Heitz, Markus: Die dunklen Lande

©2019 Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-22676-6
ca. 540 Seiten

COVER:

EIN BLUTIGER KRIEG,
FINSTERE MÄCHTE UND MAGIE
ZWEI MUTIGE FRAUEN
STELLEN SICH DEM BÖSEN

1629. Der Dreißigjährige Krieg erschüttert Europa und tobt besonders gnadenlos in Deutschland. Die junge Abenteurerin Aenlin Kane reist in die neutrale Stadt Hamburg, um das Erbe ihres berühmten Vaters Solomon Kane zu finden. Dazu nimmt sie zusammen mit ihrer Freundin Tahmina, einer persischen Mystikerin, den folgenschweren Auftrag der West-Indischen Compagnie an: Eine zusammengewürfelte Söldnertruppe soll sich nach Bamberg durchschlagen und fünf Personen abholen, um sie sicher in die Hansestadt zu eskortieren. Was sie nicht wissen: Bamberg ist die Stadt grausamster Hexenprozesse. Und der Anführer der Truppe, Nicolas, verbirgt ein düsteres Geheimnis. Schon bald geht es für die Söldner nicht länger nur um den Auftrag, sondern um alles oder nichts. Um zu überleben, müssen Aenlin und Tahmina ihre Klingen mit der dämonischen Macht kreuzen, die die Wirren des Krieges zu ihrem Vorteil nutzen will.

REZENSION:

Schon mal vorweg: Das Buch „Die dunklen Lande“ bekommt durch die Integration von ausklappbaren Bildern aus der beschriebenen Zeit nicht nur einen Touch Wertigkeit, sondern auch das Gefühl der Darbietung von realen Begebenheiten.
Der Dreißigjährige Krieg wütete gnadenlos in unseren Gefilden. Neben den kriegerischen Gräueltaten wurden die Bürger auch noch mit der Pest konfrontiert. Als ob das nicht bereits an Gefahren ausgereicht hätte, zeigte sich zu dieser Zeit zusätzlich noch die Kirche von ihrer nicht gerade besten Seite und schon musste man sich in Acht nehmen, um sich nicht plötzlich auf dem Scheiterhaufen wieder zu finden.
Eine wahrlich düstere Zeit, die sich Markus Heitz als Setting für seinen Roman vornahm. Dieses Setting und die hinzugefügten, jedoch erfreulich dezent gehaltenen, fantastischen Elemente verwob der Autor zu einer prinzipiell rundum interessant klingenden Geschichte.
Als ich dabei auch noch feststellte, dass seine Protagonistin nicht nur den Namen Kane trägt, sondern auch noch die Tochter der sagenhaften, fiktiven (von Robert E. Howard erschaffenen) Figur Solomon Kane sein soll, war ich mir sicher, dass hier grundsätzlich nichts mehr falsch gemacht werden könnte.
Markus Heitz Einstieg hielt ich dabei sogleich gefangen: Er geht detailliert auf die Zeit ein, führt geschickt seine Personen ein und würfelt die Gruppe auf sehr humorvolle Weise zusammen. Ab diesem Augenblick wurde die weitere Vorgehensweise leider stark nachvollziehbar und es verlor sich ein wenig der Überraschungseffekt. Darüber hinaus schwenkte der Fokus stark in Richtung Söldnertruppe, wodurch die beiden außerordentlich interessanten und starken Frauenfiguren eher bass blieben. Schade, da diese sehr interessant klingend eingeführt worden sind und man sich als Leser problemlos komplett und uneingeschränkt auf sie einlassen konnte.
Durch den Schwenk auf die sehr linear gezeichneten Figuren der Söldnertruppe verlor sich jeglicher Überraschungseffekt, da deren Vorgehensweise durch ihre festgelegten, persönlichen Eigenschaften vorgegeben waren und dementsprechend von ihnen gelebt wurden.
Ab diesem Augenblick hatte man das Gefühl, dass die schriftstellerische Leidenschaft etwas verloren gegangen ist. Nichts desto trotz halte ich die grundsätzliche Idee weiterhin für herausragend und interessant. Ich finde, es sollte noch erheblich mehr Romane geben, die reale Begebenheiten mit dezenten Einflüssen aus der Fantastik vermischen. Da gibt es sicherlich noch sehr viel Potenzial. Bei „Die Dunklen Lande“ funktioniert es auch stellenweise und ich bin davon überzeugt, dass der Roman auch bei einer bestimmten Klientel absolut uneingeschränkt funktioniert. Etwas weniger Vorhersagbarkeit und ich könnte mich diesem Leserkreis problemlos anschließen.
Jürgen Seibold/23.11.2019

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