Markus Heitz: Die Rache der Zwerge

c Piper Verlag GmbH, München 2005

COVER:

Die Schlacht um das Geborgene Land geht weiter – das furiose neue Abenteuer um Tungdil, den tapfersten aller Zwerge! Furcht erregende, unbekannte Kreaturen machen Jagd auf den magischen Diamanten, der unermessliche Macht in sich birgt. Die Bestien, halb Ork, halb Alb, scheinen magische Fähigkeiten zu besitzen und gebrauchen seltsame Maschinen. Doch sie sind nicht die Einzigen, die nach dem Artefakt trachten. Eine neue Gattung Ork erscheint im Geborgenen Land, und plötzlich gehen Gerüchte um von bartlosen, fremden Zwergen, die ihr eigenes Ziel verfolgen. Machtlose stehen die Herrscher des Geborgenen Landes den unheimlichen Gegnern gegenüber. Auch in den Zwergenreichen kommt es zu Zwischenfällen. Zwerge werden vergiftet, gejagt und getötet. Die Dritten schreien nach Rache. Und ist den Elben zu trauen, die eine neue Ära der Gemeinschaft zwischen den Völkern beschwören? Zusammen mit seinen Gefährten greift Tungdil erneut zur Doppelaxt. Aber um das Unheil abzuwehren, muss er über das Gebirge – ins gefährliche Jenseitige Land. Mit diesem rasanten Zwergen-Thriller hält Markus Heitz seine Leser ein weiteres Mal in Atem.

Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte und arbeitete als Journalist bei der Saarbrücker Zeitung. Sein Aufsehen erregender Debütroman “Schatten über Ulldart”, der Auftakt zum Epos “Ulldart – Die dunkle Zeit”, wurde mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet. Seit den sensationellen Bestsellern “Die Zwerge” und “Der Krieg der Zwerge” gehört Markus Heitz zu den erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren. Er lebt in Zweibrücken und versucht in seiner Freizeit gelegentlich, aus den Pralinenrezepten von König Perdor echte Pralinen zu machen.

REZENSION:

Mit “Die Rache der Zwerge” legt Markus Heitz den dritten Band seiner erfolgreichen Geschichte um Tungdil Goldhand vor.
Erneut handelt es sich bei dem Buch um einen dicken Brocken, mit dem man Leute erschlagen könnte.
Man sollte dies jedoch tunlichst sein lassen, denn der Inhalt zwischen den Buchdeckeln zeigt erneut, was für ein Phänomen Markus Heitz mittlerweile geworden ist.
Sehr oft sind weitere Bände einer erfolgreichen Geschichte nichts weiter als Aufgüsse, um den Geldbeutel weiter auf halten zu können – der Inhalt meist nebensächlich und nicht mehr auf dem Niveau des Erstlings.
Markus Heitz ist jedoch ein Autor mit unwahrscheinlich viel Output – schafft es dabei aber unterbrechungslos, die Qualität seiner Geschichten in den unterschiedlichsten Zeiten und/oder Welten auf einem konstant hohen Niveau zu halten.
Mit dem dritten Zwergenband ist ihm dies erneut gelungen und man hat als Leser das Gefühl, über dem Geborgenen Land zu schweben, um alles mit zu erleben. Abermals ist seine Geschichte hochspannend, interessant und ein weiterer Schritt auf den Fantasy-Thron.
Markus Heitz vergisst dabei auch nicht seinen bekannten und geschickt eingebauten Witz – nebenbei erkennt man erneut den immensen Ideenreichtum des Autors und ich gehe davon aus (und hoffe!), man wird noch viel von ihm zu lesen bekommen.
Sicherlich mittlerweile einer der besten Fantasy-Autoren, den unser Land aufbieten kann.
Jürgen Seibold/22.07.07

Markus Heitz: Der Krieg der Zwerge

c 2004 Piper Verlag GmbH, München

COVER:

Schärft Äxte und Schwerter – die Zwerge sind zurück!

Im Geborgenen Land herrscht Festtagsstimmung. Während Zwerg Tungdil mit seinen Freunden den Sieg über den verräterischen Magus Nôd’onn feiert, wälzt sich ein Heer hinterhältiger Orks heran, um das Zwergenreich zu zermalmen. Das Schwarze Wasser, ein düsteres Geheimnis, hat sie unsterblich gemacht, und schon bald müssen Tungdil und seine Gefährten ihre ganze Tapferkeit aufbieten, um sich den Bösewichtern entgegenzuwerfen. Inzwischen braut sich ein entsetzliches Unheil zusammen: Elf Verkörperungen eines gefallenen Gottes erheben sich mit ihrem Heer an der Westgrenze des Landes. Doch ein Zwerg gibt niemals auf, selbst wenn die Übermacht erdrückend scheint…

Wer “Die Zwerge” gelesen hat, wird die Fortsetzung verschlingen – ein neues Meisterwerk aus der Bestseller-Schmiede von Markus Heitz.

“Für alle Zwergen-Fans ein Muss!”
amazon.de

REZENSION:

Die Geschichte um Tungdil und dessen Gefährten, die um den Fortbestand ihrer Heimat, dem Geborgenen Land, kämpfen und hierbei nicht nur mit unsterblichen Orks zu tun haben, sondern auch gegen das elbenähnliche Volk, den Albaen, sowie vielen Intrigen antreten müssen, eröffnete sich mir anfangs etwas schwer. Nachdem ich aber bei Büchern selten aufgebe und voller Geduld einfach weiterlas öffnete sich mir nach und nach der Kosmos des Markus Heitz.
Sicherlich hat er versucht, den Nachfolgeband zu “Die Zwerge” so zu schreiben, daß auch Neulinge in seine Welt hineinfinden. Es ist ihm auch gelungen, benötigt aber etwas Geduld und Hartnäckigkeit beim Lesen dieser Lektüre.
Hat man diesen Punkt überschritten und die beteiligten Personen in sich aufgesogen, öffnet sich ein Plot, der die beliebten Zwerge, die Menschen, die unbeschreiblichen Elben und die brutalen Orks unvergleichlich weiterleben lässt. Heitz erzählt aber nicht einfach die Geschichte um den oder nach dem Ringkrieg weiter, nein, er erschafft eine eigene Welt mit eigenen Charakteren, die absolut nichts mit dem oft herangezogenen Monumentalwerk “Der Herr der Ringe” zu tun haben.
“Der Krieg der Zwerge” kann aber trotzdem oder gerade deshalb überzeugen und ist für jeden Leser dieses Genres ein absolut notwendiges Werk.
Ich würde nur jedem raten, mit dem Erstlingswerk “Die Zwerge” zu starten um nicht wie ich über das Verpassen des ersten Buches traurig zu sein.
Schade, daß ich nur “Der Krieg der Zwerge” gelesen habe….
Jürgen Seibold/30.12.2004

Markus Gerwinski: Das Lied der Sirenen (Magic-Edition Band 6)

Originalveröffentlichung
c 2005 BLITZ-Verlag GmbH
ca. 256 Seiten

COVER:

Seit sich die Sirenen auf der Insel Valstrom niedergelassen haben, ist die Fahrt durch die Meerenge für jeden Seefahrer ein Wagnis auf Leben und Tod. Die ruhelosen Seelen der Ertrunkenen suchen die Küste heim.
Der junge Magier Jeral Nerigon lässt sich auf die gefahrvolle Mission ein, die Sirenen zu studieren und ein Mittel gegen ihr todbringendes Lied zu suchen.
Als er sich in einem Dorf an der Küste vor Valstrom einquartiert, wird er schon bald in Kämpfe mit Untoten, Kobolden und Gespenstern verwickelt.
Auch unter den Dorfbewohnern scheint er sich Feinde zu machen. Doch sein gefährlichster Gegner verfolgt ihn aus den Tiefen seines eigenen Herzens heraus.

