Phantastik-Bestenliste Juli 2018

Erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht. Man liest und liest – bis man es sich versieht, ist schon wieder der erste Freitag eines Monats.
Soviel man als Jurymitglied dafür auch arbeiten bzw. lesen muss – es ist immer wieder wunderschön, am Ende die Früchte der jeweiligen Nominierungen aller Mitglieder der Jury auf einem gemeinsamen Ergebnis sehen zu können.
Ich bin dabei selbst immer wieder überrascht, welch gelungene und hochwertige Auswahl an interessanten Werken ihren Weg in diese Liste finden.
Wie bei jeder Monatsliste, glaube ich auch diesmal, dass wirklich für jeden etwas darin zu finden ist.

Phantastik-Bestenliste Juni 2018

Und schon wieder ist der erste Freitag eines Monats. Wie auch in den letzten Monaten spricht dieser Tag für sich – denn es ist der Veröffentlichungstag der neuesten Phantastik-Bestenliste.
Erneut handelt es sich dabei um einen wunderschönen Reigen an unterschiedlichsten, phantastischen Werken.
Ich bin mir sicher, dass auch in der aktuellen Liste für jeden etwas dabei sein wird:

Termininfo: Leipziger Buchmesse am 18.03.2018

Eine Woche vor der Leipziger Buchmesse überraschte mich der Buchheim-Verlag mit einer Mail, in der ich gefragt worden bin, ob ich Lust auf die Moderation einer Veranstaltung auf der LBM2018 hätte.
Ich hatte nicht mal geplant, überhaupt auf die Messe zu fahren – ist ja nicht gerade um die Ecke.
Ein paar Mails gingen hin und her und irgendwie schaffte es der Verlag dabei, mich doch zu überreden – gleichzeitig wollte ich einfach dieses Abenteuer annehmen.
Somit kann nun jeder diesen sonst im Hintergrund arbeitenden Blogger und Podcaster live auf einer Bühne sehen.
Dazu einfach am Sonntag, den 18.03.2018 bei der Leseinsel in Leipzig vorbeikommen.

Phantastik-Bestenliste

Jedes Jahr erscheint eine Vielzahl an unterschiedlichsten Werken auf dem deutschen Buchmarkt. Neben dem reinen Stöbern in Buchläden, Internetportalen, Bibliotheken und vielen weiteren Möglichkeiten, gibt es auch manch eine Liste, die man als zusätzliches, hilfreiches Instrument verwenden kann.
Leider kommen da sehr oft Werke aus allen Stilrichtungen der Phantastischen Literatur etwas zu kurz. Darüber hinaus bilden viele Listen lediglich Verkaufszahlen nach, womit man manch kleine Perle schlichtweg nicht entdecken kann.
Diesem Problem hat sich nun das Phantastik-Autoren-Netzwerk (PAN) e.V. angenommen und pünktlich zur Buchmesse im Oktober eine Bestenliste initiiert. Um dabei eine möglichst unbeeinflusste monatliche Liste erstellen zu können, konnte PAN die angesehene Literaturplattform Literaturschock für die Umsetzung gewinnen.
In Folge dessen entstand eine 16-köpfige Jury, die sich diesem Thema unbeeinflusst angenommen hat.

Besonders erfreulich für mich ist natürlich der Umstand, dass meine Wenigkeit ebenfalls gebeten worden ist, Mitglied dieser Jury zu werden. Selbstverständlich konnte ich das nicht ablehnen und dementsprechend erfreut war ich nun nach der umfangreichen und zeitintensiven Arbeit über die am 06.10.2017 erstmals veröffentlichte Phantastik-Bestenliste.

Auf den ersten Plätzen liegen im Oktober:

  1. Nnedi Okorafor: Lagune (Cross Cult)
  2. Jay Kristoff: Nevernight. Die Prüfung (Fischer Tor)
  3. Becky Chambers: Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten (Fischer Tor)

Die weiteren Plätze findet ihr auf der Website der Phantastik-Bestenliste.

Diese Liste wird nun monatlich erscheinen und ich bin mir sicher, dass man dadurch manche Perle für sich entdecken kann.

Die Jury-Mitglieder wühlen sich zwar regelmäßig durch die jeweiligen Veröffentlichungen des Buchmarkts – nichts desto trotz kannst auch Du ein Buch vorschlagen. Dazu einfach eine Mail an jury@phantastik-bestenliste.de schreiben oder das Kontaktformular auf der Webseite nutzen.
Es ist aber dabei darauf zu achten, dass ein Buch gewisse Anforderungen einhalten muss, damit es überhaupt eine Chance zu einer Nominierung haben kann.

