Robinson, Kim Stanley: Roter Mond

Originaltitel: Red Moon
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Jakob Schmidt
Deutsche Erstausgabe 09/2019
©2018 by Kim Stanley Robinson
©2019 der deutschsprachigen Ausgabe und der Übersetzung by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-32010-9
ca. 621 Seiten

COVER:

Dreißig Jahre in der Zukunft: Der Mond ist kolonisiert. Am lunaren Südpol, wo die Sonne niemals untergeht, haben Amerikaner und Chinesen ihre Basen in den Kraterwänden eingerichtet. Für Fred Fredericks ist es der erste Flug zum Mond. Im Auftrag von Swiss Quantum Works soll er einen Quantenkommunikator, mit dem sich absolut abhörsichere Gespräche führen lassen, an die chinesische Mondbehörde liefern und installieren. Doch bei der Übergabe wird Chang Yazu, der ranghöchste Verwaltungsbeamte, vergiftet, und Fred wird bei dem Anschlag schwer verletzt. Als er wieder zu sich kommt, steht er im Verdacht, der Mörder zu sein. Um seine Unschuld beweisen zu können, muss Fred aus der Mondbasis fliehen – und trifft dabei auf eine unwahrscheinliche Verbündete: Chan Qi, die Tochter des chinesischen Finanzministers. Sie ist aus persönlichen Gründen auf den Mond gekommen, und das, was sie dort erlebt, wird den Lauf der Geschichte verändern – auf Luna ebenso wie auf der Erde …

REZENSION:

Nach dem unglaublich interessant erzählten Buch von Kim Stanley Robinson mit dem Titel New York 2140, konnte ich es beinahe nicht mehr erwarten, mich wieder diesem mir bis dorthin unbekannten Autoren wieder zuwenden zu können. Dementsprechend erfreut war ich, als der neue mit Roter Mond betitelte Roman das Licht der Welt erblickte.
Ein kurzes Verweilen bei der knappen Inhaltsbeschreibung tat sein Übriges und so freute ich mich auf einen gelungenen Plot voll thrillerhaften Intrigen auf unserem erdnahen Trabanten.
Erstaunlicherweise schaffte es Kim Stanley Robinson in diesem Fall jedoch nicht, mich mit dem gleichen Sog an die Seiten und somit an seine Geschichte zu heften, wie bei dem gerade erwähnten Werk. Roter Mond wirkt einfach zu langatmig und eintönig ausschweifend erzählt. Robinson wollte in diesem Werk anscheinend ein wenig zu viel auf einmal vermitteln – seine klar als Metaphern verpackten Szenen verlieren sich dabei beziehungsweise ihren Leser beim Versuch, den eigentlichen Handlungsfaden aufrecht zu halten. Die Verknüpfungen als auch seine zu Grunde liegende Message wird einem recht schnell klar – dennoch würde sich viel besser auch unter Verwendung von erheblich mehr integrierter Spannung und erheblich weniger nichtssagenden Dialogen eine kritische Nachricht an die politisch interessierten Leser vermitteln. In diesem Fall siegte trotz meiner anfänglichen Euphorie die Belanglosigkeit als auch die nicht vorantreibenden Dialoge und es blieb mir nichts anderes übrig, als mich diesem Werke zu entziehen. Es fiel mir wahrlich schwer, da ich New York 2140 nahezu „gefressen“ hatte und den grundsätzlichen, sozialpolitischen Hintergedanken des vorliegenden Romans auch recht schnell verstand und zu akzeptieren gewillt war. Nichts desto trotz ist es auch oder gerade bei Romanen mit eingebauten Botschaften wichtig, den Leser bei der Hand zu nehmen und umfänglich zu überzeugen. In diesem Fall hat es bei mir jedenfalls leider nicht funktioniert.
Jürgen Seibold/15.01.2020

Thiemeyer, Thomas: Wicca – Tödlicher Kult

©2019 Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-65364-7
ca. 485 Seiten

COVER:

Hannahs Freundin, die britische Journalistin Leslie Rickert, ist bei ihrer Recherche zu den vermissten Frauen auf merkwürdige Details gestoßen – etwa das Fragment eines Kultfilms der Siebziger, in dem eine seltsam gravierte Truhe zu sehen ist. Hannah ordnet die Gravuren dem Volk der Nabatäer zu und lädt Leslie ein, in der jordanischen Stadt Petra auf Spurensuche zu gehen.
Inmitten der Ruinen dieses alten Reiches stoßen die beiden auf das Mysterium des Lebensbaums – eine Sage, die alle großen Kulturen durchdringt. Hat es tatsächlich eine Baumsorte gegeben, die ewige Jugend verleihen konnte? Samen dieses mythischen Baumes wurden in antiker Zeit unter strengster Geheimhaltung an verschiedene Orte gebracht und in die Erde gelegt, so auch an der Küste Südenglands …
Hannah und Leslie müssen erkennen, dass nicht nur die Anhänger des Wicca-Kultes über Leichen gehen würden, um ihr Geheimnis zu wahren – sondern auch ein Wesen, für das die Wissenschaft nicht einmal einen Namen hat.

REZENSION:

Die archäologisch stark beeinflusste Abenteuerreihe um Hannah Peters geht in eine weitere Runde. Sämtliche Werke des Autors Thomas Thiemeyer mit der mittlerweile recht berühmt gewordenen Archäologin sind eine geschickte Mixtur aus Indianer Jones, Historik, Abenteuer und einem nicht gerade kleinen Schluck aus der phantastischen Pulle.
Gerade deshalb machten alle bisher erhältlichen Erlebnisse Hannah Peters auch im Großen und Ganzen unglaublich viel Spaß beim Lesen. Dementsprechend angetan freute ich mich auch auf den nun vorliegenden Band mit dem Titel „Wicca – Tödlicher Kult“.
Hierin beginnen wir recht klassisch bei einer Ausgrabungsstätte um dann plötzlich mit geheimnisvollen Informationen in einem alten Kultfilm konfrontiert zu sein. Der ungeklärte Todesfall einer jungen Frau scheint damit nicht wirklich etwas zu tun zu haben – sieht dies doch eher nach einem simplen Selbstmord oder gar einem Versehen aus.
Nach und nach verdichten sich die Elemente und Verschwörungen. Darüber hinaus tritt die alte Sage um den Lebensbaum in den Vordergrund, der in nahezu jeder Kultur eine gewisse Rolle spielt. Einer dieser Bäume scheint sich in England zu befinden – streng bewacht von Anhängern des Wicca-Kultes, deren Mitglieder unter Verwendung jeglicher Mittel auf die Bewahrung dieses Geheimnisses achten.
Auch diesmal schafft es Thomas Thiemeyer diese verschiedenen, vordergründig nicht zusammenhängenden Sagen, Mythen und geschichtlichen Begebenheiten in einen Topf zu werfen. Dabei entsteht jedoch keineswegs ein simpel produzierter Eintopf, sondern ein sehr gut gewürztes Gericht mit interessanten Beilagen.
Die Geschichte ist auch diesmal manches mal ein klein wenig vorhersehbar – dies ist aber schon ein wenig Meckern auf hohem Niveau, denn die grundsätzliche Stärke der Bücher um Hannah Peters liegen exakt im glaubwürdig dargelegten Ergebnis unter Verwendung der unterschiedlichsten Zutaten. In „Wicca“ ist im Vergleich zu den bisherigen Werken gerade in Richtung Ende die Phantastik in den Vordergrund getreten – aber genau aus diesem Grund möchte ich auch weiterhin diese Art an Unterhaltungsromanen nicht missen.
Thiemeyers Schreibstil ist auch in diesem Fall erfreulich eingängig und seine Personen sind überwiegend glaubwürdig, detailliert und nachvollziehbar gezeichnet. Alle historischen Elemente wirken fundiert, die phantastischen geschickt eingewoben. Absolut gelungene Unterhaltung für einige Stunden des Abschaltens – ich bin mal gespannt, ob der Autor diese Qualität auch weiterhin aufrechterhalten kann beziehungsweise er noch genug Ideen für weitere Erlebnisse dieser sympathischen Archäologin geschickt verarbeiten und darzulegen in der Lage ist. Wollen wir es einfach mal hoffen.
Jürgen Seibold/13.01.2020

