Aliette de Bodard: Das Haus der gebrochenen Schwingen

Originaltitel: The House of Shattered Wings
Aus dem Englischen von Simon Weinert
Deutsche Erstausgabe August 2017
© 2015 Aliette de Bodard
© 2017 der deutschsprachigen Ausgabe Knaur Verlag, München
ISBN 978-3-426-51986-8
ca. 478 Seiten

COVER:

“Alles, was dir lieb und wert ist, wird zerschmettert; alles, was du erbaut hast, wird zu Staub zerfallen; alles, was du gesammelt hast, wird der Sturm davontragen …”

Paris liegt in Trümmern. Menschen, Magier und gefallene Engel kämpfen um die Herrschaft über die zerstörte Stadt. Silberspitzen, einst das mächtigste magische Haus der Stadt, steht vor dem Untergang. Von seinem Anführer Luzifer Morgenstern fehlt jede Spur, und ein tödlicher Fluch fordert immer mehr Opfer unter seinen Anhängern. Drei Außenseiter könnten die Rettung sein: der gefangene Magier Philippe, die junge Gefallene Isabelle und die Alchemistin Madeleine, die abhängig ist von einer zerstörerischen magischen Droge. Doch mit ihrem Wissen könnten die drei Haus Silberspitzen auch endgültig zu Fall bringen …

REZENSION:

Wenn man sich das Cover dieses Buches durchliest, fühlt man sich als Freund guter fantastischer Literatur wie ein Mensch, der seit Wochen nichts gegessen hat und dem nun im Angesicht seiner Leibspeise das Wasser im Munde zusammenläuft.
Hinzu kommt eine Vielzahl an außerordentlich namhaften Auszeichnungen. Was kann man als Leser da einfach mehr erwarten?
Dementsprechend freudestrahlend widmete ich mich diesem Buch und hoffte auf eine nicht enden wollende fantastische Unterhaltung mit einem Plot, der es in sich hat.
Nun, vielleicht bin ich zu anspruchsvoll oder erwartete einfach etwas anderes. In meinen Augen soll eine Geschichte aber grundsätzlich den Leser nicht nur mit einer interessanten Idee überzeugen, sondern diese auch in aller bildlichen Pracht und voller Spannung dem Leser vor Augen führen. Wenn man dann auch noch mit offenem Mund den Blick nicht mehr von den Seiten abwenden kann, hat es ein Autor geschafft und seinen Leser an die Hand genommen.
Tja, all dies schafft leider “Das Haus der gebrochenen Schwingen” trotz der unglaublich interessant klingenden Idee auf keiner Seite – beziehungsweise auf keiner Seite, bis ich das Werk nach wohlwollenden 120 Seiten zur Seite legte, um mich anderen Büchern widmen zu können.
Ich kann nicht nachvollziehen, warum dieses Werk einige namhafte Preise einheimsen konnte – vielleicht ist deren Ansatz ein anderer, als der eines Lesers, der gut geschriebene Geschichten verwendet, um vom normalen Alltag Abstand zu finden.
Vielleicht liegt es an einer holprigen Übersetzung? Dies jedenfalls glaube ich eher nicht und somit liegt es wohl an der Story selbst.
Irgendwie liest man nur von irgendwelchen Personen, die in irgendwelchen ausschweifenden Dialogen von irgendwelchen vergangenen Zeiten labern. Die Sätze dabei sehr oft sehr lang und mit Bindestrichen verknüpft in unermessliche Längen gezogen. Dabei wurde jegliches Auftreten eines kleinen, dezenten Spannungsbogens sofort wieder in die Kiste zurückgerufen. Darüber hinaus sorgte dieser Stil dafür, dass man sich mit absolut keiner Person identifizieren konnte und der eigentliche Handlungsfaden immer wieder verloren ging.
Kurzum gesagt: Ich habe den Inhalt dieses Buches selbst nach 120 Seiten immer noch nicht wirklich verstanden.
Schade, denn die Geschichte hätte unglaublich viel Potenzial zu einer herausragenden Story. Hat jedoch in dieser Ausführung in meinen Augen nicht funktioniert.
Jürgen Seibold/26.08.2017
Das Haus der gebrochenen Schwingen: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

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