REZENSION:

Der junge Magier Jeral beschließt aus Liebeskummer, die Nachfolge des vor 4 Jahren bei einem mysteriösen Unfall verstorbenen Magiers Drahnier anzutreten und das Lied der Sirenen zu entschlüsseln. Dabei eckt er bei vielen Dorfbewohnern an, an der Küste wimmelt es von Geistern und Kobolden, und auch der Söldner Varamur, der zu seiner Unterstützung mitkommt, ist nicht gut auf Jeral zu sprechen. Immer deutlicher wird es, dass sich Jeral mit seinem Liebeskummer abschließen muss, wenn er sich den Sirenen stellen will.

Markus Gerwinski spielt mit Worten und „malt“ auf einmalige Weise eindrucksvolle Bilder, die die Landschaften, Personen und Situationen lebendig werden lassen. Dabei sind Jeral und Varamur keine schillernden Helden, sondern „normale“ Menschen mit Fehlern und Schwächen, die beim Lesen nur umso sympathischer werden.

„Das Lied der Sirenen“ gehört zu den Büchern, die ich gerne auch ein 2. und 3. Mal lesen werde. Es ist spannend vom Anfang bis zum Ende, auch wenn es nicht für alle ein „Happy End“ gibt.
Diana Becker, August 2009

Susanne Gerdom: Der Nebelkönig

Gebundene Ausgabe: 334 Seiten
Verlag: Ueberreuter (Juli 2010)
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 15 Jahre

COVER:

In Sallies Welt geht alles seinen scheinbar gewohnten Gang: Sie ist Küchenmädchen in einem Herrenhaus, so gross, verwinkelt und weitläufig, dass Sallie nur einen winzigen Bruchteil davon kennt. Am liebsten hält sie sich ohnedies in der Bibliothek auf, um zu lesen. Denn die Geschichte vom ewigen Kampf des Nebelkönigs gegen die Katzenkönigin lässt sie nicht mehr los. Doch schon bald wird Sallie herausfinden, dass diese Geschichte viel mehr mit ihr zu tun hat, als sie sich auch nur vorstellen kann. Sie beginnt Türen zu öffnen und Fragen zu stellen derweil kriecht der Nebel unaufhörlich ins Haus…

REZENSION:

Wer in Susanne Gerdoms Roman eintaucht, findet sich in der düsteren Umgebung eines (englischen?) Herrenhauses wieder, in welchem Sallie, die Hauptfigur dieses Buches, als Küchenmädchen von morgens bis abends arbeitet. Ihre freie Zeit verbringt das Mädchen in der grossen Bibliothek. Als ihr eines Tages ein Buch geschenkt wird, dass vom Nebelkönig spricht, entscheidet sie sich, dem Geheimnis des Hauses auf den Grund zu gehen, denn gewisse Umstände lassen das Mädchen vermuten, dass es sich beim Nebelkönig nicht einfach um eine Figur aus einem Buch handelt. Dabei trifft sie auf Gestaltwandler, sprechende Katzen und andere sonderbare Mitbewohner, verirrt sich in den schier endlosen Gängen des Hauses, wie auch in Erinnerungen an Geschehnisse, die scheinbar nicht vorgefallen sind. Die Autorin spielt geschickt mit Fakten und falschen Pisten, was dazu führt, dass man das Buch nicht mehr aus den Händen legen kann.

Trotz allem, bedingt vielleicht durch die Titelwahl und den Cover (Katze), kann der Leser bald schon der Hauptfigur einen Schritt voraus sein. Auch das Ende des Buches bietet nichts sonderlich Überraschendes. Der Nebelkönig ist beim Überreuter Verlag als Jugendbuch ab 12 Jahren erschienen, was ich angesichts gewisser Szenen als gewagt empfinde. Nichtsdestotrotz bleibt das Buch ein gute Lektüre mit eindeutig packendem Handlungsaufbau, undurchsichtigen Figuren und Orte, welches ständig zwischen Fantasy, Horror und gotischer Literatur hin und her pendelt. Wer dunkle Geschichten mag und auch nicht davor scheut, ein „Jugenbuch“ zu lesen, dem kann ich den Roman nur wärmstens empfehlen
Jean-Pascal Ansermoz / 31.08.2010

Laura Gallego García: Geheime Welt Idhún – Die Verschwörung

Originaltitel: Memorias de Idhún – La Resistencia (2004; Ediciones SM, Madrid)
Übersetzung: Ilse Layer
c der deutschsprachigen Ausgabe: 2006 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München
ca. 510 Seiten / € 12,50

COVER:

Die geheime Welt Idhún leidet unter dem Regiment des Schwarzmagiers Ashran. Nur wenige Bewohner Idhúns konnten vor seiner Schreckensherrschaft auf die Erde fliehen. Dort entbrennt ein Wettlauf auf der Suche nach dem letzten Einhorn und dem letzten Drachen. Denn nur wenn die Energie dieser Tiere miteinander verschmolzen wird, kann Ashrans Macht gebrochen werden. In Ashrans Diensten sucht Kirtash, trotz seiner Jugend ein unbarmherziger, aber charismatischer Kämpfer, nach diesen Geschöpfen. Ihm entgegen stellen sich die beiden Jugendlichen Victoria und Jack. Für Victoria ist Jack bald mehr als ein Kampfgefährte gegen Ashran – aber auch von Kirtash ist sie fasziniert…

Laura Gallego García wurde 1977 bei Valencia in Spanien geboren. Sie hat Geschichte und Spanische Literatur studiert und sich auf Themen des Mittelalters spezialisiert.
Für ihren ersten Roman >Finis Mundi< bekam sie den renommierten Preis >El Barco de Vapor<. Seither hat sie zwölf Bücher veröffentlicht. Heute lebt sie in einem kleinen Ort in der Nähe von Valencia.

REZENSION:

Die Autorin nimmt den Leser in diesem 1. Teil einer Trilogie mit auf eine Reise, die einen aufgrund des wunderschön 3-farbig und schlicht gestalteten Umschlages vermuten lässt, was das Buch von Seite 1 an auch zu halten verspricht. Eine Reise in eine Märchenwelt von Feen, Drachen, Magiern, fliegenden Schlangen und so einigen anderen Arten von Fantasyfiguren. Man entflieht mit Jack, der zu Beginn harte Verluste einstecken muss und eine gewisse „unnatürliche“ Begabung hat, aus einem schrecklichen Alltag und taucht tief ein in die Welt der Magie. Liest man zu Beginn das Zitat von Paul Coelho, so wird man während man das Buch verschlingt, weil man es – wie magisch- einfach nicht wieder zur Seite legen kann, dieses Zitat immer wieder im Kopf umher schwirren haben. Ein Passenderes hätte man nicht wählen können.