Hannig, Theresa: Die Unvollkommenen

©2019 by Theresa Hannig
Deutsche Originalausgabe ©2019 by Bastei Lübbe AG, Köln
ISBN 978-3-404-20947-7
ca. 399 Seiten

COVER:

Bundesrepublik Europa, 2057: Es herrscht Frieden in der Optimalwohlökonomie, einem lückenlosen Überwachungssystem, in dem mithilfe von Kameras, Linsen und Chips alles erfasst und gespeichert wird. Menschen und hochentwickelte Roboter sollen Seite an Seite leben. Störenfriede werden weggesperrt.
So auch die Systemkritikerin Lila. Als sie im Gefängnis aus einem künstlichen Koma erwacht, stellt sie fest, dass ihr schlimmster Albtraum wahr geworden ist: Die BEU wird von einer KI regiert. Samson Freitag wird als Gottkönig verehrt und erpresst von den Bürgern optimalkonformes Verhalten. Für Lila steht fest, dass sie Samsons Herrschaft und die Entmündigung der Menschen beenden muss. Ihr gelingt die Flucht, doch Samson spürt sie auf und bietet ihr einen Deal an, den Lila nicht ausschlagen kann …

REZENSION:

Erst als ich mich diesem Buch widmen wollte, stellte ich fest, dass es sich eigentlich um eine Art Fortsetzungsband zu dem Buch mit dem Titel „Die Optimierer“ von Theresa Hannig handelt. Dieses Werk war mir kein Begriff und wäre es ersichtlich gewesen, dann hätte ich mich dem vorliegenden Werk bestimmt nicht gewidmet.
Ich wagte mich trotz des vermeintlich fehlenden Wissens an die Lektüre und konnte dabei erfreulicherweise feststellen, dass sich Die Unvollkommenen absolut ohne diesen Background problemlos lesen und verstehen lässt. Man entdeckt keine Wissenslücken, wodurch es der Autorin gelungen ist, ein eigenständiges Werk zu entwickeln.
Der Schreibstil ist außerordentlich flüssig gehalten und man kann sich recht schnell auf die Rolle Lilas einlassen. Einige Verhaltensweisen finde ich etwas konstruiert beziehungsweise durch die Darsteller zu schnell akzeptiert. Sieht man darüber hinweg, verfolgt man eine interessante Idee in einem leicht dystopischen und sehr gut aufgebauten Setting in der nahen Zukunft unseres Landes. Theresa Hannig legt ihr Setting in die Nähe Münchens, wodurch ich mich sogleich wie zu Hause fühlen konnte, da mir alle von ihr in diesem Buch besuchten Plätze und Sehenswürdigkeiten ein Begriff sind.
Anfangs treibt sie ihre Handlung rasant voran – sicher, der Plot ist bald für Vielleser vorhersehbar, nichts desto trotz spürt man kein Verlangen zum Beenden des Buches. Dafür ist die Story – trotz vereinzelter Schwächen – doch ausreichend interessant dargelegt.
Die anfängliche Spannung konnte die Autorin leider nicht durchweg aufrechterhalten und ganz besonders in Richtung Ende siegte dann ein wenig die Enttäuschung, da dieses zu schnell abgearbeitet worden ist. Hier hätte es sicher noch ausreichend erzählerisches Potenzial gegeben. Keine Ahnung, ob die Autorin noch weitere Bände herausbringen möchte – zumindest sprechen einige noch offene Fragen dafür, als auch das relativ offen gebliebene Ende. Sollte dies der Fall sein, müsste sie aber deutlich die Spannungsschrauben anziehen, um manchen Leser mitnehmen zu können.
Die Unvollkommenen ist dennoch ein gutes Unterhaltungswerk mit einer nicht unerheblichen Botschaft und sorgt somit für angenehme Lesestunden.
Jürgen Seibold/05.01.2020

HYS112 – Happy

Die neue Podcastfolge:

Cargill, C. Robert: Robo Sapiens

Originaltitel: SEA OF RUST
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski
Deutsche Erstausgabe 06/2019
©2017 by C. Robert Cargill
©2019 der deutschsprachigen Ausgabe und der Übersetzung by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-32006-2
ca. 415 Seiten

COVER:

In der Zukunft ist die Welt eine andere geworden: Seit dem großen Aufstand der Maschinen gibt es keine Menschen mehr. Allerdings haben einige intelligente Großrechner während der Roboterkriege ganze Armeen von Bots unter ihre Kontrolle gebracht. Und nun bekämpfen sie sich gegenseitig, um als EWI, als Eine-Welt-Intelligenz, die alleinige Weltherrschaft zu übernehmen. Einige wenige Roboter weigen sich jedoch, im Universalbewusstsein der KIs aufzugehen, und sie schweben in tödlicher Gefahr. Brittle ist ein sogenannter Freibot und hat es bisher erfolgreich geschafft, sich der Übernahme durch die EWI CISSUS zu entziehen. Einsam und rastlos streift Brittle durch die Wüste, die früher der Nordosten der USA war, und hält sich mit dem Ausschlachten abgeschalteter Roboter über Wasser. Doch Ersatzteile sind rar geworden, und auch andere Freibots suchen danach. Auf der Flucht vor CISSUS wird Brittle in einen erbarmungslosen Überlebenskampf verwickelt …

REZENSION:

Als ich das Bild auf dem Cover zu Cargills Robo Sapiens sah, dachte ich ehrlich gesagt als erstes an eine Szene im internationalen Blockbuster mit dem Titel Terminator. Durch diesen Gedankengang gleich in die Roboterwelt katapultiert, war ich sichtlich von der dazugehörigen Beschreibung angetan und konnte nur noch hoffen, dass der Autor seine Geschichte auch mit interessanten Ideen aufwerten kann und nicht lediglich einen Abklatsch durch Kopiervorgänge aus ähnlich klingenden Werken der Literatur und/oder dem Film entstehen lässt.
Sehr schnell stellte sich heraus, dass Cargill geschickt vorgeht und einen komplett von Menschen befreiten Roman vorlegen konnte. Unsere Spezies wird lediglich in einigen Rückblenden angerissen – hatten wir den gegen uns kämpfenden KIs nicht wirklich etwas für uns Lebensrettendes entgegen zu setzen. Das war es dann mit uns Menschen und der blaue Planet wird ausschließlich von künstlichen Intelligenzen bevölkert.
Diese wiederum scheinen keinen Deut besser als wir zu sein: Es herrscht der Drang nach Macht und somit bilden sich einige Fronten, die um die Alleinherrschaft kämpfen. Darüber hinaus einige „freie“ Roboter, die mehr recht als schlecht über die Runden zu kommen versuchen und dabei immer in der gefährlichen Situation leben, dass sie von einer der herrschenden KIs unter Gewalteinwirkung annektiert werden.
Die Geschichte mit den Robotern als alleinige Darsteller wirkt außerordentlich erfrischend. C. Robert Cargill setzte diesen Umstand absolut geschickt um – auch wenn man ab und an vergisst, dass es sich um Roboter handelt, da ihre Dialoge und Vorgehensweisen doch sehr menschlich wirken. Diese „Vermenschlichung“ hält uns einen Spiegel vor und zeigt geschickt unsere eigenen Schwächen, ohne jemals im Buch teilhaben zu können.
Robo Sapiens macht sehr viel Spaß beim Lesen, ist ausreichend spannend und sorgt für gute Unterhaltung. Neben der dezenten Gesellschaftskritik würde ich nicht viel mehr hinein interpretieren – interessant ist auf jeden Fall die Stärke des Autors, dass künstliche „Wesen“ mehr Profil aufweisen als mancher Protagonist in anderen Romanen. Kurzum ein wahrlich gut umgesetzter Roman, der mit Sicherheit hauptsächlich für gute Unterhaltung sorgen soll und dies Anspruch auch problemlos bedient.
Jürgen Seibold/30.12.2019

Liu, Cixin: Jenseits der Zeit

Originaltitel: SISHEN YONGSHENG
Aus dem Chinesischen von Karin Betz
Deutsche Erstausgabe 04/2019
©2010 by Cixin Liu
©2019 der deutschsprachigen Ausgabe und der Übersetzung by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-31766-6
ca. 990 Seiten

COVER:

Mehrere Hundert Jahre sind vergangen, seitdem die Existenz einer fremden Zivilisation im All nachgewiesen wurde. Jahrhunderte, in denen sich die feindliche Flotte der Trisolarier unaufhaltsam der Erde genähert hat. Viele Strategien wurden ersonnen, um dieser übermächtigen Gefahr zu begegnen, so etwa die Operation Wandschauer, bei der vier Auserwählte in vollkommender Abschottung einen Abwehrplan schmieden sollten. Wider jedes Erwarten war diese Strategie erfolgreich – es gelang dem Wandschauer Luo Ji nicht nur, die Trisolarier zu bedrohen, sondern sein Plan bewirkte sogar einen Waffenstillstand. Die Erde schien gerettet.
Ein halbes Jahrhundert später hat sich das Leben auf der Erde völlig verändert. Als Teil des Waffenstillstands war ein kultureller Austausch zwischen Menschen und Trisolariern verabredet worden, und die Hochtechnologie der Außerirdischen hat der Menschheit zu neuem Wohlstand verholfen. Erstmals scheint eine friedliche Koexistenz möglich. Aber der Frieden hat die Menschen unvorsichtig werden lassen. Cheng Xin, eine Raumfahrtingenieurin des 21. Jahrhunderts, wird aus dem Kälteschlaf geweckt, um den greisen Luo Ji als Wächter über das Abkommen mit Trisolaris abzulösen. Doch darauf haben die Trisolarier nur gewartet, und sie schlagen blitzschnell zu. Nun liegt es an Cheng Xin und an einem sterbenskranken jungen Mann, der zu einer geheimen Mission ins All gesandt wurde, die Menschheit aus ihrer größten Krise herauszuführen …

Mit Jenseits der Zeit vollendet Cixin Liu seine preisgekrönte Trisolaris-Trilogie, die eine zukunftsweisende Perspektive auf die Menschheit in den Weiten des Alls eröffnet.

REZENSION:

Jenseits der Zeit ist der abschließende Band der Trisolaris-Trilogie des chinesischen Schriftstellers Cixin Liu. Der erste Band konnte noch sehr gut als eigenständiges Werk fungieren. Spätestens zum zweiten Band mit dem Titel Der dunkle Wald war das Wissen des vorherigen Bandes unbedingt notwendig. In Jenseits der Zeit bleibt einem schlicht nichts anderes übrig, da sonst sämtliche Fäden verknüpfungslos vor des Lesers Augen schweben würden. Interessanterweise wirkt der dritte Band als ob es von einem anderen Autor geschrieben worden wäre, da die Vorgehensweise etwas abweicht. Jenseits der Zeit wirkt oft wie ein Bericht anstatt eines typisch gehaltenen Romans. Nichts desto trotz kann man sich diesem Werk ebenso wenig entziehen, wie den beiden voran gestellten Büchern.
Cixin Liu steht dafür keineswegs für das Darbieten eines spannungsgeladenen Science-Fiction-Romans voll epischer Schlachten – nein, Liu steht für tiefgründige, philosophische Gedanken und spannt mit seinen drei Büchern einen zeitlichen Bogen über mehrere Milliarden Jahren ohne dabei jeglichen Faden zu verlieren.
Da der Autor sein Werk in der nicht gerade einfach zu nennenden chinesischen Sprache geschrieben hatte, möchte ich sogleich meinen Hut vor der genialen Übersetzung und somit vor der Übersetzerin ziehen: Dieses Mammutwerk war sicher nicht einfach und dabei ist es ihr sogar gelungen, dieses schwierig zu fassende Thema absolut eingängig in der übersetzten Version dar zu legen. Perfekt.
Die Gegebenheiten in Lius Roman sind gespickt mit physikalischen Ausflügen, deren tieferer Sinn beziehungsweise Wahrheitsgehalt von mir nicht wahrgenommen oder überprüft werden kann. Da es sich um eine Geschichte handelt, nehme ich dies alles einfach als gegeben hin und widmete mich rein der Geschichte. Teilweise war es fast schon ein wenig zu viel der technischen und physikalischen Erklärung, wodurch auch einige Seiten weniger bestimmt nicht geschadet hätten. Davon abgesehen schaffte es Cixin Liu dabei jedoch immer wieder, exakt zum perfekten Augenblick seinen Fokus zurück auf die eigentliche Story zu legen, wodurch niemals Langeweile aufkam.
Freunde der gepflegten Spannung in detaillierter Darbietung können eventuell noch Gefallen am ersten Buch mit dem Titel Die drei Sonnen finden – alle weiteren Werke lassen Spannungsspitzen nicht wirklich aufkommen, leben eher von ihrer unglaublich weitläufig ausgebreiteten Philosophie.
Allein die Benutzung eines Märchens als zukünftiger Wegweiser der Menschheit ist herausragend – gleichzeitig war dieses Märchen bereits interessant genug, um eine eigene Veröffentlichung bekommen zu können.
Jenseits der Zeit ist somit ein rundum gelungener Abschluss einer anspruchsvollen, hochwertigen, philosophischen und zum Nachdenken führenden Trilogie. Ein absoluter Höhepunkt des Genres für Freunde anspruchsvoller Literatur.
Jürgen Seibold/26.12.2019

