Anthologie: Blutgrütze 1

© 2016 EDITION NOCTURNO
© der einzelnen Geschichten beim jeweiligen Autor
ca. 175 Seiten / ISBN 9781533420565

COVER:

Die besten Hardboiled-Autorinnen und -Autoren
laden ein zum deftigen 7-Gänge-Menü:
Unappetitlich – widerlich – ekelhaft – einfach nur geil!
Zu Eurer Freude und Unterhaltung!

Torsten Scheib – NÄCHTLICHE BEGEGNUNGEN
Rosa Leber – DIE MUTTER ALLER ABSZESSE
Markus Kastenholz – MEA MAXIMA CULPA
Alisha Godoy – DIE BEDROHUNG
Andreas Ellefred – SCHLÜSSEL ZUR FREIHEIT
Jasmin Krieger – MACARONS SPEZIAL
John Aysa – DIE YONI DER ERDE

BLUTGRÜTZE ist eine neue Anthologie-Reihe, in der die Autoren und Autorinnen keinerlei Zwängen unterworfen sind. Kein Thema, kein Umfang. Sie dürfen „die Sau rauslassen“, wie es ihnen gefällt.
Und das haben sie …

BLUTGRÜTZE
ist absolut kranken, perversen und geilen Inhalts.
Teststudien haben belegt:
Das Lesen kurz vor dem Schlafengehen kann zu Alpträumen, Erbrechen
sowie Inkontinenz führen (hält meist nur wenige Tage an).
Von chronischer Impotenz wurde nicht berichtet, da es den Betroffenen scheinbar zu peinlich war, darüber zu sprechen.
Nicht, dass hinterher jemand behauptet, wir hätten Sie nicht gewarnt …

REZENSION:

BLUTGRÜTZE ist eine neue Kurzgeschichtenreihe mit dem Ansatz, dass es einfach keine besonderen Vorschriften und Themen gibt. Kurz: Der jeweilige Autor darf einfach mal ohne eine Schere im Kopf die Sau rauslassen.
Man könnte jetzt sagen, so etwas gibt es ja schon. Ja, wer kennt nicht die FLEISCH-Reihe, die ähnlich aufwartet. Hier ist es jedoch so, dass auch der Rahmen der Geschichte von einer üblichen Länge gesprengt werden darf. Trotzdem geben sich die beiden Anthologien natürlich die Hand – kommen irgendwie ja auch aus dem gleichen Umfeld.
In Blutgrütze befinden sich lediglich 7 Geschichten. Dieser sind dabei gar nicht einmal so blutig, wie man es sich eventuell vorstellt. Nichts desto trotz lassen sie auch ab und an den Ekelfaktor durchblitzen und nehmen davor auch keine Rücksicht. Gleiches gilt für sexuelle Absonderlichkeiten. Somit sollte man auch hier als Leser kein zartes Fell besitzen – man muss schon mit sowas klarkommen, damit man das Buch nicht plötzlich angewidert auf die Seite legt.
Bei den Geschichten selbst konnte mich nicht jede durchweg überzeugen. Dies ist natürlich in einem Kurzgeschichtenband sehr oft der Fall. Da es sich hier aber nur um 7 Geschichten handelt, finde ich somit leider keine hundertprozentige Überzeugung in mir auftauchen.
Beachtet man dabei jedoch den Umstand, dass es hier der erste Band einer sicherlich noch gut wachsenden Reihe ist, hat der Herausgeber sein Ziel erreicht.
Darüber hinaus halte ich es für außerordentlich interessant, abermals verschiedene Ideen und Schreibstile aufstrebender und schon etwas bekannteren Autoren kennen zu lernen.
Alles in allem ein gelungener Einstieg in eine neu geschaffene literarische Welt ohne jegliche Vorschriften. Allein dieses Konzept ist schon mutig genug und sollte weiter verfolgt werden.
Jürgen Seibold/19.03.2017
Blutgrütze: Unappetitliche Geschichten – KAUFEN BEI AMAZON

Markus Kastenholz: Rotjäckchen und der perverse Wolf

© 2016 Eldur Verlag, Aachen
ISBN 978-3-937419-22-0
ca. 192 Seiten

COVER:

Sechs Geschichten, von denen die titelgebende den größten Raum einnimmt.

Aber handelt es sich dabei nun um Fantasy, Horror, eine blutig-eklige Märchenparodie oder vielleicht irgendwie alles zusammen …? Wir können es auch nicht sagen, und das gilt für die meisten der anderen Geschichten ebenfalls.

Aufgrund der düsteren Stimmungslage und der vielen Hektoliter Kunstblut, die eine Verfilmung erfordern würde, haben wir diese Sammlung letztlich unter Horror eingeordnet, wohlwissend, dass sie eigentlich in keine Schublade passt. Außer in die eine große Hauptschublade unseres Verlags:

Bloß nicht langweilen.

REZENSION:

Die Geschichten von Markus Kastenholz verfolgen mich schon viele Jahre. Wenn ich mich nicht täusche, waren Kastenholz’ Werke mit die ersten auf dieser Homepage. Zumindest die ersten eines aufstrebenden Autors, die ich erhalten hatte.
Interessanterweise konnte er mich mit jedem seiner Bücher außerordentlich gut unterhalten. Mir fällt heute noch ein sehr lokal angehauchtes Werk namens “Breisgauer Geschichten” ein, bei dem zwar das Cover so gar nicht nach interessantem Inhalt aussah, jedoch der Inhalt genau das Gegenteil darstellen sollte.
Darüber hinaus gab es immer wieder einige Kurzgeschichten des Autors in verschiedensten Büchern, die immer für sehr gute Leser-Unterhaltung sorgten.
Nun also ein weiterer Band – diesmal veröffentlicht beim Eldur-Verlag, der ebenfalls schon seit Jahren von mir besprochen und somit gelesen wird. Auch hier gab es noch nie etwas Negatives zu verzeichnen.
Nun also ein Buch mit dem doch recht irritierenden Titel.
Wie sich aber herausstellen sollte, macht die Titelgeschichte einfach nur Spaß – man könnte zwar locker sagen, es ist einfach eine Neuinterpretation des netten Märchens; dies würde dem aber nicht gerecht werden. Ist die Idee doch außerordentlich interessant und irgendwie auch witzig in ihrer Ausführung.
Schon einmal ein sehr gelungener Start in diesen Kurzgeschichtenband.
Es gibt dann noch fünf weitere Geschichten, die durchweg die Qualität dieses Autors aufzeigen. Ein durchweg gelungener und ideenreicher Kurzgeschichtenband, der wirklich zu hundert Prozent überzeugt und für gelungene Unterhaltung sorgt. Ich kann somit dieses Werk wirklich nur empfehlen und ich bin jetzt schon gespannt, welche Werke Kastenholz noch so auf das Papier bringen wird.
Ach ja: Die letzte Geschichte “Der letzte Gast” kommt mir irgendwie sehr sehr bekannt vor. Ich werde bei dieser das Gefühl nicht los, sie bereits irgendwann schon einmal gelesen zu haben.
Sollte das wirklich der Fall sein, ist es aber auch egal, denn ich halte diese Story für einen absoluten Höhepunkt und mochte sie sicher bereits beim ersten Mal. Allein für die gelungene Idee ziehe ich bereits meinen Hut. Einwandfrei umgesetzt.
Schlussendlich ist dieser Kurzgeschichtenband simple gesagt einfach nur zu empfehlen.
Jürgen Seibold/18.02.2017
Rotjäckchen und der perverse Wolf – KAUFEN BEI AMAZON