Gleichgültig, was ein Mensch tut,
er steht jederzeit im Mittelpunkt der Weltgeschichte.
Doch meist weiß er es nicht.“
(Paul Coelho, der Alchimist)

 
Auffallend ist, dass man all das Geschriebene auch auf den normalen heutigen Alltag beziehen könnte, ein wenig „modifiziert“ zwar, aber dennoch stecken viele Weisheiten in diesem wunderbaren Werk.
 Laura Gallego García hat mit diesem einmalig plastisch geschriebenen Buch eine Welt geschaffen, die man sich perfekt vorstellen kann und in die manch einer gern entfliehen würde. In seinen ganz persönlichen Rückzugsraum, durch eine Seele, die erkennt, wen man darin haben will und wer nicht willkommen ist.
Da es hier nun aber um ein Fantasywerk geht, will ich meine Rezension auch wieder in diese Bahn lenken.
Der erste Teil einer Trilogie, die zeitgleich auch meine erste Begegnung mit dem Genre Fantasy ist, bietet auf 508 Seiten Spannung, Entspannung, Abenteuer und Erlebnis pur.
Das Buch ist gegliedert in 2 Teile mit jeweils 14 Kapiteln und einem Epilog. Jack, eine der letztendlich 2 Hauptpersonen, hat man das 1. Kapitel gewidmet, während man sein Schicksal verfolgt, welches überhaupt erst dazu führt, dass er diese fremde, und noch so vertraute Welt Idhún kennen lernen darf.
Es gibt eben jenen Ort, an den die „Verschwörung“ – anfänglich bestehend aus  dem Magier Shail, dem Krieger Alsan und dem jungen Waisenmädchen Victoria, die ebenfalls seltsame Kräfte ihr Eigen nennt, sich in den Künsten von den beiden Anderen unterrichten lässt und die Hauptfigur Nr. 2 ist- sich mithilfe einer, aus dem vom Schwarzmagier Ashran belagerten Idhún, geretteten Seele , zurückziehen kann.
Diese Seele kann die Mitglieder, welche alle aus der Welt Idhún stammen, aber ins Exil geschickt oder teilweise auch geflohen sind, erkennen und bietet Ihnen Schutz vor Ashran und seinem Sohn Kirtash, der Halb-Magier (Mensch) ist und Halb-Shek (fliegende Schlange), indem er dieses Team in alle Teile sämtlicher Welten schicken kann und sie auch wieder zurück in die kleine, aber wunderschöne Welt, genannt Limbhad zurückholen kann.
In diese Welt können Ihnen die Bösewichte nicht folgen. Man lernt im Verlauf des Werkes sämtliche Emotionen kennen, die Mensch sich vorstellen kann. Besonders an diesem Buch, bzw. am Schreibstil Garcías ist, dass man das Gefühl hat, man wäre Teil jeglicher Neuentdeckung und jeglichen Kampfes der Helden, Teil der „Verschwörungsgruppe“, einfach Teil der Fantasywelt Limbhad. Dieser 1. Band ist eine tolle Mischung aus Freundschaft, Vertrauen, Stärke, Fantasy und Mut. Es gibt überraschende Wendungen, die zwar teilweise ein wenig vorhersehbar sind für jeden aufmerksamen Leser, die aber gleichzeitig neue Geheimnisse offenbaren und neue Fragen aufwerfen, die man als Leser unbedingt noch wissen muss, was dann schon einmal dazu führen kann, dass man in diese 508 Seiten so tief versinkt, dass man nicht wieder aufhören kann zu lesen und – so wie ich- das Abenteuer in knapp 5h verschlingt.
Wie Profi- Fantasyfans dieses Buch einordnen würden, vermag ich nicht zu beurteilen, aber mir als „Neuling“ in diesem Genre und als Pen&Paper- Rollenspielerin hat es den Einstieg in diese Welt sehr versüßt und Lust auf mehr gemacht! Daher finde ich es sehr empfehlenswert und werde mich sicher bald in Band 2 vertiefen.
Ina O. für Hysterika.de / 01.05.2009

Cornelia Funke: Tintenherz

cDv Dressler Verlag
19,90 € (HC)

Cover:

„Die Dunkelheit war blass vom Regen und der Fremde war kaum mehr als ein Schatten. Nur sein Gesicht leuchtete zu Meggie herüber.“
Wer ist Staubfinger, der Fremde, wirklich? Und wer ist Capricorn, wer Zauberzunge? Antworten findet Meggie in einem alten ligurischen Bergdorf – und in einem Buch.

Rezension:

Meggies Vater Mortimer, kurz Mo genannt, hat eine besondere Fähigkeit. Wenn er aus einem Buch vorliest, wird der Text regelrecht lebendig, im wahrsten Sinn des Wortes: Er hat die Macht, Figuren aus Büchern herauszulesen. Für sein Talent muss er jedoch einen hohen Preis bezahlen.
Allein schon die Idee fand ich so faszinierend, dass ich Tintenherz unbedingt lesen musste, und ich wurde mit einem Leckerbissen sonder Gleichen belohnt. Cornelia Funke versteht es, den Leser dermaßen zu fesseln, dass man das Buch unbedingt an einem Tag durchlesen möchte.
Die einzelnen Figuren werden bis in jede noch so kleine Einzelheit liebevoll beschrieben. Meggie, Mo und Tante Elinor teilen meine Liebe zu Büchern und spannenden Geschichten.
Cornelia Funke zitiert aus vielen Abenteuer-Romanen, von „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“, über „Alice im Wunderland“ bis hin zum „Herr der Ringe“ und beschreibt in farbigen Bildern die Gefühle und Gedanken, die dem Leser dabei durch den Kopf gehen, ohne dabei langweilig oder abgedroschen zu werden.
Alles in Allem ist Tintenherz ein Gesamtkunstwerk, das eine wahre Liebeserklärung an Bücher darstellt. Schade, dass es in Buchhandlungen unter „Kinderbücher“ einsortiert wird – es ist für Erwachsene genau so spannend und fantastisch zu lesen.
Diana Becker / 02.03.2010

Alan Dean Foster: Bannsänger / Die Stunde des Tors / Der Tag der Dissonanz

c 2005 by area verlag gmbh, Erftstadt, c der deutschen Übersetzung: 1986 by Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co.KG, München; 2005 by Piper Verlag GmbH, München
Titel der Originalausgaben:
Bannsänger: Spellsinger – Übersetzung: Leo P. Kreysfeld
Die Stunde des Tors: The Hour of the Gate – Übersetzung: Leo P. Kreysfeld
Der Tag der Dissonanz: The Day of Dissonance – Übersetzung: Leo P. Kreysfeld und Ralph Tegtmeier

COVER:

Die ersten drei Romane des legendären Bannsänger-Zyklus – Das abenteuerliche Fantasy-Epos von Alan Dean Foster

Jon-Tom Meriweather, netter, tagträumender Durchschnittsstudent aus Kalifornien, gerät nach dem Genuß eines Joints in eine absonderliche Parallelwelt. Durch ein magisches Mißgeschick des greisen Schildkröten-Hexers Clodsahamps wird Jon-Tom zum unfreiwilligen Gast der Welt intelligenter, rücksichtsloser Tiere – Fledermäuse, Bären, Tiger und Orang-Utans. Doch schon bald muß er sich zwischen den Welten entscheiden: Das Land wird vom Volk der Gepanzerten, grausamen Insektenwesen, überfallen, und seine Anwesenheit könnte von großem Nutzen sein. Denn eine übersinnliche Gabe schlummert in Jon-Tom: Er ist ein Bannsänger!

