Jay Kristoff: Nevernight – Die Rache

Originaltitel: Darkdawn
Aus dem Englischen von Kirsten Borchardt
©2019 Neverafter PTY LTD.
©2020 der deutschsprachigen Ausgabe S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.
ISBN 978-3-596-70358-6
ca. 778 Seiten

COVER:

Wenn überall Blut ist, ist Blut das Einzige.

Mia Corvere hat ihre Laufbahn als Gladiatii mit dem kühnsten Mord in der Geschichte der Republik gekrönt. Kardinal Duomo liegt tot im Staub, und auch Julius Scaeva scheint ihrem grabbeinernen Dolch zum Opfer gefallen zu sein. Aber der Augenschein trügt: Tot ist nur sein Doppelgänger, während der Konsul lebt und das Attentat nutzt, um seine Macht ins Grenzenlose zu steigern. Er ruft sich selbst zum Imperator aus, um eine Dynastie von Königen zu begründen.

Doch auch Mia steht nicht mit leeren Händen da: Sie hat die Arena nicht alleine verlassen, sondern ist mit Jonnen geflohen, dem einzigen legitimen Nachfolger von Julius Scaeva. Und sie weiß: Er wird alles daran setzen, seinen Sohn lebend zurückzubekommen.

REZENSION:

Es gibt nicht viele Zyklen, bei denen ich es bis zur Veröffentlichung des nächsten Bandes fast nicht erwarten konnte. Die Geschichte über die junge Assassinin Mia konnte mich jedoch bereits beim ersten Buch uneingeschränkt überzeugen. Dementsprechend gierig stürzte ich mich auf den Zweiten und freute mich nach dessen Abschluss bereits sehr auf den finalen dritten Teil, der nun mit dem Untertitel „Die Rache“ vorliegt.
Jay Kristoff bleibt sich seinem Setting absolut treu – dementsprechend „dreckig“ wird die Story fortgeführt. Gut, man kann bereits ab dem Beginn stark davon ausgehen, wie es enden wird – Kristoff macht auch keinen Hehl daraus und gibt selbst die in Spoilermanier die Richtung vor. Nichts desto trotz ist hier der Weg das Ziel und es offenbart sich ein Abschlussband, der absolut nichts missen lässt: Eine sarkastische, dreckige Geschichte mit üblen Gestalten, die einem ungebremst ans Herz wachsen. Explizite und detailliert dargestellte Sexszenen, die den Roman eher in Richtung Erwachsenenliteratur heben und eine Sprache, die vor absolut keinem Wort zurückschreckt. Wer sich an vulgärer Sprache als auch vulgären Handlungen stört, sollte besser die Finger davon lassen – hat man damit keinerlei Problem: einfach zugreifen!
Der gesamte Weg von der jungen, unausgebildeten Göre zur ausgereiften Beinahe-Göttin lässt nichts zu wünschen übrig. Ein Fantasy-Zyklus, der von Anfang an zu begeistern weiß und deutlich zeigt, dass man als Autor auch ein wenig die Grenzen ausloten, wenn nicht gar durchbrechen, kann. Das Ergebnis ist eine ausgewachsene Unterhaltung für anspruchsvolle Leser des Genres.
In meinen Augen ein echter Lichtblick in dem oft recht festgestampften Pfad der Fantasy. Großartig, fesselnd, spannend, abwechslungsreich und vor Ideen strotzend.
Gut, erneut mit Fußnoten – aber: auch diesmal habe ich diese schlicht nicht beachtet. Die Story funktioniert dennoch und man kann sich diesen ja unter Umständen zu späterer Zeit widmen.
Alles in allem ein Lesegenuss der besonderen Art – gleichzeitig ein würdiger Abschluss dieser herausragenden Trilogie.
Jürgen Seibold/04.05.2020

Tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.