Myriane Angelowski: Finkenmoor

finkenmoor© 2012 Hermann-Josef Emons Verlag
eISBN 978-3-86358-135-0
ca. 256 Seiten

COVER:

Zwei Kinder verschwinden an einem düsteren Novembertag am Cuxhavener Finkenmoor spurlos. Als das ganze Ausmaß des Verbrechens ans Tageslicht kommt und der Täter endlich gefasst wird, sind die betroffenen Familien fassungslos über das milde Urteil. Nach Jahren voller Verzweiflung nimmt allmählich ein neuer Gedanke von den Hinterbliebenen Besitz: Rache. Als der Mann das Gefängnis verlässt, hat er nicht die geringste Ahnung, was ihn erwartet. Aber auch die Angehörigen wissen nicht, worauf sie sich einlassen. Denn die Jäger werden zu Gejagten, und ein erbitterter Kampf um Leben und Tod beginnt …

REZENSION:

Finkenmoor klingt in erster Linie wie ein Krimi. Erfreulicherweise handelt es sich dabei jedoch nicht um einen Krimi der üblichen Machart, denn es geht hierin hauptsächlich um das Rachemotiv, welches man traurigerweise auch sehr gut nachvollziehen kann.
Es verschwinden zwei Kinder am Cuxhavener Finkenmoor und lediglich eins kommt dabei mit dem Leben davon. Man bekommt sofort mit, wer der Täter ist und darüber hinaus wird uns als Leser dieser auch haarklein nahegebracht.
Immer mehr erkennt man dabei seine irritierende Gedankenwelt und sein Unverständnis der Tat gegenüber.
Natürlich kann man die Tat nicht mehr ungeschehen machen – aber wer denkt nicht vielleicht doch an Rache, wenn das eigene Kind von solch einer Schandtat betroffen ist?
Dieser Gedanke wird von der Autorin mehr und mehr in den Kopf des Lesers gepflanzt und man beginnt den Täter zu hassen und die Planungen der Familien zu verstehen.
Myriane Angelowski zeichnet ihre Geschichte sehr detailliert aus. Dies trifft nicht nur auf die Personen hinzu, sondern auch durchweg auf die Örtlichkeit im Umfeld Cuxhavens.
Die Geschichte wühlt auf und wirkt sehr emotional. Lediglich das Ende ging mir fast ein wenig zu schnell. Im Nachgang stellte ich mir dabei aber die Frage, ob noch etwas mehr Boshaftigkeit dem Täter gegenüber gut getan hätte – dabei erkennt man schnell, dass man sich vom Rachevirus infizieren hat lassen.
Eine richtig schöne und gelungen gezeichnete Krimiperle ohne Verwendung üblicher Krimiklischees. Sehr gute und zum Nachdenken anregende Unterhaltung.
Jürgen Seibold/12.11.2015
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