REZENSION:

Mit diesem über 800 Seiten dicken Wälzer zeigt der Area-Verlag eine neue Richtung, die mir bis dahin nicht bekannt war. Bisher war dieser Verlag für mich ein Garant für anspruchsvolle Horrorliteratur und zeigt nun, dass er diesen Anspruch auch im Bereich des Fantasy-Genres zu erreichen versucht.
Mit Alan Dean Fosters “Bannsänger” ist ihm das bereits gelungen:
Es beginnt alles mit einer sehr guten Idee: Ein netter junger Student – ein wenig high vom Genuss eines Joints – wird von einem Zauberer in eine andere Welt gerufen bzw. unfreiwilligerweise geholt.
Bei dem Zauberer handelt es sich um eine Schildkröte und Jon Tom stellt fest, dass in dieser Welt noch mehreres anders ist: Die Menschen sind hier in einer starken Minderheit und die restlichen “Personen” sind alles intelligente und sprechen könnende Tiere.
Entgegen der anfänglichen Annahme, das Jon-Tom aus Versehen aus seiner Welt “geklaut” worden ist, stellt sich ziemlich schnell heraus, daß er eigentlich ebenfalls ein Zauberer ist – nämlich in Form eines Bannsängers.
Dies zeigt sich, in dem Jon-Tom Lieder unserer Zeit zum Besten gibt und dadurch je nach den Texten gewisse Dinge geschehen oder Wesen gerufen werden. Nachdem jedoch die Texte und deren Eigenheiten eher in unsere Welt als in diese Welt passen, ergeben sich daraus die unvorhersehbarsten Umstände und Probleme.
In diesem Sammelband des Area-Verlages befinden sich insgesamt drei Romane um den Bannsänger:
1. Bannsänger, 2. Die Stunde des Tors und 3. Der Tag der Dissonanz.
Die ersten beiden Bände ergeben zusammen eine abgeschlossene Geschichte, in der Jon-Tom mit Hilfe seiner Freunde, dem Zauberer, dem Otter und noch einigen anderen Helfern die Welt rettet. Im dritten Band “Der Tag der Dissonanz” wird Jon-Tom von dem Zauberer in Schildkrötengestalt aufgefordert ein Medikament zu besorgen, das es nur jenseits des Glittergeistmeeres gibt und welches der Zauberer zum Bekämpfen seiner Krankheit dringend benötigt.
Nachdem die ersten beiden Geschichten und die Rettung der Welt bereits voller Ideen strotzt und für so manchen “Schenkelklopfer” zu gebrauchen ist, zeigt Alan Dean Foster meisterlich in “Der Tag der Dissonanz” zu was er eigentlich fähig ist. Man merkt sehr deutlich den Erfolg der ersten beiden Geschichten und Foster konnte wohl deshalb in dem dritten Buch ein wenig spielerischer mit seinen Protagonisten umgehen. Er schreibt voller Ironie, Seitenhieben und der Fähigkeit, Personen und Tiere ( die den Personen gleichzustellen sind) in den unterschiedlichsten Facetten und Eigenheiten darzustellen. Dies alles, ohne jemals den Witz dieser Geschichte aus den Augen zu verlieren. Sicherlich ein Zyklus, der noch viele Leser überzeugen könnte – Einfach perfekt! (Außerdem würde ich wahrscheinlich die Schildkröte erwürgen, wenn ich herausgefunden hätte, um was für ein Medikament es sich handelte, hihi…)
Jürgen Seibold / 24.04.2005

Jasper Fforde: Im Brunnen der Manuskripte

Originaltitel: The Well of Lost Plots
Übersetzung: Joachim Stern
Deutsche Erstausgabe Juni 2005
c 2005 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München
ca. 412 Seiten

COVER:

Die Welt der Literatur gegen alle möglichen Missetäter zu verteidigen, ist eine ehrenvolle, aber auch nervenaufreibende Aufgabe. Wen wundert es also, dass Thursday Next sich zu ihrem Mutterschaftsurlaub in die tiefsten Tiefen des Brunnens der Manuskripte zurückzieht. Genauer gesagt auf ein gemütliches Flug-/Hausboot in einem drittklassigen, unlesbaren Krimi, der wahrscheinlich nie veröffentlicht wird. Hier kann sie sich auf die Große Dienstprüfung der Jurisfiktion vorbereiten. Aber das Leben im Brunnen der Manuskripte ist nicht ungefährlich: Es ist ein Mörder in diesem Roman unterwegs, der sich auf Jurisfiktion-Agenten spezialisiert hat. TextGrand-Central will das neue Betriebssystem Ultra-WordTM mit aller Gewlat durchsetzen.

Jasper Fforde ist Waliser (daher das markante doppelte F!) und wurde 1961 geboren. Seine Romane schrieb er 14 Jahre lang neben seiner Arbeit als Kameramann bei verschiedenen Filmproduktionen. Nach 76 Ablehnungen erschien im Jahre 2001 der erste Band der Abenteuer von Thursday Next, “Der Fall Jane Eyre”. Der zweite Band “In einem anderen Buch” folgte dann 2002. Jasper Fforde wurde 2004 aufgrund seiner literarischen Verdienste zum zeitweiligen Ehren-Bürgermeister von Swindon ernannt.

REZENSION:

Die Lektüre von „Im Brunnen der Manuskripte“ war auch ein Selbstversuch: Eignet sich der dritte Band einer Reihe, um in eine Serie einzusteigen?
Das Ergebnis sei gleich vorweg genommen – das geht hervorragend, macht vermutlich aber noch mehr Spaß, wenn man die vorhergehenden Bände kennt.
Die Serie an sich ist nämlich recht komplex aufgebaut, geht es doch um das versteckte Innenleben der Bücher. Wir „Aussenweltler“ leben ja in dem Glauben, Autoren würden Bücher schreiben – weit gefehlt! Bücher schreiben sich selbst in der BuchWelt, einer parallelen Ebene der Wirklichkeit, die durch ein kompliziertes, unseren Textverarbeitungsprogrammen nicht unähnliches System zusammengehalten wird. Hier gibt es eigene Helden (die durchaus darüber traurig sind, nichts als Romanfiguren zu sein) und Gegner (wie die Grammasiten, die Wörter fressen), eigene Regeln, Gesetze und Figuren, die über deren Einhaltung wachen.
In dieser Welt bewegt sich eine junge Frau namens Thursday Next als Agentin der buchinternen Sicherheitsbehörde. Da sie schwanger ist, soll sie aus Sicherheitsgründen in einem Buch untertauchen, das keinerlei literarische Bedeutung hat. Dazu begibt sie sich in den „Brunnen der Manuskripte“ – dem Ort, an dem alle hoffnungslosen Texte lagern und darauf warten, einmal gedruckt zu werden. Natürlich wird aus dem geplanten Erholungsurlaub nichts: Die drei Hexen aus Macbeth prophezeien Thursday dramatische Ereignisse, ihre Großmutter steht unverhofft vor der Tür, sie muss sich mit Mitbewohnern herumschlagen und zu allem Überfluss gibt es ja auch noch die Abschlussprüfung, der sie sich stellen muss…
Bevor die eigentlich Story rund um einen Mörder und das neue Textverarbeitungsprogramm „UltraWord“ los geht, vergeht auf diese Weise schon mal die erste Hälfte des Romans. Ein wenig Geduld muss man da schon mitbringen. Witzige Ideen wie das „Fußnotofon“, das im Text Fußnoten produziert oder munter eingestreute Anspielungen an Literaturklassiker lassen aber keine Langeweile aufkommen.
Weitaus spannender als die eigentliche Story ist die Welt, in der Thursday sich bewegt. Voller Anspielungen nicht nur auf große Werke der Literatur, sondern auch auf unsere moderne Gesellschaft und ihre Technik liest sich kaum eine Seite ohne Lacher. Der Stil lädt ein zu Vergleichen mit Fantasy-Größen wie Terry Pratchett oder Douglas Adams. Fforde punktet noch zusätzlich dadurch, dass er mit dieser Reihe eine Fantasy geschrieben hat, die ihre Genregrenzen weit hinter sich zurücklässt. Dass macht die Lektüre sowohl für Fantasy-Fans als auch für Leser mit Ahnung von Literaturgeschichte lohnenswert. Wirklich vermissen tut man aber auch nichts, wenn man Vorwissen dieser Art nicht mitbringt, es entgehen den Lesern dann „nur“ zusätzliche Lacher.
Wer mit dem dritten Band anfangen will, sollte sich bewusst sein, dass das Buch kein leichter Schmöker ist, sondern aufgrund der neuartigen Welt und ihrer Namen beständig die Konzentration und Aufmerksamkeit der Leser fordert. Vielleicht liest es sich ja leichter, wenn man die anderen Bände kennt. Vorwissen braucht man aber keines.
Lesern, die der englischen Sprache mächtig sind, würde ich jedoch in jedem Falle das Original ans Herz legen. Einige Gags muten im Deutschen reichlich seltsam an, weil sie auf englischen Sprachspielen beruhen. Ob in deutsch  oder englisch, mit dem dritten oder dem ersten Band – Spaß macht die Lektüre in jedem Fall!
Katja Angenent für Hysterika/01.03.2008

Philip José Farmer: Die Verkörperung des Bösen / Ausser Atem / Fleisch

c 2005 by area verlag gmbh, Erftstadt
Titel der Originalausgaben:
Die Verkörperung des Bösen: The Image of the Beast
Ausser Atem: Blown
Fleisch: Flesh
Übersetzung von Ronald M. Hahn

COVER:

Ein “Exorzismus in drei Ritualen” – drei erotische Fantasy-Romane von Philip José Farmer.

Sie gelten als die Enfants terribles des Science-Fiction-Genres: die Episoden um Detektiv Herald Childe, der einer grausamen Horde Außerirdischer anheimfällt, und die Abenteuer des Sonnenhelden Peter Bock, der in einem Fruchtbarkeitsritual unversehens zum Sexprotz mutiert..
Ende der sechziger Jahre erschienen, gehören die drei legendären Romane Philip José Farmers bis heute zu den Klassikern der Science-Fiction- und Fantasy-Literatur und bestechen nach wie vor durch verblüffende Tabu- und Respektlosigkeit genauso wie hintergündigen Humor und Satire.

REZENSION:

Der Band “Fleisch” der Fantasyreihe des Area-Verlages beinhaltet die drei Romane “Die Verkörperung des Bösen”, “Ausser Atem” und “Fleisch” von Philip José Farmer aus den Jahren 1968 und 1969.
Diese Jahreszahlen sollte man sich noch mehrmals auf der Zunge zergehen lassen, denn Farmer erzählt in einer brutalen und schamlosen, sowie vor sexuellen Eskapaden strotzenden Art und Weise, wie es für diese Zeit sicherlich noch nicht üblich wahr. Es gibt bestimmt genug Menschen in der heutigen Zeit, die damit noch Probleme haben würden.
Viele würden dieses Werk somit schlicht und einfach als Pornographie abtun und in dieser Ecke abstellen. Dies würde jedoch weder dem Autor noch den Geschichten gerecht werden.
“Die Verkörperung des Bösen” und “Ausser Atem” sind zwei zeitlich aufeinander folgende Episoden im Leben des Detektivs Herald Childe, der sich auf der Suche nach Mördern durch so ziemlich alles schlagen muss, was man einem nur entgegensetzen kann: Außerirdische, abgrundtiefe Bosheit, sexuelle und orgiastische Ausschweifungen, Vampire, Wolfsmenschen, und und und.
Und ich muss uneingeschränkt sagen: Diese Tour macht irre Spass!!
Herald Childe ist ein Mensch wie du und ich – bzw. wie ein John McClane in “Stirb langsam”: zur falschen Zeit am falschen Ort.
Philip José Farmer erzählt rasend schnell und trotzdem eingängig, sehr detailliert und glaubhaft. Seine mit einer übertriebenen Offenheit dargelegten sexuellen Abgründe sind sehr regelmäßig aber auch geschickt und passend in die Erzählstränge eingebaut und legen sich problemlos zur Handlungsauflösung gehörend dar.
Man fühlt sich wie auf einer durchgeknallten Geisterbahn, bei deren Ausfahrt man mit offenem Mund herauskommt und nur noch ein “WOW!” ausstossen kann.

Ein kleines Manko muß ich lediglich trotz der Lobpreisungen loswerden:
Erstens ist man bei dieser Tour de Force sehr stark auf die Figur Herald Childe fixiert (was sicherlich auch an der erzählerischen Qualität des Autors liegt), der leider bei der dritten Geschichte nicht mehr mitspielt, da diese eine Science-Fiction-Story losgelöst der vorangegangenen Romane darstellt.
Dadurch verspürt man eine gewisse Enttäuschung, die sich durch die nicht mehr so stark überzeugende dritte Geschichte auch leider nicht mehr gänzlich abstreifen lässt. Ich denke, hier wäre weniger mehr gewesen und es hätten die beiden Episoden um Herald Childe als Doppelband sicherlich auch gereicht.
Zweitens fehlt mir ein wenig der Bezug zur Fantasy und ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum der Area-Verlag diese Romane unter dem Label Area-Fantasy veröffentlicht. “Fleisch” ist Science-Fiction und die beiden genialen Romane um Herald Childe spielen in der “heutigen” Zeit und sind nach meinem Empfinden eher in die mystische Thrillerecke mit Horrorelementen einzuordnen. Ich bin zwar kein großer Freund zu detaillierten Schubladendenkens, aber in diesem Fall befindet sich die Leserschaft wohl eher in der “grausamen” Ecke. Somit hätte ich mir diesen Band auch ganz gut in der Horror-Reihe des Area-Verlages vorstellen können.
Ich möchte aber nun die Qualitäten dieses Buches nicht schmälern und finde, dass es einen Buchtipp des Monats verdient hat. Diesen “Preis” verleihe ich aber ausschließlich den beiden Herald-Childe-Romanen!
Aber Vorsicht: Man muß ein sehr aufgeschlossener Leser sein, um dies alles ohne Probleme zu verkraften….;-)
Jürgen Seibold/01.01.2006