Wolfgang Hohlbein: Der Hexer 08 – Engel des Bösen

Genehmigte Sonderausgabe für Sammler-Editionen in der Verlagsgruppe Weltbild GmbH, Augsburg
© 2003 Wolfgang Hohlbein

COVER:

Bei einer Seance kommt Robert Craven auf die Spur eines fremden Geistes, der sich im Körper von Cindy, die eigentlich schon vor langer Zeit verstarb, eingenistet hat. Shadow, der Geist der sich ihres Körpers bedient, sammelt Millionen von Ratten als graue Armee um sich. Als Howard und Robert die Pläne des geistes gefährden, wirft Shadow ihnen ihr Heer entgegen. Nur knapp können sie entkommen, doch auf dem nahe gelegenen Friedhof von St. Aimes erwartet sie Shub-Niggurath, einer der GROSSEN ALTEN …

REZENSION:

Wie in der davor geschriebenen Rezension bereits erwähnt, sorgte auch dieses Buch für einen kurzen Zeitvertreib auf der eigentlichen Suche nach einer neuen Lektüre. Es ist erstaunlich, wohin manchesmal das eigenen Gehirn abdriftet und sich somit extrem schwer tut, sich für eine Wunschlektüre zu entscheiden. Eventuell war es aber auch einfach der Wunsch der eigenen Gedanken, sich mal wieder den gesammelten Werken des Hexers zu widmen – befinden sich doch noch alle weiteren Bände ungelesen im Regal. Nun, mit Band 8 konnte ich mich dem Ende einen Schritt nähern, nichts desto trotz wird nun jedoch erneut eine Pause eingelegt. Ich bin gespannt, ob es wieder einige Jahre dauern wird, bis ich dann den neunten Band zur Hand nehme.
Es stellt sich jedoch die Frage, woran dies wohl liegen mag. Handelt es sich doch um eine doch recht gelungene Heftromanreihe längst vergangener Zeiten. Eventuell ist dies aber auch der Grund dafür: Man braucht Muse, um eben in diese Zeiten wieder eintauchen zu können und sich somit gedanklich wieder in die eigene Jugendzeit zu versetzen. Als aktuelle Lektüre muss man sich nämlich dies immer vor Augen halten, da die Reihe sonst einfach nicht mehr funktioniert. Dies mag aber sicher am fortgeschrittenen Alter und/oder Anspruchsdenken liegen – kann sein, dass die Hexer-Reihe Neueinsteiger noch durchweg überzeugen kann.
Im vorliegenden Band jedenfalls befinden sich die Hefte mit den Titeln “Wenn der Stahlwolf erwacht”, “Engel des Bösen” und “Im Land der GROSSEN ALTEN” und weiterhin besteht der eigentliche Reiz darin, dass die Hexer-Hefte ein Sammelsurium eingewebter Gruselthemen der Weltliteratur (insbesondere natürlich Lovecraft) darstellen und diese geschickt integrieren. Dadurch findet man auch immer wieder Anknüpfungspunkte, die Literaturkenner dieses Genres zum Schmunzeln bringen. Dem gegenüber steht natürlich die unvermeidliche Vorhersagbarkeit und Vorgehensweise des jeweiligen Heftes. Dies kann man dem Werk aber nicht vorwerfen, da dies nun einmal zum Konzept einer Groschenromanreihe gehört.
Kurzum gesagt: Es war mal wieder ganz nett und erfrischend, in diese beiden (Band 7 und 8) Bände einzutauchen – der nächste Band muss aber noch ein wenig seiner Entdeckung harren, da nun mal wieder etwas anspruchsvolleres gewünscht wird.
Eines jedoch ist trotzdem sicher: Eines Tages tauche ich erneut ein.
Jürgen Seibold/13.02.2016

Wolfgang Hohlbein: Der Hexer 07 – Im Bann des Puppenmachers

Genehmigte Sonderausgabe für Sammler-Editionen in der Verlagsgruppe Weltbild GmbH, Augsburg
© 2003 Wolfgang Hohlbein

COVER:

Die Tempelritter um Ger Looskamp in Amsterdam bemächtigen sich Robert Cravens, um mit ihm ein außer Kontrolle geratenes Tor der GROSSEN ALTEN zu vernichten. Nur der Sohn des Magiers, Roderick Andara hat die Macht dazu. Glaubt Robert, als Looskamp ihn aus seinem Gefängnis holen lässt.
Doch schon die Fahrt auf den Grachten zum Labyrinth verläuft nicht ohne Überraschungen. Plötzlich haben es die Templer und Robert mit einer Übermacht von tobenden Wikingern zu tun. Als sie sich schließlich doch dem Herz des Labyrinths nähern, lässt Looskamp Robert nicht dagegen kämpfen. Was hat Looskamp wirklich vor?

REZENSION:

Normalerweise entscheide ich mich bereits im Endspurt eines Buches darüber, welches Buch als nächstes dran kommen soll. Ab und an bin ich mir aber nicht sicher und dann entsteht ein sehr unglückliches Vakuum und ich rase wie ein gejagtes Kaninchen durchs Haus und blättere durch eine Vielzahl unterschiedlichster Werke. Alles, um eine Entscheidung zu treffen.
Ich fühle mich dabei wohl wie eine Frau vor einem vollen Kleiderschrank mit dem Ausspruch “Ich habe nichts an zu ziehen!!”.
Nun, in diesem Fall wendete ich mich dann den seit zig Jahren bei mir befindlichen Hexer-Bänden zu, die irgendwie immer noch ihrer Entdeckung harren.
Stellt sich natürlich die Frage, ob so etwas im gehobenen Alter und mit geändertem Anspruch noch funktionieren kann. Handelt es sich doch eher um Nostalgie einer Groschenromanreihe, die ihren Zweck virtuos in einer längst vergangen Zeit erfüllten, jedoch sicher nur noch schwer den Sprung in die heutige Zeit schaffen können – oder?
Nun, im vorliegenden Band befinden sich – wie in fast jedem – drei Hefte der damaligen Reihe. Hierin enthalten die Hefte “Das Haus unter dem Meer”, “Im Bann des Puppenmachers” und “Das Mädchen aus dem Zwischenreich”.
Beim Lesen dieses Bandes muss man sich natürlich immer vor Augen halten, dass hier eine Heftromanreihe abgelichtet ist. Aus diesem Grund darf man sicher nicht über die immer wieder vorherrschende und somit gleiche Vorgehensweise in der Dramatik aufregen. Dies war und ist sicher auch heute noch einfach Konzept einer Serie. Deswegen drücke ich hier einfach mal ein Auge zu.
Der Inhalt ist immer noch ausreichend interessant, da man als Kenner der Gruselliteratur immer noch sehr viele Referenzen erkennen kann. Dieses Konzept fand ich auch wirklich klasse bei dieser damaligen Heftreihe.
Ganz funktionieren scheint die Reihe aber leider doch nicht mehr – nichts desto trotz konnte ich damit mal wieder in längst vergangene Zeiten eintauchen. Einen Tiefgang darf man aber definitiv nicht erwarten. Leider nicht mehr ganz zeitgemäß, aber zu seiner Zeit immer noch als Klassiker zu betrachten und somit ganz interessant als kurzes Häppchen zum gedankenlosen Zeitvertreib.
Ich denke, man kann sich das ein oder andere Mal diesem Thema widmen – insbesondere, wenn man mal wieder nicht wirklich weiß, was man lesen soll.
Zur Sicherheit widmete ich mich auch noch dem nächsten Band….
Jürgen Seibold/12.02.2017

Anthologie: Fleisch 4

© Eldur Verlag 2016
ISBN: 978-3-937419-23-7
ca. 208 Seiten

COVER:

Warnung! Bevor Sie dieses Buch in die Hand nehmen, sollten Sie sicher sein, dass Sie einiges verkraften können.
Sie halten das für einen sinnfreien Gag, heh? Nun, das taten schon viele.
Zum vierten Mal servieren Ihnen handverlesene Horror-Autoren ein extremes Menu aus Fleisch, Blut, Sex und Tod.
FLEISCH – die Königin der deutschsprachigen Horror-Anthologien. Oft kopiert, nie erreicht.

