David & Leigh Eddings: Polgara die Zauberin

Copyright 1996 by David & Leigh Eddings
Originaltitel: Polgara the Sorceress
Dt. Lizenzausgabe c 1998 by Bastei-Verlag Gustav H. Lübbe GmbH & Co., Bergisch Gladbach
Band 28 312
Übersetzung: Susanne Tschirner

COVER:

Als ihr Vater sie zum erstenmal berührte, färbte sich eine Strähne von Polgaras Haar weiß.
Alles beginnt in Beldins Turm, wo Polgara, Tochter des Zauberers Belgarath und der Gestaltwandlerin Poledra, aufwächst. Hier nimmt sie die ersten Schritte auf dem gefahrvollen Pfad des Schicksals, das ihr die Rolle als Hüterin des Guten zugedacht hat, als Gegnerin von Torak, dem Einäugigen Drachengott, und als Wächterin der letzten Hoffnung der Menschheit: als Erbin des Throns von Rivan.

Die Belgariad und Malloreon Saga fand in BELGARATH DER ZAUBERER eine geniale Fortsetzung. Dort wurde die Vorgeschichte der großen Kriege um das Auge Aldurs erzählt, aus der Sicht des damals noch jungen Belgarath. Nun übernimmt dessen Tochter Polgara die Rolle der Erzählerin: ein Blick zurück auf ein abenteuerliches dreitausendjähriges Leben.

REZENSION:

Mit Polgara die Zauberin spinnt das Ehepaar Eddings die sagenhafte Geschichte weiter, die in den beiden bisherigen Reihen (Die Malloreon, sowie die Belgariad-Saga) entstanden ist.
Die Belgariad, sowie die Malloreon-Sage war ein genialer Schriftsteller-Streich David Eddings.
Mit den Fortsetzungsbänden, Belgarath der Zauberer und Polgara die Zauberin, geht das Ehepaar in die Vorgeschichte der bereits vorliegenden Sagas ein. Beide erzählen von den früheren Jahrtausenden, gehen jedoch auch in die bereits bekannten Gefilde der neuen Zeit über – was sehr stark beim Begreifen der ganzen, komplexen Welt hilft.
Das einzige Problem in beiden Büchern ist die Ich-Erzählweise, an die man sich erst einmal gewöhnen muss. Immerhin läuft hier eine Frau durch mehrere Jahrtausende und erzählt die Dinge sämtlichst aus ihrer Sicht. Dies wurde von Belgarion zwar so verlangt, baut jedoch beim Leser zwar eine interessante Geschichte auf, kann aber nicht so tief greifen, wie eine “von oben” erzählte Geschichte – die es möglich macht, auch die Sichtweisen der beteiligten Protagonisten zu beschreiben.
Davon jedoch abgesehen, liest sich dieses über eintausendseitige Buch ziemlich gut und ist ein gebührender Abschluss der jeweils 5-bändigen Sagas, sowie dem Erzählbuch von Belgarath.
Man sollte jedoch nicht mit diesem (oder Belgarath der Zauberer) Buch anfangen, bevor man die Sagas kennt – es sind einfach zuviele Gemeinsamkeiten und Verknüpfungen vorhanden, die einen unvorbereiteten Leser bestimmt zur Verzweiflung und dem “Wegwerfen” des buches bringt. Das hat es jedoch nicht verdient.
 Jürgen Seibold 23.12.2003

Peter David: Wählt König Arthur!

Originaltitel: Knight Life
Übersetzung: Michael Siefener
Deutsche Erstausgabe Februar 2007
c 2002 Secon Age, Inc.
c der deutschsprachigen Ausgabe: 2007 Piper Verlag GmbH, München
ca. 446 Seiten

COVER:

Nach 1500 Jahren ist der legendäre König Arthur zurückgekehrt, um die Herrschaft seines neuen Camelot anzutreten: New York City. Aus der Versenkung emporgestiegen, steht er plötzlich in den belebten Straßen der hektischen Metropole und möchte an der Wahl zum Bürgermeister teilnehmen. Als geborener Anführer, gut aussehend und charismatisch, ist sich Arthur der Stimmen seiner Wählerschaft sicher – erst recht mit der professionellen Unterstützung seines zehnjährigen Helfers Merlin. Und tatsächlich: Im Nu hart der smarte Arthur die Herzen der New Yorker Bürger erobert. Wenn da nicht seine Halbschwester Morgan Le Fey wäre, die bereits dunkle Pläne schmiedet und alles für ihren letzten Feldzug gegen Arthur vorbereitet. Ein rasanter Spaß über den legendärsten Helden der Fantasy und seine Abenteuer im Dschungel des Big Apple…

Peter David, geboren 1956, wurde vor allem durch seine Bücher zu TV- und Comicverfilmungen bekannt. Viele seiner Star-Trek-Romane waren auf den Bestsellerlisten. Darüber hinaus schrieb er zahlreiche Bände im Bereich Fantasy und Horror. Für das Kino und Fernsehen verfasste er diverse Drehbücher, entwickelte die TV-Serie “Space Cases” und schrieb etliche Bühnenstücke. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in New York.

REZENSION:

Es gibt in der Literatur unzählige Geschichten um den legendären König Arthur. Mal historisch begründet, mal sagenhaft, mal in Verbindung mit Zeitreisenden, die sich plötzlich an Artus Hof wieder finden. Die Qualität dieser zahllosen Werke pendelt zwischen der absoluten Belanglosigkeit und genialen literarischen Höhepunkten.
Peter David legt nun eine gänzlich andere Variante vor und versetzt spielerisch den sagenumwobenen König in die Neuzeit. Dies erfolgt mit einer spritzigen und frechen Leichtigkeit, die dem Leser das ein oder andere Schmunzeln entlockt. Im Gegensatz zum Klappentext spielt Peter David nicht mit dem schrägen Pratchett-Humor, sondern schöpft seine komischen Elemente aus dem Zusammentreffen eines mittelalterlichen Herrschers und dem Großstadt-Moloch New York. Dadurch entstehen Szenen, die seinesgleichen suchen. Insbesondere die politischen Vorstellungen und die absolute Ehrlichkeit, gepaart mit einer unglaublichen Rednerbegabung führen zu einem politischen Erfolg und einem politischen Bild, wie man es sich nur wünschen kann. Allein dadurch kann man einen großen Teil der Geschichte sehr gut als Parabel zur heutigen Zeit betrachten.
Nichts desto trotz führt Peter David aber einige weitere bekannte Gestalten der Artussage mit in seine Geschichte ein und vergisst auch in keiner Weise, den ursprünglichen Handelsfaden inklusive den magischen Elementen der Sage zu beachten und zu verfolgen.
Seine gesamte Erzählweise und die spritzige Umsetzung mit der sehr gut integrierten Komik führt zu einem Lesefluss, wie man ihn selten bei Büchern erlebt.
Ich kann mir beileibe nicht vorstellen, dass jemand bei diesem Buch vorzeitig das Licht ausmacht.
Jürgen Seibold/11.04.2007