Timo Leibig: Totenschmaus

leibig_totenschmaus© Timo Leibig
www.timoleibig.de

COVER:

Ein Restaurantkritiker verschwindet nach einem Streit in der Sterneküche spurlos. Unter den Gästen des Dreierlei befindet sich auch Kommissarin Leonore Goldmann. Sie ist überzeugt: Etwas Schlimmes ist passiert, und die drei Köchinnen haben irgendetwas damit zu tun.
Doch die Ermittlungen führen in eine Sackgasse, und bald schon stellt sich für Goldmann und ihren Kollegen Walter Brandner die Frage: Wie unterscheidet man zwischen Gut und Böse, wenn Gut nicht weiß und Böse nicht schwarz ist, sondern alle Verdächtigen sehr weiße Kochjacken tragen?

REZENSION:

Nach “Mädchendurst” und “Fußabschneider” legt Timo Leibig mit “Totenschmaus” seinen dritten Roman um das Ermittlerduo Brandner und Goldmann vor und führt uns zu sehr kreativen Köchinnen, die keine großen Probleme zu haben scheinen, ihre vermeintlichen Widersacher mal eben so aus dem Weg zu räumen.
Im Gegensatz zu den beiden ersten Fällen scheint Timo Leibig in seiner bösen Welt etwas braver geworden zu sein – waren doch seine bisherigen “Bösen” regelrechte Psychopathen, deren krankhafte Taten vom Autor sehr detailliert beschrieben wurden. Genau aus diesem Grund konnte er mich mit diesen Werken durchweg überzeugen, da er virtuos das Krimigenre in Richtung Thriller hievte. Bei “Totenschmaus” wiederum hinterlässt er mich ein wenig zwiespältig. Sicher, die Geschichte ist erneut sehr schön zu lesen und der Ideenreichtum des Autors lässt nichts zu wünschen übrig. Durch die schnellen Schnitte und die Erzählung innerhalb kürzester Zeitspannen wird die Story auch sehr rasant voran getrieben. Nichts desto trotz hat mir eine Kleinigkeit gefehlt im Vergleich zu den beiden ersten Fällen.
Wenn ich so darüber nachdenke, scheint es wohl die Boshaftigkeit zu sein, die ich in den anderen Werken lieben gelernt habe. “Totenschmaus” ist ein sehr gelungener und recht spannender Krimi von einem Autoren, dessen Schreibstil absolut eingängig ist und mich auch hier überzeugen konnte. Nichts desto trotz muss ich den Vergleich zu den anderen Werken ziehen und hierbei verliert “Totenschmaus” etwas.
Die Geschichte um Goldmann und Brandner wird geschickt weiter erzählt, der Kriminalfall ist interessant und nicht leicht zu lösen. Trotzdem ein klein wenig zu konstruiert und zu “nett”.
Empfehlenswert ist es für Fans des Ermittlerduos trotzdem – ich hoffe aber, das Timo Leibigs “Boshaftigkeit” wieder seinen Weg zwischen zwei Buchdeckel finden wird. Treu bleiben werde ich diesem Autor jedenfalls und enttäuscht fühle ich mich auch von dieser Geschichte nicht.
Jürgen Seibold/17.07.16
Totenschmaus: Krimi (Goldmann und Brandner) KAUFEN BEI AMAZON

Frank Schätzing: Der Schwarm

Schaetzing_Schwarm© S. Fischer Verlag
ISBN: 978-3-596-16453-0
Ca. 987 Seiten

COVER:

Vor Peru verschwindet ein Fischer. Spurlos. Norwegische Ölbohrexperten stoßen auf merkwürdige Organismen, die Hunderte Quadratkilometer Meeresboden in Besitz genommen haben. Währenddessen geht mit den Walen entlang der Küste British Columbias eine unheimliche Veränderung vor. Nichts von alledem scheint miteinander in Zusammenhang zu stehen. Doch Sigur Johanson, Biologe und Schöngeist, glaubt nicht an Zufälle. Auch der indianische Walforscher Leon Anawak gelangt zu beunruhigenden Schlüssen: Eine Katastrophe kündigt sich an. Die Suche nach dem Urheber konfrontiert die Forscher mit ihren schlimmsten Albträumen. Frank Schätzing inszeniert den Feldzug der Natur gegen den Menschen als atemberaubendes Schreckensszenario mit Tempo und Tiefgang.

