Terry Brooks: Das Schwert von Shannara (Shannara Zyklus Band 1)

Originaltitel: The Sword of Shannara 1
1977, Random House, Inc.
Wilhelm Goldmann Verlag, München 1978 / 1993

COVER:

SHANNARA die Fantasy-Saga voll mystischer Wunder und heroischer Abenteuer.
Der junge Shea, letzter Sproß des sagenhaften Königs von Shannara, ist der einzige, der sich gegen die Gefahr aus dem Nordland stellen kann.
Denn der Lord der Zauberer droht in die friedlichen Länder der Menschen, Elfen und Zwerge einzufallen.
Doch um seine Aufgabe erfüllen zu können, braucht Shea das sagenhafte SCHWERT VON SHANNARA, das in der Druidenburg Paranor liegt.
So macht er sich zusammen mit seinem Stiefbruder Flick auf eine lange und äußerst gefährliche Reise…

SHANNARA – die internationalen Bestseller:
“… weit über der gewohnten Fantasy”
(New York Times Book Review)
“viele Nächte spannender Lektüre…”
(Chicago Daily News)

REZENSION:

Der erste Band der Shannara-Reihe von Terry Brooks zeigt von Anfang an, an welchem Vorbild er sich orientiert. Man merkt den großen Bezug zur Fantasy-Bibel “Der Herr der Ringe” auf der Stelle.
Bei Brooks fällt jedoch auf, wie weit oben und unerreichbar Tolkiens Meisterwerk ist.
Der Roman spielt mit allen Fantasy-Klischees, was jedoch nicht die Freude am Buch nimmt. Im Gegenteil: Sowas muss ja auch mal wieder sein.
Aus diesem Grund und durch den leichten, eingängigen, interessanten Schreibstil Brooks’ ist Das Schwert von Shannara trotzdem eine sehr gute Unterhaltung und lässt auf den zweiten Band hoffen…
Jürgen Seibold / 2003

Herbie Brennan: Das Elfenportal

Originaltitel: Faerie Wars
Übersetzung: Frank Böhmert
c 2003 Herbie Brennan
c 2003 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG

COVER:

Seit langer Zeit schon herrscht der Purpurkaiser über das Elfenreich. Doch den Elfen der Nacht ist jedes Mittel recht, seine Macht zu brechen: Sie schließen einen unheilvollen Pakt mit den Dämonen der Finsternis…
Auch Kronprinz Pyrgus Malvae, der Sohn des Purpurkaisers, ist nun in Gefahr. Von den dunklen Mächten verfolgt, muss er rasch und möglichst unauffindbar verschwinden. Seine Flucht soll ihn durch das geheime Elfenportal in die Gegenwelt führen. Doch durch einen Fehler im Portal landet er beim Übertritt auf Schmetterlingsgröße verkleinert im Garten des skurrilen alten Mr Fogarty, wo dessen junger Freund Henry dem Elfenprinz zum ersten Mal das Leben rettet. Hat Pyrgus in Henry einen Verbündeten gefunden?
Können Sie gemeinsam die Mächte des Bösen bekämpfen?

“Ein Spaß sondergleichen: voller Witz und Ironie, facettenreichen Figuren und einer spannenden Handlung. Man kann nur hoffen und wünschen, dass das Elfenportal eine große Leserschaft findet.”
Neues aus Anderwelt

“Einer der besten Fantasy-Schmöker seit langer, langer Zeit.”
Victoria Neumark in “TES”

“Eine verblüffende Mischung aus Fantasy und Abenteuer. Brennan ist ein wahrer Meister.”
Eoin Colfer, Autor von “Artemis Fowl”

Herbie Brennan schrieb seinen ersten Roman mit Mitte zwanzig. Seitdem hat er zahlreiche Bücher für Kinder und Erwachsene veröffentlicht, die in mehr als fünfzig Ländern und in einer Gesamtauflage von über 7,5 Millionen Exemplaren erschienen sind. Neben dem Schreiben entwickelt er Spiele und Computer-Software und arbeitet für das Radio. Er lebt in County Carlow, Irland. “Das Elfenportal” wurde ein großer internationaler Erfolg und erscheint in 20 Sprachen.

“Kurzweilige, gar nicht klischeehafte Fantasy mit unkonventionellen jungen Helden und originellen Bösewichten.”
Young Lisa

“Brennan ist ein großartiger Erzähler, der seinen raffinierten Plot von vorn bis hinten beherrscht und seine Leser mitzureißen versteht. Seine Figuren sind lebendig und absolut überzeugend.”
Lindsey Fraser in “The Guardian”

REZENSION:

Mit diesem Buch hat mich endlich mal wieder ein Buch erreicht, das von der ersten bis zur letzten Seite zu überzeugen weiß.
Herbie Brennan spielt mit vielen bekannten Mythen und verwebt diese zu einer spannenden Geschichte, die sich innerhalb unserer Gegenwart und dem Reich der Lichtelfen abspielt. Sämtliche Charaktere sind glaubhaft gezeichnet und wissen in ihren Handlungen zu überzeugen. Hierbei handelt es sich um Menschen, wie du und ich, sowie um Elfen des Lichts, Nachtelfen und Dämonen. Diese konventionslose und übergreifende Darstellung erlaubt der Geschichte einen fantasievollen Handlungsaufbau, der sich sehr flüssig und mit viel Spaß lesen lässt.
Der Autor schrieb mit “Das Elfenportal” eine spannende, ironisch gewürzte und extrem zu empfehlende Geschichte, die in ihrem Rahmen fast wie ein Märchen klingt und ohne Probleme auch der heutigen Harry-Potter-Klientel zum Lesen gegeben werden kann (Was nicht heißen soll, sie wäre nichts für Erwachsene!!).
“Das Elfenportal” ist endlich mal wieder ein schöner “richtiger” Fantasyroman, bei dem man nur hoffen kann, dass es sich um den Start einer hoffentlich sehr großen Reihe handelt.
Mr Brennan: Bitte schreiben Sie weiter und lassen Sie die beiden Hauptdarsteller Pyrgus und Henry noch mehr erleben!!
Jürgen Seibold/04.02.2004

