Islington, James: Das Echo der Zukunft – Die Licanius-Saga 2

Originaltitel: The Echo Of Things To Come
Ins Deutsche übertragen von Ruggero Leò
Deutsche Erstausgabe November 2018
©2017 James Islington
©2018 der deutschsprachigen Ausgabe Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-52138-0
ca. 800 Seiten

COVER:

EINE VERBOTENE MACHT WIRD ZUR GRÖSSTEN HOFFNUNG – DIE LICANIUS-SAGA GEHT WEITER!

Der Fein im Norden hat sich erhoben – nichts steht mehr zwischen ihm und den Fürstentümern der Menschen.
Nichts außer den Begabten, die über die verbotene Macht der Seher verfügen.
Gemeinsam mit neuen Verbündeten bricht der junge Begabte Davian zur nördlichen Grenze auf, ohne zu wissen, ob er noch rechtzeitig eintreffen wird. Währenddessen setzt Davians Freund Caeden alles daran, sein verräterisches Abkommen mit den geheimnisvollen Lyth zu erfüllen. Doch als seine Erinnerungen langsam zurückkehren, muss er sich mehr und mehr fragen, wer Freund und wer Feind ist …

REZENSION:

Der erste Band der Licanius-Saga von James Islington mit dem Titel „Das Erbe der Seher“ konnte mich problemlos überzeugen. James Islington kreierte eine sehr interessante Welt mit ebenso interessanten Personen. Diese wiederum überzeugten durch ihre Taten und Fähigkeiten.
„Das Echo der Zukunft“ führt die sagenhafte Geschichte nahtlos weiter und wird sicherlich Kenner des ersten Bandes weiterhin überzeugen.
Nachdem seit Veröffentlichung des ersten Bandes bereits einige Zeit vergangen ist, stellt man sich natürlich auch hier die Frage, ob man sich noch irgendwie an die Geschehnisse erinnern kann. Islington löst dieses Problem auf eine simple Art und Weise, bei der ich nicht verstehen kann, warum dies nicht in jedem mehrbändigen Fantasyroman so vorgenommen wird: Das Buch startet mit einem knappen, dennoch mehrseitigen „Was-bisher-geschah…“.
Scheinbar angelehnt an oder inspiriert von TV-Serien ist dieses Instrument doch eine fabelhafte Idee, um Viellesern auf einfach Weise die bisherigen Geschehnisse erneut nahezubringen. Danke dafür – ich glaube nicht, dass ich mich noch ausreichend an die Erlebnisse innerhalb des ersten Bandes hätte erinnern können.
„Das Echo der Zukunft“ hinkt aber dennoch dem ersten Band nach und wirkt auf mich sehr chaotisch in seiner Erzählweise. Sicher, Islingtons Stil ist einem bewusst und funktioniert auch weiterhin. Lediglich seine Geschichte scheint hier unbedingt mit einer Vielzahl an neuen Personen und vielem weiter glänzen zu wollen. Hier hätte er wahrlich etwas dezenter vorgehen können – seine Geschichte hat doch ausreichend Potenzial, um in sich selbst funktionieren und wirken zu können.
Die zeitlichen Sprünge machen es einem nicht leichter, sich einen Weg durch dieses chaotische Dickicht schlagen zu können. Darüber hinaus scheint Islington viel vor zu haben und verliert sich hier ein wenig in Erklärungen und dem erneuten Aufbau seiner gedanklichen Welt. Vielleicht, um im dritten Band dann die Keule herausholen zu können – keine Ahnung, ob dem so ist, dennoch macht er es dem Leser damit etwas schwer, da die notwendigen Spannungselemente dementsprechend reduziert in Erscheinung treten.
Nun, irgendwie ist das auch meckern auf hohem Niveau, denn ein begnadeter Autor ist Islington jedenfalls – vielleicht sollte man einfach von der Notwendigkeit der mehrbändigen Fantasyromane absehen und den Autoren die Aufgabe geben, ihre Geschichten in einem Band überzeugend zu erzählen. Es kommt nämlich in letzter Zeit sehr oft vor, dass der mittlere Band schwächer ist – als Vielleser glaube ich, dass dies auch die Anzahl der Leser reduziert. Vielleicht irre ich mich, dennoch steigt bei mir die Anzahl der nicht beendeten Fantasyreihen, da der zweite Band Federn gelassen hatte.
Jürgen Seibold/21.07.2019

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