Michael E. Vieten: Christine Bernard – Das Mädchen aus einer anderen Welt

©acabus Verlag, Hamburg 2020
ISBN 978-3-86282-739-8
ca. 272 Seiten

COVER:

Sie kommen in der Nacht und stehlen Menschen.
Lina hat einen von ihnen getötet.
Sie werden ihn rächen.
Nun ist Lina allein und nirgendwo sicher.

Ein verängstigtes Mädchen, ihr wirres Mordgeständnis, viel Blut, aber keine Spur von der Leiche. Die Beamten der Trierer Kriminalpolizei ermitteln bis an den Rand des Vorstellbaren. Als sie ein grausames Netzwerk aufdecken, blicken sie in einen Abgrund und erkennen die Grenzen ihrer eigenen Macht.
Kommissarin Christine Bernards neuer Fall führt sie in eine fremde Welt und rüttelt an ihren persönlichen Überzeugungen.

REZENSION:

Aufgrund meiner persönlichen Genreneigung gibt es nicht viele Krimibücher, die ich mir zu Gemüte führe. Durch einen lockeren Rezensionskontakt zu Michael E. Vieten ergab es sich vor einige Jahren jedoch, dass ich mich mit jedem seiner Bücher auseinandersetzen konnte und dabei erfreulicherweise nicht enttäuscht worden bin.
Da Krimis üblicherweise etwas weniger Spannungselemente in sich führen, als Thriller oder gar gewisse Werke der phantastischen Literatur, mache ich bei diesem Aspekt grundsätzlich einige Abstriche, da die Klientel dieser Werke ihren Fokus weniger auf diesen Punkt legen, sondern eher die Ermittlungen verfolgen. Explizite Beschreibungen werden bei den reinen Krimilesern eher ungern gesehen beziehungsweise gelesen.
Michael E. Vieten bedient in seinem neuesten Werk über seine Ermittlerin Christine Bernard diese Erwartungshaltung ziemlich gut und führt mit „Das Mädchen aus einer anderen Welt“ die Erlebnisse der sympathischen Kommissarin erfolgreich fort.
Im Vergleich zu seinen bisherigen Romanen über Christine Bernard hinkt der vorliegende ein wenig nach. Gut, der sprachliche Stil als auch die stringente Vorgehensweise des Autors sorgen erneut für eine gute Krimi-Unterhaltung. Dennoch waren die bisherigen Werke nachhaltiger und tiefgründiger als das nun vorliegende.
Michael E. Vieten versucht sehr wichtige Themen zu verpacken und gibt mit dem Titel „Das Mädchen aus einer anderen Welt“ bereits ein klein wenig die Richtung vor – innerhalb der Buchseiten wird dies jedoch leider zu wenig ausgebreitet, obwohl bei diesem Missbrauchsthema unglaublich viel Potenzial vorhanden wäre.
Insbesondere, da mir die prinzipielle Tiefgründigkeit des Autoren in seinen Vorgängerwerken sehr bewusst geworden ist, hätte ich mir hier erheblich mehr davon erwartet.
Gleichzeitig ist dies ein wenig Meckern auf hohem Niveau, da auch „Das Mädchen aus einer anderen Welt“ ein gut unterhaltender Krimi aus der Welt Christine Bernards ist und somti die Reihe ganz gut weiterführt und erneut nach mehr hoffen lässt.
Jürgen Seibold/04.04.2020

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