REZENSION:

Nun befinden wir uns doch tatsächlich schon beim vierten Band einer Horror-Anthologie, die ihrem Namen durchweg gerecht wird. Ich weiß überhaupt nicht, wieviele Werke auf dem deutschen Buchmarkt die Genrezuordnung “Horror” auf dem Cover tragen, dem jedoch eher nicht gerecht werden. Sicher, in Fleisch kommt eher selten ein subtiler Horror ums Eck – hier wird geklotzt und nicht gekleckert.
Erneut befinden sich in diesem kleinen Büchlein 17 verschiedene Autoren mit 17 durchweg verschiedenen Geschichten und wer die Zukunft des deutschen Horrors kennenlernen möchte, kommt an den noch Independent-Autoren dieser Reihe einfach nicht vorbei. Somit kann man sich getrost mit der Fleisch-Reihe ein Bild dementsprechend machen.
Im Vergleich zum etwas anspruchsvolleren dritten Band, wird im vorliegenden die Daumenschraube wieder etwas stärker angedreht. Nichts desto trotz befinden sich auch hier erneut einige wahre Perlen, die recht boshaft wirken aber eben genau deswegen ihren eigenen Reiz entfalten.
Einige Geschichten bleiben einem in guter Erinnerung, einige geraten schneller in Vergessenheit – dies ist aber prinzipiell bei jeder Anthologie so. Aber selbst die etwas schneller in Vergessenheit geratenen Geschichten machen richtig Spaß beim Lesen.
Bei manchen Stories verneige ich mich vor dem Ideenreichtum der Autoren. Auf die jeweiligen Stories möchte ich gar nicht im Einzelnen eingehen, da man einfach das gesamte Werk genießen sollte. Ich kann aber sagen, dass ich bei einer Story immer ein klein wenig in Richtung meiner Katze geschielt habe – nur um auf eventuelle Unregelmäßigkeiten in ihrer Handlung aufmerksam zu werden. Nun, sie ist glücklicherweise weiterhin so wie sie immer war und ich hoffe sehr, das bleibt auch so…
Bei einer anderen Story fragte ich mich, was eigentlich schlimmer ist: Blutrünstiger Horror und ein durch die Geschichte in den Kopf gesetzter Ohrwurm, den man hasst, aber dummerweise erst wieder nach einiger Zeit los wird. So etwas macht einen schier “Atemlos”
Als einzigen Knackpunkt in dieser aktuellen Ausgabe stellte sich mir der hohe Sexfaktor da. Dieser ist prinzipiell kein Problem, dennoch ist es ab und an etwas störend, wenn mehrere Geschichten hintereinander dieses Thema verwenden. Das Problem taucht natürlich nur auf, wenn man sogleich die Zeit nutzt und mehrere Stories hintereinander liest. Vielleicht kann man da durch die Mischung im Buch etwas geschickter vorgehen – schwer zu sagen, ob das dann auch wirklich aufgeht.
Schlussendlich bleibt Fleisch auch weiterhin die momentan beste Reihe um dieses Genre ohne jegliche Vorschriften kennen zu lernen. Kurzum: der Spruch “Die Königin der deutschsprachigen Horror-Anthologien” ist nicht zu viel versprochen.
Vielleicht schaffe ich eines Tages eine glorreiche Idee zu Papier zu bringen, denn ich würde wirklich sehr gerne auch in dieser Anthologie vertreten sein – was besseres kann einem aufstrebenden Autor ja wirklich nicht passieren. Chapeau!
Jürgen Seibold/28.01.2017
Fleisch 4 – KAUFEN BEI AMAZON

Ivar Leon Menger: Monster 1983 – Die komplette erste Staffel (Hörspiel)

monster1983© 2015 Audible GmbH
ca. 10 Stunden, 56 Minuten

COVER:

Oregon, Sommer 1983 – eine Serie mysteriöser Todesfälle rüttelt das Küstenstädtchen Harmony Bay aus seinem friedlichen Schlaf.
Sheriff Cody, den es nach dem Tod seiner Frau dorthin verschlagen hat, wird bereits kurz nach seiner Ankunft zur Pflicht gerufen, denn es geschehen merkwürdige Dinge: Ein Gefangenentransport zerschellt an einer Klippe, ein russischer Spion ist wie vom Erdboden verschluckt und es tauchen immer mehr Leichen auf, die merkwürdige Einstiche im Rücken aufweisen.

Cody und sein Team gehen davon aus, dass die Morde von einem Serienkiller begangen werden, der seine Opfer bestialisch im Schlaf ermordet. Doch wer steckt wirklich dahinter? Welches Geheimnis verbirgt der Bürgermeister? Was führen die Regierungsbeamten im Schilde? Und wohin ist eigentlich Sheriff Codys Vorgänger verschwunden?

Bald wird klar: Hinter der idyllischen Fassade des kleinen Küstenörtchens lauert etwas Unheimliches. Dunkle Geheimnisse bahnen sich bedrohlich ihren Weg ans Tageslicht. Und das monströse Treiben, das die verträumte Stadt heimsucht, wird schließlich auch zu Sheriff Codys schlimmsten Albtraum.

Mit dieser 10-teiligen, spannungsgeladenen Hörspielserie präsentiert Audible eine weitere exklusive Eigenproduktion. “Monster 1983” entführt Sie auf eine atmosphärische Zeitreise in das kultigste Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts und weckt dabei alte Kinderängste.

Geschrieben von Ivar Leon Menger, Anette Strohmeyer sowie Raimon Weber und eingesprochen von der Crème de la Crème der deutschen Synchronsprecherriege (u. a. David Nathan, Luise Helm, Ekkehardt Belle, Bernd Rumpf, Norbert Langer, Till Hagen, Udo Schenk, Nana Spier, Erich Räuker, Simon Jäger, Andreas Fröhlich, u. v. m.), wird “Monster 1983” zum absoluten Gruselspaß für alle Hörspiel-Fans und 80er Jahre-Nostalgiker – Ein schrecklich schauriges Hörvergnügen, das Sie nicht mehr loslassen wird.

