Hamannt, Michael: Die Dämonenkriege

©2018 by Michael Hamannt
©2018 dieser Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-31838-0
ca. 751 Seiten

COVER:

Ryk starrte in die Schwärze unter dem Portal. Nichts. Nur die dumpfe Vorahnung, dass dort etwas lauerte. Er griff nach seinem Seelenfeuer. Die Magie loderte auf, jagte durch seinen Körper und berauschte ihn für einen Moment wie ein Schluck hochprozentiger Branntwein. Er kniff die Augen zusammen und konzentrierte sich auf das Portal. Seltsam. Trotz seiner Magie vermochte er die Dunkelheit nicht zu durchdringen. So etwas war noch nie vorgekommen …

Einst herrschte Krieg zwischen Dämonen und Menschen. Nur durch ein besonderes Opfer der Ersten Magier konnte eine Barriere zwischen den Welten errichtet werden, und seitdem herrscht Frieden in den Schwebenden Reichen. Fast scheinen die Menschen ihre wahren Feinde vergessen zu haben – Fürsten schmieden Ränke, die einen Prinzen den Vater und den Thron kosten. Und eine Assassine macht sich in einem fernen Königreich auf den Weg, mächtige Gegenspieler zu töten.

in dieser unsicheren Zeit wird der Dämonenjäger Ryk bei einem scheinbar ganz gewöhnlichen Auftrag urplötzlich von einem Humanos angegriffen. Menschendämonen wie ihn dürfte es in den Schwebenden Reichen gar nicht geben. Magie verhindert ihren Übertritt durch die Barriere. Dennoch ist er da und tötet Ryks Jagdgefährten. Getrieben von dem Wunsch nach Rache schwört Ryk, den Dämon zu finden und zu vernichten. Zusammen mit seiner ehemaligen Komplizin macht er sich auf die Suche nach dem dunkelsten Geheimnis der Schwebenden Reiche …

REZENSION:

„Dämonenkriege“ von Michael Hamannt legte sich auf meinen Stapel ungelesener Bücher und wurde von mir einige Zeit mit Missachtung bestraft. Sehr oft hatte ich es in der Hand, legte es jedoch wieder zur Seite, da die Lust auf einen Roman mit Dämonen irgendwie nicht aufkommen konnte. Hier spielte auch die eigene, wohl fehlgeleitete, Erwartungshaltung ebenfalls eine nicht geringe Rolle: Dämonen? Das wird doch sicherlich nur alle möglichen Klischees treffen. Ob das funktioniert?
Nun, eines Tages war es dann doch so weit: Ich öffnete das Werk von Michael Hamannt (wer ist das überhaupt?) und wollte ihm eine etwa 50seitige Chance geben.
Tja, weit gefehlt: Das Buch hatte mich in seinen dämonischen Klauen und es war mir die reinste Freude, mich hungrig von Seite zu Seite satt zu lesen.
Michael Hamannt (nochmal: Wer ist das?) legt hier einen Fantasyroman vor, der mit nahezu sämtlichen Superlativen spielt und dabei dennoch erfrischend neu wirkt.
Sicher, die Dämonen sind zumindest teilweise – unseren ursprünglichen Vorgaben – geschuldet dargestellt; dennoch sieht man darüber hinweg und folgt einer Geschichte, deren gesamter stringenter Verlauf den Leser bei der Hand nimmt und über die Schwebenden Lande gleiten lässt.
Die wichtigsten Protagonisten sind ausgezeichnet dargelegt und können vom Leser trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere auf einfachste Weise ins Herz geschlossen werden. Man folgt ihnen und kann sich gar nicht satt lesen.
Ebenfalls vollziehen sie einen persönlichen Weg, der nicht plötzlich auftaucht, sondern auch eine gewisse Entwicklung beinhaltet. Ich denke da insbesondere an den naiven Prinzen, dessen Charakter sich erst im Laufe der Geschichte eigenständig entwickelt und dabei immer stärker wird.
Allzu tief möchte ich durch die bereits vergangene Zeit (ich hinke etwas mit meinen Rezensionen nach) nicht in dieser Kritik eintauchen. Ich kann aber immer noch voller Überzeugung auf dieses Buch verweisen und hoffe sehr, mehr von Michael Hamannt in nächster Zukunft noch lesen zu können. Allein „Die Dämonenkriege“ ist ja erneut nur der Start einer Reihe. Ich finde diese Vorgehensweise zwar aufgrund der Masse nicht mehr sehr positiv – in diesem Fall werde ich aber wohl zugreifen müssen. Ich hoffe dabei aber sehr, dass Hamannt nicht auch vom Sog der nichtssagenden Verlängerungen erfasst wird und diesem dezenten Denkmal dann einen Stoß versetzt. Ich wünsche es ihm jedenfalls in keiner Weise und hoffe, dass er mit dem Folgeband mindestens genauso gut für eine fantastische Unterhaltung sorgen kann. Noch besser wird ja bereits schwierig.
Jürgen Seibold/27.12.2018

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