REZENSION:

Mit »Der Schwarm« legt Frank Schätzing einen umfangreichen ökologischen Thriller vor. Los geht es mit der Entdeckung von Würmern, deren Ausprägung bisher noch niemals entdeckt worden ist. Handelt es sich dabei um eine neue Gattung? Wenn ja, stehen die Planungen mächtiger Energiekonzerne auf Messers Schneide.
In anderen Gebieten unseres Planeten verschwinden Fischer und Wale scheinen plötzlich entgegen ihrer normalen Verhaltensweise direkte Angriffe gegenüber Menschen durch zu führen. Scheinbar mit Planung?
Frank Schätzings Werk ist absolut lehrreich aufgebaut. Er konfrontiert uns aber nicht einfach mt aufgezählten ökologischen Informationen sondern baut diese sehr geschickt in seine Geschichte ein. Dadurch wird einem mehr und mehr klar, welche Beziehungen zwischen scheinbar unabhängigen Thematiken bestehen.
Diese weltweiten Zusammenhänge entwickeln im Leser ein hohes Interesse und allein dadurch bleibt man in der ersten Hälfte dieses Werkes an den Seiten hängen. In der Mitte seines Romans entstehen aber leider einige Längen, die nicht unbedingt hätten sein müssen.
Als dann die Yrr auf den Plan treten und uns zeigen, dass unser Planet selbst noch für einige Überraschungen gut sein könnte, wendet sich die gerade eben gefühlte Langatmigkeit wieder einem positiven Lesefluss.
Die Detailverliebtheit der ökologischen Themen lässt Schätzing leider bei der Zeichnung seiner Protagonisten ein wenig missen. Dadurch bleiben diese ein wenig blass und somit lernt man mehr über Wale und Delphine als über die Persönlichkeiten seiner Helden.
Im Großen und Ganzen handelt es sich bei diesem Thriller aber dennoch um ein gut ausgefeiltes Werk, welches den Leser in hohem Maße zum Nachdenken anregen kann. Nichts desto trotz wären einige Seiten weniger etwas besser für das Gesamtkunstwerk gewesen. Interessant und ausreichend spannend war das Werk aber allemal.
Jürgen Seibold/12.01.2016
Der Schwarm – KAUFEN BEI AMAZON

HYS058 – weihnachtliche Wichtelfolge

die neue Podcast-Folge:

HYS053 – Im Gespräch mit Carsten Polzin

Die Blogtour zu Andreas Brandhorsts neuem Roman DAS SCHIFF findet so langsam zu ihrem Ende.
Nach den sehr interessanten Beiträgen auf teilzeithelden.de, seitenwinde.wordpress.com, piranhapudel.de, literaturschock.de nachfolgend nun der letzte Beitrag von Hysterika.de:

Dieser Podcast kann nicht nur über die Homepage angehört, sondern auch über iTunes abonniert werden.
Hier noch ein direkter Link zum mp3.

In diesem Podcast findet ihr auch den letzten Hinweis zu dem Gewinnspiel.
Zu gewinnen gibt es:
1. bis 3. Preis: je eine Science-Fiction-Tasse & ein Exemplar von “Das Schiff”
4 & 5. Preis: je ein Exemplar von “Das Schiff”

Ihr müsst dazu lediglich jede Frage beantworten, die ihr bei jedem Beitrag im Rahmen dieser Blogtour findet. Ihr erhaltet dadurch einen Satz, den ihr einfach bis spätestens Dienstag, den 13.10.2015 an info@literaturschock.de sendet. Die Verlosung findet am Mittwoch (14.10.2015) abends statt.
Kleiner Tipp: Der Hinweissatz findet sich auch in einer ähnlichen Variante an anderer Stelle in einem früheren Beitrag der Blogtour.

Hier nun die heutige und letzte Frage:
Von welchem Autor ist Carsten Polzin „Fan“?
1. Dean Koontz (Science-Fiction-Welt)
2. Lee Child (Science-Fiction-Kulisse)
3. J.R.R. Tolkien (Weltraumoper)

Viel Spaß beim Anhören!