REZENSION:

Eine gewisse Zeit versuchte ich den Genuss von Hörbüchern. Dabei stellte ich jedoch leider fest, dass diese Art des Verschlingens von Büchern einfach nicht zu mir zu passen scheint. Viel zu sehr bin ich dabei abgelenkt und verliere – gerade bei etwas komplizierteren Handlungssträngen – zu leicht den Faden.
Nachdem ich als Kind ab und an Hörspiele genießen durfte, wagte ich mich nun noch einmal als Erwachsener an diese Art der Erzählung. Nachdem ich die 80er Jahre selbst erlebt habe, war es nur noch eine kleine Entscheidung, mich dem Hörspiel Monster 1983 zu widmen.
Wie sich dabei herausstellte, lässt sich Hörspielen erheblich einfacher folgen, da hier hauptsächlich der Dialog vorne steht und durch die verschiedenen Sprecher und eingebauten Geräusche auch eine kurze Nichtachtsamkeit kein Problem darstellt. Darüber hinaus ist die Geschichte relativ einfach gestrickt und somit nahezu kein Problem beim nebenbei anhören.
Monster 1983 lebt natürlich von seinen Reminiszenzen an diese Zeit und man fühlt sich ab und an dort wieder hineinversetzt.
Das Ensemble ist im Großen und Ganzen sehr gut ausgewählt und die Produktion hochwertig. Natürlich steht und fällt alles mit der Geschichte selbst. Diese ist interessant genug, um ihr bis zum Ende zu folgen. Gleichzeitig jedoch auch sehr vorhersagbar – was die Unterhaltung aber nicht wirklich stört. Das Ende war mir persönlich jedoch zu lieblos und zu schnell dargestellt. Hier hätte man noch erheblich interessanter und liebevoller vorgehen können. Man wurde dort das Gefühl nicht los, dass entweder die Luft ausging oder man eine gewisse Zeit einhalten musste. Schlussendlich handelt es sich um eine sehr gute Produktion zur lockeren Unterhaltung. Was das Ende betrifft, hoffe ich sehr, dass die Produzenten in der zweiten Staffel dabei ein wenig mehr ins Detail gehen, um noch das letzte Körnchen Qualität heraus zu holen.
Jürgen Seibold/04.01.2017
Monster 1983: Die komplette 1. Staffel – KAUFEN BEI AMAZON

Joe R. Lansdale: Drive-In (Die Trilogie)

Lansdale_DriveinOriginaltitel: The Complete Drive-In
© 2009 by Joe R. Lansdale
© 2015 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-67672-5

COVER:

Stellt euch ein Autokino vor, das groß genug ist, viertausend Autos zu fassen. Dann habt ihr eine Idee vom Orbit, dem größten Drive-in von Texas. Jeden Freitag gibt es dort die All-Night-Horror-Show. Genau hier sind wir jetzt, alles ist perfekt. Aber plötzlich taucht aus dem Nichts dieser blutrote Komet auf. Schlagartig ist das Orbit von der Außenwelt isoliert, eingeschlossen von einer tödlichen Leere. Es gibt kein Entrinnen. Die Nahrungsmittel werden knapp. Erste Fälle von Totschlag und Kannibalismus treten auf. Doch das Schlimmste steht uns erst bevor …

REZENSION:

Der Name Joe R. Lansdale verfolgte mich schon sehr lange, da ich irgendwie jedesmal, wenn ich auf der Jagd nach neuem Lesestoff war, auch über das ein oder andere Lansdale-Buch stolperte. Jahrelang ließ ich diesen Autor aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen trotzdem links liegen. Woran das gelegen haben mochte, entzieht sich leider meiner Kenntniss.
Irgendwann las ich aber die Coverbeschreibung von Drive-In und war von dieser Idee – Menschen werden in einem Autokino von der Außenwelt isoliert – sehr angetan, wenn nicht gar absolut angefixt.
Natürlich griff ich dann sogleich zur kompletten Trilogie, in der Hoffnung, hier einen absoluten Blockbuster vor mir zu haben.
Diese Hoffnung sollte sich auch beim Genuss des ersten darin enthaltenen Buches aufrecht erhalten bleiben und ich befand mich urplötzlich mitten drin im abgeschnittenen Autokino und folgte den Geschehnissen nahezu ungebremst.
Lansdale lässt dabei nichts aus und legt einen sehr trashigen und unverblümten Roman vor, der für eine sehr gute und interessante Unterhaltung problemlos sorgen konnte.
Gegen Ende des ersten Bandes steigt der Trashfaktor – bleibt aber noch in einem annehmbaren und sogar witzig anmutenden Rahmen.
Jedoch hätte ich wohl danach aufhören sollen, denn die beiden Folgebände hinterließen einen sehr widersprüchlichen Geschmack. Die Protagonisten verlassen das Autokino und finden sich einer gänzlich neuen und abstrakten Welt wieder. Dies wäre noch nicht das Problem, da mir so etwas grundsätzlicher weise sehr gut gefällt. Irgendwie kam ich aber nach dem fulminanten Start nicht mehr richtig in die Geschichte herein, konnte aber gleichzeitig das Buch nicht einfach schließen und als abgebrochen betrachten.
Somit fristete es sein Dasein als Lückenfüller: Ich begann mit anderen Büchern und widmete mich immer mal wieder – so als Zwischendurchhäppchen – einigen Kapitel dieses Werkes.
Allein dabei wurde mir schon klar, dass ich mir nicht ganz sicher bin, ob es mir nun gefällt oder eben nicht. Einerseits musste ich mich zum Weiterlesen zwingen, andererseits wollte ich auch wissen, wie es denn nun weitergeht.
Dies zog sich durch das gesamte zweite Buch und wurde anfangs beim Start des Finalstückes nur latent besser. Nichts desto trotz konnte mich Buch 3 wieder etwas näher an die Geschichte heranführen und ich erkannte, dass ich mich nun plötzlich wieder öfters diesem Werk widmete.
Das dritte Buch wirkt dabei sogleich noch trashiger und lässt Horrorelemente mehr und mehr ins Hintertreffen geraten. Störte jedoch nicht, denn die abgedrehte Story mit vielen Anteilen im Bauch eines Fisches(!) hatte irgendwie ihren Reiz.
Ich hoffte sehr auf ein starkes Ende, damit meine sehr lange Mühe mit diesem Band nicht umsonst gewesen sein sollte.
Erfreulicherweise sorgt Lansdale für einen sehr nachdenklichen und philosophischen Schluss, wodurch er mich wieder überzeugen konnte.
Nichts desto trotz handelt es sich bei dieser Trilogie um ein Werk, zu dem ich mich einfach zu oft zwingen musste. Dementsprechend schwer fällt es mir, ein durchweg positives Statement abzugeben, viel zu Durchwachsen ist meine Meinung über dieses Werk. Das schwenkt wirklich über die gesamte Range von Genial bis absoluter Quatsch.
Vielleicht hätte ich auch einfach erst mit anderen Werken dieses Autors anfangen sollen…
Jürgen Seibold/26.08.2016

Drive-In: Die Trilogie erstmals in einem Band – KAUFEN BEI AMAZON

Scott McLeary: In die Finsternis

Leary_Finsternis© 2015 Scott McLeary
epubli GmbH, Berlin
ISBN 978-3-7375-4238-8

COVER:

Als die Anomalie am Himmel erschien, ahnten die Gambrianer nicht, dass viele von ihnen dem Tod geweiht waren. Aus welcher Welt die Bestie stammte, vermochte niemand zu sagen, doch sobald sie ihren Fuß auf die Planetenoberfläche gesetzt hatte, begann das Sterben.
Die Streitkräfte Gambrias erlitten schwerste Verluste, und letztendlich mussten sie erkennen, dass sie niemals zuvor einem Feind wie diesem gegenübergestanden hatten. Erst als die gesamte gambrianische Zivilisation am Rande der Auslöschung stand, gelang es in einer verzweifelten Operation, die Bestie gefangen zu nehmen.

Jahrmillionen später – auf der Erde tobt der Erste Weltkrieg – wird eine französische Spezialeinheit in Marsch gesetzt, um das Geheimnis einer deutschen Ausgrabung zu ergründen.
Wonach haben die Deutschen gesucht, und warum sind sie so plötzlich verschwunden?
Nachdem die Spezialeinheit durch die Hölle der Schlacht von Verdun gegangen ist, erreicht sie schließlich die Grabungsstätte. Hier stößt sie auf einen Tunnel, der zu einem tief unter der Erde verborgenen Tor führt. Dutzende grausam verstümmelte Leichen liegen vor den weit geöffneten Torflügeln.
Die Deutschen haben etwas freigelassen. Etwas, das nie mehr das Licht der Sonne hätte sehen dürfen. Eine furchtbare Bestie, die von einer technologisch hochentwickelten Zivilisation nur unter großen Opfern gefangen genommen werden konnte.
Getrieben von einer unbändigen Gier nach Blut wütet diese Kreatur nun über das Angesicht der Erde und lässt nichts als Tod und Zerstörung hinter sich zurück.