Herbie Brennan: Der Purpurkaiser

Originaltitel: The Purple Emperor
Übersetzung: Frank Böhmert
c 2004 Herbie Brennan
Deutsche Erstausgabe Mai 2005 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München
359 Seiten

COVER:

Henry hat den Hilferuf vernommen. Doch als er das Portal zum Elfenreich durchquert, ist auf der anderen Seite nichts mehr so, wie es war. Lord Hairstreak hat den ermordeten Purpurkaiser mit den Mitteln der Schwarzen Magie wieder zum Leben erweckt. Er will mit dessen Hilfe das Elfenreich kontrollieren. Doch der Purpurkaiser ist nicht mehr der Vater, den Kronprinz Pyrgus Malvae und seine Schwester Holly Blue geliebt haben. Sein Körper und sein Geist gehorchen nun blind Lord Hairstreak. Und damit die Mitglieder des Kaiserlichen Haushalts nicht Hairstreaks Pläne durchkreuzen, verbannt er Pyrgus und seine Schwester in das ferne, dunkle Haleklind. Beim Kampf um die Rettung des Elfenreiches sind sie auf jede Hilfe angewiesen. Henry setzt alles daran, seine Freunde in dieser unwirtlich gewordenen Welt zu finden. Ein langes, gefahrvolles Abenteuer voller Dramatik, Zauber, Gewalt und Wunder beginnt…

“Wenn du hieraus keine Serie machst, werde ich dich verklagen!” Das verkündete Eoin Colfer, Autor von “Artemis Fowl”, bei Erscheinen von Herbie Brennans internationalem Bestseller “Das Elfenportal”. Colfer kann auf eine Klage verzichten, denn Brennan legt mit “Der Purpurkaiser” nun die rasante Fortsetzung des ersten Bandes vor. Und – so viel sei verraten: Er schreibt weiter!

“Ein fantastisches Buch für eingefleischte Fantasy-Liebhaber auf der Suche nach einem neuen Thrill. Es lebt von Spannung und HUmor, Magie und Fantasie und bedient sich wohltuend der Sprache des 21. Jahrhunderts.”
Books for Keeps (Five Star Review)

Herbie Brennan schrieb seinen ersten Roman mit Mitte zwanzig. Seitdem hat er zahlreiche Bücher für Kinder und Erwachsene veröffentlicht, die in mehr als fünfzig Ländern und in einer Gesamtauflage von über 8 Millionen Exemplaren erschienen sind. Neben dem Schreiben entwickelt er Spiele und Computer-Software und arbeitet für das Radio. Er lebt in County Carlow, Irland. “Das Elfenportal” wurde ein großer internationaler Erfolg und ist in über 20 Sprachen erschienen.

REZENSION:

Nach dem genialen Eröffnungsband “Das Elfenportal” war ich sichtlich erfreut als mir unsere nette Post ein kleines Päckchen mit der Fortsetzung “Der Purpurkaiser” überreichte.
“Der Purpurkaiser” setzt beinahe nahtlos am Ende des ersten Bandes an und spinnt die Geschichte um Henry, Mr. Fogarty, Lord Hairstreak, Kronprinz Pyrgus Malvae und dessen Schwester Holly Blue weiter.
Diesmal geht es um nichts geringeres als die Rettung des Elfenreiches vor den üblen Machenschaften des Lord Hairstreaks und der junge Henry tut alles daran, seinen Freunden im Elfenreich behilflich zu sein.
Herbie Brennan hat erneut eine spannende, ironische, witzig erzählte und sehr modern geschriebene Fantasy-Geschichte vorgelegt, die beinahe in nichts dem ersten Band nachsteht.
Lediglich der Überraschungseffekt und das Kennenlernen des parallel existierenden Elfenreiches fehlt natürlich. Diesen Umstand weiß Herbie Brennan aber sehr geschickt zu nutzen: Er lässt einfach die im ersten Band notwendigen Erklärungen weg und konzentriert sich diesmal auf die Handlung. Dadurch konnte er im selben Seitenumfang viel mehr Geschehnisse einpacken und lässt den Leser in einer erfrischenden und interessanten Art und Weise an den weiteren Entwicklungen im Elfenreich teilhaben.
“Der Purpurkaiser” ist dadurch ein wenig spannender geworden und es scheint daß hier so langsam ein sehr hochkarätiges neues Fantasy-Epos entsteht.
Alles in allem einfach nur (wie “Das Elfenportal”) uneingeschränkt zu empfehlen.
Jürgen Seibold/26.07.05

Herbie Brennan: Der Elfenpakt

Originaltitel: Ruler of the Realm
Übersetzung: Salah Naoura
Deutsche Erstausgabe Oktober 2006
c 2006 Herbie Brennan
c 2006 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München
ca. 377 Seiten / 14,– €

COVER:

Seit Holly Blue Kaiserin des Elfenreiches ist, lastet eine gewaltige Verantwortung auf ihr. Die Elfen der Nacht verhalten sich verdächtig still, und auch von den Dämonen der Finsternis gab es seit langem schon kein Lebenszeichen. Da die neue Kaiserin nichts dem Zufall überlassen will – schon gar nicht das Schicksal ihres Reiches -, sucht sie heimlich den Gewürzmeister auf, ein Orakel…
Gemeinsam mit ihren Generälen berät sie danach über einen Präventivschlag gegen die Nachtelfen. Ihr Onkel, Lord Hairstreak, lässt ihr indessen eine Nachricht zukommen: Die Nachtelfen wollen zum ersten Mal in der Geschichte des Elfenreiches mit den Elfen des Lichts verhandeln. Heimlich beschließt Holly Blue, Hairstreak aufzusuchen – nicht ohne zuvor den Countdown des Reiches auszulösen:
Sollte ihr etwas zustoßen, wird nach Ablauf der Frist von drei Tagen der Krieg gegen die Nächtlinge beginnen – und niemand außer der Kaiserin vermag den Countdown zu stoppen…

Herbie Brennan schrieb seinen ersten Roman mit Mitte zwanzig. Seitdem hat er zahlreiche Bücher für Kinder und Erwachsene veröffentlicht, die in mehr als fünfzig Ländern und in einer Gesamtauflage von über 8 Millionen Exemplaren erschienen sind. Neben dem Schreiben entwickelt er Spiele und COmputer-Software und arbeitet für das Radio. Er lebt in County Carlow, Irland.
“Das Elfenportal” (2003) und “Der Purpurkaiser” (2004) sind große internationale Erfolge und in über 20 Sprachen erschienen. “Der Elfenpakt” ist Herbie Brennans dritter Teil der Abenteuer im Elfenreich.