Jennifer Fallon: Der unsterbliche Prinz (Gezeitenstern Saga 01)

Die amerikanische Originalausgabe erschien 2007 unter dem Titel The Immortal Prince bei HarperCollinsPublishers Australia Pty Limited.
Copyright Jennifer Fallon 2007
Copyright der deutschsprachigen Erstausgabe April 2008 bei LYX verlegt durch EGMONT Verlagsgesellschaften mbH, Köln
Ins Deutsche übertragen von Katrin Kremmler und Rene Satzer

COVER:

Über viele Jahrhunderte herrschten die unsterblichen Gezeitenfürsten über die Welt von Amyrantha. Doch ihre Macht ist an den Gezeitenstern gebunden. Mit der kosmischen Ebbe ließen ihre Kräfte nach und verschwanden schließlich ganz. Inzwischen scheinen die Gezeitenfürsten nur noch in den althergebrachten Legenden zu existieren. Das Sklavenvolk der Crasii bewahrt die Erinnerungen an die mythischen Herrscher in seinen mündlichen Erzählungen auf. Eines Tages jedoch taucht ein Mann auf, der behauptet, Cayal, der unsterbliche Prinz, zu sein. Sind die Gezeitenfürsten zurückgekehrt?

Die junge Herzogin und Legendenforscherin Arkady wird hinzugezogen. Niemals würde sie an die Existenz mythischer Gestalten glauben, dennoch übt der Unbekannte eine unbeschreibliche Anziehungskraft auf sie aus. Ist er ein Hochstapler, ein Fantast oder gar ein ausländischer Agent? Sie lauscht seinen Geschichten und wird sich nach und nach bewusst, dass eine Gefahr von apokalyptischen Ausmaßen ihre Heimat Amyrantha bedroht……

REZENSION:

Wenn es  nach einem kurzen Prolog in einem Buch gleich mit einer erfolglosen Erhängung losgeht, dann darf sich der Leser auf einiges gefasst machen. Mit dem Anfang ihres Romans „Der unsterbliche Prinz“ hat die australische Schriftstellerin Jennifer Fallon einen schnellen Einstieg in die Handlung gewählt. Bereist auf den ersten Seiten erfährt der Leser, dass es sich bei Kyle Lakesh um den unsterblichen Prinz und Gezeitenfürsten Cayal handelt. 
Er spricht es ganz offen aus, aber im Kerker von Lebec schenkt man dem Mann kein Glauben. Die Gezeitenfürsten gelten als Legende und nur die Crasii, das Sklavenvolk, bewahren die alten Geschichten. Dieses Sklavenvolk ist eine seltsame Mischung als Mensch und Katze, aber es gibt noch weitere Absonderlichkeiten in der fantastischen Welt von Jennifer Fallon. Gekonnt wird eine Welt, bestehend aus verschiedenen Fürstentümern, unter der Führung eines Königs aufgezeigt. Einer der Fürsten heißt Stellan Desean und ist der Fürst von Lebec, eben jenem Ort, in dem der unsterbliche Prinz im Kerker weilt. Dessen Geschichte klingt zwar unglaubwürdig, aber sein Überleben am Galgen verleiht ihm dennoch einen besonderen Stand unter den Gefangenen. Als dann auch noch der erste Spion des Königs im Kerker erscheint und sich diesen ungewöhnlichen Mann näher anschaut, ahnt der Leser die Entwicklung des Romans voraus.
Doch bereits hier gelingt es der Autorin, ihre Leser mit geschickten Wendungen abzulenken. Nicht Declan Hawks, der erste Spion, sondern die Fürstin von Lebec wird zur entscheidenden Person in der weiteren Handlung. Lady Arkady Desean ist die genauso schöne, wie eigenwillige Frau an der Seite des Fürsten. Sie stammt wie Declan Hawks aus einfachsten Verhältnissen, ist studierte Historikerin, kennt die Geschichte der Gezeitenfürsten und teilt ein wichtiges Geheimnis mit dem Fürsten von Lebec. Sie und Declan sind alte Freunde, daher bittet er den Fürsten um die Unterstützung der Historikerin. Arkady Desean soll die Behauptungen des verurteilten Mörders Kyle Lakesh widerlegen, dass er der unsterbliche Prinz und damit ein Gezeitenfürst ist.
Nach einigem Zögern übernimmt die Fürstin den Auftrag, da sie keine Sekunde an dieser Behauptung glaubt. Sie ist überzeugt davon, den Schwindler in kürzester Zeit entlarven zu können. Mit der ersten Begegnung der Fürstin und dem undurchsichtigen Kyle oder Cayal nimmt die Handlung ihren fesselnden Lauf. Von Anfang erregt ein Casii die Aufmerksamkeit der Fürstin, da dieser riesige Ark den Angaben des Mörders uneingeschränkt Glauben schenkt. Als Crasii sollte Warlock, so der Name des Ark, aus purem Instinkt jedem Gezeitenfürst bedingungslos gehorchen. Doch bei den Arks hat sich über viele Jahre eine Lösung dieser instinktiven Gefolgschaft eingeschlichen, was sie auch für die Menschen sehr unbequem erscheinen lassen. Diese Crasii leben als freie Wesen, auch wenn man sie für Tiere hält und so behandelt. Als ein Mitgefangener von Kyle Lakesh, nimmt Warlock regen Anteil an den Treffen mit der Fürstin.
Die Fürstin kämpft permanent um den Schutz der Geheimnise ihres Mannes und gegen eine zunehmende emotionale Verbindung zu Kyle Lakesh. Dieser Mann ärgert und fasziniert Arkady gleichzeitig und so lässt sie sich von ihm die ganze unfassbare Geschichte der Gezeitenfürsten erzählen. Mehr und mehr entwickelt sich das Leben der Fürsten von Lebec zu einem Alptraum, der schließlich in der Fluchthilfe Arkadys für Cayal gipfelt.
Im letzten Drittel des umfangreichen Romans entwickelt die Handlung sich radikal und man erlebt mit der Protagonistin ein Wechselbad der Gefühle. Zum Schluss des ersten Bandes kennt der Leser sich in der fantastischen Welt von Jennifer Fallon hervorragend aus und ist mit der Legende der Gezeitenfürsten bestens vertraut. Die Bedrohung für Lady Arkady Desean persönlich sowie für die gesamte Menschheit wird anschaulich herausgearbeitet. Die Zeit der Ebbe, in der die Gezeitenfürsten ihre magischen Fähigkeiten einbüßen, ist nahezu vorbei. Was der Menschheit während der tausend Jahre anhaltenden Flut der Gezeiten blüht, steht dem Leser deutlich vor Augen. Aber es gibt Hoffnung, denn im Gegensatz zu vergangenen Epochen, haben einige kluge Menschen sich vorbereitet. Neben diesen tapferen Menschen werden im weiteren Verlauf der Gezeitenstern-Saga auch die Arks eine wichtige Rolle einnehmen.

