – aber dies sorgt ebenfalls nicht mehr für irgendwelche Abstriche. Richtig ernst nehmen kann man die Geschichte selbstverständlich nicht – aber das ist auch keineswegs die Intention dieses Werkes. Hier handelt es sich schlichtweg um einen nahezu perfekten Roman, dessen Aufgabe darin besteht, seinen Leser zu unterhalten. Und ja, dies klappt ihm außerordentlich.
Wer also keine Probleme damit hat, dass plötzlich der Geist Elvis`eine witzige Rolle spielt und einfach nur lockere und dabei doch intensiv gezeichnete Unterhaltung haben möchte, der ist hierbei durchaus bedient.
Ich werde mich jedenfalls in nicht allzu ferner Zeit den weiteren Erlebnissen Odd Thomas`widmen.
Jürgen Seibold/19.04.2015

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Stephen King: Revival

King_RevivalOriginaltitel: Revival
Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt
© 2014 by Stephen King
© 2015 der deutschsprachigen Ausgabe by: Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-26963-7

COVER:

Der kleine Jamie spielt vor dem Haus mit seinen Plastiksoldaten, da schiebt sich ein dunkler Schatten über ihn, ein Schatten, den er sein Leben lang nicht loswerden wird. Er blickt auf und sieht Charles Jacobs über sich, den jungen Methodistenprediger, der in der neuenglischen Gemeinde gerade sein Amt antritt. Im Nu gewinnt der charismatische Jacobs die Herzen der gottesfürchtigen Einwohner. Den Kindern haben es vor allem die elektrischen Spielereien angetan, mit denen er Bibelgeschichten veranschaulicht. Das alles endet, als ihn ein entsetzlicher Unfall vom Glauben abfallen lässt und er eine letzte Predigt hält, die in einer rasenden Gottverfluchung gipfelt. Von der Gemeinde verstoßen, tingelt er fortan über die Jahrmärkte, wo er elektrische Experimente vorführt, die zunehmend spektakulärer werden. Und immer schrecklichere Folgen nach sich ziehen. Über die Jahre trifft Jamie, inzwischen drogenabhängiger Musiker, wiederholt auf Jacobs, der ihn jedes Mal tiefer in seine dämonische Welt zieht. Als Jamie sich dessen klar wird, gibt es kein Zurück mehr. Das finale Experiment steht bevor.

REZENSION:

Jeder, der meine Präferenzen kennt, weiß, dass Stephen King mich nicht nur seit ich bewusst Romane lese begleitet, sondern auch zu meinen absoluten Lieblingsautoren gehört.
Als ich dann hörte, dass sein neuestes Werk REVIVAL auch noch eine Hommage an Lovecraft und Shelley ist, war es schier um mich geschehen, denn diese Vereinigung spricht absolut dafür, dass sich hier vor meinen Augen ein rundum glücklich machendes Werk ausbreiten würde. Schlussendlich konnte ich mancher Kritik entnehmen – und auch den Worten des Autors -, dass er die Horrorkiste öffnet und den Inhalt ungebremst auf den Leser loslässt.
Dementsprechend euphorisch widmete ich mich diesem Buch und war sogleich sichtlich angetan, als sich der Schatten des Priesters über Jamie schiebt.
Im Gegensatz zu meinem Wunschgedanken lässt uns der Autor beinahe nur am Leben Jamies teilhaben – dessen Weg sich immer wieder mit dem Priester kreuzt. Trotzdem scheint aber nichts zu passieren, obwohl die Anleihen ganz dezent durchzusickern versuchen. Was hätte man nicht alles machen können aus den elektronischen Spielereien des irren Charles Jacobs – aber: Wir begleiten lediglich Jamie auf seinem Weg in die Welt des Rock and Roll und den unvermeidlichen Drogen.
Sicher, ein ganz interessantes Leben – aber eben nicht, was ich erwartet hatte. REVIVAL bleibt ruhig und selbst die vom King kongenial verwendete Erzählkunst fehlt mir hier ein wenig. In anderen Werken hätte ich absolut kein Problem gehabt, wenn King lang und breit irgendein Leben eines Protagonisten ausbreitet – wurde man dort doch zumindest dann relativ schnell mit der unvermeidlichen Keule getroffen.
In REVIVAL bleibt diese vorenthalten und somit entstehen Längen, die nett zu lesen sind, aber einfach ihre Wirkung verfehlen.
Sicherlich holt uns King ein klein wenig ab und öffnet am Ende (!) des Buches vorsichtig besagte Horrorkiste – leider ist es dort aber bereits zu spät und wäre es nicht Stephen King hätte ich das Buch bestimmt schon weit vorher unbeendet auf die Seite gelegt.
Schade, dass hier trotz des Versuches einer Hommage nichts atemberaubendes entstanden ist.
Selbstverständlich wird sich auch dieses Buch wie geschnitten Brot verkaufen – als Fan kommt man nicht daran vorbei und da gibt es ja genug. Einem Einsteiger würde ich dieses Buch jedenfalls nicht empfehlen – da gibt es weitaus bessere – und auch bei mir wird es wohl nicht zu den King-Büchern gehören, die ich mehrmals öffne und erneut genieße.
Schade.
Jürgen Seibold/19.04.2015
Revival: Roman KAUFEN BEI AMAZON