REZENSION:

Herbie Brennan setzt mit Der Elfenpakt nach seinen beiden Werken Das Elfenportal und Der Purpurkaiser seine spannende und kurzweilige Geschichte um die Elfenreichkaiserin Holly Blue und dem Menschenjungen Henry in gewohnt gekonnter Manier fort.
Im Gegensatz zum ersten Band, der noch von der Überraschung des Aufeinandertreffens zweier unterschiedlicher Welten leben konnte, verlässt Brennan mehr und mehr die Episoden in der uns bekannten „richtigen“ Welt und breitet seine Geschichte verstärkt in der weiterhin sehr interessanten Welt der Elfen aus.
Dadurch verliert sein Roman leider etwas von dem sehr interessanten und kurzweiligen Witz des dabei auftretenden Kulturschocks. Nichts desto trotz führt er anhand von typischen Fantasy-Elementen seine Geschichte um das Elfenreich weiter und verliert dabei in keinster Weise seinen vorhanden Witz sowie die notwendigen Spannungselemente, um Leser bei der Stange zu halten.
Somit ist Der Elfenpakt eine sehr gelungene Fortsetzung einer kurzweiligen Fantasyreihe, der zwar als Roman beinahe auch alleine auftreten könnte – aber trotzdem auf weitere Bände um das sagenumwobene Reich der Elfen hoffen lässt.
Meiner Meinung nach auch eine Reihe, die ebenfalls sehr gut für die etwas jüngere Klientel geeignet ist. (Gibt es noch lesende Jugendliche…??)
Jürgen Seibold / 27.12.2008

Frank Beddor: Das Spiegellabyrinth

Originaltitel: The Looking Glass Wars (Egmont, London 2004)
Übersetzung: Gyldan Stern, Edgar Müller, Dagmar Andrea Sivas
Deutsche Erstausgabe November 2005
c 2005 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 316 Seiten

COVER:

Alyss wächst in einem Land voller Wunder und fantastischer Dinge aus. Doch an ihrem siebten Geburtstag fällt ihre Tante Redd mit einem Heer ins Wunderland ein. Die Königin, Alyss’ Mutter, wird ermordet. Alyss kann mit knapper Not fliehen – sie nutzt eine schmale Öffnung in die Gegenwelt und gelangt ins viktorianische London. Bald muss sie feststellen: Der Weg zurück ist ihr verwehrt. Alyss hat keine Hoffnung mehr, Wunderland noch einmal wiederzusehen. Jahre vergehen, während sie versucht, sich an das Leben in der fremden Welt zu gewöhnen. Mac Rehhut jedoch, der treue Leibwächter ihrer toten Mutter, hat die Suche nach Alyss nicht aufgegeben und spürt sie schließlich auf. Aber auch die Spione der bösen Königin Redd ruhen nicht – sie schickt Mac einen Killer nach, ein grausames Geschöpf, halb Katze, halb Mensch, das stets ein eigenartiges Grinsen im Gesicht trägt. Und der Kampf mit dem Killer ist nicht die letzte Bewährungsprobe für Alyss: In Wunderland muss sie ihren Weg durch das geheimnisvolle Spiegellabyrinth finden, das sich nur für die rechtmäßige Königin auftut und nur von ihr durchschritten werden kann…

“Eine geniale neue Version von >Alice im Wunderland<-kraftvoll, handlungsreich und düster.”
THE TIMES

Frank Beddor, geboren in Minneapolis, ist Filmproduzent in Hollywood. Er wurde als Mitglied des US-Ski-Teams zweimal Freestyle-Weltmeister und hat als Filmschauspieler und Ski-Stuntman gearbeitet. Dies ist sein erstes Buch und der erste Band einer Trilogie.

“Ein höchst originelles und mitreißendes Buch, das Lewis Carrolls Geschichte von Alice in absolut überzeugender Weise auf den Kopf stellt. Ich konnte es nicht aus der Hand legen und kann es kaum erwarten, dass der nächste Band herauskommt.”
BESTSELLER

REZENSION:

Wenn ich früher eine Geschichte nicht leiden konnte, dann war das mit Sicherheit die in meinen Augen überdrehte Geschichte von Alice im Wunderland.
Sicherlich mag das Buch von Lewis Carroll gut sein – doch ich gebe zu: Allein durch das bei mir vorhandene Wissen über den Inhalt war ich nie dazu geneigt, dieses Buch in die Hand zu nehmen.
Glücklicherweise hat sich nun jemand namens Frank Beddor meinem Problem angenommen und der Geschichte von Alice ein gänzlich neues und absolut geniales Gewand verliehen.
Und siehe da: Auf einmal gefällt die Geschichte um Alice – ähm, ALYSS.
Seine Erzählung strotzt vor Ideenreichtum, aberwitzigen Personen und Geschehnissen und führt den Leser durch eine Welt die ihresgleichen sucht.
Nun ist die Geschichte ein echter und mitreißender Fantasythriller der wie im Fluge gelesen werden kann und muss – sowie den Hunger nach mehr Erlebnissen der jungen Alyss schürt.
Nebenbei verkauft uns Frank Beddor auch noch, daß seine Geschichte die wahre Story über Alyss ist und Carroll’s Werk lediglich eine kindische Abwandlung der nicht geglaubten Erzählungen Alyss’ – geschrieben von einem Geistlichen, der Lewis Carroll als Pseudonym verwendete.
Nun hat sich “Alice im Wunderland” in genialster Weise auch mir eröffnet – ich werde aber nun weiterhin nicht das Buch von Carroll lesen, sondern warte hoffnungsvoll auf den nächsten Band von Frank Beddor!
Jürgen Seibold/17.06.2006

