Ray Bradbury: Fahrenheit 451

©1953 Ray Bradbury
ISBN 978-0-00-654606-1
ca. 227 Seiten

COVER:

THE TERRIFYINGLY PROPHETIC NOVEL OF A POST-LITERATE FUTURE…

Guy Montag is a fireman. His job is to destroy the most illegal of commodities, the source of all discord and unhappiness: the printed book.

Montag never questions the destruction or his own bland life, until he is shown a past where people didn’t live in fear and a present where one sees the world through ideas.

Montag starts hiding books in his home. Soon they’ll make him run for his life.

REZENSION:

FAHRENHEIT 451 ist ein Stück Literaturgeschichte. Dementsprechend schwer fällt es mir, hier nicht nur himmelhochjauzend für das Lesen dieses geschichtsträchtigen Werkes zu plädieren. Selbstverständlich sollte jeder Liebhaber von Büchern sich mit diesem Buch befasst zu haben – viel zu wichtig ist dessen visionärer Inhalt: Ein Verlust des niedergeschriebenen Wissens als auch der textuellen Darlegung von Geschichten würde die Menschheit ungebremst in die Dunkelheit stürzen. Nichts desto trotz scheinen wir uns trotz des Vorhandenseins von Wissen in den Weiten des Internets immer mehr in diese Richtung zu bewegen.
FAHRENHEIT 451 ist bedrückend für jeden Liebhaber guter Bücher – allein der Gedanke, dass Bücher nicht nur verboten, sondern gar bei Entdeckung von Feuermännern hochamtlich verbrannt werden, ist nur schwer nachvollziehbar und sorgt bei jedem Leser für eine durchgehende, ängstlich angehauchte Gänsehaut.
Nichts desto trotz hatte ich mir den Plot ein wenig spannender und beängstigender vorgestellt. Immerhin geht es hier um den Nachlass der Menschheit und um einen Menschen auf der Flucht vor seinen Häschern. Natürlich verliert sich die Dramatik und der philosophische Hintergrund auf keiner Seite und die Geschichte Bradburys steht auch nahezu 70 Jahre nach seinem Entstehen immer noch für sich. Würde jedoch ein Autor sich aktuell in dieser Art mit diesem Thema befassen, hätte er unter Umständen mit einigen etwas weniger euphorischen Stimmen zu rechnen. Als reiner phantastischer Plot ist es mir etwas zu zahm geschrieben – was nichts mit der Zeit des Entstehens zu tun hat, denn in den 50er Jahren entstanden hochrangige Werke der phantastischen Literatur. Als nachdenklich machende Lektüre ist FAHRENHEIT 451 anderen Werken jedoch deutlich überlegen und schafft es immer noch, uns einen nicht gerade kleinen Spiegel vor zu halten.
Ich hoffe sehr, dass wir niemals in eine Welt ohne Bücher eintreten, da dies definitiv der Anfang vom Ende wäre – vor ca. 70 Jahren gab es schon erste Schritte in diese Richtung. Möge sich so etwas nie mehr wiederholen …
Hysterika.de/JMSeibold/08.03.2021

Tagged , , , . Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.