Gwynne, John: Jähzorn (Die Getreuen und die Gefallenen 3)

Originaltitel: Ruin – The Faithful and the Fallen 3
Aus dem Englischen von Wolfgang Thon
©2015 by John Gwynne
© der deutschsprachigen Ausgabe: 2017 by Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München
ISBN 978-3-7341-6121-6
ca. 927 Seiten

COVER:

Chaos und Krieg beherrschen die Verfemten Lande. Die durchtriebene Königin Rhin hat den Westen erobert, während Hochkönig Nathair das mächtigste Artefakt der Sieben Kostbarkeiten an sich gebracht hat: den Kessel. Hinter Nathair steht Calidus und sein dämonisches Heer, die Kadoshim. Ihr Plan ist es, den dunklen Gott Asroth und seine Gefallenen in die Welt der Sterblichen einzulassen. Doch nur, wenn alle Sieben Kostbarkeiten vereint sind, kann der finstere Plan gelingen. Nathair kennt die Wahrheit über seine Bestimmung und muss Entscheidungen treffen, die da Schicksal der Verfemten Lande verändern werden.
Andernorts wächst der Widerstand. Königin Edana findet in den Sümpfen von Ardan Verbündete, während Maquin auf einer halsbrecherischen Flucht ist. Corban selbst versucht, vor der hereinbrechenden Dunkelheit um ihn herum zu fliehen, und findet schließlich den Mut, sich ihr zu stellen. Mithilfe seiner ungleichen Gefährten – Freunde, Familienmitglieder, Giganten, fanatische Krieger, einem Engel und einer sprechenden Krähe – begibt er sich auf die Reise nach Drassil. Denn in der sagenumwobenen Festung, wo laut Prophezeiung die Schwarze Sonne auf den Strahlenden Stern treffen wird, muss Corban eine der Sieben Kostbarkeiten finden: den Speer von Skald.

REZENSION:

Nach den fulminanten ersten beiden Bänden der Sage mit dem Obertitel „Die Getreuen und die Gefallenen“ konnte ich es beinahe nicht erwarten, bis der dritte Band das Licht der Welt erblickt und es sich in meinen Händen gemütlich macht.
Erneut handelt es sich dabei um ein fast 1.000 seitiges Buch und man stellt sich die Frage, woher die Autoren solcher Reihen nur immerzu ihren Ideen herholen – insbesondere, wenn sie es schaffen, nicht nur als Kopie anderer Werke zu wirken.
Wie bereits erwähnt, hielt ich die ersten beiden Bücher dieser auf vier Bände ausgelegten Reihe absolut sagenhaft. Sie stellten für mich einen neuen Stern im fantastischen Himmel dar. Das Lesen war dementsprechend rasant und man stürzte von einer spannenden als auch interessanten Handlung zur Nächsten.
Nun bin ich mir nicht sicher, ob es am bereits vergangenen Zeitraum liegt bis zum Erhalt von Band 3 oder einfach am Umstand, das es dann doch zu viel Stoff geworden ist, denn JÄHZORN schaffte es leider nicht, mich erneut mit diesem Feuer und Leidenschaft zu überzeugen. Interessanterweise habe ich es dennoch bis zum Ende durchgelesen – an der dabei verbrachten Zeit konnte ich bereits erkennen, dass der Reiz nachgelassen hat: Viel zu oft musste ich mich ein wenig zum Lesen zwingen – dennoch interessierte mich der weitere Fortgang in Corbans Leben.
Ich gebe auch gerne zu, dass JÄHZORN nach einer langen Durststrecke auch wieder stark an Fahrt aufgenommen hat. Gleichzeitig bin ich aber davon überzeugt, dass ich es vorab abgebrochen hätte, wären die ersten beiden Bände in meinen Augen nicht dermaßen gut gewesen.
JÄHZORN ist natürlich weiterhin eine recht gute Unterhaltung. Leider sehr langatmig und es fiel mir durchweg schwer, wieder in die Geschichte hinein zu finden. Das halte ich für unwahrscheinlich schade, da mich die grundsätzliche Geschichte dahinter wahrlich überzeugen konnte. Vielleicht sollten entweder die Zeiträume zwischen den Veröffentlichungen nicht zu lange sein oder aber: vielleicht könnten sich die Autoren auch etwas kürzer halten, damit jeglicher Handlungsschritt etwas stringenter vonstatten geht und es nur schwer zur Langatmigkeit führen kann.
Natürlich halte ich weiterhin John Gwynne für einen ausgezeichneten Fantasy-Autoren – nichts desto trotz fehlt mir nun der durchgehende Drang, mich schlussendlich auch dem vierten Band zu widmen.
Jürgen Seibold/02.11.2018

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