Fazit:
Dem umtriebigen Lyx-Verlag ist mit der Gezeitenstern-Saga ein sehr unterhaltsames Fantasywerk gelungen.
Hier stimmen Verlagsbeschreibung und tatsächlicher Inhalt wirklich zusammen und den Lesern wird meines Erachtens großartige Unterhaltung geboten. Besonders die sprachliche Gestaltung durch Katrin Kremmler und Rene Satzer trägt zu dem Lesegenuss in hohem Maße bei.
Harald Jacobsen für hysterika.de / 08.07.2008

Melissa Fairchild: Himmelsauge – Die Geheimnisse des Brückenorakels

Aus dem Englischen von Karin Dufner
Ca. 383 Seiten / 14,95 €
Deutsche Erstausgabe Dezember 2009
c 2009 by Working Partners Two
c 2009 der deutschsprachigen Ausgabe bei PAN-Verlag.

COVER:

In einem Londoner Krankenhaus kommt ein Junge ohne Gedächtnis zu sich. Den Ärzten ist er unheimlich, denn er hat einen schweren Unfall überlebt – und nun heilen die Verletzungen mit übernatürlicher Geschwindigkeit. Doch diese Gabe nutzt ihm wenig, als er kurze Zeit später auf der Flucht vor einem mächtigen Gegner ist, der alles daransetzt, ihn in seine wahre Heimatwelt zurückzubringen, aus der er geflohen ist. Doch zum Glück ist der Junge nicht ganz allein: Hilfe bekommt er von Hannah, einem ganz normalen Mädchen, und den im Verborgenen lebenden magischen Bewohnern von London …

REZENSION:

Es gibt Bücher, bei denen ich nach Lektüre der kurzen Coverbeschreibung am Rücken des Buches bereits bis in die Haarspitzen ob des zu erwartenden Inhalts gespannt bin.
Voller Erwartung und eigenen kreativen Ideen widmete ich mich sogleich dem Inhalt.
Wie ich dabei feststellen musste, wurde die Geschichte jedoch in keinster Weise meinen Ideen und Erwartungen gerecht. Das klingt natürlich sehr hart – muß aber nun mal so gesagt werden, da der Inhalt dieses fantasiereichen Werkes meine Ideen als auch Erwartungen hundertprozentig übertroffen hat und mich mit einer sehr gelungen aufgebauten Mischung aus Realität und Fantasie durchweg überzeugen konnte.
Himmelsauge schafft es auch mit Leichtigkeit, sowohl als Jugendbuch zu wirken – ohne dabei den fantasievollen Erwachsenen beiseite zu legen. Für beide Klientel ein absolut spannendes, interessantes und ideenreiches Werk voll interessanter Wendungen.
Absolut empfehlenswert!
Jürgen Seibold / 20.09.2010

Charlotte Engmann: Kjartan, der Vitländer

Erstauflage: September 2004
c Charlotte Engmann
c Edition Nocturno im VirPriV Verlag
ca. 133 Seiten

INHALT:

”Wie ein Blitz aus heiterem Himmel fuhr das Schwert des Reiters auf Kjartan nieder. Instinktiv wehrte er den Angriff ab. Die Waffen schlugen aufeinander. Funken sprühten. Wie ein Glockenschlag hallte der Klang von Stahl auf Stahl über das Land.”

Ob tief unter der See oder hoch über dem Meer, der Recke Kjartan von Froda erlebt mehr als ein fantastisches Abenteuer auf seinen Reisen in die fernen Länder des Westens und Ostens. Aber auch auf seiner Heimatinsel Vitland muss er sich bewähren in Zeiten der Not und im Streit mit den Anhängern des alten und des neuen Glaubens.
Gefährliche Kreaturen, allein aus alten Legenden bekannt, stellen Kjartan vor harte Prüfungen, bis er erkennt, nicht alle magischen Geschöpfe sind Feinde der Menschen.

REZENSION:

Charlotte Engmann führt uns in ihrem Episodenroman in die Welt von Kjartan dem Vitländer und zeigt dabei geschickt gute erzählerische Fähigkeiten in diesem Genre.
Kjartan muss nicht nur die unterschiedlichsten Abenteuer bestehen sondern ist auch ein sehr sympathischer Hauptdarsteller und man ist ein wenig traurig, dass es sich hierbei lediglich um einzelne, zeitlich aufeinander folgende, Episoden handelt, die bereits nach ungefähr 130 Seiten das Schließen des Buches erfordern.
Charlotte Engmann baut sehr geschickt viele bekannte Mythen und Sagen in ihre Episoden ein, ohne diese jedoch zu kopieren oder lediglich neu zu erzählen.
Sie führt uns durch das gesamte Leben Kjartans und erschafft virtuos eine lebendige Figur, die sich vor dem Auge des Lesers entfaltet.
Dadurch entsteht eine schöne Atmosphäre und man leidet, freut sich und kämpft mit allen beteiligten Figuren als wäre man ein Teil des Ganzen.
Die Episoden lassen sich sehr schön lesen und wirken durch und durch glaubwürdig.
Somit ein sehr schönes kurzweiliges Buch für zwischendurch und ich denke Kjartan hätte auch das Zeug zu einem echten Romanhelden.
Jürgen Seibold/15.11.2005

David & Leigh Eddings: Belgarath der Zauberer

c 1996 by David & Leigh Eddings
Originaltitel: Belgarath the Sorcerer
Dt. Lizensausgabe 1997 Bastei-Verlag Gustav H. Lübbe GmbH & Co., Bergisch Gladbach
Band 28 301
Übersetzung: Susi Grixa

COVER:

Jahrhundertelang tobte der Krieg, nun ist er endlich beendet, und das Schicksal nimmt wieder seinen gewohnten Lauf. Es gibt nur noch einen Menschen, der von den fast vergessenen Zeiten zu erzählen weiß, als die Götter noch über die Erde wandelten. Einen Menschen, der noch weiß, wie der Dunkle Gott Torak das Auge Aldurs stahl und die Welt spaltete, wie die Menschen in einen erbarmungslosen Konflikt gezogen wurden, den Krieg der Götter. Einen einsamen letzten Zeugen, genannt der Alte Wolf: Belgarath der Zauberer. Und er war von Beginn an Teil dieser Geschichte…

In diesem lang erwarteten Roman, der die Vorgeschichte der berühmten Belgariad-Saga erzählt, greifen DAVID und LEIGH EDDINGS die Legende von Belgarath dem Zauberer auf: voller Spannung, geistreich, atmosphärisch dicht und mit der gewohnten Begeisterung, die sehr schnell auch den Leser packt.