Julia Conrad: Der Aufstand der Drachen

Originalausgabe Juli 2007
c 2007 Piper Verlag GmbH, München
ca. 505 Seiten / € 8,95

COVER:

Als eines Tages die Blutstropfen eines ermordeten Kaisers durch die Felsen von Urchulaks Gefängnis sickern, erwacht der einst wegen Verrats aus dem Himmel verbannte Drache aus seiner Erstarrung. Von Vergeltungsgedanken erfüllt, plant er, seine alten Feinde für ihre Taten büßen zu lassen. Satt gefressen an den Seelen der Menschen, mutiert er schon bald zu einem mächtigen Koloss, der unbesiegbar scheint und alles verschlingt, was sich ihm in den Weg stellt. Doch auch die Hohen des Himmels sind nicht untätig und schicken sieben Auserwählte in den Kampf, darunter die Drachenjungfrau Miranda, um die Welt von der Bestie zu befreien…

REZENSION:

Barbara Büchner, wie Julia Conrad wirklich heißt, hat mit dem 2. Band der Drachentrilogie ein wunderbares Werk geschaffen, was sich wirklich toll liest.

Gleich zu Beginn fiel mir auf, dass ich mit dem 3. Band zuerst angefangen hatte, was aber weiter überhaupt nicht störte, weil man sich in die einzelnen Bände wunderbar neu einlesen kann. Die einzelnen Teile starten jeweils mit neuen Personen, dafür aber mit viel “bekannter” Welt.

Da ich nun also “Das Imperium der Drachen” zuvor gelesen habe, fällt mir erfreulicherweise auf, dass “Der Aufstand der Drachen” spannender geschrieben ist und vorallem die Handlung nicht von Worten erschlagen wird. In diesem 2. Band hat es Frau Conrad nicht nötig, sämtliche Grashalme Chatundras in Form und Farbe zu umschreiben, und man findet so genug Raum, um die eigene Fantasie spielen zu lassen.

Noch bevor man anfängt zu lesen, lohnt es sich, einen Blick auf die tolle Landkarte zu werfen, die die Bücher alle enthalten. Zwar noch klein und nur grob gezeichnet, dennoch lässt sie viel Spielraum für evtl. hoffentlich irgendwann noch folgende Erweiterungen dieser Karte.

Mein Rollenspielerherz schlägt natürlich in den höchsten Tönen, sobald ich so etwas sehe.
So klangvolle Namen wie “Gynnevise”, “Wyvern”, Tochtersohn” tragen den Leser durch das Buch. Leider findet man auch Namen wie “Miranda”, die doch eher an amerikanische Daily Soaps erinnern darin.

Insgesamt wird dem Leser auffallen, dass die Autorin hier noch nicht so extrem viele Handlungspersonen und Namen verwendet, wie sie das im 3. Teil ausleben wird.

Es lohnt sich auf jeden Fall zu lesen, wie die 7 Auserwählten sich durch allerhand brenzlige und spannende Situationen kämpfen, um den auf Rache sinnenden, grauen Drachen Urchulak und seine Anhänger  davon abzuhalten, die Welt zu vernichten und zu knechten.

Dieser 2. Band ist sehr spannend und fantasievoll geschrieben und besonders zu empfehlen, wenn man Drachen mag. Hier verdient das Buch wirklich den Namen “Der Aufstand der DRACHEN”.

Wenngleich mir die Autorin doch insgesamt lieber als Barbara Büchner durch ihre historischen Werke (zb.: “Die Frau des Ketzers”, “Der Pestarzt”) oder ihre spannenden Romane (zb.: “Das Hotel Agarthi”) in ihren Bann zieht.
Ina Orlamünder

Julia Conrad: Die Drachen

c Piper Verlag GmbH, München 2005

COVER:

Einst bändigten die Drachen die Urkräfte des Kosmos und lebten in ihrem blühenden Reich Chatundra einträchtig mit der Natur und ihren Geschöpfen. Während die stolzen Himmelsflügler auf Erden die Menschen schützten und sie mit der Kraft und Schönheit ihres Geistes inspirierten, wachte am Himmel das Dreigestirn der Drachengöttinnen über seine Schöpfung. Dann aber erhob sich Phuram der Gleißende, überwältigte das Dreigestirn und eroberte in einem Sonnensturm dessen Platz am Firmament.
So beginnt die Herrschaft des Sonnengottes, der fortan alles vernichtet, was nicht vor ihm im Staube kriecht. Wiesen und Wälder verbrennen, und die Menschen beugen sich der Allmacht eines gierigen Gottes. Viele Sonnenumläufe später zeichnet sich am Himmel eine schicksalhafte Konstellation ab: Das hell funkelnde Drachenauge und der schweflige Leichenstern stehen auf gleicher Höhe. Zur selben Zeit machen sich neun Auserwählte auf den Weg in die tote Stadt Luinflas, wo die Schöpferdrachin, von Phurams Schwert in drei Teile zerhauen, in den Tiefen des Berges Erebos ruht. Denn die Prophezeiung besagt, dass allein die Menschen die Kraft haben, Phurams Tat zu rächen und die Welt vor dem letzten, furchtbaren Krieg zu retten…

Julia Conrad, geboren 1950 in Wien, war Ghostwriterin, bevor sie unter eigenem Namen preisgekrönte Jugendbücher, Krimis und Fantasy-Romane schrieb. Sie tritt gern bis zur Anonymität hinter ihrem Werk zurück und hält ihre Bücher für wichtiger als ihre Person. Sie liebt starke Hunde, schöne Katzen und zahme Ratten. Die menschenscheue Einzelgängerin lebt im Herzen von Wien.