Ditte und Giovanni Bandini: Das Zwergenbuch

c 2004: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München
Originalausgabe November 2004

COVER:

Sie sind wachsam, fleißig, in vielerlei Handwerkskünsten bewandert, gerecht, strebsam, mutig und treu – doch leider auch äußerst empfindlich, rachsüchtig und auf Unfug bedacht. Zudem sind sie meist (Verzeihung!) “ziemlich” hässlich, so alt wie der Böhmerwald und recht mäkelig, was das Essen angeht: So mögen sie ihren Brei mit einem Klacks Butter “obendrauf” und nicht etwa “darin”; außerdem hassen sie Kümmel und alles Neumodische.
Diesen und vielen weiteren Eigenheiten der kleinen Wichte spüren Ditte und Giovanni Bandini auf bewährt gründliche wie witzige Weise nach. Darüber hinaus beantworten sie die Frage, ob (und wenn ja inwiefern) Kobolde, Heinzelmännchen und Klabautermänner zu den Zwergen zu rechnen sind – bzw. worin sie sich von diesen unterscheiden – und wieso sie einerseits sämtlich aus unseren Breiten verschwunden zu sein scheinen, andererseits noch immer so viele Vorgärten, Schreibtische und Köpfe bevölkern.

Ditte Bandini, geboren 1956, studierte Religionsgeschichte, Indologie und Ethnologie. Sie arbeitet an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie als freie Schriftstellerin und Übersetzerin.

Giovanni Bandini, geboren 1951, studierte Indologie, Vergleichende Religionswissenschaft und Indische Kunstgeschichte. Er arbeitet seit 1987 als freier Übersetzer.

Bei dtv ist von Ditte und Giovanni Bandini zuletzt erschienen: “Das Buch der Elfen und Feen”.

REZENSION:

Ditte und Giovanni Bandini beleuchten in ihrem Werk „Das Zwergenbuch“ die Geschichte und Entstehung der Mythen, Märchen, Sagen und Legenden der Zwerge aus beinahe wissenschaftlicher Sicht. Aus diesem Grund wechselt das Buch von trockenen Beschreibungen zu interessanten Erkenntnissen und ist gespickt mit vielen Zitaten und Erzählungen aus der Literatur oder der Geschichte.
Sie betrachten ihre Zwerge über einen beinahe unbegreifbaren Horizont: Sie greifen die Edda genauso auf, wie die griechische Mythologie und scheuen auch nicht davor, ihre wissenschaftliche Betrachtung auf die geliebt/gehassten Gartenzwerge auszuweiten.
Somit ist ein Werk für all jene entstanden, die über das „normale“ Lesen von Märchen und Fantasy hinausgehen möchten in die realen Ursprünge der sehr oft vorkommenden Zwergenwesen unserer Geschichte.
Es ist auch sehr erstaunlich, festzustellen, in wie weit sich oft die kulturell unterschiedlichsten Mythen verschiedenster Länder und Sitten immer wieder angleichen, ähnlich sind und eigentlich nur überwiegend an das Gute im Menschen plädieren.
Ebenso ist es erstaunlich, daß sich jemand die Mühe macht, eine sehr gut recherchierte Abhandlung über erfundene (wirklich?) Fantasiegestalten zu schreiben.
Alles in allem: Sehr interessant!!
Jürgen Seibold / 25.03.05

Ditte und Giovanni Bandini: Das Vampirbuch

Originalausgabe November 2008
Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 217 Seiten / € 14,90

COVER:

Der Vampir ist nicht lieb und nett – Töten gilt als sein Metier. Er ist mit der Nacht und deren Wesen im Bunde. Dennoch übt er, seit er vor mehr als hundert Jahren als Dracula die literarische Bühne betrat, eine unglaubliche Faszination auf die Menschen aus. Er nimmt Einfluss auf Aussehen, Kleidung und Lebensstil ganzer Gruppen. Doch was sind eigentlich “Psivamps” und was genau “Vampyre”? Müssen Vampire unbedingt Blut trinken? Sind sie mit den Werwölfen verwandt, den Wiedergängern oder den Zombies? Ditte und Giovanni Bandini gehen diesen Fragen nach, sie schreiben über den ursprünglichen, den literarischen und den modernen Vampir. Zahlreiche Abbildungen, auch in Farbe, vermitteln einen lebhaften Eindruck von der Wandlung des Phänomens “Vampir”

REZENSION:

Das Vampire nicht nett sind war mir schon bekannt. Auch das sie angeblich nur im Dunkeln unterwegs sind.
Aber dieses Buch gibt noch einen weiteren Einblick in die Welt der Vampire… von dem allgemein bekannten Dracula über lesbische Vampire, Werwölfe und Psivamps bis zum Thema Goth behandelt das Buch alle Bereich und gibt zusätzlich noch einen Einblick darüber, welche Rolle die Vampire mittlerweile auch im Internet spielen.

Besonders schön sind die vielen Bilder und Illustrationen.

Inhaltlich ist das Buch leicht zu verstehen. Es ist eine schöne Lektüre für “nebenbei”, geht aber im Laufe des Buches weg von Informationen hin zur Unterhaltung. Leider wird es am Ende etwas abgedreht und kommt meiner Meinung nach weg vom eigentlichen Thema Vampir. Was mir ein bisschen gefehlt hat ist der eigentliche Ursprung der Vampire, woher kommt der Glaube an diese sonderbaren Wesen wirklich…..
Es war trotzdem eine schöne Unterhaltung.
Sandra Wiegard für hysterika.de/18.08.2010

Cherith Baldry: Der venezianische Ring

Originaltitel: The Reliquary Ring
Übersetzung: Irene Bonhorst
Deutsche Erstausgabe Juni 2005
c der deutschsprachigen Ausgabe: 2005 Piper Verlag GmbH, München

COVER:

In einer namenlosen Stadt der Zukunft, einem apokalyptischen Abbild Venedigs: Der Wasserspiegel ist gestiegen, und die Gebäude verfallen zusehends. Religiöse Fanatiker, Grafen und Herzöge feiern rauschende Feste und schmieden dunkle Intrigen. Sie beherrschen die Genics, genetisch manipulierte Menschen, deren Schöpfer längst vergessen sind. Da taucht der geheimnisvolle Graf Dracone auf, der auf der Suche nach einer alten Reliquie ist – einem Ring, der angeblich ein Haar des “Christos” enthält. Umgeben von einer Schar Genics, einem skrupellosen Wissenschaftler und intriganten Adligen ersinnt Dracone einen aberwitzigen Plan: Aus dem Haar will er einen Klon Christos’ erzeugen, ihn kontrollieren und dadurch absolute Macht erlangen. Doch im Meer vor den Toren der Stadt leben die letzten freien Genics, und auf ihnen ruht alle Hoffnung…
Ein phantastischer okkulter Thriller in der Tradition Dan Browns.