Christopher Fowler: Der Höllenexpress

fowler_hoellenexpressOriginaltitel: Hell Train
aus dem Englischen von Stefan Mommertz
© 2014 Luzifer-Verlag Steffen Janssen, Bochum
ISBN 978-3-95835-026-7

COVER:

Stellen Sie sich einen klassischen Horrorfilm vor, den Hammer Films nie gemacht hat. Ein grandioses Epos aus den Hochzeiten des Studios, eine Mischung aus den alten Dracula und Frankenstein Filmen und Dr. Terrors House Of Horrors …

Vier Passagiere treffen sich auf einer Zugreise durch Osteuropa während des Ersten Weltkrieges; konfrontiert mit einem Mysterium, das gelöst werden muss, wenn sie überleben wollen.
Was ist in dem Sarg, vor dem jeder so viel Angst hat? Was ist das tragische Geheimnis der verschleierten Roten Gräfin, die mit ihnen reist? Warum wird ihr Mitreisender, der Brigadegeneral, von seinen eigenen Soldaten so gefürchtet? Und was genau ist das Geheimnis des teuflischen Ärzengels selbst?
Bizarre Kreaturen, satanische Riten, verängstigte Passagiere und die Romantik einer Bahnreise … im Stile eines klassischen Horror-Romans.
Reisen Sie mit … wenn Sie sich trauen!

REZENSION:

Die klassischen Horrorfilme der Produktionsfirma Hammer sind sicherlich so ziemlich jedem Genrefan ein Begriff – wurden doch von Hammer absolute Klassiker wie zum Beispiel Dracula mit dem unerreichten Christopher Lee genauso gedreht, wie auch Frankenstein mit Boris Karloff und einer weiteren Vielzahl wegweisender Kultfilme des Genres.
Bereits im Jahre 1979 erschien der letzte Film dieses Produktionsunternehmens und bereits kurz danach musste diese leider Konkurs anmelden. Etwa zu diesem Zeitpunkt steigt DER HÖLLENEXPRESS ein und wir begleiten bereits im ersten Kapitel den Drehbuchautoren Shane auf seinem Weg zu den Hammer Studios, deren Glanztage definitiv beendet sind.
Das Studio möchte noch einen finalen Film mit vielen Kultstars ihres Studios drehen und somit macht sich Shane zügig daran, ein Drehbuch für einen atemberaubenden Horrorfilm zu schreiben – einzige Vorgabe: Die Handlung soll in einem Zug stattfinden.
Hier steigen wir als Leser direkt in den leider nie von Hammer gedrehten Film bzw. Zug ein und nehmen die wahnsinnigen Erlebnisse sämtlicher Protagonisten in einer rasanten Zugfahrt war. Christopher Fowler zieht dabei sämtliche Register und es bleibt keine einzige ruhige Minute zum Durchatmen. Eine Vielzahl an unterschiedlichsten Personen werden vom Autor dargestellt und man fragt sich immer mehr, warum die letzte Station auf dem Zugplan nicht dargestellt wird – was wird uns dort erwarten?
Genauso schnell wie der Zug auf seinen Schienen entlangrast, rasen wir als Leser mit und verpassen dabei jede Möglichkeit, den Ausstieg aus dieser Höllenfahrt zu entkommen.
DER HÖLLENEXPRESS ist nicht nur eine absolut geglückte Hommage an vergangene Zeiten einer kultigen Filmfirma, sondern auch ein sehr rasant erzählter Roman, dessen Inhalt den geneigten Leser bei der Hand nimmt und keine Zeit zum Atmen lässt. Viel zu schnell befindet man sich am Endbahnhof und es bleibt einem nichts anderes übrig, als diesen Zug zu verlassen.
Ein absolut zu empfehlendes Werk, dass nebenbei auch noch sehr viel Lust auf einen erneuten Genuss manch alter Klassiker des Horrorfilmgenres macht.
Jürgen Seibold/02.04.2015
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Graham Masterton: Die Opferung