REZENSION:

Eine Welt voller Drachen die einträchtig mit den Menschen zusammen leben. Eine Welt voller Mystik und Magie. Eine Welt, deren Eintracht durch Phuram, den Sonnengott, zerstört wird. Ein Gott, der jeden vernichtet der sich gegen ihn stellt.
Übrig bleibt lediglich eine Prophezeiung, welche von auserwählten Menschen spricht, deren Aufgabe es sein wird Phuram zu bekämpfen und die drei Drachengöttinnen zurück an das Firmament zu holen…
Julia Conrad (=Barbara Büchner?) erschuf mit ihrem 509 Seiten umfassenden Werk “Die Drachen” einen exquisiten Fantasyroman in der diese weit verbreiteten Fabelwesen zur Hauptrolle werden.
Während des Prologs füllt sich des Lesers Gehirn ein wenig mit ausufernder Verwirrung, da Julia Conrad sehr tief in die Mythenkiste greift und den Leser zuerst in diese religiösen Tiefen zu leiten versucht.
Nach dem man jedoch während des Lesens die teilnehmenden Fabelwesen und Personen sowie deren Religion in sich aufnimmt, eröffnet sich ein phantasievoller, interessanter und umfangreich aufgebauter Plot der den Leser immer mehr in seinen Sog eintrudeln lässt.
Julia Conrad erreicht hierbei eine erzählerische Dichte, wie sie bisher eigentlich nur den Größen des Genres vorbehalten war.
Somit ein sehr zu empfehlendes Werk einer Autorin, die man nicht aus dem Auge verlieren sollte.
Jürgen Seibold/24.06.05

Julia Conrad: Das Imperium der Drachen

Originalausgabe Juni 2008
c 2008 Piper Verlag GmbH, München
ca. 506 Seiten / € 9,95

COVER:

Unheil braut sich über dem Imperium der Drachen zusammen. Angestiftet von einem Abtrünnigen, dem Leichenstern Gurundir, vereinen sich die bösen Mächte auf Chatundra zum Kampf gegen den doppelten Thron. Kaiserin Karenna und die Großdrachin Kylaila wählen den letzten Ausweg: Drei Menschen müssen zu einer waghalsigen Mission aufbrechen, um den Untergang abzuwenden. Doch die Zeit drängt, denn bald erreicht Gurundir den Zenit des Himmels und damit schier unbesiegbare Macht …

REZENSION:

Frau Conrad hat zweifelsohne eine Fantasie, die ihresgleichen sucht. Dies fällt dem Leser schon auf der ersten Buchseite auf, denn die Namen, die Handlungsorte und auch die Umschreibung derer, sind vollkommen anders, was sie von den typischen “Herr der Ringe”- Nachmachern gewaltig unterscheidet. Jedoch die Erwähnung Mittelerdes auf dem Buchrücken ist für mich nicht schlüssig, da es zwar Drachen gab, aber Chatundra doch eine vollkommen andere Welt ist.

Zur Handlung ist nur soviel zu sagen, als dass sich 3 Auserwählte (Menschen mit Helfer- Tieren und Ausrüstung) durch so allerhand unspannend gemachte Quests kämpfen müssen, durch die sie mithilfe der Gunst von mächtigen Unterstützern natürlich mehr oder weniger leicht getragen werden. Die beiden ersten Auserwählten können sofort gefunden werden, aber der Dritte braucht etwas mehr Aufwand. Als auch der 3. gefunden wurde, fängt die Autorin an, ein unterschwelliges Dreierverhältnis mit einzubasteln, was aber nie so ganz zum Vorschein kommt und nachweisbar wird. Zugegeben, teilweise kommen mir die Handlungen ein wenig als “Seitenfüller” vor, aber das liegt im Ermessen jedes Einzelnen.

Leider wird es vielen “Fantasy- Neulingen” schwer fallen befürchte ich, da die Vielzahl der Worte, die Dinge umschreibt fast übermächtig ist. Julia Conrad benötigt zuviele Worte um die Situation, die Umgebung und auch die Personen zu umschreiben, sodass es mir persönlich die Stimmung genommen hat. Nein, nicht nur die Stimmung, vielmehr auch die Spannung, welche ich leider im gesamten Werk nicht wiedergefunden habe.

Alles war selbst für den unerfahrenen Leser (man kann problemlos ohne Kenntnisse der anderen Teile einsteigen) sehr vorhersehbar und leider, wirklich LEIDER treten die Drachen irgendwann so merklich in den Hintergrund der Handlung, dass das Buch den Namen “Das Imperium der DRACHEN” irgendwie fast nicht mehr verdient. Zum Beispiel werden die Drachen irgendwann zu Drachendienern, die alles mögliche an Essen (und es wurde alles einzeln aufgezählt, siehe S. 117) auf Silberplatten servieren.

Wenn man die sprachliche Genialität der Autorin ausser Acht lässt, ist es ein wirklich “flaches” Buch mit einer Handlung, die interessant hätte sein können, wenn man sie nicht nahezu vollkommen in “Worten” erstickt hätte. Aber der doch eher epische Schreibstil macht Vieles kaputt und nimmt dem Leser jegliche Möglichkeit die eigene Fantasie während des Lesens mitspielen zu lassen.

Müsste ich Sternchen verteilen würde ich 2 von 5 geben, max. noch einen dazu für die wunderbare Art ihrer Umschreibungen, die allein mich dazu bewogen haben, das Buch nicht gleich wieder zu zuklappen, sondern mich weiter durch zustöbern, trotz schwindender Spannung und Konzentration.

Allerdings ist der Leser, der sich für magische, geheimnisvolle und fantasievolle Welten und wesen interessiert sehr gut beraten mit diesem Werk.

