Andreas Hock: Like mich am Arsch

Hock_Likemich© 2013 by riva Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
www.riva-verlag.de
ISBN Print: 978-3-86883-330-0
ca. 198 Seiten

COVER:

Seit der Erfindung des Taschenrechners haben wir unser Gehirn immer weiter entmündigt. Heute überlassen wir unser ganzes Leben dem digitalen Fortschritt. Wir bezahlen mit dem Smartphone, kaufen uns virtuelle Freunde bei facebook, bejubeln talentfreie Nichtskönner auf Youtube und folgen mitteilungsbedürftigen Idioten auf Twitter. Doch je mehr Informationen wir ins unendliche Daten-Universum blasen, desto dümmer werden wir dabei. Und umso gefährlicher wird es für uns alle!

– Wie wir trotz 100 Freunden und mehr immer weiter vereinsamen
– Wie die Meinungsmafia unsere Digitalhörigkeit ausnutzt
– Wie das Handy vom Telefon zum Kommunikationskiller wurde
– Wie Facebook uns zu virtuellen Junkies erzieht
– Wie unser Beziehungs- und Sozialverhalten den Bach runtergeht

Andreas Hocks Blick auf die Digitalisierung unserer Gesellschaft ist witzig, erschreckend, bitterböse. Und garantiert analog!

REZENSION:

Als das Buch von Andreas Hock seinen Weg zu mir fand, war ich bereits ob des sehr direkten Titels angetan und man erkennt bereits ohne Lesen des etwas detaillierteren Untertitels, wohin der Weg innerhalb des orangen Einbandes gehen wird.
Nun bin ich selbst ein Nutzer eines Smartphones, spiele gerne Computerspiele und treibe mich auch in allen möglichen sozialen Netzwerken herum.
Gleichzeitig bin ich aber auch ein Kind, geboren in einer Zeit, in der man noch erleben durfte, wie das Leben so gänzlich ohne jeglichen dieses Schnickschnacks vonstatten gehen kann.
Nach meiner Meinung ist es immer der Nutzungsgrad, der darüber entscheidet, ob wir vereinsamen und verblöden oder noch einigermaßen „normal“ aus dieser Misere kommen können.
Interessanterweise war ich vor kurzem Zeuge eines Treffens von zwei Pärchen, die in einer Gaststätte absolut nichts anderes zu tun hatten, als jeder für sich mehrere Stunden lang in seine jeweiliges Gerät zu schauen – wir am Nebentisch hatten uns doch tatsächlich in der gleichen Zeit problemlos unterhalten – ohne Gesrpächsführung mit unseren Freunden aus der digitalen Welt.
Andreas Hock scheint in einer ähnlichen Zeit aufgewachsen zu sein – dementsprechend oft schwenkt er beinahe nachtrauernd in diese „digital-freie“ Zeit und hält damit seinen Lesern einen kleinen Spiegel vor.
Sein gesamtes Werk ist sehr ironisch geschrieben und er gibt auch zu, dass er keineswegs ein totalitärer Feind des digitalen ist, sondern versucht, diese Welt gezielt für sich zu beanspruchen.
Seine Gags, mit Bezug zur Vergangenheit werden bei manchem jüngeren Leser nicht immer ankommen – bei einem Leser meines Alters zaubert er ein Grinsen in das Gesicht.
Trotz seiner humorvollen Art schafft es Andreas Hock immer wieder ein wenig zu überraschen und streut geschickt Ergebnisse von Studien oder Nachrichtenmeldungen ein, die sein Thema extrem plastisch machen.
Mir persönlich waren die Inhalte durchweg klar – nichts desto trotz könnte dieses Buch dem ein oder anderen ein klein wenig das Auge öffnen und dafür sorgen, dass derjenige nicht bis in das kleinste Detail sein Leben in irgendeiner sozialen Digitalplattform ausbreitet. Insbesondere durch seine eingängige Erzählweise dürfte das Buch auch kein Problem für weniger versierte Menschen darstellen – dadurch ist sichergestellt, dass eine Wissensvermittlung dieser Art nicht nur durch ein schwer zu lesendes und knochentrockenes Sachbuch möglich ist, sondern auch durch Humor und plastischer Darstellung auch Themen vermittelt werden können.
Nun ja, ich werde trotzdem nicht den Weg des totalen Widerstandes gehen und wohl diese Rezension auch „posten“…
Aber: Es bestimmt immer die Dosis, ob eine Sucht die Chance zum Ausbreiten bekommt…
Jürgen Seibold/07.01.2014

 
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