Masterton_OpferungOriginaltitel: Prey
Aus dem Englischen von Ralph Sander
© 1992 by Graham Masterton
© dieser Ausgabe 2014 by Festa Verlag, Leipzig
eBook 978-3-86552-334-0
Paperback 978-3-86552-343-3
ca. 384 Seiten

Cover:

Existiert das verrufene Fortyfoot-Haus wirklich, oder ist es eine Spiegelung aus Vergangenheit oder Zukunft? Und was haust dort auf dem Dachboden? Ratten? Nein, es ist Brown Jenkin – und der ist weitaus schlimmer, als es Ratten je sein könnten.

Rezension:

Als ich mich diesem Buch zuwendete, wusste ich absolut gar nichts über den Inhalt, außer dass sich hier jemand in ein altes Haus begibt und dort diverse Geräusche zu hören scheint.
Gedanklich legte sich mein Fokus somit in Richtung klassischem Horror mit einem bösen Haus und fragte mich bereits beim Beginnen des Buches, wie Graham Masterton diesem Thema etwas Neues abzugewinnen kann – gibt es doch seit Bestehen der Grusel- und Horrorliteratur gefühlte Milliarden an Büchern mit bösen Häusern, die den Einwohner in den Wahnsinntreiben oder in den persönlichen Untergang bringen. Nichts desto trotz haben viele dieser Romane einen gehörigen Charme und somit war ich richtig gespannt auf das Fortyfoot-House.
Sehr schnell begann eine Geschichte, die im ersten Teil stark von diesen auftretenden Geräuschen lebt. Masterton beschreibt diesen schwelenden Grusel dermaßen geschickt, dass sich die ein oder andere Gänsehaut auf des Lesers Körper entwickelt.
Interessanterweise soll es das aber nicht gewesen sein, den Masterton lässt seinen Protagonisten auch noch durch eine Luke im Dachboden in vergangene Zeiten eintauchen und sich dem unsäglichen Brown Jenkin entgegenstellen. Als plötzlich Sothoth als Name auf den Plan rückt, erkannte ich plötzlich, dass in diesem Roman H.P. Lovecrafts Große Alten auch noch eine Rolle zu spielen scheinen. Dies allein sorgte bereits dafür, dass ich mich noch tiefer in diese sehr spannende Geschichte einließ und nahezu von Seite zu Seite raste, um heraus zu finden, ob es diesmal die Großen Alten schaffen, in unsere Welt wieder ein zu dringen.
DIE OPFERUNG bleibt durchweg spannend und wechselt vom anfänglichen Grusel geschickt zu Horrorelementen, deren Brutalität nichts zu wünschen übrig lassen. Interessanterweise schafft es Masterton problemlos nicht nur eine Geschichte über das gruselige Haus, den Großen Alten, Zeitsprüngen und gar Hexen zu entwickeln, sondern diese auch noch auf eine sehr interessante Art und Weise miteinander zu verweben, um zum Ende hin glaubwürdig seine Erzählung zu beenden.
Graham Masterton war mir komischerweise vorher absolut kein Begriff – nun nach der Opferung sind sogleich mehrere seiner Werke auf meinem persönlichen Wunschzettel gelandet. Wenn er dieses Niveau und diese Qualität auch in weiteren Bänden aufrechterhalten kann, wird er sich sicherlich bei mir gedanklich in die Riege der unbedingt zu lesenden Horror-Autoren einfügen.
Absolut zu empfehlendes Buch mit einer glaubwürdig erzählten Lovecraft-Hommage. Perfekt!
Jürgen Seibold/07.02.2015
Die Opferung: Thriller KAUFEN BEI AMAZON