Cherith Baldry, geboren in Lancaster, England, studierte an der Universität von Manchester und arbeitete als Lehrerin, bevor sie sich der Schriftstellerei widmete. Nach zahlreichen Büchern für Jugendliche ist “Der venezianische Ring” ihr erster düster-phantastischer Roman. Cherith Baldry lebt verwitwet mit ihren zwei Söhnen in Surrey.

REZENSION:

Cherith Baldry’s erster Roman “Der venezianische Ring” ist eine Mischung aus Science-Fiction, Mystery und Fantasy.
Die Handlung findet in einer namenlosen Stadt der Zukunft dar, die sich wie ein apokalyptisches Abbild Venedigs darstellt. Dies ist aber leider auch schon das erste Manko dieses Romans: Cherith Baldry verzichtet unglücklicherweise auf nähere, detailliertere Beschreibungen dieser doch ziemlich interessant wirkenden Stadt.
Davon abgesehen erschuf sie jedoch einen sehr spannenden, dichten Plot der den Leser größtenteils zu überzeugen weiß und das Leseinteresse wach hält.
Sie spielt mit sehr vielen unterschiedlichen Elementen aus den diversen oben genannten Genrebereichen: Man findet genmanipulierte Menschen, die Genics, aus der SF-Tradition genauso vor, wie Fantasyelemente durch die herrschenden, skrupellosen Fanatiker, Grafen und Herzoge, als auch das bereits mehrfach verwendete Mysteryelement – dem Klonen des “Christos” aus einem Haar in einer alten Reliquie. Dieses Mysteryelement entwickelt sich aber positiverweise  immer mehr zu einem Nebenschauplatz. Dies hilft dem weiteren Handlungsverlauf sehr, da Cherith Baldry ihren Fokus eher auf rassistische und somit verwerfliche Elemente – der Beziehung Mensch/Genic – setzte und uns damit einen Spiegel vorhält und zum Nachdenken bringt.
Der letztendlich ein wenig negative Punkt in ihrer Geschichte ist die zu einfache charakterliche Zeichnung aller beteiligten Individuen. Man weiß dadurch leider von Anfang an, wen man in die “Gute”- und wen in die “Böse”-Kategorie einzuordnen hat.
Davon abgesehen liegt mit “Der venezianische Ring” ein unterhaltsamer, genreübergreifender und spannender Roman vor, der den Leser bei der Stange hält und – wie es sich für ein gutes Buch gehört – für ein paar schöne, zeitvertreibende Stunden sorgt.
Jürgen Seibold/30.08.05

Anthologie: Nocturno 5 – Magazin für Phantastik

Herausgeber: Markus Kastenholz, Timo Kümmel
ca. 204 Seiten
www.nocturno-mag.de.vu

INHALT:

Charlotte Engmann: UM KOPF UND KRAGEN
Stefan T. Pinternagel: KLEX
Eddie M. Angerhuber: MADAME MOSCA
Andrea Tillmanns: DAS BILD ÜBER DER TREPPE
Markus Kastenholz: MARLEEN!
Micha Wischniewski: ABSCHIEDSSCHMERZ
Antje Ippensen: DAS INNERE ODER: DIE NULLTE STUNDE
Thomas Wagner: DIE FARBEN DER TIEFE
Cassandra Schwartz: SCHNELLER!
Ramona Schroller: DIE (ALP-) TRAUMWOHNUNG
Michael Tillmann: INNSMOUTH IN METROPOLIS
Sieglinde Breitschwerdt: BLUTIGER HAUCH
Andreas Gruber: IN GEDENKEN AN MEINEN BRUDER
Linda Budinger: NEBELTANZ

+ Illustrationen von Michael Marrak, Nicole Erxleben, Manfred Lafrentz, Timo Kümmel, Detlef Krämer, Thorsten Grewe, sowie Klaus & Wolfgang Schwandt

ausserdem Rezensionen von Ramona Schroller, Thomas Hofmann, Malte S. Sembten, Markus Kastenholz und Constanze von Kolck

REZENSION:

Das Wort Schwarzmalerei ist immer mit etwas negativem assoziiert. Dabei finde ich, dass die schönsten Fotografien in schwarz-weiß gemacht werden und die schönsten Zeichnungen mit Bleistift gefertigt sind, wodurch sich doch auch wiederum eine Art „Schwarzmalerei“ entwickelt.
Leider ist jedoch nicht alles so wie es scheint und nicht jedes Wort ist wortwörtlich zu nehmen.
In diesem Fall aber schon:
Dem Nocturno 5.
Von einem Magazin entwickelte es sich zu einem Buch der besonderen Art; einem, in dem Gothic Novels – Horror- und Schauergeschichten Platz finden.
Bei der Zusammenstellung des nun fünften Bands legten die Herausgeber Markus Kastenholz und Timo Kümmel wieder einmal Wert auf ein hohes Niveau, welches sie durch die vorherigen Ausgaben schon erzielten und wieder mit dieser erreichten.
Nicht nur die Vielzahl, auch die Vielfalt der Beiträge dieses Buches sei erwähnt. Es befinden sich zig Splitter des Spiegels dieses Genres in der Anthologie – gruseliges, grausames, aber auch Science Fiction und Fantasy sind vertretene Sparten.
Nocturno 5 kann also getrost ein Bilderbuchbeispiel genannt werden.
Denn Apropos Bilder: In diesem Werk befinden sich zu den Geschichten auch Zeichnungen und Illustrationen, denen der Leser ein besonderes Augenmerk leihen sollte. Sie beziehen sich auf die Storys. Und was die eigene Fantasie einen vielleicht sich nicht vorstellen lässt, wird durch sie vermittelt.
Entnehmen wir dem Wort „Schwarzmalerei“ also den negativen Effekt und lassen es für sich stehen – dann ist es das Wort, dass zu dieser Anthologie passt.
Nocturno 5 ist schwarz im Sinne von tief und dunkel. Eben ein Werk für die Nacht und jene, die sich von ihr angezogen fühlen.
Erschienen ist das Buch im VirPriV Verlag unter der ISSN 1617-8475 für € 9,80.
Die 1. Auflage ist begrenzt auf 200 Exemplare. Wer also noch eins ergattern möchte, sollte sich ranhalten…
Miriam Stephanie Reese
(Juli 2010)

