Tchaikovsky, Adrian: Im Krieg

Originaltitel: Dogs Of War
Aus dem Englischen von Peter Robert
Deutsche Erstausgabe 7/2019
©2018 by Adrian Tchaikovsky
©2019 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-32024-6
ca. 381 Seiten

COVER:

„Mein Name ist Rex. Ich bin ein guter Hund.“ Und das ist auch alles, was Rex, eine sogenannte technisch optimierte Bioform, in seinem Leben möchte – ein guter Hund sein und seinem Herrn gehorchen. Gemeinsam mit seinem Rudel kämpft Rex in einem seit Jahrzehnten andauernden Krieg, und wenn sein Herr sagt „Töte!“, dann tötet Rex. Wieder und wieder. Als sein Herr eines Tages vors Kriegsgericht gestellt wird, kommen Rex jedoch Zweifel. Was soll er tun, wenn er keinen Herrn mehr hat, der ihm befiehlt? War es möglicherweise falsch, blind zu gehorchen? Und haben er und die anderen Bioformen überhaupt ein Anrecht auf Freiheit und ein eigenes Leben?

REZENSION:

Nach dem rundherum fulminanten und epochalen „Kinder der Zeit“ war ich sehr gespannt auf das vorliegende Werk mit dem Titel „Im Krieg“ von Adrian Tchaikovsky.
Tchaikovsky erzählt darin eine Geschichte über eine mögliche Zukunft des Krieges: Bioformen unterstützen den Menschen beim Kampf. Sie wurden dementsprechend gezüchtet beziehungsweise erschaffen, damit sie uneingeschränkt ihrem Herrn gehorchen und somit skrupellos über Leichen gehen. Ein simpler Tötungsbefehl und der treue Hund als auch die weiteren Mitglieder seines vielseitig aufgebauten Rudels töten, ohne einen weiteren Gedanken zu verschwenden. Nachdem jedoch die ehemaligen Lebewesen auch gedanklich ein neues Niveau erreicht haben, beginnen sie jedoch, sich nach und nach mit gewissen persönlichen Auseinandersetzungen zu beschäftigen. Dies verstärkt sich in dem Moment, als ihr Herrchen von einem Augenblick zum anderen nicht mehr für sie erreichbar ist.
Tchaikovsky entwickelt eine sehr interessante Parabel und sorgt somit für gedanklichen Tiefgang. Durch seinen sprachlichen Kniff lenkt er den Leser direkt in die Gedankengänge seines Hauptdarstellers – gleichzeitig ist dies aber auch der Punkt, welcher in meinen Augen dafür sorgte, dass ich zu diesem Werk keinen nachhaltigen Zugang finden konnte.
Erzählungen in der Ich-Form machen mir es häufig etwas schwer – in diesem Fall konnte ich mich darüber hinaus nicht mit der erzählenden Figur identifizieren. Aus diesem Grund spürte ich zwar die Kraft der Geschichte, konnte diese aber leider nicht rundum genießen.
„Im Krieg“ ist dennoch ein hochinteressanter Plot mit einer klaren Botschaft – eine Erzählform im Stile „Kinder der Zeit“ hätte bei mir sicherlich besser funktioniert. Hat man kein Problem mit dieser schwenkenden Art des Erzählens, findet man in „Im Krieg“ einen sehr interessanten Plot, der mehr bietet als reine Unterhaltung.
Jürgen Seibold/01.11.2019

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