Gambria war stark. Die Menschheit jedoch … ist schwach.
Aber sie steht nicht allein.

REZENSION:

Bei Scott McLeary handelt es sich um einen neuen Autoren, der mit diesem Titel seine ersten Fußstapfen hinterlassen möchte. Ich könnte jetzt gleich enden und schlicht sagen: Ja, er hinterlässt seine ersten Spuren und diese sind tief genug, um Bestand zu haben.
McLeary führt uns nach seiner Science-Fiction-Einleitung ungebremst zur Schlacht von Verdun und lässt diese deutlich vor des Lesers Augen erscheinen. In der sicheren Umgebung eines historischen Romanes fragt man sich recht schnell, was der Autor mit seiner Einleitung bezwecken wollte und ganz besonders: Wie bekommt er die Kurve vom realen Weltkrieg zu den bereits kurz angerissenen Aliens?
Interessanterweise schafft er das nahezu problemlos und es entsteht ein absolut gelungener Genre-Mix aus historischem Roman, Science-Fiction-Roman und last but not least einem Horror-Roman. Klingt irrsinnig, funktioniert aber und macht einfach nur Spaß.
Natürlich kann man jetzt darüber philosophieren, ob Leser mit einem Genre-Mix klarkommen. Andererseits stellt man sich die Frage, ob es somit auch ein Genremix wäre, wenn plötzlich Aliens auf unserem Himmelzelt erscheinen würden. Ich persönlich finde es immer wieder sehr interessant, wenn sich Autoren verschiedener Genre annehmen und aus diesen einen Crossover-Roman entstehen lassen. Manchmal geht sowas daneben – manchmal funktioniert es. Bei Scott McLeary jedenfalls hat es funktioniert.
Gleichzeitig sind seine Protagonisten detailliert erzählt und jeder bekommt einen glaubwürdigen und eigenen Charakter ohne Übertreibungen. Die realen Geschehnisse wirken gut recherchiert und sind glaubwürdig erzählt. Gut, die Deutschen waren wieder einmal ein wenig dämlich – aber anders gehört es uns ja irgendwie auch nicht; erinnerte ein klein wenig an die dümmlichen Nazis der Indiana-Jones-Reihe.
Schlussendlich hat es mir persönlich jedenfalls außerordentlich gut gefallen und ich hatte definitiv viel Spaß beim Lesen dieser Geschichte. Ich bin wirklich gespannt, mit welchen Ideen Scott McLeary noch so ums Eck kommen wird – bis dahin kann ich jedenfalls schon einmal dieses Buch ohne jeglichen Vorbehalt empfehlen. Für ein Debüt absolut gelungen.
Jürgen Seibold/17.07.16
In die Finsternis KAUFEN BEI AMAZON

Anthologie: Fleisch 3

Fleisch3© Eldur Verlag, Aachen
ISBN: 978-3-937419-20-6
ca. 216 Seiten

COVER:

Warnung!

Bevor Sie dieses Buch in die Hand nehmen, sollten Sie sicher sein, dass Sie einiges verkraften können. Sie könnten hierin Dinge vorfinden, die Sie am liebsten gleich wieder vergessen möchten – aber das wird dann leider nicht mehr möglich sein.

Wieder einmal servieren Ihnen deutschsprachige Horror-Autoren ein extremes Menu aus Fleisch, Blut, Sex und Tod. Der Name der Reihe ist Programm.

Psychisch labilen Persönlichkeiten wird vom Genuss abgeraten!

REZENSION:

Mit „Fleisch 3“ führt der Eldur-Verlag seine erfolgreiche Kurzgeschichtenreihe fort, die mich bereits in den beiden ersten Bänden problemlos überzeugen konnte. Wie so oft, gibt auch diese Anthologie den Autoren ein Thema vor: In Fleisch können sich die Autoren schlicht und einfach austoben.
Erneut ergab sich dabei eine außerordentlich ausgewogene Sammlung an hochwertigen Kurzgeschichten, die absolut nichts missen lassen.
Im Vergleich zu den beiden Vorgängern scheint mir Buch 3 dabei etwas tiefgehender und anspruchsvoller zu sein, da der Fokus ein wenig vom “splatterhaften” Darstellen von Handlungen weggeht und dafür die Geschichten sehr oft eine tiefere Bedeutung in sich tragen. Hierdurch muss man als Leser zwar immer noch jederzeit damit rechnen, dass urplötzlich Blut aus den Seiten tropft – darüber hinaus hinterlässt aber beinahe jede Geschichte eine dezente Moral beziehungsweise die Fragestellung, ob das Gelesene reine Fiktion sein kann oder doch möglich werden könnte.
„Fleisch 3“ ist dadurch jedoch nicht mehr so durchgehend blutrünstig wie seine Vorgänger, was sicherlich den einen oder anderen Fan dieser Reihe ein wenig abschrecken wird.
In meinen Augen ist jedoch der dritte Band mit der Beste in dieser Reihe, zeigt sich der Inhalt doch sehr unterschiedlich, ideenreich und lädt fast immer zum Nachdenken an.
Jede darin enthaltene Geschichte ist eine kleine Perle in sich. Natürlich trifft dadurch manche Story den persönlichen Geschmack etwas besser als eine andere.
Beim Schließen des Buches ist mir dennoch aufgefallen, dass sich darin kein einziger “Blindgänger” befindet. Wie gesagt: Jede Geschichte eine Perle, mal etwas größer, mal etwas kleiner, aber immer einwandfrei unterhaltend.
Die Auswahl des Herausgebers lässt absolut keine Wünsche offen – es werden Newcomer genauso berücksichtigt, wie bereits etablierte Autoren. Dabei zeigte Markus Kastenholz ein geschicktes Händchen in der Auswahl und der Reihenfolge, wodurch das Gesamtpaket nichts zu wünschen übrig lässt.
In meinen Augen immer noch eine der besten Kurzgeschichtensammlungen, die es in diesem Genre gibt und ich hoffe, dass auch in Zukunft noch genug hochwertiges Material zur Verfügung gestellt wird, damit die Reihe noch viele Folgebände aufweisen kann.
Ich werde ihr jedenfalls sehr gerne und mit großer Freude treu bleiben.
Jürgen Seibold/29.05.2016
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Fred Ink: Wurmstichig

ink_wurmstichig©2013 Fred Ink
ca. 152 Seiten

COVER:

Etwas regt sich unter der schwäbischen Alb. Feindliche Mächte wühlen seit undenkbaren Zeiten in den Eingeweiden des Planeten. Sie trachten danach, uns zu verändern, wollen uns kontrollieren, damit wir ihrem Gott dienen. Kosmisches Grauen droht, uns alle ins Verderben zu stürzen. Und jetzt haben Dinge zu gehen gelernt, denen zu kriechen gebührt … Wurm ist alles und alles ist Wurm!