Sönke Hansen / Simona Turini: 6 Pieces – Meat And Greet

6piecesISBN 978-3-944729-20-6
© 2013 Amrun Verlag Jürgen Eglseer
© Sönke Hansen & Simona Turini
http://amrun-verlag.de

Beschreibung:

Drei Horror-Happen für Zwischendurch von Sönke Hansen. Für alle Freunde blutiger Erzählungen. Discordia – Eine diabolische Tastatur wendet sich gegen den Schriftsteller. Der Friseur – Die abgedrehte Geschichte über zwei verfeindete Superkiller, die 2013 den dritten Platz beim Marburg Award gewann. Flashback – Zuerst denkt er, er hat einen Hangover. Doch dann bekommt er Hunger…

REZENSION:

Ein kleines Büchlein mit lediglich 100 Seiten zu einem geringen Preis…
Kann sich hierin etwas Gutes befinden? Nun, den Namen Sönke Hansen hatte ich doch wohl schon einmal in einem anderen Kurzgeschichtenband vor meinen Augen – doch selbst wenn dieser bereits überzeugen konnte – wer ist Simona Turini?
Nun gut, was sind schon hundert Seiten, aufgeteilt in 6 Geschichten…
Los geht es mit den ersten drei Geschichten von Sönke Hansen – beginnend mit “Der Friseur”, welche bereits zeigt, dass sich 6 pieces wohl als hochwertiger Kurzgeschichtenband seinen Namen machen möchte.
Die in der Ich-Form erzählte Story führt uns sogleich zu einem Killer, der verwundet auf dem Boden liegt…
Eine Geschichte, die absolut gelungen erzählt worden ist und dem Leser keine Wahl lässt, als sogleich mit “Discordia” zu beginnen.
In “Discordia” lesen wir von einem Autoren, der sich eine neue Tastatur kauft, auf der er nicht nur sagenhaft schnell zu schreiben in der Lage ist, sondern welche scheinbar gar ein Eigenleben zu entwickeln scheint.
“Discordia” ist mein absoluter Favorit in diesem kleinen Büchlein – selten hat es eine Kurzgeschichte geschafft, dass ich am Ende der Story noch darüber nachdenke, wie es wohl weiter gehen könnte beziehungsweise welche Auswirkungen es haben könnte, wenn man das Geschehene einfach mal zum Spaß selbst in den Weiten des Internets vornimmt…
Mit der letzten Geschichte Sönke Hansens namens “Flashback” rundet der Autor seine dreifaltigen Input ab und man ist sichtlich gespant, wie Simona Turini diesen Level aufrecht zu erhalten in der Lage ist.
Ganz ehrlich: Problemlos!
Die drei Geschichten KRONOS, LASS UNS ÜBER KOT REDEN, MEIN INNERES KIND und MELISSA stehen dem in nichts nach – alle drei sind durchweg interessant, gänzlich anders in der Vorgehensweise als die Geschichten Hansens, aber dennoch durchweg empfehlenswert.
Genauso, wie “Lass uns über Kot reden, mein inneres Kind” mich zum schmunzeln brachte, sorgte “Melissa” extrem zum Nachdenken. “Kronos” muss sich dahinter nicht verstecken und zeigt sich als gelungenen Einstieg in die Welt Turinis, bevor es etwas deftiger wird.
Alles in allem ein absolut gelungener, kleiner Kurzgeschichtenband ohne jegliche Verluste.
Der Preis ist sowohl für das eBook als auch die Print-Version sehr günstig – und absolut jeden Cent wert. Man kann definitiv nichts falsch machen, wenn man mal wieder ein paar gute Kurzgeschichten lesen möchte.
Jürgen Seibold/18.01.2015