Ich würde mir Julia Conrad als Autorin eines Lexikons für Fantasywesen und Fantasywelten wünschen, denn das kann sie perfekt!
Ina Orlamünder

Maxime Chattam: Alterra – Die Gemeinschaft der Drei

Originaltitel: Autre Monde, L’Alliance des Trios
Aus dem Französischen von Maximilian Stadler und Nadine Püschel
c 2008 by Editions Albin Michel
c 2009 der deutschsprachigen Ausgabe by PAN Verlag.
ca. 390 Seiten / € 16,95

COVER:

Niemand sah ihn kommen, plötzlich war er über der Stadt: ein unheimlicher, eisig kalter Sturm. Als der 14-jährige Matt die blauen Blitze bemerkt, will er seine Eltern warnen – doch zu spät: Matt wird von einem Blitz getroffen und verliert das Bewusstsein. Als er wieder aufwacht, ist er allein. Seine Eltern sind verschwunden, ebenso die Nachbarn und die Menschen auf den Straßen … Was ist geschehen?
Zusammen mit seinem Freund Tobias macht sich Matt auf die Suche nach weiteren Überlebenden. New York wirkt menschenleer – doch sie sind keineswegs ganz allein: Seltsame Wesen mit gleißenden Augen jagen sie, und ihnen bleibt nur die Flucht aus der Stadt.
Die Welt, die Matt und Tobias nun betreten, ist gefährlich und wild geworden. Zuflucht finden sie schließlich auf einer abgelegenen Insel im Westen, bei einer Gruppe von Kindern, die sich “Die Pans” nennen. Und Ambre, ein ebenso schönes wie kluges Mädchen, wird den Jungen schnell zu einer unverzichtbaren Freundin.
Als “Die Gemeinschaft der Drei” wollen sie sich den Gefahren der neuen Welt stellen und die Pan-Gemeinschaft vor dem Untergang retten. Denn vom Norden aus nähert sich ein bedrohlicher Schatten, und die einzigen Erwachsenen, auf die die Kinder noch stoßen, sind zu Kinderjägern geworden …

REZENSION:

Maxime Chattam eröffnet mit „Alterra“ den neu gegründeten PAN-Verlag, der sich unter der Hoheit von Knaur wohl in erster Linie um die fantastischen Seiten der Literatur kümmern wird. Hierbei liegt der Fokus auf die jugendliche Klientel – dies jedoch in einer Wertigkeit, die sicherlich auch jeden erwachsenen Freund der fantastischen Leseecke uneingeschränkt überzeugen kann.
Chattam lässt in seinem Buch fast die ganze Welt draufgehen – durch einen Sturm mit dazugehörigen, zielgerichteten Blitzen werden fast alle Erwachsenen von der Erdoberfläche getilgt. Lediglich Kinder und Jugendliche bleiben von diesem ersten Schub verschont. Diese müssen sich nun den folgenden Gefahren stellen und nebenbei zeigen, dass sie für die weitere Zukunft unseres Planeten verantwortlich sind.
Das Buch strotzt förmlich vor Ideenreichtum und lässt sich durch die sehr eingängige und unterhaltsame Sprache wunderbar lesen. Die Kapitel sind – wie oft bei Jugendbüchern sehr häufig – relativ kurz gehalten, was unwahrscheinlich dazu verleitet, in jeder freien Minute erneut zu dem genialen Buch zu greifen. Die Geschichte ist durchsetzt mit fantastischen Elementen und kann uneingeschränkt überzeugen. Das unvermeidliche Ende des Buches klingt ein wenig nach einer möglichen Fortsetzung – und ehrlich gesagt: Ich hoffe darauf…
Anfangs macht der Autor darauf aufmerksam, dass es sich um ein Zauberbuch handelt, welches nur von Personen, die ihre Fantasie nicht verloren haben zu genießen ist – daran möchte ich mich anschließen und somit ist „Alterra“ ein vermeintliches Jugendbuch, das ohne jegliche Einschnitte ebenso für den fantasievollen Erwachsen zu empfehlen ist. Alle anderen Lebewesen, die ihre kindliche Fantasie verloren haben, sind in vielen Fällen eher zu bemitleiden und können solche interessanten Werke unter Umständen nicht vollumfänglich genießen.
Jürgen Seibold/18.01.10

Terry Brooks: Der Erbe von Shannara (Shannara Zyklus Band 3)

Originaltitel: The Sword of Shannara 3
1977, Random House, Inc.
Wilhelm Goldmann Verlag, München 1978 / 1992

COVER:
SHANNARA die Fantasy-Saga voll mystischer Wunder und heroischer Abenteuer.
Der Dämonen-Lord ruht nicht. Er weiß, daß das Schwert von Shannara in der Hand eines seiner Untertanen ist und die Südländer keine Möglichkeit haben, sich zu verteidigen. Also schickt er seine riesigen Armeen gen Süden, zuerst nach Kern, dann nach Tyrsis. Dort hält sich Prinz Palance auf, der von einem verräterischen Magier beeinflusst wird und deshalb unwissentlich dem Dämonen-Lord dient. Erst als die Getreuen Allanons den rechtmäßigen Thronerben Balinor auf den Thron setzen, beginnen die Südländer sich zu verteidigen.
Zur gleichen Zeit muß sich Shea, der ERBE VON SHANNARA der größten Gefahr von allen gegenüberstellen – dem Dämonen-Lord selbst …
SHANNARA – die internationalen Bestseller:
“… weit über der gewohnten Fantasy”
(New York Times Book Review)
“viele Nächte spannender Lektüre…”
(Chicago Daily News)

REZENSION:

Das dritte Buch des ersten, dreibändigen, Zyklus über das Schwert von Shannara bewegt sich mit einer riesigen Schlacht in der Gut gegen Böse kämpfen dem Ende der Geschichte zu. Wieder einmal baut Brooks die spannende Handlung weiter und schafft trotz einer gewissen Vorhersagbarkeit die Handlungsstränge sehr stimmig zu verknüpfen und mit einigen Wendungen zu überraschen. Gleichzeitig bietet dieses Buch, wie auch seine beiden Vorgänger, eine gewisse ironische Note, die beim Leser manchmal ein Schmunzeln hervorruft aber trotzdem nicht aufgesetzt zu sein scheint. An dem Problem, das man die Shannara-Reihe nicht aus der Hand legen kann, hat sich mit diesem Band nichts geändert.
Jürgen Seibold/16.11.03

Terry Brooks: Der Sohn von Shannara (Shannara Zyklus Band 2)

Originaltitel: The Sword of Shannara 2
1977, Random House, Inc.
Wilhelm Goldmann Verlag, München 1978 / 1993

