Dirk Koeppe: Tribes – Das Heim

koeppe_tribesOriginalausgabe bei Midnight (Digitalverlag der Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin)
© Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2015
ISBN 978-3-95819-045-0

COVER:

Es ist das Jahr 2047. Eine Weltregierung ist an der Macht und kontrolliert die Bevölkerung. Der Teenager Sem lebt in einem Waisenheim in der Nähe von Stockholm. Die Kinder werden durch Staatslehrer und Sicherheitspersonal getrimmt, sie sollen alle an Firmen oder Einzelpersonen verkauft werden. Sem ist anders als die anderen im Heim, er merkt, dass etwas nicht stimmt. Doch im Heim ist er unbeliebt. Besonders sein Zimmergenosse Hegard macht ihm den Alltag nicht leichter und lässt ihn immer wieder spüren, wer den Ton angibt. Bis er plötzlich Tricy kennenlernt und sich in sie verliebt. Noch ahnt Sem nicht, dass der Untergrundkämpfer Johannes, der einer ehemaligen Öko-Dorf-Gegenbewegung angehört, auf dem Weg ist, ihn zu befreien. Sem soll mit Johannes’ Stamm weiterziehen und gegen das Regime kämpfen. Wird die Befreiung gelingen und wird Sem es über das Herz bringen, Tricy zurückzulassen?

REZENSION:

Wir befinden uns im Jahre 2047. Durch allumfassende Überwachung inklusive Körperchips wird die Bevölkerung durch die Regierung kontrolliert. Die Geschichte handelt überwiegend von dem Teenager Sem, der in einem Waisenheim aufwachst. Die Kinder werden in diesen Heimen auf ihre Zukunft getrimmt und müssen strikte Regeln einhalten. Sie werden so lange ihre Zeit in solchen Heimen fristen, bis eines Tages eine Firma oder eine Person ein Kind daraus käuflich erwerbt.
Als Gegenpart zur Big-Brother-Welt gibt es noch einige Stämme, die sich – frei von Chips – der Überwachungswelt entgegenstellen.
Bei Tribes – Das Heim handelt es sich um den ersten Band einer Reihe, deren Umfang mir noch nicht bekannt ist. Nichts desto trotz hat beinhaltet es eine normale Romanlänge von über 300 Seiten. Lediglich der schlussendliche Cliffhanger lässt einen erkennen, dass sich noch weitere Folgen anschließen werden.
Der Autor Dirk Koeppe schreibt sehr eingängig und seine Utopie ist näher an der Realität, als man es wahr haben möchte. Die Geschichte um Sem lässt einen direkt mitfiebern: Er ist eher ein Aussenseiter und dementsprechend rüde geht es im Internat zu. Allein durch diesen Part konnte mich der Autor bereits überzeugen, da ich – wohl in Gedenken an meine eigene Kindheit – ein großer Freund vom Lesen solcher “Jugenderlebnisse” bin.
Die Bewohner des Stammes werden einem sogleich sympathisch – sind sie doch losgelöst von der Allmacht der Regierung. Komischerweise schleicht sich bei mir aber trotzdem ein wenig Unsicherheit ein: Sind die Stammesbewohner wirklich die besseren Menschen dieser Utopie? Nun, mal sehen, was die Entwicklung noch so bringen wird…
Als einzigen Negativpunkt in diesem Roman erschienen mir die zumeist sehr kurzen Kapitel. Sicherlich sind kurze Kapitel ganz in Ordnung zum “mal-schnell-noch-ein-Kapitel-lesen”, aber ich hatte dadurch sehr lange das Problem nicht in die Geschichte eintauchen zu können. Die Kapitelhäppchen von etwa 1 bis 2 Minuten wirkten bei mir wie ein schneller Schnitt in einem Musikvideo. Dort mag es passend sein, im Buch schwenkt man zu schnell hin und her, was am Anfang beinahe dazu geführt hätte, dieses ansonsten sehr gute Werk vorab zu beenden. Hier lieber ausschweifender werden oder einige zusammenfassen, dann kann man als Leser bestimmt leichter in die Tiefe der Geschichte und handelnden Personen eintauchen.
Aber sonst: Alles gut…
Jürgen Seibold/28.01.2016
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