Katja Tamara Spreckelsen: Ro’ha: Teil 1 – Vernichtung

roha1© 2013 Katja Tamara Spreckelsen
ca. 384 Seiten

COVER:

Nach einem vernichtenden Angriff auf ihre Heimat schließen sich zahlreiche Überlebende der Verteidigungsstreitmacht der plötzlich aufgetauchten Verbündeten an, um zu bewahren, was von der Erde noch übrig ist. Unter ihnen ist auch Lillja Winter, die sich unversehens inmitten eines grauenvollen Krieges wiederfindet, in dem die Grenzen zwischen Freund und Feind zusehends verschwimmen.

REZENSION:

Nachdem wir in unserem Podcast immer wieder auch Bücher besprechen, stellte sich plötzlich heraus, das mein Kompagnon beinahe jedesmal von Ro’ha zu sprechen begann. Er selbst hat sich den ersten Band über Amazon ausgeliehen und scheinbar hat es ihn dabei so gefesselt, dass er sich unverzüglich nach den 4 Folgebänden umgesehen hat. Ganz nervös ist er geworden, als er mit Band 4 fertig war, jedoch Band 5 noch nicht auf dem Markt erhältlich.
Nun gut, unsere Geschmäcker sind oft genug sehr verschieden – aber durch dieses regelmäßige Anpreisen entschied ich mich ebenfalls mit dem ersten Band zu beginnen.
Wie sich dabei erfreulicherweise herausstellen sollte: Frau Spreckelsen hat einen absolut interessanten Sience-Fiction-Roman vom Stapel gelassen und diesen auch noch in absolut hohem Niveau selbst verlegt.
Bei Ro’ha handelt es sich um das Raumschiff der Xhar. Diese wiederum sind eine fremde Rasse, die unserem Planeten bereits in den ersten Seiten des Buches mal so ganz nebenbei zu Hilfe eilen und ein anderes Raumschiff zerstören, welches gerade Frankfurt dem Erdboden gleich gemacht hat.
Doch das eher nebensächlich, denn nun kommt Lillja Winter ins Spiel, die sich bereit erklärt, auf dem Raumschiff Ro’ha anzuheuern.
Als Mensch ist man dabei eher eine Rasse zweiter Klasse, was Lillja jedoch nicht davon abhält, dafür zu sorgen, dass sich das zu ihren Gunsten ändert.
Ab diesem Augenblick folgen wir einer hochinteressanten Geschichte, in der nicht nur Lillya mit den Xhar mehr und mehr zum Team zusammen wächst, sondern auch viele spannende Begebenheiten zu verfolgen sind. Erfreulicherweise schreibt die Autorin dabei nicht die oft unvermeidliche Liebesgeschichte und somit folgen wir eben nicht einer “Mensch-verliebt-sich-in-Alien”-Story, sondern wir befinden uns in einem hochwertigen Sience-Fiction-Roman, der sich sicherlich nicht vor anderen hochkarätigen Autoren dieses Genres verstecken muss.
Alles in allem ein sehr spannender Roman mit interessanten Figuren, deren detaillierte Zeichnung auch nichts missen lässt.
Absolut zu empfehlendes Werk einer bis dorthin doch unbekannten Autorin.
Ich jedenfalls widme mich bereits dem zweiten Band.
Jürgen Seibold/03.09.2015

Ro’ha: Teil 1 – Vernichtung KINDLE-EDITION KAUFEN BEI AMAZON

Isaac Asimov: Die Foundation-Trilogie

asimov_FoundationTitel der amerikanischen Originalausgaben:
Foundation
Foundation And Empire
Second Foundation
Deutsche Übersetzung von Rosemarie Hundertmarck
© 1951, 1952, 1953 by Isaac Asimov
© 2012 der deutschsprachigen Ausgabe und der Übersetzung by Wilhelm Heyne Verlag, München
eISBN 978-3-641-05736-7
ca. 881 Seiten

COVER:

Mittels der sogenannten Psychohistorik gelingt es einem einzigen Wissenschaftler, die Zukunft der Menschheit für Jahrtausende vorauszuberechnen. Was in den Anfängen der Science Fiction noch oft belächelt wurde – galaktische Imperien, Raumschlachten und kühne Zukunftsprognosen –, bekam mit Isaac Asimovs großartigem Foundation-Zyklus erstmals ein ernstzunehmendes Gewand.