COVER:
SHANNARA
die Fantasy-Saga voll mystischer Wunder und heroischer Abenteuer.
Der junge Shea, dem es obliegt, das Schwert von Shannara an sich zu nehmen und damit seine Heimat zu retten, ist zusammen mit seinen Gefährten auf dem Weg zur Druidenburg Paranor, als er von seinen Mitreisenden getrennt wird. Die übrigen setzen, trotz schwerer Bedenken, die Reise fort, können aber das Schwert in der Burg nicht finden.
Denn es obliegt dem SOHN VON SHANNARA zusammen mit seinen neuen Gefährten Panamon und Keltset das Schwert zu entdecken und seinem Träger nachzueilen – denn jener hat den Auftrag, es zur Burg des Dämonen-Lords zu bringen…
SHANNARA
die internationalen Fantasy-Bestseller
“…weit über der gewohnten Fantasy”
(New York Times Book Review)
“viele Nächte spannender Lektüre…”
(Chicago Daily News)

REZENSION:

Das zweite Buch des ersten, dreibändigen, Zyklus über das Schwert von Shannara strotzt vor einer extrem spannenden Handlung. Man merkt, das Brooks sich mit diesem Band langsam dem Höhepunkt entgegenarbeitet und man hat sichtlich Probleme, das Buch aus der Hand zu legen – solang nicht die letzte Seite gelesen wäre.
Kurz gesagt, kann diese Reihe vorbehaltlos jedem Fantasy-Freak ans Herz gelegt werden – trotz, oder obwohl es teilweise ein wenig mit Klischees vollgestopft zu sein scheint, die der spannenden Geschichte jedoch keinen Abbruch entgegensetzen können.
Jürgen Seibold/16.11.03

Terry Brooks: Das Schwert von Shannara (Shannara Zyklus Band 1)

Originaltitel: The Sword of Shannara 1
1977, Random House, Inc.
Wilhelm Goldmann Verlag, München 1978 / 1993

COVER:

SHANNARA die Fantasy-Saga voll mystischer Wunder und heroischer Abenteuer.
Der junge Shea, letzter Sproß des sagenhaften Königs von Shannara, ist der einzige, der sich gegen die Gefahr aus dem Nordland stellen kann.
Denn der Lord der Zauberer droht in die friedlichen Länder der Menschen, Elfen und Zwerge einzufallen.
Doch um seine Aufgabe erfüllen zu können, braucht Shea das sagenhafte SCHWERT VON SHANNARA, das in der Druidenburg Paranor liegt.
So macht er sich zusammen mit seinem Stiefbruder Flick auf eine lange und äußerst gefährliche Reise…

SHANNARA – die internationalen Bestseller:
“… weit über der gewohnten Fantasy”
(New York Times Book Review)
“viele Nächte spannender Lektüre…”
(Chicago Daily News)

REZENSION:

Der erste Band der Shannara-Reihe von Terry Brooks zeigt von Anfang an, an welchem Vorbild er sich orientiert. Man merkt den großen Bezug zur Fantasy-Bibel “Der Herr der Ringe” auf der Stelle.
Bei Brooks fällt jedoch auf, wie weit oben und unerreichbar Tolkiens Meisterwerk ist.
Der Roman spielt mit allen Fantasy-Klischees, was jedoch nicht die Freude am Buch nimmt. Im Gegenteil: Sowas muss ja auch mal wieder sein.
Aus diesem Grund und durch den leichten, eingängigen, interessanten Schreibstil Brooks’ ist Das Schwert von Shannara trotzdem eine sehr gute Unterhaltung und lässt auf den zweiten Band hoffen…
Jürgen Seibold / 2003

Herbie Brennan: Das Elfenportal

Originaltitel: Faerie Wars
Übersetzung: Frank Böhmert
c 2003 Herbie Brennan
c 2003 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG

COVER:

Seit langer Zeit schon herrscht der Purpurkaiser über das Elfenreich. Doch den Elfen der Nacht ist jedes Mittel recht, seine Macht zu brechen: Sie schließen einen unheilvollen Pakt mit den Dämonen der Finsternis…
Auch Kronprinz Pyrgus Malvae, der Sohn des Purpurkaisers, ist nun in Gefahr. Von den dunklen Mächten verfolgt, muss er rasch und möglichst unauffindbar verschwinden. Seine Flucht soll ihn durch das geheime Elfenportal in die Gegenwelt führen. Doch durch einen Fehler im Portal landet er beim Übertritt auf Schmetterlingsgröße verkleinert im Garten des skurrilen alten Mr Fogarty, wo dessen junger Freund Henry dem Elfenprinz zum ersten Mal das Leben rettet. Hat Pyrgus in Henry einen Verbündeten gefunden?
Können Sie gemeinsam die Mächte des Bösen bekämpfen?

“Ein Spaß sondergleichen: voller Witz und Ironie, facettenreichen Figuren und einer spannenden Handlung. Man kann nur hoffen und wünschen, dass das Elfenportal eine große Leserschaft findet.”
Neues aus Anderwelt

“Einer der besten Fantasy-Schmöker seit langer, langer Zeit.”
Victoria Neumark in “TES”

“Eine verblüffende Mischung aus Fantasy und Abenteuer. Brennan ist ein wahrer Meister.”
Eoin Colfer, Autor von “Artemis Fowl”

Herbie Brennan schrieb seinen ersten Roman mit Mitte zwanzig. Seitdem hat er zahlreiche Bücher für Kinder und Erwachsene veröffentlicht, die in mehr als fünfzig Ländern und in einer Gesamtauflage von über 7,5 Millionen Exemplaren erschienen sind. Neben dem Schreiben entwickelt er Spiele und Computer-Software und arbeitet für das Radio. Er lebt in County Carlow, Irland. “Das Elfenportal” wurde ein großer internationaler Erfolg und erscheint in 20 Sprachen.