6 Pieces – Meat and Greet: Amrûn Horror Sammelband KAUFEN BEI AMAZON

Fred Ink: Crossover – es wird dich verändern

ink_Crossover© 2015 Fred Ink

Beschreibung:

Sechs Menschen kommen in einem verfallenen Laborkomplex zu sich. Sie erinnern sich an nichts, aber eines ist klar: Etwas ist gewaltig schief gelaufen. Mutierte Affen bevölkern die Korridore, draußen streifen riesige Kreaturen umher. Auf der Suche nach dem Weg zurück muss die Gruppe ums nackte Überleben kämpfen. Die außergewöhnliche Situation führt dazu, dass jeder von ihnen einen extremen Wandel durchlebt. Und allmählich wird klar, dass die größte Gefahr von einem der ihren ausgeht …

REZENSION:

Als ich mit Crossover begonnen habe, war ich während des Lesens der ersten Seiten sehr irritiert und konnte dadurch der Geschichte erst einmal nicht wirklich hundertprozentig folgen. Viel zu plötzlich befand dich mich mitten in einem Geschehen, welches so gar nichts mit unserer Welt zu tun hat, sowie unter Personen, die sich wohl irgendwie ganz woanders befinden und dementsprechend ebenfalls sichtlich verwirrt sind – gut, wenn es den Darstellern in einer Geschichte genauso geht, wie dem Leser dessen…
So nach und nach erblickte ich aber den Faden und ergriff ihn zaghaft, voll Angst, ihn vielleicht wieder zu verlieren. Erfreulicherweise wurde mir das Geschehen dann doch nach und nach etwas mehr klar und schon konnte ich in eine doch interessante aber irgendwie anders geartete Geschichte eintauchen.
Wir befinden uns irgendwo in einer zukünftigen Welt, in die durch bestimmte Handlungen einige Personen “transferiert” worden sind und sich plötzlich einer nicht gerade freundlich gesinnten Umgebung gegenüberstehen.
Erst nach und nach lässt Fred Ink die Katze aus dem Sack – wodurch man als Leser wie bei einem Puzzlespiel erst im Laufe des Buches die ganze Tragweite und Entstehung dieser Welt und der hinein-transferierten Personen zu erkennen beginnt.
Crossover ist jedenfalls durchweg eingängig und geschickt erzählt – ebenso lässt der Autor typische Fehler vermissen, die oft durch aufstrebende, neue und unabhängige Autoren vollzogen werden. In diesem Fall besitzt das Werk keine wirklich nennenswerten Schreibfehler oder ähnliches – im Gegenteil, die Geschichte könnte locker aus dem Programm eines großen Verlags entsprungen sein.
Crossover ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack – mir hat es jedoch von Seite zu Seite immer mehr gefallen und als ich am Ende des Buches ankam, musste ich mich unverzüglich über weitere Bücher dieses Autors schlau machen.
Die Geschichte ist fehlerfrei, spannend und sehr eingängig erzählt – die Protagonisten werden ausreichend eingeführt und in Szene gesetzt. Alles in allem ein sehr gelungener Genremix in der Welt zwischen Horror und Science Fiction mit einer sehr interessanten Idee, die man fast zu einer Serie ausbauen könnte.
Sehr gut!
Jürgen Seibold/18.01.2015
Crossover: Es wird dich veraendern KAUFEN BEI AMAZON