REZENSION:

Wenn man sich auf der Recherche innerhalb des Science-Fiction-Genres befindet, dauert es gefühlt nur wenige Sekunden, bis der Name Isaav Asimov auftaucht.
Der als Urvater des Genres betitelte Autor wurde sogar als Berater für SF-Serien wie etwa Star Trek herangezogen. Dies allein ist schon sehr interessant zu benennen, da es sich dabei ja um Fiktion handelt und somit klingt es doch recht ironisch, wenn man einen fiktiven Autor heranzieht, um fiktive Begebenheiten auf ihre Plausibilität zu prüfen…
Nun, egal – jedenfalls handelt es sich bei der in diesem Buch befindlichen Foundation-Trilogie um das Frühwerk der epochalen Foundation-Geschichte.
Diese wiederum handelt von einem riesigen Imperium, dessen Untergang mittels der sehr interessant klingenden Psychohistorik vorausgesagt wird.
Sehr stark erkennt man dabei die Verwandtschaft zum römischen Reich – dieses wurde von Asimov in seinem Werk umgewandelt in die Jahre größer 12.000 verlegt.
Sehr stark erkennt man der Geschichte natürlich an, dass sie ursprünglich in einem Magazin veröffentlicht worden ist. Dies ist aber nicht wirklich ein Problem – lediglich durch die höhere Anzahl an Cliffhangern kann man dies ein wenig bemerken.
Abermals interessant ist natürlich auch die Schwierigkeit des “Loslassens” von in seiner Zeit vorhandenen technischen Errungenschaften. Dies sorgt bei mir immer für ein kleines aber wohlwollendes Schmunzeln, da SF-Autoren scheinbar absolut kein Problem haben, irgendwelche Raumschiffe durch die Weiten des Universums zu jagen – im Gegenzug aber der Antrieb zum Beispiel weiterhin Atomkraft ist. Solche Vergleiche gibt es immer wieder und sind deshalb kein Vorwurf – ich halte diese jedoch für außerordentlich interessant, da man dadurch unser Denken sehr gut erkennen kann. Liest man heutige SF-Autoren, wird das sicher ebenso sein, jedoch kann man es dann durch den fehlenden zeitlichen Abstand natürlich selbst nicht wirklich erkennen.
Die Geschichte selbst konnte mich jedoch nicht durchweg überzeugen. Sicher, sein Universum ist interessant und ebenso der Fall und Aufbau der neuen Welt auf Basis bzw. Vorhersagen der Psychohistorik. Nichts desto trotz sind die Personen durchweg recht blass dargestellt und dienen wohl nur als Mittel zum Zweck, um ein wenig die Story voran zu treiben.
Selbstverständlich erkennt man, dass es sich um die tiefgehenden Anfänge der SF handelt und somit ist man trotzdem genötigt, sich vor diesem Autor zu verneigen. Nichts desto trotz hatte ich des Öfteren den Wunsch, das Buch abzubrechen, habe dann aber doch bis zum Ende durchgehalten. Ob ich weitere Bücher Asimovs lesen werde, steht aber vorerst noch in den Sternen. Da wende ich mich wohl doch erst einmal den spannenderen Autoren dieses sehr umfangreichen Genres zu.
Jürgen Seibold/03.09.2015
Die Foundation-Trilogie: Foundation / Foundation und Imperium / Zweite Foundation (Roboter und Foundation – der Zyklus, Band 11) KAUFEN BEI AMAZON

EXKLUSIV: Markus Heitz – Der Triumph der Zwerge

Blogger Banner Zwerge5Mit freundlicher Genehmigung des Piper-Verlags gibt es HIER eine exklusive Vorab-Leseprobe zu dem neuesten Band aus der Welt der Zwerge von Markus Heitz.
Am 16.02.2015 erscheint das Buch mit dem Titel “DER TRIUMPH DER ZWERGE”.
Viel Spaß mit der Leseprobe.

Zusätzlich auch noch vorab eine Lesung von Markus Heitz:

Sowie die Übersicht, wie die unterschiedlichen Bänder der Albae und Zwerge zusammenhängen:

Übersicht Albae_Zwerge mit E-Book Kopie

Thomas Finn: Aquarius

Finn_Aquarius© Piper Verlag GmbH, München 2014
ISBN 978-3-492-70337-6
ca. 416 Seiten

Cover:

Bei den Bergungsarbeiten an einem gesunkenen Schiff geschieht ein Unglück: Eine Seemine explodiert. Als Berufstaucher Jens Ahrens wieder zu sich kommt, findet er sich mit anderen Männern in einem Keller wieder, gefesselt, unter Drogen gesetzt und wehrlos gemacht. Nur mit Mühe kann er sich befreien und landet in Egirsholm, einer kleinen, wohlhabenden Küstensiedlung. Diese aber wird zum Schauplatz rätselhafter Todesfälle. Menschen ertrinken – in Telefonzellen, in ihren Autos oder im eigenen Wohnzimmer. Etwas stört die ruhige Idylle des Nordseedörfchens. Etwas, in das Jens so schnell und tief hinab gesogen wird, dass er sich nicht mehr entziehen kann. Mythen und Legenden um geheimnisvolle Wesen aus den Tiefen der Meere scheinen lebendig geworden zu sein. Sie enthüllen Geheimnisse, die für alle Zeiten unter der Wasseroberfläche hätten verborgen sein sollen.

