Silvia Moreno-Garcia: Mexican Gothic

First published in Great Britain in 2020 by Jo Fletcher Books
©2020 Silvia Moreno-Garcia
ISBN 978-1-52940-27-4
ca. 301 Seiten

COVER:

When glamorous socialite Noemi Taboada receives a frantic letter from her newly-wed cousin begging to be rescued from a mysterious doom, itˋs clear something is desperately amiss. Catalina has always had a flair for the dramatic, but her claims that her husband is poisoning her and her visions of restless ghosts sound remarkable, even for her.

Noemi`s chic gowns and perfect lipstick are more suited to cocktail parties than amateur sleuthing, but she immediately heads to High Place, a remote mansion in the Mexican countryside, determined to discover what is so affecting her cousin.

Tough and smart, she possesses an indomitable will, and she is not afraid: not of her cousin`s new husband, who is both menacing and alluring; not of his father, the ancient patriarch who seems to be fascinated by Noemi; and not of the house itself, which begins to invade Noemi`s dreams with visions of blood and doom.

Her only ally in this inhospitable abode is the family`s youngest son. Shy and gentle, he wants to help – but he might also be hiding dark knowledge of his family`s past. For there are many secrets behind the walls of High Place. The family`s once colossal wealth and faded mining empire kept them from prying eyes, but as Noemi digs deeper she unearths stories of violence and madness.

And Noemi, mesmerized by the terrifying yet seductive world of High Place, may soon find it impossible to leave this enigmatic house behind …

REZENSION:

“Mexican Gothic” steht ganz im Zeichen beziehungsweise Erbe altehrwürdiger Haunted-House-Romane und versucht in diesem Bereich seinen Stempel aufzudrücken. Im Gegensatz zu den klassischen Werken handelt es sich hier um eine erfrischend neue Schriftstellerin, die sich bereits mit einigen Veröffentlichungen einen positiven Namen machen konnte. Aktuell scheint „Mexican Gothic“ in deutscher Sprache noch nicht zur Verfügung zu stehen – ich denke aber, dies ist sicher nur noch eine Frage der Zeit, bis sich diesem unterhaltsamen Werk ein hiesiger Verlag zu widmen gedenkt.
Silvia Moreno-Garcia erzählt ihre Geschichte außerordentlich interessant und möchte dabei einen großen Bogen spannen. Ihre Hauptdarstellerin ist eine relativ „normale“ Frau, die sich selbst noch nicht ganz sicher über ihren eigenen Werdegang zu sein scheint. Ihre bisherigen Leistungen bestehen im Verführen von Männern, Teilhabe an Parties und dem Wechseln von Studienfächern. Nichts desto trotz wird sie von ihrem Vater in das Herrenhaus High Place geschickt, um dort mehr über die aktuelle Situation ihrer Cousine herauszufinden, die ihrem Noemis Vater einen sehr konfusen Brief geschickt hatte, der verworren klingt, jedoch auch sichtlich einen Hilferuf darstellt.
Im Weiteren begegnen wir einer alten Familie, die ihren Reichtum auf dem Rücken von ausgebeuteten Mexikanern aufgebaut hatten. Ausgebeutet in einer sehr ergiebigen Silbermine, die jedoch auch für viele dort Beschäftigte zum Grab wurde.
Die Ingredienzen der Geschichte lassen den Flair des besagten Genres neu auferstehen – dennoch kann Silvia Moreno-Garcia dem nicht wirklich viel Neues hinzufügen. Dies liegt aber keineswegs an ihrer erzählerischen Qualität, sondern sicherlich eher am Umstand, dass nahezu jedes „Gothic-House“ bereits im Laufe der Jahre in vielen literarischen Werken seine eigenen Geheimnisse preis geben musste.
Die Geschichte ist dabei trotzdem sehr unterhaltend und führt trotz mancher Vorhersagbarkeit zu interessanten Aspekten und einigermaßen spannenden Lesestunden.
Alles in allem eine Schriftstellerin mit richtig gutem Potenzial und einem sehr interessanten Schaffensergebnis. Somit ein nicht sagenhafter, doch ziemlich guter Tipp, um sich etwas erfrischend und geliftet wieder einmal in ein altes Herrenhaus zu begeben. Die Geister sind zwar etwas natürlicherer Natur, aber gerade das sorgt für ein wenig Abwechslung in dieser literarischen Spielart der Gothic-Fantasy, wie es wohl im englischsprachigen Raum genannt wird.
Abschließend möchte ich noch dazu sagen, dass ich das Cover absolut sagenhaft finde. Dies hat mich bei der Recherche nicht losgelassen, da es in Bezug auf einen “Gruselroman” eher zu romantisch aufgebaut ist – gleichzeitig besitzt es auch eine gewisse Intensität, die schlicht neugierig zu machen scheint.
Hysterika.de/04.10.2020

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