Sullivan, James A.: Die Stadt der Symbionten

Originalausgabe
©2019 Piper Verlag GmbH, München
ISBN 978-3-492-70419-9
ca. 720 Seiten

COVER:

Nach einer Alien-Invasion ist die Erde unbewohnbar. Die wenigen Überlebenden der Menschheit leben unter einer Kuppel, der „Oase im Winter“. Jaskandris, die letzte Bastion der Menschen, wird von einer Künstlichen Intelligenz gesteuert.
Als Symbiont, ein durch Computerinterfaces erweiterter Mensch, kann Gamil Dellbridge mit den Maschinen der Stadt per Gedanken über seine Interfaces kommunizieren. Eines Tages fängt er ein Flüstern auf, das sich unter die Signale der Stadt mischt. Voller Neugier folgt er dem mysteriösen Ruf und ahnt nicht, dass ihn die Spur geradewegs zu einem Geheimnis führt, das nicht nur sein Leben in Gefahr bringt, sondern auch alles, woran er glaubt, mit einem Mal infrage stellt.

REZENSION:

„Die Stadt der Symbionten“ von James A. Sullivan spielt in einer Welt, gesteuert von Fakultäten und einer allumfassenden Künstlichen Intelligenz. Die Anzahl der Menschen ist festgelegt – in den Tiefen der Stadt liegen weitere in einem Ruheschlaf und werden je nach Bedarf geweckt und in die Allgemeinheit überführt. Die Symbionten spielen eine besondere Rolle und stellen somit eine Art Schnittstelle zwischen den Menschen und der KI dar. Eines Tages nimmt der Symbiont Gamil ein Signal auf und folgt diesem. Dabei landet er bei Nelmura, eine im Tiefenschlaf befindliche Gründerin der Nelmurianischen Fakultät. Er hilft ihr bei der Flucht und befindet sich urplötzlich in einem politischen Ränkespiel um Macht und Vorherrschaft.
James A. Sullivans Idee ist grandios und auf den ersten Blick wunderbar erzählt. Man wird als Leser geschickt in die von ihm erdachte Welt eingeführt und man findet sich innerhalb kürzester Zeit gemeinsam mit Nelmura und Gamil auf der Flucht. Die ersten 200 Seiten stehen für diesen ersten Blick – das weitere Vorgehen konnte mich dann leider nicht mehr rundherum überzeugen. Sullivan erzählt die Geschichte natürlich hochwertig und fundiert. Seine Sprache ist auch ausreichend eingängig, dennoch entwickelte sich bei mir während der folgenden Seiten nach und nach das Gefühl, hier fehlt irgendetwas. Das fehlende Objekt ist auch gleich gefunden: Spannung. Sullivan erzählt entlang einer gerade Linie, die gänzlich ohne irgendwelche Ausschläge nach oben oder unten auskommt. Somit bewegt sich die Geschichte zwar vorwärts, es gibt aber keinerlei „Aufreger“ oder besondere Erlebnisse, die ein wenig für Herzklopfen sorgen könnten. Gleichzeitig bleiben die wichtigsten Figuren erstaunlich blass und somit entwickelt sich kein richtiger Bezug zu jeglicher teilnehmenden Person. Ich halte das für außerordentlich schade, da der Autor in seinem Buch „Die Granden von Pandoras“ problemlos beide Hauptdarsteller in die Herzen der Leser geschrieben hat und man dort trotz deren Feindschaft zwischen den beiden hin- und hergerissen war.
Spannungsaufbau ebenfalls im gerade genannten Buch immer wieder geschickt eingefügt – somit ein interessanter Roadtrip, einfach erzählt, überzeugend – hier im Gegensatz sehr durchdacht und niveauvoll erzählt, dabei leider nicht durchweg überzeugend.
Absolut schade, da mir der Start außerordentlich gut gefallen hat und darüber hinaus die Idee sagenhaft ist.
Jürgen Seibold/20.12.2019

Hörbücher – eine phantastische Alternative?

Durch meinen Hunger an literarischem Stoff bin ich immer wieder auf der Suche nach sinnvollen Möglichkeiten, meine Lesefrequenz auf geschickte Art und Weise erweitern zu können. Dabei führt natürlich kein Weg an der Möglichkeit des Genusses von Hörbüchern vorbei. Aus diesem Grund machte ich mir hierzu einige Gedanken und versuchte mich als Testkandidat.
Sehr schnell stellte ich dabei fest, dass mittlerweile auch örtliche Bibliotheken oft in der Lage sind, ihren Verleih elektronisch durch zu führen. In der Gemeindebibliothek meines Wohnortes gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, Bücher sowohl wie früher als „echte“ Bücher auszuleihen, als auch diese oder andere als eBook zu bekommen. Gleiches gilt auch für Hörbücher, wodurch für den interessierten eine ganz gute Alternative zu den bekannten Platzhirschen gegeben ist.
Nichts desto trotz schnappte ich mir für mein eigenes Erleben den allseits bekannten Abo-Dienst namens Audible, um mehr darüber zu erfahren und mich der Welt der Hörbücher zu widmen.
Ursprünglich wollte ich diesen Test anhand meiner Bücherei durchführen – leider ist deren Portfolio nicht umfangreich genug auf meine eigenen Genre-Bedürfnisse zugeschnitten. Somit widmete ich mich für einige Monate dem bekannten Anbieter.
Ich möchte hier über meine persönlichen Erfahrungen und Meinungen schreiben, wenn sich jemand über die Modalitäten schlau machen möchte, dann einfach auf www.audible.de die gewünschten Informationen einholen – so wie ich Audible bisher kennengelernt habe, ist dabei sicher auch ein Probemonat mit im Angebot.

Die übliche Unterscheidung zwischen Buch und Hörbuch möchte ich nicht unbedingt ausführen. Ja, das Buch hat man haptisch in der Hand, das Hörbuch wird einem vorgelesen. Beide Variationen stehen für sich und aus diesem Grund möchte ich keinen schwarz/weiß-Vergleich beginnen.
Nichts desto trotz kommt es beim Hörbuch sehr stark auf den Sprecher an. Ab und an hatte ich schlicht das Problem, dass mir die Stimme des Lesers nicht gefallen hat oder – der Supergau – es fehlte jegliche Emotion und die Geschichte wird wie von einem gelangweilten Schüler, der ein Kapitel eines gehassten Buches vorlesen muss, vorgetragen.
In diesem Fall kann jede Minute gefühlt zu einer Stunde werden.
Komplett auf Hörbücher umsteigen stelle ich mir sehr schwierig vor – wer aber ungern liest, dennoch gerne zuhört, kann in diesem Bereich eine geschickte Möglichkeit finden, sich dennoch mit Geschichten zu befassen. Für einen Vielleser oder Gernleser können Hörbücher nur eine weitere Option anbieten – sozusagen die Lücke füllen, in der man das Buch nicht in der Hand haben kann (Joggen, Autofahren, Gassigehen, …)