“Kurzweilige, gar nicht klischeehafte Fantasy mit unkonventionellen jungen Helden und originellen Bösewichten.”
Young Lisa

“Brennan ist ein großartiger Erzähler, der seinen raffinierten Plot von vorn bis hinten beherrscht und seine Leser mitzureißen versteht. Seine Figuren sind lebendig und absolut überzeugend.”
Lindsey Fraser in “The Guardian”

REZENSION:

Mit diesem Buch hat mich endlich mal wieder ein Buch erreicht, das von der ersten bis zur letzten Seite zu überzeugen weiß.
Herbie Brennan spielt mit vielen bekannten Mythen und verwebt diese zu einer spannenden Geschichte, die sich innerhalb unserer Gegenwart und dem Reich der Lichtelfen abspielt. Sämtliche Charaktere sind glaubhaft gezeichnet und wissen in ihren Handlungen zu überzeugen. Hierbei handelt es sich um Menschen, wie du und ich, sowie um Elfen des Lichts, Nachtelfen und Dämonen. Diese konventionslose und übergreifende Darstellung erlaubt der Geschichte einen fantasievollen Handlungsaufbau, der sich sehr flüssig und mit viel Spaß lesen lässt.
Der Autor schrieb mit “Das Elfenportal” eine spannende, ironisch gewürzte und extrem zu empfehlende Geschichte, die in ihrem Rahmen fast wie ein Märchen klingt und ohne Probleme auch der heutigen Harry-Potter-Klientel zum Lesen gegeben werden kann (Was nicht heißen soll, sie wäre nichts für Erwachsene!!).
“Das Elfenportal” ist endlich mal wieder ein schöner “richtiger” Fantasyroman, bei dem man nur hoffen kann, dass es sich um den Start einer hoffentlich sehr großen Reihe handelt.
Mr Brennan: Bitte schreiben Sie weiter und lassen Sie die beiden Hauptdarsteller Pyrgus und Henry noch mehr erleben!!
Jürgen Seibold/04.02.2004

Herbie Brennan: Der Purpurkaiser

Originaltitel: The Purple Emperor
Übersetzung: Frank Böhmert
c 2004 Herbie Brennan
Deutsche Erstausgabe Mai 2005 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München
359 Seiten

COVER:

Henry hat den Hilferuf vernommen. Doch als er das Portal zum Elfenreich durchquert, ist auf der anderen Seite nichts mehr so, wie es war. Lord Hairstreak hat den ermordeten Purpurkaiser mit den Mitteln der Schwarzen Magie wieder zum Leben erweckt. Er will mit dessen Hilfe das Elfenreich kontrollieren. Doch der Purpurkaiser ist nicht mehr der Vater, den Kronprinz Pyrgus Malvae und seine Schwester Holly Blue geliebt haben. Sein Körper und sein Geist gehorchen nun blind Lord Hairstreak. Und damit die Mitglieder des Kaiserlichen Haushalts nicht Hairstreaks Pläne durchkreuzen, verbannt er Pyrgus und seine Schwester in das ferne, dunkle Haleklind. Beim Kampf um die Rettung des Elfenreiches sind sie auf jede Hilfe angewiesen. Henry setzt alles daran, seine Freunde in dieser unwirtlich gewordenen Welt zu finden. Ein langes, gefahrvolles Abenteuer voller Dramatik, Zauber, Gewalt und Wunder beginnt…

“Wenn du hieraus keine Serie machst, werde ich dich verklagen!” Das verkündete Eoin Colfer, Autor von “Artemis Fowl”, bei Erscheinen von Herbie Brennans internationalem Bestseller “Das Elfenportal”. Colfer kann auf eine Klage verzichten, denn Brennan legt mit “Der Purpurkaiser” nun die rasante Fortsetzung des ersten Bandes vor. Und – so viel sei verraten: Er schreibt weiter!

“Ein fantastisches Buch für eingefleischte Fantasy-Liebhaber auf der Suche nach einem neuen Thrill. Es lebt von Spannung und HUmor, Magie und Fantasie und bedient sich wohltuend der Sprache des 21. Jahrhunderts.”
Books for Keeps (Five Star Review)

Herbie Brennan schrieb seinen ersten Roman mit Mitte zwanzig. Seitdem hat er zahlreiche Bücher für Kinder und Erwachsene veröffentlicht, die in mehr als fünfzig Ländern und in einer Gesamtauflage von über 8 Millionen Exemplaren erschienen sind. Neben dem Schreiben entwickelt er Spiele und Computer-Software und arbeitet für das Radio. Er lebt in County Carlow, Irland. “Das Elfenportal” wurde ein großer internationaler Erfolg und ist in über 20 Sprachen erschienen.

REZENSION:

Nach dem genialen Eröffnungsband “Das Elfenportal” war ich sichtlich erfreut als mir unsere nette Post ein kleines Päckchen mit der Fortsetzung “Der Purpurkaiser” überreichte.
“Der Purpurkaiser” setzt beinahe nahtlos am Ende des ersten Bandes an und spinnt die Geschichte um Henry, Mr. Fogarty, Lord Hairstreak, Kronprinz Pyrgus Malvae und dessen Schwester Holly Blue weiter.
Diesmal geht es um nichts geringeres als die Rettung des Elfenreiches vor den üblen Machenschaften des Lord Hairstreaks und der junge Henry tut alles daran, seinen Freunden im Elfenreich behilflich zu sein.
Herbie Brennan hat erneut eine spannende, ironische, witzig erzählte und sehr modern geschriebene Fantasy-Geschichte vorgelegt, die beinahe in nichts dem ersten Band nachsteht.
Lediglich der Überraschungseffekt und das Kennenlernen des parallel existierenden Elfenreiches fehlt natürlich. Diesen Umstand weiß Herbie Brennan aber sehr geschickt zu nutzen: Er lässt einfach die im ersten Band notwendigen Erklärungen weg und konzentriert sich diesmal auf die Handlung. Dadurch konnte er im selben Seitenumfang viel mehr Geschehnisse einpacken und lässt den Leser in einer erfrischenden und interessanten Art und Weise an den weiteren Entwicklungen im Elfenreich teilhaben.
“Der Purpurkaiser” ist dadurch ein wenig spannender geworden und es scheint daß hier so langsam ein sehr hochkarätiges neues Fantasy-Epos entsteht.
Alles in allem einfach nur (wie “Das Elfenportal”) uneingeschränkt zu empfehlen.
Jürgen Seibold/26.07.05

Herbie Brennan: Der Elfenpakt

Originaltitel: Ruler of the Realm
Übersetzung: Salah Naoura
Deutsche Erstausgabe Oktober 2006
c 2006 Herbie Brennan
c 2006 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München
ca. 377 Seiten / 14,– €

COVER:

Seit Holly Blue Kaiserin des Elfenreiches ist, lastet eine gewaltige Verantwortung auf ihr. Die Elfen der Nacht verhalten sich verdächtig still, und auch von den Dämonen der Finsternis gab es seit langem schon kein Lebenszeichen. Da die neue Kaiserin nichts dem Zufall überlassen will – schon gar nicht das Schicksal ihres Reiches -, sucht sie heimlich den Gewürzmeister auf, ein Orakel…
Gemeinsam mit ihren Generälen berät sie danach über einen Präventivschlag gegen die Nachtelfen. Ihr Onkel, Lord Hairstreak, lässt ihr indessen eine Nachricht zukommen: Die Nachtelfen wollen zum ersten Mal in der Geschichte des Elfenreiches mit den Elfen des Lichts verhandeln. Heimlich beschließt Holly Blue, Hairstreak aufzusuchen – nicht ohne zuvor den Countdown des Reiches auszulösen:
Sollte ihr etwas zustoßen, wird nach Ablauf der Frist von drei Tagen der Krieg gegen die Nächtlinge beginnen – und niemand außer der Kaiserin vermag den Countdown zu stoppen…

Herbie Brennan schrieb seinen ersten Roman mit Mitte zwanzig. Seitdem hat er zahlreiche Bücher für Kinder und Erwachsene veröffentlicht, die in mehr als fünfzig Ländern und in einer Gesamtauflage von über 8 Millionen Exemplaren erschienen sind. Neben dem Schreiben entwickelt er Spiele und COmputer-Software und arbeitet für das Radio. Er lebt in County Carlow, Irland.
“Das Elfenportal” (2003) und “Der Purpurkaiser” (2004) sind große internationale Erfolge und in über 20 Sprachen erschienen. “Der Elfenpakt” ist Herbie Brennans dritter Teil der Abenteuer im Elfenreich.

REZENSION:

Herbie Brennan setzt mit Der Elfenpakt nach seinen beiden Werken Das Elfenportal und Der Purpurkaiser seine spannende und kurzweilige Geschichte um die Elfenreichkaiserin Holly Blue und dem Menschenjungen Henry in gewohnt gekonnter Manier fort.
Im Gegensatz zum ersten Band, der noch von der Überraschung des Aufeinandertreffens zweier unterschiedlicher Welten leben konnte, verlässt Brennan mehr und mehr die Episoden in der uns bekannten „richtigen“ Welt und breitet seine Geschichte verstärkt in der weiterhin sehr interessanten Welt der Elfen aus.
Dadurch verliert sein Roman leider etwas von dem sehr interessanten und kurzweiligen Witz des dabei auftretenden Kulturschocks. Nichts desto trotz führt er anhand von typischen Fantasy-Elementen seine Geschichte um das Elfenreich weiter und verliert dabei in keinster Weise seinen vorhanden Witz sowie die notwendigen Spannungselemente, um Leser bei der Stange zu halten.
Somit ist Der Elfenpakt eine sehr gelungene Fortsetzung einer kurzweiligen Fantasyreihe, der zwar als Roman beinahe auch alleine auftreten könnte – aber trotzdem auf weitere Bände um das sagenumwobene Reich der Elfen hoffen lässt.
Meiner Meinung nach auch eine Reihe, die ebenfalls sehr gut für die etwas jüngere Klientel geeignet ist. (Gibt es noch lesende Jugendliche…??)
Jürgen Seibold / 27.12.2008

Frank Beddor: Das Spiegellabyrinth

Originaltitel: The Looking Glass Wars (Egmont, London 2004)
Übersetzung: Gyldan Stern, Edgar Müller, Dagmar Andrea Sivas
Deutsche Erstausgabe November 2005
c 2005 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 316 Seiten

COVER:

Alyss wächst in einem Land voller Wunder und fantastischer Dinge aus. Doch an ihrem siebten Geburtstag fällt ihre Tante Redd mit einem Heer ins Wunderland ein. Die Königin, Alyss’ Mutter, wird ermordet. Alyss kann mit knapper Not fliehen – sie nutzt eine schmale Öffnung in die Gegenwelt und gelangt ins viktorianische London. Bald muss sie feststellen: Der Weg zurück ist ihr verwehrt. Alyss hat keine Hoffnung mehr, Wunderland noch einmal wiederzusehen. Jahre vergehen, während sie versucht, sich an das Leben in der fremden Welt zu gewöhnen. Mac Rehhut jedoch, der treue Leibwächter ihrer toten Mutter, hat die Suche nach Alyss nicht aufgegeben und spürt sie schließlich auf. Aber auch die Spione der bösen Königin Redd ruhen nicht – sie schickt Mac einen Killer nach, ein grausames Geschöpf, halb Katze, halb Mensch, das stets ein eigenartiges Grinsen im Gesicht trägt. Und der Kampf mit dem Killer ist nicht die letzte Bewährungsprobe für Alyss: In Wunderland muss sie ihren Weg durch das geheimnisvolle Spiegellabyrinth finden, das sich nur für die rechtmäßige Königin auftut und nur von ihr durchschritten werden kann…

“Eine geniale neue Version von >Alice im Wunderland<-kraftvoll, handlungsreich und düster.”
THE TIMES

Frank Beddor, geboren in Minneapolis, ist Filmproduzent in Hollywood. Er wurde als Mitglied des US-Ski-Teams zweimal Freestyle-Weltmeister und hat als Filmschauspieler und Ski-Stuntman gearbeitet. Dies ist sein erstes Buch und der erste Band einer Trilogie.

“Ein höchst originelles und mitreißendes Buch, das Lewis Carrolls Geschichte von Alice in absolut überzeugender Weise auf den Kopf stellt. Ich konnte es nicht aus der Hand legen und kann es kaum erwarten, dass der nächste Band herauskommt.”
BESTSELLER

REZENSION:

Wenn ich früher eine Geschichte nicht leiden konnte, dann war das mit Sicherheit die in meinen Augen überdrehte Geschichte von Alice im Wunderland.
Sicherlich mag das Buch von Lewis Carroll gut sein – doch ich gebe zu: Allein durch das bei mir vorhandene Wissen über den Inhalt war ich nie dazu geneigt, dieses Buch in die Hand zu nehmen.
Glücklicherweise hat sich nun jemand namens Frank Beddor meinem Problem angenommen und der Geschichte von Alice ein gänzlich neues und absolut geniales Gewand verliehen.
Und siehe da: Auf einmal gefällt die Geschichte um Alice – ähm, ALYSS.
Seine Erzählung strotzt vor Ideenreichtum, aberwitzigen Personen und Geschehnissen und führt den Leser durch eine Welt die ihresgleichen sucht.
Nun ist die Geschichte ein echter und mitreißender Fantasythriller der wie im Fluge gelesen werden kann und muss – sowie den Hunger nach mehr Erlebnissen der jungen Alyss schürt.
Nebenbei verkauft uns Frank Beddor auch noch, daß seine Geschichte die wahre Story über Alyss ist und Carroll’s Werk lediglich eine kindische Abwandlung der nicht geglaubten Erzählungen Alyss’ – geschrieben von einem Geistlichen, der Lewis Carroll als Pseudonym verwendete.
Nun hat sich “Alice im Wunderland” in genialster Weise auch mir eröffnet – ich werde aber nun weiterhin nicht das Buch von Carroll lesen, sondern warte hoffnungsvoll auf den nächsten Band von Frank Beddor!
Jürgen Seibold/17.06.2006

