Terry Pratchett: Die Teppichvölker

Pratchett_TeppichOriginaltitel: Carpet People
Aus dem Englischen von Andreas Brandhorst
ISBN 978-3-492-70338-3
© Terry and Lyn Pratchett, 1971, 1992
© der deutschsprachigen Ausgabe: Piper Verlag GmbH, München 2014
ca. 280 Seiten

Cover:

EIN EPOS VON MINIMALER GRÖSSE!

Am Anfang war eine endlose Fläche. Dann kam der Teppich – ohne ein Fusselchen zwischen den Fäden. Bald folgte der Staub, und daraus entstand alles. Kein Mensch ahnt, dass im Gewebe des Teppichs kriegerische Winzlinge hausen. Ein herabgefallener Zuckerwürfel dient als Steinbruch für Leckermäuler, zermalmende Schritte deuten auf einen Zornesausbruch des Dunklen Lords hin. Doch der größte Feind der Winzlinge ist ein Monster namens Staubsauger …

Rezension:

Terry Pratchett sollte spätestens durch seine Romane rund um die von ihm erschaffene Scheibenwelt wohl so gut wie jedem ein Begriff sein. Mit dem vorliegenden Buch “Die Teppichvölker” begibt man sich nun als Leser in die Anfänge dieses Autors.
“Die Teppichvölker” ist bereits im Jahre 1971 entstanden und wurde lediglich durch den Autor für diese Ausgabe noch ein wenig im Detail bearbeitet. Laut seinem Kommentar ist es somit nicht das Buch, dass er damals geschrieben hatte und auch nicht ein Buch, wie er es heute schreiben würde.
Der Gedanke alleine, dass sich kleine Völker unbemerkt von uns den gleichen Lebensraum teilen, ist schon einmal etwas besonderes und ich denke, dies beschäftigte Pratchett mehrmals – hat er doch auch ein späteres, sehr gelungenes Epos mit den “Nomen” veröffentlicht.
“Die Teppichvölker” handelt somit von verschiedenen Völkern, deren Lebensraum in unseren Teppichen stattfindet. Über die dabei entstehenden Problematiken, wie etwa ein herunterfallendes, noch brennendes Streichholz oder der ab und an vorbeikommende Staubsauger, erzählt Pratchett in diesem Werk leider nicht allzu viel – er lässt vielmehr ein Fantasy-Epos entstehen, in dem sich diese Völker – zugegeben: auf sehr witzige Art – zumeist bekriegen. Der gesamte Stil ist dabei noch ein klein wenig holprig, steckt aber schon voll irrer Ideen, wodurch Pratchett ja bekannt geworden ist.
Würde ein Pratchett-Nichtkenner jedoch mit diesem Werk anfangen, bin ich mir nicht so ganz sicher, ob dieser sich weitere Werke des Autors zulegen würde. Fans jedenfalls wissen, was aus dem Autor geworden ist und somit kann auch “Die Teppichvölker” ein wenig dazu beitragen, den Kosmos um Pratchett zu erweitern.
Alles in allem ist der Inhalt zwar witzig aber dennoch ein wenig holprig und dadurch leicht langweilig erzählt. Schön ist aber dabei, dass man hierin schon erkennen kann, das sich hier wohl ein Autor entwickelt, dessen Ideenreichtum noch nicht ansatzweise am Ende ist.
Die Ausgabe selbst ist sehr schön gemacht und es befinden sich innerhalb des Textes einige vom Autor gezeichnete Grafiken mit den Teppichvölkern, die die Geschichte etwas auflockern. Darüber hinaus auch noch einige Seiten mit colorierten Versionen dieser Zeichnungen. Die Liebe zum Detail lässt sich dabei sehr schön erkennen – die Geschichte könnte etwas mehr von den Problemen der Völker in Bezug auf die von Göttern umgesetzten Plagen (Staubsauger…) beinhalten, dann hätte man als Leser sicher mehr Spaß. Aber wer so etwas möchte, kann gerne zu den Nomen greifen – diese machen richtig Spaß, während “Die Teppichvölker” eher ein sehr schön aufgelegtes Werk für Fans des Autors zu sein scheint.
Jürgen Seibold/28.02.2015
Die Teppichvölker: Illustriert vom Großmeister höchstselbst und mit umfangreichem Bonusmaterial KAUFEN BEI AMAZON

Tagged . Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.