Ich höre ja sehr gerne Podcasts an – diese hauptsächlich während dem Spaziergang mit meinem Hund, im Auto auf dem Weg zum Park&Ride – das wars. Ansonsten halte ich Bücher in der Hand: U-Bahn, Bett, Couch, etc…
Nun also statt Podcast das Hörbuch: Geeignete Werke sind schnell gefunden und es kann losgehen. Sehr schnell stellte ich dabei fest, dass meine Aufmerksamkeitsspanne für Hörbücher etwas begrenzt zu sein scheint. Ich lasse mich viel zu sehr von äußeren Eindrücken ablenken. Im täglichen Stau geht es noch am Besten, beim Gassigehen reicht ein kurzer Befehl an meinen Hund und schon habe ich den ein oder anderen Satz geistig verpasst.
Ja, dies kommt auch ab und an im Buch vor (vor allem, wenn einem Nachts beim Lesen die Augen zufallen) – aber in diesem Fall lässt sich halt schnell zurück blättern und noch mal kurz drüber lesen. Diese Funktion auf geschickte Art und ohne Aufwand vermisste ich beim gesprochenen Wort etwas. Bei Podcasts wiederum war mir das egal, da ich hauptsächlich „Laber“-Podcasts anhöre und somit einige fehlende Sätze absolut nichts ausmachen. In Büchern halte ich schlicht jeden Satz für wichtig.
Interessant war ein neuer Blick auf bekannte Werke: Eines meiner liebsten Bücher ist bekanntermaßen Stephen Kings ES – dieses hörte ich mir auf diese Art zum ersten Mal in meinem Leben auf Englisch an. Das Buch kannte ich und wenn ich bei dieser Interpretation mal was nicht mitbekommen hatte, war es mir egal. Hier konnte mir das Hörbuch wahrlich einen Mehrwert bieten. Diese Art des Sprachenlernens vollführte ich dann noch mehrmals – leider ist dabei auch das Phänomen der Konzentration aufgetreten, wenn ich mich einer mir unbekannten Geschichte widmete.
Eines Tages versuchte ich mich einem sehr dicken Science-Fiction-Roman zu widmen. Dieser war sehr kompliziert, wodurch ich keinen richtigen Zugang bekam, da ich nicht ausreichend lange in einem Stück zuhören konnte, um den jeweiligen Faden aufzugreifen. Auch in Büchern ist es sinnvoll, gerade am Anfang mit einer ganzen Stunde zu beginnen. In Hörbüchern hat man durch die eher langsame Vorlesegeschwindigkeit im gleichen Zeitraum natürlich noch weniger Seiten aufgenommen.
Vielleicht lag das aber auch an den Vor-Lesern, denn meine dreimaligen Ausflüge in die Hörspielwelt hielt ich für außerordentlich interessant und ich erinnerte mich stark an frühere Kassettenzeiten. Gut gemachte Hörspiele sind eine sehr gelungene Darbietung, um einer Geschichte eine neue Darbietungsform zu geben. Ich hörte da zum Beispiel „Das Kind“ von Fitzek (sehr gelungene Umsetzung) und die erste Staffel von Monster 1983. Diese könnte aus meiner Sicht etwas spannender sein, war dennoch interessant erzählt.
Eine kleine aktuelle Übersicht über das Hörspielangebot findet sich unter www.audible.de/ep/hoerspiele.
Last but not least widmete ich mich einigen Sachbüchern der lockeren Art. Hier konnte ein Mehrwert generiert werden, da man sich mit dem darin befindlichen Wissen einfach berieseln lassen konnte. Würde ich jeden Monat meine Nase in solche Bücher stecken müssen, wäre das wohl meine bevorzugte Wahl.
Wie man herauslesen kann, schaffte es diese zusätzliche Variante für Geschichten nicht rundherum, mich zu überzeugen – im Gegensatz dazu steht meine Frau: Sie fährt recht lange mit dem Auto und erweiterte den Versuch um eine interessante Option: Neben dem ausschließlichen Hören eines Buches legte sie sich zu aktuell von ihr gelesenen Werken das jeweilige Hörbuch zu. Somit las sie zu Hause im gedruckten Buch, merkte sich das Kapitel und lies sich ab dort beginnend das Buch bis zu ihrer Arbeitsstelle vorlesen.
Diese Möglichkeit führte sie durch die “Onleihfunktion” der Bibliothek durch – ob Audible ähnliches anbietet, müsstet ihr bitte den dortigen Bedingungen entnehmen. Interessant genug klingt diese Variante ja.
Alles in allem können Hörbücher sicher eine Option für den Freund geschriebener Worte sein. Gleichzeitig lässt sich keine Zufriedenheit nach dem Jedermannsprinzip aussprechen und somit kann ich euch nur zum Selbstversuch raten. Prinzipiell aufgefallen ist mir die notwendige Zeit. Fährt man länger Auto als ich mit gerade mal 15 bis 20 Minuten, dann sind Hörbücher eine echte Alternative.

Das phantastische Genre ist schon mal sehr gut vertreten bei genanntem Anbieter. Einfach mal schmökern schadet und kostet nichts.
Ich persönlich halte nahezu sämtliche von David Nathan gelesenen Stephen-King-Editionen erwähnenswert. Darüber hinaus schafften es bei meinem Test folgende Werke mich für sich einzunehmen: Der Schwarm von Frank Schätzing (gelesen von Stefan Kaminski), Eine Billion Dollar von Andreas Eschbach (gelesen von Volker Niederfahrenhorst), Ready Player One von Ernest Cline (Martin Brose), Hell House von Richard Matheson (Ray Porter), Stephen Kings IT (Steven Weber), The Talisman und The Green Mile beide ebenfalls von Stephen King (Frank Muller).
Wie ich gerade merke, waren es doch einige, die ich ganz gut fand. Gleichzeitig merkt man auch deutlich, das in dieser Art der Darbietung die Geschichte alleine nicht für sich stehen kann – hier ist auch der Mensch hinter dem Mikrofon außerordentlich wichtig, da er Blockbuster-Geschichten durch langweiliges Vorlesen zu Rohrkrepierern machen kann.

Der gute Ordnung halber noch die Information, dass dieser Artikel mit freundlicher Unterstützung von Audible entstand (was keinen Einfluss auf meinen Text, Meinung und Einschätzung hatte).

Phantastik-Bestenliste Dezember 2019

Natürlich gibt es auch für den Dezember eine phantastische Liste.
Beinahe hätte ich hier die notwendige Veröffentlichung verpennt – glücklicherweise ist der Monat noch aktuell und somit nichts schlimmes passiert.

Wie immer ein wahres Potpourri an sagenhaften Werken.

Eine Übersicht dazu findet Ihr HIER.

Der direkte Download eines PDFs zum Weiterreichen, Verteilen, etc. kann HIER vorgenommen werden.

Viel Spaß beim Schmökern.

