Guillermo del Toro & Chuck Hogan: Die Saat – The Strain

Originaltitel: The Strain, The Fall, The Night Eternal
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Bürger und Kathrin Bielfeldt (Die Saat) sowie von Alexander Lang (Das Blut, Die Nacht)
©2009, 2010, 2011 by Guillermo Del Toro & Chuck Hogan
© 2016 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-3172259–2
ca. 1324 Seiten

COVER:

Sie waren immer hier. Unter uns. Sie haben gewartet. In der Dunkelheit. Jetzt ist ihre Zeit gekommen …
Für Ephraim Goodweather, den Chef der New Yorker Seuchenschutzbehörde, ist es keine Nacht wie jede andere. In dieser Nacht kommt auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen eine gerade gelandete Maschine abrupt zum Stehen, der Funkverkehr bricht ab, alle Lichter erlöschen. Goodweather trommelt sein Team zusammen, und gemeinsam betreten sie das Flugzeug. Ihnen bietet sich ein gespenstisches Bild: Die Passagiere sitzen aufrecht in ihren Sesseln und bewegen sich nicht. Als hätte sie eine gewaltige Kraft in Sekundenschnelle getötet. Nur: Wie ist so etwas möglich? Und: Sind die Passagiere wirklich tot? Nein, es ist keine Nacht wie jede andere. In dieser Nacht beginnt der Kampf gegen das Böse, das gekommen ist, um New York zu erobern.
Und nicht nur New York, sondern die ganze Welt.

REZENSION:

Im vorliegenden Band mit dem Titel „Die Saat – The Strain“ befindet sich der komplette Zyklus von drei Bänden der beiden Autoren Guillermo del Toro und Chuck Hogan – beides nicht gerade unbekannte Namen, insbesondere del Toro konnte als Regisseur sehr gelungene Akzente im Filmbusiness setzen.
Nun ein Werk in Zusammenarbeit, in dem die Welt der Vampire um eine weitere Darbietung fortgesetzt werden soll. Interessanterweise scheint diese Idee von Anfang an zu funktionieren – vor allem der geschickte Start mit den Insassen eines Passagierflugzeuges und im Nachgang die an klassischen Vampirmythen abweichende Art des Erzählens sorgt für eine spannende Erfrischung des Genres.
Der erste Band „Die Saat“ führt dem Vampirgenre interessante Aspekte hinzu beziehungsweise führt neue Aspekte ein. Hier gibt es keinen Gentleman-Vampir der alten Garde sondern hungrige Wesen, die wie ein Sturm über die Menschheit hinwegfegen.
„Die Saat“ zeigt sich somit durchweg als interessanter Baustein des Genres und macht nahezu von vorne bis hinten Spaß und sorgt dementsprechend für eine spannende Unterhaltung, die – auch durch den Cliffhanger am Ende – nach weiteren Episoden lechzen lässt.
„Das Blut“ wirkt ähnlich ambitioniert, schafft leider nicht den Status des ersten Bandes aufrecht zu halten. Während man bei „Die Saat“ noch ein Auge auf die etwas dünne Charakterentwicklung zudrücken konnte, fällt das im zweiten Buch bereits schwerer, da die Geschichte das aufgebaute Niveau nicht mehr halten kann und dadurch andere Punkte verstärkt in den Vordergrund drängen und sich somit nicht mehr hinter einem spannenden Plot verstecken können. Nichts desto trotz lässt sich auch „Das Blut“ noch recht gut konsumieren, während leider der finale Band in eine gewissen Belanglosigkeit fällt und dem Zyklus nichts mehr hinzufügen kann. Ich denke, hier wäre in der Gesamtheit weniger mehr gewesen und mit einem grandiosen Schluss des ersten Bandes hätte das Genre ein neues i-Tüpfelchen bekommen, während durch die beiden Fortsetzungen der gesamte Zyklus leider nicht gleichwertig weiter erzählt wird und somit in seiner Gänze nicht zu einem Nachhaltigen Ende kommt.
Nichts desto trotz freue ich mich im Nachgang, „Die Saat“ gelesen zu haben, da hierin die Story noch außerordentlich gut funktioniert.
hysterika.de / JMSeibold / 15.09.2021

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