REZENSION:

Fred Inks “wurmstichig” ist nicht mehr aber auch nicht weniger als eine gelungene Hommage an H.P. Lovecraft, der sicherlich jedem Kenner des Genres ein Begriff ist.
Es gibt natürlich Autoren wie Sand am Meer, die sich an Lovecraft versuchen und dabei auch seinen Stil kopieren. Zumeist bleibt es dabei bei einer Kopie und nichts weiter. Nur selten gelingt es jemandem, den Flair Lovecrafts zu neuem Leben zu erwecken. Fred Ink ist hierbei einer davon.
Seine Geschichte könnte wahrlich der Feder Lovecrafts entsprungen sein, würde man sich nicht in unserer Zeit befinden, ist man oft geneigt, dies zu glauben.
Die Sprache ist dabei auch fast der einzige Kritikpunkt an diesem Werk. Wie auch andere, verwendet Ink den Schreibstil längst vergangener Zeiten. Die Geschichte spielt aber in unserer Zeit und dadurch stellt sich mir die Frage, ob man eine Hommage nicht auch komplett in unsere Welt heben kann – also sowohl die Handlung als auch die sprachliche Umsetzung.
Selbst Fan von Lovecraft, hatte ich kein Problem mit dieser Umsetzung. Im Gegenteil, sie gefiel mir auch sehr gut und durchweg gelungen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Fred Ink damit potenzielle Leser – vor allem Leser ohne Lovecraft-Hintergrund – unter Umständen abschrecken könnte.
Aber zurück zur Geschichte: wurmstichig ist in der Ich-Form erzählt und treibt geschickt ihrem Ende hinzu. Man fühlt sich versetzt in Lovecrafts Umgebung und merkt dann erst wieder, dass man sich in der schwäbischen Alb befindet. Lovecraft in Deutschland? Ja, es funktioniert und macht Spaß.
Kurzum: Wenn einer Geschichten im Stile Lovecrafts erzählen kann, dann ist es wohl Fred Ink. Nichts desto trotz gefällt mir auch sein eigener, persönlicher Schreibstil sehr und somit könnte sich der Autor doch auch mal an einer Lovecraftschen Story mit seinem eigenen Stempel wagen.
Meinen Segen hat er jedenfalls…
Jürgen Seibold/31.03.2016
Wurmstichig KAUFEN BEI AMAZON

Markiert mit

Scott Nicholson: Danach – Morgengrauen (Band #0 der DANACH-Reihe)

Nicholson_Danach0Originaltitel: After: First Light
Aus dem Amerikanischen von Stefan Mommertz
© 2013 Scott Nicholson – Haunted Computer Books
ca. 81 Seiten

COVER:

Der Anfang vom Ende.

Als Wissenschaftler der NASA außergewöhnlich intensive Sonnenaktivitäten bemerken, werden ihre Warnungen ignoriert. Kurz darauf kommt es zu Kommunikationsstörungen, Stromausfall und einem Zusammenbruch der technologischen Infrastruktur.

Die extreme Sonnenstrahlung hat auch eine unvorhergesehene Nebenwirkung – eine Unterbrechung der Impulse im menschlichen Gehirn. Milliarden von Menschen sterben. Sie haben Glück gehabt …

REZENSION:

Bei Danach: Morgengrauen handelt es sich um eine lediglich etwa 80seitige Prequel-Novelle zur apokalyptischen Danach-Reihe von Scott Nicholson. Das Prequel ist perfekt dafür geeignet, sich ein kleines erstes Bild über einige Protagonisten und dem Anfang der folgenden Apokalypse zu machen. Darüber hinaus kann man ohne großen Aufwand einen Eindruck über den Schreibstil des Autors bekommen.
Im Gegensatz zu den meisten Romanen wird hier nicht eine Seuche als Auslöser bedient, sondern ein seltenes aber natürliches Phänomen: Eine Sonneneruption unermesslichen Ausmaßes.
Das Prequel lässt natürlich noch viele Fragen offen und ist ja nicht recht viel mehr als ein kleiner Appetizer auf die folgenden, umfangreicheren Bände der sechsbändigen Reihe.
Nichts desto trotz blieb mir nichts weiter übrig, als diese wenigen Seiten nahezu zu verschlingen. Somit hatte ich diese in einem Zug durchgelesen und sofort Band 1 auf mein Lesegerät geladen.
Danach: Morgengrauen wirkt trotz der wenigen Geschehnisse bereits außerordentlich interessant und es scheint dem üblichen Zombie-Schema ein wenig zu entfliehen, ohne dabei auf Parallelen zu verzichten. Alles in allem ein sehr schönes Stück zum kurzen Eintauchen in die apokalyptischen Begebenheiten des Scott Nicholson. So wie es momentan aussieht, bleibe ich dieser Reihe die nächsten Tage bzw. Wochen erst einmal treu, denn es verlangt schlicht nach mehr.
Jürgen Seibold/14.03.2016
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Martin S. Burkhardt: Auf Leben und Tod

Burkhardt_LebenTod©2015 Luzifer-Verlag
ISBN 978-3-95835-114-1
ca. 283 Seiten

COVER:

Henry, ein gewalttätiger, kaputter Mann, besitzt geeignete Räume. Er fängt Frauen und Männer ein und zwingt sie in seinen unterirdischen Katakomben zum Sex.
Eine neue Generation wächst heran, die das Tageslicht niemals gesehen hat. Bereits von klein auf müssen die Kinder lernen, sich zu behaupten. Henry ist ein Fan von brutalen Ultimate-Kämpfen und möchte diese Kämpfe zum Mittelpunkt seines unterirdischen Reiches machen.
Aus den Kindern werden im Laufe der Jahre Jugendliche. »Einfache« Kämpfe reichen Henry nicht mehr aus. Von nun an geht es auf Leben und Tod.

REZENSION:

Henry gründete seine eigene Welt. Hier kann er König seiner Untertanen sein. Hier zählen nur seine Gesetze und jeder hat sich ihm unter zu werfen. Henrys Herrschaft fusst auf brutalen Kämpfen zwischen seinen Untertanen, die auf Leben und Tod durchgeführt werden. Die jeweilige Gewinnerin darf dafür in seine Gemächer. Henrys Welt lässt sich somit kurz mit den Worten Gewalt, Sex, Abhängigkeit beschreiben.
Doch warum ist Henry König seines eigenen Volkes? Warum ist Henry zu dem geworden, was er hier in der heutigen Zeit darstellt?
Diese Fragen werden von Martin S. Burkhardt in seinem Buch “Auf Leben und Tod” ganz geschickt dargestellt und beantwortet. Burkhardt verwendet dabei mehrere Zeitstränge und somit lernen wir nicht nur Henry als König seines unterirdischen Reiches kennen, sondern erfahren auch sehr viel über seine Kindheit, die beinahe ausschließlich von harter Arbeit auf dem elterlichen Hof geprägt war. Hinzu kam der Umstand, dass er es seinem Vater niemals recht machen konnte, dies mit Gewalt vermittelt worden ist. Die leibliche Mutter stellte sich auch nicht gerade als helfender Anker heraus – stand sie ihrem Mann doch in nichts nach; weniger mit Schlägen, dafür mit sexuellem Missbrauch.
Eine Kindheit, bei der sich dem Leser immer wieder die Nackenhaare sträuben. Dennoch wird einem bewusst, dass Henry es nur so kennt und er somit in eine ähnlich gelagerte Gesinnung wandern wird.
Jedesmal, wenn er wenige Minuten für sich hatte, flüchtete er sich in ein Buch über einen König und baute sich gedanklich auf dessen Basis sein eigenes Königreich auf. Dies Drang verstärkte sich und schon fand er sich mit seinem Freund beim Entführen von jungen Damen, die sie in ihrem Versteck missbrauchten und gleichzeitig Basis für das neue Königreich werden sollten.
Martin S. Burkhardts Geschichte ist brutal, abgefahren aber dennoch nachvollziehbar und entwickelt einen Sog als auch eine Dramatik, deren man sich nicht mehr entziehen kann.
Ein Buch zum Verschlingen. Sehr gerne hätte ich mich länger in der Kindheit Henrys aufgehalten. Der Aufbau der Zeitstränge ist aber ein geschicktes Mittel zur Vermittlung der Zusammenhänge. Sicherlich gab es den ein oder anderen Punkt, bei dem sich vor meinem geistigen Auge Fragezeichen entwickelten – diese blieben aber blass genug, um sie auszublenden. Damit konnte ich einfach dieser spannenden Geschichte weiter folgen. Zum Schluss hin wurde es mir fast ein wenig zu rasant in der Auflösung für die Untertanen. Hier hätte man fast noch einen zweiten band nachlegen können.
Alles in allem erneut ein sehr interessanter Plot Burkhardts. Gelungene Unterhaltung – jedoch nichts für zartbesaitete Seelen, denn der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund. Zum Glück bin ich bei Büchern nicht zartbesaitet und kann somit solchen guten Büchern problemlos folgen.
Jürgen Seibold/20.02.2016
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Kerem Gabriel: Der Tod ist ein Versprechen 1 + 2