Maberry, Jonathan: VWars – Die Vampirkriege

Originaltitel: V-Wars. A Chronicle oft he Vampire Wars
Aus dem Amerikanischen von Maike Hallmann und Birgit Herden
Für die deutschsprachige Ausgabe: ©2019 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.
ISBN 978-3-596-70458-3
ca. 554 Seiten

COVER:

Der Wissenschaftler Dr. Luther Swann beschäftigt sich mit einem eher aparten Spezialgebiet: Sein akademisches Interesse gilt den volkstümlichen Überlieferungen zum Vampir-Mythos. Als man ihn bittet, Gutachter in einem Mordfall zu werden, ist das für ihn absolutes Neuland. Noch ahnt er nicht, wie gefragt seine Meinung in den folgenden Monaten sein wird. Und welche Entscheidungen ihm abverlangt werden.

Denn als die alten Mythen Wirklichkeit werden und immer mehr Vampire auftauchen, wird Luther Swann zum Experten für das neue Phänomen. Kann er verhindern, dass sich Menschen und Vampire buchstäblich an die Gurgel gehen und gegenseitig auslöschen? Will er das verhindern? Fest steht nur:
Amerika hat sich in ein Pulverfass verwandelt, und Swann muss versuchen, inmitten der sich überstürzenden Ereignisse einen kühlen Kopf zu bewahren. Auf dem Spiel steht nicht weniger als die Existenz der Menschheit.

REZENSION:

Erst als ich das Buch in der Hand hatte, stellte ich bei einem Blick in die ersten Seiten fest, dass es sich hier wohl nicht um einen reinrassigen Roman handelt: Es stand nämlich noch vor Beginn der Story folgender Text auf Seite 5: V Wars – Die Vampirkriege mit Geschichten von Nancy Holder, John Everson, Yvonne Navarro, Keith R.A. DeCandido, Scott Nicholson, Gregory Frost und James Moore…
Recht verblüfft fragte ich mich in diesem Augenblick, ob ich mich aus Versehen für einen Kurzgeschichteband entschieden hatte.
Nun, teilweise: V Wars ist eine Zusammenfügung mehrerer Geschichten, die sich dem selben Setting widmen, dabei aber eigenständig in ihrer zeitlichen als auch erzählerischen Darstellung sind. Die Vorgehensweise ist dabei wie folgt: Man liest zum Beispiel von Seite 9 bis 30 den ersten Teil der mit „Schrott“ betitelten Geschichte. Dann folgt Teil 1 von „Roadkill“, um dann mit Teil 2 von „Schrott“ fortzusetzen – im Nachgang dann Teil 1 von „Liebeshunger“ usw.
Durch diese Vorgehensweise war es mir leider absolut nicht möglich, einen geeigneten Zugang zu diesem Buch zu finden. Schade, da ich wirklich sehr angetan war von der grundsätzlichen Idee beziehungsweise den bis dahin erhaltene Informationen durch die Angaben auf der Coverbeschreibung.
Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass die ein oder andere Geschichte ganz gut funktioniert und gelungen ist – gleichzeitig klingt das gesamte Setting nach einem positiven Plot für die nun bei Netflix laufende Serie. Bis dato konnte ich mir darüber aber noch keine Meinung bilden.
Die Art der Zusammenfügung verschiedener Geschichten ist in dieser Vorgehensweise zwar sehr kreativ und prinzipiell auch interessant – dennoch sind die Unterschiede zu groß und man kann nicht gezielt in die Geschehnisse eintauchen, da die Sprünge zwischen den „Kapiteln“ schlicht zu groß sind – sowohl inhaltlich als auch qualitativ.
Jürgen Seibold/11.12.2019

Harry, Debbie: FACE IT – Die Autobiografie

Originaltitel: Face It
Aus dem Amerikanischen von Philip Bradatsch, Torsten Groß, Harriet Fricke und Frank Dabrock
©2019 by Deborah Harry
©2019 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-27162-3
ca. 429 Seiten

COVER:

Debbie Harry ist Musikerin, Schauspielerin, Aktivistin und der Inbegriff des New York City cool. Sie und ihre Band Blondie entwickelten einen neuen Sound, der die Welten des Rock, Punk, Disco, Reggae und Hip Hop verschmolz und dabei einige Klassiker der Musikgeschichte schuf. Als Muse arbeitete sie mit den größten Künstlern der letzten vier Jahrzehnte zusammen. Doch trotz eines Lebens im Rampenlicht behielt sie ihr Innenleben immer für sich – bis jetzt.
In einer Mischung aus offenherzigem Storytelling und vielen eindrucksvollen Fotos, Fan-Art-Bildern und Illustrationen – viele davon bis jetzt unveröffentlicht – bietet FACE IT sehr viel mehr als die übliche Musikerbiografie. Es ist das umfassende Porträt einer echten Ikone.
Die wilden Siebzigerjahre in New York City, in denen Blondie neben den Ramones, Television, Talking Heads, Iggy Pop oder David Bowie zur Speerspitze der Punkbewegung aufstiegen, werden mit all dem Dreck und Rotz der damaligen Zeit lebendig. Debbies Memoiren folgen ihrem Weg vom Nummer-eins-Erfolg zur Heroinsucht, der schweren Krankheit ihres Weggefährten Chris Stein, einem herzzerreißenden Bankrott, der Auflösung von Blondie, einer facettenreichen Karriere als Schauspielerin in über dreißig Filmen, einer erfolgreichen Solokarriere, dem triumphalen Comeback der Band und ihrem nimmermüden Einsatz für Umweltschutz und die Rechte der LGBTQ-Community.
FACE IT ist die kinoreife Geschichte einer Frau, die ihren eigenen Weg gegangen ist und für viele nachfolgende Künstlerinnen als Vorreiterin neue Standards gesetzt hat. Wir treffen auf viele glamouröse Weggefährten, die über die Jahre Debbies Weg gekreuzt haben – von Andy Warhol über Jean-Michel Basquiat, Marina Abramovíc, David Cronenberg bis John Waters. Sie alle sind Teil einer unterhaltsamen, oftmals schockierenden, bewegenden, witzigen und auch Augen öffnenden Autobiografie.

REZENSION:

Im Gegensatz zu meinen üblichen Buch-Genres kann es sicherlich nicht schaden, den Horizont etwas zu erweitern und sich somit einer ganz interessant klingenden Autobiografie zu widmen. Es handelt sich dabei um das Leben Deborah Harrys – besser bekannt als Debbie Harry und ganz besonders bekannt als Blondie.
Gedanklich konnte ich mich diesem Werk komplett unaufgeregt widmen, da Blondie mir zwar bekannt war, ich einige Songs sehr gerne mochte und mag, ein Doppelalbum mein eigen nenne, dennoch keine Fan-Attitüden entwickelte. Nichts desto trotz bin ich ein großer Fan der von ihr bedienten Musiksparte und somit weckte FACE IT ausreichend Interesse in mir.
Wie sich dabei herausstellen sollte, wurde ich auch keineswegs enttäuscht.
FACE IT ist nicht  neben den erzählten Erlebnissen der Ausnahmekünstlerin eine Hommage an ihre Fans. Dies zeigt sie insbesondere an der Vielzahl an Fan-Art-Zeichnungen und Bildern, die in diesem Buch zum Teil erstmalig veröffentlicht worden sind.
Neben der Vielzahl an wundervollen künstlerischen Werken lässt uns Debbie an ihrem Leben teilhaben. Als Fan oder Beobachter von Berühmtheiten geht man oft davon aus, dass eine berühmte Klientel auch sogleich im Gelde schwimmt – auch Debbie Harry beweist in ihrem Werk das Gegenteil und ich bin erneut erschüttert, wie ausbeuterisch die Schlipsträger gegenüber von Künstlern auftreten. Bei Blondie ist die gesamte Band laut dieser Biografie während ihrer erfolgreichsten Phase eigentlich am tiefsten Punkt ihres Lebens. Kein Geld, eine Tour jagt die andere, künstlerische Freiheiten werden aufgrund von Verträgen eingeschränkt, Drogen bestimmen den Tagesrhythmus. Nichts desto trotz ist Debbie Harry eine Sperrspitze für die Rolle der Frau und konnte damit – wohl unbewusst – bestimmt einige Wege für nachfolgende Generationen bereiten.
FACE IT macht unglaublich viel Spaß und funktioniert auch bei „Nicht“-Fans, da es schlicht ein Spiegelbild der damaligen Zeit darstellt. Als einzigen Vorwurf könnte ich ihr die etwas fehlende Lebendigkeit und persönliche Tiefe vorwerfen. Es fehlen schlicht die Emotionen – gleichzeitig kann ich dies aber auch ganz gut verstehen, da sie wohl nicht zu viel persönliches von sich preisgeben möchte – es handelt sich ja bei FACE IT glücklicherweise nicht um einen Nachruf, sondern um ein Werk einer rundum interessanten Frau mit einem Leben voller Punk, Drogen und dem Kampf um Anerkennung.
FACE IT zeigte mir, dass auch Autobiografien überzeugend, interessant und nachdenklich wirken können. Ein kleiner Blick durch das Schlüsselloch in ein fremdes Leben. Wahrlich ein interessantes Werk mit einem positiv klingenden Nachhall.
Schön, dass ich eine nur am Rande betrachtete Künstlerin neu entdecken konnte.
Jürgen Seibold/10.12.2019

Wilckens, Carl: 13 – Das Tagebuch, Band 3: Das Spielbild

©2019 acabus Verlag, Hamburg
ISBN 978-3-86282-700-8
ca. 467 Seiten

COVER:

Godric End, meistgesuchter Widerstandskämpfer Dustriens, erzählt den Insassen von Zellenblock 13 seine Geschichte.

Ich stehe im Hafen von Treedsgow. Der Wind zerrt an den Papieren in meiner Hand und Dunkelheit senkt sich über mich herab. Was auf der zweiten Seite von Williams Tagebuch steht, droht mich um den Verstand zu bringen. Die Worte öffnen in meinem Innern die Tore zu etwas Bösem und ich werde wieder zu dem, der ich auf der Swimming Island war. Zu einem Mörder. Zum Redscarf Butcher.
Mein Weg fürht mich zur Universität und ich helfe, eine uralte Technologie zum Leben zu erwecken. Die Himmelsschiffe, die Gothin bombardieren, die Golems, die für uns auf dem Schlachtfeld kämpfen … sie alle entspringen der jahrtausendalten Technologie der Segovia.

Ihr sollt meine Geschichte hören. Von den Fortschritten an der Treedsgow University und von meinem Krieg gegen den König der Banditen. Wie ich beinahe dem, Wahnsinn verfiel, von einem Wesen aus reiner Energie und dem Untergang der Welt.

REZENSION:

In den letzten Monaten ist mir immer mehr aufgefallen, dass ich nicht mehr wirklich gewillt bin, langatmige Geschichten zu lesen, welche über mehrere Bände ausgebreitet werden. Viel zu oft bin ich seit einiger Zeit enttäuscht worden. Insbesondere, wenn man einige Zeit auf den Nachfolgeband warten muss und dabei unter Umständen den Zugang zur Geschichte verliert.
Nun, die Serie um Godrics End von Carl Wilckens ist dabei eine rühmliche Ausnahme und ich bin immer wieder erfreut, wenn ich höre, dass ein neuer Band das Licht der Welt erblicken wird.
Mit 13 – Das Spiegelbild befinden wir uns nun bereits beim dritten Band und das grundsätzliche Prinzip hat sich in keinster Weise geändert: Godric sitzt in seiner Zelle und erzählt seinen Mitgefangenen über sein Leben.
Interessanterweise entspricht Godric überhaupt nicht den üblichen Protagonisten in fantastischen Geschichten. Godric End ist eher eine Art Antiheld und glänzt nicht gerade mit Sympathie. Nichts desto trotz folgt man seinen Erzählungen und dem dazugehörigen Leben voller Gewalt, phantastischen Wesen, Irrungen und Wirrungen, seine persönlichen Fehden, sowie den dazugehörigen skrupellosen Kämpfen.
Carl Wilckens erzählt auch im vorliegenden, dritten Band virtuos seine Geschichte und bedient sich dabei weitläufig in der Welt der Phantastik. Sein Ideenreichtum steht beinahe allein in weiter Flur und seine detaillierte als auch liebevolle Art des Erzählens zeugt von einem ungebremsten Schaffensreichtum, der hoffentlich noch lange nicht abbrechen wird.
Das düstere Leben von Godric End ist nicht nur interessant – nein, man möchte auch immer wissen, wie es denn nun weitergeht. Einerseits wünscht man sich ein stilvolles Ende herbei, andererseits möchte man weiterhin den Erlebnissen folgen und folgen und folgen.
13 ist mittlerweile so ziemlich die einzige Reihe, bei der ich mich bereits sehnsüchtig nach dem nächsten Band verzerre. Ich hoffe dabei sehr, dass Wilckens‘ Ideenreichtum auch weiterhin das bestehende Niveau als auch den Abwechslungsreichtum aufrecht erhalten kann und somit ein weiteres Spitzenwerk abliefern wird.
Auch 13 – Band 3 ist somit ein Highlight dieser Crossover-Serie und ich finde es absolut klasse, dass der Autor es bisher scheinbar problemlos geschafft hatte, seinen Plot immer besser zu entwickeln und keinen einzigen langweiligen Buchstaben zu integrieren.
Weiter so!
Godrics Erlebnisse sind und bleiben eine ganz besondere Empfehlung – wer ihn noch nicht kennt, sollte einfach beim ersten Buch zuschlagen, dieses herausragende Werk genießen und dabei berücksichtigen, dass die Reihe bisher immer besser geworden ist.
Jürgen Seibold/07.12.2019

Hansen, Thore D.: Die Reinsten

©2019 by Golkonda Verlags GmbH & Co. KG, München – Berlin
ISBN 978-3-946503-90-3
ca. 422 Seiten

COVER:

Die Erde im Jahr 2191: Hundertfünfzig Jahre nach einer verheerenden Zeit von Kriegen, Seuchen und Klimakatastrophen führt die künstliche Intelligenz Askit die letzten Überlebenden in eine Ära des Friedens. Elite der neuen Welt sind die Reinsten, die als Wissenschaftler für die Regeneration des Planeten arbeiten. Ihre Persönlichkeitsentwicklung wird von Askit ständig überwacht und gesteuert.

