Michael Schmidt: Teutonic Horror

TeutonicHorrorISBN 9781483980959
ca. 172 Seiten

COVER:

Sie sind auf der Suche nach guten Horrorgeschichten?
Sie sind aber müde von der Suche?
Sie wollen keine weiteren Lovecraft oder Poe Geschichten?
Und auch die einfachen und brutalen Nacherzählungen der Hollywoodfilme sind Ihnen zuwider?
Sie mögen keinen Frauengrusel?
Außerdem hassen Sie liebestolle Vampire?

Versuchen Sie einmal abwechslungsreiche, intelligente, aber ebenso deftige Geschichten. Erleben Sie direkte und ungeschminkte Prosa. Keine endlosen Beschreibungen! Keine pubertären Gefühle. Keine x-te Wiederholung des tausendmal kopierten.
Greifen Sie zu Teutonic Horror und tauchen Sie in die Welt des aktuellen Schreckens.
Aber lassen Sie das Licht brennen!

REZENSION:

Kurzgeschichten sind zuweilen sehr gut geeignet, um sich nicht durch ausholende, hunderte von Seiten zu wühlen, sondern mal so zwischendurch ganze Geschichten innerhalb kürzester Zeit zu genießen und ab und an gar zu verschlingen.
Dabei laufen Kurzgeschichten aber Gefahr, in der Kürze zu wenig zu vermitteln und den Leser zu verlieren – gleichzeitig besitzen manche Kurzgeschichten das Potential auch als seitenhungriger Roman zu funktionieren, womit der Leser auch bei diesen etwas unbefriedigt übrig bleibt.
Als Kurzgeschichtenautor ist es somit notwendig, hier den exakten Schnittpunkt zu treffen, damit diese uneingeschränkt funktionieren.
Aus diesem Grund halte ich Kurzgeschichten für beinahe genauso schwierig zu erstellen, wie tiefgehende Romane.
Nun erreichte mich ein sehr martialisch klingender Kurzgeschichtenband von Michael Schmidt: TEUTONIC HORROR.
Hierin enthalten sind sage und schreibe 15 Geschichten – diese gänzlich von einem einzigen Autor und somit keine gezielt zusammengestellte Anthologie.
Durch die mutige Coverbeschreibung steigt bereits die Erwartungshaltung des Lesers nach qualitativen, tiefgehenden und trotzdem oder gerade deshalb auch noch spannenden Geschichten.
Wie es scheint, hat Michael Schmidt dies auch überwiegend geschafft und somit ist TEUTONIC HORROR ein absolut gelungener Kurzgeschichtenband, der mit den unterschiedlichsten Begebenheiten und gar Wesen arbeitet.
Sicher gefällt einem die ein oder andere Geschichte mehr oder weniger – dies scheint aber nichts mit der dargelegten Qualität sondern lediglich mit dem persönlichen Geschmack des Lesern zu tun zu haben.
Ich möchte hier beileibe nicht auf jede einzelne Geschichte eingehen, aber es sei gesagt, dass Michael Schmidt sehr intensiv zu erzählen weiß und sich somit nicht hinter den mutigen Aussagen des Covers verstecken muss.
Natürlich gibt es auch die ein oder andere Story, der mehrere Seiten gut getan hätte und auch manch eine, deren Ideenreichtum sehr gut in einen umfangreichen Roman passen würde. Aber wie gesagt: Das ist je nach persönlichem Geschmack unterschiedlich – fühlt man sich in einer Geschichte wohl, könnte man noch hundert Jahre darin versinken…
Michael Schmidt erzählt seine Geschichten sehr abwechslungsreich und streift durch sämtliche Kategorien des Horrorgenres. Somit trifft man Vampire, Werwölfe, Psychopathen usw. usw.
Der Opener „Volldampf voraus!“ ist bereits sehr intensiv und sorgt für eine hohe Erwartung. Bei „Remanenz“ verliert er mich ein klein wenig, wobei er mich mit der nächsten wieder eingefangen hat.
Das entstandene Qualitätsniveau hält der Autor geflissentlich bei und kann mich sogar bei den Werwolfgeschichten recht gut überzeugen.
Als weiteres Highlight hervorzuheben ist noch die „Wandergeschichte“ mit dem Titel „Ruppert“, die sich als dezente und schöne Lovecraft-Hommage herausstellt.
Mit „Scheinbar“ bekommt das teuflische Internet noch eine eigene Geschichte und mit der Heavy-Metal-Geschichte „Hellrider“ überzeugte mich der Autor endgültig. Dies ist die Geschichte, für die sich aus meinen Augen bereits der ganze Band gelohnt hat – sehr detailliert, tiefgehend und intensiv erzählt. Hierin hätte ich noch einige viele Seiten eintauchen können.
Bei „Adrian“ begleiten wir kurz einen Vampir – diese Geschichte ist Sex pur und durch die Begebenheiten für manch einen Geschmackssache. In meinen Augen war sie etwas zu kurz, da ich noch gerne den Vampir länger auf seiner Reise begleitet hätte.
Am Ende gibt es noch einen würdigen Abschluss mit einem Augenzwinkern in Richtung E.A.Poe und somit muss man einen Kurzgeschichtenband schließen, der es problemlos geschafft hat, seinen Leser zu unterhalten.
Was will man mehr?.
Jürgen Seibold/16.10.2013 

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