gabriel_Tod1 gabriel_Tod2©Kerem Gabriel

COVER BUCH 1:

Die Ersten erreichten die Stufen, streckten die Arme bedrohlich nach uns aus und fletschten blutrünstig die Zähne. Das Magazin meiner Pistole war leer, der Rest lag im Rucksack.
»Emma, lauf!«, waren meine letzten Worte, als ich mein Messer zückte und den Zombies entgegensprang.

Als Forscher in der Arktis ein 30.000 Jahre altes Virus finden, feiern Adrien und Emma mit ihrer Hündin Cleo gerade das erste Weihnachten in ihrem neuen Zuhause in den USA. Zu dieser Zeit ahnen die beiden noch nicht, dass die Feiertage ganz anders verlaufen werden als geplant – auch nicht, dass es vermutlich die letzten sein werden, die sie jemals feiern.

REZENSION BUCH 1:

Zombieromane gibt es zur Zeit gefühlt wie Sand am Meer. Interessanterweise machen diese aber auch zumeist immer noch viel Spaß beim Lesen. Manche sind blutrünstig, manche nachdenklich, manche abgefahren aber trotzdem interessant.
Kerem Gabriel versuchte sich nun ebenfalls in seinem Debütroman an den Zombies. Interessanterweise werden bei ihm nicht nur seine beiden Protagonisten von Zombies belästigt, denn hinzu kommt noch auch deren Hund. Ebenfalls interessant ist der Umstand, dass bisher in den von mir gelesenen Büchern dieses Genres noch niemand auf diese Idee gekommen ist. Ich fand jedenfalls diese Idee mit dem Hund eine nette Dreingabe und aus diesem Grund entschied ich mich auch für dieses Buch.
Wie sich beim Lesen herausstellen sollte, schreibt Gabriel eingängig, einigermaßen spannend und man empfindet innerhalb kürzester Zeit sehr viel für Adrien, Emma und Cleo.
Natürlich wird das Zombiegenre von Kerem Gabriel nicht neu erfunden. Dadurch wirkt manches bekannt und die Protagonisten befinden sich auf der Flucht vor den Zombies und kommen in Berührung mit ebenfalls auf der Flucht befindlichen Menschen – mal netten Menschen, mal das Gegenteil. Somit alles eigentlich genauso, wie schon oft gelesen oder gesehen. Trotzdem macht Der Tod ist ein Versprechen einfach Spaß und man hat einen gelungenen Unterhaltungsroman vor sich, der zwar nichts wirklich neues bietet, aber ohne Gemecker dem Leser die Zeit vertreiben kann.
Alles in allem ein ordentlich gelungener Plot mit einem sympathischen Team auf dem Weg zur Ostküste Amerikas. Bin mal sehr auf den zweiten Plot gespannt…


 

COVER BUCH 2:

Sie wirbelte herum und schrie, riss den Mund auf und entblößte ihre Zähne. Wieder stürmte sie auf mich zu, doch ich packte ihre Arme und hielt sie von mir fern. Als ich in ihr blutiges Gesicht sah, schossen mir Tränen ins Auge und trübten meinen Blick.

Als Adrien, Emma und ihre Freunde das Boot Richtung Europa besteigen, um nach ihren Familien zu suchen, ahnen sie nicht, was sie auf der anderen Seite des Atlantiks erwartet. Denn ohne schützendes Haus und immer auf der Straße wird jeder Schritt zu einem Kampf ums Überleben. Und schnell stellt sich heraus: Nicht nur die Infizierten trachten nach ihrem Leben.

Der wahre Albtraum hat erst begonnen …

REZENSION BUCH 2:

Nachdem “Der Tod ist ein Versprechen” mich nahezu problemlos unterhalten konnte, war es natürlich gar nicht anders möglich, als mich auch dem zweiten Band zu widmen.
Dieser setzt fast nahtlos am ersten Buch an und wir begleiten abermals die sympathischen Darsteller auf der Suche nach Adriens Familie. Amerika liegt hinter uns – in Europa sieht es aber nicht besser aus.
Kerem Gabriel bleibt sich auch im zweiten Band treu und liefert erneut einen eingängigen und recht spannend erzählten Plot ab. Im Gegensatz zum ersten Buch wird es aber nun ein wenig hektisch, denn der Autor rast förmlich durch seine Geschichte. Hierdurch wird einiges etwas unglaubwürdig, einiges wirkt aufgesetzt und einiges hektisch zusammen gestrickt. Unterhalten wird man trotzdem recht gut, dennoch fehlt im Vergleich zum Erstling die Dramatik und das wirklich interessante.
Manches flutscht beinahe zu perfekt für die Protagonisten und das Ende ist leicht vorhersagbar gewesen und beinahe zu freundlich in seiner Auflösung.
Wäre die Protagonisten am Ende des ersten Bandes mit ihrem Boot auf einer Insel gelandet, hätten sich eine kleine Farm aufgebaut und die weiteren Tage bis zu ihrem Ende genossen, wäre Buch 1 einfach genug gewesen. Buch 2 zieht die Geschichte leider etwas herunter.
Nichts desto trotz halte ich die grundsätzliche Qualität beider Werke für einen Neu-Autor für recht gelungen. Bin mal gespannt, ob Kerem Gabriel es sich leicht machen wird, hier noch Buch 3 aufsetzt oder  gänzlich neue Ideen und Geschichten zu Papier bringen möchte.
Ich lass mich mal überraschen …
Jürgen Seibold/20.02.2016
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Oliver Schütte, Uwe Voehl (Hg.): Angel Island – Die Halloween-Anthologie

Cover_Angel IslandCover:

Angel Island ist eine beschauliche kleine Insel. Die Einwohner leben seit jeher in Eintracht und Frieden miteinander. Doch an Halloween verändert sich alles. Denn dies ist der Tag, an dem das Böse nach Angel Island kommt.
Acht gruselige Horrorgeschichten in der Tradition von Stephen King, Dean Koontz und Peter Straub.

