Timo Leibig: Grenzgänger

©Timo Leibig
ISBN 978-3-9817076-6-3
ca. 280 Seiten

COVER:

Francis Maybach, Sohn wohlhabender Eltern, entgeht knapp einem Mordversuch. Daraufhin stellt man ihn unter Polizeischutz – dem er jedoch entflieht. Kommissar Walter Brandner und seine neue Kollegin Cahide Pfeiffer folgen seinen Spuren, die zunehmend blutiger werden. Ist Francis Maybach vielleicht gar kein Opfer, sondern Täter?
Viel Zeit bleibt den Kommissaren nicht, um Francis zu finden, denn auch andere sind hinter ihm her …

REZENSION:

Die Fälle um die beiden Ermittler Goldmann und Brandner sind meines Wissens die einzigen Fälle um ein Ermittlerteam, bei denen es mir gelungen ist, alle zu kennen.
Darüber hinaus scheint Timo Leibig auch der einzige Autor neben Stephen King zu sein, der bereits mehrere Bücher herausgebracht hat und ich ebenfalls alle bereits lesen durfte.
Das allein spricht ja schon mal für den Schriftsteller. Gleichzeitig hat man bei jedem Handgriff in Richtung eines weiteren Buches des Autors eine gewisse Erwartungshaltung, die nicht gerade auf einem geringen Niveau angesiedelt ist. Kurz gesagt: Es schwingt immer eine kleine Leserangst mit, ob auch ein weiteres Buch noch überzeugen kann.
Nun also GRENZGÄNGER, der bereits vierte Fall von Brandner und Goldmann…
Goldmann? Nun, hier wohl nur noch lapidar. Wie man aber als geneigter Leser der bisherigen Bücher weiß, hat sie sich ein wenig zurückziehen müssen. Somit hier nur eine Nebenrolle, die aber dennoch zu wichtigen Erkenntnissen führt.
Timo Leibig lässt aber nicht einfach den guten alten Brandner alleine weiter ermitteln, sondern gibt ihm zwei Kollegen an die Hand, die ebenfalls nicht ohne sind – und seine Ex-Kollegin wird sicherlich in Zukunft auch weiterhin eine Rolle zu spielen haben.
Ein klein wenig erinnert mich diese Vorgehensweise mittlerweile an die “Sonderdezernat Q”-Bücher von Jussi Adler-Olsen, der auch ein ganzes Team auf die Straße los lässt und dabei einem die Chefrolle zuspricht.
In GRENZGÄNGER erfährt man zum ersten Mal in dieser Reihe nicht bereits am Anfang, wer hier der Böse ist. Timo Leibig lässt uns nun etwas im Dunkeln tappen und baut einen klassischen Krimi mit ganz wenigen dezenten Thrillerelementen auf, führt diesen zielgerichtet zu seinem Ende und lässt dabei noch die ein oder andere Erkenntnis-Rakete los. Manchmal ist es doch anders, als man zuerst dachte.
Gleichzeitig ist der Plot aber nicht zu kompliziert konstruiert und lässt sich dementsprechend einfach konsumieren.
Mir persönlich hätte ein wenig mehr “Thriller” besser gefallen, da Timo Leibig nun mehr und mehr in die reine Krimiecke zu switchen scheint. Aber das ist natürlich Geschmackssache – manche mögen es einfach weniger blutig. Tja, damit meine ich nicht mich als Leser und ganz besonders die Darstellung von Psychopathen auf ihrem kranken Weg halte ich in typischen Thrillers für sehr interessant in der Betrachtung – dies fehlt hier leider, wird aber damit dem Krimi-Genre durchweg gerecht.
Kurzum: Erneut ein sehr guter Fall von einem ideenreichen und sehr gut und eingängig schreibenden Autor. Von mir gibt es trotzdem ein kleines “aber”, da ich es hiermit nicht vermissen möchte, den Autoren wieder etwas in die bösere Ecke zu schubsen – eben solche Fälle, denen sich die beiden Ermittler bereits in der Vergangenheit stellen mussten. – Timo Leibig, lass die Psychopathen wieder raus 🙂
Jürgen Seibold/18.03.2017
Grenzgänger: Thriller (Goldmann und Brandner, Band 4) – KAUFEN BEI AMAZON

 

P.S.: Wer wissen möchte, wie der Autor beim Sprechen klingt (er hat einen typischen Slang) und darüber hinaus, was er zu erzählen hat, kann auf dieser Webseite unter dem Reiter “Podcast” der Folge 80 folgen, in dem sich Timo Leibig meinen Fragen stellt.

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