Anthologie: Nocturno 6 – Magazin für dunkle Phantastik

Herausgeber: Markus Kastenholz / Timo Kümmel
ca. 310 Seiten / €11,95
www.nocturno-mag.de.vu

COVER:

Inhalt:

Malte S. Sembten: MASKENHANDLUNGEN
Linda Budinger: VERLOREN!
Astrid Pfister: DER RING ZUM GLÜCK
Markus Kastenholz: FENRIR
Sebastian Mander: DIE BILDER DER IRREN
Michael Tillmann: TEENAGE WITCHES KÖNNEN GRAUSAM SEIN
Eddie M. Angerhuber: RINALDINIS HÄNDE
Bernhard Brunner: DAS MÄDCHEN MIT DEN SPINNEN
Stefan T. Pinternagel: RUCKLDIGU
Andreas Gruber: RISTORANTE MYSTICO
Markus K. Korb: DER DIE MÜNZEN UNTER DEN ZUNGEN DER TOTEN STIEHLT
Thomas Wawerka: IM FALSCHEN FILM
Horst Hoffmann: MR. COCHRANS WUNDERBARE WELT
Charlotte Engmann: DIE HÜTTE IM WALD
Alfred Bekker: DIE BYZANTINISCHE PEST
Andrea Tillmanns: DIE RUNE NACHT
‘C.J. Walkin: IT CAN HAPPEN TO YOU
Boris Koch: EIN GANZ NORMALER TAG
Markus Saxer: SYMPHONIE DES TODES
Thomas Wagner: NOCTURNALIEN

+ Illustrationen / Graphiken und Rezensionen

REZENSION:

Romane können den Status eines guten Freundes entwickeln. Man lebt und erlebt die Geschichte eines Protagonisten für einige Zeit mit, teilt oder flüchtet sich in das Schicksal des jeweiligen Helden.
Kurzgeschichten hingegen sind bloß Bruchteile – Bruchteile einer Story, Bruchteile eines Lebens. Und letztlich benötigt man nur Bruchstücke an Zeit sie zu lesen.
Sind sie deshalb nur Bekannte? Kennengelernte Fragmente eines von einem Autor zu Papier gebrachten Stücks? Eines Autors, den man eventuell noch gar nicht oder nur vom Namen her kennt?
Nein!
Definitiv sind Kurzgeschichten mehr als bloß zeitfüllende Unterhaltung für Leser, denen genau das fehlt – Zeit.
Kurzgeschichten sind Vielfalt – und eine solche bietet die Anthologie Nocturno 6.
Das einstige Magazin, dass sich schon in seiner ersten Form als Geheimtipp entpuppte, hat sich nun in ein Buch verwandelt, um den Schreibern und Lesern ein größeres Forum an Literatur zu bieten.
Ich selbst bin nicht bloß angetan, sondern regelrecht begeistert, inzwischen kein Heft mehr, sondern eine als Taschenbuch gebundene Anthologie in den Händen zu halten.
Und der Inhalt? Ein wahrer Rausch an Geschichten der Genres Horror, Gothic Novel, Science Fiction und Fantasy.
So unterschiedlich sie sind, so haben sie doch alle eins gemeinsam – den Funken zum Dunklen, der überspringt.
20 weniger oder besser bekannte Autoren reichen sich in Nocturno 6 die Klinke in die Hand. Und jeder von ihnen erreicht dabei das Maß gut zu sein.
Ich möchte hier keine einzelnen Geschichten benennen oder hervorheben, denn Geschmack liegt im Gefallen des Betrachters. Doch ich kann jedem nur raten mal einen Blick in diese von Markus Kastenholz und Timo Kümmel herausgebrachte Anthologie zu werfen…
Das Augenmerk wird sich dann nicht nur auf das geschriebene Wort legen, sondern auch garantiert auf den wundervollen Zeichnungen und Illustrationen, passend zur jeweiligen Erzählung, haften…
Erschienen ist Nocturno 6 im VirPriV Verlag mit der ISSN 1617-8475.
Das 312 Seiten umfangreiche Buch kostet € 11,95.
Ich wünsche dem Leser viele Schauer, die ihm über den Rücken laufen…

Miriam Stephanie Reese (2009)

Anthologie: Phantastischer Oberrhein

Erzählungen, herausgegeben von Jörg Weigand
c der einzelnen Beiträge bei den Autoren
Herstellung: Schillinger Verlag GmbH, Freiburg
168 Seiten / € 18,80

COVER:

15 phantastische Geschichten von 11 Autoren zeigen das Oberrheingebiet zwischen Basel und Straßburg in einer ganz ungewöhnlichen Sicht. Es werden dabei so gut wie alle Genres der phantastischen Literatur bedient: Märchenhaft-Wunderbares, klassische Fantasy, Science Fiction, sogar Historisches – die Autorinnen und Autoren, alle wohnen in der Region, hatten freie Wahl, in welchem Teilgebiet sie ihre Erzählung ansiedeln wollten.
Das Buch will mitnehmen in eine Region, die geradezu prädestiniert ist als Schauplatz phantastischer Ereignisse und als solcher vielleicht noch viel zu wenig erkannt bzw. ausgelotet.