Rezension:

Im Herbst kehren die Nebel zurück und die Schatten werden länger. Das ist kein Phänomen, sondern ein der Umlaufbahn geschuldeter Gang der Dinge, wenn die dunkle Jahreszeit in den hiesigen Breitengraden eintritt. Aber ich stelle mir dennoch gern vor, es wäre eines und die Zeit des Übernatürlichen würde von diesen Erscheinungen eingeläutet.
Liegt es am alten Aberglauben, dass die meisten Totenfeste ausgerechnet in den Raum des Kalenders fallen, in dem das auch draußen die Blätter an den Bäumen ihnen gleichtun?
Die Welt mag den Anschein erwecken dahinzuwelken, doch die Fantasie wird genau durch diesen angeregt. Anstatt Kälteschauer lasse ich mir lieber welche des morbiden Charmes und der lauernden Horrorgeschichten über den Rücken jagen.
So stellen sich mir im Oktober immer wieder die drei selben Fragen:
Welche Fratze wird in den Kürbis geschnitzt, welches Kostüm getragen und mit welchem Buch sich auf den 31. des Monats eingestimmt?
Jörg Kleudgen, Autor und Frontmann der Band „The House of Usher“, half mir diesmal bei der Beantwortung, indem er mir „Angel Island – die Halloween Anthologie“, herausgegeben von Oliver Schütte und Uwe Voehl, zusandte.
Drehscheibe aller Beiträge des Buches ist die ihm den Titel gebende Insel „Angel Island“, deren Bewohner ein beschauliches Leben führten – bis zur Nacht vom Reformationstag auf Allerheiligen, in der sich die Tore zur Welt der Toten, aber auch die zu der des Bösen, öffnen lassen können.
Genau das ist auch die Thematik der ersten Geschichte „Die Mission des Titus Brown“ von Michael Marcus Thurner.
Die zweite handelt vom Van-Roermond-Filter, einem schwarzen Kristall, dessen besonderer Schliff die Seelen Verstorbener für die Lebenden sichtbar macht. „Prayer´s Rock“ von Malte S. Sembten erinnerte mich etwas an „13 Geister“, bot aber ebenso neuen Stoff durch den schriftstellerisch tätigen Protagonisten, der seine Tochter verloren hatte.
Das dritte Kapitel – „Tommyboy“ von Hendrik Schmitz – behandelt die Abgründe eines Jungen, nachdem dessen Schwester in einen ins Meer gestürzt war. Oder wurde sie gestoßen?
Im vierten treffen wir in „Masken des Hasses“ von Jörg Kleudgen auf einen Gemischtwarenhändler, dem sie an seinem Schaufenster zuerst auffielen – die Kinder in den unheimlichen Verkleidungen. Bald wird aus dieser Begegnung eine Hatz über die Insel und um das Leben des Ladenbesitzers.
„Katharsis“ von Sunny Meury fällt in das Genre der Gothic Novels. Eine junge Frau, ein verlorenes Baby und ein Geistlicher bilden den Rahmen des sich abzeichnenden Bildes, welches sich dann doch in anderen Farben zeigt als man es vermuten würde.
„Banshees weinen nicht“ sticht im Passus aus der Sammlung heraus, wie schon das Psydonym der Autorin – Gritta Graus – vermuten lässt. Sie bedient Klischees, ohne dabei im Ansatz klischeehaft zu wirken. Ihre Mitwirkung würde ich unter Fantasy-Horror mit einem Schuss Tragikkomödie verbuchen.
Der vorletzte Part – „Der Preis“ von Stephan Reinbacher – spiegelt für mich am deutlichsten wieder, dass es Vorgabe war die Beiträge in Manier von Stephan King, Dean Koontz und Peter Staub zu halten. Ort seiner Handlung ist eine Schule, in der die Kinder zu blutrünstigen Wesen werden. Hier wird aus dem Horror schon Splatter.
Am Schluss der Anthologie landen die Leser in den „Mauern von Ronwick Abbey“ und begleiten Jürgen Scheivens Pfarrer Barton auf dessen Mission den Schrecken von der Welt abzuwenden.
Und dann treffen sie wieder hier, bei mir, ein. Mitten im Herbst, mitten im verhangenen Wetter, mitten auf einer ähnlichen Suche nach passender Lektüre für schaurige Abende. Diese kann durchaus mit „Angel Island“ enden …
Erschienen ist die Halloween Anthologie bei Bastei-Lübbe unter der ISBN 978-3-404-17075-3 und erhältlich für € 8,99.
Miriam Stephanie Reese
(Oktober 2015)

Angel Island: Die Halloween-Anthologie (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher) KAUFEN BEI AMAZON

Robert McCammon: Swans Song 2 – Das scharlachrote Auge

swans_song_2Originaltitel: Swan Song
© 1987 by Robert McCammon
1. Auflage Mai 2015
© dieser Ausgabe 2015 by Festa Verlag, Leipzig
ca. 576 Seiten
eISBN 978-3-86552-356-3

COVER:

Eine erkaltete, hoffnungslose Welt. Heimgesucht von einer uralten bösen Macht.

Er ist der Mann mit dem scharlachroten Auge, der Mann der vielen Masken. Er vereint die Kraft der menschlichen Gier und des Wahnsinns. Er durchstreift das nuklear verstrahlte Land auf der Suche nach einem Kind, dem Mädchen mit dem Namen Swan.

Das Kind muss vernichtet werden, denn es besitzt die Gabe. Swan kann dem toten Boden wieder Leben geben und den Menschen somit Rettung bringen …

Das Ende der Welt ist nur der Start für den letzten Kampf der Menschheit.

REZENSION:

Bereits der erste Band dieser Endzeitsaga konnte mich durchweg überzeugen. Dementsprechend euphorisch widmete ich mich dem zweiten Band. Im Gegensatz zu anderen Werken ist es in diesem Falle jedoch so, dass in der amerikanischen Originalausgabe das Werk als ein Buch veröffentlicht worden ist. Aus diesem Grund machte ich mir auch keine großen Sorgen, dass es sich hierbei lediglich um eine Fortsetzung aufgrund eines erfolgreichen Erstlings handelt.
Es geht auch sogleich weiter und erneut war ich förmlich an die Seiten gefesselt.
Das gesamte Werk ist eine Mischung aus Horror, Thriller und eingewobenen, mystischen Elementen und somit zeigt es sich als Gesamtkunstwerk in der selben Riege wie das oft als Vergleich herangezogene Werk von Stephen King namens The Stand.
Vor diesem vergleich hatte ich am Anfang etwas Angst, da ich ein großer Fan Stephen Kings bin und The Stand bisher in meinen Augen nahezu unerreichbar wirkte. Nun, Robert McCammon zeigt, dass man auch diesem Thema etwas Neues hinzufügen kann und somit befinden wir uns in einer zwar ähnlich gelagerten Geschichte – aber trotzdem in einem durchweg atemberaubenden Pageturner.
Band 2 ist dabei nicht mehr ganz so dramatisch wie die erste Hälfte des Gesamtwerkes. Nichts desto trotz ist der Fortgang stimmig und man nähert sich immer mehr dem unvermeidlichen Kampf von Gut und Böse ohne dabei auf philosophische, ökologische und menschliche Thematiken zu verzichten.
Insgesamt sprechen wir hier von einem über 1.000 seitigen Werk, was erneut eine Parallele zu Kings Werk darstellt, und trotzdem hat man beim Schließen dieses Buches das Gefühl, dass es noch ewig so weitergehen könnte. Schön, wenn ein Buch es schafft, dieses Gefühl zu hinterlassen und somit zählt Swans Song schlussendlich zu einem der besten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe.
Ein perfekter Endzeitthriller, der trotz der verwendeten 80er-Jahre-Ängste noch nichts an seiner Botschaft verloren hat.
Jürgen Seibold/03.09.2015
Swans Song – Buch 2: Das scharlachrote Auge: Endzeit-Thriller KAUFEN BEI AMAZON