Richard Laymon: In den finsteren Wäldern

laymon_finsterOriginaltitel: The Woods are Dark
Aus dem Englischen von Michael krug
© dieser Ausgabe: 2012 by Festa Verlag, Leipzig
© 2008 by Ann Laymon
ISBN 978-3-86552-192-7
ca. 250 Seiten

COVER:

Neala und ihre Freundin Sherri nutzen die Ferien, um durch die Berge Kaliforniens zu wandern. Sie ahnen nicht, dass man in dem Städtchen Barlow schon auf sie lauert.
Die Bewohner verschleppen die Frauen in den Wald und fesseln sie an Bäume – dann laufen sie davon und lassen die beiden zurück.
Die Gefangenen können nur warten. Auf die Dunkelheit … den Wahnsinn … die Schmerzen … die hungrigen Krulls.

Laymons schockierendster Roman – erstmal auf Deutsch und in der ungekürzten Originalfassung. Mit einem Vorwort von Kelly Laymon, der Tochter des Autors, und einem Nachwort von Brett McBean.

REZENSION:

„In den finsteren Wäldern“ war das erste Buch Richard Laymons, das seinen Weg in meine Hände gefunden hat. Ich war nach vielem Lesen von Thrillern, Fantasyromanen, Krimis und vielen als Horror verpackten, jedoch nicht einhaltenden Romanen einfach mal wieder auf der Suche nach etwas richtig bösem. Meine Recherchen nannten ziemlich schnell den Namen Laymon und somit war es nur noch ein kurzer Klick, um mit der elektronische Fassung dieses Romans zu beginnen.
Wer noch zu dem illustren Kreis gehört, der Sam Raimis „Tanz der Teufel“ noch im ungeschnittenen Original erleben durfte, weiß worauf ich einfach mal wieder Lust hatte. Sicher, eine Geschichte wie „Tanz der Teufel“ gibt nicht allzu viel Handlung her – aber man ist trotzdem irgendwie über die rasante Darstellung, den bitteren Humor und das überdrehte Erleben der Protagonisten an den Stoff gefesselt. Dieses Gefühl mit einem Buch nachholen?
Ja, ist möglich! Man muss sich wohl nur einem Splatter-Schreiber wie Laymon zuwenden und nicht Wert auf literarischen und ausschweifenden Tiefgang legen.
„In den finsteren Wäldern“ trifft innerhalb zweier Buchdeckel exakt das, was „Tanz der Teufel“ als Film vorlebte: Rasante Schnitte, Fokus auf Dialoge, Verzicht auf großartige Beschreibungen und dabei gleichzeitig frei von jeglicher Beschränkung sondern Darlegung sämtlicher bluttriefenden oder sexuellen Aktionen.
Sehr geschickt sorgt Laymon dafür, dass im Kopf des Lesers die Details entstehen – was den Inhalt nur noch erschreckender macht.
Somit sollte man die Finger von diesem Buch lassen, wenn man mit kannibalistischen, sexistischen, blutigen, schreienden, mordenden, rachsüchtigen, durchgeknallten, psychopathischen, wildlebenden Personen und Handlungen ein Problem hat.
All dies klatscht Laymon in schlappe 250 Seiten und dementsprechend rasant ist auch dieser Plot. Hier gibt es keine Verschnaufpause – alles geschieht Schlag auf Schlag und lässt keine Zeit des Durchatmens.
Alle Gegner dieses Genres werden bei solchen Büchern aufschreien – Liebhaber des Genres werden im Gegenzug den bitteren Humor und das rasante Treiben lieben.
Wie es scheint, werde ich wohl bei Gelegenheit erneut zu einem Laymon-Roman greifen. Ich warte nur noch ab, bis das Blut getrocknet ist…
Jürgen Seibold/18.07.2013

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