Inhalt:

Rainer Schorm: HUNGER
Klaus N. Frick: DIE RHEIN-LINIE
Ursula Isbel: IM WUNDERLAND
Karla Weigand: SIMON ODER: EINE ANDERE ART VON UNSTERBLICHKEIT
Frank G. Gerigk: DER SCHACHT
Daniel Walther: DER ANDERE ZUG
Rainer Schorm: MAGNITUDE
Jörg Weigand: VRENELI
Markus Kastenholz: CELPHIA
Helmut Ehls: VERPASS’ NICHT DIE ZUKUNFT
Jörg Weigand: FAHRT IN DIE INNERE FREIHEIT
Markus Kastenholz: DAHEIM
Karla Weigand: QUELL DER KRAFT
Frank Borsch: LUCKY
Manfred Borchard: MEI LETZSCHDE SCHDORIE
REZENSION:

Mit dem Ruf eine idyllische Gegend zu sein, schallt dennoch auch das Echo vom Oberrhein mit, welches von Hexen, Henkern, Spuk und Fabelwesen kündet.
Genau dies ist der Mystizismus, der diese Region in meinen Augen nicht nur schön, sondern auch spannend erscheinen lässt – der etwas andere Blick, wenn man so will, hinter die Fachwerkfassaden des Breisgaus und der Umgebung, dessen Geschichten entweder eine Sichtweite zeigen, die nicht immer die heile Welt spiegelt oder dieser gerade weitere Märchen hinzufügt.
Ob man nun schauerliches sucht oder sich in romantischen Landschaften wiederfindet, das ist Sache des Betrachters – oder des Lesers dieser Anthologie, denn dieses Buch bietet in seinen Geschichten beides.
Was mir beim Schmökern etwas fehlte waren Aspekte der alten Sagen rund um den Oberrhein, die leider von keinem der Autoren aufgegriffen wurden; dafür verfasste jeder einen modernen Beitrag, der, wie das zweite Wort des Titel richtig vermuten lässt, einen Bezug zu der Gegend hat.
Wie man das Buch findet liegt im Auge des Betrachters, doch ich kann jedem nur nahe legen mal einen Blick hineinzuwerfen – auch denen, die nicht vom Oberrhein stammen (wie ich).
Von ihrer Machart ist diese Anthologie unvergleichlich und bisher die Einzige mit diesem Thema.
Bloß wer von phantastisch auf Fantasy schließt, wird enttäuscht sein. Die Beiträge sind so vielseitig, dass sich das Buch nur schwerlich einem Genre zuordnen lässt – vom Science Fiction Freak, über den Horrorfan, bis hin zum Leser von Thrillern oder Dramen wird hier jeder zufriedengestellt.
Unter der Redaktion von Markus Kastenholz ist Jörg Weigand mit dieser Anthologie jedenfalls ein phantastisches Buch über den Oberrhein gelungen…
Ein besonderes Lob verdient hierbei auch die Titelgestaltung von Rainer Schorm.

Unter der ISBN 978-3-89155-339-9 sind die Erzählungen im Schillinger Verlag Freiburg erschienen.

Miriam Stephanie Reese
(Oktober 2010)

Anthologie: Tolkiens Erbe

Herausgegeben von Erik Simon und Friedel Wahren
c der deutschsprachigen Ausgabe: Piper Verlag GmbH, München 2005
ca. 651 Seiten

COVER:

Mit seinem Epos “Der Herr der Ringe” verhalf J.R.R. Tolkien der Fantasy zu einem beispiellosen Siegeszug. Der Autor des “Buchs des Jahrhunderts” und des beliebtesten Buchs der Deutschen hatte nicht nur zahlreiche Weggefährten, sondern sein Werk rief auch unendlich viele Nachfolger auf den Plan. Und ebenso gibt es so manchen Großmeister der Fantasy, der sich Tolkien und seinen Geschöpfen lieber auf humorvoll-sarkastische Weise nähert. Zwölf der bekanntesten Zeitgenossen und Erben Tolkiens haben zu diesem Buch beigetragen. Es enthält phantastische Abenteuer, magische Märchen und skurrile Geschichten von Lord Dunsany, Stephen R. Donaldson, Michael Moorcock, Ursula K. Le Guin, Terry Pratchett und sieben anderen Kultautoren, so von Andrzej Sapkowski, dem Star der polnischen Fantasy.

REZENSION:

Mit “Tolkiens Erbe” veröffentlicht der Piper-Verlag einen Sammelband gefüllt mit hochkarätigen Autoren der Fantasyszene.
Das Buch unterteilt sich in drei Bereiche:
Es beginnt mit “Zwei Zeitgenossen”, hinter dem sich je eine Story von Lord Dunsany und E.R. Eddison befinden.
Der zweite Abschnitt nennt sich “Tolkiens Erben” und widmet sich mit sieben beteiligten Autoren sehr umfangreich den aktuellen Schriftstellern des Fantasy-Genres. Man findet hierin so glanzvolle Namen wie Andrzej Sapkowski, Jack Vance, Stephen R. Donaldson, Ursula K. LeGuin, Barrington J. Bayley, den sagenhaften Michael Morrcock und eine Erzählung von Tanith Lee, deren “Tochter des Magiers” bereits den Kauf dieses Buches rechtfertigt.
Im dritten Teil dieser Anthologie wenden wir uns den “Tollkühnheiten” zu, in dem sich diese Art von Autoren versteckt, die es sich zur Aufgabe machten, die Fantasy vollgestopft mit Irrsinn, Ironie und Spaß zu erzählen:
Beard + Kennedy, Esther M. Friesner und der erfolgreiche Scheibenwelt-Guru Terry Pratchett mit “Der Zauber des Wyrmbergs”.
Die Lektüre des Buchrückens lenkt ein wenig vom eigentlichen Thema ab: Immerhin wird dabei suggeriert, man befände sich in dieser Anthologie ausschließlich auf Mittelderde. Dem ist natürlich keineswegs so – viel zu eigenständig und einfallsreich sind die beteiligten Autoren.
Nichts desto trotz bleibt eine hochwertige, interessante, teils spannende und mit namhaften Autoren des Genres durchsetzte Anthologie, durch die man mit Sicherheit neue Autoren kennenlernen und somit neue Lesequellen aufspüren und entdecken kann.
Eine sehr breit gefächerte und somit zu empfehlende Anthologie für den Fanatasy-Kenner als auch den Einsteiger.
Jürgen Seibold / 28.05.2007