Ditte und Giovanni Bandini: Das Zwergenbuch

c 2004: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München
Originalausgabe November 2004

COVER:

Sie sind wachsam, fleißig, in vielerlei Handwerkskünsten bewandert, gerecht, strebsam, mutig und treu – doch leider auch äußerst empfindlich, rachsüchtig und auf Unfug bedacht. Zudem sind sie meist (Verzeihung!) “ziemlich” hässlich, so alt wie der Böhmerwald und recht mäkelig, was das Essen angeht: So mögen sie ihren Brei mit einem Klacks Butter “obendrauf” und nicht etwa “darin”; außerdem hassen sie Kümmel und alles Neumodische.
Diesen und vielen weiteren Eigenheiten der kleinen Wichte spüren Ditte und Giovanni Bandini auf bewährt gründliche wie witzige Weise nach. Darüber hinaus beantworten sie die Frage, ob (und wenn ja inwiefern) Kobolde, Heinzelmännchen und Klabautermänner zu den Zwergen zu rechnen sind – bzw. worin sie sich von diesen unterscheiden – und wieso sie einerseits sämtlich aus unseren Breiten verschwunden zu sein scheinen, andererseits noch immer so viele Vorgärten, Schreibtische und Köpfe bevölkern.

Ditte Bandini, geboren 1956, studierte Religionsgeschichte, Indologie und Ethnologie. Sie arbeitet an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie als freie Schriftstellerin und Übersetzerin.

Giovanni Bandini, geboren 1951, studierte Indologie, Vergleichende Religionswissenschaft und Indische Kunstgeschichte. Er arbeitet seit 1987 als freier Übersetzer.

Bei dtv ist von Ditte und Giovanni Bandini zuletzt erschienen: “Das Buch der Elfen und Feen”.

REZENSION:

Ditte und Giovanni Bandini beleuchten in ihrem Werk „Das Zwergenbuch“ die Geschichte und Entstehung der Mythen, Märchen, Sagen und Legenden der Zwerge aus beinahe wissenschaftlicher Sicht. Aus diesem Grund wechselt das Buch von trockenen Beschreibungen zu interessanten Erkenntnissen und ist gespickt mit vielen Zitaten und Erzählungen aus der Literatur oder der Geschichte.
Sie betrachten ihre Zwerge über einen beinahe unbegreifbaren Horizont: Sie greifen die Edda genauso auf, wie die griechische Mythologie und scheuen auch nicht davor, ihre wissenschaftliche Betrachtung auf die geliebt/gehassten Gartenzwerge auszuweiten.
Somit ist ein Werk für all jene entstanden, die über das „normale“ Lesen von Märchen und Fantasy hinausgehen möchten in die realen Ursprünge der sehr oft vorkommenden Zwergenwesen unserer Geschichte.
Es ist auch sehr erstaunlich, festzustellen, in wie weit sich oft die kulturell unterschiedlichsten Mythen verschiedenster Länder und Sitten immer wieder angleichen, ähnlich sind und eigentlich nur überwiegend an das Gute im Menschen plädieren.
Ebenso ist es erstaunlich, daß sich jemand die Mühe macht, eine sehr gut recherchierte Abhandlung über erfundene (wirklich?) Fantasiegestalten zu schreiben.
Alles in allem: Sehr interessant!!
Jürgen Seibold / 25.03.05

Ditte und Giovanni Bandini: Das Vampirbuch

Originalausgabe November 2008
Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 217 Seiten / € 14,90

COVER:

Der Vampir ist nicht lieb und nett – Töten gilt als sein Metier. Er ist mit der Nacht und deren Wesen im Bunde. Dennoch übt er, seit er vor mehr als hundert Jahren als Dracula die literarische Bühne betrat, eine unglaubliche Faszination auf die Menschen aus. Er nimmt Einfluss auf Aussehen, Kleidung und Lebensstil ganzer Gruppen. Doch was sind eigentlich “Psivamps” und was genau “Vampyre”? Müssen Vampire unbedingt Blut trinken? Sind sie mit den Werwölfen verwandt, den Wiedergängern oder den Zombies? Ditte und Giovanni Bandini gehen diesen Fragen nach, sie schreiben über den ursprünglichen, den literarischen und den modernen Vampir. Zahlreiche Abbildungen, auch in Farbe, vermitteln einen lebhaften Eindruck von der Wandlung des Phänomens “Vampir”

REZENSION:

Das Vampire nicht nett sind war mir schon bekannt. Auch das sie angeblich nur im Dunkeln unterwegs sind.
Aber dieses Buch gibt noch einen weiteren Einblick in die Welt der Vampire… von dem allgemein bekannten Dracula über lesbische Vampire, Werwölfe und Psivamps bis zum Thema Goth behandelt das Buch alle Bereich und gibt zusätzlich noch einen Einblick darüber, welche Rolle die Vampire mittlerweile auch im Internet spielen.

Besonders schön sind die vielen Bilder und Illustrationen.

Inhaltlich ist das Buch leicht zu verstehen. Es ist eine schöne Lektüre für “nebenbei”, geht aber im Laufe des Buches weg von Informationen hin zur Unterhaltung. Leider wird es am Ende etwas abgedreht und kommt meiner Meinung nach weg vom eigentlichen Thema Vampir. Was mir ein bisschen gefehlt hat ist der eigentliche Ursprung der Vampire, woher kommt der Glaube an diese sonderbaren Wesen wirklich…..
Es war trotzdem eine schöne Unterhaltung.
Sandra Wiegard für hysterika.de/18.08.2010