Eve Legrand wird von der KI in der wichtigsten Prüfung ihres Lebens als Reinste anerkannt. Doch anstatt von Askit ausgewählt zu werden, um die Erholung des Planeten von den Folgen des verheerenden Klimawandels voranzutreiben, wird sie ohne Erklärung verstoßen. Ihr bleibt nur die Flucht in die Zonen, die nicht von Askit kontrolliert werden. Eve wird dort mit einer Wirklichkeit konfrontiert, die ihre gesamten Werte und Vorstellungen radikal infrage stellt. Und während sie beginnt, die Welt mit anderen Augen zu sehen, begreift Eve, dass Askit sie zum Werkzeug bestimmt hat: Es liegt in ihrer Hand, die Menschheit zu retten oder sie endgültig zu vernichten.

REZENSION:

Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich endlich eine ansehnliche Zahl an Romanen mit den unausweichlichen Effekten des Klimawandels beschäftigen. Wie in den meisten ist es auch im vorliegenden Buch nicht gerade schön, was so alles auf uns zu kommt.
Thore D. Hansen stellt eine Welt dar, die absolut plausibel ist. Keinerlei Punkt wird beschönigt – im Gegenteil, seine Geschichte wirkt sehr wissenschaftlich und zeigt jeglichen Umstand einigermaßen detailliert ausgebreitet dar.
Die Reinsten ist somit eine Art Dystopie – eine „Art“ deshalb, da wir uns auf dem besten Wege dorthin befinden und eine Vielzahl bereits eingetroffen ist.
Fiktional bleibt beinahe nur die KI namens Askit, welche die Rolle des übergeordneten „Kümmerers“ übernommen hat. Somit prinzipiell schon einmal eine Verbeugung vor der außerordentlich gelungenen Idee mit einer Vielzahl an Fäden, die direkt mit unserer Gegenwart verbunden sind.
Dennoch konnte mich der Roman nicht wirklich überzeugen, geschweige denn begeistern. Dies liegt an der erzählerischen Vorgehensweise des Autors. Die schriftstellerische Qualität lässt nicht viel zu wünschen übrig, aber das Wort alleine reicht leider nicht, um einen Leser mitfiebern zu lassen. In diesem Fall dreht sich Thore D. Hansen leider zu oft im Kreis und man fragt sich, wann nun endlich der nächste Gang reingelegt und etwas Tempo aufgenommen wird. Darüber hinaus hatte ich keinen Zugang zur Hauptdarstellerin aufbauen können. Geschieht dies in einem Roman, versucht man als Leser andere Ebenen zu greifen, um noch ein wenig in das Geschehen eintauchen zu können. Da Eve in ihrer Rolle jedoch sehr dominant wirkt, ich nicht mit ihr warm geworden bin, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich mir über Sinn und Zweck dieser Story Gedanken machte.
Das ist sehr schade, da die Idee wahrlich gut ausgearbeitet worden ist und die dargestellte Welt nach der Klimakatastrophe nur eine Hand breit weg zu sein scheint. Nichts desto trotz wirkte alles etwas aufgesetzt und die handelnden Personen nahmen vieles zu leicht hin. Sobald jemand Kontur bekam, die Umstände aber für eine Änderung sprachen, drehte sich die Figur sogleich in die richtige Richtung und verlor dadurch erhebliche Glaubwürdigkeit.
Kurzum: Die Reinsten strotzt vor einer unglaublich gelungenen Idee und könnte sicherlich auch manchen Leser positiv überraschen. Für mich hat es leider nicht gereicht, da die Handlung durch die sehr ausführliche Buchbeschreibung nahezu abgesteckt worden ist und es keine außergewöhnlichen Überraschungen gab, um mich bei der Stange halten zu können.
Jürgen Seibold/28.11.2019

Anthologie: Oldschool Horror 1

©2019 Eldur Verlag, Aachen
ISBN 978-3-937419-30-5
ca. 190 Seiten

COVER:

Die Oldschool-Reihe von Eldur setzt auf klassischen Spannungsaufbau und tiefe Ängste, auf Hintersinn und doppelten Boden. Die Klassiker – dunkle Keller, Geister und Flüche – sind hier ebenso zu finden, wie moderne Varianten des Grauens. Die Geschichten sind überwiegend böse und gehen selten gut aus für die Protagonisten.

REZENSION:

Ein kurzer Blick in die Annalen meiner literarischen Seite zeigte mir im Vergleich zur Homepage des Eldur-Verlages, dass ich beinahe jede Veröffentlichung dieses kleinen, feinen Verlages rezensieren durfte. Dabei zeigte sich sehr deutlich, dass dabei jedes einzelne mir bekannte Werk einen guten Eindruck bei mir hinterlassen hatte.
Vor kurzem konnte man noch meine Meinung zum sechsten Band der kranken Fleisch-Reihe lesen und nun zeigt sich der Verlag plötzlich ganz Oldschool?
Nun, auch ich hatte beim Betrachten des Covers gewisse Erwartungen: Ich sah den klassischen Horror in einem alten Haus, Geister, knarrende Treppen, tiefe Keller, dunkle Ahnungen und ähnlichem im Stile der alten Klassiker des Genres.
Tja, der Eldur Verlag überrascht auch hier erneut: Ja, die Geschichten sind entgegen der Fleisch-Reihe reduziert auf klassischen Spannungsaufbau – was ich schon einmal perfekt finde. Gleichzeitig sind sie durchweg kein simpler Abklatsch längst vergangener Zeiten – nein, jeder der darin enthaltene Story legt das „alte“ Vorgehen in die heutige Zeit beziehungsweise zeigt, dass sich die zeitgenössischen Autoren schlicht weiter entwickelt haben und trotzdem (oder gerade deshalb?) in der Lage sind, eine Spielart des „klassischen“ Horrors zu schreiben und dem geneigten Leser darzubieten.
Wie in beinahe jedem Kurzgeschichtenband findet man auch hier Geschichten, die man als außerordentlich empfindet, Geschichten, die okay sind und eventuell Geschichten, die man im Augenblick nicht ganz so gut findet. In diesem Band trifft das auch zu, jedoch mit einem kleinen Nachsatz: Selbst die vermeintlich schlechteste Geschichte besitz ein herausragendes Niveau und somit handelt es sich hier erneut um eine herausragende Publikation des Verlags. Ich hoffe wirklich sehr, dass der Eldur Verlag auch in Zukunft sein geschicktes Händchen bei der Auswahl an Geschichten behält. Ich bin mir sicher, da stehe ich nicht alleine.
Oldschool Horror ist ein grandioser Start einer sehr interessant klingenden, neuen Reihe. Auch wenn ich mir noch ein klein wenig mehr „altertümliche“ Vorgehensweise (wie etwa in „Der falsche Fährmann“, „Das Haus in Athens“ und auch „Der Klinikfahrstuhl“) wünschen würde: Das hier bereits vorhandene Potpourri gibt mir keine Möglichkeit einer negativ angehauchten Kritik.
Jürgen Seibold/27.11.2019