Anthologie: Drachennächte

Herausgeber: Roman Sander
April 2005 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München

COVER:

Inmitten eines tobenden Sturmes, unter dem Heulen der Geister, wird ein Kind geboren, dem man magische Kräfte zuschreibt…
Fantasy – das sind Geschichten wie aus uralten Zeiten: die sturmgepeitschte Nacht über dem Rhein, der Wald, der sich dem Zorn eines Knaben beugt, die einsame Gebirgskluft, die ein Ungeheuer beherbergt, der Rand der Weltenscheibe, unter der sich das Sternenmeer erstreckt, und, ja, auch einen richtigen Drachen gibt es hier, von jeher ein Symbol für Urkräfte, für das Böse, aber auch für Weisheit…
Zehn spannende Fantasy-Geschichten, sieben davon erscheinen hier erstmals auf Deutsch.

Autoren:
Uschi Zietsch / Terry Pratchett / Anna Kashina / Uwe Luserke / David Case / David C. Smith / Hans Dieter Römer / Lucius Shepard / Chris Naylor / Marion Zimmer Bradley & Ted White

REZENSION:

Drachennächte beinhaltet zehn Kurzgeschichten aus dem Fantasy-Genre, die – entgegen dem Buchtitel – nur vereinzelt von Drachen handeln. Davon abgesehen hat es der Herausgeber Roman Sander perfekt geschafft einen großen Teil der Creme-de-la-creme dieses Genres zu vereinen.
Darüber hinaus schafft es jede einzelne Geschichte zu fesseln und den Leser virtuos in fantastische Welten und Zeiten zu entführen.
Die Geschichten sind sehr geschickt ausgewählt und reichen von zarten und märchenhaften bis hin zu bitterbösen Erzählungen. Jede einzelne ist bereits ihr Geld wert und es offenbart sich ein sehr hohes erzählerisches Niveau, das durch keine einzige Geschichte unterbrochen wird.
Der Vorteil bei Kurzgeschichten liegt ja daran, daß man mal nebenbei ohne viel zeitlichen Aufwand die Umwelt vergessen oder sogar verlassen kann. Bei diesem Buch wird man aber weiterlesen und weiterlesen und weiter…. – bis man leider nach zu kurzer Zeit alle zehn Perlen gelesen hat.
Was kommt dann? – Man liest es nochmal und …
Ein Buch, das im Regal nicht verstauben kann…
Jürgen Seibold/25.03.05

Poul Anderson: Das zerbrochene Schwert

Originaltitel: The Broken Sword
Übersetzung: Rosemarie Hundertmarck
c 1971 Poul Anderson
c der deutschsprachigen Ausgabe: 2005 Piper Verlag GmbH, München
303 Seiten

COVER:

In einem mythischen Zeitalter wird der Menschensohn Skafloc von den Elfen großgezogen. Gemäß einer alten Prophezeiung ist er als Einziger in der Lage, das legendäre zerbrochene Schwert wieder zusammenzufügen. Und nur er kann die Waffe schwingen, die im Krieg der Elfen gegen die Trolle die Entscheidung bringen soll. Doch durch den Gebrauch des Schwerts erfüllt sich ein tragisches Schicksal…
Zeitgleich mit “Der Herr der Ringe” erschienen, gilt “Das zerbrochene Schwert” als das düstere Gegenstück zu Tolkiens Werk. Meisterhaft verarbeitet Poul Anderson die Sagen und Mythen des Nordens zu einem fesselnden und sprachlich dichten Fantasy-Epos.

Poul Anderson, geboren 1926 in Bristol, Pennsylvania, und dort 2001 verstorben, zählt zu den beliebtesten und bedeutendsten phantastischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Der Sohn skandinavischer Einwanderer studierte Physik und schloss die Universität mit Auszeichnung ab. Fortan widmete er sich dem Schreiben und gewann während seiner fünfzig Jahre überdauernden Schriftsteller-Karriere unzählige Preise. Die nordische Sagenwelt faszinierte Anderson von Beginn an und übte großen Einfluss auf sein Werk aus.

REZENSION:

“Das zerbrochene Schwert” von Poul Anderson erschien erstmals 1954 – somit im selben Jahr, in dem der erste Herr-der-Ringe-Band ‘Die Gefährten’ von J.R.R. Tolkien das Licht der Welt erblickte.
Beide Werke arbeiten mit ziemlich ähnlichen Figuren und Themen. Während jedoch Tolkien eine absolut eigenständige Welt erschuf, legte Poul Anderson seine Elfen und Trolle in uns bekannte Gefilde, wie z.B. England.
Während bei Tolkien ein über 1000-seitiges Werk entstand, ein Volumen dem viele spätere Fantasy-Autoren manchmal erfolgreich – manchmal verzweifelt hinterherlaufen, beweist Poul Anderson die Unnötigkeit eines heutzutage oft unnütz aufgeblasenen Werkes (was nicht heißen soll, daß “Der Herr der Ringe” aufgeblasen wäre!!!).
“Das zerbrochene Schwert” ergiest sich über lediglich 303 Seiten, womit man zwar das gefühl hat, es könnte ruhig noch mehr sein, aber Poul Anderson hat damit absolut einwandfrei erzählt was er erzählen wollte.
Im Gegensatz zu Tolkien geht Anderson ein wenig düsterer und brutaler zur Sache und mangels meiner Kenntnis über ältere Fantasyromane dieser Art ist “Das zerbrochene Schwert” sicherlich einer der Begründer des Dark-Fantasy-Genres.
Grundsätzlich sei dieses Buch neben jedem Tolkien-Leser auch jedem Fantasyfan an sich uneingeschränkt ans Herz zu legen.
Meiner Meinung nach sollten sich noch viel mehr Fantasy-Autoren daran versuchen, eine Geschichte trotz der für das Genre doch recht geringen Seitenzahl zu erschaffen, die trotzdem oder gerade deshalb voller Spannung, Dichte, detaillierter Zeichnung und Glaubwürdigkeit steckt.
Jürgen Seibold/16.10.05