Reeve, Philip: Mortal Engines – Jagd durchs Eis

Originaltitel: Predator’s Gold
Aus dem Englischen von Nadine Püschel und Gesine Schröder
©2003 Philip Reeve
Für die deutschsprachige Ausgabe: ©2018 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.
ISBN 978-3-596-70213-8
ca. 360 Seiten

COVER:

Im zweiten Teil der „Mortal Engines“-Reihe verschlägt es Tom und Hester mit ihrem Luftschiff Jenny Haniver in die Eisstadt Anchorage, die von der jungen Margrabina Freya Rasmussen auf einen abenteuerlichen Kurs geführt wird: Ihr Ziel ist Amerika, der vergessene Kontinent, wo sie eine neue Heimat für ihre Stadt finden möchte. Doch die Reise ist riskant und das Ziel vielleicht nur eine Illusion: Was wird sie in der Alten Welt erwarten?

Aus dem Bericht des Forschungsreisenden Nimrod Beauregard Pennyroyal: „Nordamerika ist ein toter Kontinent. Das ist allseits bekannt. Nach seiner Entdeckung durch den großen Forscher und Detektiv Christoph Columbo im Jahre 1924 mauserte es sich zu einem Weltreich, das allerdings im Sechzig-Minuten-Krieg restlos zerstört wurde. Zurück blieben geisterhafte rote Wüsten, toxischer Morast, Atombombenkrater, Rost und totes Gestein. Nur die Wenigsten wagen sich dorthin, und doch halten sich Gerüchte, Geschichten. Das Raunen betrunkener alter Lufthunde in abgewirtschafteten Karawansereien. Berichte von Luftschiffen, die vom Kurs abkamen und ein ganz anderes Amerika unter sich erblickten: grüne Landschaften, Wälder und Wiesen, riesige blaue Seen.“

REZENSION:

Philip Reeves Reihe um die sagenhaften Städte, die sich rasend durch die Welt bewegen geht mit dem zweiten Band beinahe nahtlos weiter. Gut, es ist eine gewisse Zeit vergangen – ich denke etwa 2 Jahre, wenn mich gerade nicht alles täuscht. Dennoch ist zwischenzeitlich nichts Nennenswertes geschehen und das Pärchen Hester und Tom bereits in ihrem Luftschiff die Welt als Händler und Abenteurer.
Eines Tages nehmen sie den Historiker Pennyroyal als Passagier auf und schon befinden sie sich in einem neuen Abenteuer, dass sich gewaschen hat und sie bis an ihre persönlichen Grenzen bringt.
Nachdem sich die beiden Protagonisten Tom und Hester im ersten Buch dieser Reihe erst kennen- und lieben lernten, sind sie nun im Nachfolgeband die beiden wichtigsten Hauptfiguren. Dieser kleine Umstand führt zum sofortigen Eintauchen des Lesers, da kein langes Erklären und Ausholen des Autors stattfindet. Philip Reeve legt vielmehr sofort los und lässt keine Zeit zum gemütlichen Ein- und Ausatmen.
„Jagd durchs Eis“ ist Programm in diesem Buch und die besage Jagd macht richtig viel Spaß beim Lesen.
Gut, ich bin nicht mehr wirklich die Zielgruppe dieses eher auf Jugendliche abgerichtete Buch – dennoch konnte es mich auf seine eigene Art gut unterhalten.
Natürlich halte ich einige Aspekte ein wenig zu impulsiv – insbesondere, als Hester heimlich eine kleine Besonderheit sieht und wutentbrannt eine Entscheidung trifft, die nicht gerade gut überlegt ist und darüber hinaus eher kindisch wirkt. Nimmt man sich als Mitglied der doch schon etwas älteren Generation ein wenig zurück und lässt die Gedanken in Richtung Jugend schweifen, dann nimmt man dem Autor dieses Vorgehen auch sofort wieder ab und akzeptiert es als glaubhaft, da doch immer wieder ähnliche Reaktionen bei jüngeren Generationen auftreten und oft auch nicht plausibel nachvollziehbar geschweige denn wohlüberlegt sind.
Ich schweife ab, wollte damit aber nur darlegen, dass man dieses Werk als Jugendbuch mit dementsprechenden Inhalten betrachten sollte. Lässt man dies zu, gefällt es einem auch als älteren Leser und ich bin im Anschluss froh, dass es weiterhin so herausragende Geschichten auf dem Markt gibt, die vielleicht den ein oder anderen neuen Leser zur Folge haben.
Während der erste Band in meinen Augen noch ein wenig suchend wirkte, legte der Autor hier wohl mit stolz geschwellter Brust deutlich nach. Dementsprechend halte ich den zweiten Band um Längen stärker, rasanter und spannender als den Ersten. Die Storyline ist zwar auch hier leicht vorhersagbar und zielgerichtet, nichts desto trotz ist es eine absolut gelungene Fortsetzung und ich freue mich schon auf die weiteren Erlebnisse dieses kuriosen Paares.
Jürgen Seibold/22.07.2019

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