REZENSION:

Belgarath der jahrtausendealte Zauberer erzählt in diesem Buch die Vorgeschichte der großangelegten Saga von David Eddings.
Dieses 1016 Seiten umfassendes Buch lässt sich unwahrscheinlich schnell lesen und der alte Zauberer sprüht vor Energie und einem Witz, das das Lesen sogleich doppelt soviel Spass macht.
Einziges Manko ist wohl, dass die Jahrhunderte wie im Flug vergehen und man wohl am Liebsten noch viel mehr Details lesen würde.
Alles in allem ein sehr gutes Buch zur kurzweiligen Unterhaltung.
Werde mir wohl demnächst “Polgara” zu Gemüte führen – Ich bin jetzt schon gespannt, wie die Geschichte aus der Sicht von Belgarath’s Tochter erzählt wird.
 Jürgen Seibold 29.11.2002

David & Leigh Eddings: Polgara die Zauberin

Copyright 1996 by David & Leigh Eddings
Originaltitel: Polgara the Sorceress
Dt. Lizenzausgabe c 1998 by Bastei-Verlag Gustav H. Lübbe GmbH & Co., Bergisch Gladbach
Band 28 312
Übersetzung: Susanne Tschirner

COVER:

Als ihr Vater sie zum erstenmal berührte, färbte sich eine Strähne von Polgaras Haar weiß.
Alles beginnt in Beldins Turm, wo Polgara, Tochter des Zauberers Belgarath und der Gestaltwandlerin Poledra, aufwächst. Hier nimmt sie die ersten Schritte auf dem gefahrvollen Pfad des Schicksals, das ihr die Rolle als Hüterin des Guten zugedacht hat, als Gegnerin von Torak, dem Einäugigen Drachengott, und als Wächterin der letzten Hoffnung der Menschheit: als Erbin des Throns von Rivan.

Die Belgariad und Malloreon Saga fand in BELGARATH DER ZAUBERER eine geniale Fortsetzung. Dort wurde die Vorgeschichte der großen Kriege um das Auge Aldurs erzählt, aus der Sicht des damals noch jungen Belgarath. Nun übernimmt dessen Tochter Polgara die Rolle der Erzählerin: ein Blick zurück auf ein abenteuerliches dreitausendjähriges Leben.

REZENSION:

Mit Polgara die Zauberin spinnt das Ehepaar Eddings die sagenhafte Geschichte weiter, die in den beiden bisherigen Reihen (Die Malloreon, sowie die Belgariad-Saga) entstanden ist.
Die Belgariad, sowie die Malloreon-Sage war ein genialer Schriftsteller-Streich David Eddings.
Mit den Fortsetzungsbänden, Belgarath der Zauberer und Polgara die Zauberin, geht das Ehepaar in die Vorgeschichte der bereits vorliegenden Sagas ein. Beide erzählen von den früheren Jahrtausenden, gehen jedoch auch in die bereits bekannten Gefilde der neuen Zeit über – was sehr stark beim Begreifen der ganzen, komplexen Welt hilft.
Das einzige Problem in beiden Büchern ist die Ich-Erzählweise, an die man sich erst einmal gewöhnen muss. Immerhin läuft hier eine Frau durch mehrere Jahrtausende und erzählt die Dinge sämtlichst aus ihrer Sicht. Dies wurde von Belgarion zwar so verlangt, baut jedoch beim Leser zwar eine interessante Geschichte auf, kann aber nicht so tief greifen, wie eine “von oben” erzählte Geschichte – die es möglich macht, auch die Sichtweisen der beteiligten Protagonisten zu beschreiben.
Davon jedoch abgesehen, liest sich dieses über eintausendseitige Buch ziemlich gut und ist ein gebührender Abschluss der jeweils 5-bändigen Sagas, sowie dem Erzählbuch von Belgarath.
Man sollte jedoch nicht mit diesem (oder Belgarath der Zauberer) Buch anfangen, bevor man die Sagas kennt – es sind einfach zuviele Gemeinsamkeiten und Verknüpfungen vorhanden, die einen unvorbereiteten Leser bestimmt zur Verzweiflung und dem “Wegwerfen” des buches bringt. Das hat es jedoch nicht verdient.
 Jürgen Seibold 23.12.2003

Peter David: Wählt König Arthur!

Originaltitel: Knight Life
Übersetzung: Michael Siefener
Deutsche Erstausgabe Februar 2007
c 2002 Secon Age, Inc.
c der deutschsprachigen Ausgabe: 2007 Piper Verlag GmbH, München
ca. 446 Seiten

COVER:

Nach 1500 Jahren ist der legendäre König Arthur zurückgekehrt, um die Herrschaft seines neuen Camelot anzutreten: New York City. Aus der Versenkung emporgestiegen, steht er plötzlich in den belebten Straßen der hektischen Metropole und möchte an der Wahl zum Bürgermeister teilnehmen. Als geborener Anführer, gut aussehend und charismatisch, ist sich Arthur der Stimmen seiner Wählerschaft sicher – erst recht mit der professionellen Unterstützung seines zehnjährigen Helfers Merlin. Und tatsächlich: Im Nu hart der smarte Arthur die Herzen der New Yorker Bürger erobert. Wenn da nicht seine Halbschwester Morgan Le Fey wäre, die bereits dunkle Pläne schmiedet und alles für ihren letzten Feldzug gegen Arthur vorbereitet. Ein rasanter Spaß über den legendärsten Helden der Fantasy und seine Abenteuer im Dschungel des Big Apple…

Peter David, geboren 1956, wurde vor allem durch seine Bücher zu TV- und Comicverfilmungen bekannt. Viele seiner Star-Trek-Romane waren auf den Bestsellerlisten. Darüber hinaus schrieb er zahlreiche Bände im Bereich Fantasy und Horror. Für das Kino und Fernsehen verfasste er diverse Drehbücher, entwickelte die TV-Serie “Space Cases” und schrieb etliche Bühnenstücke. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in New York.

REZENSION:

Es gibt in der Literatur unzählige Geschichten um den legendären König Arthur. Mal historisch begründet, mal sagenhaft, mal in Verbindung mit Zeitreisenden, die sich plötzlich an Artus Hof wieder finden. Die Qualität dieser zahllosen Werke pendelt zwischen der absoluten Belanglosigkeit und genialen literarischen Höhepunkten.
Peter David legt nun eine gänzlich andere Variante vor und versetzt spielerisch den sagenumwobenen König in die Neuzeit. Dies erfolgt mit einer spritzigen und frechen Leichtigkeit, die dem Leser das ein oder andere Schmunzeln entlockt. Im Gegensatz zum Klappentext spielt Peter David nicht mit dem schrägen Pratchett-Humor, sondern schöpft seine komischen Elemente aus dem Zusammentreffen eines mittelalterlichen Herrschers und dem Großstadt-Moloch New York. Dadurch entstehen Szenen, die seinesgleichen suchen. Insbesondere die politischen Vorstellungen und die absolute Ehrlichkeit, gepaart mit einer unglaublichen Rednerbegabung führen zu einem politischen Erfolg und einem politischen Bild, wie man es sich nur wünschen kann. Allein dadurch kann man einen großen Teil der Geschichte sehr gut als Parabel zur heutigen Zeit betrachten.
Nichts desto trotz führt Peter David aber einige weitere bekannte Gestalten der Artussage mit in seine Geschichte ein und vergisst auch in keiner Weise, den ursprünglichen Handelsfaden inklusive den magischen Elementen der Sage zu beachten und zu verfolgen.
Seine gesamte Erzählweise und die spritzige Umsetzung mit der sehr gut integrierten Komik führt zu einem Lesefluss, wie man ihn selten bei Büchern erlebt.
Ich kann mir beileibe nicht vorstellen, dass jemand bei diesem Buch vorzeitig das Licht ausmacht.
Jürgen Seibold/11.04.2007