Lubbadeh, Jens: Neanderthal

© 2017 by Jens Lubbadeh
©2017 dieser Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-31825-0
Ca. 526 Seiten

COVER:

Deutschland, Mitte des 21. Jahrhunderts. Kommissar Philipp Nix wird zu einem Tatort gerufen, der ihm einige Rätsel aufgibt. Das Gesicht der Leiche sieht seltsam unförmig aus, und auch der Körperbau des Toten wirkt eigenartig. Seit die Menschen bereits vor der Geburt genetisch optimiert werden, gibt es eigentlich keine Krankheiten oder gar Beheinderungen mehr. Der einzige Hinweis ist ein Link im Smartphone des Toten, der Nix in ein Tal in der Nähe von Düsseldorf führt – direkt zu einem Massengrab voller Knochen. Schon bald ist klar: Das sind keine normalen menschlichen Knochen. Als Nix den gehörlosen Anthropologen Max Stiller und dessen Kollegin Sarah Weiss dazuholt, stellen beide sofort zwei scheinbar unmögliche Tatsachen fest. Erstens muss es sich um Neandertaler-Knochen handeln Und zweitens sind diese Knochen nicht, wie zu erwarten wäre, fünfzigtausend Jahre alt, sondern nur dreißig. Wurden hier etwa Neandertaler geklont und dann getötet? Aber wozu? Plötzlich wendet sich das Blatt, und Kommissar Nix, Stiller und Weiss geraten selbst in Gefahr. Offenbar sind sie einem großangelegten Skandal auf der Spur, der bis in höchste Regierungskreise reicht. Dort will man die Aufdeckung des geheimen „Projekts Neanderthal“ um jeden Preis verhindern. Aber so leicht lassen sich Nix, Stiller und Weiss nicht abschütteln. Eine gefährliche Jagd auf Leben und Tod nach dem mysteriösen Erbe der Neandertaler beginnt …

REZENSION:

Jens Lubbadeh entführt uns in seinem aktuellen Wissenschaftsthriller „Neanderthal“ in ein Deutschland der nahen Zukunft. Die Genetik hat scheinbar die letzten Hürden übersprungen und es ist ein Einfaches, sich sein Wunschkind zusammen zu stellen, bevor es final ausgetragen wird. Krankheiten spielen keine große Rolle mehr, Suchtprobleme ebenfalls abgeschafft. Das hohe Ideal herrscht vor, die Menschheit lässt sich darauf ein und treibt oberflächlich vor sich hin.
Wie so oft hat jede Errungenschaft auch seine Schattenseiten – obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob ich eine großartige Lust auf dieses perfekte Leben hätte. Aber darum geht es jetzt ja nicht. Die Menschen fühlen sich wohl und das ist scheinbar Hauptsache. Wie in nahezu jeder Errungenschaft – egal ob wissenschaftlich oder jegliche andere Ware – geht es auch hier um den schnöden Mammon. Irgendwo sitzen machtvolle Hintermänner, die entweder mehr Geld verdienen oder die schlichtweg ihre Macht weiter ausbauen möchten.
Auch im vorliegenden Buch geht es um diese Themen. Jens Lubbadeh erfindet definitif das Genre nicht neu – interessant ist seine Geschichte dennoch.
Ich glaube, ich habe mit diesem Buch zum allerersten Mal in meinem gesamten Leseleben einen gehörlosen Protagonisten in einer der Hauptrollen. Jens Lubbadeh hat dies wirklich sehr geschickt umgesetzt und nach und nach nimmt man Max nicht mehr als gehörlosen Menschen war. Erstaunlich gut erzählt.
Die Mischung aus wissenschaftlich angehauchtem Thriller mit einem klassischen Kriminalfall lässt die Story angenehm vor sich hertreiben. Als Leser fühlt man sich wie in einem recht guten Kinofilm unterhalten. Genau so funktioniert die Geschichte auch. Sie wirkt spannend und ist fundiert sowie detailliert ausgearbeitet dargelegt. Ich hatte meine Freude und fühlte mich auf interessante Art und Weise ausreichend gut unterhalten. Bei manchen Romanen reicht dies auch. Sicher, eine gewisse Botschaft ist vorhanden und sollte auch vorhanden sein. Dennoch muss nicht jedes Werk hochtrabend sein, sondern einfach den Leser bei der Hand nehmen und ihn etwas vom alltäglichen Geschehen abrücken lassen. Dies gelingt diesem Thriller und mehr hatte ich auch nicht erwartet.
Jürgen Seibold/08.07.2018

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