Rezension:

Thomas Finn ist sicherlich so gut wie jedem Leser der phantastisch angehauchten Welt der Literatur ein Begriff. Ist er doch bereits durch manch andere Romane ein Garant für angenehme und spannende Unterhaltung. Gleichzeitig steht er für detaillierte Recherchearbeit, um den Leser möglichst umfänglich in seine Geschichten eintauchen zu lassen.
Mit „Der Funke des Chronos“ legte er einen historischen Roman mit Zeitreiseelementen vor, um dann bei „Weißer Schrecken“ einen reinrassigen Horrorthriller unter Verwendung alter Sagen und Mythen um den Begleiter des Nikolaus (Knecht Ruprecht, Krampus, …) zu erzählen und schwenkte sogleich wieder in „Schwarze Tränen“ in die abgrundtiefe Landschaft der Hölle und erzählte eine Faust‘sche Geschichte mit dem Teufel höchstselbst als Hauptdarsteller.
Nun liegt mit „Aquarius“ ein neues Werk dieses sehr abwechslungsreichen Autors vor. In diesem Roman schnappt er sich alte Sagen, die teilweise sehr weit zurückliegen und bereits zu Homers Zeiten thematisiert worden sind: Die Meerjungfrauen bzw. Sirenen.
Diese holt er auf sehr interessante Art und Weise in unsere Gegenwart an die nördliche Küste Deutschlands.
Während seiner Recherchen entdeckte er dabei weitere Mythen – wie z.B. das sagenumwobene Rungholt, auch Atlantis des Nordens genannt – und wob diese geschickt in seine „Meerjungfrauen-Geschichte“ ein.
Wer aber nun denkt, Meerjungfrauen sind grazile Gestalten ohne besonderen Mehrwert und werden nur für Kindergeschichten verwendet, liegt gänzlich falsch. Thomas Finn zeigt uns in seinem rasanten Thriller, dass diese Sagengestalten nicht unbedingt freundlich sein müssen und für manches Unheil Verantwortung zeigen.
„Aquarius“ entwickelt sich dabei mit steigender Seitenzahl immer stärker und es entsteht ein spannungsgeladener Thriller mit mystischen Elementen, der aus meiner Sicht kurzzeitig ein wenig holprig begonnen hat, urplötzlich aber die Kurve bekommt und den Leser dann förmlich an die Seiten fesselt und somit nicht mehr verlieren kann.

Durch die detailverliebte Vorgehensweise des Autors würde man am liebsten die Orte des Geschehens sofort besuchen, um sich selbst ein Bild davon zu machen. Wer weiß, vielleicht kann man dabei auch ein Auge auf eine dieser sagenhaften Gestalten werfen – ob das jedoch für einen gut ausgehen würde, steht auf einem anderen Blatt.
Mit „Aquarius“ zeigt Thomas Finn jedenfalls erneut, das er sich durch seinen Ideenreichtum und die dabei entstehende Verknüpfung von realen und mystischen Elementen zwar innerhalb der Phantastik befindet, hierin aber in keinster Weise festnageln lässt.
Interessant finde ich auch, dass auf dem Cover ganz lapidar das Genre mit „Thriller“ dargelegt wird und nicht irgendwelche unverständliche Schubladen bedient werden – besteht doch hierbei die große Chance, auch „klassische“ Thrillerleser in das Genre der phantastischen Literatur eintauchen zu lassen.
Man kann somit nur noch hoffen, dass dem Autor die Ideen nicht ausgehen werden und er seinen Lesern noch viele unterhaltsame und spannende Stunden liefern kann.
Jürgen Seibold/24.10.2014

BITTE BEACHTET DABEI AUCH DIE HIER GENANNTE BLOGTOUR ZU DIESEM BUCH UND ZU THOMAS FINN!

Aquarius: Thriller – KAUFEN BEI AMAZON