Martin S. Burkhardt: Auf Leben und Tod

Burkhardt_LebenTod©2015 Luzifer-Verlag
ISBN 978-3-95835-114-1
ca. 283 Seiten

COVER:

Henry, ein gewalttätiger, kaputter Mann, besitzt geeignete Räume. Er fängt Frauen und Männer ein und zwingt sie in seinen unterirdischen Katakomben zum Sex.
Eine neue Generation wächst heran, die das Tageslicht niemals gesehen hat. Bereits von klein auf müssen die Kinder lernen, sich zu behaupten. Henry ist ein Fan von brutalen Ultimate-Kämpfen und möchte diese Kämpfe zum Mittelpunkt seines unterirdischen Reiches machen.
Aus den Kindern werden im Laufe der Jahre Jugendliche. »Einfache« Kämpfe reichen Henry nicht mehr aus. Von nun an geht es auf Leben und Tod.

REZENSION:

Henry gründete seine eigene Welt. Hier kann er König seiner Untertanen sein. Hier zählen nur seine Gesetze und jeder hat sich ihm unter zu werfen. Henrys Herrschaft fusst auf brutalen Kämpfen zwischen seinen Untertanen, die auf Leben und Tod durchgeführt werden. Die jeweilige Gewinnerin darf dafür in seine Gemächer. Henrys Welt lässt sich somit kurz mit den Worten Gewalt, Sex, Abhängigkeit beschreiben.
Doch warum ist Henry König seines eigenen Volkes? Warum ist Henry zu dem geworden, was er hier in der heutigen Zeit darstellt?
Diese Fragen werden von Martin S. Burkhardt in seinem Buch “Auf Leben und Tod” ganz geschickt dargestellt und beantwortet. Burkhardt verwendet dabei mehrere Zeitstränge und somit lernen wir nicht nur Henry als König seines unterirdischen Reiches kennen, sondern erfahren auch sehr viel über seine Kindheit, die beinahe ausschließlich von harter Arbeit auf dem elterlichen Hof geprägt war. Hinzu kam der Umstand, dass er es seinem Vater niemals recht machen konnte, dies mit Gewalt vermittelt worden ist. Die leibliche Mutter stellte sich auch nicht gerade als helfender Anker heraus – stand sie ihrem Mann doch in nichts nach; weniger mit Schlägen, dafür mit sexuellem Missbrauch.
Eine Kindheit, bei der sich dem Leser immer wieder die Nackenhaare sträuben. Dennoch wird einem bewusst, dass Henry es nur so kennt und er somit in eine ähnlich gelagerte Gesinnung wandern wird.
Jedesmal, wenn er wenige Minuten für sich hatte, flüchtete er sich in ein Buch über einen König und baute sich gedanklich auf dessen Basis sein eigenes Königreich auf. Dies Drang verstärkte sich und schon fand er sich mit seinem Freund beim Entführen von jungen Damen, die sie in ihrem Versteck missbrauchten und gleichzeitig Basis für das neue Königreich werden sollten.
Martin S. Burkhardts Geschichte ist brutal, abgefahren aber dennoch nachvollziehbar und entwickelt einen Sog als auch eine Dramatik, deren man sich nicht mehr entziehen kann.
Ein Buch zum Verschlingen. Sehr gerne hätte ich mich länger in der Kindheit Henrys aufgehalten. Der Aufbau der Zeitstränge ist aber ein geschicktes Mittel zur Vermittlung der Zusammenhänge. Sicherlich gab es den ein oder anderen Punkt, bei dem sich vor meinem geistigen Auge Fragezeichen entwickelten – diese blieben aber blass genug, um sie auszublenden. Damit konnte ich einfach dieser spannenden Geschichte weiter folgen. Zum Schluss hin wurde es mir fast ein wenig zu rasant in der Auflösung für die Untertanen. Hier hätte man fast noch einen zweiten band nachlegen können.
Alles in allem erneut ein sehr interessanter Plot Burkhardts. Gelungene Unterhaltung – jedoch nichts für zartbesaitete Seelen, denn der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund. Zum Glück bin ich bei Büchern nicht zartbesaitet und kann somit solchen guten Büchern problemlos folgen.
Jürgen Seibold/20.02.2016
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One Response to Martin S. Burkhardt: Auf Leben und Tod

  1. Claudia sagt:

    Liebe Zeit, was für gruseliges Zeug du liest! 😀 Das Cover allein ist schon schlimm. 😉
    Das Thema erinnert an Fritzl (https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Fritzl) und ähnliche Fälle, ist also leider nicht so weit hergeholt wie man hoffen könnte.

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