Kern, Claudia: Divided States Of America

Herausgeber: Amigo Grafik, Ludwigsburg
©2017 Claudia Kern
ISBN 978-3-95981-499-7
ca. 615 Seiten

COVER:

Quo Vadis, USA?

Joseph Johnson, der neue Präsident der USA, polarisiert. Der Wahlkampf war hart und schmutzig, das Land ist gespalten. Extremistengruppen tauchen aus dem Untergrund auf und die Menschen sind verunsichert. Johnson sucht die Schuld bei Terror und illegaler Einwanderung, nicht bei seiner eigenen Inkompetenz. Um sich zu profilieren, erlässt er ein Dekret, das alle legalen Einwanderer zum Tragen eines Ausweises verpflichtet. Der Beschluss schlägt ein wie eine Bombe, Nationalisten und Neonazis feiern. Plötzlich ist es politisch korrekt, ein Rassist zu sein.

Washington State, Oregon und Kalifornien weigern sich, das Dekret umzusetzen, und bieten Zuflucht. Die große Völkerwanderung beginnt. Der Gouverneur von Arizona schließt die Grenzen, um die Flüchtlingsströme aufzuhalten, obwohl er selbst nicht hinter dem Dekret steht. Doch wer sich nach dem höchsten Amt des Landes sehnt, darf keine Ideal haben.

Die Flüchtlinge stauen sich in Arizona und es werden mehr und mehr. Aktivistengruppen nutzen die Situation als Bühne für ihre eigenen Anliegen, dann treten auch noch Nazis auf den Plan. Johnsons Machtbasis bröckelt, die Zustände im Land geraten außer Kontrolle. Die Vereinigten Staaten schlittern unaufhaltsam ins Chaos und das Spiel mit der Angst wird zum Todeskampf einr ganzen Nation. Doch die größte Katastrophe steht ihr noch bevor.

REZENSION:

Sicherlich hatte Claudia Kern mit diesem umfangreichen Werk hauptsächlich die Geschehnisse während als auch nach der Wahl in den Staaten vor Augen, als sie sich der Erstellung dieses Werkes widmete.
Mit dieser außerordentlich gut erzählten Geschichte versucht sie dabei, auf mögliche, nicht gerade positive, Entwicklungen hin zu weisen. Mit „Divided States Of America“ entstand somit ein politischer Thriller mit einem sehr gut durchdachten und interessanten Gedankenspiel, dessen Titel wahrlich Programm ist.
Dabei zeigt sich nun leider, dass die Autorin nicht weit weg von der Realität zu sein scheint. Dies allein macht ihr Buch sogleich erschreckender, denn so nach und nach scheint es sogar schlimmer zu werden, als sich die Autorin wohl in ihren kühnsten Träumen je erdacht haben konnte.
Hätte man ihr vor Jahren bei mancher Szene noch Unglaubwürdigkeit vorgeworfen, trifft sie nun mit Divided States Of America direkt in das aktuelle politische Herz. Erstaunlicherweise nicht nur in das Herz des amerikanischen Staates – spielen doch unsere europäischen Länder mittlerweile eine ganz ähnlich klingende Melodie.
Claudia Kern lässt ausreichend Freiraum für das verstärkte Auftreten des Rechtsradikalismus. Sehr deutlich schwingt das kleingeistige Denken von unzufriedenen Menschen mit, die gleichzeitig unbewusst von machthungrigen „Vorstadtnazis“ ausgebeutet werden und sich dabei auch noch einer Gruppe zugehörig fühlen.
Teilweise rast mir ihre Geschichte ein wenig zu schnell von Handlungsstrang zu Handlungsstrang – im Nachgang denke ich aber, dies könnte lediglich an dem Umstand liegen, dass man schlichtweg detaillierter über jeden einzelnen Aspekt lesen wollen würde.
Man kann sich nun mit diesem Buch gemütlich auf der Couch zurücklehnen und mit dem Hintergedanken „Ist ja weit weg dieses Amerika“ einfach einen weiteren politischen Thriller genießen.
Kann man, aber in diesem Fall funktioniert es leider nicht: „Divided States Of America“ spielt zwar mit den aktuellen Geschehnissen in den Staaten seit Auftreten dieses neuen Präsidenten – nichts desto trotz lassen sich viele ihrer beschriebenen Entwicklungen mittlerweile auch vor unserer eigenen Haustüre problemlos erkennen.
Alleine deshalb lohnt sich schon dieser gelungene Roman. Vielleicht schafft er es auch, manches Auge ein klein wenig zu öffnen…
Jürgen Seibold/28.08.2018

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