Mats Strandberg: Die Überfahrt

Aus dem Schwedischen von Antje Rieck-Blankenburg
©2015 Mats Strandberg
©2017 für die deutschsprachige Ausgabe: S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.
ISBN 978-3-10-490132-9
ca. 512 Seiten

COVER:

Die Passagiere an Bord der schwedischen Ostsee-Fähre Baltic Charisma wollen vor allem eins: sich amüsieren, und zwar um jeden Preis. Ob sie mit der besten Freundin tanzen gehen oder Junggesellenabschiede feiern, ob sie nach der Liebe ihres Lebens suchen oder vor den Dämonen des Alltags fliehen – die Nacht ist lang, und der Alkohol fließt reichlich.
Fast bleiben dabei die beiden dunklen Gestalten unbemerkt, die sich übers Autodeck an Bord schleichen: eine Mutter und ihr Kind. Mit ihnen betritt ein uraltes Grauen das riesige Schiff, und es wird zur tödlichen Falle. Die Angst geht um auf der Baltic Charisma …

REZENSION:

Wenn sich auf einem Roman ein Aufkleber befindet, auf dem der vorliegende Autor als der Schwedische Stephen King vermarktet wird, steigt natürlich die Erwartungshaltung enorm. Nur durch den Umstand, einen Horror-Roman abzuliefern, befindet man sich noch lange nicht in der Riege dieses namhaften Schriftstellers.
Auch Mats Strandberg wird diesem mit seinem Roman „Die Überfahrt“ leider nicht gerecht. Sicher, man erkennt einige Anleihen, lässt er sich doch auch einige Zeit, bevor das Grauen in den Alltag tritt. Strandberg versucht hier seinem Vorbild gerecht zu werden und lädt uns auf eine Fahrt ein, die üblicherweise von seinen Gästen zur Befriedigung deren Feierlaune benutzt wird. Nach und nach stellt er uns seine Protagonisten ausreichend detailliert vor. Familientragödien werden ausgebreitet, unzufriedene Personen mit all ihren Schwächen dargestellt.
Die Enge eines begrenzten Raums führt nicht nur dazu, dass sich gewisse Personen nicht richtig aus dem Weg gehen können, sondern auch noch, dass man sich dem langsam auftretenden Grauen natürlich nicht entziehen kann.
Strandbergs „Die Überfahrt“ ist ein Vampirroman mit erfrischenden Ideen. Gleichzeitig aber keine Besonderheit im bereits vielfältig ausgebreiteten Vampir-Genre. Die Gefahr verdichtet sich, die Opfer mehren sich und die Wiedergeburten erweisen sich als zombiehafte Gestalten.
Anfangs noch relativ interessant und beinahe als Fährenstudie wirkendes Werk, befindet man sich plötzlich nur noch in einer Hatz auf der Flucht vor den Vampiren.
Hier hat es sich Strandberg leider viel zu einfach und oberflächlich gemacht, wodurch das Buch zwar ganz nett als Lektüre zwischendurch funktionieren kann, dennoch mit nichts erfrischendem aufweisen kann. Schade eigentlich, denn wie man seinem Vorbild entnehmen kann, lassen sich auch Vampirromane als etwas ganz besonderes verpacken. „Die Überfahrt“ ist hier jedoch sehr weit entfernt und wirkt eher wie ein B-Film, der nach Schema F erstellt worden ist. Es ergaben sich leider keinerlei Überraschungen und somit vermochte mich das Buch nicht zu begeistern. Schade eigentlich, wäre schön gewesen, wenn Vampire mal wieder für etwas Neues gesorgt hätten.
Jürgen Seibold/12.02.2018

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